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Open Access

Glückwunsch an Christian Gutknecht, der zeigt, dass die riesigen Zahlungen an Elsevier & Co. gut zum Einstieg in Gold Open Access genutzt werden könnten.

http://wisspub.net/2015/08/29/zahlungen-der-eth-zuerich-an-elsevier-springer-und-wiley-nun-oeffentlich/


Ratzfatz hat man eigene Arbeiten auf Academia.edu oder ResearchGate hochgeladen, aber das sind kommerzielle Unternehmungen, die keine dauerhafte Zugänglichkeit versprechen und bei denen PDFs nur für Mitglieder herunterladbar sind.
Wer sich bei Freidok durch die Anmeldung eines Dokuments gequält hat (inzwischen sind es mehrere Seiten, was ärgerlich ist, wenn man von der Schlagwortvergabe zum Abstract zurückspringen muss), weiß, dass Harnads "few keystrokes" allzu optimistisch gedacht sind.

Seit 2007 bin ich - als Lehrbeauftragter der Universität Freiburg im Breisgau - "Kunde" von Freidok. Die Bibliothek hat von Anfang an keinen Zweifel daran gelassen, dass man als Lehrbeauftragter nicht damit rechnen kann, einen Scanservice wie ein renommierter Professor geboten zu bekommen.

Nun gibt es Ärger mit Freidok Plus. 2007 hatte ich mühsam einen Pauschalvertrag mit der Bibliothek (aus Anlass von

http://web.archive.org/web/20071027110753/http://bibliotheksrecht.blog.de/2007/09/03/s_137_l_urhg_und_die_rolle_der_bibliothe~2915206 )

samt Schriftenverzeichnis ausgehandelt, wobei die Kündigungsmöglichkeit gestrichen wurde. Nun wollte man diesen nicht mehr anerkennen, da man für Freidok Plus neue Verträge entwickelt hat. Mein Hinweis Pacta sunt servanda verfing zunächst nicht, aber heute erreichte mich die Nachricht, man wolle wenigstens die seinerzeitig im Anhang angeführten Publikationen einstellen. Aber der Vertrag erfasste alle Publikationen, die ich elektronisch einbringe! Das wird hoffentlich noch geklärt werden.

Die Freischaltung dauerte immer ein paar Tage. In einem Fall wurde zunächst nicht freigeschaltet und erst nach Nachfrage mitgeteilt, dass das Dokument zu neu sei, da aus dem laufenden Jahr. Erst als ich darauf bestand, dass ich der Rechteinhaber sei, wurde es freigeschaltet.

Gestaltete sich mein Kontakt mit der Freidok-Administration in den letzten acht Jahren nie erfreulich, so ist noch ärgerlicher für die Allgemeinheit die Art und Weise, wie Freidok mit den dauerhaften (??) Links umgeht.

Mein erstes Freidok-Dokument publizierte ich im November 2007:

http://archiv.twoday.net/stories/4430353/

Damals hieß es:

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-34599
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3459/

Anders als bei dem Frankfurter Germanistik-Server Gindok

http://archiv.twoday.net/stories/1022435578/

funktionieren die alten Adressen noch - nur wie lange? Da die URLs geändert wurden, muss ich über 60 Links

https://www.freidok.uni-freiburg.de/pers/11733

in meiner Publikationsliste

http://archiv.twoday.net/stories/4974627/

auf URN umbiegen, die jetzt als einzige Zitierempfehlung erscheint. Bei den beiden neuen Dokumenten in Freidok Plus heißt es aber:

Bitte zitieren Sie die Publikation mit diesem Identifikator:
DOI: 10.6094/UNIFR/10188

Die URL ist nur unten mit einem anklickbaren Link unterlegt.

http://dx.doi.org/10.6094/UNIFR/10188

Ich darf mir also überlegen, ob ich in Publikationen meine neuen Freidok-Eprints nach DOI oder wie die älteren nach URN zitiere.

Bis auf den angenehmen Kontakt mit der UB Heidelberg (Artdok) sind meine Erfahrungen mit Repositorien, bei denen mehrere Arbeiten von mir sichtbar sind, nicht motivierend. Außer Freidok betrifft das Gindok (UB Frankfurt), wo z.B. die Freischaltung eines Beitrags über 2 Wochen oder länger gedauert hat (November 2011: "Herr [...] ist momentan mit Prüfungen beschäftigt, wird sich dann aber ab Dezember darum kümmern.")

Eine Willkommens-Kultur bei Repositorien sehe ich nur teilweise. Trotzdem plädiere ich dafür, beim Selbstarchivieren nicht (nur) auf Academia.edu etc. zu setzen, sondern Open-Access-Repositorien zu nutzen und die dort gebotenen Permalinks (DOI/URN).

Heft 2 des 68. Jahrgangs (2015) der Mitteilungen der Vereinigung Öster­rei­chi­scher Bibliothekarinnen und Bibliothekare ist ab sofort online über Phaidra zugänglich.

https://phaidra.univie.ac.at/detail_object/o:406866

Zwei Beiträge thematisieren Open Access:

Nora Schmidt: Goldener, Grüner und „Anderer“ Weg zu Open Access: Statistiken für Öster­reich

Otto Oberhauser: Open Access – Ganz, teil­weise oder gar nicht: Wie offen ist der Zugang zu den deutsch­spra­chi­gen Zeitschriften für Bibliothek und Information?

