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Herrschaftsarchive

http://cgi6.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewSellersOtherItems&userid=helbigsan&include=0&since=-1&sort=3&rows=50

Hier werden Stücke offenbar der Provenienz Sayn-Wittgenstein aus dem 19. Jahrhundert verramscht, für die Bananenkiste mit nicht näher bezeichneten Archivalien (Adelsnachlass) steht das Gebot derzeit bei 62 Euro.

Birgit Richter, Adelsarchive in Sachsen zwischen staatlichem Anspruch und Familientradition vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, in: Der Archivar 56 (2003), S. 313-317

Gliederung:
1. Verstaatlichung der Patrimonialgerichtsbarkeit
[Übernahme der Akten v.a. 1848/1855 ff.]
2. Familiengeschichte und Landesgeschichte
["Archivpflege" im 19. Jh.]
3. Enteignung im Zuge der "Bodenreform"
[1945 ff.]
4. Adelsarchive heute im Freistaat Sachsen
[Rückübereignung von Rittergutsarchiven, 16 Verfahren, davon 3 abgeschlossen]

Siehe dazu auch:
http://archiv.twoday.net/stories/3312/

Das Fürstenhaus Thurn und Taxis hat fünf Mitarbeiter seiner Hofbibliothek und des Archivs in Regensburg betriebsbedingt gekündigt. Ob die Kündigung auch den Leiter der Bibliothek, des Zentralarchivs und der Fürstlichen Museen, Dr. Martin Dallmeier, trifft, ist noch ungewiss.

Weder er noch eine Sprecherin des Fürstenhauses wollten das jüngst kommentieren. Jedenfalls ist Dallmeier laut Auskunft aus dem Schloss für die nächsten Wochen krank gemeldet. Archiv und Bibliothek sind angeblich auch geschlossen. Hintergrund der Aktion sind die schon vor Jahren begonnenen Überlegungen, die Fürstliche Bibliothek und das Archiv zur Universität zu "outsourcen". Seinerzeit war auch noch von einer Übernahme des Personals die Rede. Die "Schaubibliothek" mit rund 12.000 Bänden ist im berühmten Asamsaal untergebracht, weitere Bestände sind eingelagert.


[soweit die Amberger Zeitung]

Die Universität Regensburg will künftig tatsächlich die wissenschaftliche Erschließung von Archiv und Bibliothek der Thurn und Taxis sicher stellen, berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Fürstin Gloria gibt die Betreuung am 1. Januar an die Hochschule ab und hat fünf Mitarbeitern gekündigt. Die drei Bibliothek-Mitarbeiterinnen und zwei Putzkräfte waren teilweise langjährige Beschäftigte, bis zu 30 Jahre im Haus, so Klaus Kirchberger, Generalbevollmächtigter von Thurn und Taxis. Gegen die Kündigungen liege bisher keine Klage vor; Kirchberger rechnet aber mit arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen.Die Kündigungen, so Kirchberger, seien der «Wermutstropfen» bei der Abmachung, die ansonsten vielfältige Vorteile berge. «Wir sparen erheblich an Personalkosten. Wir können Bibliothek und Archiv öffentlich halten, was wir gern möchten, aber nicht müssen. Und die Universität hat Zugriff auf unerschlossene Bestände.» Grund für die Übergabe, so Kirchberger, sind wirtschaftliche Überlegungen. «Überall wo wir Kosten sparen können, wollen wir das auch.»

Quelle: Amberger Zeitung, 14.11.2003; Mittelbayerische Zeitung, 15./16. November 2003


Aus: www.archiv.net

http://www.adelsarchive.de

Über die Homepage des Westfälischen Archivamts sind die Internetseiten der 1923 gegründeten Vereinigten Westfälischen Adelsarchive e.V. erreichbar. Die Angaben zu den Beständen sind allerdings allzu kursorisch.

