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Landesgeschichte

Es gibt Nachträge zu

http://archiv.twoday.net/stories/1022223008/


Reinhards Buch (mit Ausgabe der Chronik des Matthäus Marschalk von Pappenheim) ist nun auch in Düsseldorf verfügbar:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/id/8175944

Siehe auch
Klaus Graf: Hohengeroldsecker Akten. Ein Beitrag zur badischen
Archivgeschichte, in: Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden 70 (1990), S. 101-127
Online (Scan mit OCR):
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1990/0101
Online (E-Text, Preprint-Fassung)
http://web.archive.org/web/20040601054009/http://www.badische-heimat.de/archiv/graf.pdf

Die ULB Düsseldorf hat das Urkundenbuch digitalisiert

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/id/7969704

http://www.swp.de/reutlingen/lokales/reutlingen/Namen-des-alten-Stadtpatrons-gewaehlt;art1158528,3068201

"Die bisherigen katholischen Pfarreien Bruder Klaus und Heilig Geist - samt deren Filialgemeinden St. Johannes und St. Michael - wurden zum Jahresbeginn offiziell aufgelöst und finden sich nun als gemeinsame St.-Lukas-Gemeinde wieder. [...]

Und wie kam es zur Namensgebung? Über 50 Teilnehmer diskutierten darüber. Beinahe wäre es Mutter Teresa geworden. Doch am Ende einer Predigtreihe erhielt der Evangelist Lukas den Zuschlag, ein Votum der Kirchgänger, also auch nicht etwa "von oben" verordnet. "Lukas ist ja nun auch der Mutige, der das Grenzenlose propagiert", so Dangel. "Und er ist ein Mann der Ökumene." Was viele Leute nicht mehr wüssten: Lukas ist auch der alte Stadtpatron Reutlingens."

Das ist ersichtlich aus der Luft gegriffen, denn auch dem Stadtarchiv Reutlingen ist nach freundlicher Auskunft von Roland Deigendesch kein ensprechender Anhaltspunkt in den Quellen bekannt.

Vermutlich war wieder einmal das Internet schuld:

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lukas.html
http://www.kathpedia.com/index.php?title=Lukas_%28Evangelist%29

(ebenso im Lexikon der christlichen Ikonographie). Quelle ist das Buch von Kerler, das für seine erfundenen Ortspatronate berüchtigt ist:

https://archive.org/stream/diepatronatederh00kerluoft#page/240/mode/2up

Lukas soll Ortspatron von Bologna, Padua, Reutlingen und Spanien sein.

Zu Bologna (San Petronio)
http://www.mpasceri.it/sito/patroni/zb_patroni.asp

Zu Padua (andere Heilige):
http://www.mpasceri.it/sito/patroni/zp_patroni.asp

Zu Spanien:
https://es.wikipedia.org/wiki/Anexo:Santos_patronos_de_localidades

Also keinerlei Bestätigung für Kerlers Angaben!

Bei Broc de Segange (II, 1887) steht zu St. Lukas nichts von den genannten Ortspatronaten:

https://archive.org/stream/lessaintspatrons02dubr#page/360/mode/2up

Immer wieder narren Kerlers unbelegte und aus der Luft gegriffene Ortspatronate Öffentlichkeit und Forschung. Die Devise kann bei den dort genannten Patronaten nur lauten: Finger weg!

Annelen Ottermann fragte in der ML Provenienz nach dem Exlibris

http://archivalia.tumblr.com/post/111656779260/exlibris-saec-xix
http://www.museuminzicht.be/public/collecties/obj_detail/index.cfm?id=smsnEC.1994.71.4385

Aus meiner Antwort:

Bei Prov.-Einträgen in die GND sollte die Nummer bei Warnecke angegeben werden, hier:

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00004657/image_205

Ernsthafte Zweifel, dass sich das Exlibris nur auf den westfälischen Historiker Suitbert Seibertz bezieht, hege ich nicht.

http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=119473674

So auch das Stadtarchiv Geseke in seiner Archivgeschichte S. 22

http://www.lwl.org/waa-download/publikationen/TUA_17.pdf

Das Exlibris ist erst ab dem Erwerb von Schloss Wildenberg durch Seibertz im Jahr 1817 möglich und nicht nach seinem Umzug nach Arnsberg ca. 1837, bei dem er Sammlungen und Bibliothek mitnahm:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Suibert_Seibertz

Nach seinem Tod wurde die Bibliothek 1874 in Köln öffentlich versteigert:

https://books.google.de/books?id=jC9oAAAAMAAJ&q=Johann+Suibert+Seibertz+"bibliothek"

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln: Auktionskatalog der Seibertz-Bibliothek (Druck, aber nicht im OPAC):

https://books.google.de/books?id=eR9oAAAAMAAJ&q=lempertz

Soweit der Auszug aus meiner Antwort. Über Archivalienentfremdungen durch Seibertz unterrichtet das angegebene PDF von Evelyn Richter (2004) insbes. S. 94.

