Kodikologie
http://dbs.hab.de/mss/
Derzeit sind 498 Handschriften digitalisiert, glaubt man dem Menü rechts. Im Volltext durchsuchbar ist vor allem der Augusteer-Katalog von Heinemann.
Derzeit sind 498 Handschriften digitalisiert, glaubt man dem Menü rechts. Im Volltext durchsuchbar ist vor allem der Augusteer-Katalog von Heinemann.
KlausGraf - am Mittwoch, 23. Mai 2012, 12:24 - Rubrik: Kodikologie
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Wo man hineinsticht: Mist.
MS. GERM. OCT. 1391
Aegidius von Assisi · Heinrich von Xanten (Hendrik van Santen)
Papier · I + 262 Bl. · 15×10 · Niederrhein (Köln ?) · um 1500
Die SB zu Berlin hatte - Mist Nr. 1 - nichts Besseres zu tun, als die Adresse des PDFs mit den Beschreibungen der Neuerwerbungen zu ändern, so dass aktuell im Handschriftencensus http://www.handschriftencensus.de/19992 auf eine Fehlerseite geleitet wird.
Da so unendlich lange unbrauchbare PDF-Adressen so selten vorkommen, habe ich die hilfreichen Tipps, wie man die PDF-URL rausziehen kann, die irgendwann in den Archivalia-Kommentaren (letztes jahr?) standen, leider wieder vergessen (Mist Nr. 2 ist von mir allein zu vertreten). Der Kommentar-Pöbel Frank, Tom etc. könnte sich da ausnahmsweise mal nützlich machen. Googelt gefälligst selber nach der neuen URL!
Befremdlich ist - Mist Nr. 3, dass die SB zu Berlin zwar angibt, dass eine Beschreibung im HSA existiert: "Beschreibung im HA (Handschriftenarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin) von Kurt Vogtherr, Berlin 30.10.1936.", aber nicht bei welcher Sammlung.
Man darf also auf der HSA-Website recherchieren, wo Kurt Vogtherr im Oktober 1936 Handschriften beschrieb und findet heraus: im Antiquariat Breslauer, Berlin.
Sodann darf man die Beschreibungen - alle sind digitalisiert - durchgehen, um die ausführliche Beschreibung
http://dtm.bbaw.de/HSA/berlin_700287770000.html
zu finden.
Der Link zu ManuMed mit den Itinien funktioniert nicht mehr - Mist Nr. 4.
Alle Links zur Startseite des HSA bzw. der übergeordneten Seite sind defekt - Mist Nr. 5. Und das schon, wenn ich mich recht entsinne, seit langem.
Eigentlich wären diese Recherchen Sachen des Bearbeiters im Handschriftencensus gewesen, der mit 2 Literaturangaben und dem Inhaltshinweis "u.a. Hendrik van Santen: 'Collacien'" nur ein unbrauchbares Minimum an Information bereitstellte. Und da meine Hinweise zum Hsc erst nach Monaten abgearbeitet werden, muss die Wissenschaft vorerst mit diesem Eintrag vorlieb nehmen.
MS. GERM. OCT. 1391
Aegidius von Assisi · Heinrich von Xanten (Hendrik van Santen)
Papier · I + 262 Bl. · 15×10 · Niederrhein (Köln ?) · um 1500
Die SB zu Berlin hatte - Mist Nr. 1 - nichts Besseres zu tun, als die Adresse des PDFs mit den Beschreibungen der Neuerwerbungen zu ändern, so dass aktuell im Handschriftencensus http://www.handschriftencensus.de/19992 auf eine Fehlerseite geleitet wird.
Da so unendlich lange unbrauchbare PDF-Adressen so selten vorkommen, habe ich die hilfreichen Tipps, wie man die PDF-URL rausziehen kann, die irgendwann in den Archivalia-Kommentaren (letztes jahr?) standen, leider wieder vergessen (Mist Nr. 2 ist von mir allein zu vertreten). Der Kommentar-Pöbel Frank, Tom etc. könnte sich da ausnahmsweise mal nützlich machen. Googelt gefälligst selber nach der neuen URL!
Befremdlich ist - Mist Nr. 3, dass die SB zu Berlin zwar angibt, dass eine Beschreibung im HSA existiert: "Beschreibung im HA (Handschriftenarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin) von Kurt Vogtherr, Berlin 30.10.1936.", aber nicht bei welcher Sammlung.