Von den Adelsbibliotheken ist auf der Internetseite keine Rede mehr, obwohl vor dem Zweiten Weltkrieg die Ordnung der Adelsbibliotheken als Nebenaufgabe angesehen wurde. Über die Arbeiten berichtete der Bibliothekar des Vereins Anton Lüddeken, Über westfälische Adelsbibliotheken (in der damaligen Vereinspublikation, dem Westfälischen Adelsblatt 3, 1926, S. 264-271). Hier finden sich vor allem Angaben über die Bibliotheken Twickel auf Havixbeck (S. 267-269) und von und zur Mühlen auf Haus Ruhr (S. 269-271). Verzettelt wurden damals aber auch Bestände des Grafen von Landsberg zu Wocklum. In der Satzung des Vereins steht von den Bibliotheken nichts, wohl aber in der Aufgabenbeschreibung der "Bibliothekssekretärinnen" (Westf. Adelsblatt 1, 1924, Nr. 1-4, S. 6):
Aufgabe der Bibliothekssekretärinnen ist die Ordnung und Katalogisierung der Bibliotheken des westfälischen Adels, denen neben den Archiven die Fürsorge des Vereins gewidmet ist (vgl. auch ebd. Nr. 5, S. 7).

Heute kümmert sich (abgesehen von gelegentlichen Bestandserhaltungsmassnahmen des Archivamts) wohl nur die Arbeitsstelle "Historische Bestände" der ULB Münster um einzelne Adelsbibliotheken:
http://www.uni-muenster.de/ULB/mswestf/hist-b-westf.html

Auf deren Website liegen Informationen vor zum Restbestand der in den 1930er Jahren verkauften Landsbergischen Bibliothek zu Balve-Wocklum, zur Westerholt'schen Familienbibliothek im Stadtarchiv Bottrop und zur Barockbibliothek Nünning (knapp die Hälfte der rund 1000 digitalisierten Titel aus dieser Sammlung können in MIAMI bereits online eingesehen werden.)

Was ohne grosses Aufsehen aus westfälischen Adelsbibliotheken in den Handel gewandert ist, lässt sich schlecht abschätzen. Der jüngste mir bekanntgewordene Fall betraf die Schlossbibliothek Gevelinghausen: Am 16. Mai 1998 versteigerte H. Th. Wenner in Osnabrück die erhaltenswerte Bibliothek des Schloßes Gevelinghausen (Kreis Meschede), das seit 1796 im Besitz der Familie von Wendt war. "Die Bibliothek, die wir in dieser Auktion unter der Besitzernummer (595) anbieten", heißt es im Katalog Nr. 27, S. 7, "wiederspiegelt die historischen und wirtschaftlichen Interessen einer westfälischen Adelsfamilie im Wandel
mehrerer Generationen bis etwa 1880. Alte Chroniken, topographische, juristische Werke, Genealogien sind ebenso vertreten wie seltene Westfalica oder alte Lehrbücher des 18. und 19. Jahrhunderts".

Bereits 1992 waren bei Reiss & Auvermann in Auktion 48 bedeutende Teile der Plettenberg'schen Bibliothek auf Schloss Nordkirchen versteigert worden, darunter wertvolle landesgeschichtliche Handschriften (z.B. Nr. 5218 eine unedierte Chronik der hessischen Bergstrasse wohl von G. Hellwich).

In seinem wichtigen Aufsatz "Mittelniederdeutsche literarische Handschriften in westfälischen Adelsarchiven und -bibliotheken" (in: Niederdeutsches Wort 34, 1994, S. 35-44, hier 42f.) über mittelalterliche Nordkirchener Handschriften: Die wertvollsten Hss. aus der reichhaltigen Bibliothek des 1903 durch Erbgang an die Herzöge von Arenberg übergegangenen, zuvor den Grafen Esterhazy-Galantha und davor den Grafen Plettenberg gehörigen Schlosses Nordkirchen wurden in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg stückweise im Antiquariatshandel verkauft. Nur bei einigen Stücken gelang es mir, den heutigen Aufbewahrungsort zu ermitteln. Um 1960 wurde ein Restbestand für die ULB Münster erworben.

Die ULB Münster hat in ihrem Handschriftencensus einseitig die Partei der Eigentümer ergriffen und Provenienzen auf Druck der Eigentümer verschleiert (Näheres).

