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Am 18. Januar 2008 schrieb Bettina Wagner folgenden Brief an den Rektor der Universität Heidelberg, der ohne Antwort blieb:

Magnifizenz,
Sehr geehrter Herr Professor Eitel,

mit Befremden und großem Bedauern haben wir erfahren, daß Dr. Armin Schlechter zum 1.12.2007 die Leitung der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Heidelberg entzogen wurde.

Herr Bibliotheksoberrat Dr. Schlechter ist uns als Bibliothekaren und Wissenschaftlern, die in der Verwaltung, Erschließung, Erforschung und Präsentation von Handschriften, Inkunabeln und anderen historischen Bibliotheksbeständen tätig sind, aus langjähriger und angenehmer Zusammenarbeit bekannt. In den über 10 Jahren seiner Tätigkeit als Leiter der Handschriftenabteilung der UB Heidelberg hat er nicht nur die Benutzung der Bestände stets zuvorkommend, kompetent und zügig ermöglicht, sondern mit seiner Arbeit auch erheblich dazu beigetragen, die wertvollen Heidelberger Altbestände auf modernem Stand der Wissenschaft zu erschließen und sie zugleich öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Beträchtliche überregionale Wirkung erreichten insbesondere die von ihm und unter seiner Mitwirkung erarbeiteten Handschriftenkataloge und Nachlaßverzeichnisse sowie die seit 1997 in nahezu jährlicher Folge publizierten Ausstellungskataloge, u.a. zu kostbaren Bucheinbänden (Von Ottheinrich zu Carl Theodor, 2003), den Salemer Handschriften (Vom Bodensee an den Neckar, 2003/04), der Inkunabelsammlung (Die edel kunst der truckerey, 2005) und der Literatur der Romantik (Ein Knab auf schnellem Roß, 2007). Der Katalog der umfangreichen Inkunabelsammlung, den Herr Dr. Schlechter zusammen mit seinem langjährigen Mitarbeiter Ludwig Ries erstellt hat, liegt nahezu druckfertig vor. Es wäre außerordentlich zu bedauern, wenn die Publikation dieses wichtigen Bestandskatalogs, in den ja erhebliche Steuermittel investiert wurden, so kurz vor der Vollendung verhindert würde. Mit seiner Publikations- und Vortragstätigkeit baute Herrn Dr. Schlechter auf seinen bestandserschließenden Aktivitäten auf und vermittelte so die Heidelberger Bestände einem breiten bibliothekarischen und fachwissenschaftlichen Publikum. Ein derartiges Engagement zeugt von hoher Identifikation mit der beruflichen Tätigkeit und erfordert immer erheblichen Einsatz von privater Zeit und Energie.

Die Gründe für die drastische Entscheidung der Universitätsbibliothek sind für uns nicht nachvollziehbar. Die Beschneidung von Herrn Dr. Schlechters Aufgabengebiet ist weder seinen fachwissenschaftlichen und bibliothekarischen Qualifikationen noch seiner langjährigen Berufserfahrung angemessen. Aufgrund der mangelnden Begründung dieses Schritts hat bereits jetzt der Ruf von Herrn Dr. Schlechter erheblichen Schaden genommen. Die Universität Heidelberg sollte unserer Ansicht nach ihre Fürsorgepflicht gegenüber einem Mitarbeiter, der sich in weit überdurchschnittlichem Maß für die Bekanntmachung ihrer Sammlungen eingesetzt hat, wahrnehmen, indem sie ihn vor aufkommenden Verdächtigungen unrechtmäßigen Handelns schützt und ihm die Möglichkeit eröffnet, weiterhin in einer seinen Qualifikationen angemessenen Weise tätig zu sein. In der derzeitigen Situation verfügt Herr Dr. Schlechter über keine entsprechende Zukunftsperspektive. Wir bitten Sie daher, den vollzogenen Schritt vor dem Hintergrund von Herrn Dr. Schlechters bisheriger Tätigkeit für die UB Heidelberg durch eine unabhängige und fachkundige Instanz prüfen zu lassen und das Ergebnis auch nach außen transparent zu machen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Bettina Wagner

