Am vergangenen Freitag, 22. Juni 2012, verstarb nach schwerer Krankheit der Leiter des Staatsarchivs Nürnberg, Dr. Gerhard Rechter.
Vielen dürfte Herr Dr. Rechter nicht nur als Archivar bekannt sein, sondern auch als Historiker auf dem Gebiet der bayerischen und fränkischen Landesforschung. Seine mehrbändigen Veröffentlichungen zu der Familie v. Seckendorff, die Archivinventare v. Seckendorff und der Familienstiftung v. Crailsheim, voluminöse Häusergeschichten zu Uffenheim und Lichtenau (letzteres 2010 erschienen), langjährige Schriftleitung beim Historischen Verein für Mittelfranken, Tagungs- und Exkursionsleitungen, Lehrtätigkeit an der bayerischen Archivschule, Vorträge und vieles andere mehr zeugen von seinem Wirken und Engagement. Dies hier will kein ausgefeilter Nachruf sein, vielmehr eine kurze, traurige Anzeige in diesem Fachkreis.
Vielen dürfte Herr Dr. Rechter nicht nur als Archivar bekannt sein, sondern auch als Historiker auf dem Gebiet der bayerischen und fränkischen Landesforschung. Seine mehrbändigen Veröffentlichungen zu der Familie v. Seckendorff, die Archivinventare v. Seckendorff und der Familienstiftung v. Crailsheim, voluminöse Häusergeschichten zu Uffenheim und Lichtenau (letzteres 2010 erschienen), langjährige Schriftleitung beim Historischen Verein für Mittelfranken, Tagungs- und Exkursionsleitungen, Lehrtätigkeit an der bayerischen Archivschule, Vorträge und vieles andere mehr zeugen von seinem Wirken und Engagement. Dies hier will kein ausgefeilter Nachruf sein, vielmehr eine kurze, traurige Anzeige in diesem Fachkreis.
Faszikel - am Montag, 25. Juni 2012, 17:23 - Rubrik: Personalia
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Der nassausische Privatgelehrte FWE Roth edierte gleich zweimal ein fragmentarisch überliefertes Glossengedicht über das Ave Maria mit lateinischen Lemmata, das er in einer Arnsteiner Inkunabel der Wiesbadener Landesbibliothek vorfand:
http://www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/96740 (Rhenus 1884)
http://archive.org/stream/germaniaviertel28bartgoog#page/n79/mode/2up (Germania 1892)
Der jüngere Abdruck ist vorzuziehen, da er wenigstens die schwachsinnige Lesung "vber alle ding hat dich gehast der werde crist" vermeidet, aber vermutlich - wie bei Roth üblich - sehr fehlerhaft.
1884 sagt Roth, die Sprache sei Niederdeutsch, was nur zeigt, dass er keine Ahnung von Schreibsprachen hatte. Kloster Arnstein, das ich auch als Schreibort annehmen möchte, liegt an der Grenze des Rheinfränkischen zum Moselfränkischen. Das "Arnsteiner Mariengebet" des 12. Jahrhunderts wird als "mittelrheinisch" bestimmt.
Dilettantisch ist auch Roths Versuch einer Einordnung des Textes ("Versübung eines Arnsteiner Mönchs" 1884, 1892 zusätzlich: Passional, geistliches Spiel). Auf die Datierung (1884: Mitte 15. Jh.) ist daher auch nichts zu geben.
Das Glossengedicht scheint seither nicht rezipiert worden zu sein, es fehlt jedenfalls im Artikel "Goldenes Ave Maria" im ²VL 3, 82f. (Textanfänge!) und dem ihm folgenden DLL MA. (Auch die Arnstein-Monographie von Bruno Krings 1990 erwähnt es nicht in ihrem Handschriftenverzeichnis.) Der Handschriftencensus differenziert nicht nach den verschiedenen Gedichten. In Manuscripta Mediaevalia ist das Incipit "Gegrussest sistu magit rein / Maria vzerwiltis vas" mit "gegrüßet" nicht zu finden. "userweltes vas" war ein Marien-Adjektiv:
https://www.google.de/search?hl=de&q=userweltes%20vas&tbm=bks
Den Trägerband identifizierte Roth, einer falschen Angabe im Band selbst folgend, mit dem Koberger-Druck des Bartholomäus Anglicus. In Wirklichkeit handelt es sich um den Lyoner Druck von 1480, das Kolophon ist herausgeschnitten. Das Fragment befindet sich nach freundlicher Mitteilung von Dr. Martin Mayer noch im Band: Inc. 152
http://www.inka.uni-tuebingen.de/?inka=45000055
Angesichts der schlechten Qualität von Roths Drucken wäre es das Beste, die Wiesbadener Bibliothek würde Fotos des Fragments in brauchbarer Auflösung dem Handschriftencensus zur Verfügung stellen.
