Herrschaftsarchive
Im Wiener Dorotheum gelangt ein Archivinventar des Schlosses Erpeldingen zu Versteigerung, Lot Nr. 43. Beschrieben wird sie folgendermassen: Handschrift, knapp 180 Seiten, Pergamenteinband. Ausrufungspreis € 80,-.
Zu Erpeldinge siehe in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Erpeldange#Das_Schloss
Da ich sowieso einige Sachen, die bei dieser Versteigerung angeboten werden, vorher ansehen muss, kann ich bei Interesse, auch einen Blick auf dieses Stück werfen.
["Das vorliegende Inventar verzeichnet in erster Linie Archivalien der Freiherren Du Prel, die sich von 1691 bis 1840 im Besitz des Schlosses befanden, aber auch einige ältere, die Herren von Gondersdorf betreffende Urkunden." Zoombare Abb. - Zusatz Klaus Graf]
Zu Erpeldinge siehe in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Erpeldange#Das_Schloss
Da ich sowieso einige Sachen, die bei dieser Versteigerung angeboten werden, vorher ansehen muss, kann ich bei Interesse, auch einen Blick auf dieses Stück werfen.
["Das vorliegende Inventar verzeichnet in erster Linie Archivalien der Freiherren Du Prel, die sich von 1691 bis 1840 im Besitz des Schlosses befanden, aber auch einige ältere, die Herren von Gondersdorf betreffende Urkunden." Zoombare Abb. - Zusatz Klaus Graf]
ThomasJust - am Samstag, 14. November 2009, 12:20 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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KlausGraf - am Dienstag, 27. Oktober 2009, 16:18 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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http://www.schloss-herdringen.de/afh.htm
Archiv der Freiherren von Fürstenberg zu Herdringen, hauptamtlich betreut.
Foto: Michael Jolk, CC
Zu Archiv und Bibliothek:
http://tinyurl.com/ll4v4q (A. Bömer)
http://dtm.bbaw.de/HSA/Herdringen_700359390000.html
http://www.mr1314.de/1059
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herdringen_ems.jpg
Archiv der Freiherren von Fürstenberg zu Herdringen, hauptamtlich betreut.
Zu Archiv und Bibliothek:
http://tinyurl.com/ll4v4q (A. Bömer)
http://dtm.bbaw.de/HSA/Herdringen_700359390000.html
http://www.mr1314.de/1059
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herdringen_ems.jpg
KlausGraf - am Donnerstag, 27. August 2009, 18:05 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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Thomas Just verweist in seinem Blog "geschichte.quelle" auf den Fund:
" .... Die hier erstmals präsentierten Briefe stammen aus dem Archiv der Grafen Taaffe, das im Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrt wird. Das Österreichische Staatsarchiv erhielt dieses bedeutende Archiv in den 1990er Jahren als Geschenk, 2007 kam noch eine weitere Schenkung der Familie Taaffe in das Archiv. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Briefe Benatzkys bei den Ordnungsarbeiten am Bestand entdeckt. Das Konvolut umfasst 12 Schreiben und eine Fotografie Benatzkys....."
Quelle:
http://www.oesta.gv.at/site/cob__36013/5164/default.aspx
Wikipedia-Artikel Benatzky: http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Benatzky
" .... Die hier erstmals präsentierten Briefe stammen aus dem Archiv der Grafen Taaffe, das im Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrt wird. Das Österreichische Staatsarchiv erhielt dieses bedeutende Archiv in den 1990er Jahren als Geschenk, 2007 kam noch eine weitere Schenkung der Familie Taaffe in das Archiv. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Briefe Benatzkys bei den Ordnungsarbeiten am Bestand entdeckt. Das Konvolut umfasst 12 Schreiben und eine Fotografie Benatzkys....."