(Vorsitzende des Standing Committee for Rare Books and Manuscripts der International Federation of Library Associations (IFLA); Leiterin des Referats ‚Handschriftenerschließungszentrum’, Abteilung für Handschriften und Alte Drucke, Bayerische Staatsbibliothek München)

Dieses Schreiben wird unterstützt von

Dr. Werner Arnold (stellv. Direktor, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

Dr. Ulrike Bodemann-Kornhaas (Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters, Bayerische Akademie der Wissenschaften)

Dr. Gerd Brinkhus (Leiter der Abteilung Handschriften, Nachlässe, Historische Buchbestände und Rara, Universitätsbibliothek Tübingen)

Dr. Peter Burkhart (Handschriftenabteilung, Württembergische Landesbibliothek Stuttgart)

Monika Butz (Arbeitsstelle Altes Buch, Öffentliche Bibliothek der Universität Basel)

Ewa Dubowik-Baradoy (ehemals Universitätsbibliothek Tübingen, derzeit Leiterin der Redaktion "Germanistik", Niemeyer Verlag)

Dr. Falk Eisermann (Referatsleiter, Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz)

Reinhard Feldmann (Leiter der Abteilung Handschriften, Historische Bestände und Bestandserhaltung, Universitäts- und Landesbibliothek Münster)

Dr. Klaus Graf (Hochschularchiv der RWTH Aachen)

Dr. Mechthild und Dr. Thomas Haffner (Dresden)

Dr. Helmar Härtel (Leiter der Handschriftenabteilung a.D., Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

Prof. Dr. Jeffrey Hamburger (Kuno Francke Professor for German Art & Culture, Harvard University)

Dr. Christian Heitzmann (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

Dr. Helmut Hilz (Bibliotheksdirektor, Bibliothek des Deutschen Museums, München)

Prof. Dr. Wernfried Hofmeister (Institut für Germanistik, Universität Graz)

Dr. Helga Köhler (Seminar für Klassische Philologie, Universität Mainz)

Gisela Kornrumpf (München)

Dr. Sven Limbeck (Handschriftenabteilung, Württembergische Landesbibliothek Stuttgart)

Dr. Arno Mentzel-Reuters (Monumenta Germaniae historica, München)

Dr. Paul Needham (Princeton University Library)

Dr. Holger Nickel (Referatsleiter a.D., Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz)

Annelen Ottermann, M.A. (Leiterin der Abteilung Handschriften, Rara, Alte Drucke, Bestandserhaltung und Einbandstelle, Bibliotheken der Stadt Mainz - Wissenschaftliche Stadtbibliothek)

Dr. Kathrin Paasch (Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha, Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha)

Dr. Karl-Georg Pfändtner (Abteilung für Handschriften und Alte Drucke, Bayerische Staatsbibliothek München)

Dr. Konrad von Rabenau (Oberkirchenrat i. R. und Schüler von Prof. Gerhard von Rad; Gründer des Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände; Schöneiche bei Berlin)

Dr. Eva Raffel (Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar)

Dr. Martina Rebmann (Leiterin der Musiksammlung, Badische Landesbibliothek Karlsruhe)

Dr. Susanne Rischpler (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien)

Dr. Frieder Schanze (Deutsches Seminar, Universität Tübingen)

Dr. Friedrich Seck (Bibliotheksdirektor a.D., Universitätsbibliothek Tübingen)

Dr. Thomas Stäcker (Leiter Abteilung Alte Drucke, Digitalisierung, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

Dr. K. H. Staub (BOR a.D., ehemals Leiter der Handschriften- und Inkunabelabteilung der LHB jetzt ULB Darmstadt)

Ninon Suckow (Mitarbeiterin am Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Staatsbibliothek zu Berlin)

Andreas Wittenberg (Sprecher des ‚Arbeitskreises Einbandforschung’, Staatsbibliothek zu Berlin)

Dieses Schreiben gibt die persönliche Meinung der Unterzeichnenden wieder; es handelt sich nicht um eine offizielle Stellungnahme der Institutionen, in denen sie tätig sind.


