Kodikologie
http://www.handschriftencensus.de/22459
Nicht unbedingt hilfreich ist die Praxis des Handschriftencensus, den Autorennamen bei Aktualisierungen mitzuführen, ohne dass der Autor etwas von den Änderungen mitbekommt. So darf ich mich denn mit einem Eintrag (August 2014) zur Breslauer-Twinger-Handschrift R 203 brüsten, in dem ein Digitalisat vermerkt wird, auf das ich gerade eben erst aufmerksam wurde. Meine Informationen zur Handschrift übermittelte ich am 16. Dezember 2009 an Jürgen Wolf.
Den Aufsatz von Altmann verlinkt man besser mit
http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/18/689 (funktioniert leider nur bei den Monumenta-Zeitschriften)
Bl. 237 bis 336, über die sich Altmann (er gibt an: Materialien zu Straßburg, dem Elsass und der Schweiz aus dem 15. Jahrhundert) und früher Hegel
https://archive.org/stream/diechronikender05kommgoog#page/n317/mode/2up
allzu vage äußerten, können jetzt genau untersucht werden. Die Handschrift entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts möglicherweise in Köln.
Die Präsentation der UB Breslau ist mehr als schwachsinnig. Kann mir jemand erklären, wie man ohne Folienangaben am Scan die Handschrift benutzen soll????
Bl. 237r ist http://goo.gl/PHvoEq
Man kann am Ende vor dem jpg durch URL-Änderung blättern. Bequemer ist
http://dk.bu.uni.wroc.pl/cymelia/displayDocument.htm?docId=5002000379
Mehr zur Handschrift in Zukunft.
Nicht unbedingt hilfreich ist die Praxis des Handschriftencensus, den Autorennamen bei Aktualisierungen mitzuführen, ohne dass der Autor etwas von den Änderungen mitbekommt. So darf ich mich denn mit einem Eintrag (August 2014) zur Breslauer-Twinger-Handschrift R 203 brüsten, in dem ein Digitalisat vermerkt wird, auf das ich gerade eben erst aufmerksam wurde. Meine Informationen zur Handschrift übermittelte ich am 16. Dezember 2009 an Jürgen Wolf.
Den Aufsatz von Altmann verlinkt man besser mit
http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/18/689 (funktioniert leider nur bei den Monumenta-Zeitschriften)
Bl. 237 bis 336, über die sich Altmann (er gibt an: Materialien zu Straßburg, dem Elsass und der Schweiz aus dem 15. Jahrhundert) und früher Hegel
https://archive.org/stream/diechronikender05kommgoog#page/n317/mode/2up
allzu vage äußerten, können jetzt genau untersucht werden. Die Handschrift entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts möglicherweise in Köln.
Die Präsentation der UB Breslau ist mehr als schwachsinnig. Kann mir jemand erklären, wie man ohne Folienangaben am Scan die Handschrift benutzen soll????
Bl. 237r ist http://goo.gl/PHvoEq
Man kann am Ende vor dem jpg durch URL-Änderung blättern. Bequemer ist
http://dk.bu.uni.wroc.pl/cymelia/displayDocument.htm?docId=5002000379
Mehr zur Handschrift in Zukunft.
KlausGraf - am Mittwoch, 27. August 2014, 05:56 - Rubrik: Kodikologie
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http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/stadtbibliothek-koblenz/
Vermisst werden nicht weniger als drei Handschriften, die noch 2002 bzw. 1984 vorhanden waren.
Vermisst werden nicht weniger als drei Handschriften, die noch 2002 bzw. 1984 vorhanden waren.
KlausGraf - am Mittwoch, 27. August 2014, 05:53 - Rubrik: Kodikologie
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http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/abt-95-nr-1-199/
Leider wird der handschriftliche Katalog von Sauerland nicht angeboten, was vor allem dann misslich ist, wenn darauf für weitere Informationen verwiesen wird. Die Größe des Bestands, der überwiegend aus Norddeutschland (Paderborn, Hildesheim usw.) und aus der Sammeltätigkeit des Grafen Christoph von Kesselstatt (Domdekan zu Paderborn) zu stammen scheint, ist beeindruckend.
Die deutschen Gebete
http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/trier-ba-abt-95-nr-69/
fehlen z.B. im Handschriftencensus.
Leider wird der handschriftliche Katalog von Sauerland nicht angeboten, was vor allem dann misslich ist, wenn darauf für weitere Informationen verwiesen wird. Die Größe des Bestands, der überwiegend aus Norddeutschland (Paderborn, Hildesheim usw.) und aus der Sammeltätigkeit des Grafen Christoph von Kesselstatt (Domdekan zu Paderborn) zu stammen scheint, ist beeindruckend.
Die deutschen Gebete
http://www.blogs.uni-mainz.de/handschriftencensus/trier-ba-abt-95-nr-69/
fehlen z.B. im Handschriftencensus.
KlausGraf - am Mittwoch, 27. August 2014, 05:28 - Rubrik: Kodikologie
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Von 1615 bis 1659 bzw. 1660-1695 aus der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg einsehbar beim MDZ:
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092607-6
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092608-1
#fnzss
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092607-6
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092608-1
#fnzss
KlausGraf - am Mittwoch, 27. August 2014, 04:05 - Rubrik: Kodikologie
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Die UB Augsburg stellt die alten Findhilfsmittel ins Netz:
Deutsche Handschriften des 17./18. Jh.
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002508-6
des 16. Jh.
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-1
Erfreulicherweise nennt der Reiter Inhalt die jeweiligen Signaturen.
Beispiel Württembergische Chroniken
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0222-1 (1597?)
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0154-5
Siehe auch mit weiteren Nachweise zu frühneuzeitlichen Handschriften
http://archiv.twoday.net/stories/233326607/
#fnzhss
Deutsche Handschriften des 17./18. Jh.
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002508-6
des 16. Jh.
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-1
Erfreulicherweise nennt der Reiter Inhalt die jeweiligen Signaturen.
Beispiel Württembergische Chroniken
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0222-1 (1597?)
http://www.nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002507-0154-5
Siehe auch mit weiteren Nachweise zu frühneuzeitlichen Handschriften
http://archiv.twoday.net/stories/233326607/
#fnzhss
KlausGraf - am Dienstag, 26. August 2014, 01:39 - Rubrik: Kodikologie
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KlausGraf - am Dienstag, 26. August 2014, 00:57 - Rubrik: Kodikologie
In dem von Bernhard und Hans Peter Sandbichler 1999 bearbeiteten Handschriftenkatalogs des Museums Ferdinandeum in Innsbruck (1999) - zum Katalog siehe http://archiv.twoday.net/stories/11584199/ -
wird ein umfangreiches handschriftliches Arzneibuch (Signatur: FB 1981) in fünf Büchern, geschrieben und verfasst 1535 von Dionysius Sibenburger, der sieben freien Künste und der Arznei Doktor, beschrieben.
http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/digi_books.php?cat=sandbichler&page_fn=B098
In der 1535 datierten Vorrede beruft sich der Schreiber auf den Juden Moses "Neusteter", Leibarzt der Königin Maria (also Maria von Ungarn 1505-1558), von dem er seine Kenntnisse im 30. Jahr seines Alters erhalten habe, was auf das Geburtsjahr 1505 schließen lässt.
Die Person Sibenburgers wurde von den Autoren nicht identifiziert. Allzu viel lässt sich in der Tat über ihn nicht herausbringen.
GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=100406777
Kurzbiographie aufgrund der folgenden vorläufigen Ermittlungen: Dionysius Sibenbürger (geboren wohl 1505, möglicherweise in Braunau am Inn; gestorben nicht vor 1553) studierte in Padua Medizin. Er verfasste als Bürger zu Braunau und später als Arzt in Salzburg astrologische Vorhersagen.