Quelle:
http://www.oesta.gv.at/site/cob__36013/5164/default.aspx
Wikipedia-Artikel Benatzky: http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Benatzky
Wolf Thomas - am Dienstag, 4. August 2009, 17:41 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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"Nach fünfjährigem Intermezzo hat das Haus Thurn und Taxis wieder die Verantwortung für die 220 000 Bände umfassende fürstliche Hofbibliothek übernommen. Seit 2004 hatte die Regensburger Universität das historische Archiv im Schloss St. Emmeram betreut. Nach Auslaufen des Vertrages habe sich das Fürstenhaus entschieden, die Bibliothek wieder in Eigenregie zu führen, teilte die Fürst Thurn und Taxis Gesamtverwaltung mit. Es soll aber weiter eine enge Zusammenarbeit mit der Uni geben. Das Fürstenhaus wollte mit der Kooperation vorübergehend Personalkosten einsparen. Den Grundstock für den Bücherschatz mit allein mehreren tausend alten Handschriften hatte im 18. Jahrhundert Fürst Carl Anselm gelegt. 2004 führte das Fürstenhaus einen Rechtsstreit, um die kostbare Sammlung aus Kostengründen eventuell verkaufen zu können. Das Bayerische Oberste Landesgericht entschied, dass die Familie weiter für das wertvolle Archiv sorgen muss. Grund ist, dass die Bibliothek einst nur wegen der besonderen Position des Fürstenhauses entstehen konnte. Der Staat hat die adeligen Besitzer solcher Kulturgüter verpflichtet, ihren Erhalt zu sichern. "
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/W5X38X/2985646/Thurn-und-Taxis-holt-Bibliothek-zurueck.html
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/W5X38X/2985646/Thurn-und-Taxis-holt-Bibliothek-zurueck.html
Wolf Thomas - am Donnerstag, 30. Juli 2009, 22:02 - Rubrik: Herrschaftsarchive
Rüdiger Barth, Das Archiv der Grafen von Giech zu Thurnau. Erschließung und erste Einblicke anhand der Rechnungen. Die Verwaltungsorganisation der Herrschaft Thurnau, in: ZBLG 72 (2009), S. 19-47
Das Adelsarchiv wurde 2003 für das Staatsarchiv Bamberg angekauft.
Wappen Giech in Thurnau - Foto PeterBraun74 CC-BY 3.0
Das Adelsarchiv wurde 2003 für das Staatsarchiv Bamberg angekauft.
KlausGraf - am Mittwoch, 27. Mai 2009, 22:53 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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Diesem Thema widmeten sich zwei Vorträge auf dem Festkolloquium anlässlich des 175jährigen Jubiläums des Dresdener Hauptstaatsarchiv. Der Betreuer des badischen Hausarchivs GLAK-Chef Volker Rödel machte sich Gedanken über das Hausarchiv:
http://www.vda.archiv.net/fg1/2009/fg1_2009-programm.pdf
Es ist absolut inakzeptabel, dass das Land Baden-Württemberg es bei den Verhandlungen mit dem Gier-Haus Baden es versäumt hat, den rechts- und kulturstaatlich gebotenen Erwerb des badischen Hausarchivs, dessen Benutzung nur mit Zustimmung des Hauses Baden möglich ist und mir verweigert wurde, in Angriff zu nehmen.
http://www.vda.archiv.net/fg1/2009/fg1_2009-programm.pdf
Es ist absolut inakzeptabel, dass das Land Baden-Württemberg es bei den Verhandlungen mit dem Gier-Haus Baden es versäumt hat, den rechts- und kulturstaatlich gebotenen Erwerb des badischen Hausarchivs, dessen Benutzung nur mit Zustimmung des Hauses Baden möglich ist und mir verweigert wurde, in Angriff zu nehmen.
KlausGraf - am Sonntag, 26. April 2009, 18:23 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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Aus dem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom
14. April 2008 S. 48 hebe ich hervor:
Wo sehen Sie die Hauptschuld der Familie von Hessen in der Generation Ihres Vaters?