Die Reproduktion in Tumblr entstammt dem Verkaufskatalog

http://www.ex-libris-jacques-laget.fr/fr/catalogue/

der eine riesige Auswahl an Exlibris ohne Wasserzeichen und in brauchbarer Größe abbildet.


Das Gewann »Hundsfeld« unweit des Kulturwehrs bei Marlen gehört zu Eckartsweier (bei Kehl bzw. Straßburg) und erinnert an ein einstiges Dorf, das im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde.

Ein Artikel in Baden Online
http://www.bo.de/lokales/kehl/kein-hinweis-mehr-aufs-dorf
zitiert aus einer heimatgeschichtlichen Darstellung: "Die verarmten Einwohner trieben lichtscheues Handwerk, überfielen Warenzüge und Rheinschiffe, so dass über 30 Bürger 1540 und 1541 von den Straßburgern und den Grafen von Hanau hingerichtet wurden"

Historische Namensabelege bietet Kriegers Topographisches Wörterbuch:

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/krieger1904bd1/0556

Zur Ortsgeschichte erfährt man etwas in der umfangreichen namenkundlichen Untersuchung, die Erwin Dittler in der Ortenau 1988 Hundsfeld widmete.

http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1988/0070

Heute wäre man womöglich stolz, dass Wilhelm Genazinos, der spätere Büchnerpreisträger, in der FAZ 1967 einen angeblich haarsträubenden Artikel "Landschaft für Morde" publiziert hatte. Vielleicht wusste Genazino von der Tradition rund um Hundsfeld/Hundsfelden.

Schon Johann Andreas Silbermanns Straßburger Geschichte 1775 nannte das Dorf eine "weit und breit verschreyte Mörder-Grube".

https://books.google.de/books?id=mOVBAQAAMAAJ&pg=PA222

1855 bezog sich Joseph Schaible auf die Chronik Sebald Bühlers (die 1870 untergehen sollte) und zitierte wörtlich aus ihr über Hinrichtungen der Gefangenen der geheimen Hundsfelder (Mörder-)Gesellschaft 1540. (Bei Monika Spicker-Beck, Räuber, Mordbrenner, umschweifendes Gesind, 1995, finde ich dazu nichts, aber diese Arbeit ist natürlich für den größeren Kontext zentral.)

https://books.google.de/books?id=a6w_AAAAYAAJ&pg=PA58

Alle Einwohner zu Hundsfelden seien Mörder gewesen bis auf den Priester und den Mesner (Siegerist), schreibt der Chronist.

Diverse Exzerrpte aus heute verlorenen Straßburger Chroniken wurden publiziert.

Straßburger Jahrgeschichten bei Mone, ganz kurz zu 1541
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mone1854-2/0147

Ruppert S. 305f.
http://access.bl.uk/item/pdf/lsidyv36870c06

Specklins Sammlungen Nr. 2359
https://archive.org/stream/pourlaconser2v14soci/#page/354/mode/2up

Weiteres Exzerpt zu 1540 im gleichen Bulletin 1911
http://hdl.handle.net/2027/mdp.39015068474827?urlappend=%3Bseq=374 (US-Proxy!)

Auch in einer lateinischen Chronik des Klosters Schuttern erscheint Hundsfelden als wegen der Räubereien berüchtigt, ed. May, ZGO 1893, S. 288
https://archive.org/stream/zeitschriftfrdi14langoog#page/n347/mode/2up

Aus Straßburg oder dem Offenburger Raum gelangte die Nachricht zu 1540 auch zu Martin Crusius:

https://books.google.de/books?id=8SdLAAAAcAAJ&pg=RA1-PA77

Sprichwörtlich war - zwei Belegen bei Fischart zufolge - der Schultheiss von Hundsfelden, der mithetschen musste (also den anderen bei der Hinrichtung nachfolgen). Er wurde nach den obigen Quellen in Lahr hingerichtet.

https://books.google.de/books?id=4jc1AQAAMAAJ&pg=PA679 (Wanders Sprichwörterlexikon)
https://archive.org/stream/neudruckedeutsc03opitgoog#page/n43/mode/2up (Stelle in der Geschichtklitterung ed. Alsleben 1891)
https://books.google.de/books?id=kD0bAAAAYAAJ&q=hundsfelden+m%C3%B6rder (Ulrich Seelbach)
https://archive.org/stream/narrenschiff00bran#page/420/mode/2up/search/bennfeldt

Auch der Schwankautor Valentin Schumann kannte in der Mitte des 16. Jahrhunderts die Überlieferung vom Dorf Hundsfelden, in dem alle außer dem Pfaffen und Mesner Schelmen und Mörder gewesen seien.