Bereits Schelhorn 1732 hat vergeblich nach biographischen Nachrichten gesucht.

http://books.google.de/books?id=7XVYAAAAcAAJ&pg=PA148
Schelhorn schätzte die der Pestschrift Sibenbürgers von 1544 angehängte Sterbekunst als "gut Lutherisch" (S. 149) ein und gab sie in seinem Buch über den Salzburger Protestantismus wieder.
Digitalisat der Pestschrift:
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10908482_00003.html
Auf Schelhorn gehen die Notizen bei Zedler
http://www.zedler-lexikon.de/index.html?c=blaettern&seitenzahl=517&bandnummer=37&view=150&l=de
und Zauner sowie Pillwein zurück
http://books.google.de/books?id=Wb1RAAAAcAAJ&pg=PA251
http://books.google.de/books?id=N7W2AAAAIAAJ&pg=PA190
Die Literatur zu seinen Praktiken beschränkt sich auf das, was man ihnen selbst entnehmen kann, so schon Sudhoff 1902:
https://archive.org/stream/abhandlungenzur05unkngoog#page/n48/mode/2up
Hille 2010
http://books.google.de/books?id=5Fyq36rUTuwC&pg=PA99
Die älteste bekannte Praktik hat die LB Coburg ins Netz gestellt (der VD 16
http://gateway-bayern.de/VD16+S+6184
weist einmal mehr ärgerlicherweise das Digitalisat nicht nach).
http://digital.bib-bvb.de/webclient/DeliveryManager?custom_att_2=simple_viewer&pid=4915014
Auf dem Titelblatt und am Ende der Widmung - datiert Braunau 3. Mai 1543 - an Hans Trenbeck von Trenbach, Pfleger zu Mühldorf und erzbischöflich salzburgischer Rat, bezeichnet sich Sibenbürger als Bürger zu Braunau.
Diese Praktik wurde auch in Köln gedruckt: VD16 ZV 14390. Weitere Nummern: VD16 B 8427.
Hinsichtlich der erhaltenen Praktiken Sibenbürgers ist der VD 16 alles andere als komplett. Allein vier weitere Drucke hat Jonathan Green:
http://books.google.de/books?id=8I51oT4AoosC&pg=PA194
In der 1539 gedruckten Practica auf 1540 (VD16 S 6185) bezeichnet sich Sibenburger bereits als in Salzburg ansässig, er nennt sich beider Arzneien Doktor.
Online beim MDZ sind die Praktiken auf 1545
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198899.html
und 1548
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198896.html (Widmung Salzburg 5. August 1547 an Wolf Yppenberger, bayerischen Hallamtsverweser in Reichenhall)
Salzburg erscheint auch in weiteren Praktiken auf dem Titelblatt. Ob die Praktik auf 1553, die der Stadt Steyr gewidmet ist, auf einen Ortswechsel hinweist, vermag ich nicht zu sagen.
Nicht bei Green aufgeführt wird die wohl späteste bekannte Praktik, im OPAC der UB Edinburgh: Practica Teutsch auff das 1554 Jar, Durch Dionisius Sibembürger etc. auff das kurtzest mit fleiss gepracticiert.
Sibenbürgers Lebensdaten wären damit mit 1505 (?) bis nicht vor 1553 anzugeben.
Zum Almanach auf 1541:
http://books.google.de/books?id=cKMRAAAAIAAJ&pg=PA51
Nicht im VD 16 erscheint das im OPAC der SB Berlin, aber nicht im ST 16 verzeichnete Diarium ad 1544 (Kriegsverlust?).
GBS-Suche
https://archive.org/stream/bub_gb_pppAAAAAYAAJ#page/n29/mode/2up
http://books.google.de/books?id=VZowAQAAMAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22
[= http://hdl.handle.net/2027/coo.31924106162021?urlappend=%3Bseq=170 (US)]
Ein Medizinstudium in Padua erwähnt ein kostenpflichtiger Beitrag aus dem Jahr 1980:
http://www.siebenbuerger.de/zeitung/pdfarchiv/suche/kalender%20hans%20hermann/seite17.html
Zur Familie Sibenbürgers zähle ich den Anton Sibenbürger aus Braunau (1519 immatrikuliert in Ingolstadt, 1539 in Tübingen), der den ersten Teil der Handschrift 4° Cod. ms. 746 der UB München, eines astronomischen Sammelbands, schreibt.
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0526_b205_jpg.htm
Eventuell auch den in Tübingen 1545 immatrikulierten Christoph S. aus Salzburg:
http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LXV223-1/0333
Weitere Notizen:
http://books.google.de/books?id=NkIxAQAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22 bezieht sich womöglich auf einen anderen Dr. Sibenbürgen.
Ob Zinner weitere Drucke kennt?
http://books.google.de/books?id=LjRtAAAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22
Nach Zinner zitierte Burmeister die Praktik auf 1540
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j2008-t-A079
Die weiteren Namensformen in einem ungarischen Nachschlagewerk wecken kein Vertrauen:
https://www.google.de/search?q=%22siebenb%C3%BCrger+dionysius%22&tbm=bks
http://www.eruditio.hu/lectio/rmsz
Nachtrag: Dr. Peter Kramml vom Stadtarchiv Salzburg teilte freundlicherweise mit, dass ihm keine Salzburger Belege zu S. bekannt sind. Er war sicher weder Leibarzt noch Stadtarzt. Er sandte mir einen Zeitungsartikel von Udo W. Acker, der offenbar aus der Siebenbürgen-Forschung kommt: Als Pestarzt in Salzburg ... Dionysius Sibenbürger wirkte im 16. Jahrhundert erfolgreich in unserer Stadt, in: Salzburger Volksblatt vom 10. März 1979. Acker hat sich die Pestschrift etwas gründlicher angeschaut als ich. Er bestätigt den Eindruck Schelhorns, dass sie eine protestantische Überzeugung spiegelt. Aus dem Text geht zudem hervor, dass S. in Padua studierte und einen Griechen Cermisonus aus Korfu als seinen Lehrer nennt.
Weitere Fehlanzeigen meldeten das Landesarchiv Salzburg und (wie nicht anders zu erwarten) das von diesem empfohlene Universitätsarchiv Salzburg.
Nichts Neues erbrachten die freundlicherweise mitgeteilten Notizen Bonorands
http://www.irg.uzh.ch/projekte/bonorand/reg.html#s
Ergiebiger war eine Anfrage bei der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim, die freundlicherweise Materialien übersandte.
Udo W. Acker: Dionysius Sibenbürger. Salzburger Arzt und Protestant im 16. Jahrhundert. In: Südostdeutsche Vierteljahrsblätter 1979 H. 1, S. 26-29
Inhaltlich im wesentlichen identisch mit dem oben zitierten Salzburger Zeitungsartikel, weist dieser Beitrag noch den Hinweis auf, dass Sibenbürger nicht in Nürnberg nachweisbar ist.
