Allgemeines
Architekturarchive
Archivbau
Archivbibliotheken
Archive in der Zukunft
Archive von unten
Archivgeschichte
Archivpaedagogik
Archivrecht
Archivsoftware
Ausbildungsfragen
Bestandserhaltung
Bewertung
Bibliothekswesen
Bildquellen
Datenschutz
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Kodikologie

Kaspar Zillesius (1635-1687) schrieb 1664 eine handschriftliche Genealogie der Grafen von Sponheim, deren Überlieferung abgesehen von Michael Klein, der sich auf die Karlsruher Handschriften beschränkte, anscheinend noch niemand zusammengestellt hat.

Für Winfried Dotzauer war Zillesius, Rat Herzog Georg Wilhelms von Birkenfeld, der bekannteste Vertreter hintersponheimischer Gelehrsamkeit.

http://books.google.de/books?id=xQoe5c5XTtwC&pg=PA354

Nicht erreichbar war mir: Kumor, Johannes: Der pfälzische Regierungsrat Johann Kaspar Zillesius (1635—1687); in: Heimat. Jb. f. d. Ldkr. Zell 9. 1966. S. 40-41.

Die puren Daten gibt die RLB: "[Geb.:] 05.04.1635. - [Geb.ort:] Traben-Trarbach-Wolf. - [Gest.:] 17.11.1686. - [Sterbeort:] Traben-Trarbach. - [Beruf:] Rechtsanwalt. - [Fachgebiet:] Recht. - [Werke:] Genealogia Sponhemica, 1664. - [Quelle:] Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, 1968."

Siehe auch
http://www.enkirch.de/oberersponheimerhof.html

Zu Zillesius gibt es zwei GND:

http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=121415333
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=178092142

Der bekannte Rheinische Antiquarius Christian von Stramberg edierte 1833 den Text im Archiv für Rheinische Geschichte:

http://books.google.de/books?id=Qq0tAAAAYAAJ&pg=Pa161

[ http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/koblenz/e/e.2/700,114/fb/akten/19/ In Strambergs Nachlass im LHA Koblenz eine Abschrift des 18. Jh. ]

Johannes Mötsch warf Zillesius Ungenauigkeiten vor und glaubte sich zu der Feststellung befugt, dass "diese Arbeit vor allem durch die Anzahl der Abschreibe- und Interpretationsfehler beeindruckt" (Genealogie der Grafen von Sponheim. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 13(1987), S.63-171, hier S. 64).

Michael Klein wies allein in Karlsruhe sieben Handschriften des Werks nach. In seinem Katalog "Die Handschriften 65/1-1200 im Generallandesarchiv Karlsruhe" (1987), S. 227-229 beschreibt er die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Handschriften 65/640, 65/641, 65/642, 65/643 und 65/644-645 im GLAK. (Hingewiesen sei auch auf 65/649, eine Arbeit des Zillesius zu Kirchenstreitigkeiten Sponheims.) Außerdem nannte er im GLAK noch S Kremer-Lamey 119 und BLB Karlsruhe Cod. Karlsruhe 313.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt BLB Karlsruhe Cod. Karlsruhe 313:

http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/pageview/81208

Hinzu kommt: Gießen, Universitätsbibliothek, Hs. 572. Adrian nahm das Datum der Fertigstellung 1664 auch als Datierung der Handschrift an.

http://books.google.de/books?id=Kx7eX-zucKYC&pg=PA175

Heidelberg, Universitätsbibliothek, Heid. Hs. 570 ist nach

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs3383/0111

der ehemalige Cod. Batt. 47 der Bibliotheca Battica, über die zu vergleichen

http://www.ub.uni-heidelberg.de/allg/benutzung/bereiche/handschriften/batt.html

Nach Wille 1903 stammt die Handschrift noch aus dem 17. Jahrhundert.

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/Wille1903/0158

Mit der Existenz weiterer Abschriften ist zu rechnen.