Update:
http://www.handschriftencensus.de/24659 (ohne Hinweis auf diesen Eintrag, aber mit Identifizierung des Textes durch Gisela Kornrumpf)
#forschung
http://www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/96740 (Rhenus 1884)
http://archive.org/stream/germaniaviertel28bartgoog#page/n79/mode/2up (Germania 1892)
Der jüngere Abdruck ist vorzuziehen, da er wenigstens die schwachsinnige Lesung "vber alle ding hat dich gehast der werde crist" vermeidet, aber vermutlich - wie bei Roth üblich - sehr fehlerhaft.
1884 sagt Roth, die Sprache sei Niederdeutsch, was nur zeigt, dass er keine Ahnung von Schreibsprachen hatte. Kloster Arnstein, das ich auch als Schreibort annehmen möchte, liegt an der Grenze des Rheinfränkischen zum Moselfränkischen. Das "Arnsteiner Mariengebet" des 12. Jahrhunderts wird als "mittelrheinisch" bestimmt.
Dilettantisch ist auch Roths Versuch einer Einordnung des Textes ("Versübung eines Arnsteiner Mönchs" 1884, 1892 zusätzlich: Passional, geistliches Spiel). Auf die Datierung (1884: Mitte 15. Jh.) ist daher auch nichts zu geben.
Das Glossengedicht scheint seither nicht rezipiert worden zu sein, es fehlt jedenfalls im Artikel "Goldenes Ave Maria" im ²VL 3, 82f. (Textanfänge!) und dem ihm folgenden DLL MA. (Auch die Arnstein-Monographie von Bruno Krings 1990 erwähnt es nicht in ihrem Handschriftenverzeichnis.) Der Handschriftencensus differenziert nicht nach den verschiedenen Gedichten. In Manuscripta Mediaevalia ist das Incipit "Gegrussest sistu magit rein / Maria vzerwiltis vas" mit "gegrüßet" nicht zu finden. "userweltes vas" war ein Marien-Adjektiv:
https://www.google.de/search?hl=de&q=userweltes%20vas&tbm=bks
Den Trägerband identifizierte Roth, einer falschen Angabe im Band selbst folgend, mit dem Koberger-Druck des Bartholomäus Anglicus. In Wirklichkeit handelt es sich um den Lyoner Druck von 1480, das Kolophon ist herausgeschnitten. Das Fragment befindet sich nach freundlicher Mitteilung von Dr. Martin Mayer noch im Band: Inc. 152
http://www.inka.uni-tuebingen.de/?inka=45000055
Angesichts der schlechten Qualität von Roths Drucken wäre es das Beste, die Wiesbadener Bibliothek würde Fotos des Fragments in brauchbarer Auflösung dem Handschriftencensus zur Verfügung stellen.
Update:
http://www.handschriftencensus.de/24659 (ohne Hinweis auf diesen Eintrag, aber mit Identifizierung des Textes durch Gisela Kornrumpf)
#forschung
KlausGraf - am Montag, 25. Juni 2012, 16:49 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.arthurianfiction.org/
Eine Datenbank von Handschriften und Werken, die hinter das bescheidene Niveau des Handschriftencensus zurückfällt: teilweise Kurztitel, die man erst in einer Bibliographie (ich habe keine gefunden) aufsuchen muss, keine Links z.B. zum Handschriftencensus.
Was bitteschön nützt bei Amorbach: "Schröder 1922, 161
Schröder 1923, 148-151
Kluge 1948, xxii-xxiv
Schneider 1987, 199-201"?
Die Datenbank ist nicht intutitiv bedienbar. Es kann sein, dass man bei einem Manuskript stehen bleibt und es nicht weiter geht oder man beim Verfolgen zu Links zu nicht gewünschten Ergebnissen kommt.
