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//webpaper.nzz.ch/2014/05/19/feuilleton/L8H65/das-geisteswissenschaftliche-buch-im-digitalen-zeitalter?guest_pass=a1078c1716%3AL8H65%3Ac6e1e13829cef2645d5613e89a9bc479c2c3115f

Caspar Hirschi äußert sich in der NZZ zu dem unter

//archiv.twoday.net/stories/876866294/

vermeldeten Protest gegen die Open-Access-Policy des SNF bei geisteswissenschaftlichen Büchern.

Er meint:

"Die Geisteswissenschafter haben zu Recht protestiert, und sie haben zu Recht die Hauptgefahr für das geisteswissenschaftliche Buch im Publikationswesen der Natur-, Lebens- und Sozialwissenschaften ausgemacht. Allein, sie haben für ihren Protest den falschen Anlass, den falschen Gegner und den falschen Verbündeten gewählt."

Treffend beschreibt Hirschi das Geschäft der sogenannten Subventionsverlage, die im wesentlichen Bibliotheken als Kunden haben:

"Arbeitet man als Geisteswissenschafter mit Subventionsverlagen zusammen, bleibt vom schönen Bild der verlegerischen Wertvermehrung wenig übrig. In der Regel schickt der Verlag den Autoren oder Herausgebern ein Stylesheet mit Angaben, wie die Textdateien formal auszusehen haben. Eine Universitätsassistentin macht dann die Arbeit, für die der Verlag die Zuschüsse bekommt. Sie formatiert, lektoriert und redigiert, ohne dafür ausgebildet zu sein, schickt die Datei anschliessend dem Verlag, und dieser gibt sie ungelesen und unverändert in den Druck. Ein Verlagslektorat ist ein Glücksfall, eine gründliche Redaktion ein Wunder. Der Grossteil der Subventionsverlage hat, um ein Bild des Germanisten Carlos Spoerhase zu verwenden, seine Berufung darin gefunden, eingesandte Dateien mithilfe gefällter Bäume an Bibliotheken auszuliefern. Entsprechend grossartig sehen die Bücher häufig aus."

Subventionsverlage sieht er nur dann als sinnvoll an, wenn "sie eine strengere Eingangsselektion betreiben, angenommene Textdateien stilistisch durcharbeiten, grafisch gestalten und digital anreichern – und nur jene Dateien in Bücher verwandeln, denen sie mehr zutrauen, als nur Bibliotheksregale zu zieren".

"Für die Zukunft des geisteswissenschaftlichen Buches sind aber noch zwei andere Bedingungen entscheidend, und bei beiden kommt dem Nationalfonds eine Verantwortung zu. Erstens darf die Open-Access-Pflicht nicht auf Bücher ausgeweitet werden, die ohne Druckkostenzuschüsse hergestellt werden. Es wäre der sichere Tod für die geisteswissenschaftlichen Programme in den Publikumsverlagen. Sie sind für die Geisteswissenschaften das, was «Nature» und «Science» für die Natur- und Lebenswissenschaften darstellen: die wichtigsten Bühnen nach innen und aussen. Da die meisten Publikumsverlage mit ihren geisteswissenschaftlichen Programmen nicht Gewinne erzielen, sondern Profite aus einträglicheren Sparten in Prestige umwandeln, würde ihnen bei einer Open-Access-Pflicht wohl rasch der Schnauf ausgehen.

Zweitens müssen die grossen Zeitschriften-Konzerne der Natur- und Lebenswissenschaften in die Knie gezwungen werden. "

Zu Punkt 1: Das ist eine unbewiesene Behauptung. Österreich zeigt doch, wie man mit satten Subventionen die geisteswissenschaftliche Buchpublikation Open Access machen kann.

//archiv.twoday.net/stories/752348272/

Dann wettert Hirschi gegen die Zeitschriftenkonzerne Elsevier, Wiley und Springer und zählt die bekannten Argumente zur "Zeitschriftenkrise" auf.

Unrealistisch ist seine Forderung: "Ein Anfang wäre gemacht, wenn der Nationalfonds den von ihm geförderten Forschenden verbieten würde, in zahlungspflichtigen Zeitschriften der drei genannten Konzerne zu publizieren."
 

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