Man darf also auf der HSA-Website recherchieren, wo Kurt Vogtherr im Oktober 1936 Handschriften beschrieb und findet heraus: im Antiquariat Breslauer, Berlin.
Sodann darf man die Beschreibungen - alle sind digitalisiert - durchgehen, um die ausführliche Beschreibung
http://dtm.bbaw.de/HSA/berlin_700287770000.html
zu finden.
Der Link zu ManuMed mit den Itinien funktioniert nicht mehr - Mist Nr. 4.
Alle Links zur Startseite des HSA bzw. der übergeordneten Seite sind defekt - Mist Nr. 5. Und das schon, wenn ich mich recht entsinne, seit langem.
Eigentlich wären diese Recherchen Sachen des Bearbeiters im Handschriftencensus gewesen, der mit 2 Literaturangaben und dem Inhaltshinweis "u.a. Hendrik van Santen: 'Collacien'" nur ein unbrauchbares Minimum an Information bereitstellte. Und da meine Hinweise zum Hsc erst nach Monaten abgearbeitet werden, muss die Wissenschaft vorerst mit diesem Eintrag vorlieb nehmen.
KlausGraf - am Mittwoch, 16. Mai 2012, 14:24 - Rubrik: Kodikologie
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Ein Cisioianus, 4 Blätter, Cod. 103, aus dem 15. Jahrhundert:
http://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-28859

http://digital.blb-karlsruhe.de/urn/urn:nbn:de:bsz:31-28859
KlausGraf - am Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:39 - Rubrik: Kodikologie
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http://fragmenta.kansalliskirjasto.fi/
In guter Qualität online, aber soweit ersichtlich fast nur lateinische (auch unter den Unidentifizierten).
The Fragmenta membranea database comprises 9,319 digitised parchment leaves, that is, 18,638 mediaeval manuscript pages from some 1,500 handwritten books. The collection includes a wide range of material from the turn of the 10th and 11th centuries to the mid-1500s. Most of the manuscripts in the collections are in Latin.
In guter Qualität online, aber soweit ersichtlich fast nur lateinische (auch unter den Unidentifizierten).
The Fragmenta membranea database comprises 9,319 digitised parchment leaves, that is, 18,638 mediaeval manuscript pages from some 1,500 handwritten books. The collection includes a wide range of material from the turn of the 10th and 11th centuries to the mid-1500s. Most of the manuscripts in the collections are in Latin.
KlausGraf - am Mittwoch, 16. Mai 2012, 12:46 - Rubrik: Kodikologie
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http://standrewsrarebooks.wordpress.com/2012/03/12/a-conundrum-solved-collectively-a-15th-century-italian-manuscript-identified/
Der Eintrag stellt dar, wie ein Blogbeitrag (verbreitet auch über Twitter und Facebook) zu einer erheblichen Vermehrung des Wissens über ein nun ins 15. statt wie bisher ins 14. Jahrhundert datiertes italienisches Manuskript geführt hat. In einer noblen Geste bedankt sich die Bibliothek der Universität von St. Andrews mit einem digitalen Gesamtfaksimile.

Der Eintrag stellt dar, wie ein Blogbeitrag (verbreitet auch über Twitter und Facebook) zu einer erheblichen Vermehrung des Wissens über ein nun ins 15. statt wie bisher ins 14. Jahrhundert datiertes italienisches Manuskript geführt hat. In einer noblen Geste bedankt sich die Bibliothek der Universität von St. Andrews mit einem digitalen Gesamtfaksimile.