Übrigens ist "Biblos" der ÖNB seit 2014 kostenlos zugänglich:

http://www.onb.ac.at/about/23194.htm

Mein Beitrag 2006 zur OA-Heuchelei:

http://archiv.twoday.net/stories/573860379/

Wirklich befriedigend ist die Lage nicht, auch wenn Oberhauser anderer Ansicht ist.

Via
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=37766

http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg56226.html


http://officeforscholarlycommunicationharvardlibrary.createsend.com/t/ViewEmailArchive/t/3DED6F79AEC35BD0/C67FD2F38AC4859C/

kündigt die Teilnahme des Harvard-Repositoriums DASH an drei Services an.

http://onerepo.net/ (Metasuche über Repositorien, noch keine Konkurrenz für BASE)

https://osf.io/share/? (Feeds für Repositorien)

http://search.ndltd.org/ (E-Dissertationen)

http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/fbbw/index

Bisher im Netz nur Bd. 1 (1974). Leider gibt es eine Moving Wall von 3 Jahren.

http://www.zbw-mediatalk.eu/2015/08/figshare-gebt-uns-allen-euren-wissenschaftlichen-output/

Ergebnisse einer kleinen Umfrage, anonymisierte Antworten von 8 Bibliotheken:

http://lists.spline.inf.fu-berlin.de/pipermail/ipoa_forum/2015-August/001459.html

"Librarians have embraced the open access movement. They work to raise awareness of issues
surrounding scholarly communication, to educate faculty about authors’ rights, and to help
implement and maintain institutional repositories (IRs). But for all of the research and
commentary from librarians about the importance of IRs and of making research freely
available, there still exists the glaring contradiction that few librarians and Library and
Information Science (LIS) authors provide free access to their own research publications."

http://digitalcommons.unl.edu/libphilprac/1245/

Ergebnis:

"While investigating a total of 1048 journal articles from the top 20 journals published in 2013,
292 articles were found to be available openly from various sources. In other words, 27.86%
articles from 20 closed access journals were open access articles."

Eine berechtigte Frage:

"We identified a good number of articles from the Academia.edu and Researchgate websites
which are platforms for faculty researchers to share their research with their peers. This again
indicates that faculty researchers are willing to share their articles to collaborate and connect
with their colleagues, peers, and co-authors within their field. It also raised the question why
faculty researchers are more comfortable sharing their research output within a social media
platform than within their own instutional repositories."

Schlussfolgerung:

"While providing access to information is librarians’ most critical duty and responsibility, this
article points to the discouraging fact that we as LIS authors have failed, whether through SRs,
IRs, or personal websites, to make our own articles open access. Librarians and other types of
LIS authors have similar priorities to faculty authors in other disciplines. They are concerned
with publishing in journals acceptable for promotion and tenure and not with making their
articles freely available. Even though according to SHERPA/RoMEo data that more than 76% of
publishers allow some form of self-archiving, results from this study show that LIS authors do
not see the importance of self-archiving their work."

Die abschließendende Forderung nach universitätsweiten Mandaten ist völlig unbelegt!

Mein klassischer Beitrag zum Thema (2006):

http://archiv.twoday.net/stories/573860379/

Das Buch des Wissenschaftshistorikers Michael Hagner "Zur Sache des Buches" liegt mir nicht vor, mich wundert aber nicht, dass die elende Printjournaille es ausgesprochen wohlwollend aufnimmt.

https://www.perlentaucher.de/buch/michael-hagner/zur-sache-des-buches.html

Diese Skepsis mündet bei Hagner in einen gründlichen Streifzug durch die Welt des „Open Access“.
Sein Reisegepäck ist schlicht, er hat Messinstrumente in Gestalt von Studien, Statistiken und Bilanzen dabei und hebt gegenüber den Idealen der nutzerzentrierten Offenheit und ungehinderten Zirkulation, die sich scheinbar zwanglos aus der aktuellen Medienrevolution ergeben, das Agieren und die Interessen der klassischen Akteure hervor: der großen Wissenschaftsverlage und des Staates. „Open Access“ ist in diesem Buch ein Dickicht, in dem die Ausweitung von Zirkulation und Speicherung des Wissens in rabiat durchgesetzte Geschäftsmodelle, das „Data Mining“ global agierender ökonomischer Interessen und das Regelwerk staatlicher Bürokratien, übergeht.
(SZ)

Der Open-Access-Populismus: Abgesehen davon, so Hagner, dass es niemandem einfiele, den kostenlosen Zutritt zu Kino und Theater zu fordern, die ja auch von der öffentlichen Hand unterstützt würden; abgesehen des Weiteren davon, dass Bücher in den öffentlichen Bibliotheken sehr wohl gratis zugänglich seien und dass man darüber streiten könne, ob nun wirklich jedem Bürger der Sinn nach quantenphysikalischen und varietätenlinguistischen Kenntnissen stehe – abgesehen von alledem, sei Open Access zum wissenschaftsbürokratischen Zwangsmittel geworden.
http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/lesen-nicht-scannen-1.18504175

Mehr Resonanz siehe

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=20658&ausgabe=201507

https://www.google.de/search?q=HAGNER,+Michael,+Zur+Sache+des+Buches

Zu Hagner mein kurzes, aber vernichtendes Urteil:

http://archiv.twoday.net/stories/894824200/

Habe ich eine Auseinandersetzung mit Hagner aus Sicht der OA-Bewegung übersehen?

 

twoday.net AGB

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