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//www.welt.de/data/2006/10/11/1066440.html

Dirk Heisig betreut für die Ostfriesland Stiftung der Ostfriesischen Landschaft das Projekt, zu dem sich 14 mittlere und kleine Museen der Region zusammengeschlossen haben. Er fordert, dass die Museen ihre Bestände prüfen und sich gegebenenfalls auch von Sammlungsteilen trennen sollen.

Eine unsägliche Stellungnahme. Konzentration auf das wirklich Wichtige setzt voraus, dass man angeben kann, was wirklich wichtig ist. Vergangene Sammlungsentscheidungen müssen als historische Zeugnisse respektiert werden.

Museen sind Treuhänder des ihnen überlassenen (oft geschenkten) Kulturguts. Sie haben auch die Aufgabe, Geschichtsquellen zu bewahren.

Zu Museumsverkäufen siehe auch

//archiv.twoday.net/stories/3043380/ (Verkauf einer Zinnfigurensammlung, Schwäbisch Gmünd)
//archiv.twoday.net/stories/2862065/ (Artikel in politik und kultur)
//archiv.twoday.net/stories/2857287/ (Vermeer 1929 für Braunschweig gerettet)
//archiv.twoday.net/stories/2843831/ (Rechnungshof BW empfiehlt Museumsverkäufe; Link zu Stellungnahme des Wissenschafts-Ausschusses im Landtag BW 2005)
//archiv.twoday.net/stories/2843752/ (Deaccessioning)
//archiv.twoday.net/stories/2814886/ (Museumsverkäufe in Frankreich unmöglich)
//archiv.twoday.net/stories/2741739/ (ICOM-Positionspapier 2004)

Verkäufe durch die NY Public Library
//log.netbib.de/archives/2005/12/11/deaccession-roulette/

Verkäufe des Wallraff-Richartz-Museums Köln im Zweiten Weltkrieg
//log.netbib.de/archives/2004/12/07/museumsverkaufe-im-zweiten-weltkrieg/

Ende 2003 liess das Stadtmuseum Radolfzell Militaria versteigern und erntete Kritik:
//log.netbib.de/archives/2003/11/05/tabubruch-stadtmuseum-radolfzell-lsst-objekte-versteigern/

//www.wams.de/data/2003/05/18/97369.html?s=1
Lockerung des Tabus gefordert

In der SZ vom 9.10.2006 S. 15 skizzierte Hubertus Butin in einem längeren Artikel das Problem. Auszug:

Man könne doch das wertvollste Picasso-Gemälde aus der
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen veräußern, um damit den geplanten
Anbau des Hauses zu finanzieren, schlug schon 1997 der Vorsitzende des
Kulturausschusses im Düsseldorfer Landtag vor.

Zuvor hatte bereits der Wuppertaler Stadtrat angeregt, Werke aus der
Kunstsammlung des Von-der-Heydt-Museums zu Geld zu machen, um den
Ankaufsetat zu verbessern. Im Oktober 2005 plädierte auch Hamburgs
Kultursenatorin Karin von Welck dafür, dass die staatlichen Museen
Teile ihrer Sammlungen verkaufen sollten - etwa um ihre finanzielle
Situation zu verbessern. Im baden-württembergischen Landtag und im
Kölner Stadtrat wurde darüber ebenfalls debattiert. Das Sammeln,
Bewahren, Erforschen und Vermitteln des kulturellen Erbes waren einmal
die klassischen Funktionen der Institution Museum - heute jedoch
sollen die Museumsdirektoren auch als Verkaufsleiter agieren.