Als Mobbing-Opfer der Universität Heidelberg (1989) sehe ich diesen skandalösen Fall mit persönlicher Betroffenheit, auch wenn Schlechter inzwischen glücklicherweise eine andere Aufgabe in der Pfälzischen Landesbibliothek gefunden hat.

In der Stuttgarter Zeitung vom 23.02.2008, S. 9 wurde die Personalie aufgegriffen.

"Mona Lisa" löst Zwist in der Unibibliothek aus

Der Chef der Heidelberger UB degradiert seinen Abteilungsleiter und erntet dafür Kritik aus Fachkreisen

Vor kurzem hat ein Mitarbeiter der Unibibliothek Heidelberg mit der Entdeckung eines Hinweises zur Identität der "Mona Lisa" Schlagzeilen gemacht. Jetzt verlässt der anerkannte Experte für Handschriften die Universitätsbibliothek. Nicht nur Kollegen rätseln über die Gründe.

Von Johanna Eberhardt

Zehn Jahre war Armin Schlechter Leiter der berühmten Handschriftenabteilung der Heidelberger Universitätsbibliothek (UB), zu deren Glanzstücken der Codex Manesse zählt. Anfang April wird der Fachmann für frühe Handschriften und alte Drucke an die Pfälzische Landesbibliothek in Speyer wechseln. Dort wird er nicht mehr annähernd so viele und ganz so illustre Werke zu betreuen haben. Trotzdem sagt der 47-jährige Philologe und Bibliothekar, er sei "froh und erleichtert, dass ich die Stelle bekommen habe".

In der Fachwelt wie in der Stadt selbst hat Schlechters Kündigung in Heidelberg Überraschung und Verwunderung ausgelöst. Denn erst durch sie ist bekanntgeworden, dass der allseits geschätzte Handschriftenexperte bereits Ende November 2007 auf recht ungewöhnliche Weise von seinem bisherigen Posten abgelöst worden ist. Innerhalb von kaum einer Viertelstunde habe man Schlechter "entmachtet", schildert einer seiner Kollegen. Er habe die Schlüssel zu den Tresorräumen, in denen die wertvollen Handschriften und alten Drucke lagern, abgeben und sein Büro räumen müssen. Anschließend habe Bibliotheksdirektor Veit Probst die Verantwortung für die Abteilung einer weit weniger qualifizierten Mitarbeiterin und der Leiterin des Referats für Kunstgeschichte übertragen, Schlechter habe man im Zimmer eines Kollegen einquartiert.

Über die Gründe und Hintergründe der Aktion gibt es fast nur Spekulationen. "Das ist ja nicht irgendeine kleine Personalie - Herr Schlechter ist doch das Aushängeschild der UB gewesen", sagt Professor Reinhard Düchting, der Vorsitzende des Freundeskreises für Archiv und Museum der Universität Heidelberg. Er sei "empört und sprachlos" über dessen Abberufung.

Man habe mit "großem Befremden und Bedauern" erfahren, dass Schlechter die Abteilungsleitung entzogen worden sei, haben 30 weitere Fachleute und Mitarbeiter großer Bibliotheken zwischen Stuttgart, Wolfenbüttel und Princeton (USA) Mitte Januar dem Rektor der Universität Heidelberg, Bernhard Eitel, geschrieben. Dieser habe sich "weit überdurchschnittlich für die Sammlung eingesetzt" und mit seiner Arbeit "erheblich dazu beigetragen, die wertvollen Heidelberger Altbestände für die moderne Wissenschaft zu erschließen", die von ihm initiierten Ausstellungen und Kataloge hätten "beträchtliche überregionale Wirkung erreicht".

