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Landesgeschichte

"Die Plattform ETHorama ermöglicht ein einfaches Durchstöbern von historischen und zeitgenössischen Artikeln, Bildern sowie alten Drucken und Karten mit Bezug zur Schweiz"

//ethorama.library.ethz.ch/

"In ETHorama werden zum ersten Mal geogetaggte Inhalte verschiedener Quellsysteme in einen Kontext zueinander gebracht."

//blogs.ethz.ch/innovethbib/2015/10/02/ethorama-die-kartenbasierte-plattform/

Ergänzend zu den überwiegend negativen Urteilen über den nassauischen Außenseiter-Historiker und Fälscher FWE Roth, die ich in

//archiv.twoday.net/stories/1022477029/

anführte, möchte ich kurz einige Aussagen über Roths Ausführungen zur Gründung des Klosters Schönau und Tuto/Dudo von Laurenburg vorstellen.

Roths Darstellung findet sich in den "Visionen der hl. Elisabeth" 1884.

https://archive.org/stream/dievisionenderhl00elis#page/n11/mode/2up

Ausgesprochen ungnädig äußerte sich Ludwig Conrady: Die Schönauer Überlieferung. Eine historisch-kritische Untersuchung, in: Nassauische Annalen 24 (1892), S. 144 Anm. 2: Roth "erfindet ebenso dreist alles Weitere, entsprechend dem ganzen Romane, den er aus Tutos Leben heraugezaubert hat". Auch sonst äußerte sich Conrady verschiedentlich kritisch in den Fußnoten zu Vogt, dem er S. 102 eine unzuverlässige Textwiedergabe attestierte.

Paul Wagner: Untersuchungen zur älteren Geschichte Nassaus ... ebd. 46/2 (1925), S. 112-188, hier S. 157: "Die Darstellung, die er gibt, ist freilich so oberflächlich und strotzt so von Fehlern und Ungenauigkeiten, dass man sie übergehen könnte, wenn der Verfasser nicht den Anschein erweckte, als hätt er dafür ganz neues, anderen unbekannt gebliebenes Material benutzt".

Roth hatte schwäbische Quellen über Tuto von Wagenhausen auf Tuto von Laurenburg bezogen, was Albert Hauck knapp berichtigt hatte.

https://archive.org/stream/kirchengeschicht03hauc#page/1032/mode/2up

Karl Hermann May meinte in den Nassauischen Annalen 60 (1943), S. 2 Rot habe durch leichtfertige Verwendung oberrheinischer Quellen und einen unmöglichen Rettungsversuch der Schottschen Fälschungen "den Namen eines ernstzunehmenden Wissenschaftlers" geopfert.

Die von Emil Kimpen nochmals vertretene Gleichsetzung Tutos von Wagenhausen mit Tuto von Laurenburg wies Hans Jänichen 1958 zurück, wenngleich er der Ansicht war, beide seien verwandt gewesen.

//www.bodenseebibliotheken.de/page?shbg-j1958-h035-t-045

Bruno Meyer handelte 1964 über Touto von Wagenhausen (im Thurgau) und sein Kloster.

//www.bodenseebibliotheken.de/viewer.html

Auch in Arno Borsts "Mönchen am Bodensee" ist er vertreten.

Über die Gründung des Klosters Schönau (und die Kontroversen um Tuto von Laurenburg) kann man sich bei Joachim Kemper 2002 unterrichten

//nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-101537


//www.bayern-fichtelgebirge.de/heimatkunde/

"Hier haben Heimatforscher die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse kostenlos zu veröffentlichen.
Bitte senden Sie uns eine e-Mail an folgende Adresse: info@fichtelgebirgsverein.de

Die Aufsätze sollten nicht größer als 4 Seiten DIN A 4 sein und sie sollten nicht mehr als 2 Fotos enthalten. Bei größeren Abhandlungen gibt es die Möglichkeit zur Veröffentlichung in der Schriftenreihe "Das Fichtelgebirge", die vom Fichtelgebirgsverein herausgegeben wird."