KlausGraf - am Dienstag, 15. Mai 2012, 12:31 - Rubrik: Kodikologie
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Gerd Brinkhus, der den knappen Artikel in der zweiten Auflage des Verfasserlexikons (Bd. 2, 1980, Sp. 1026) schrieb, hatte ebenso wie schon Lhotsky (Quellenkunde, 1963, S. 352), der angesichts der "recht beachtenswerten Gedanken" des kurzen Textes eine Edition für sinnvoll hielt, übersehen, dass bereits Theodor von Liebenau den Basler Textzeugen ediert hatte:
Liebenau, Theodor von: Die Entstehung des Adels. In: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine 34 (1886), S. 16-18
http://periodika.digitale-sammlungen.de/bdlg/Blatt_bsb00000200,00019.html
Die bekannte Überlieferung des "Fürstenspiegels von dem Adel" (4 Handschriften) listet der Handschriftencensus auf:
http://www.handschriftencensus.de/werke/2166
Um den Text zu lesen, kann man neben Liebenaus Abdruck auch das Digitalisat von Cambridge (Mass.), Harvard College Library, Houghton Library, MS Lat 121, Bl. 61r-65r heranziehen:
http://pds.lib.harvard.edu/pds/view/16870940?n=130&printThumbnails=no
Obwohl das Digitalisat im Handschriftencensus vermerkt ist, war dieser zu faul, die Blattangaben festzustellen und die Fragezeichen in der Beschreibung zu eliminieren!
Eine Beschreibung von Basel Cod. EC VI 24 erstellte freundlicherweise "on demand" Ueli Dill:
http://aleph.unibas.ch/F/?local_base=DSV05&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000193243
Bereits Seemüller (MGH Dt. Chron. 6, S. LXIIIf.) hatte den Sammelband aus gedruckten und handschriftlichen Teilen (letztere zu zitieren als Nr. 3 und 4, da keine einheitliche Foliierung vorliegt) aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts beschrieben:
http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_Dt._Chron._6_S._LXIII
Da Liebenau keine weitere Überlieferung kannte, ging er davon aus, dass die Widmung des (Notars) Johannes Salzmann für den Hofmeister des Bischofs von Basel, Friedrich ze Rin von Hesingen, sich auf die Anfertigung des Textes bezog. Salzmann hat aber lediglich zwei von jeweils anderer Hand geschriebene Schriften, nämlich "Von dem Adel" (Nr. 3 Bl. 2r-5v) und die Fortsetzung des deutschen Auszugs aus der Chronik des sog. Leopold von Wien, mit Fortsetzung bis 1457 (Nr. 4 Bl. 1r-10v), mit einem Umschlag versehen, auf den er die Widmung schrieb. Er war also nur der Autor der Widmung.
Zu dem bischöflich baslerischen Notar Johannes Salzmann aus Masmünster (gest. nicht vor 1498 - Lebensdaten differieren) bietet Google Book Search diverse verstreute Belege; Schulers Notarsdatenbank enthält ihn nicht, wohl aber das gedruckte Verzeichnis (Notare Südwestdeutschlands, 1987).
Zum Inhalt des Textes äußerte sich kurz Franz von Krones, Kleine Beiträge zur mittelalterlichen Quellenkunde. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 7 (1886), S. 247-264, hier S. 259f.
http://www.archive.org/stream/mittheilungende03wiengoog#page/n271/mode/2up
Den Abschnitt zu den Wappen zitierte Seyler offenbar nach Mitteilung Liebenaus:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1078082
Die Mitüberlieferung der nun in Princeton befindlichen Handschrift Caspar Strengbergers ( http://archiv.twoday.net/stories/59206605/ ) verweist auf das Heroldswesen. Überliefert wird nämlich vor "Von dem Adel" die Enea-Übersetzung 'Vom Stamm der Herolde'. Dass "Von dem Adel" als Fürstenspiegel richtig einsortiert ist, glaube ich nicht. Eine entfernte Verwandtschaft sehe ich zu dem von Torsten Hiltmann in seinem Buch über französische Heroldskompendien untersuchten Empereur-Traktat (ich kenne ihn nur aus Hiltmanns Referat), da im Vordergrund von "Von dem Adel" eindeutig die Hierarchie des Adels steht (neben dem biblischen und römischen Ursprung des Adels). Das Quaternionensystem der Reichsverfassung ist nicht verwendet, was eigentlich verwundert. Man müsste prüfen, ob eine lateinische oder französische Vorlage übersetzt wurde.