Eine Antwort aus Heidelberg haben die Kollegen noch nicht bekommen. "Ich bin sehr unglücklich, dass eine verwaltungsinterne Angelegenheit so an die Öffentlichkeit getragen worden ist", sagt UB-Direktor Probst. Denn Schlechter, versichert er, sei vorwiegend wegen der Umorganisation seiner Abteilung abberufen worden. Dort wolle man künftig mehr Gewicht auf moderne Medien und die Digitalisierung legen. "Das können andere Kollegen besser." Die ganze Dimension des Falles hingegen gehöre nicht an die Öffentlichkeit. "Der Rektor kennt sie, und er steht voll hinter mir", sagt er und verrät nur so viel: "Es geht nicht um Kriminelles."

In der Tat spricht einiges für weit banalere Gründe des Zwistes zwischen Chef und Abteilungsleiter. Beide, so hört man im Umfeld der UB, hätten sich noch nie besonders gemocht. Mit der wachsenden Bekanntheit des Handschriftenexperten sei es nicht besser geworden. "Probst kann es eben nicht gut ertragen, dass Schlechter öfter in den Medien vorkommt als er", sagt ein Kenner.

Als der Direktor im vergangenen Jahr angefangen habe, an einem Aufsatz über einen vielfach als sensationell eingestuften Hinweis zur Identität der berühmten "Mona Lisa" zu schreiben, den Schlechter 2005 in einem alten Cicero-Band entdeckt und erstmals publiziert hatte, seien beide endgültig "aneinandergerasselt". Schließlich habe Schlechter diesen Aufsatz selbst schreiben wollen, sei aber wegen anderweitiger Arbeiten zunächst nicht dazugekommen.

Letzte Woche hat Probst seine Arbeit veröffentlicht. Das, sagt er, sei ganz normal und mit dem Kollegen abgesprochen gewesen. Der widerspricht. "Wenn er ein bisschen Fingerspitzengefühl gehabt hätte, hätte er es nicht gemacht", sagt Schlechter nur.



Zwei RNZ-Artikel berichteten über den Fall Schlechter:

Ein Blick zurück, auch im Zorn: Armin Schlechter verlässt Heidelberg /
Von Heide Seele (20.03.2008)
(Bericht über die Verabschiedung Dr. Schlechters in einer Festveranstaltung des Freundeskreis für Archiv und Museum der Universität Heidelberg)

Mona Lisa lächelt auch dazu geheimnisvoll / Von Götz Mustermann (21.02.2008)

Zwei Leserbriefe in der RNZ vom 25.2.2008 protestieren ebenfalls gegen die Heidelberger Machenschaften.

Zum Mona-Lisa-Fund siehe
http://archiv.twoday.net/stories/4615981/

Publikation von Probst (23.01.2008)
urn:nbn:de:bsz:16-artdok-4105

Update: Publikation von Schlechter (29.04.2008),
Rückblick auf die Inkunabelpräsentation in Heidelberg:
http://archiv.twoday.net/stories/4899128/

Über Schlechter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Schlechter

Bilder oben: Dr. Armin Schlechter 2005 mit Jung-Redakteuren der Kinder-Uni im Netz (Heidelberg)
KlausGraf meinte am 2008/02/26 11:59:
Siehe nun auch
http://www.boersenblatt.net/181774/template/b4_tpl_antiquariat/ 
KlausGraf antwortete am 2008/03/06 17:53:
WELT feiert fälschlich Probst als Entdecker
http://www.welt.de/kultur/article1756937/Lisa_del_Giocondo_ist_da_Vincis_Mona_Lisa.html#article_comment

