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Wissenschaftsbetrieb

Ungewohnt starke Worte von Politik-Redakteur Gutschker:

http://www.faz.net/aktuell/politik/aberkennung-des-doktortitels-hilft-nicht-schavan-hat-betrogen-12859412.html

"Im Fall Schavan haben ein großer Teil der Wissenschaftsgemeinde und ein kleiner Teil der Öffentlichkeit die komplette Umwertung der Werte wissenschaftlichen Arbeitens versucht. Natürlich krähten die am lautesten, die am meisten von den Milliardenzuteilungen der Ministerin abhängig waren." Und natürlich die FAZ, insbesondere in Gestalt von Frau Schmoll.

http://archiv.twoday.net/search?q=schmoll

Es ist sogar von Schavans "Speichellecker[n]" die Rede. Darf man Frau Schmoll FAZ-offiziell jetzt auch so nennen? Ich frag ja nur.

http://www.scinoptica.com/pages/topics/online-konsultation-zur-zukunft-des-wissenschaftlichen-publizierens-gestartet.php

Mit blumigen Worten berichten die Thueringer Allgemeine, Die Welt u.a. von "Forschungsergebnissen" des Kölner Fachhochschul-Professors und Restaurators Gunnar Heydenreich zum Altar in der Stadtkirche zu Weimar. Dieser stamme, so Heydenreich, "eindeutig von Cranach dem Jüngeren" und er weiß: "Die gemeinsame Tätigkeit von Vater und Sohn gehört in das Reich der Anekdoten". Vielmehr habe der Sohn das Werk ausgeführt - "von der Vorzeichnung bis hin zum letzten Pinselstrich". Ebenso wie in seinen (nicht ganz billigen) als "Untersuchung" titulierten Expertisen für den Kunsthandel bekundet der "in Europa führende Cranach-Spezialist" und Leiter des fragwürdigen, mit mehr als einer Mio US$ geförderten "Forschungsprojekts" CDA auch hier, dass sich sein "Forschungsergebnis" auf den Vergleich "Hunderter" von Vergleichswerken stütze. Man lese: "Diese Linien und Schraffuren verglich Heydenreich mit denen Hunderter anderer Gemälde." So weit so gut! Doch ein Blick in die Datenbank CDA wirft die Frage auf, ob das zitierte Vergleichsmaterial (es werden aktuell 350 neue Infrarotreflektografien genannt. Wie viele Werk damit erschlossen sind oder wie viele verwertbare Ergebnisse darunter sind, wird nicht kommuniziert ) quantitativ und qualitativ geeignet ist, derartige Schlüsse zu ziehen. Vom methodischen Ansatz ganz zu schweigen, der sich auch während der Lektüre der "Auswertung" von Infrarotuntersuchungen der Projektbeteiligten Heydenreich und Sandner nicht offenbart, die über den Link "Unterzeichnung" auf der Hauptseite des CDA veröffentlicht ist. Vielmehr spiegelt sich auch hier die unbedarfte Selbstgefälligkeit wider, mit der unter dem Deckmäntelchen wissenschaftlicher Objektivität fleißg Kaffeesatzleserei betrieben wird. Ganz böse Zeitgenossen wie der Verfasser fragen sich, wann die Zahl der stolz auf der Internetseite des CDA präsentierten Projektpartner die Zahl der dargereichten Cranach-Werke übersteigt... Doch zurück zum vermeintlichen Krimi, zu dessen Auflösung weder die hellseherischen kriminalistischen Fähigkeiten des berühmten Cranach-Forschers Prof. Dr. Gunnar Heydenreich noch ein Tanz ums goldene Kalb notwendig sind! Spätestens seit Friedländer und Rosenbergs Katalog über die Werke Cranachs von 1932, in dem das Werk unter "Cranach der Jüngere" aufgeführt ist, dürfte in Fachkreisen zum Weimarer Altar allgemein bekannt sein: "[…] Der am 19. Februar 1553 gestorbene Prinz Johann Ernst fehlt, so dass mit diesem Datum ein terminus post quem gegeben ist. […] Die Außenseiten der Flügel offenbar von geringerer Hand (Werkstatt des jüngeren Cranach). Die Innenflügel zeigen ebenso wie die Mitteltafel Stil, Malweise und Kolorit des jüngeren Cranach. […] Die verschiedenen urkundlichen und die stilistischen Anhaltspunkte ergeben mit größter Wahrscheinlichkeit, dass der Altar erst nach Cranachs Tode (1553) von Johann Friedrich dem Großmütigen dem jüngeren Cranach in Auftrag gegeben wurde und 1555, nach dem Tod des Kurfürsten und seiner Gattin (1554), als Stiftung der Kinder zum Gedächtnis der Eltern – wie die Inschriftplatte besagt – aufgestellt wurde.“ Lieber Herr Professor Heydenreich, vielleicht sollten Sie Ihre ablehnende Haltung bezüglich einer Zusammenarbeit mit einem weiteren Forschungsprojekt zu Cranach nochmals überdenken. Wir helfen gerne! Das spart Geld und schafft Zeit für wirkliche Forschung!