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3ABLV_197_Valentin_Schumann_Nachtbuechlein.pdf&page=63

Was sich auf die Ereignisse um 1540 zu beziehen scheint, ist aber keine Beschreibung des Tatsächlichen, sondern literarisches Traditionsgut, das schon um 1500 bei Ladislaus Sunthaim begegnet.

http://archiv.twoday.net/stories/1022396976/

Sunthaim überrascht immer wieder mit unterhaltsamen Anekdoten oder Details. Bis zu Uhdes mehr schlechter als rechter Transkription 1993 waren nur Auszüge gedruckt, daher konnte man bisher nicht auf den früheren Beleg stoßen, der in der um 1500 entstandenen Landesbeschreibung Bl. 20v bei der Ortenau/Mortenau steht (bei Uhde S. 241).

http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz382057457/page/42

Früher habe die Landschaft Ortenau geheißen, aber wegen der vielen Mörder nun "Mortnaw". Vorzeiten seien in einem Dorf Hundsfelden am Rhein alles Mörder gewesen, Frauen und Männer, jung und alt, nur der Pfarrer und Mesner nicht. Und wenn sie einen oder mehrere gemordet hatten, so sind sie zum Wein gegangen und einer hat zum anderen gesagt: Wieviele Eier hast du heute ausgesoffen? Der andere sagte: eines und habe die Schalen in den Rhein geworfen, ein dritter: ich habe zwei oder drei ausgesoffen.

Der grausige Dialog, der das Ermorden von Menschen mit dem Austrinken von Eiern gleichsetzt, will durch den Euphemismus das Ungeheuerliche der Verbrechen unterstreichen.

Man beachte, dass Sunthaim sich auf einen vergangenen Zustand bezieht, während die Quellen um 1540 die Stigmatisierung der Einwohner aktualisieren und auf gegenwärtige Verbrechen beziehen. Ob der schlechte Ruf der Einwohner ein fundamentum in re hatte, muss offen bleiben. Es war vielleicht, ausgehend von Einzelfällen, nur eine üble "Ortsneckerei" (ähnlich wie die Stigmatisierung des unterelsässischen Dalhunden als Schnapphahnnest

http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1988/0070 ).

https://de.wikipedia.org/wiki/Ortsneckname

#forschung
#erzählforschung

Hundsfeld auf der Elsasskarte 1576

"Wochenlang wurde dort getagt. Und bis das Urteil verkündet wurde, dauerte es gleich noch einmal so lange. Spannend. Da möchte man doch zu gerne einmal dabei gewesen sein.

Wenn es nach Sabina Kratt geht, dann wird dies bald möglich sein. Mit ihrer Idee, das Kaiserliche Hofgericht zu Rottweil in einem Festspiel – ähnlich der Horber Ritterspiele oder des Kuchen- und Brunnenfestes in Schwäbisch Hall – nachzustellen, landete sie beim LEADER-Ideenwettbewerb Oberer Neckar auf dem ersten Platz. 46 Beiträge waren eingereicht.

Die Rottweiler Buchhändlerin ist begeistert. Um das Projekt umsetzen zu können, wurde kürzlich der Verein "Freunde des Kaiserlichen Hofgerichts Rottweil" gegründet, dessen Vorsitz Kratt innehat."

ALTE Meldung vom 23.8.2014
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-das-kaiserliche-hofgericht-lebt-wieder-auf.af6c53e8-d20b-4b7a-a608-830b6d94be51.html

Gefunden bei einer Recherche nach kaiserlichen Landgerichten anlässlich des SCHLECHTEN Artikels von Hofacker über kaiserliche Landgerichte in Schwaben (der ist wirklich NEU)

Hans-Georg Hofacker, Kaiserliche Landgerichte in Schwaben, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45774 (26.01.2015)

Abgesehen vom notorischen Ärgernis, dass online vorliegende Literatur nicht verlinkt wird, zeichnet sich der Beitrag durch Missachtung zentraler Literatur aus.

Nach Seitz war auch das Landgericht Dillingen vor 1419 ein kaiserliches Landgericht
http://periodika.digitale-sammlungen.de/dillingen/Blatt_bsb00007620,00045.html

Zur Riesgaugrafschaft muss man Holzfurtner anführen
http://periodika.digitale-sammlungen.de/zblg/kapitel/zblg57_kap16

Zum Landgericht auf der Leutkircher Heide:

https://books.google.de/books?id=uhdq4FJ_cWMC&pg=PA652

Peter Steuer 1996
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j1996-t-A042

Datenbank mit Bildern:

http://www.wandmalerei-luebeck.uni-kiel.de/testwebdb/content/below/index.xml

Online unter:

http://epub.uni-regensburg.de/26630/

Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/64967082/

Die Digitalisate der ZLB Berlin lassen sich mit einem RSS-Feed verfolgen. Unter den Neuzugängen:

http://digital.zlb.de/viewer/resolver?urn=urn%3Anbn%3Ade%3Akobv%3A109-1-7331330

 

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