#forschung
"Von dem Adel" (Houghton-Library)
Liebenau, Theodor von: Die Entstehung des Adels. In: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine 34 (1886), S. 16-18
http://periodika.digitale-sammlungen.de/bdlg/Blatt_bsb00000200,00019.html
Die bekannte Überlieferung des "Fürstenspiegels von dem Adel" (4 Handschriften) listet der Handschriftencensus auf:
http://www.handschriftencensus.de/werke/2166
Um den Text zu lesen, kann man neben Liebenaus Abdruck auch das Digitalisat von Cambridge (Mass.), Harvard College Library, Houghton Library, MS Lat 121, Bl. 61r-65r heranziehen:
http://pds.lib.harvard.edu/pds/view/16870940?n=130&printThumbnails=no
Obwohl das Digitalisat im Handschriftencensus vermerkt ist, war dieser zu faul, die Blattangaben festzustellen und die Fragezeichen in der Beschreibung zu eliminieren!
Eine Beschreibung von Basel Cod. EC VI 24 erstellte freundlicherweise "on demand" Ueli Dill:
http://aleph.unibas.ch/F/?local_base=DSV05&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000193243
Bereits Seemüller (MGH Dt. Chron. 6, S. LXIIIf.) hatte den Sammelband aus gedruckten und handschriftlichen Teilen (letztere zu zitieren als Nr. 3 und 4, da keine einheitliche Foliierung vorliegt) aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts beschrieben:
http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_Dt._Chron._6_S._LXIII
Da Liebenau keine weitere Überlieferung kannte, ging er davon aus, dass die Widmung des (Notars) Johannes Salzmann für den Hofmeister des Bischofs von Basel, Friedrich ze Rin von Hesingen, sich auf die Anfertigung des Textes bezog. Salzmann hat aber lediglich zwei von jeweils anderer Hand geschriebene Schriften, nämlich "Von dem Adel" (Nr. 3 Bl. 2r-5v) und die Fortsetzung des deutschen Auszugs aus der Chronik des sog. Leopold von Wien, mit Fortsetzung bis 1457 (Nr. 4 Bl. 1r-10v), mit einem Umschlag versehen, auf den er die Widmung schrieb. Er war also nur der Autor der Widmung.
Zu dem bischöflich baslerischen Notar Johannes Salzmann aus Masmünster (gest. nicht vor 1498 - Lebensdaten differieren) bietet Google Book Search diverse verstreute Belege; Schulers Notarsdatenbank enthält ihn nicht, wohl aber das gedruckte Verzeichnis (Notare Südwestdeutschlands, 1987).
Zum Inhalt des Textes äußerte sich kurz Franz von Krones, Kleine Beiträge zur mittelalterlichen Quellenkunde. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 7 (1886), S. 247-264, hier S. 259f.
http://www.archive.org/stream/mittheilungende03wiengoog#page/n271/mode/2up
Den Abschnitt zu den Wappen zitierte Seyler offenbar nach Mitteilung Liebenaus:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1078082
Die Mitüberlieferung der nun in Princeton befindlichen Handschrift Caspar Strengbergers ( http://archiv.twoday.net/stories/59206605/ ) verweist auf das Heroldswesen. Überliefert wird nämlich vor "Von dem Adel" die Enea-Übersetzung 'Vom Stamm der Herolde'. Dass "Von dem Adel" als Fürstenspiegel richtig einsortiert ist, glaube ich nicht. Eine entfernte Verwandtschaft sehe ich zu dem von Torsten Hiltmann in seinem Buch über französische Heroldskompendien untersuchten Empereur-Traktat (ich kenne ihn nur aus Hiltmanns Referat), da im Vordergrund von "Von dem Adel" eindeutig die Hierarchie des Adels steht (neben dem biblischen und römischen Ursprung des Adels). Das Quaternionensystem der Reichsverfassung ist nicht verwendet, was eigentlich verwundert. Man müsste prüfen, ob eine lateinische oder französische Vorlage übersetzt wurde.
#forschung
KlausGraf - am Montag, 14. Mai 2012, 18:46 - Rubrik: Kodikologie
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Statt Archivalia zu verlinken
http://archiv.twoday.net/stories/75233370/ (15.3.2012)
hat sich Christine Glaßner entschieden, meinen Namen in die Hinweisgebersektion zu packen und Ruh 1970/84 zu zitieren, der ebenso wie derjenige, der in der digitalisierten Menhardt-Ausgabe eine handschriftliche Notiz anbrachte, die Augustinerchorfrauen von Inzigkofen FÄLSCHLICH als Dominikanerinnen bezeichnete.
