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Digitale Bibliotheken

Seit Jahren war in unseren "Drucken des 16. Jahrhunderts" zu lesen:

Sammlung Gustav Freytag
http://gfr.stub.uni-frankfurt.de/
Die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt digitalisiert die 370 Einblattdrucke der Sammlung Gustav Freytag. Auch deutschsprachige Stücke aus dem 16. Jahrhundert sind schon online. Die Digitalisierung kommt allerdings kaum voran.

Nun hat man sich offensichtlich entschlossen, diese Präsentation aufzugeben und stattdessen die Digitalisierung in den Edocs einzustellen:

http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/abfrage_collections.php?la=de

Hier sind (alle?) 374 Titel verfügbar - eine vorzügliche Sammlung von frühneuzeitlichen Curiosa.


I.

http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg32955.html

Bei Google Book Search gibt es einen neuen Operator editions:

http://books.google.com/books?vid=OCLC06314167&id=97gNAAAAIAAJ
http://books.google.com/books?q=editions:OCLC06314167&id=97gNAAAAIAAJ

II.

http://www.indexdata.com/opencontent/

bietet (rechts: Demo) eine Metasuche zu
*Internet Archiv Textbestaende (bzw. OCA)
*OAIster
*DMOZ
*Wikipedia
*Project Gutenberg

http://schatkamers.bibliotheek.rotterdam.nl/

An sich eine tolle Idee, über Digitalisate (meist nur Buchauszüge/Titelblätter bzw. Bilder) und aufgrund einer "Schatzkarte" in Art eines Computerspiels Werbung für die Buchschätze der Bibliothek zu machen.

Aber die Flash-Anwendung läuft ohne das neueste Update nicht und auch dann auf dem PC, auf dem ich gerade arbeite, nur langsam. Die HTML-Version entdeckte ich erst beim zweiten Anlauf.

Erasmus-Schatzkammer

Von der europäischen Google-Book-Search-Konkurrenz gibt es schon eine kleine Demo
http://maquette.bnf.fr/labs/VersionAnglaise/index_bis.html

Links (hautpsächlich fr) zum Projekt unter:
http://del.icio.us/tag/europeana



UPDATE 27.3.2007

http://www.europeana.eu/

Inzwischen ist aus dem Demo ein kleines, aber mittelfeines Angebot geworden.

229 Titel sind auf deutsch einsehbar, davon stammen die meisten aus Ungarn, 33 aus der Pariser BN, 3 aus Portugal (nur Karten).

Der Clou ist die Volltextsuche, wobei allerdings besonders dämlich ist, dass die ODER-Verknüpfung voreingestellt ist und eine Eingrenzung mit UND nicht möglich ist. Phrasensuche ist mit " " möglich.

http://www.historische-kommission-muenchen-editionen.de/lassalle/

Faksimiles mit Volltextsuche.


http://www.arl.org/bm~doc/arlbr250digprinciples.pdf

Gern wüsste man, welche dieser Punkte im Fall des Pakts der Münchner Stabi mit Google erfüllt sind.

http://www.fc.up.pt/fa/index.php?p=nav&f=html.fbib-Monografia-an

Unter den digitalisierten Altbeständen der Fakultät der Wissenschaften in Porto (Portugal) sind auch etliche lateinische Titel.

Update: http://bibliodyssey.blogspot.com/2007/03/farm-tools-in-1802.html
hat ein paar nette Bilder gefunden.

Weitere Digitalisate alter Drucke aus Portugal:
http://wiki.netbib.de/coma/DigiSpain

Da das im folgenden vorgestellte Web-Angebot gestern leider den ganzen Tag lang wenigstens von meinem PC nicht aufrufbar war, kommt der Beitrag heute:

Die ungarische digitale Bibliothek http://mek.oszk.hu/ hat den wohl schönsten aller RSS-Feeds von Digitalisaten: jeder Eintrag enthält eine kleine Abbildung des Titels. Das habe ich leider bei keiner deutschen Bibliothek bisher gesehen, aber da muss man ja froh sein, wenn überhaupt ein RSS-Feed angeboten wird, was bei den meisten Digitalisierungsprojekten schlichtweg nicht der Fall ist.

