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Nach den Schallplattenmultis versucht nun ein Noten-Großverlag in einem letzten Aufbäumen zu retten, was nicht mehr zu retten ist:

Der mächtige und mir persönlich schon immer auf allerlei Weise höchst unsympathische Verlag "Universal Edition" hat mit einem fragwürdigen Rechtsstreit das freie Projekt "International Music Score Library Project" zu Fall gebracht.

Das Abschiedsschreiben:
http://imslp.org/

Mehr zum Projekt:
http://en.wikipedia.org/wiki/International_Music_Score_Library_Project

Die Mainzer Allgemeine Zeitung (s. http://www.allgemeine-zeitung.de/feuilleton/objekt.php3?artikel_id=3015603 )bespricht Karin Beiers Kölner "Nibelungen"-Inszenierung: ".... Ein Glatzkopf im Frack, der sich später als Volker von Alzey entpuppt, fängt an, von Island und Brunhild zu berichten. Er überlässt die Geschichte von Siegfrieds Kampf mit dem Drachen dann einem bleichen Herrn im grauen Dreiteiler, den man in leitender Position im Stadtarchiv vermuten könnte, hinter dem sich aber der spätere Siegfried-Mörder Hagen Tronje verbirgt. ...."

Die "Presse" (s. http://www.diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/338185/index.do )berichtet über die Archiven und Archivierenden sattsam bekannten Vorgänge im polnischen Außenministerium:" ....Ihr Auftrag [Anna Fotyga, polnische Außenministerin] war es, das Außenministerium „auszumisten“ und zu säubern von den seit 1989 hier waltenden kommunistischen und postkommunistischen Seilschaften. Top-Diplomaten, die den Weg Polens in die Nato 1999 und in die EU 2004 geebnet hatten, setzten sich rechtzeitig in die Privatwirtschaft oder an Universitäten ab, um dem jakobinischen Säuberungsfuror zu entgehen.
Wer das aber versäumte und wer in seiner diplomatischen Ausbildung einen „dunklen Fleck“ – etwa ein Sprachstudium in Moskau aufzuweisen hatte – der kam unter die Räder. Wenn er Glück hatte, darf er jetzt im verstaubten Archiv der Szucha-Allee Akten sortieren. Es gibt Dutzende solcher Beispiele vom jähen Absturz hochgebildeter, sprachgewandter und erfahrener Spitzendiplomaten ...."

Ein "Hör"-Archiv: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,511786,00.html

http://194.95.134.232/mssdoku/detail.php

http://www.rwth-aachen.de/go/id/oyg/
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2007/pm.2007-10-19.350/

Es sind dies übrigens die beiden Hochschulen, an denen ich Lehrbeauftragter bin ;-)

Die Zeitungen erinnern anlässlich der Verkaufspläne von Schloss Salem an den Fall des Neuen Schlosses Baden-Baden, das einer kuwaitischen Geschäftsfrau gehört:

http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/besondere-bestaende/verkauf.php


http://www.boersenblatt.net/170160/

Dort ist Peter Mulzer auf der Bildfläche erschienen, der in Sachen Donaueschingen und Eichstätt kein Blatt vor den Mund nimmt, nicht die Eigentümer schont und nicht die Bibliothekare, die wegsehen.

Zum Ausgangspunkt: Ich klebe nicht an dem Beispiel, es gibt genügend wichtigere Fälle.

Sämtliche vorhandenen Sammlungen sollen daraufhin gesichtet werden, ob sie Werke oder Gegenstände enthalten, die keinerlei Bezug zum Land aufweisen und sich aus der jeweiligen Sammlung herauslösen lassen, ohne die Ziele der Sammlung oder die Sammlung in ihrer Substanz zu beeinträchtigen. In diesen Fällen sind angemessene Formen der Verwertung zu prüfen.

Antrag zum Landeshauptausschuss der FDP am 27. Oktober 2007
http://www.fdp-bw.de/docs/antraegelhasalem07.pdf

Da ist er wieder dieser absurde "Landesbezug". Als ob die heutigen Staatsgrenzen in irgendeiner Weise für Kulturgüter verbindlich gewesen wären. Als Bestandteil historischer Landessammlungen haben alle Kulturgüter in den Sammlungen des Landes natürlich einen Landesbezug und lassen sich nicht herauslösen.

http://www.digitale-sammlungen.de/~mdz/mdz/rss/mdz-rss.xml

 

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