Kenntnisreich, aber knapp berichtete über "Bibliotheken des westfälischen Adels" im Westfalenspiegel 14 (1965) Februar, S. 10-13 Franz Herberhold, der in ihnen mit Recht kulturelle Werte sah, die Westfalen nicht abschreiben darf. Hier findet man weitere Angaben über vom Eigentümer zu verantwortende Verluste (andere Bibliotheken wurden im Zweiten Weltkrieg geplündert): Drei [...] schöne Adelsbibliotheken sind aufgelöst und verkauft worden: die Bibliothek des Fürsten von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein in Laasphe, die alte von Wendtsche Bibliothek aus Krassenstein und die von Rombergsche Bibliothek aus Buldern.

Es ist eine Schande, dass Adelsbibliotheken anders als die Adelsarchive nicht als schützenswerte Geschichtsquelle gesehen werden!

Zu Adelsbibliotheken siehe ausführlich http://www.uni-freiburg.de/histsem/mertens/graf/#kulturgut

Vielleicht sollte jemand der Freiherr-Dael-von-Koeth-Wanscheid'schen Familienstiftung, die mit wertvollem Kulturgut seit 1991 im dritten Stock der Burg Sooneck der rheinland-pfälzischen Schlösserverwaltung untergebracht ist, Bescheid sagen, dass Archivalien wie das Tagebuch eines Mainzer Kanonikers, aber auch das kostbare Skizzenbuch eines Malers nicht ungeschützt in eine Dauerausstellung gehören!

Der Internetseite von Zisska ist folgendes Angebot zu entnehmen:
Nummer: 3082
Autor/Titel: ZANARDI, FAMIGLIA DEI CONTI,
Beschreibung: Nachlaß mit ca. 150 Pergamentrollen, ca. 1200 Briefen, ca. 700 S. Manuskripten sowie ca. 100 S. Druckschriften. Riva di Garda, Trentino und Veneto ca. 1480-1848. Gebündelt in vier leinen- und buntpapierbezogenen
Holzkisten. (86)
Schätzpreis: 10000,-
Äußerst umfangreiches, gehaltvolles und wohl weitestgehend vollständiges Korrespondenzarchiv der Conti di Zanardi (Zanarda, Zanardo, Zenarda), die ihren Familiensitz seit dem 15. Jahrhundert in Riva di Garda, an der Nordspitze des Gardasees hatten und die bis ins 19. Jahrhundert, vornehmlich durch die vorliegenden Schriften
dokumentiert sind (ansonsten lassen sich kaum Quellen finden, vgl. aber Crollanza, Diz. Storico-Blasonico III,
116-117). [...] Der Hauptteil des Nachlasses, etwa 70 Prozent, stammt aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Es war die Hochblüte der Familie unter dem Capo Conte Giuseppe Zanardi, die in Hunderten
von Schriftstücken dokumentiert ist [...]

Es ist eine Schande, dass so etwas in den Handel kommt!

So der Titel der Publikation des Colloquiums auf Schloß Bödigheim am 13.9.1986 anläßlich der Heimattage Baden-Württemberg, publiziert als "Hierzulande-Extra" Karlsruhe 1987, die mir gerade wieder in die Hände fiel. Wunderschön die Druckfehlerkorrektur zu S. 7, wo von den Archivkörpern des fürstlich hohenzollern'schen Haus- und Dämonenarchivs die Rede ist.
Inhalt:
Einführung S. 3
Grußwort Gregor Richter S. 5
Dieter Freiherr Göler von Ravensburg, Adelsarchive - Schatz, Bürde und Verpflichtung S. 9
Gerhard Taddey, Adelsarchive in Württembergisch Franken S. 21
Klaus Freiherr von Andrian-Werburg, Bayerisch Franken als Adelslandschaft heute S. 41
Konrad Krimm, Adelsarchivpflege im badischen Frankenland - Grenzen und Möglichkeiten S. 53
Helmut Richtering, Die Sorge für Archive des Adels in Westfalen S. 81
Diskussion (Zusammenfassung) S. 79

 

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