Mir nicht bekannt ist, ob die von Ludwig Rockinger ohne Signaturen genannten Handschriften des Geheimen Hausarchivs München den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Die Digitalisate zu Rockingers "Älteren Arbeiten" weist nach:
http://de.wikisource.org/wiki/Ludwig_Rockinger

Ob Zillesius tatsächlich der Verfasser von Nr. 80 (Teil II, S. 244) war, muss dahingestellt bleiben. Unter Nr. 81a verzeichnet Rockinger aber den eigenhändigen Entwurf des Zillesius. Nr. 82 ist ein Stammbaum, wobei Rockinger S. 247-256 eine längere Synopse von allen drei Nummern 80, 81 und 82 gibt. In Teil III, S. 127f. teilt er aufschlussreiche Details aus der Korrespondenz des Zillesius mit dem Kreuznacher Oberschultheiss Johann Jakob Kneupell zur sponheimischen Genealogie mit. Noch im Februar 1664 gestand Zillesius eine Schaffensblockade ein, indem er schrieb, er sei der Sache "müde, weilen die mühe grosz, keine Zeit, keine ehre, kein danck, nur geringe belohnung darbey" (S. 127).

#forschung

#fnzhss


http://www.handschriftencensus.de/22459

Nicht unbedingt hilfreich ist die Praxis des Handschriftencensus, den Autorennamen bei Aktualisierungen mitzuführen, ohne dass der Autor etwas von den Änderungen mitbekommt. So darf ich mich denn mit einem Eintrag (August 2014) zur Breslauer-Twinger-Handschrift R 203 brüsten, in dem ein Digitalisat vermerkt wird, auf das ich gerade eben erst aufmerksam wurde. Meine Informationen zur Handschrift übermittelte ich am 16. Dezember 2009 an Jürgen Wolf.

Den Aufsatz von Altmann verlinkt man besser mit
http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/18/689 (funktioniert leider nur bei den Monumenta-Zeitschriften)

Bl. 237 bis 336, über die sich Altmann (er gibt an: Materialien zu Straßburg, dem Elsass und der Schweiz aus dem 15. Jahrhundert) und früher Hegel

https://archive.org/stream/diechronikender05kommgoog#page/n317/mode/2up

allzu vage äußerten, können jetzt genau untersucht werden. Die Handschrift entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts möglicherweise in Köln.

Die Präsentation der UB Breslau ist mehr als schwachsinnig. Kann mir jemand erklären, wie man ohne Folienangaben am Scan die Handschrift benutzen soll????

Bl. 237r ist http://goo.gl/PHvoEq

Man kann am Ende vor dem jpg durch URL-Änderung blättern. Bequemer ist

http://dk.bu.uni.wroc.pl/cymelia/displayDocument.htm?docId=5002000379

Mehr zur Handschrift in Zukunft.

http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/stadtbibliothek-koblenz/

Vermisst werden nicht weniger als drei Handschriften, die noch 2002 bzw. 1984 vorhanden waren.

http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/abt-95-nr-1-199/

Leider wird der handschriftliche Katalog von Sauerland nicht angeboten, was vor allem dann misslich ist, wenn darauf für weitere Informationen verwiesen wird. Die Größe des Bestands, der überwiegend aus Norddeutschland (Paderborn, Hildesheim usw.) und aus der Sammeltätigkeit des Grafen Christoph von Kesselstatt (Domdekan zu Paderborn) zu stammen scheint, ist beeindruckend.

Die deutschen Gebete

http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/trier-ba-abt-95-nr-69/

fehlen z.B. im Handschriftencensus.

Von 1615 bis 1659 bzw. 1660-1695 aus der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg einsehbar beim MDZ:

http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092607-6

http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092608-1

#fnzss

Die UB Augsburg stellt die alten Findhilfsmittel ins Netz:

Deutsche Handschriften des 17./18. Jh.

http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002508-6

des 16. Jh.

http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-1

Erfreulicherweise nennt der Reiter Inhalt die jeweiligen Signaturen.

Beispiel Württembergische Chroniken
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0222-1 (1597?)
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0154-5

Siehe auch mit weiteren Nachweise zu frühneuzeitlichen Handschriften
http://archiv.twoday.net/stories/233326607/

#fnzhss

Als Nachtrag zu

http://ordensgeschichte.hypotheses.org/6641

#fnzhss

In dem von Bernhard und Hans Peter Sandbichler 1999 bearbeiteten Handschriftenkatalogs des Museums Ferdinandeum in Innsbruck (1999) - zum Katalog siehe http://archiv.twoday.net/stories/11584199/ -
wird ein umfangreiches handschriftliches Arzneibuch (Signatur: FB 1981) in fünf Büchern, geschrieben und verfasst 1535 von Dionysius Sibenburger, der sieben freien Künste und der Arznei Doktor, beschrieben.

http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/digi_books.php?cat=sandbichler&page_fn=B098

In der 1535 datierten Vorrede beruft sich der Schreiber auf den Juden Moses "Neusteter", Leibarzt der Königin Maria (also Maria von Ungarn 1505-1558), von dem er seine Kenntnisse im 30. Jahr seines Alters erhalten habe, was auf das Geburtsjahr 1505 schließen lässt.

