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Mit //archiv.twoday.net/stories/4069419/ begann eine Serie von Besprechungen aller 14 Institute der Sektion A der Leibniz Gemeinschaft. Als Kommentar zum ersten Beitrag liegt eine Stellungnahme des Arbeitskreises OA der LG vor.

Hier nochmals das jeweilige Fazit zu den einzelnen Instituten:

(1) Deutsches Bergbaumuseum
//archiv.twoday.net/stories/4069419/
OA wird ignoriert.

(2) Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
//archiv.twoday.net/stories/4073672/
Trotz des Fehlens eines programmatischen Bekenntnisses zu OA ist das DIE auf dem richtigen Weg. Es werden bereits jetzt sehr viele Volltexte kostenfrei bereitgestellt, teilweise ist sogar eine Nutzung unter einer (freilich zu restriktiven) CC-Lizenz möglich.

(3)Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung
//archiv.twoday.net/stories/4077508/
Während bei der Zugänglichmachung von Kulturgut im Internet das DIPF überdurchschnittlich aktiv ist, könnte erheblich mehr von den eigenen Publikationen online verfügbar gemacht werden.

(4) Deutsches Museum
//archiv.twoday.net/stories/4081646/
Wie schon beim Bergbaumuseum glänzt OA auch beim Deutschen Museum durch völlige Abwesenheit.

(5) Deutsches Schiffahrtsmuseum
//archiv.twoday.net/stories/4085010/
Wie beim Bergbaumuseum und dem Deutschen Museum ist von OA keine Spur zu finden.

(6) Germanisches Nationalmuseum
//archiv.twoday.net/stories/4088349/
Wie die anderen Museen der Leibniz Gemeinschaft hat das GNM bislang keine Anstalten gemacht, OA praktisch umzusetzen.

(7) Herder-Institut
//archiv.twoday.net/stories/4091735/
Open Access ist für das Herder-Institut noch kein Thema.

(8) Institut für Deutsche Sprache
//archiv.twoday.net/stories/4093621/
Das IDS macht bislang keinerlei Anstalten, OA zu unterstützen. Bei dem Datenzugang pflegt es eine Kultur der Angst und des Copyfraud, die den Wissenschaftler als potentiellen Feind und nicht als Partner beim Erkentnnisprozess sieht.

(9) Institut für Zeitgeschichte
//archiv.twoday.net/stories/4096044/
Von den meisten anderen besprochenen Institutionen unterscheidet sich das IfZ durch sein löbliches Retrodigitalisierungsprojekt der Instituts-Zeitschrift. Sonst ist aber von OA nichts zu entdecken, und die Bildrechtegebühren sind eine Frechheit.

(10) Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
//archiv.twoday.net/stories/4100507/
Indem die wissenschaftliche Zeitschrift des IPN OA ist (allerdings nur im Sinne von kostenfrei zugänglich), ist ein wichtiges Ziel von OA bereits realisiert. Weitere Publikationen müssen folgen!

(11) IWF Wissen und Medien
//archiv.twoday.net/stories/4103216/
Das IWF ist auf Vermarktung seiner Filme angewiesen, kostenlose Vorschau soll Appetit machen, aber nicht satt. OA kann daher unter diesen Umständen naturgemäß kein Thema für das IWF sein. Um so positiver, dass es Publikationsvolltexte gibt und sich Dr. Carlson mit OA publizistisch befasst. Schade, wie wenig kompetent er ist.

(12) Institut für Wissensmedien
//archiv.twoday.net/stories/4106159/
Über neue Medien forschen, diese aber nicht als Mittel der Wissenschaftskommunikation gemäß OA nutzen, erscheint paradox.

(13) Römisch-Germanisches Zentralmuseum
//archiv.twoday.net/stories/4106227/
Auch wenn einige archäologische Datenbanken durch das RGZM zugänglich gemacht werden, sind OA-Aktivitäten nicht zu registrieren.

(14) Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation
//archiv.twoday.net/stories/4110473/
OA ist im ZPID zwar "angekommen", aber noch längst nicht befriedigend umgesetzt.

Gesamtfazit

And the winner is: //www.die-bonn.de/

Zwar gab es beim DIE auch kleinere Kritikpunkte, aber der hohe Anteil an Volltexten ist doch sehr beachtlich. Angesichts dessen, was dem DIE möglich war, muten die restlichen Bemühungen doch mehr als erbärmlich an.

Vor allem die Museen machen keinerlei Anstalten, das von ihnen verwahrte Kulturgut nach Maßgabe von OA zugänglich zu machen. OA gilt auch für Kulturgut, und es ist kein richtiger Weg, sich auf OA für Daten konzentrieren zu wollen, wie in der Stellungnahme angedeutet.

OA muss rasch in allen Institutionen der LG und hinsichtlich aller betroffenen Mediengattungen (Publikationsvolltexte, Daten, Kulturgut) umgesetzt werden. Es sind vier Jahre vergangen, in denen man in der geisteswissenschaftlichen Sektion buchstäblich so gut wie nichts vorangebracht hat. Wie in den Kommentaren zutreffend vermutet wurde, dient der OA Arbeitskreis weniger dem Umsetzen von OA als vielmehr dem Aufdielangebankschieben.

Es muss sichergestellt werden, dass OA tatsächlich auch in den geisteswissenschaftlichen Instituten ankommt und diese nicht länger ihre Blockadepolitik fortsetzen können. Dazu sollte für jedes LG-Institut ein OA-Beauftragter bestellt werden.

Die Anzahl der Volltexte aus eigener Publikation könnte - angesichts der günstigen urheberrechtlichen Lage (bezogen auf Monographien allerdings nur noch dieses Jahr, § 31 IV UrhG soll ja wegfallen) - bei auch nur ein wenig Engagement schlagartig in die Höhe schnellen. Ein eigenes Repositorium für alle Institute wäre demgegenüber eher cura posterior.

Die von den Instituten herausgegebenen wissenschaftlichen Zeitschriften sollten mittelfristig alle OA werden. Für die Retrodigitalisierung älterer Jahrgänge sind ggf. Finanzmittel bereitzustellen.

OA heisst nicht nur kostenfrei, sondern auch: frei von urheberrechtlichen Beschränkungen. Die Wissenschaftler der LG sollten daher angehalten werden, ihre Forschungsbeiträge unter Creative-Commons-Lizenzen zu stellen. CC-BY ist der Vorzug zu geben.

Schließlich ist den Museen deutlich zu machen, dass das übliche drastische Bildrechte-Regime mit OA nicht kompatibel ist. Die Wissenschaft schneidet sich überdies ins eigene Fleisch damit. Kulturgut muss frei sein!
 

twoday.net AGB

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