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in Acrylfarbe des Malers Fritz Breiter geboren 15. 11. 1939 in Innsbruck, heute in der Schweiz lebend und arbeitend als Sammler, Kunsthändler, Kunstschaffender.

... Solcher alten kurtzen Büchlein/ die zu einem heiligen Leben füren/ ligen viel im Staube verborgen/ wie Joseph im Kercker/ … Wie aber Joseph durch einen Traum aus seinem Gefengnus erlöset: Also werden durch Gottes eingeben solche Büchlein gesucht, gefunden, geliebet vnd herfür gezogen ...

(Johann Arndt, Vorrede zur Theologia deutsch I (1597) fol. B iij r)


"Gedancken die im Hertzen aufsteigen wie das ungestüme Meer"


"Was soll mir/ sagt er/ der Himmel ohne dich? ...."


"Und sind die Wolcken nichts denn ein feuchter Dunst/
welcher sich darnach resolviert in Tröpfflein"



Das Bildträgermaterial - reines Hadernpapier - inzwischen 313 Jahre alt stammt aus dem Buch "Von dem wahren Christenthumb: von dem innwendigen Menschen". Herausgegeben durch Johann Arndt / Generalsuperintendenten des Fürsten- thums Lüneburg. [o.O.] Gedruckt in dem Jahr Christi 1693. (Diese Ausgabe nicht im VD 17 nachgewiesen). Wohl das beliebteste und meistgelesenste Erbauungsbuch des 17. Jahrhunderts. Erstmals 1605 erschienen, war es das Lieblingsbuch Paul Gerhards, der wörtliche Übernahmen für seine Lieder tätigte.

Das Buch hat der Künstler vor einigen Jahren antiquarisch erworben. Als Ganzes war es jedoch nicht mehr zu retten, weil Deckel und viele Seiten fehlten. Deshalb hat er es aus- einandergenommen und übermalt, und wir gehen vielleicht nicht fehl, wenn wir hierin auch eine Reverenz an seinen österreichischen Kollegen Arnulf Rainer (*1929) sehen, von dem Stephan Reimertz ("Drei Weise in Wien") sagt "Er nimmt die christliche Ikonographie sehr viel ernster als mancher klassischer Maler, der einen Formenkanon bediente. Nicht die Geste, sondern der Geist der christlichen Kunst spricht aus diesem Werk, ebenso wie das mosaische Gebot „Du sollst dir kein Bildnis machen“.

Die Blätter sind unten mit Tusche monogrammiert in ungefährer Textschriftgrösse (FB 05). Mit vollem Namen signiert auf der Rückseite. Die Titel stammen als Fragment aus dem Text des jeweiligen Doppelblattes. (Gefunden via ebay.)


Biographisch-Bibliographische Notiz:
ARNDT (Arnd), Johann, luth. Theologe und Erbauungsschriftsteller, * 27.12. 1555 als Pfarrerssohn in Edderitz bei Ballenstedt am Harz, † 11.5. 1621 in Celle. - A. ist bekannt durch seine »Vier Bücher vom wahren Christentum«. Angeregt wurde er zu diesem Werk durch mittelalterliche und zeitgenössische Mystiker. Lit. (Ausw.): Geyer, Hermann: Verborgene Weisheit. Johann Arndts ›Vier Bücher vom Wahren Christentum‹ als Programm einer spiritualistisch-hermetischen Theologie, Arbeiten zur Kirchengeschichte 80/I-III, Berlin-New York 2001. (Opus magnum der Arndt-Forschung mit über 1300 Seiten. Aus den Quellen gearbeitete Darstellung des ehemaligen Assistenten von Prof. Hans Schneider mit umstürzenden Thesen.) (Aus: Biographisch-Bibliographisches KIRCHENLEXIKON, Band I (1990), Spalten 226-227, Autor: Friedrich Wilhelm Bautz, //wwww.bautz.de/bbkl/a/arndt_j.shtml ). Bücher im Staube : die Theologie Johann Arndts in ihrem Verhältnis zur Mystik / von Christian Braw. Leiden: Brill, 1985. - 236 S. (Diss. = Studies in Mediaeval and Renaissance Theology ; 39) - Von wahrem Christenthumb : die Urausgabe des ersten Buches (1605) / kritisch hrsg. u. mit Bemerkungen versehen v. Johann Anselm Steiger. Hildesheim: Olms, 2005. - 410 S. (Schriften / Philipp Jakob Spener : Sonderreihe Texte, Hilfsmittel, Untersuchungen ; Bd. 4,1). - Der fremde Arndt : Studien zu Leben, Werk und Wirkung Johann Arndts (1555-1621) / Hans Schneider. Göttingen : Vandenhoeck und Ruprecht, 2006. - 288 S. (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus ; Bd. 48). - Vgl. auch Artikel Johann Arndt (Wikipedia).
 

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