Die Person Sibenburgers wurde von den Autoren nicht identifiziert. Allzu viel lässt sich in der Tat über ihn nicht herausbringen.

GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=100406777

Kurzbiographie aufgrund der folgenden vorläufigen Ermittlungen: Dionysius Sibenbürger (geboren wohl 1505, möglicherweise in Braunau am Inn; gestorben nicht vor 1553) studierte in Padua Medizin. Er verfasste als Bürger zu Braunau und später als Arzt in Salzburg astrologische Vorhersagen.

Bereits Schelhorn 1732 hat vergeblich nach biographischen Nachrichten gesucht.



http://books.google.de/books?id=7XVYAAAAcAAJ&pg=PA148

Schelhorn schätzte die der Pestschrift Sibenbürgers von 1544 angehängte Sterbekunst als "gut Lutherisch" (S. 149) ein und gab sie in seinem Buch über den Salzburger Protestantismus wieder.

Digitalisat der Pestschrift:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10908482_00003.html

Auf Schelhorn gehen die Notizen bei Zedler

http://www.zedler-lexikon.de/index.html?c=blaettern&seitenzahl=517&bandnummer=37&view=150&l=de

und Zauner sowie Pillwein zurück

http://books.google.de/books?id=Wb1RAAAAcAAJ&pg=PA251
http://books.google.de/books?id=N7W2AAAAIAAJ&pg=PA190

Die Literatur zu seinen Praktiken beschränkt sich auf das, was man ihnen selbst entnehmen kann, so schon Sudhoff 1902:

https://archive.org/stream/abhandlungenzur05unkngoog#page/n48/mode/2up

Hille 2010
http://books.google.de/books?id=5Fyq36rUTuwC&pg=PA99

Die älteste bekannte Praktik hat die LB Coburg ins Netz gestellt (der VD 16

http://gateway-bayern.de/VD16+S+6184

weist einmal mehr ärgerlicherweise das Digitalisat nicht nach).

http://digital.bib-bvb.de/webclient/DeliveryManager?custom_att_2=simple_viewer&pid=4915014

Auf dem Titelblatt und am Ende der Widmung - datiert Braunau 3. Mai 1543 - an Hans Trenbeck von Trenbach, Pfleger zu Mühldorf und erzbischöflich salzburgischer Rat, bezeichnet sich Sibenbürger als Bürger zu Braunau.

Diese Praktik wurde auch in Köln gedruckt: VD16 ZV 14390. Weitere Nummern: VD16 B 8427.

Hinsichtlich der erhaltenen Praktiken Sibenbürgers ist der VD 16 alles andere als komplett. Allein vier weitere Drucke hat Jonathan Green:

http://books.google.de/books?id=8I51oT4AoosC&pg=PA233

In der 1539 gedruckten Practica auf 1540 (VD16 S 6185) bezeichnet sich Sibenburger bereits als in Salzburg ansässig, er nennt sich beider Arzneien Doktor.

Online beim MDZ sind die Praktiken auf 1545
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198899.html
und 1548
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198896.html

Salzburg erscheint auch in weiteren Praktiken auf dem Titelblatt. Ob die Praktik auf 1553, die der Stadt Steyr gewidmet ist, auf einen Ortswechsel hinweist, vermag ich nicht zu sagen.

Nicht bei Green aufgeführt wird die wohl späteste bekannte Praktik, im OPAC der UB Edinburgh: Practica Teutsch auff das 1554 Jar, Durch Dionisius Sibembürger etc. auff das kurtzest mit fleiss gepracticiert.

Sibenbürgers Lebensdaten wären damit mit 1505 (?) bis nicht vor 1553 anzugeben.