Hans Meschendörfer: Siebenbürger, der Name und seine Träger [...], Hermannstadt, 2001, S. 61f. machte auf den im Juni 1520 in Wien eingeschriebenen Dionysisius Sibenburger aus Braunau aufmerksam (Natio Renensium, also nicht aus Siebenbürgen). Seine dortige Zulassung zum Bakkalarsexamen erfolgte am 10. Dezember 1524 (Universitätsarchiv Wien AFA 4, Bl. 137v):
http://www.univie.ac.at/archiv/artreg/AFA4%20nr%2021915%20bis%2029258.pdf
Zum Studium in Padua siehe auch
http://books.google.de/books?id=nkm7AAAAIAAJ&q=sibenb%C3%BCrger
#forschung
#fnzhss

wird ein umfangreiches handschriftliches Arzneibuch (Signatur: FB 1981) in fünf Büchern, geschrieben und verfasst 1535 von Dionysius Sibenburger, der sieben freien Künste und der Arznei Doktor, beschrieben.
http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/digi_books.php?cat=sandbichler&page_fn=B098
In der 1535 datierten Vorrede beruft sich der Schreiber auf den Juden Moses "Neusteter", Leibarzt der Königin Maria (also Maria von Ungarn 1505-1558), von dem er seine Kenntnisse im 30. Jahr seines Alters erhalten habe, was auf das Geburtsjahr 1505 schließen lässt.
Die Person Sibenburgers wurde von den Autoren nicht identifiziert. Allzu viel lässt sich in der Tat über ihn nicht herausbringen.
GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=100406777
Kurzbiographie aufgrund der folgenden vorläufigen Ermittlungen: Dionysius Sibenbürger (geboren wohl 1505, möglicherweise in Braunau am Inn; gestorben nicht vor 1553) studierte in Padua Medizin. Er verfasste als Bürger zu Braunau und später als Arzt in Salzburg astrologische Vorhersagen.
Bereits Schelhorn 1732 hat vergeblich nach biographischen Nachrichten gesucht.
http://books.google.de/books?id=7XVYAAAAcAAJ&pg=PA148
Schelhorn schätzte die der Pestschrift Sibenbürgers von 1544 angehängte Sterbekunst als "gut Lutherisch" (S. 149) ein und gab sie in seinem Buch über den Salzburger Protestantismus wieder.
Digitalisat der Pestschrift:
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10908482_00003.html
Auf Schelhorn gehen die Notizen bei Zedler
http://www.zedler-lexikon.de/index.html?c=blaettern&seitenzahl=517&bandnummer=37&view=150&l=de
und Zauner sowie Pillwein zurück
http://books.google.de/books?id=Wb1RAAAAcAAJ&pg=PA251
http://books.google.de/books?id=N7W2AAAAIAAJ&pg=PA190
Die Literatur zu seinen Praktiken beschränkt sich auf das, was man ihnen selbst entnehmen kann, so schon Sudhoff 1902:
https://archive.org/stream/abhandlungenzur05unkngoog#page/n48/mode/2up
Hille 2010
http://books.google.de/books?id=5Fyq36rUTuwC&pg=PA99
Die älteste bekannte Praktik hat die LB Coburg ins Netz gestellt (der VD 16
http://gateway-bayern.de/VD16+S+6184
weist einmal mehr ärgerlicherweise das Digitalisat nicht nach).
http://digital.bib-bvb.de/webclient/DeliveryManager?custom_att_2=simple_viewer&pid=4915014
Auf dem Titelblatt und am Ende der Widmung - datiert Braunau 3. Mai 1543 - an Hans Trenbeck von Trenbach, Pfleger zu Mühldorf und erzbischöflich salzburgischer Rat, bezeichnet sich Sibenbürger als Bürger zu Braunau.
Diese Praktik wurde auch in Köln gedruckt: VD16 ZV 14390. Weitere Nummern: VD16 B 8427.
Hinsichtlich der erhaltenen Praktiken Sibenbürgers ist der VD 16 alles andere als komplett. Allein vier weitere Drucke hat Jonathan Green:
http://books.google.de/books?id=8I51oT4AoosC&pg=PA194
In der 1539 gedruckten Practica auf 1540 (VD16 S 6185) bezeichnet sich Sibenburger bereits als in Salzburg ansässig, er nennt sich beider Arzneien Doktor.
Online beim MDZ sind die Praktiken auf 1545
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198899.html
und 1548
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10198896.html (Widmung Salzburg 5. August 1547 an Wolf Yppenberger, bayerischen Hallamtsverweser in Reichenhall)
Salzburg erscheint auch in weiteren Praktiken auf dem Titelblatt. Ob die Praktik auf 1553, die der Stadt Steyr gewidmet ist, auf einen Ortswechsel hinweist, vermag ich nicht zu sagen.
Nicht bei Green aufgeführt wird die wohl späteste bekannte Praktik, im OPAC der UB Edinburgh: Practica Teutsch auff das 1554 Jar, Durch Dionisius Sibembürger etc. auff das kurtzest mit fleiss gepracticiert.
Sibenbürgers Lebensdaten wären damit mit 1505 (?) bis nicht vor 1553 anzugeben.
Zum Almanach auf 1541:
http://books.google.de/books?id=cKMRAAAAIAAJ&pg=PA51
Nicht im VD 16 erscheint das im OPAC der SB Berlin, aber nicht im ST 16 verzeichnete Diarium ad 1544 (Kriegsverlust?).
GBS-Suche
https://archive.org/stream/bub_gb_pppAAAAAYAAJ#page/n29/mode/2up
http://books.google.de/books?id=VZowAQAAMAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22
[= http://hdl.handle.net/2027/coo.31924106162021?urlappend=%3Bseq=170 (US)]
Ein Medizinstudium in Padua erwähnt ein kostenpflichtiger Beitrag aus dem Jahr 1980:
http://www.siebenbuerger.de/zeitung/pdfarchiv/suche/kalender%20hans%20hermann/seite17.html
Zur Familie Sibenbürgers zähle ich den Anton Sibenbürger aus Braunau (1519 immatrikuliert in Ingolstadt, 1539 in Tübingen), der den ersten Teil der Handschrift 4° Cod. ms. 746 der UB München, eines astronomischen Sammelbands, schreibt.
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0526_b205_jpg.htm
Eventuell auch den in Tübingen 1545 immatrikulierten Christoph S. aus Salzburg:
http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LXV223-1/0333
Weitere Notizen:
http://books.google.de/books?id=NkIxAQAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22 bezieht sich womöglich auf einen anderen Dr. Sibenbürgen.
Ob Zinner weitere Drucke kennt?
http://books.google.de/books?id=LjRtAAAAIAAJ&q=%22sibenb%C3%BCrger%22
Nach Zinner zitierte Burmeister die Praktik auf 1540
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j2008-t-A079
Die weiteren Namensformen in einem ungarischen Nachschlagewerk wecken kein Vertrauen:
https://www.google.de/search?q=%22siebenb%C3%BCrger+dionysius%22&tbm=bks
http://www.eruditio.hu/lectio/rmsz
Nachtrag: Dr. Peter Kramml vom Stadtarchiv Salzburg teilte freundlicherweise mit, dass ihm keine Salzburger Belege zu S. bekannt sind. Er war sicher weder Leibarzt noch Stadtarzt. Er sandte mir einen Zeitungsartikel von Udo W. Acker, der offenbar aus der Siebenbürgen-Forschung kommt: Als Pestarzt in Salzburg ... Dionysius Sibenbürger wirkte im 16. Jahrhundert erfolgreich in unserer Stadt, in: Salzburger Volksblatt vom 10. März 1979. Acker hat sich die Pestschrift etwas gründlicher angeschaut als ich. Er bestätigt den Eindruck Schelhorns, dass sie eine protestantische Überzeugung spiegelt. Aus dem Text geht zudem hervor, dass S. in Padua studierte und einen Griechen Cermisonus aus Korfu als seinen Lehrer nennt.
Weitere Fehlanzeigen meldeten das Landesarchiv Salzburg und (wie nicht anders zu erwarten) das von diesem empfohlene Universitätsarchiv Salzburg.