Zum Rappoltsteiner Parzival
http://www.handschriftencensus.de/5020
sind die Literaturangaben höchst ärmlich:
https://service.arthurianfiction.org/static/index.html#current=Manuscripts&view=0&view_data=MAN0000000345
(Als Permanentlink ist das wenig günstig)
"Marburger Repertorium
Barack, Karl August, Die Handschriften der Fürstlich- Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen, Hildesheim / New York, 1974 [reprint of 1865], pp. 88-93.
Becker, Peter Jörg, Handschriften und Frühdrucke mittelhochdeutscher Epen: Eneide, Tristrant, Tristan, Erec, Iwein, Parzival, Willehalm, Jüngerer Titurel, Nibelungenlied und ihre Reproduktion und Rezeption im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Wiesbaden, 1977, pp. 87-91.
Schirok, Bernd, 'Bildzeugnisse', Parzivalrezeption im Mittelalter, Darmstadt, (1982), no. 26."
Obwohl es ein Digitalisat der Handschrift gibt, ist das Feld "Digital facsimile" leer!
Eine Datenbank von Handschriften und Werken, die hinter das bescheidene Niveau des Handschriftencensus zurückfällt: teilweise Kurztitel, die man erst in einer Bibliographie (ich habe keine gefunden) aufsuchen muss, keine Links z.B. zum Handschriftencensus.
Was bitteschön nützt bei Amorbach: "Schröder 1922, 161
Schröder 1923, 148-151
Kluge 1948, xxii-xxiv
Schneider 1987, 199-201"?
Die Datenbank ist nicht intutitiv bedienbar. Es kann sein, dass man bei einem Manuskript stehen bleibt und es nicht weiter geht oder man beim Verfolgen zu Links zu nicht gewünschten Ergebnissen kommt.
Zum Rappoltsteiner Parzival
http://www.handschriftencensus.de/5020
sind die Literaturangaben höchst ärmlich:
https://service.arthurianfiction.org/static/index.html#current=Manuscripts&view=0&view_data=MAN0000000345
(Als Permanentlink ist das wenig günstig)
"Marburger Repertorium
Barack, Karl August, Die Handschriften der Fürstlich- Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen, Hildesheim / New York, 1974 [reprint of 1865], pp. 88-93.
Becker, Peter Jörg, Handschriften und Frühdrucke mittelhochdeutscher Epen: Eneide, Tristrant, Tristan, Erec, Iwein, Parzival, Willehalm, Jüngerer Titurel, Nibelungenlied und ihre Reproduktion und Rezeption im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Wiesbaden, 1977, pp. 87-91.
Schirok, Bernd, 'Bildzeugnisse', Parzivalrezeption im Mittelalter, Darmstadt, (1982), no. 26."
Obwohl es ein Digitalisat der Handschrift gibt, ist das Feld "Digital facsimile" leer!
KlausGraf - am Montag, 25. Juni 2012, 14:50 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Wer es sich ansieht, ahnt, wieso es nicht bestimmt werden konnte:
http://orka.bibliothek.uni-kassel.de/viewer/image/1337954265425/1/
Fehlt im Handschriftencensus.
http://orka.bibliothek.uni-kassel.de/viewer/image/1337954265425/1/
Fehlt im Handschriftencensus.
KlausGraf - am Montag, 25. Juni 2012, 14:44 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.britainfromabove.org.uk/
Es sollen über 16.000 hochauflösende, zoombare Bilder sein, aber weder die hohe Auflösung noch den Zoom habe ich gefunden. Der Server ist anscheinend überlastet, weshalb die Suche nach "oxford" zu einer Fehlermeldung führte. Eine freie Nachnutzung ist nicht möglich. Zum Urheberrecht erfährt man nur: "The images, information and data featured on this website are subject to Crown Copyright and other Intellectual Property Rights held by the Partners and Individual Contributors as indicated. There are also copyrights relating to the database itself and to the design, structure and code employed in the website."