http://www.handschriftencensus.de/11514
Ist Frau Glaßner wirklich so unfähig? Was soll es bringen, einen bedauerlichen Irrtum zu perpetuieren? Ich hatte in meinem von ihr unterschlagenen Beitrag ja nicht nur den Irrtum richtiggestellt, sondern auch Fechters Ausführungen zur Inzigkofener Chorfrau Veronika Muntprat nachgewiesen und einen weiteren Hinweis auf den Inhalt der Handschrift gegeben.
http://archiv.twoday.net/stories/75233370/ (15.3.2012)
hat sich Christine Glaßner entschieden, meinen Namen in die Hinweisgebersektion zu packen und Ruh 1970/84 zu zitieren, der ebenso wie derjenige, der in der digitalisierten Menhardt-Ausgabe eine handschriftliche Notiz anbrachte, die Augustinerchorfrauen von Inzigkofen FÄLSCHLICH als Dominikanerinnen bezeichnete.
http://www.handschriftencensus.de/11514
Ist Frau Glaßner wirklich so unfähig? Was soll es bringen, einen bedauerlichen Irrtum zu perpetuieren? Ich hatte in meinem von ihr unterschlagenen Beitrag ja nicht nur den Irrtum richtiggestellt, sondern auch Fechters Ausführungen zur Inzigkofener Chorfrau Veronika Muntprat nachgewiesen und einen weiteren Hinweis auf den Inhalt der Handschrift gegeben.
KlausGraf - am Montag, 7. Mai 2012, 21:09 - Rubrik: Kodikologie
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Helmut Beifuss, Mittelalterliche Erbauungsliteratur im Privatbesitz von Frauen. Auf den Spuren mittelalterlicher Büchersammlerinnen, in: Vom vielfachen Schriftsinn im Mittelalter. Festschrift für Dietrich Schmidtke, hg. von Freimut Löser und Ralf G. Päsler (Schriften zur Mediävistik 4), Hamburg 2005, S. 1-25 macht gar nicht erst den Versuch nach anderen Beispielen zu recherchieren, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit den Handschriften einer Katharina Werderin, die diese vor 1498 dem Salzburger Kloster Nonnberg schenkte und von diesem bis heute verwahrt werden. Es waren nach einem Inventar insgesamt neun deutsche Bücher, zwei konnten identifiziert werden:
23 D 2
http://www.handschriftencensus.de/20667
(von Beifuss nur kurz erwähnt)
23 C 5
http://www.handschriftencensus.de/5629
Diese von Beifuss ausführlich gewürdigte Handschrift wurde (ebd., S. 8) 1470 von einer Barbara Hübmer geschrieben, die mit B H signierte und - aufgrund eines Schriftvergleichs - auch Salzburg, St. Peter a II 12 schrieb (teilweise, es sind insgesamt vier Hände, Schreibervermerk der Barbara Hübmerin Bl. 196r) und möglicherweise der Salzburger Familie Hübmer angehörte.
Beifuss sieht Katheryna abschließend als "tief religiös empfindende Frau" (S. 25), wobei er allerdings das Faktum übergeht, dass man nicht sicher weiß, ob 23 C 5 tatsächlich für sie geschrieben wurde oder erst später in ihren Besitz geriet.
Zu einer weltlichen Besitzerin religiöser Bücher, über die man definitiv mehr weiß, Agnes von Werdenberg-Trochtelfingen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_von_Werdenberg-Trochtelfingen
Nennen könnte man auch Margarethe von Rodemachern, über die man z.B. etwas im Sammelband über Elisabeth von Nassau-Saarbrücken (2002) findet.
23 D 2
http://www.handschriftencensus.de/20667
(von Beifuss nur kurz erwähnt)
23 C 5
http://www.handschriftencensus.de/5629
Diese von Beifuss ausführlich gewürdigte Handschrift wurde (ebd., S. 8) 1470 von einer Barbara Hübmer geschrieben, die mit B H signierte und - aufgrund eines Schriftvergleichs - auch Salzburg, St. Peter a II 12 schrieb (teilweise, es sind insgesamt vier Hände, Schreibervermerk der Barbara Hübmerin Bl. 196r) und möglicherweise der Salzburger Familie Hübmer angehörte.
Beifuss sieht Katheryna abschließend als "tief religiös empfindende Frau" (S. 25), wobei er allerdings das Faktum übergeht, dass man nicht sicher weiß, ob 23 C 5 tatsächlich für sie geschrieben wurde oder erst später in ihren Besitz geriet.