Nichts Neues erbrachten die freundlicherweise mitgeteilten Notizen Bonorands
http://www.irg.uzh.ch/projekte/bonorand/reg.html#s
Ergiebiger war eine Anfrage bei der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim, die freundlicherweise Materialien übersandte.
Udo W. Acker: Dionysius Sibenbürger. Salzburger Arzt und Protestant im 16. Jahrhundert. In: Südostdeutsche Vierteljahrsblätter 1979 H. 1, S. 26-29
Inhaltlich im wesentlichen identisch mit dem oben zitierten Salzburger Zeitungsartikel, weist dieser Beitrag noch den Hinweis auf, dass Sibenbürger nicht in Nürnberg nachweisbar ist.
Hans Meschendörfer: Siebenbürger, der Name und seine Träger [...], Hermannstadt, 2001, S. 61f. machte auf den im Juni 1520 in Wien eingeschriebenen Dionysisius Sibenburger aus Braunau aufmerksam (Natio Renensium, also nicht aus Siebenbürgen). Seine dortige Zulassung zum Bakkalarsexamen erfolgte am 10. Dezember 1524 (Universitätsarchiv Wien AFA 4, Bl. 137v):
http://www.univie.ac.at/archiv/artreg/AFA4%20nr%2021915%20bis%2029258.pdf
Zum Studium in Padua siehe auch
http://books.google.de/books?id=nkm7AAAAIAAJ&q=sibenb%C3%BCrger
#forschung
#fnzhss
KlausGraf - am Montag, 25. August 2014, 21:30 - Rubrik: Kodikologie
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Die Schnarchnasen der BSB haben seither sage und schreibe 4 (in Worten: vier) 5 (in Worten: fünf) Ansbacher lateinische Handschriften online gestellt.
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ansbach
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ansbach
KlausGraf - am Donnerstag, 21. August 2014, 21:00 - Rubrik: Kodikologie
Nach den Forschungen von Lotte Kurras hat um 1600 ein namentlich nicht bekannter Illuminist, der möglicherweise in Heilbronn ansässig war, auf der Grundlage von Georg Rüxners Turnierbuch repräsentative Bilderhandschriften in Serie angefertigt, die er auf Kraichgauer Adelsfamilien zuschnitt. Bekannt sind Fassungen für die Familien von Gemmingen, von Helmstatt und für den Heilbronner Deutschordenskomtur Karl von Wolckenstein. Rüxners Turnierbuch habe, so Kurras, "in dem Kraichgauer Turnierbuch eine besonders reizvolle Umsetzung erfahren. Aus spröden Namenslisten und Turnierberichten ist ein farbenprächtiges heraldisches Kunstwerk mit einer neuen Gesamtkonzeption geworden" (Kurras 1996, S. 171).
Lotte Kurras hat sich zu den Kraichgauer Turnierbüchern im Kommentar zu der Faksimileausgabe "Turnierbuch aus der Kraichgauer Ritterschaft. Cod. Ross. 711" (1983) geäußert. Das Faksimile und der verbesserte Kommentar erschienen nochmals als: Das große Buch der Turniere (1996), das mir vorliegt. Zu den Abweichungen dieser Ausgabe von dem teuren älteren Faksimile vgl. Kurt Andermann, in: ZGO 145 (1997), S. 597. Außerdem hat Kurras 1989 im GNM-Katalog Die Grafen von Schönborn S. 496f. Nr. 377 den Eintrag zum bis damals nicht bekannten Pommersfeldener Turnierbuch verfasst.
1996 listete Kurras die damals bekannten Exemplare auf (S. 163).
In Archivalia ergänzt habe ich die Heidelberger Handschrift
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/
und das 2014 versteigerte Exemplar aus Fränkisch-Crumbach
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/
Damit sind die folgenden sieben Handschriften bekannt.
Burg Hornberg, Archiv der Freiherren von Gemmingen-Hornberg
1616. Für die von Gemmingen
Ein Zeitungsartikel vom 26. März 2010 enthält dazu folgende Zeilen:
"Wertvoll − dazu zählt der 46-Jährige [Baron Dajo von Gemmingen] das Turnierbuch der Kraichgauer Ritter, das Wolf Conrad Greck von Kochendorf 1616 fertigstellen ließ. In gebundenem Leder sind die Papierseiten in tadellosem Zustand. Die 400 Jahre alten Farben strahlen in allen Schattierungen. Mit diesem Buch wollten sich die Kraichgauer Ritter vor den Begehrlichkeiten des Pfalzgrafen in Heidelberg wappnen, indem sie sich vom niederen Adel absetzten und ihre Reichsunmittelbarkeit dokumentierten. Denn an Turnieren durfte nur teilnehmen, wer mindestens in dritter Generation rein adliger Herkunft war."
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige-Ein-Fuellhorn-historischer-Kostbarkeiten;art16305,1800636
Farbabbildungen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_Gemmingen-Hornberg_Turniergesellschaften1.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlacht_von_Seckenheim.jpg
Heidelberg, UB, Heid. Hs. 58
1615 (Abschrift 1. Hälfte 18. Jahrhundert). Für die von Gemmingen, ohne farbig ausgeführte Wappen (nur Vorzeichnungen)
Digitalisat:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs58
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/
Pommersfelden, Gräflich Schönborn'sche Schlossbibliothek, Hs. 123 (2734)
Um 1615. Für Carl von Wolckenstein, Deutschordenskomtur in Heilbronn
Katalog: Die Grafen von Schörnborn (1989), S. 496f. Nr. 377 mit einer Farb- und einer SW-Abbildung.
Farbabbildung Bl. 15v
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kraichgauer_turnierbuch_pommersfelden.jpg
Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Cod. Ross. 711
Um 1615. Für die von Helmstatt
Faksimileausgaben von Lotte Kurras 1983 und 1996
Beschreibung 1911 im Katalog der illuminierten Handschriften der Rossiana
http://hdl.handle.net/2027/mdp.39015028853235?urlappend=%3Bseq=39 (US)
Farbabbildungen
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helmstatt-turnierbuch.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_rossiana.jpg
[2015 online gestellt:
http://archiv.twoday.net/stories/1022479499/ ]
Stuttgart, Württembergische LB, Cod. hist. fol. 298
1615. Für die von Gemmingen
Katalog von Heyd 1890
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/264925
1 Farbabbildung:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_gemmingen_1462.jpg
Privatbesitz, zuletzt Heidelberg, Auktionshaus H. Tenner 1971
Für die von Helmstatt.
Katalog Nr. 87 Nr. 833 mit Abbildung S. 4 nach Kurras 1996, S. 163
Privatbesitz, zuletzt Berlin, Auktionshaus Stargardt (2014)
1615. Für die von Gemmingen
[Jetzt WLB Stuttgart Cod. hist. fol. 298a
http://www.wlb-stuttgart.de/fileadmin/user_upload/die_wlb/WLB-Forum/WLBforum_2014_2.pdf Nachtrag 2015 April]
Katalog 700 Nr. 1180 "TURNIERBUCH der Freiherrlichen Familie von Gemmingen -Michelfeld. Farbige heraldische Handschrift auf Papier von einem für mehrere Kraichgauer Ritterschaftsfamilien tätigen anonymen Wappenmaler. 1615. Mit 390 Wappendarstellungen, davon 31 auf Pferdedecken und 21 auf Fahnen der Herolde, sowie mit 10 ganzseitigen Kaiser- und Fürstenstandbildern.
Texte in großer Barockfraktur, rote Überschriften und Anfangsworte. 59 Blätter folio,
36,5¥19 cm (1 vermutlich leeres Blatt fehlt; gezählte S. 1 – 4 und 7– 118, davon 17 leer). Etwas
fleckig, kleinere Randdefekte und Einrisse meist mit Transparentpapier unterlegt; die Malereien
farbfrisch. Brauner Ledereinband mit Rollen- und Filetenstempelprägung und einem
(dilettantisch eingeprägten, vergoldeten) Supralibros: „FVGZF und ASVGGGVK 1618“; berieben,
wurmspurig und an den Ecken stärker bestoßen, Rücken erneuert. (12.000.—)
„Turnier Buch. Zusamen geordnete Turnir, Teutscher Adelicher Nation, der 4 landt als Reinstrom
Francken, Schwaben, und Bayern, Wan und von Welchen die angefangen, und volbracht worden, darin
sich die wol edlen irer voreltern Rittermessigen Edlen Stamen haben zuerinnern, mitt iren Jarzalen vnd
namen, sonderlich des Uhralten Edlen Rittermessigen stammen Gemmingen, mitt iren wappen vnd
besuchten orten der außgeschribenen Turniren / Im iar 1615.“
Die Handschrift enthält auf dem vorderen Spiegel den bekannten „Circkell der 7 planeten stundt“ mit
einer Weltkarte im Kreis, umgeben von Tabellen der 24 Planetenstunden der 7 Wochentage. Auf S. 1 die
2 Wappenbäume: „Grecken Stam zu Kochendorff“ und „Gemmingen Stam zu Michelfeldt“ in 7 bzw. 6
Generationen mit eingetragenen Namen der Stammträger jeweils mit „vxor“.
Auf S. 9 beginnt mit dem Ziertitel das eigentliche, auch in anderen Exemplaren (s.u.) bekannte Kraichgauer Turnierbuch, dessen Inhalt nach Georg Rüxners berühmtem und einflußreichem Druck
(„Anfang … des Turnirs“, Simmern 1530) rein heraldisch zu werten, aber meist nicht historisch begründet
ist.
S. 10 – 18 Herrschaftsordnung der „Ersten Christenhaitt“ und des Deutschen Reichs mit ganzseitigen Figuren
Karls des Großen und Ottos III.
S. 20 – 28 Gründung der Ritterturniere durch Heinrich I. (mit dessen Bildnis) i.J. 926, mit den 12 Artikeln
der Teilnahmebedingungen.
S. 31 – 105 Chronologische Reihe der 18 Reichs- und Ritterturniere Magdeburg 938 bis Worms 1487,
jeweils mit den Wappen der Städte, der ganzseitigen fürstlichen Ausrufer, der 4 Turniervögte, 4 Grießwarter
(Kampfrichter), der Helmschau u. a., sowie Zahlenangaben zu den Teilnehmergruppen. Unter den
Turnierern sind außer anfangs einigen Fürsten namentlich nur die Edlen der Familie von Gemmingen und
eng verwandter Geschlechter genannt und zu Pferd mit Wappen und ihren Devisen (lat., griech., frz. und
ital. Beischriften) dargestellt.
S. 106 – 107 Gedicht (32 Verse) über den ruhmreichen Sieg des Reichsritters Hans von Gemmingen (der
Kecke, 1431 – 1487), des Stammvaters der Familie von Gemmingen zu Michelfeld, über Graf Ulrich V. von
Württemberg (1413 – 1480) während der Endphase des Badisch-Pfälzischen Krieges in der Entscheidungsschacht
bei Seckenheim „vor Haidelberg“ am 30. Juni 1462 (in der Handschrift S. 106 falsch: „Anno
1463 An S. Vlrichs tag“). Dabei Zeichnungen der Fehdesymbole Eisenhandschuh und Kolben sowie die
Kampfreiterdarstellungen von Hans v. G. und Ulrich v. W.
S. 107– 111 38 Wappen der Ritter der Turniergesellschaft Ober- und Niederesel und derer aus „Odenwaldt,
Kraichgaw und Bergstraß“, die an den letzten Turnieren von 1479 – 1487 teilgenommen hatten.
[...]
Nach dem beiliegenden maschinenschriftlichen alphabetischen Namensregister von 1934 (11 Bll.) zu der
Handschrift ist das Supralibros aufzulösen in: Friedrich Von Gemmingen Zu Fürfeld (1587– 1634) und
Agnes Sibilla Von Gemmingen Geb. Greckin Von Kochendorff (gest. 1671), die als Auftraggeber und Erstbesitzer
die Handschrift anlegen und 1618 binden ließen."
http://www.stargardt.de/download/file/700/VI_Geschichte.pdf
Aus dem Archiv der von Gemmingen in Fränkisch Crumbach.
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/
http://archiv.twoday.net/stories/714908416/
1 Farbabbildung
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_crumbach.jpg
#forschung
#fnzhss
Stuttgarter Handschrift. Die derzeit 7 Abbildungen aus Kraichgauer Turnierbüchern auf Commons nun alle in:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kraichgau_Tournament_Books
Lotte Kurras hat sich zu den Kraichgauer Turnierbüchern im Kommentar zu der Faksimileausgabe "Turnierbuch aus der Kraichgauer Ritterschaft. Cod. Ross. 711" (1983) geäußert. Das Faksimile und der verbesserte Kommentar erschienen nochmals als: Das große Buch der Turniere (1996), das mir vorliegt. Zu den Abweichungen dieser Ausgabe von dem teuren älteren Faksimile vgl. Kurt Andermann, in: ZGO 145 (1997), S. 597. Außerdem hat Kurras 1989 im GNM-Katalog Die Grafen von Schönborn S. 496f. Nr. 377 den Eintrag zum bis damals nicht bekannten Pommersfeldener Turnierbuch verfasst.
1996 listete Kurras die damals bekannten Exemplare auf (S. 163).
In Archivalia ergänzt habe ich die Heidelberger Handschrift
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/
und das 2014 versteigerte Exemplar aus Fränkisch-Crumbach
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/
Damit sind die folgenden sieben Handschriften bekannt.
Burg Hornberg, Archiv der Freiherren von Gemmingen-Hornberg
1616. Für die von Gemmingen
Ein Zeitungsartikel vom 26. März 2010 enthält dazu folgende Zeilen:
"Wertvoll − dazu zählt der 46-Jährige [Baron Dajo von Gemmingen] das Turnierbuch der Kraichgauer Ritter, das Wolf Conrad Greck von Kochendorf 1616 fertigstellen ließ. In gebundenem Leder sind die Papierseiten in tadellosem Zustand. Die 400 Jahre alten Farben strahlen in allen Schattierungen. Mit diesem Buch wollten sich die Kraichgauer Ritter vor den Begehrlichkeiten des Pfalzgrafen in Heidelberg wappnen, indem sie sich vom niederen Adel absetzten und ihre Reichsunmittelbarkeit dokumentierten. Denn an Turnieren durfte nur teilnehmen, wer mindestens in dritter Generation rein adliger Herkunft war."
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige-Ein-Fuellhorn-historischer-Kostbarkeiten;art16305,1800636
Farbabbildungen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_Gemmingen-Hornberg_Turniergesellschaften1.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlacht_von_Seckenheim.jpg
Heidelberg, UB, Heid. Hs. 58
1615 (Abschrift 1. Hälfte 18. Jahrhundert). Für die von Gemmingen, ohne farbig ausgeführte Wappen (nur Vorzeichnungen)
Digitalisat:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs58
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/97008625/
Pommersfelden, Gräflich Schönborn'sche Schlossbibliothek, Hs. 123 (2734)
Um 1615. Für Carl von Wolckenstein, Deutschordenskomtur in Heilbronn
Katalog: Die Grafen von Schörnborn (1989), S. 496f. Nr. 377 mit einer Farb- und einer SW-Abbildung.
Farbabbildung Bl. 15v
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kraichgauer_turnierbuch_pommersfelden.jpg
Rom, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Cod. Ross. 711
Um 1615. Für die von Helmstatt
Faksimileausgaben von Lotte Kurras 1983 und 1996
Beschreibung 1911 im Katalog der illuminierten Handschriften der Rossiana
http://hdl.handle.net/2027/mdp.39015028853235?urlappend=%3Bseq=39 (US)
Farbabbildungen
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helmstatt-turnierbuch.jpg
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_rossiana.jpg
[2015 online gestellt:
http://archiv.twoday.net/stories/1022479499/ ]
Stuttgart, Württembergische LB, Cod. hist. fol. 298
1615. Für die von Gemmingen
Katalog von Heyd 1890
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/264925
1 Farbabbildung:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_gemmingen_1462.jpg
Privatbesitz, zuletzt Heidelberg, Auktionshaus H. Tenner 1971
Für die von Helmstatt.
Katalog Nr. 87 Nr. 833 mit Abbildung S. 4 nach Kurras 1996, S. 163
Privatbesitz, zuletzt Berlin, Auktionshaus Stargardt (2014)
1615. Für die von Gemmingen
[Jetzt WLB Stuttgart Cod. hist. fol. 298a
http://www.wlb-stuttgart.de/fileadmin/user_upload/die_wlb/WLB-Forum/WLBforum_2014_2.pdf Nachtrag 2015 April]
Katalog 700 Nr. 1180 "TURNIERBUCH der Freiherrlichen Familie von Gemmingen -Michelfeld. Farbige heraldische Handschrift auf Papier von einem für mehrere Kraichgauer Ritterschaftsfamilien tätigen anonymen Wappenmaler. 1615. Mit 390 Wappendarstellungen, davon 31 auf Pferdedecken und 21 auf Fahnen der Herolde, sowie mit 10 ganzseitigen Kaiser- und Fürstenstandbildern.
Texte in großer Barockfraktur, rote Überschriften und Anfangsworte. 59 Blätter folio,
36,5¥19 cm (1 vermutlich leeres Blatt fehlt; gezählte S. 1 – 4 und 7– 118, davon 17 leer). Etwas
fleckig, kleinere Randdefekte und Einrisse meist mit Transparentpapier unterlegt; die Malereien
farbfrisch. Brauner Ledereinband mit Rollen- und Filetenstempelprägung und einem
(dilettantisch eingeprägten, vergoldeten) Supralibros: „FVGZF und ASVGGGVK 1618“; berieben,
wurmspurig und an den Ecken stärker bestoßen, Rücken erneuert. (12.000.—)
„Turnier Buch. Zusamen geordnete Turnir, Teutscher Adelicher Nation, der 4 landt als Reinstrom
Francken, Schwaben, und Bayern, Wan und von Welchen die angefangen, und volbracht worden, darin
sich die wol edlen irer voreltern Rittermessigen Edlen Stamen haben zuerinnern, mitt iren Jarzalen vnd
namen, sonderlich des Uhralten Edlen Rittermessigen stammen Gemmingen, mitt iren wappen vnd
besuchten orten der außgeschribenen Turniren / Im iar 1615.“
Die Handschrift enthält auf dem vorderen Spiegel den bekannten „Circkell der 7 planeten stundt“ mit
einer Weltkarte im Kreis, umgeben von Tabellen der 24 Planetenstunden der 7 Wochentage. Auf S. 1 die
2 Wappenbäume: „Grecken Stam zu Kochendorff“ und „Gemmingen Stam zu Michelfeldt“ in 7 bzw. 6
Generationen mit eingetragenen Namen der Stammträger jeweils mit „vxor“.
Auf S. 9 beginnt mit dem Ziertitel das eigentliche, auch in anderen Exemplaren (s.u.) bekannte Kraichgauer Turnierbuch, dessen Inhalt nach Georg Rüxners berühmtem und einflußreichem Druck
(„Anfang … des Turnirs“, Simmern 1530) rein heraldisch zu werten, aber meist nicht historisch begründet
ist.
S. 10 – 18 Herrschaftsordnung der „Ersten Christenhaitt“ und des Deutschen Reichs mit ganzseitigen Figuren
Karls des Großen und Ottos III.
S. 20 – 28 Gründung der Ritterturniere durch Heinrich I. (mit dessen Bildnis) i.J. 926, mit den 12 Artikeln
der Teilnahmebedingungen.
S. 31 – 105 Chronologische Reihe der 18 Reichs- und Ritterturniere Magdeburg 938 bis Worms 1487,
jeweils mit den Wappen der Städte, der ganzseitigen fürstlichen Ausrufer, der 4 Turniervögte, 4 Grießwarter
(Kampfrichter), der Helmschau u. a., sowie Zahlenangaben zu den Teilnehmergruppen. Unter den
Turnierern sind außer anfangs einigen Fürsten namentlich nur die Edlen der Familie von Gemmingen und
eng verwandter Geschlechter genannt und zu Pferd mit Wappen und ihren Devisen (lat., griech., frz. und
ital. Beischriften) dargestellt.
S. 106 – 107 Gedicht (32 Verse) über den ruhmreichen Sieg des Reichsritters Hans von Gemmingen (der
Kecke, 1431 – 1487), des Stammvaters der Familie von Gemmingen zu Michelfeld, über Graf Ulrich V. von
Württemberg (1413 – 1480) während der Endphase des Badisch-Pfälzischen Krieges in der Entscheidungsschacht
bei Seckenheim „vor Haidelberg“ am 30. Juni 1462 (in der Handschrift S. 106 falsch: „Anno
1463 An S. Vlrichs tag“). Dabei Zeichnungen der Fehdesymbole Eisenhandschuh und Kolben sowie die
Kampfreiterdarstellungen von Hans v. G. und Ulrich v. W.
S. 107– 111 38 Wappen der Ritter der Turniergesellschaft Ober- und Niederesel und derer aus „Odenwaldt,
Kraichgaw und Bergstraß“, die an den letzten Turnieren von 1479 – 1487 teilgenommen hatten.
[...]
Nach dem beiliegenden maschinenschriftlichen alphabetischen Namensregister von 1934 (11 Bll.) zu der
Handschrift ist das Supralibros aufzulösen in: Friedrich Von Gemmingen Zu Fürfeld (1587– 1634) und
Agnes Sibilla Von Gemmingen Geb. Greckin Von Kochendorff (gest. 1671), die als Auftraggeber und Erstbesitzer
die Handschrift anlegen und 1618 binden ließen."
http://www.stargardt.de/download/file/700/VI_Geschichte.pdf
Aus dem Archiv der von Gemmingen in Fränkisch Crumbach.
Näheres:
http://archiv.twoday.net/stories/714906593/
http://archiv.twoday.net/stories/714908416/
1 Farbabbildung
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turnierbuch_crumbach.jpg
#forschung
#fnzhss

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kraichgau_Tournament_Books
KlausGraf - am Mittwoch, 20. August 2014, 22:45 - Rubrik: Kodikologie
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2006 schrieb ich in meinem Aufsatz über Oberschwäbische Adelsbibliotheken:
"Kaum etwas bekannt ist über die früher bedeutende Bibliothek der Grafen von Königsegg (ehemals in Aulendorf). Man weiß, dass die ehemals Aulendorfer illuminierte Handschrift der Konstanzer Konzilschronik Richenthals zu den bedeutendsten Codices zählt, die sich im Eigentum der New York Public Library befinden, und zwei Wilhelm Werner von Zimmern gehörende Handschriften nach Aulendorf gelangten11. Noch im Familienbesitz in Königseggwald befindet sich eine spätmittelalterliche illuminierte Handschrift desFechtmeisters Hans Talhofer, die für Junker Leutold von Königsegg bestimmt war (Signatur XIX. 17.3)12. Außerdem entdeckt man in einem alten Buch über Adelsbibliotheken einen kurzen Abschnitt: "Die Gräflich Königsegg'sche Domanial-Kanzlei meldete, dass die zu ihrem Ressort gehörige Büchersammlung von Johann Marquard, Freiherr von Königsegg-Aulendorf (+ 1553) gegründet sei, an 6000 Bände aus allen Zweigen der Wissenschaft, namentlich aber der Literatur und Sprachwissenschaft, sowie Geschichte zähle, nicht allgemein benutzt, jedoch auf Nachsuchen jedem Gebildeten geöffnet werde. - Ein paar hundert Mark werden jährlich für Anschaffung verwendet, auch befinden sich hier 29 Wiegendrucke und eine Reihe von Handschriften, die, wie der übrige Bücherbestand in einem grossen Saale untergebracht sind"13. In den Findbüchern des Kreisarchivs Ravensburg zum Archiv der Grafen von Königsegg-Aulendorf sind drei Katalogbände aus der Zeit 1811/1820 (deutsche, lateinische und französische Bücher), angelegt vom Domänenoberinspektor Meinrad Mesner, sowie ein Katalog von 1883 vor allem mit juristischen und Verwaltungsbüchern vertreten14"
11 Wolfgang Irtenkauf: Wilhelm Werner von Zimmern und seine literarische Hinterlassenschaft. In: Hegau 45 (1988), 291-294; Felix Heinzer: Handschrift und Druck im Oeuvre der Grafen Wilhelm Werner und Froben Christoph von Zimmern. In: Gerd Dicke u.a. (Hg.): Die Gleichzeitigkeit von Handschrift und Buchdruck.Wolfenbüttel 2003, 141-166, hier 143f.
12 Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon Bd. 9, 1995, 593.
13 Wilhelm Gröpler: Büchereien mittelbarer Fürsten und Grafen Deutschlands und Oesterreichs [...]. 2. Aufl., Dessau-Leipzig 1891, 21.
14 Nr. 344-346, 503 nach freundlicher Mitteilung des Kreisarchivs Ravensburg.
Ungekürzte Fassung:
http://hdl.handle.net/10760/7542
Druckfassung:
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:hebis:30-1145481
Über die Geschichte der ehemals Aulendorfer Handschrift der Konzilschronik des Ulrich von Richental hat Thomas Michael Buck in den Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees 2007 einen eigenen Aufsatz vorgelegt:
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j2007-t-A003
Nach Buck S. 11 wurde der berühmte Codex im Mai 1930 bei Karl & Faber angeboten. Literaturangaben und Abbildungsnachweis im Handschriftencensus:
http://www.handschriftencensus.de/8488
Dort erfährt man auch den Katalognachweis: "Karl & Faber, München. Katalog 42, 350 ausgewählte Manuskripte und Bücher, München 1930, Nr. 242." (Leider nicht bei der UB Heidelberg online)
Buck S. 17 bezieht sich auf eine Auskunft von Johannes Graf Königsegg, wonach der Verkauf der Handschrift in den 1930er Jahren gemeinsam mit dem größten Teil des Inventars, der Bibliothek und des gesamten Schlosses erfolgte.
Das in Königseggwald noch befindliche Fechtbuch des Lutold von Königsegg wurde 2010 faksimiliert:
http://www.handschriftencensus.de/20956
https://www.zabern.de/buch/Der_Koenigsegger_Codex/18361
http://www.schwertkampf-ochs.de/dokumente/Fechtbuchverzeichnis_deutsch.pdf
Die in Anm. 11 zitierte Studie Heinzers ist online:
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4485/
Das über Kunigunde von Zimmern nach Aulendorf gelangte "Vergänglichkeitsbuch" Wilhelm Werners von Zimmern wurde 1930 für die Donaueschinger Hofbibliothek erworben und befindet sich heute in Stuttgart.
http://www.handschriftencensus.de/7006 mit Link zum Digitalisat der WLB
Dort noch nicht vermerkt die Beschreibung Limbecks, der ich entnehme: "Die Hs. wurde 1930 von der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek im Austausch gegen Inkunabeln vom Auktionshaus Karl & Faber in München erworben".
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31902756
Bislang nicht bekannt war mir der Bericht des Domäneninspektors Mesmer in den Verhandlungen des Vereins für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben 1846:
http://books.google.de/books?id=qf4qAAAAYAAJ&pg=RA2-PA42
Einen Hinweis darauf hätte ich in Schwenkes Adressbuch 1893 finden können, in dem von 7 Handschriften die Rede ist:
https://archive.org/stream/adressbuchderde00schwgoog#page/n310/mode/2up
S. 44 nennt Mesmer drei Manuskripte der Bibliothek: a) und c) sind gut bekannt: die Richental-Chronik und das Fechtbuch.
Aber was ist mit b): "Ein auf Pergament in lateinischer Sprache geschriebenes, mit schön gemalten Wappen und Anfangsbuchstaben geziertes Manuscript, das den vollständigen Unterricht enthält, den Aeneas Silvius Piccolomini (nachmaliger Papst Pius II.) als Bischof von Trient dem jungen König Ladislaus von Ungarn in allen wissenschaftlichen Fächern von der Grammatik bis zur Theologie hinauf ertheilt hat. Ob dieß Werk je im Druck erschienen ist, bezweifle ich, wenigstens fand ich es noch nicht in den Verzeichnissen der von Aeneas Silvius verfaßten Werke". Ohne dem näher nachgegangen zu sein, würde ich an "De liberorum educatione" denken wollen:
http://www.geschichtsquellen.de/repOpus_01792.html
Dort werden drei Handschriften genannt, die offensichtlich nicht mit der ehemals Aulendorfer identisch sein können.
Die Aulendorfer Bibliothek besaß auch eine frühneuzeitliche Abschrift des Wappenbuchs von Konrad Grünenberg. Sie wird in einer Wiener Festschrift 1882 erwähnt:
http://books.google.de/books?id=2lUMAQAAMAAJ&pg=PT189 (US)
Offenkundig handelt es sich um die von Bernd Konrad in Heraldica nova beschriebene Handschrift Konstanz, Rosgartenmuseum Hs 1971/54.
http://heraldica.hypotheses.org/678
"Sie wurde um 1930 herum durch Bruno Leiner, Konstanz, (Ex Libris) im Kunsthandel Karl & Faber, München erworben (genauer Auktionstermin muss noch festgestellt werden). [...] Als damalige Besitzer machte Walter P. Liesching, Friedrichshafen, je ein Familienmitglied derer von Königsegg-Rothenfels (Band I) und derer von Waldburg-Wolfegg (Band II) wahrscheinlich, deren Wappen jeweils vorn und hinten in der Mitte der Deckel eines der neugefassten Bücher erscheinen (brieflich 5. Februar 2001 an Verfasser dieses Artikels). Sie waren also nicht die Auftraggeber."
Möglicherweise kann man noch weitere Stücke aus der Aulendorfer Bibliothek in Katalogen von Karl & Faber identifizieren.
#forschung

Foto Konrads aus der Konstanzer Grünenberg-Handschrift
"Kaum etwas bekannt ist über die früher bedeutende Bibliothek der Grafen von Königsegg (ehemals in Aulendorf). Man weiß, dass die ehemals Aulendorfer illuminierte Handschrift der Konstanzer Konzilschronik Richenthals zu den bedeutendsten Codices zählt, die sich im Eigentum der New York Public Library befinden, und zwei Wilhelm Werner von Zimmern gehörende Handschriften nach Aulendorf gelangten11. Noch im Familienbesitz in Königseggwald befindet sich eine spätmittelalterliche illuminierte Handschrift desFechtmeisters Hans Talhofer, die für Junker Leutold von Königsegg bestimmt war (Signatur XIX. 17.3)12. Außerdem entdeckt man in einem alten Buch über Adelsbibliotheken einen kurzen Abschnitt: "Die Gräflich Königsegg'sche Domanial-Kanzlei meldete, dass die zu ihrem Ressort gehörige Büchersammlung von Johann Marquard, Freiherr von Königsegg-Aulendorf (+ 1553) gegründet sei, an 6000 Bände aus allen Zweigen der Wissenschaft, namentlich aber der Literatur und Sprachwissenschaft, sowie Geschichte zähle, nicht allgemein benutzt, jedoch auf Nachsuchen jedem Gebildeten geöffnet werde. - Ein paar hundert Mark werden jährlich für Anschaffung verwendet, auch befinden sich hier 29 Wiegendrucke und eine Reihe von Handschriften, die, wie der übrige Bücherbestand in einem grossen Saale untergebracht sind"13. In den Findbüchern des Kreisarchivs Ravensburg zum Archiv der Grafen von Königsegg-Aulendorf sind drei Katalogbände aus der Zeit 1811/1820 (deutsche, lateinische und französische Bücher), angelegt vom Domänenoberinspektor Meinrad Mesner, sowie ein Katalog von 1883 vor allem mit juristischen und Verwaltungsbüchern vertreten14"
11 Wolfgang Irtenkauf: Wilhelm Werner von Zimmern und seine literarische Hinterlassenschaft. In: Hegau 45 (1988), 291-294; Felix Heinzer: Handschrift und Druck im Oeuvre der Grafen Wilhelm Werner und Froben Christoph von Zimmern. In: Gerd Dicke u.a. (Hg.): Die Gleichzeitigkeit von Handschrift und Buchdruck.Wolfenbüttel 2003, 141-166, hier 143f.
12 Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon Bd. 9, 1995, 593.
13 Wilhelm Gröpler: Büchereien mittelbarer Fürsten und Grafen Deutschlands und Oesterreichs [...]. 2. Aufl., Dessau-Leipzig 1891, 21.
14 Nr. 344-346, 503 nach freundlicher Mitteilung des Kreisarchivs Ravensburg.
Ungekürzte Fassung:
http://hdl.handle.net/10760/7542
Druckfassung:
http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:hebis:30-1145481
Über die Geschichte der ehemals Aulendorfer Handschrift der Konzilschronik des Ulrich von Richental hat Thomas Michael Buck in den Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees 2007 einen eigenen Aufsatz vorgelegt:
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?vgeb-j2007-t-A003
Nach Buck S. 11 wurde der berühmte Codex im Mai 1930 bei Karl & Faber angeboten. Literaturangaben und Abbildungsnachweis im Handschriftencensus:
http://www.handschriftencensus.de/8488
Dort erfährt man auch den Katalognachweis: "Karl & Faber, München. Katalog 42, 350 ausgewählte Manuskripte und Bücher, München 1930, Nr. 242." (Leider nicht bei der UB Heidelberg online)
Buck S. 17 bezieht sich auf eine Auskunft von Johannes Graf Königsegg, wonach der Verkauf der Handschrift in den 1930er Jahren gemeinsam mit dem größten Teil des Inventars, der Bibliothek und des gesamten Schlosses erfolgte.
Das in Königseggwald noch befindliche Fechtbuch des Lutold von Königsegg wurde 2010 faksimiliert:
http://www.handschriftencensus.de/20956
https://www.zabern.de/buch/Der_Koenigsegger_Codex/18361
http://www.schwertkampf-ochs.de/dokumente/Fechtbuchverzeichnis_deutsch.pdf
Die in Anm. 11 zitierte Studie Heinzers ist online:
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4485/
Das über Kunigunde von Zimmern nach Aulendorf gelangte "Vergänglichkeitsbuch" Wilhelm Werners von Zimmern wurde 1930 für die Donaueschinger Hofbibliothek erworben und befindet sich heute in Stuttgart.
http://www.handschriftencensus.de/7006 mit Link zum Digitalisat der WLB
Dort noch nicht vermerkt die Beschreibung Limbecks, der ich entnehme: "Die Hs. wurde 1930 von der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek im Austausch gegen Inkunabeln vom Auktionshaus Karl & Faber in München erworben".
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31902756
Bislang nicht bekannt war mir der Bericht des Domäneninspektors Mesmer in den Verhandlungen des Vereins für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben 1846:
http://books.google.de/books?id=qf4qAAAAYAAJ&pg=RA2-PA42
Einen Hinweis darauf hätte ich in Schwenkes Adressbuch 1893 finden können, in dem von 7 Handschriften die Rede ist:
https://archive.org/stream/adressbuchderde00schwgoog#page/n310/mode/2up
S. 44 nennt Mesmer drei Manuskripte der Bibliothek: a) und c) sind gut bekannt: die Richental-Chronik und das Fechtbuch.
Aber was ist mit b): "Ein auf Pergament in lateinischer Sprache geschriebenes, mit schön gemalten Wappen und Anfangsbuchstaben geziertes Manuscript, das den vollständigen Unterricht enthält, den Aeneas Silvius Piccolomini (nachmaliger Papst Pius II.) als Bischof von Trient dem jungen König Ladislaus von Ungarn in allen wissenschaftlichen Fächern von der Grammatik bis zur Theologie hinauf ertheilt hat. Ob dieß Werk je im Druck erschienen ist, bezweifle ich, wenigstens fand ich es noch nicht in den Verzeichnissen der von Aeneas Silvius verfaßten Werke". Ohne dem näher nachgegangen zu sein, würde ich an "De liberorum educatione" denken wollen:
http://www.geschichtsquellen.de/repOpus_01792.html
Dort werden drei Handschriften genannt, die offensichtlich nicht mit der ehemals Aulendorfer identisch sein können.
Die Aulendorfer Bibliothek besaß auch eine frühneuzeitliche Abschrift des Wappenbuchs von Konrad Grünenberg. Sie wird in einer Wiener Festschrift 1882 erwähnt:
http://books.google.de/books?id=2lUMAQAAMAAJ&pg=PT189 (US)
Offenkundig handelt es sich um die von Bernd Konrad in Heraldica nova beschriebene Handschrift Konstanz, Rosgartenmuseum Hs 1971/54.
http://heraldica.hypotheses.org/678
"Sie wurde um 1930 herum durch Bruno Leiner, Konstanz, (Ex Libris) im Kunsthandel Karl & Faber, München erworben (genauer Auktionstermin muss noch festgestellt werden). [...] Als damalige Besitzer machte Walter P. Liesching, Friedrichshafen, je ein Familienmitglied derer von Königsegg-Rothenfels (Band I) und derer von Waldburg-Wolfegg (Band II) wahrscheinlich, deren Wappen jeweils vorn und hinten in der Mitte der Deckel eines der neugefassten Bücher erscheinen (brieflich 5. Februar 2001 an Verfasser dieses Artikels). Sie waren also nicht die Auftraggeber."
Möglicherweise kann man noch weitere Stücke aus der Aulendorfer Bibliothek in Katalogen von Karl & Faber identifizieren.
#forschung

KlausGraf - am Montag, 18. August 2014, 17:37 - Rubrik: Kodikologie
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