Hatten wir hier noch nicht

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Putins-Doktorarbeit-ist-ein-Plagiat/20130604 (2013)

http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiats-vorwuerfe-die-strategie-des-dr-putin-1.846175

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_plagiarism_incidents#Vladimir_Putin

http://www.n-tv.de/politik/pressestimmen/Schavans-Lebensleistung-wird-geschmaelert-article12504706.html

n-tv lässt seine Presseschau wohl von Praktikanten erledigen und guckt nicht nochmal drüber.

Für die Ludwigsburger Kreiszeitung bleibt auch innerhalb der Wissenschaft strittig, inwieweit die damaligen Anforderungen an das akademische Arbeiten mit denen von heute gleichgesetzt werden können. "Das Gericht ist gleichwohl zu dem Schluss gekommen, dass es diesbezüglich keine unterschiedliche Bewertung geben darf. Zweifellos hat Schavan ihre politischen Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Vorsitzende. Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen solle sie jetzt mit dem Segen der Kanzlerin Botschafterin beim Vatikan werden. Eine schlechte Wahl sei Schavan für diese Position nicht, schreibt die Zeitung weiter. "Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes. Eine solche Haltung und Einstellung kann für den Job der Botschafterin beim Heiligen Stuhl nur nützlich sein."

[...]

Die Saarbrücker Zeitung findet klare Worte: "Nach diesem Urteil sollte Annette Schavan jetzt den Hoeneß machen und hinnehmen, dass ihr Doktor-Titel verloren ist. Auch wenn die Merkel-Vertraute glaubt, ihr sei großes Unrecht widerfahren." Das Gericht ist zu einer anderen Auffassung gekommen. Zweifellos habe Schavan Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Chefin, schreibt die Zeitung. "Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen soll sie jetzt Botschafterin beim Vatikan werden. "Eine schlechte Wahl ist sie nicht. Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes."


Nagut, ich nehms zurück. Hab ja eigentlich Hochachtung vor PraktikantInnen. Lisa Schwesig läuft unter "Assistenz".

Das VG Düsseldorf hat die Anfechtungsklage der ehemaligen Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan gegen den Entzug ihres mit einer Arbeit über das Gewissen erworbenen Doktorgrads durch die HHU Düsseldorf ABGEWIESEN.

http://erbloggtes.wordpress.com/2014/03/20/dr-futsch-annette-schavan-vor-gericht-gescheitert/#more-3497

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/schavan-doktortitel-entzug-duesseldorf-gericht

Zur Causa hier:

http://archiv.twoday.net/search?q=schavan (131 Nennungen)

Frau Schavan und Herr Röttgen starten das Projekt ZukunftsWerkStadt Glücklichere Tage. Foto 2012 von Wissenschaftsjahr http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/doktortitel-von-schavan-schadet-wissenschaftliches-fehlverhalten-a-955565.html

Der Soziologe nimmt in einem denkbar schwachen Beitrag in der duz, wiederveröffentlicht von Sp(eien) Online, Schavan in Schutz. Schavans Plagiat hat aber nicht zu einer genialen Entdeckung geführt, wenngleich man zugeben muss, dass es die Grundlagen für eine tolle Karriere, die womöglich in Rom noch nicht endet (oder doch? eventuell wird sie ja die erste Päpstin), gelegt hat. Wissenschaftlich war ihre Dissertation eher belanglos, wie der erneute Blick auf Google Scholar zeigt:

http://scholar.google.de/scholar?cites=7983446625367991234&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de

Zum Vergleich:

http://scholar.google.de/scholar?cites=15522465401749847161&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de

- English version below -

Im Zuge der Budgetverhandlungen für den Zeitraum 2016 bis 2018, die derzeit in Österreich zwischen dem Finanzministerium und den einzelnen Ressorts im Gange sind, steht für die öffentliche Forschungsförderung viel, wenn nicht alles auf dem Spiel. Alle größeren Institutionen in diesem Bereich sind bereits seit Jahren auf unzureichende Budgets gesetzt; beim FWF als größtem Förderer von Grundlagenforschung sind nunmehr die Rücklagen aufgebraucht, ohne eine Aufstockung des Grundetats müsste sehr bald eine wesentliche Einschränkung der Tätigkeit Platz greifen. Der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geht es nicht viel anders, auch die Universitäten sind massiv betroffen. Eine Bereitschaft wenigstens zu den absolut notwendigen Maßnahmen ist allerdings seitens der Regierungsspitze derzeit nicht zu erkennen. Dies ist, selbst angesichts der angespannten Gesamtfinanzlage der Republik, umso unverständlicher, als es sich um verhältnismäßig geringe Beträge handeln würde.