Es sollen über 16.000 hochauflösende, zoombare Bilder sein, aber weder die hohe Auflösung noch den Zoom habe ich gefunden. Der Server ist anscheinend überlastet, weshalb die Suche nach "oxford" zu einer Fehlermeldung führte. Eine freie Nachnutzung ist nicht möglich. Zum Urheberrecht erfährt man nur: "The images, information and data featured on this website are subject to Crown Copyright and other Intellectual Property Rights held by the Partners and Individual Contributors as indicated. There are also copyrights relating to the database itself and to the design, structure and code employed in the website."

KlausGraf - am Montag, 25. Juni 2012, 14:17 - Rubrik: Fotoueberlieferung
Podiumsdiskussion mit zahlreichen Teilnehmern am 26. Juni im Gerling-Quartier
"Über die Konzeption des Historischen Archivs der Stadt Köln aus der Sicht der Benutzenden sprechen Vertreter der verschiedenen Nutzergruppen am Dienstag, 26. Juni 2012, um 19 Uhr mit der Archivleitung. Zu der Podiumsdiskussion im Venezianischen Saal des Gerling-Quartiers, Hildeboldplatz 20, Köln-Innenstadt, hat der Förderverein „Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln“ eingeladen. Die Moderation übernimmt Jürgen Keimer, WDR.
An diesem Ort in unmittelbarer Nähe vom alten Standort des Stadtarchivs, ehe es 1971 an die Severinstraße zog, formulieren ihre Wünsche: Prof. Dr. Marita Blattmann, Historisches Seminar der Universität zu Köln, Dr. Joachim Oepen, Vorsitzender des Fördervereins Geschichte in Köln und Mitherausgeber der Zeitschrift „Geschichte in Köln“, Dr. Dirk Rodekirchen, Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Christa Schulte, kultcrossing gGmbH und Walter von Lom , Architekturbüro Walter von Lom Planungs GmbH."
Quelle: Digitales Historisches Archiv Köln, 20.6.2012
Warum sitzt eigentlich kein Vertreter von "Köln kann auch anders" auf dem Podium? Oder vom Kölner Frauengeschichtsverein? .....
"Über die Konzeption des Historischen Archivs der Stadt Köln aus der Sicht der Benutzenden sprechen Vertreter der verschiedenen Nutzergruppen am Dienstag, 26. Juni 2012, um 19 Uhr mit der Archivleitung. Zu der Podiumsdiskussion im Venezianischen Saal des Gerling-Quartiers, Hildeboldplatz 20, Köln-Innenstadt, hat der Förderverein „Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln“ eingeladen. Die Moderation übernimmt Jürgen Keimer, WDR.
An diesem Ort in unmittelbarer Nähe vom alten Standort des Stadtarchivs, ehe es 1971 an die Severinstraße zog, formulieren ihre Wünsche: Prof. Dr. Marita Blattmann, Historisches Seminar der Universität zu Köln, Dr. Joachim Oepen, Vorsitzender des Fördervereins Geschichte in Köln und Mitherausgeber der Zeitschrift „Geschichte in Köln“, Dr. Dirk Rodekirchen, Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Christa Schulte, kultcrossing gGmbH und Walter von Lom , Architekturbüro Walter von Lom Planungs GmbH."
Quelle: Digitales Historisches Archiv Köln, 20.6.2012
Warum sitzt eigentlich kein Vertreter von "Köln kann auch anders" auf dem Podium? Oder vom Kölner Frauengeschichtsverein? .....
Wolf Thomas - am Montag, 25. Juni 2012, 10:50 - Rubrik: Kommunalarchive
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Früheres: http://archiv.twoday.net/search?q=meistgelesen
KlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 19:56 - Rubrik: Allgemeines
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.zeit.de/digital/internet/2012-06/springer-science-wikipedia/seite-2
Mehr als elf Jahre nach der Gründung der Wikipedia ist das ein amateurhafter Fehler. Mittlerweile sollte es sich in Verlagen herumgesprochen haben, dass "Foto: Wikipedia" kein gültiger Quellenverweis ist, weder für den Leser wissenschaftlicher Publikationen, der mehr Informationen über die Herkunft von Bildern erfahren will, noch für den Fotografen, der das Bild bei Wikipedia unter der Bedingung eingestellt hat, dass sein Name genannt wird.