Zum Almanach auf 1541:
http://books.google.de/books?id=cKMRAAAAIAAJ&pg=PA51

Nicht im VD 16 erscheint das im OPAC der SB Berlin, aber nicht im ST 16 verzeichnete Diarium ad 1544 (Kriegsverlust?).

https://www.google.de/search?q="Diarium+ad+annum+1548"&tbm=bks
http://books.google.de/books?id=VZowAQAAMAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22

Ein Medizinstudium in Padua erwähnt ein kostenpflichtiger Beitrag aus dem Jahr 1980:

http://www.siebenbuerger.de/zeitung/pdfarchiv/suche/kalender%20hans%20hermann/seite17.html

Zur Familie Sibenbürgers zähle ich den Anton Sibenbürger aus Braunau (1519 immatrikuliert in Ingolstadt, 1539 in Tübingen), der den ersten Teil der Handschrift 4° Cod. ms. 746 der UB München, eines astronomischen Sammelbands, schreibt.

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0526_b205_jpg.htm

Eventuell auch den in Tübingen 1545 immatrikulierten Christoph S. aus Salzburg:

http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LXV223-1/0333

Weitere Notizen:

http://books.google.de/books?id=NkIxAQAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22 bezieht sich womöglich auf einen anderen Dr. Sibenbürgen.

Ob Zinner weitere Drucke kennt?
http://books.google.de/books?id=LjRtAAAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22

Nach Zinner zitierte Burmeister die Praktik auf 1540
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j2008-t-A079

Die weiteren Namensformen in einem ungarischen Nachschlagewerk wecken kein Vertrauen:

https://www.google.de/search?q=%22siebenb%C3%BCrger+dionysius%22&tbm=bks
http://www.eruditio.hu/lectio/rmsz

Nachtrag: Dr. Peter Kramml vom Stadtarchiv Salzburg teilte freundlicherweise mit, dass ihm keine Salzburger Belege zu S. bekannt sind. Er war sicher weder Leibarzt noch Stadtarzt. Er sandte mir einen Zeitungsartikel von Udo W. Acker, der offenbar aus der Siebenbürgen-Forschung kommt: Als Pestarzt in Salzburg ... Dionysius Sibenbürger wirkte im 16. Jahrhundert erfolgreich in unserer Stadt, in: Salzburger Volksblatt vom 10. März 1979. Acker hat sich die Pestschrift etwas gründlicher angeschaut als ich. Er bestätigt den Eindruck Schelhorns, dass sie eine protestantische Überzeugung spiegelt. Aus dem Text geht zudem hervor, dass S. in Padua studierte und einen Griechen Cermisonus aus Korfu als seinen Lehrer nennt.

#forschung

#fnzhss


Die Schnarchnasen der BSB haben seither sage und schreibe 4 (in Worten: vier) 5 (in Worten: fünf) Ansbacher lateinische Handschriften online gestellt.

http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ansbach

Nach den Forschungen von Lotte Kurras hat um 1600 ein namentlich nicht bekannter Illuminist, der möglicherweise in Heilbronn ansässig war, auf der Grundlage von Georg Rüxners Turnierbuch repräsentative Bilderhandschriften in Serie angefertigt, die er auf Kraichgauer Adelsfamilien zuschnitt. Bekannt sind Fassungen für die Familien von Gemmingen, von Helmstatt und für den Heilbronner Deutschordenskomtur Karl von Wolckenstein. Rüxners Turnierbuch habe, so Kurras, "in dem Kraichgauer Turnierbuch eine besonders reizvolle Umsetzung erfahren. Aus spröden Namenslisten und Turnierberichten ist ein farbenprächtiges heraldisches Kunstwerk mit einer neuen Gesamtkonzeption geworden" (Kurras 1996, S. 171).

Lotte Kurras hat sich zu den Kraichgauer Turnierbüchern im Kommentar zu der Faksimileausgabe "Turnierbuch aus der Kraichgauer Ritterschaft. Cod. Ross. 711" (1983) geäußert. Das Faksimile und der verbesserte Kommentar erschienen nochmals als: Das große Buch der Turniere (1996), das mir vorliegt. Zu den Abweichungen dieser Ausgabe von dem teuren älteren Faksimile vgl. Kurt Andermann, in: ZGO 145 (1997), S. 597. Außerdem hat Kurras 1989 im GNM-Katalog Die Grafen von Schönborn S. 496f. Nr. 377 den Eintrag zum bis damals nicht bekannten Pommersfeldener Turnierbuch verfasst.