(Frdl. Hinweis von Klaus Kipf) 
ProfSchmidt1 meinte am 2008/04/14 16:46:
Dr. Schlechters Mona Lisa
Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sich selbst angesehene, sonst kritisch analytisch denkende Fachleute rein emotional und offensichtlich ohne jegliches Hintergrundwissen engagieren, wenn es vermeindlich um "Einen der Ihren" geht - und wenn sie - wie der Brief von Frau Wagner zeigt - nur ausreichend einseitig informiert werden. Sicher hat Herr Dr. Schlechter die interessante handschriftliche Notiz entdeckt - aber offenbar ihre Brisanz nicht erkannt. Sonst wäre er sicher innerhalb von 2 Jahren in der Lage gewesen, einen fundierten Aufsatz darüber zu schreiben. Und: ist von den so schrecklich "Empörten" auch mal die wichtige Frage gestellt worden, ob Dr. Schlechter vielleicht seine für ihn offenbar weniger attraktiven Abteilungsleiteraufgaben und -pflichten ausreichend erfüllt hat? Durch solche Fragen käme man sicher der Wahrheit schon wesentlich näher - nur stellt sie leider offenbar niemand. Der ach so schöne "Aufreger" könnte ja von der banalen Realität entzaubert werden!
Prof. M. Schmidt, Heidelberg 
Ladislaus antwortete am 2008/04/14 18:43:
Was angesehene Bibliothekare über einen sogar mir als Laien namentlich bekannten Experten auf dem Gebiet der Handschriften zu sagen haben, interessiert mich ehrlich gesagt mehr als die polemische "Entzauberung" eines "Prof. M. Schmidt" (ausweislich der Website der Uni Heidelberg anscheinend entweder Politikwissenschaftler oder Physiker), die übrigens m. E. den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen dürfte. 
BCK antwortete am 2008/04/14 21:12:
Schlechter Stil ...
... ist es auf jeden Fall, wenn (...) tendenziöse Andeutungen über Interna macht, inbesondere, wenn diese für Außenstehende nicht nachprüfbar sind und der Betroffene sich aus beamtenrechtlichen Gründen nicht dagegen wehren kann.

Fest steht jedenfalls, dass die offizielle Pressemitteilung der Universität Heidelberg ("Mona Lisa – Heidelberger Fund klärt Identität"), die der Publikation von Probsts Beitrag voranging, keine Zweifel hinsichtlich der wissenschaftlichen Priorität lässt - namentlich erwähnt wird darin ausschließlich Dr. Armin Schlechter.

Klar dürfte auch sein, dass unter "normalen Verhältnissen" bei entsprechender Konvergenz der Forschungsinteressen in einem Haus wie der UB Heidelberg eine gemeinschaftliche Veröffentlichung angesagt gewesen wäre; dass dies nicht geschehen ist, spiegelt wohl das tiefgreifende Zerwürfnis wieder, von dem in verschiedenen Berichten die Rede war. Dass der Betroffene darüber nicht glücklich ist, ist verständlich.

Wenn Prof. Schmidt als Fachfremder meint, kompetent beurteilen zu können, welcher Zeitraum von der Entdeckung bis zur Veröffentlichung für wissenschaftlich fundierte Aufsätze zu einem Thema mit derart komplexen Forschungsbezügen angemessen ist, dann ist das seine Sache. Gerade wenn man die Brisanz eines solchen Funds erkennt, wird man aber mit Sorgfalt vorgehen und nichts überstürzen wollen. Die Pressemitteilung jedenfalls stellt aus gutem Grund in Aussicht, dass "verschiedene Aufsätze" zu diesem Fund und seiner Bedeutung für die kunsthistorische Forschung zu erwarten seien. Dass mit Herrn Dr. Probsts Beitrag der Fund und seine Bedeutung längst nicht erschöpfend abgehandelt sind, ist jedem Kundigen klar und der Autor selbst dürfte das auch nicht anders sehen.