Zu einer weltlichen Besitzerin religiöser Bücher, über die man definitiv mehr weiß, Agnes von Werdenberg-Trochtelfingen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_von_Werdenberg-Trochtelfingen
Nennen könnte man auch Margarethe von Rodemachern, über die man z.B. etwas im Sammelband über Elisabeth von Nassau-Saarbrücken (2002) findet.
KlausGraf - am Mittwoch, 2. Mai 2012, 21:01 - Rubrik: Kodikologie
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Die UB Heidelberg hat freundlicherweise ihre Heid. Hs. 58, ein "Kraichgauer Turnierbuch" auf der Grundlage von Georg Rüxners Turnierbuch, digitalisiert:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs58
Die Titelseite trägt das Datum 1615, die Handschrift, in der leider alle Wappen unausgefüllt blieben, stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bislang war diese Handschrift der Forschung über das Kraichgauer Turnierbuch nicht bekannt.
Zum Kraichgauer Turnierbuch:
http://archiv.twoday.net/stories/96988341/
#forschung

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs58
Die Titelseite trägt das Datum 1615, die Handschrift, in der leider alle Wappen unausgefüllt blieben, stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bislang war diese Handschrift der Forschung über das Kraichgauer Turnierbuch nicht bekannt.
Zum Kraichgauer Turnierbuch:
http://archiv.twoday.net/stories/96988341/
#forschung

KlausGraf - am Montag, 30. April 2012, 13:33 - Rubrik: Kodikologie
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Eine Mystifikation zu Hieronymus Baldung und die Hofbibliothek des Großherzoglichen Hauses Luxemburg
In den Nassauischen Annalen 1859 fand ich den Hinweis auf eine merkwürdige Handschrift, ehemals in der Kabinettbibliothek des Großherzogs von Nassau:
http://archive.org/stream/NassauischeAnnalenJahrbuchDesVereinsFrNassauischeAltertumskundeUnd/Nassauer_Annalen_6#page/n399/mode/2up
Angeblich handelt es sich um ein für König Adolf von Nassau von seinem Arzt Dr. med. Hieronymus Baldung verfasstes kleines lateinisches Gebetbuch. Nun lebte aber Dr. med. Hieronymus Baldung um 1500 und nicht um 1300, der Eintrag kann also überhaupt nicht stimmen. Doch nicht nur der spätere Eintrag von 1591, auch der Inhalt und die Widmung bezieht sich auf den König. Ist es womöglich eine Fälschung des 19. Jahrhunderts?
Nach Auskunft der LB Wiesbaden wurde 1934 die nassauische Hofbibliothek zum größten Teil nach Schloss Berg in Luxemburg verbracht.
Zu dieser Bibliothek gibt es zwei Wiesbadener Ausstellungskataloge:
En hommage à ... = mit Widmung für ... : Bücher aus der Großherzoglichen Hofbibliothek Schloss Berg, Luxemburg, gewidmet den Herrschern und Herrscherinnen der Häuser Nassau-Weilburg und Luxemburg ; Ausstellungskatalog / [ Exposition et catalogue: Gast Mannes]. Wiesbaden, 2001
Nassau oblige : Musicalia aus der Großherzoglichen Hofbibliothek Schloß Berg gewidmet den Herrschern und Herrscherinnen der Häuser Nassau und Luxemburg; eine Ausstellung der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden in Zusammenarbeit mit Pierre Even ; Hessische Landesbibliothek Wiesbaden ; 4. September bis 19. November 2008 / [Ausstellung und Begleitkatalog: Pierre Even. Unter Mitarb. von Gast Mannes] Wiesbaden : Hessische Landesbibliothek, 2008
Im Netz finde ich zu dieser ehemals deutschen Adelsbibliothek:
http://lb.wikipedia.org/wiki/L%C3%ABtzebuerger_Haffbiblioth%C3%A9ik
http://web.archive.org/web/20081204111031/http://www.land.lu/html/dossiers/dossier_drecker/bibliotheikhaff_210700.html
Der Bibliothekar von Schloss Berg, Gast Mannes, schätzt den Umfang der Hofbibliothek auf 30 000 Bücher. [...]