Gerade wenn man von Ungarisch wie ich meist nur Vasútállomás (= Bahnhof) versteht, entdeckt man bei MEK so manchmal Schätze, z. B. folgende Konvolute mit wunderbaren Modeillustrationen des späten 19. Jahrhunderts: Frauen der oberen Gesellschaft in allerlei Situationen des täglichen Lebens (vom Spaziergang bis hin zu Museumsbesuch oder Theaterkartenkauf), oft in Kleidern, die jede Bewegung unmöglich zu machen scheinen.

http://mek.oszk.hu/04500/04534/
http://mek.oszk.hu/04500/04535/
http://mek.oszk.hu/04500/04536/

Vorbildlich in 4 Versionen anzuschauen bzw. herunterzuladen (Frage: Wo gibt es so etwas in Deutschland?).

Das Benutzen von Gallica hat mir noch nie Spaß gemacht, die Benutzeroberfläche ist einfach erheblich zu nervig und auch zu langsam und unzuverlässig (das scheint in letzter Zeit aber besser geworden zu sein), und die Scanqualität war von Anfang an grenzwertig.

Die Inhalte jedoch erfreuen immer wieder:

Zum heutigen Thema ergibt zum Beispiel das Schlagwort
http://gallica.bnf.fr/catalog?Sujet=Femme|Femmes
viele schöne Treffer.

Einige vielversprechende Titel, die mir zufällig ins Auge stachen:
  • Édouard de La Barre Duparcq: Histoire militaire des femmes, Paris 1873
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k37319h
  • Charles-Augustin Sainte-Beuve: Portraits des Femmes, Paris 1886, enthält u. a. ein Porträt der Juliane von Krüdener
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k201416h
  • Paul Flat: Nos femmes de lettres. 1909. Über Mme de Noailles, Lucie Delarue-Mardrus, Mme Henri de Régnier, Marcelle Tinayre, Renée Vivien.
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k82522s
  • Hervé de Broc: Les femmes auteurs. Paris 1911.
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k37284p
  • Benjamin Bablot: : Dissertation sur le pouvoir de l'imagination des femmes enceintes, 1788
    (Dissertation über die Einbildungskraft der Schwangeren)
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k76887z
    Das Thema scheint im 18. Jh. international beliebt gewesen zu sein, siehe folgende drei Titelangaben, die ich bei mueller science gefunden habe:
    • James Augustus Blondel: The strength of imagination in pregnant women examin'd. And the opinion that marks and deformities in children arise from thence, demonstrated to be a vulgar error. London 1727
    • Physikalische Dissertation über die Macht schwangerer Frauen auf den Foetus. Leiden 1737, Reprint 1982
    • John Henry Mauclerc: The power of imagination in pregnant women discussed: with an address to the ladies, on the occasion. London 1740
  • Marie Armande Jeanne Gacon-Dufour: Contre le projet de loi de S ***. M ***., portant défense d'apprendre à lire aux femmes, 1801
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k426703
  • Alice Adèle Hentsch: De la littérature didactique du moyen âge s'adressant spécialement aux femmes. Dissertation, Cahors 1903 (Kurzanalysen von zig Werken mittelalterlicher didaktischer Literatur, die sich an Frauen richtet)
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k665330
  • Helene Jacobius: Die Erziehung des Edelfräuleins im alten Frankreich nach Dichtungen des XII., XIII. und XIV. Jahrhunderts. Halle 1908
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k248178
  • Fritz Bergert: Die von den Trobadors genannten oder gefeierten Damen. Halle 1913
    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k248476

Nachdem es bei log.netbib.de noch verdächtig ruhig ist ;-), dann halt doch hier der erste Beitrag zum Weltfrauentag:

Teutschlands Galante Poetinnen Mit Ihren sinnreichen und netten Proben; Nebst einem Anhang Ausländischer Dames / So sich gleichfalls durch Schöne Poesien Bey der curieusen Welt bekannt gemacht, und einer Vorrede. Daß das Weibliche Geschlecht so geschickt zum Studieren / als das Männliche / ausgefertiget Von Georg Christian Lehms. Franckfurt am Mayn / Zu finden bey Samuel Tobias Hocker. Gedruckt bey Anton Heinscheidt Anno 1715

Digitalisat bei Commons, erschlossen durch ein Inhaltsverzeichnis bei Wikisource:

http://de.wikisource.org/wiki/Teutschlands_Galante_Poetinnen

Mehr Information über das Buch gibt es in Kap. 3 von Christiane Brokmann-Noorens Weibliche Bildung im 18. Jahrhundert. »gelehrtes Frauenzimmer« und »gefällige Gattin«:
http://docserver.bis.uni-oldenburg.de/publikationen/bisverlag/browei94/browei94.html



Es sei auch nochmals ein Hinweis auf die Wikisource-Liste erlaubt, die inzwischen eine Vielzahl von Digitalisaten unterschiedlichster Herkunft und Art nachweist:
http://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Autorinnen

 

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