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Im Niedersächsischen Landesarchiv - Staatsarchiv Osnabrück liegen die ersten beiden Teile einer Chronik, die Sweder von Schele in den Jahren 1591 - 1637 verfasste. Der dritte Teil wird im Historisch Centrum Overijssel in Zwolle aufbewahrt. Schon vor einigen Jahren hat das Westfälische Archivamt in Münster angeregt, diese außergewöhnliche historische Quelle zu publizieren. Die drei Teile haben einen Umfang von ca. 1800 Seiten und enthalten neben den chronikalischen Aufzeichnungen und der Familiengeschichte zahlreiche Kommentare und Reflexionen des Verfassers, Gebete und Gedichte, Zitate antiker Autoren und Zeichnungen von Stammbäumen. Verfasst wurde sie überwiegend in Hochdeutsch, Niederdeutsch und Niederländisch, es gibt aber auch lateinische und einige griechische Passagen.

Sweder von Schele wurde 1569 auf Haus Weleveld in Twente geboren, lebte viele Jahre auf der Schelenburg und verbrachte seine letzten Lebensjahre bis 1639 auf Haus Welbergen bei Ochtrup. Sein außergewöhnlich vielseitig angelegtes Werk gibt Auskunft über die Situation in dieser Region zur Zeit des 80- und des 30jährigen Krieges, es ist eine reiche Quelle für die Kulturgeschichte des Adels, aber auch für philosophische, theologische und literaturwissenschaftliche Fragestellungen.

Von allen drei Teilen ist vor längerer Zeit eine nicht ganz vollständige maschinenschriftliche Transkription erstellt worden, in der vor allem die lateinischen Textstellen fehlen. Sie bietet eine gute Arbeitsgrundlage. Vor der Quellenauswertung steht jedoch zunächst die Kollationierung von Original und Abschrift. In Anbetracht des Umfangs der Chronik war und ist nicht zu erwarten, dass ein einzelner oder auch nur wenige Bearbeiter sich dieser Aufgabe in einem absehbaren Zeitrahmen abschließend widmen könnten. Es steht auch außer Frage, dass eine Publikation der Chronik eine ausführliche Kommentierung der Quelle erfordert.

Das Historisch Centrum Overijssel und das Staatsarchiv in Osnabrück haben sich gemeinsam mit dem Westfälischen Archivamt auf einen innovativen Weg begeben, um das Projekt "Publikation und Kommentierung der Sweder-Chronik" voranzubringen. Die drei Archiveinrichtungen hoffen auf interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen von Form und Inhalt der Quelle berührten Fachbereichen. Die Präsentation der Chronik im Internet ermöglicht zum einen eine aktive Mitarbeit zahlreicher Interessenten an der Ergänzung und Verbesserung der Transkription, zum anderen wird der Forschung diese Quelle auf komfortable Weise zur Auswertung bereitgestellt.

Als Partner für die Digitalisierung und Darstellung im Internet konnte Prof. Manfred Thaller vom Institut für Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung an der Universität Köln gewonnen werden, der über langjährige Erfahrungen mit der Verarbeitung historischer Quellen in elektronischen Systemen verfügt. In seinem Institut wurde das Projekt für das Internet aufbereitet. Das Original wurde mit einem speziellen Buchscanner auf schonende Weise digitalisiert, die gescannte Transkription eingespielt und mit dem Original verbunden.

Dargestellt werden die Texte auf einem geteilten Bildschirm. Im oberen Teil ist das Original zu sehen, im unteren jeweils die zugehörige Seite der Transkription. Fehlende Seiten in der Transkription sind gekennzeichnet. Die Chronik lässt sich auf diese Weise durchblättern, man kann aber auch gezielt eine Seitenzahl anwählen. Ein Inhaltsverzeichnis öffnet sich in einem separaten Fenster. Es ist mit den einzelnen Textabschnitten verlinkt. Die Navigation durch die Seiten ist somit leicht gemacht.

Mit dem Projekt wird zunächst bezweckt, die Transkription zu ergänzen und zu verbessern. Hierzu können neue Abschriften per Mail an die am Projekt beteiligten Institutionen geschickt werden. Nach redaktioneller Prüfung werden die Seiten ausgetauscht.


Meine Güte, wie vorsintflutlich. Hat man noch nie etwas von einem Wiki gehört? Das Wasserzeichen erfreut auch nicht gerade.

benwbrum meinte am 2008/04/14 17:17:
That's astounding. Thanks for teaching me the meaning of "vorsintflutlich". 
 

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