Die Hofbibliothek von Schloss Berg geht auf die Büchersammlung von Herzog Adolph von Nassau-Weilburg (1817-1905) zurück. Als Adolph 1890 Großherzog von Luxemburg wurde, blieben seine Bücher auf Schloss Bieberich, er ließ aber hierzulande weiter sammeln. 1934 kamen auch die Biebericher Bestände nach Schloss Berg.
Folglich stammt das Gros der Bücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Nassauer Dynastie. Der Jäger und Reiter Adolph interessierte sich unter anderem für Pferdebücher, gut vertreten sind aber auch Belletristik, Musikwerke, Hebraica, Kunsteinbände und Widmungsexemplare. Neben Adolph genoss auch Prinz Felix (1893-1970), der Gemahl von Großherzogin Charlotte, den Ruf des Bibliophilen.
In den letzten Jahrzehnten kaufte die Hofbibliothek systematisch sämtliche Luxemburgensia. Die Sammlung wird aber auch durch Nachkäufe von Werken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und sogar einzelne Inkunabeln ergänzt
In Berlin wird von den Großherzoglichen Sammlungen derzeit die Silberkammer des Hauses gezeigt:
http://www.wort.lu/de/view/berliner-ausstellung-silberkammer-der-luxemburger-dynastie-feierlich-eroeffnet-4f978c7ae4b01701472f8af8
Als Monarchie pflegt Luxemburg offenbar noch die adelige Verewigungsform des Fideikommisses:
Die Sammlung selbst ist einzigartig in der luxemburgischen Kunstwelt. Die meisten Goldschmiedearbeiten in der Silberkammer gehören zum Fideikomiss. Die Kunstwerke haben bis heute die originale Funktion behalten, nämlich die Darstellung der Monarchie. Größtenteils handelt es sich um Tafelsilber, das die Geschichte der fürstlichen Familie Nassau-Weilburg und auch die des Hauses Nassau im Ganzen spiegelt.
Historischer Wert
Geprägt wurde die Goldschmiedesammlung von den Residenzorten der Familie. Sie zeugen aber auch von öffentlichen und politischen Ereignissen wie Kriegen oder der Säkularisation, durch deren Folgen 1803 das Trierer Silber an Nassau-Weilburg fiel. Auch Änderungen im Status des Herrschers und seines Landes kann man am Wappen oder der Krono, welche die Teile zieren, ablesen. Aus kunstgeschichtlicher Sicht sind die stilistischen Hauptströmungen seit der Renaissance vertreten.
Der historische Wert der Silberkammer blieb lange Zeit verborgen, da geschichtliche Details nur mündlich von einem Kammerverwalter zum nächsten überliefert wurden. Mit dem Amtsantritt von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa wurde zum ersten Mal aber eine Konservatorin mit der wissenschaftlichen Betreuung der Silberkammer sowie der anderen großherzoglichen Sammlungen beauftragt.
Trierer Säkularisationsgut gehört nach den Grundsätzen des Baden-Gutachtens dem Land Hessen als Rechtsnachfolger der preussischen Provinz Nassau.
#forschung
http://archive.org/stream/NassauischeAnnalenJahrbuchDesVereinsFrNassauischeAltertumskundeUnd/Nassauer_Annalen_6#page/n399/mode/2up
Angeblich handelt es sich um ein für König Adolf von Nassau von seinem Arzt Dr. med. Hieronymus Baldung verfasstes kleines lateinisches Gebetbuch. Nun lebte aber Dr. med. Hieronymus Baldung um 1500 und nicht um 1300, der Eintrag kann also überhaupt nicht stimmen. Doch nicht nur der spätere Eintrag von 1591, auch der Inhalt und die Widmung bezieht sich auf den König. Ist es womöglich eine Fälschung des 19. Jahrhunderts?
Nach Auskunft der LB Wiesbaden wurde 1934 die nassauische Hofbibliothek zum größten Teil nach Schloss Berg in Luxemburg verbracht.