Die Hauptschuld liegt meiner Ansicht nach darin, dass sie sich dem Regime zur Verfügung gestellt und dadurch viele andere dazu animiert haben, da das Haus Hessen in den dreißiger Jahren immer noch über eine große öffentliche Wirkung verfügte. Das lässt sich später nicht mehr gutmachen. Das Einzige, was heute getan werden kann, ist, den Irrtum einzusehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Das sollte allerdings nicht dazu verführen zu glauben, wir hätten es unter den damaligen Verhältnissen besser gemacht.
Würde mit dieser Einsicht nicht einhergehen, dass das Familienarchiv im Schloss Fasanerie komplett geöffnet würde?
Das Archiv ist ein privates, kein öffentliches Archiv. Alle Dokumente mit Bezug auf die öffentliche Tätigkeit meines Vaters und seiner Brüder sowie auf ihre NS-Karrieren befinden sich in den Staatsarchiven in Berlin und Wiesbaden sowie im Bundesarchiv Koblenz. Sie sind dort seit langem der Öffentlichkeit zugänglich. Die Nachlässe meiner Großmutter und ihrer Nachkommen, die im Familienarchiv aufbewahrt sind, bestehen zur Hauptsache aus Privatpapieren. Während der fünfjährigen Zusammenarbeit mit Professor Petropoulos habe ich diese Nachlässe auf alles überprüft, was einen gesellschaftlich relevanten oder politischen Bezug haben könnte, fotokopiert, exzerpiert und dem Autor zur Verfügung gestellt.
Wäre es denn möglich, die persönlichen von den eher öffentlichen Dokumenten zu trennen und Letztere der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen?
Das lässt sich nicht trennen, weil in den Briefen von persönlichen als auch öffentlichen Themen die Rede ist. Eines Tages, wenn die nächsten Angehörigen derer, von denen die Briefe handeln, nicht mehr am Leben sind, könnte ich mir vorstellen, dass auch die privaten Dokumente im Familienarchiv der Forschung zugänglich gemacht werden. So hat meine Familie es zum Beispiel mit den Briefen meiner Urgroßmutter, der Kaiserin Friedrich, getan, in denen auch sehr persönliche Dinge zur Entwicklung Kaiser Wilhelms II. zu lesen sind.
Siehe auch:
http://www.h-net.org/reviews/showrev.php?id=12227
14. April 2008 S. 48 hebe ich hervor:
Wo sehen Sie die Hauptschuld der Familie von Hessen in der Generation Ihres Vaters?
Die Hauptschuld liegt meiner Ansicht nach darin, dass sie sich dem Regime zur Verfügung gestellt und dadurch viele andere dazu animiert haben, da das Haus Hessen in den dreißiger Jahren immer noch über eine große öffentliche Wirkung verfügte. Das lässt sich später nicht mehr gutmachen. Das Einzige, was heute getan werden kann, ist, den Irrtum einzusehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Das sollte allerdings nicht dazu verführen zu glauben, wir hätten es unter den damaligen Verhältnissen besser gemacht.
Würde mit dieser Einsicht nicht einhergehen, dass das Familienarchiv im Schloss Fasanerie komplett geöffnet würde?
Das Archiv ist ein privates, kein öffentliches Archiv. Alle Dokumente mit Bezug auf die öffentliche Tätigkeit meines Vaters und seiner Brüder sowie auf ihre NS-Karrieren befinden sich in den Staatsarchiven in Berlin und Wiesbaden sowie im Bundesarchiv Koblenz. Sie sind dort seit langem der Öffentlichkeit zugänglich. Die Nachlässe meiner Großmutter und ihrer Nachkommen, die im Familienarchiv aufbewahrt sind, bestehen zur Hauptsache aus Privatpapieren. Während der fünfjährigen Zusammenarbeit mit Professor Petropoulos habe ich diese Nachlässe auf alles überprüft, was einen gesellschaftlich relevanten oder politischen Bezug haben könnte, fotokopiert, exzerpiert und dem Autor zur Verfügung gestellt.
Wäre es denn möglich, die persönlichen von den eher öffentlichen Dokumenten zu trennen und Letztere der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen?