1996 listete Kurras die damals bekannten Exemplare auf (S. 163).
In Archivalia ergänzt habe ich die Heidelberger Handschrift
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/
und das 2014 versteigerte Exemplar aus Fränkisch-Crumbach
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/

Damit sind die folgenden sieben Handschriften bekannt.

Burg Hornberg, Archiv der Freiherren von Gemmingen-Hornberg
1616. Für die von Gemmingen
Ein Zeitungsartikel vom 26. März 2010 enthält dazu folgende Zeilen:
"Wertvoll − dazu zählt der 46-Jährige [Baron Dajo von Gemmingen] das Turnierbuch der Kraichgauer Ritter, das Wolf Conrad Greck von Kochendorf 1616 fertigstellen ließ. In gebundenem Leder sind die Papierseiten in tadellosem Zustand. Die 400 Jahre alten Farben strahlen in allen Schattierungen. Mit diesem Buch wollten sich die Kraichgauer Ritter vor den Begehrlichkeiten des Pfalzgrafen in Heidelberg wappnen, indem sie sich vom niederen Adel absetzten und ihre Reichsunmittelbarkeit dokumentierten. Denn an Turnieren durfte nur teilnehmen, wer mindestens in dritter Generation rein adliger Herkunft war."
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige-Ein-Fuellhorn-historischer-Kostbarkeiten;art16305,1800636
Farbabbildungen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_Gemmingen-Hornberg_Turniergesellschaften1.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlacht_von_Seckenheim.jpg

Heidelberg, UB, Heid. Hs. 58
1615 (Abschrift 1. Hälfte 18. Jahrhundert). Für die von Gemmingen, ohne farbig ausgeführte Wappen (nur Vorzeichnungen)
Digitalisat:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs58
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/

Pommersfelden, Gräflich Schönborn'sche Schlossbibliothek, Hs. 123 (2734)
Um 1615. Für Carl von Wolckenstein, Deutschordenskomtur in Heilbronn
Katalog: Die Grafen von Schörnborn (1989), S. 496f. Nr. 377 mit einer Farb- und einer SW-Abbildung.
Farbabbildung Bl. 15v
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kraichgauer_turnierbuch_pommersfelden.jpg

Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Cod. Ross. 711
Um 1615. Für die von Helmstatt
Faksimileausgaben von Lotte Kurras 1983 und 1996
Beschreibung 1911 im Katalog der illuminierten Handschriften der Rossiana
http://hdl.handle.net/2027/mdp.39015028853235?urlappend=%3Bseq=39 (US)
Farbabbildungen
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helmstatt-turnierbuch.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_rossiana.jpg

Stuttgart, Württembergische LB, Cod. hist. fol. 298
1615. Für die von Gemmingen
Katalog von Heyd 1890
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/264925
1 Farbabbildung:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_gemmingen_1462.jpg

Privatbesitz, zuletzt Heidelberg, Auktionshaus H. Tenner 1971
Für die von Helmstatt.
Katalog Nr. 87 Nr. 833 mit Abbildung S. 4 nach Kurras 1996, S. 163