Zahlreiche Einzelfälle haben sich schon in den vergangenen Jahren zu
einem beunruhigenden Szenario verdichtet. So schlugen die Wogen hoch,
als im Jahr 2000 die Stadt Bonn gegen den ausdrücklichen Willen des
eigenen Kunstmuseums ein Gemälde von Georg Baselitz aus dem
Sammlungsbestand verkaufte. Die Ausstellung "Zeitwenden", verantwortet
von einem dubiosen Privatverein, hatte in der Stadtkasse ein Loch von
1,9 Millionen Mark hinterlassen. Daraufhin initiierte der damalige
Kulturdezernent den Verkauf des Baselitz-Bildes an die Stiftung Kunst
der Sparkasse in Bonn, deren Eigentum es bis heute ist. Das
Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen ließ 1998 aus seiner Sammlung
Gerhard Richters "Seestück" von 1970 in London für über 1,4 Millionen
Pfund versteigern. Mit dem Geld für das bedeutende Gemälde konnte der
kümmerliche Anfkaufsetat von jährlich 40 000 Mark gewaltig aufgestockt
werden. Doch auch hier hagelte es scharfe Proteste, denn Kunst aus
Museen zu veräußern, gilt in Deutschland immer noch als tabu.


Historische und aktuelle Beispiele von Museumsverkäufen
//www.welt.de/data/2006/09/11/1031262.html
KlausGraf meinte am 2006/12/09 00:45:
Verkäufe aus dem Museum Radolfszell Ende 2003
Der zitierte netbib-Eintrag lautet:

"Reduziert die Stadt Radolfzell ihren lokalhistorisch
bedeutsamen Museumsbestand auf den Wert
einer “Verschiebermasse für Immobiliengeschäfte”? Diesen
Vorwurf erhebt der Museumsverband “Museen und
Schlösser Euregion Bodensee”, dem 96 Häuser - darunter auch
das Radolfzeller Museum - angehören. Anlass für die
Attacke bietet der Verkauf von 180 Exponaten des Stadtmuseums.
Was den Vorstand des Museumsverbands neben der vorgesehenen Versteigerung der Exponate empört, ist die Vorgehensweise. Denn erst kurzfristig und zufällig erfuhren die im Verband organisierten
Häuser von den Verkaufsabsichten. Gunter Schöbel, Vorstandsmitglied des
Museumsverbands und Direktor
des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen, jedenfalls hätte es begrüßt,
wenn vorab innerhalb des Verbands nachgefragt worden wäre, ob
eventuell Interesse an der Übernahme einiger der Radolfzeller Museumsstücke
besteht - doch das hätten die Radolfzeller unterlassen.
Mehr im Südkurier. Im Online-Katalog der Auktion 66 vom Auktionshaus Geble finden sich unter Varia Nr. 48 ff. die 180 Objekte aus dem Stadtmuseum Radolfzell, darunter auch ein regionalgeschichtlich bedeutsames Stück: Nr. 91 “Wallbüchse um 1830; Perkussion; sign. “Engen” im Hegau”. Telefonische Nachfrage beim Museumsleiter Fenner ergab: Kontakte zu anderen Museen wurden tatsächlich nicht aufgenommen - das ist in der Tat nicht akzeptabel. Die Heidenheimer Zeitung weiss: Jetzt sollen 71 Flinten, Vorderlader und Jagdgewehre, 95 Säbel, Degen und Jagdmesser sowie zwölf Helme und Tschakos aus Deutschland, der Schweiz, Polen, Frankreich oder Japan versteigert werden. Einen echten Rauf-Degen aus dem 18. Jahrhundert für 80 Euro oder einen japanischen Boxer-Säbel aus dem 19. Jahrhundert für 70 Euro zu bekommen, sei schon eine einmalige Chance, meint Auktionator Udo Geble. Nur wenige Waffen, die ausschließlich mit der Geschichte der Stadt verbunden sind, will das Museum behalten. Die Versteigerung der Militaria-Sammlung der Stadt wurde vom Gemeinderat beschlossen, weil im neuen Museum in der ehemaligen Stadtapotheke kein diebstahlsicheres Depot zur Verfügung steht. Aber auch, weil nur fünf der zwischen 1908 und 1937 angekauften 178 Waffen und Militärutensilien mit der Stadt in direkter Verbindung stehen, erklärt Museumsleiter Achim Fenner. 
 

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