Das lässt sich nicht trennen, weil in den Briefen von persönlichen als auch öffentlichen Themen die Rede ist. Eines Tages, wenn die nächsten Angehörigen derer, von denen die Briefe handeln, nicht mehr am Leben sind, könnte ich mir vorstellen, dass auch die privaten Dokumente im Familienarchiv der Forschung zugänglich gemacht werden. So hat meine Familie es zum Beispiel mit den Briefen meiner Urgroßmutter, der Kaiserin Friedrich, getan, in denen auch sehr persönliche Dinge zur Entwicklung Kaiser Wilhelms II. zu lesen sind.
Siehe auch:
http://www.h-net.org/reviews/showrev.php?id=12227
KlausGraf - am Dienstag, 17. Februar 2009, 18:14 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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Kündigungen bei Thurn und Taxis in Regensburg
http://archiv.twoday.net/stories/102285/
Update dazu:
http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/bestaende/hofbibliothek/kontakt.htm

http://archiv.twoday.net/stories/102285/
Update dazu:
http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/bestaende/hofbibliothek/kontakt.htm
KlausGraf - am Dienstag, 18. November 2008, 00:02 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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Zum Salemer Archiv schrieb ich
http://archiv.twoday.net/stories/2890191/
"Hier befindet sich die Überlieferung des Rentamts Salem aus dem 19. Jahrhundert (also einer quasi-staatlichen Behörde der Standesherrschaft) und auch der Nachlass von Prinz Max von Baden (gest. 1929). Es wäre höchst wünschenswert, wenn diese Archivalien nach den Grundsätzen des Landesarchivgesetzes allgemein nutzbar wären (und natürlich am besten in Landeseigentum). Derzeit haben Günstlinge Zutritt in Salem, beispielsweise Prof. Krimm, der stellvertretende Leiter des GLAK, der mir gegenüber zwar auf Golo Mann (den Auswerter des Nachlasses von Max von Baden) und bauhistorische Studien zu Salem hinwies, denen das Archivgut zugänglich war, geflissentlich aber verschwieg, dass er selbst für seinen Aufsatz über Burgen der Badener im 19. Jahrhundert dort recherchieren durfte.
Auch wenn Näheres über den Umfang der Archivbestände mir nicht bekannt ist (Prof. Krimm war sichtlich unwillig, etwas darüber zu sagen), so spricht doch alles dafür, dass die Unterlassung der Aufnahme der Salemer Bestände in das "Verzeichnis national wertvoller Archive" (Link) ein Skandal ist. Dass das Archiv mindestens ebenso wertvoll ist wie dort gelisteten Schlossarchive und der Nachlass von Max von Baden bedeutender ist als beispielsweise der dort unter Nr. 0142 aufgeführte Nachlass Werner von Blomberg (10 cm!) erscheint mir evident. Angesichts der Klage von Max Markgraf von Baden gegen einen Eintrag auf die Kulturgüterliste (siehe http://archiv.twoday.net/stories/2737033/#2823469 ) braucht man nicht lang zu rätseln, woher die lakaienhafte Haltung der baden-württembergischen Archivverwaltung kommt: Man will keinen Ärger und belässt alles beim spätfeudalen Status quo."
Anfang 2008 wurde bekannt:
"Das Haus Baden hat im Jahr 2000 in Bezug auf Archivbestände im Schloss Salem, die unstrittig Eigentum des Hauses Baden sind, Verkaufsabsichten bekundet. Eine Entscheidung über einen etwaigen Erwerb dieser Bestände wurde noch nicht getroffen."
Zitiert aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD
http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/2000/14_2209_d.pdf
2004 las man in den VjhZG, S. 123, da der Nachlass des Prinzen Max von Baden in Salem "bisher nur eingeschränkt zugänglich" sei, stehe man bei der wissenschaftlichen Erforschung des Politikers erst am Anfang:
http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2004_1.pdf
Baden-Günstling Prof. Dr. K. Krimm gefiel es gar nicht, dass die Autoren Golo Mann Hagiographie vorwarfen (Das Haus Baden am Bodensee, in: Adel im Wandel, Bd. 1, 2006, S. 485)
Wenn Schloss Salem nun weitgehend an das Land geht, sollte es sich von selbst verstehen, dass die auf die Bauten bezüglichen umfangreichen, in die Zeit der Reichsabtei zurückreichenden Salemer Archivalien ebenfalls abgeliefert werden.