#histverein

Offenkundig wurde 2011 der Beitrag von

Völker, Christoph: Rumeschöttel. In: Christoph Völker (Hrsg.), Heimatbuch des Kreises Höxter. Bd. 2. Paderborn 1927, S. 152-153

nachgedruckt. Er steht online unter:

//www.hvv-hoexter.de/wp-content/uploads/2011/08/Rumesch%C3%B6ttel.pdf

Im wesentlichen stützt sich Völker auf einen Aufsatz von Paul Wigand in seinem "Archiv" Bd. 1 Heft 3 (1826)

https://books.google.de/books?id=Bo0AAAAAcAAJ&hl=de&pg=RA2-PA87

Einen Fehdebrief der Rumschöttel 1324 (?) druckt das Westfälische Urkundenbuch Nr. 2380.

https://books.google.de/books?id=exQEAQAAIAAJ&q="so+unter+dem+koterberg+**"

An die Wiedergabe des Fehdebriefs schließt die Corveyer Chronik des 18. Jahrhunderts im Staatsarchiv Münster Manuskripte I, Nr. 245, S. 516f. die (von Wigand benutzte) Notiz an, diese Rumschöttel seien von der Stadt hingerichtet worden.

//www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=1&verzguid=Vz_86b4996a-d89d-4860-9002-70c2f01a0deb

Digitalisat

Kurze lateinische Notiz zu 1324 auch ebd. Nr. 251 S. 90 (Digitalisat).

1354 versöhnten sich Mitglieder der Familie mit dem Kloster Corvey, der Stadt Höxter und zwei Bauerndörfern "umme die schicht", die ihren Freunden (Verwandten) vor der Stadt Höxter geschah (Wigand druckt die Urkunde). Ob sich das auf die gleiche Fehde bezieht, ist nicht klar.

Wohl nur auf Wigands Aufsatz beruht Anton Fahnes Eintrag zu Rumschötel:

https://books.google.de/books?id=ZJtfAAAAcAAJ&pg=PA344

Vielleicht finden Kundigere etwas zur Familie in

//www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/urkunden_datenbank/suche/haupt.php?sucheNeu=j

Ohne Möglichkeit zur Trunkierung gestaltet sich die Suche zu schwierig.

Die frühneuzeitliche Corveyer Chronik bezieht jene fünf Kreuze vor dem Nikolaustor zu Höxter auf die Hinrichtung, denen die Sage Nr. 164 (Erstausgabe 1816) in den Deutschen Sagen der Brüder Grimm galt.

https://de.wikisource.org/wiki/Die_f%C3%BCnf_Kreuze

Vor dem Klausthor in Höxter, welches nach Pyrmont führt, gleich linker Hand stehen an dem Wege fünf alte Steine, welche die fünf Kreuze heißen, vermuthlich weil es versunkene Kreuze sind. Nun geht die Sage, es seyen fünf Hühnen dabei erschlagen worden; nach andern fünf Grafen von Reischach; wieder nach andern sind fünf Bürger von Tilly im dreißigjährigen Krieg aufgehängt worden.

Die Grimms erhielten diese Überlieferung sicher von ihrem Freund Paul Wigand, der in seinem Aufsatz den falschen Namen Reischach korrigiert (es muss Rischenau heißen).

Völker schreibt:

Gerade die Rumeschöttel müssen ganz berüchtigte und gefürchtete Räuber gewesen sein. Ihr Name hat sich, wie anderswo der des "Schinderhannes", tief dem Volksbewußtsein der Gegend am Köterberge eingeprägt und ist mit der Zeit ein Gattungsbegriff geworden. Werner von Heesen (geb. 1830 in Albaxen, gest.
1892 als Kaplan in Marienmünster) schreibt im Jahre 1886 in seiner
handschriftlichen Chronik des Dorfes Albaxen: "Noch ist der Name im
Volksmunde. Will man in Albaxen einen ungeschlachten, groben Menschen, einen Verschwender, Mörder oder Totschläger bezeichnen, so sagt man: Das ist ein wahrer Rumeschöttel. Ich habe diesen Namen als Kind oft gehört."


