Allgemeines
Architekturarchive
Archivbau
Archivbibliotheken
Archive in der Zukunft
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Archivsoftware
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Bibliothekswesen
Bildquellen
Datenschutz
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 
Jiri Hönes: "Tief unten zieht die grüne Nagoldwelle..." Karl Doll. Leben und Werk, Sagen und Sonette. Calw: Kreisarchiv 2014. 168 S. mit zahlreichen SW-Abbildungen. ISBN 978-3-00-045852-1. 10 Euro.

Kaum einmal legte ich bei einer lokalgeschichtlichen Publikation diese mit so viel Zustimmung aus der Hand. Hönes, dessen Webpublikationen ( //www.sagenballaden.de, //schlehen.hypotheses.org/) schon häufiger zu rühmen waren, hat eine sehr gründlich recherchierte Biographie des Calwer Oberamtmanns Karl Doll (1834-1910) vorgelegt. Bevor er eine Stelle am Stuttgarter Innenministerium antrat, wirkte der in Ulm geborene Verwaltungsbeamte 1872 bis 1879 in Calw.

Zahlreiche gedruckte und handschriftliche Materialien (vor allem aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem DLA Marbach) wurden umsichtig ausgewertet, alle Erkenntnisse sind in 363 Anmerkungen mustergültig belegt. Da Doll Sagenballaden dichtete und Prosasagen in Birlingers Alemannia publizierte, ist der Band auch eine wichtige Bereicherung für die wissenschaftliche Sagenforschung.

Hönes ediert (und kommentiert kundig) die nur in je einem Exemplar überlieferten Sonette-Drucke aus den 1870er Jahren sowie alle von Doll veröffentlichten Sagen.

Dem Buch ist weite Verbreitung und möglichst rasch eine Open-Access-Version zu wünschen.

Bereits jetzt bietet die neue Website //karldoll.de/ höchst reichhaltige Inhalte. Zur Verfügung stehen die Publikationen Dolls, teils als Faksimile, teils als E-Texte, wobei es wünschenswert wäre, Digitalisate der seltenen Sonette-Drucke online zu haben (z.B. für Wikisource´, wo es leider noch keinen Artikel über Doll gibt). Etwas mehr als die Biographie auf doll.de bietet der Beitrag

//sagenballaden.de/karl-doll-glockenheimweh

Dort ist auch die maßgebliche Version meiner "Schwabensagen" (2007) zitiert, während im Buch (Anm. 161) die gedruckte Erstfassung angeführt wird. Man sollte aber auch in gedruckten Publikationen die neueste und beste Version berücksichtigen.

//www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3459/



Aus den "Sonetten vom Schwarzwald":

Hirsau.

Es glänzt das Thal, umkränzt von waldʼgen Hügeln,
Der Fluß, die Luft − nur lichte Wölkchen schweben:
Die klugen Mönchlein wußten, gottergeben,
Der Erde schönste Fleckchen auszuklügeln.

Hell stund mit Kreuzgang, Thürmen, Höfen, Flügeln,
Das Kloster da. War das ein frommes Leben!
Hei, Geistesarbeit bei Brevie[r] und Reben!
Gern stiegen Fürsten selbst hier aus den Bügeln.

Der Greiner auch: ob mehr ihn Orgelschallen,
Ihn Klosterwein ergetzt, man weiß es nimmer;
Denn längst in Schutt ist all die Pracht zerfallen.

Ein Sänger sang davon − er schläft für immer.
Grün steigt die Ulme noch aus Trümmerhallen,
Und breitet schweigsam ihren Blätterschimmer.

***

Über Hirsau in Archivalia:

//archiv.twoday.net/search?q=hirsau
Jiri7256 meinte am 2014/06/13 10:24:
Vielen Dank! Wikisource ist in Arbeit: //de.wikisource.org/wiki/Karl_Doll 
 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma