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Christina Meckelnborg/Anne-Beate Riecke: Georg Spalatins Chronik der Sachsen und Thüringer. Ein historiographisches Großprojekt der Frühen Neuzeit (= Schriften des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar 4), Köln/Weimar/Wien 2011 bieten einige wichtige neue Belege zu Georg Rüxner.

S. 78 Nach Abschrift der Reinschrift der Chronik Georg Spalatins setzte Kurfürst Friedrich die Korrespondenz mit seinem Hofhistoriographen in bescheidenem Rahmen fort. Mit Schreiben vom 12. Dezember 1515 (Weimar Reg. O 58, Bl. 1r) leitete der Herrscher ein Verzeichnis Rüxners, das dieser während seines Aufenthalts am sächsischen Hof angelegt hatte, an Spalatin weiter.

Wirdiger lieber Andechtiger Gegenwertiger Iorg Ierusalem ist Itzo ein zeit her bey vns alhie gewest, vnnd vns ein vortzeichnus, wy Ir hiebey sehen werdt, gemacht. Derhalb haben wir nicht vnderlassen wollen In zu euch zufertigenn, Ob ir aus der vortzeichnus, vnd seiner vnderricht, Etwas nemen kondt, Das zu dem werck der Cronicken dinstlich sein mocht, Domit das so vff disen man gangen, nit ganz vorgeblich were. Vnd ist vnnser Begere, Ir wollet, dieselb verzaichnus allenthalben vbersehen, Vnd euch mit gedachtem. Jorgen ferner dauon vnderreden, Wo Ir als dan was nutzlichs, daraus Befindet, So werdt Ir solchs wolh zugebrauchen wissen.

Wohl 1516 (der Brief gehört nach den Wasserzeichen in die Zeit um 1516) schickte Rüxner die Abschrift der Abhandlung des Jordan stargkendich mit kurzen Personenkapiteln zu einigen sächsischen Herzögen des 9. bis 12. Jahrhunderts und zu den Ottonen enthält. Der Name Stargkendich sei vermutlich fingiert (S. 79 Anm. 270 im Anschluss an Graf 2009, S. 119). Überlieferung des schon bisher bekannten autographen Briefs Rüxners: Reg. O 157, Bl. 311r-312v. Handschriftenbeschreibung ebd. S. 494 mit zusätzlicher Aufzählung der behandelten Personen.

Ende 1515 stand Rüxner also in Diensten des sächsischen Kurfürsten.

In Spalatins Kleiner Chronik der Sachsen und Thüringer Reg. O 19 wird S. 404f. als Bl. 24r-31r (um 1515) ein nachträglich eingefügtes Inserat von der Hand Rüxners nachgewiesen, die Abschrift einer Reichsschatzkammerordnung Kaiser Friedrichs III.

(24r Titel): Ein auszug Vonn zwölff Capitelnn keisser fricherichs (!) des dritten furgenomen Ordnung, In zwölff artigkel geseczt, Vnd mit dem kurczsten außgeczogen
(25r Überschrift) Volgund 12 artigkel sind aus 12 Capitteln keisser friderichs des dritten furgenomen Ordnung geczogen. Text: Durch Bekanntnus ... des gemein nucz Im heligen Römischen Reich haben wir Betracht Vnnd furgenomen vier schaczkammern Vff zu Richten ... (26r) Überschrift als Kopfzeile: Sollicher schaczkamern Einniemen (!) volgt zum theil hernach Text: Erstlich Soll furkomen werden das Bey allen pfarrn styfften Clöstern kirchen Claussen spitäll Capellen vnd ander vermeint geistlich perschonnen oder Camonnen (!) nit gestadt werde ... (29v) ... So vil statlicher Vnd in Eim merern wessen dan Bis her Erhallten möchten etc. (30r) Nachwort: Durchleuchtigster Churfurst gnedigster her disse zwölff artigkel hie vor angeczögt ... (30v): ... dann Ichs Euer Churfürstlich gnaden ... Befelchenn. Euer Churfürstlich gnaden gehorsamer Vndertäniger görg rixner Hierosalem Eraldo (S. 405)

Behandelt werde die Einrichtung von vier Schatzkammern unter Kaiser Friedrich III. und die Einstufung von Pfarreien, Stiften, Klöstern, Münzen und Mühlen etc. zur Zahlung einer Reichshilfe (3. Pfennig), die in den Schatzkammern aufzubewahren ist.

Womöglich hat Rüxner diesen Text selbst verfasst.

In der Materialsammlung Reg. O 156, Bl. 208v (Teil XI der Handschrift um 1514 geschrieben) gibt es laut S. 458 eine Nachricht von einem Turnier in Magdeburg, ähnlich Rüxners Turnierbuch 1530 (Bl. e4v). Spalatin lag also wohl eine der Rüxnerschen Turnierchroniken vor.
 

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