Nachtrag:
Aus dem Landesarchiv BW war zu erfahren, dass das Landesarchiv bei der Frage, was vom Haus Baden gekauft wird, noch gar nicht offiziell involviert ist.
http://archiv.twoday.net/stories/2890191/
"Hier befindet sich die Überlieferung des Rentamts Salem aus dem 19. Jahrhundert (also einer quasi-staatlichen Behörde der Standesherrschaft) und auch der Nachlass von Prinz Max von Baden (gest. 1929). Es wäre höchst wünschenswert, wenn diese Archivalien nach den Grundsätzen des Landesarchivgesetzes allgemein nutzbar wären (und natürlich am besten in Landeseigentum). Derzeit haben Günstlinge Zutritt in Salem, beispielsweise Prof. Krimm, der stellvertretende Leiter des GLAK, der mir gegenüber zwar auf Golo Mann (den Auswerter des Nachlasses von Max von Baden) und bauhistorische Studien zu Salem hinwies, denen das Archivgut zugänglich war, geflissentlich aber verschwieg, dass er selbst für seinen Aufsatz über Burgen der Badener im 19. Jahrhundert dort recherchieren durfte.
Auch wenn Näheres über den Umfang der Archivbestände mir nicht bekannt ist (Prof. Krimm war sichtlich unwillig, etwas darüber zu sagen), so spricht doch alles dafür, dass die Unterlassung der Aufnahme der Salemer Bestände in das "Verzeichnis national wertvoller Archive" (Link) ein Skandal ist. Dass das Archiv mindestens ebenso wertvoll ist wie dort gelisteten Schlossarchive und der Nachlass von Max von Baden bedeutender ist als beispielsweise der dort unter Nr. 0142 aufgeführte Nachlass Werner von Blomberg (10 cm!) erscheint mir evident. Angesichts der Klage von Max Markgraf von Baden gegen einen Eintrag auf die Kulturgüterliste (siehe http://archiv.twoday.net/stories/2737033/#2823469 ) braucht man nicht lang zu rätseln, woher die lakaienhafte Haltung der baden-württembergischen Archivverwaltung kommt: Man will keinen Ärger und belässt alles beim spätfeudalen Status quo."
Anfang 2008 wurde bekannt:
"Das Haus Baden hat im Jahr 2000 in Bezug auf Archivbestände im Schloss Salem, die unstrittig Eigentum des Hauses Baden sind, Verkaufsabsichten bekundet. Eine Entscheidung über einen etwaigen Erwerb dieser Bestände wurde noch nicht getroffen."
Zitiert aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD
http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/2000/14_2209_d.pdf
2004 las man in den VjhZG, S. 123, da der Nachlass des Prinzen Max von Baden in Salem "bisher nur eingeschränkt zugänglich" sei, stehe man bei der wissenschaftlichen Erforschung des Politikers erst am Anfang:
http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2004_1.pdf
Baden-Günstling Prof. Dr. K. Krimm gefiel es gar nicht, dass die Autoren Golo Mann Hagiographie vorwarfen (Das Haus Baden am Bodensee, in: Adel im Wandel, Bd. 1, 2006, S. 485)
Wenn Schloss Salem nun weitgehend an das Land geht, sollte es sich von selbst verstehen, dass die auf die Bauten bezüglichen umfangreichen, in die Zeit der Reichsabtei zurückreichenden Salemer Archivalien ebenfalls abgeliefert werden.
Nachtrag:
Aus dem Landesarchiv BW war zu erfahren, dass das Landesarchiv bei der Frage, was vom Haus Baden gekauft wird, noch gar nicht offiziell involviert ist.
KlausGraf - am Freitag, 7. November 2008, 03:07 - Rubrik: Herrschaftsarchive
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