Einen Zusammenhang mit der Sage vom Ritter Ruhmeschöttel in Colenfeld bei Hannover

https://books.google.de/books?id=tCYKAQAAIAAJ&q=ruhmesch%C3%B6ttel

sehe ich nicht. Dort hat sich die Überlieferung - eventuell aufgrund historischen Wissens - an einen lokalen Adeligen geknüpft. Albaxen aber gehörte zu den zwei Dörfern, mit denen sich die Rumschöttel 1354 versöhnten. Es ist nicht gesichert, dass die sprichwörtliche Bezeichnung eines schlechten Menschen in Albaxen über Jahrhunderte im Volksmund lebte, auch wenn dieser Schluss naheliegen mag. Die Überlieferung kann auch einen Umweg püber das Stadtgedächtnis von Höxter genommen haben, wo - womöglich unterstützt durch schriftliche Quellen - im 17. Jahrhundert eine Tradition zu der Rumschöttel-Fehde des 14. Jahrhunderts bestand. Man hat damals die (heute nicht mehr vorhandenen) fünf Steinkreuze damit in Verbindung gebracht, was aber keinesfalls bedeutet, dass dies tatsächlich die Sühnekreuze von fünf hingerichteten Rumschötteln waren (wie Völker glaubt).

Die Tradition gehört meines Erachtens in den Kontext der vielen Erzählungen zur Konfliktgeschichte Adel vs. Städte, siehe dazu etwa meine Aufsätze

//nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:hebis:30-1145495
//nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-87584

Bei der Bewahrung der Erinnerung an die spätmittelalterlichen Fehden hatten die Städte allemal die besseren Karten. Sie behaupteten die "Erinnerungshoheit", wenn in ihnen die Geschichten von den Angriffen auf die städtische Freiheit erzählt wurden.

***

Weitere Beiträge zu Sprichwörtern:

//archiv.twoday.net/stories/1022465888/
//archiv.twoday.net/search?q=sprichw%C3%B6rtliches

#erzählforschung
#forschung



Der Heimat- und Verkehrsverein Höxter hat nichts begriffen.

//www.hvv-hoexter.de/das-aktuelle-monatsheft/

#histverein

Der Aufsatz von Rüthing 2012

//www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/wz-8887.pdf

zeigt wenig Kenntnis seriöser Sagenforschung. Ich habe ihn trotzdem eingetragen auf der Wikisource-Seite zum "Ritter Gottfried":

https://de.wikisource.org/wiki/Ritter_Gottfried#Stofftradition

Zum "Ritter Gottfried" hat (ohne die westfälische Überlieferung) durchaus gründlich Eichenberger 2015 gearbeitet, weitgehend online unter:

https://books.google.de/books?id=5hJfCAAAQBAJ&pg=PA457

#erzählforschung

//www.oeaw.ac.at/vid/research/histortslexikon.shtml

"Das Historische Ortslexikon ist eine statistische Dokumentation zur
österreichischen Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte und enthält Angaben über Bevölkerungs- und Häuserzahlen."

Der Aufsatz von Andreas H. Zajic in MIÖG 2007 ist nun online:

//documents.icar-us.eu/documents/2015/09/paper-vorbemerkungen-zu-einer-fruhgeschichte-des-dominikanerinnenklosters-imbach.pdf

Ellen Widders Aufsatz von 1991 ist online:

//www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/wz-9087.pdf

Digitalisate von

Rolevinck, Werner: De laude antiquae Saxoniae nunc Westphaliae dictae. [Köln: Arnold ter Hoernen, um 1475].

weist der GW nach via GND

//beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118749536

//archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2015/3571

Auswertung der Quellen zur Geschichte und Kunstgeschichte der Martinskirche in Kornwestheim auf dem Forschungsstand von 1989. Zur Geschichte dieser Publikation siehe
//archiv.twoday.net/stories/313117659/

 

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