Privatbesitz, zuletzt Berlin, Auktionshaus Stargardt (2014)
1615. Für die von Gemmingen
Katalog 700 Nr. 1180 "TURNIERBUCH der Freiherrlichen Familie von Gemmingen -Michelfeld. Farbige heraldische Handschrift auf Papier von einem für mehrere Kraichgauer Ritterschaftsfamilien tätigen anonymen Wappenmaler. 1615. Mit 390 Wappendarstellungen, davon 31 auf Pferdedecken und 21 auf Fahnen der Herolde, sowie mit 10 ganzseitigen Kaiser- und Fürstenstandbildern.
Texte in großer Barockfraktur, rote Überschriften und Anfangsworte. 59 Blätter folio,
36,5¥19 cm (1 vermutlich leeres Blatt fehlt; gezählte S. 1 – 4 und 7– 118, davon 17 leer). Etwas
fleckig, kleinere Randdefekte und Einrisse meist mit Transparentpapier unterlegt; die Malereien
farbfrisch. Brauner Ledereinband mit Rollen- und Filetenstempelprägung und einem
(dilettantisch eingeprägten, vergoldeten) Supralibros: „FVGZF und ASVGGGVK 1618“; berieben,
wurmspurig und an den Ecken stärker bestoßen, Rücken erneuert. (12.000.—)
„Turnier Buch. Zusamen geordnete Turnir, Teutscher Adelicher Nation, der 4 landt als Reinstrom
Francken, Schwaben, und Bayern, Wan und von Welchen die angefangen, und volbracht worden, darin
sich die wol edlen irer voreltern Rittermessigen Edlen Stamen haben zuerinnern, mitt iren Jarzalen vnd
namen, sonderlich des Uhralten Edlen Rittermessigen stammen Gemmingen, mitt iren wappen vnd
besuchten orten der außgeschribenen Turniren / Im iar 1615.“
Die Handschrift enthält auf dem vorderen Spiegel den bekannten „Circkell der 7 planeten stundt“ mit
einer Weltkarte im Kreis, umgeben von Tabellen der 24 Planetenstunden der 7 Wochentage. Auf S. 1 die
2 Wappenbäume: „Grecken Stam zu Kochendorff“ und „Gemmingen Stam zu Michelfeldt“ in 7 bzw. 6
Generationen mit eingetragenen Namen der Stammträger jeweils mit „vxor“.
Auf S. 9 beginnt mit dem Ziertitel das eigentliche, auch in anderen Exemplaren (s.u.) bekannte Kraichgauer Turnierbuch, dessen Inhalt nach Georg Rüxners berühmtem und einflußreichem Druck
(„Anfang … des Turnirs“, Simmern 1530) rein heraldisch zu werten, aber meist nicht historisch begründet
ist.
S. 10 – 18 Herrschaftsordnung der „Ersten Christenhaitt“ und des Deutschen Reichs mit ganzseitigen Figuren
Karls des Großen und Ottos III.
S. 20 – 28 Gründung der Ritterturniere durch Heinrich I. (mit dessen Bildnis) i.J. 926, mit den 12 Artikeln
der Teilnahmebedingungen.
S. 31 – 105 Chronologische Reihe der 18 Reichs- und Ritterturniere Magdeburg 938 bis Worms 1487,
jeweils mit den Wappen der Städte, der ganzseitigen fürstlichen Ausrufer, der 4 Turniervögte, 4 Grießwarter
(Kampfrichter), der Helmschau u. a., sowie Zahlenangaben zu den Teilnehmergruppen. Unter den
Turnierern sind außer anfangs einigen Fürsten namentlich nur die Edlen der Familie von Gemmingen und
eng verwandter Geschlechter genannt und zu Pferd mit Wappen und ihren Devisen (lat., griech., frz. und
ital. Beischriften) dargestellt.
S. 106 – 107 Gedicht (32 Verse) über den ruhmreichen Sieg des Reichsritters Hans von Gemmingen (der
Kecke, 1431 – 1487), des Stammvaters der Familie von Gemmingen zu Michelfeld, über Graf Ulrich V. von
Württemberg (1413 – 1480) während der Endphase des Badisch-Pfälzischen Krieges in der Entscheidungsschacht
bei Seckenheim „vor Haidelberg“ am 30. Juni 1462 (in der Handschrift S. 106 falsch: „Anno
1463 An S. Vlrichs tag“). Dabei Zeichnungen der Fehdesymbole Eisenhandschuh und Kolben sowie die
Kampfreiterdarstellungen von Hans v. G. und Ulrich v. W.
S. 107– 111 38 Wappen der Ritter der Turniergesellschaft Ober- und Niederesel und derer aus „Odenwaldt,
Kraichgaw und Bergstraß“, die an den letzten Turnieren von 1479 – 1487 teilgenommen hatten.
[...]
Nach dem beiliegenden maschinenschriftlichen alphabetischen Namensregister von 1934 (11 Bll.) zu der
Handschrift ist das Supralibros aufzulösen in: Friedrich Von Gemmingen Zu Fürfeld (1587– 1634) und
Agnes Sibilla Von Gemmingen Geb. Greckin Von Kochendorff (gest. 1671), die als Auftraggeber und Erstbesitzer
die Handschrift anlegen und 1618 binden ließen."
http://www.stargardt.de/download/file/700/VI_Geschichte.pdf
Aus dem Archiv der von Gemmingen in Fränkisch Crumbach.
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/
http://archiv.twoday.net/stories/714908416/
1 Farbabbildung
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_crumbach.jpg

#forschung

#fnzhss

Stuttgarter Handschrift. Die derzeit 7 Abbildungen aus Kraichgauer Turnierbüchern auf Commons nun alle in:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kraichgau_Tournament_Books

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma