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Der Philosoph Volker Gerhardt - Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission der Union der Akademien - zieht in der FAZ einmal mehr gegen Open Access zu Felde. Eine ausführliche Kritik der Kritik, der ich mich anschließe, bietet

http://weblog.ib.hu-berlin.de/?p=7098

Update: Weitere Kritik

http://philobar.blogspot.com/2009/06/philosoph-volker-gerhardt-gegen-open.html

http://britishlibrary.typepad.co.uk/endangeredarchives/


http://blog.openbib.org/2009/06/09/565000-digitalisate-aus-der-open-library-im-kug-nachgewiesen/

Bereits die unter

http://blog.openbib.org/2009/06/03/nachweise-freier-inhalte-in-den-opac/

angekündigte Entscheidung, Texte des internationalen Projekts Gutenberg Kölner Studierenden via OPAC zugänglich zu machen, kann nur als verfehlt bezeichnet werden. Gutenberg-Texte sind für wissenschaftliche Zwecke absolut unbrauchbar (auch wenn für viele Titel versteckt Scans unter http://www.pgdp.org/ols/index.php zur Verfügung stehen). Studenten mit dieser dubiosen Quelle zu konfrontieren, nur weil sie kostenfrei ist, schlägt allen Bemühungen um Informationskompetenz ins Gesicht.

Die Entscheidung, nicht den Gesamtbestand der Texte des Internetarchivs (bzw. die seriösen Teile davon) via OAI-Schnittstelle zu importieren, sondern die Open Library-Auswahl zu nehmen, erscheint mir ebenfalls höchst unglücklich.

Mit der OCAID sollte unbedingt auf die Auswahlseite des Internetarchivs verlinkt werden, nicht auf den häufig unbrauchbaren Viewer der Open Library. Das Internetarchiv hat jetzt standardmäßig einen besseren Viewer implementiert, der auch bei kleinformatigen Büchern funktioniert. Der Viewer der Open Library ist demgegenüber veraltet. Aber wer diese Angebote rein opac-technologisch sieht, ohne sich vorher inhaltlich mit ihnen befasst zu haben, begreift dergleichen natürlich nicht.

Für deutschsprachige Bücher ist die willkürliche Auswahl der Open Library aus dem Gesamtbestand des Internetarchivs unzureichend. Die Freitextsuche nach Uhland im Bereich texts des IA erbringt 152 Treffer, bei der Open Library aber nur 34 Treffer.

Von den 6 Basler Chroniken im IA hat die Open Library nur 3.

Ein ständiges Ärgernis ist bei dem IA bzw. der OL die Zusammfassung mehrbändiger Werke. Mehrbändige Werke werden regelmäßig auseinandergerissen bzw. lassen sich nicht durch eine Suche zusammenführen, auch wenn die OCAID die Bandzählung enthält.

An sich stünden in der OL die Möglichkeiten für die Lösung des Problems zur Verfügung, denn beim Scan on Demand der Boston Public Library erhalten mehrbändige Werke einen Einzeleintrag:

http://openlibrary.org/b/OL13443690M/Museum-für-altdeutsche-Literatur-und-Kunst

Bei den Basler Chroniken im KUG muss man dagegen die Bandangabe aus dem Erscheinungsjahr erraten:

http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/connector/permalink/openlibrary/30771045/1/openlibrary/index.html

Wie ich bereits in INETBIB ausführte, sollte eine Kooperation mit der UB Göteborg ins Kalkül gezogen werden, deren OPAC unter fri e-bok über 30.000 Treffer ausweist.

http://webbgunda.ub.gu.se/cgi-bin/chameleon

Update: Der Aktualisierung des Beitrags im genannten Weblogs ist zu entnehmen, dass ich hätte erraten sollen, dass die Nichtausgabe gelöschter Datensätze durch das IA das entscheidende Kriterium für die Nichtberücksichtung der OAI-Schnittstelle durch den KUG ist. Wieso Löschungen von praktischer Relevanz sein sollen, wird nicht gesagt.

http://lawblog.mcneubert.de/2009/06/10/badische-aktenheftung/

http://de.wikipedia.org/wiki/Badische_Aktenheftung


http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2009/723/

Bilder in webfähiger Qualität sollen als JPGs unter CC-BY-ND zur Verfügung stehen.

Das ist leider unbrauchbar für die Wikipedia.

Durchgeführt ist davon noch nichts, soweit auf

https://www.e-pics.ethz.ch/

zu sehen. Da sieht man auch bei den gemeinfreien alten Drucken (merke: in der Schweiz sind Reproduktionsfotografien ungeschützt - wie auch in D, aber in D gibt es ja eine Minderheit, die einen solchen Schutz für bestimmte Reproduktionen vertritt) ein ekelhaftes Wasserzeichen. Und im Impressum das übliche Copyfraud.


http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2009/718/

Ich hasse es, wenn einfach Folien ins Netz gemüllt werden, die ohne Hintergrundinformationen unverständlich sind. Weiß jemand, was die Seiten 29-30 sagen sollen?

Der Open-Access-Verlag Bentham hat ein Hoax-Manuskript akzeptiert:

http://www.earlham.edu/~peters/fos/2009/06/hoax-exposes-incompetence-or-worse-at.html

Peter Subers Kommentare sind unzureichend. Wir brauchen Transparenz in Sachen Open Access und eine unabhängige Qualitätskontrolle des Peer Review. Suber ergeht sich in Vergleichen mit den Praktiken normaler Verlage mit kostenpflichtigen Produkten sagt aber nicht klar, welche Konsequenz man aus dem unerfreulichen Befund, dass ein einigermaßen aktiver Open-Access-Verlag offenbar in nicht akzeptabler Weise dubios agiert, ziehen sollte.

Schwarze Open-Access-Schafe diskreditieren Open Access nachhaltig. Wenn man Open Access als Teil einer dringlichen Reform der Wissenschaftskommunikation ansieht, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Ein klarer Boykott-Aufruf in Sachen Bentham scheint ebenso geboten wie die Organisation einer unabhängigen Überprüfung von Open-Access-Zeitschriften.

Frühere Beiträge zu Bentham:

http://archiv.twoday.net/stories/5580968/
http://archiv.twoday.net/stories/4840336/

[#beall]

In den Kommentaren zu:

http://blog.chaosradio.ccc.de/index.php/2009/06/10/cre125-couchdb/

http://illicit-cultural-property.blogspot.com/2009/06/1600-objects-bound-for-italy.html


Die berühmte Handschrift aus dem Kloster Weissenau (Vadiana 321) steht seit Mai online zur Einsicht bereit:

http://www.e-codices.unifr.ch/de/vad/0321/1

Der Text des Chronikteils:

http://la.wikisource.org/wiki/Acta_S._Petri_in_Augia


http://wikipedia-inside.unrast.org/2009-06-07-schwachkopf-am-richtigen-ort,45.html

"Für viele Wikipedianer wird es zunehmen schwierig, noch mit Motivation beim Projekt Wikipedia zu verbleiben", schreibt zurecht Simplicius im Kommentar.

http://www.e-codices.unifr.ch/call-for-collaboration

Das Schweizer Projekt E-Codices ruft dazu auf, bis zum 10. Juli 2009 Vorschläge für ein Handschriften in Schweizer Sammlungen abzugeben, die von herausragender Bedeutung für die Forschung sind und 2010 online zur Verfügung stehen sollen. Mit 25 Handschriften fällt das Angebot zwar nicht allzu üppig aus, aber ein solcher Wettbewerb ist durchaus der richtige Weg.

http://www.regesta-imperii.de/urk_fr/

Die neue und besonders stoffreiche work-in-progress Datenbank zu Friedrich III. bietet rund 30 000 Nachweise zu Urkunden des Habsburgers (1440-1493), die zum weit überwiegenden Teil noch unpubliziert sind.


http://jairo.nii.ac.jp/en/ ist nicht nur ein Harvester, sondern bietet auch eine Volltextsuche über die Inhalte japanischer Repositorien.

http://fami.oszbueroverw.de/berlinssecretlibraries/

Dargestellt mit Google Maps. Da ist auch eine Archivbibliothek dabei.

 

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