Mehrere österreichische Förderinstitutionen und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen und Fachgebiete beteiligen sich daher an der vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds initiierten Petition „Wissenschaft ist Zukunft“, mit der dazu aufgefordert wird, wenigstens das unabdingbar erforderliche Minimum zur Aufrechterhaltung des Betriebs bereitzustellen.

Ein Bild vom Ernst der Lage vermittelt etwa dieser Zeitungsbericht, in dem vor wenigen Tagen die Spitzen des FWF die Lage ihrer Institution sehr deutlich beschrieben haben; oder dieser mit einer Stellungnahme der ehemaligen Präsidentin der Europäischen Forschungsrats, Helga Nowotny; oder dieser mit der Position des Österreichischen Forschungsrates. Erhellend ist aber auch schon ein Blick auf die Seite des FWF, wo etwa nachgelesen werden kann, weshalb zwei der hochrangigsten Förderkategorien bereits für dieses Jahr eingestellt werden mussten.

Zur Startseite der Petition mit der Möglichkeit zur Unterzeichnung geht es hier. Jede Stimme, die sich anschließt, sei es aus Österreich oder von anderswo, ist höchst willkommen.

- English version -

The future of publicly funded research in Austria is at stake in the negotiations currently ongoing between the Austrian Finance Ministry and the other departments of the government for the federal budget for the years 2016 to 2018. All major research institutions in Austria have been running on grossly insufficient budgets for years; the Austrian Science Fund, the country's largest agency for fundamental research, has used up its financial reserves and, without a substantial increase to its annual budget, will have to severely curtail its activities. The Austrian Academy of Sciences is in a similar situation. The universities are likewise seriously affected. A willingness to commit to even the most urgently necessary measures is not currently detectable on the part of the leaders of the Federal Government. Even taking into consideration the difficult overall budget situation of the Republic, this attitude is difficult to understand given that the sums involved are comparatively quite moderate.

Several Austrian research agencies and numerous scientists and researchers from all fields and disciplines are therefore taking part in the petition "Science equals Future", initiated by the Vienna Science and Technology Fund. This petition aims to persuade the decision-makers in Austria's government to finally give a serious commitment at least to the most essential level of funding required for the continued operation of the agencies.

The petition is available in English here. Any voice in support, whether from inside or outside Austria, from within the scientific community or from any part of society, is heartily welcome.

Some newspaper reports (in German) detailing the grim situation for research in Austria:

- the leaders of the Austrian Science Fund discuss the situation of their institution here

- the former president of the European Research Council, Helga Nowotny, speaks on the insufficient recognition of research in Austrian politics here

- the chairman of the Austrian Research Council, Hannes Androsch, articulates similar demands here

- information in the Austrian Science Fund's newsletter on the discontinuation of its two highest-ranking funding schemes for 2014 here

Neulich erhielt ich eine Mail über einen Internetfilter in einem Forschungsinstitut, der auch das Internet Archive und die Wikipedia betrifft, nämlich alles, was im weitesten Sinn eine Tauschbörse sein könnte. Ich verwies vor allem auf Art. 5 GG, der auch in Arbeitsverhältnissen via Drittwirkung der Grundrechte zu beachten ist.

Nun beschwert sich der Chaos Computer Club Zürich über einen sehr weitgehenden Pornofilter der Uni Zürich, der auch eindeutig nichtpornografische Seiten wie www.abogados.us erfasst:

http://heise.de/-2148369

https://www.ccczh.ch/UZH-Sperrliste

http://erbloggtes.wordpress.com/2014/03/13/sich-einen-reim-machen-auf-die-causa-schavan/

Das Aufklärungs-Theater rund um Schavan - stockt es?
Nein, denn es gibt ja das famose "Erbloggtes".
Dieses Blog liest einem Aachener Emeriten
Namens Reim ganz schön heftig die Leviten.
Leider nicht in Versen, welch Wehmutstropfen,
Aber vielleicht dürfen wir künftig auf mehr Reime hoffen!

 

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