Zu dieser Bibliothek gibt es zwei Wiesbadener Ausstellungskataloge:
En hommage à ... = mit Widmung für ... : Bücher aus der Großherzoglichen Hofbibliothek Schloss Berg, Luxemburg, gewidmet den Herrschern und Herrscherinnen der Häuser Nassau-Weilburg und Luxemburg ; Ausstellungskatalog / [ Exposition et catalogue: Gast Mannes]. Wiesbaden, 2001
Nassau oblige : Musicalia aus der Großherzoglichen Hofbibliothek Schloß Berg gewidmet den Herrschern und Herrscherinnen der Häuser Nassau und Luxemburg; eine Ausstellung der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden in Zusammenarbeit mit Pierre Even ; Hessische Landesbibliothek Wiesbaden ; 4. September bis 19. November 2008 / [Ausstellung und Begleitkatalog: Pierre Even. Unter Mitarb. von Gast Mannes] Wiesbaden : Hessische Landesbibliothek, 2008
Im Netz finde ich zu dieser ehemals deutschen Adelsbibliothek:
http://lb.wikipedia.org/wiki/L%C3%ABtzebuerger_Haffbiblioth%C3%A9ik
http://web.archive.org/web/20081204111031/http://www.land.lu/html/dossiers/dossier_drecker/bibliotheikhaff_210700.html
Der Bibliothekar von Schloss Berg, Gast Mannes, schätzt den Umfang der Hofbibliothek auf 30 000 Bücher. [...]
Die Hofbibliothek von Schloss Berg geht auf die Büchersammlung von Herzog Adolph von Nassau-Weilburg (1817-1905) zurück. Als Adolph 1890 Großherzog von Luxemburg wurde, blieben seine Bücher auf Schloss Bieberich, er ließ aber hierzulande weiter sammeln. 1934 kamen auch die Biebericher Bestände nach Schloss Berg.
Folglich stammt das Gros der Bücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Nassauer Dynastie. Der Jäger und Reiter Adolph interessierte sich unter anderem für Pferdebücher, gut vertreten sind aber auch Belletristik, Musikwerke, Hebraica, Kunsteinbände und Widmungsexemplare. Neben Adolph genoss auch Prinz Felix (1893-1970), der Gemahl von Großherzogin Charlotte, den Ruf des Bibliophilen.
In den letzten Jahrzehnten kaufte die Hofbibliothek systematisch sämtliche Luxemburgensia. Die Sammlung wird aber auch durch Nachkäufe von Werken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und sogar einzelne Inkunabeln ergänzt
In Berlin wird von den Großherzoglichen Sammlungen derzeit die Silberkammer des Hauses gezeigt:
http://www.wort.lu/de/view/berliner-ausstellung-silberkammer-der-luxemburger-dynastie-feierlich-eroeffnet-4f978c7ae4b01701472f8af8
Als Monarchie pflegt Luxemburg offenbar noch die adelige Verewigungsform des Fideikommisses:
Die Sammlung selbst ist einzigartig in der luxemburgischen Kunstwelt. Die meisten Goldschmiedearbeiten in der Silberkammer gehören zum Fideikomiss. Die Kunstwerke haben bis heute die originale Funktion behalten, nämlich die Darstellung der Monarchie. Größtenteils handelt es sich um Tafelsilber, das die Geschichte der fürstlichen Familie Nassau-Weilburg und auch die des Hauses Nassau im Ganzen spiegelt.
Historischer Wert
Geprägt wurde die Goldschmiedesammlung von den Residenzorten der Familie. Sie zeugen aber auch von öffentlichen und politischen Ereignissen wie Kriegen oder der Säkularisation, durch deren Folgen 1803 das Trierer Silber an Nassau-Weilburg fiel. Auch Änderungen im Status des Herrschers und seines Landes kann man am Wappen oder der Krono, welche die Teile zieren, ablesen. Aus kunstgeschichtlicher Sicht sind die stilistischen Hauptströmungen seit der Renaissance vertreten.
Der historische Wert der Silberkammer blieb lange Zeit verborgen, da geschichtliche Details nur mündlich von einem Kammerverwalter zum nächsten überliefert wurden. Mit dem Amtsantritt von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa wurde zum ersten Mal aber eine Konservatorin mit der wissenschaftlichen Betreuung der Silberkammer sowie der anderen großherzoglichen Sammlungen beauftragt.
Trierer Säkularisationsgut gehört nach den Grundsätzen des Baden-Gutachtens dem Land Hessen als Rechtsnachfolger der preussischen Provinz Nassau.
#forschung
KlausGraf - am Donnerstag, 26. April 2012, 17:02 - Rubrik: Kodikologie
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