Wirklich verblüfft war ich als Beobachter von außen nur, als es hieß, Dr. Schlechter sei "vorwiegend wegen der Umorganisation seiner Abteilung abberufen worden". Dort wolle man künftig mehr Gewicht auf moderne Medien und die Digitalisierung legen. Das könnten andere Kollegen besser. -- Als ob Heidelberg mit seinem seit 2001 von der DFG geförderten, schon weit fortgeschrittenen Projekt der Digitalisierung der Palatina nicht bereits an vorderster Front stünde und als ob Armin Schlechter nicht hier (zusammen mit Dr. Maria Effinger) immer wieder mit großem Engagement und unter Einsatz der modernen Medien diese Schätze der Öffentlichkeit vermittelt hätte (erinnert sei hier nur pars pro toto an seine Präsentation der berühmten Manessischen Liederhandschrift als DVD mit begleitendem Video (auch online abrufbar)).

Bernd-Christoph Kämper, UB Stuttgart 
BCK antwortete am 2008/04/28 14:27:
Richtigstellung
An dieser Stelle wurde behauptet, dass es sich bei dem sich hier zu Wort meldenden Prof. M. Schmidt um ein Senatsmitglied der Universität Heidelberg handelt. Dies ist falsch. Verläßlichen Informationen aus Heidelberg zufolge, die mir Ende letzter Woche zugingen und die vom Verfasser des Leserbriefs bestätigt werden, handelt es sich nicht um ein Mitglied der Universität Heidelberg. Ich bedaure zutiefst, einen Vertreter der Universität Heidelberg durch diese falsche Zuschreibung in Misskredit gebracht zu haben und entschuldige mich hierfür in aller Form. Die journalistische Sorgfaltspflicht hätte es in der Tat erfordert, an der Universität vorher nachzufragen. Weitere Spekulationen zur Identität des Leserbriefschreibers sind überflüssig. 
ProfSchmidt1 meinte am 2008/04/28 10:26:
Vermuten, behaupten, verleumden......
Die Kommentare von ladislaus und BCR zeigen ganz wunderbar, was hier abläuft und wie dabei vorgegangen wird: Ladislaus VERMUTET einfach mal, dass es sich bei ProfSchmidt1 um einen Prof der Uni Heidelberg handelt. Dann BEHAUPTET er frisch von der Leber weg - natürlich ohne jegliche Nachprüfung - es handele sich um einen Politikwissenschaftler oder umn einen Physiker der Universität (BCR BEHAUPTET sogar, es sei ein Mitglied des Senates des Universität!) und dann VERLEUMDEN beide die von ihnen vermuteten Urheber, indem sie ihnen Dinge zuschreiben, die diese überhaupt nicht zu verantworten haben (wie war das mit der "üblen Nachrede"??). Wer immer Ladislaus und BCK sind: beide sollten sich bei allen von Ihnen genannten Prof entschuldigen. Es war nämlich gar keiner von der Uni Heidelberg! 
Ladislaus antwortete am 2008/04/28 10:47:
Dann interessiert mich ihr Gelaber noch viel weniger, nämlich einen feuchten Dreck.

Entschuldigen müssen Sie sich, weil Sie unter Professoren-Titel und Angabe eines Orts, aber ohne nachprüfbare Namens- und Hochschulnennung ihre Verleumdungen absondern. Wenn Sie wirklich Professor sind, sind Sie jedenfalls kein Schmuck für Ihre Hochschule.

Scheren Sie sich zum Teufel. 
KlausGraf antwortete am 2008/04/28 11:08:
Halb-Anonymität
Es ist in der Tat naheliegend, einen Professor, der sich mit der Ortsbezeichnung Heidelberg schmückt und sich zu einer Angelegenheit der Universität Heidelberg äußert, der Universität Heidelberg zuzuweisen. [zB]: Laut Telefonbuch gibt es einen in Heidelberg lebenden Professor Mario Schmidt, der laut WWW an der Hochschule Pforzheim lehrt. 
Sergey (Gast) meinte am 2013/12/01 19:20:
Armin Schlechter. Mona Lisa, aus Russland.
Armin Schlechter. Mona Lisa, aus Russland. http://tchaykovsky.ru/blog_a/reptiloids.htm 
 

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