http://archiv.twoday.net/search?q=springer
Mehr als elf Jahre nach der Gründung der Wikipedia ist das ein amateurhafter Fehler. Mittlerweile sollte es sich in Verlagen herumgesprochen haben, dass "Foto: Wikipedia" kein gültiger Quellenverweis ist, weder für den Leser wissenschaftlicher Publikationen, der mehr Informationen über die Herkunft von Bildern erfahren will, noch für den Fotografen, der das Bild bei Wikipedia unter der Bedingung eingestellt hat, dass sein Name genannt wird.
http://archiv.twoday.net/search?q=springer
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.marcus-boesch.de/post/25709041972/das-internet-wird-uns-vergessen
Ich bin der Archivar. Das singt Schorsch Kamerun in dem Lied „Der Archivar“. Veröffentlicht wurde es 1996 auf dem Album „warum Ändern schlief“.
http://archiv.twoday.net/stories/14656394/ Damals konnte oder wollte niemand den Text des Liedes auftreiben
Ich bin der Archivar. Das singt Schorsch Kamerun in dem Lied „Der Archivar“. Veröffentlicht wurde es 1996 auf dem Album „warum Ändern schlief“.
http://archiv.twoday.net/stories/14656394/ Damals konnte oder wollte niemand den Text des Liedes auftreibenKlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 19:15 - Rubrik: Webarchivierung
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Ein eklatantes Versagen der universitären Prüfung eines offenkundigen Plagiats dokumentiert:
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37109/1.html
http://copy-shake-paste.blogspot.de/2012/06/cottbus-refuses-to-rescind-doctorate.html

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37109/1.html
http://copy-shake-paste.blogspot.de/2012/06/cottbus-refuses-to-rescind-doctorate.html

KlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 18:29 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.boersenblatt.net/539477/
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Jam
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Forum:Stellungnahme_Holznagel,_Ricke,_Schumacher
"Es gibt zahlreiche, zumeist wörtliche Übernahmen aus verschiedenen Wikipedia-Artikeln, die als Quelle aber nirgends referenziert sind"
http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/plagiatsverdacht-gegen-juristische-arbeitstechniken-und-methoden-holznagel-itm-muenster-vroniplag-wiki/
Siehe auch http://verfassungsblog.de/verfassungsblog-als-plagiatsopfer/
Uns ist schon bekannt, dass viele Wissenschaftler Blogs nicht für zitierfähige Literatur halten. Ich kann darin zwar keinen rechten Sinn entdecken, aber wer das so sieht, bitte schön. Allerdings hatte das allerdings immer so verstanden, dass dann eben aus Blogs, nun ja … halt nicht zitiert wird.
Aber zu sagen, den Content nehmen wir schon, aber wir verschweigen schamhaft, woher er kommt – dass “nicht zitierfähig” womöglich das bedeutet, darauf wäre ich von alleine nicht gekommen.
Erinnert mich an eine Diskussion in meiner Freiburger Übung am Mittwoch. Ich plädiere ja dafür, in einer studentischen Hausarbeit alle zentral zum Thema einschlägigen Websites (auch die Wikipedia) in einem Anhang zum Verzeichnis gedruckter Literatur ggf. mit einem relativierenden Kommentar aufzunehmen, auch um einen möglichen Plagiatsverdacht auszuräumen. Aber angesichts der verkrusteten Weigerung der meisten Dozenten, Online-Quellen oder sogar die Wikipedia in einer Hausarbeit zu akzeptieren, ist der einfachere Weg, solche Quellen einfach wegzulassen - auch wenn sie substantiell (und nicht nur als nicht zu zitierende Hintergrundinformation) etwas beigetragen haben. Paradoxerweise nehmen die Hohepriester des traditionellen wissenschaftlichen Arbeitens billigend in Kauf, dass angesichts der von ihnen propagierten Internet-Skepsis Studierende den Weg des Opportunismus statt des sauberen Arbeitens wählen.
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Jam
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Forum:Stellungnahme_Holznagel,_Ricke,_Schumacher
"Es gibt zahlreiche, zumeist wörtliche Übernahmen aus verschiedenen Wikipedia-Artikeln, die als Quelle aber nirgends referenziert sind"
http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/plagiatsverdacht-gegen-juristische-arbeitstechniken-und-methoden-holznagel-itm-muenster-vroniplag-wiki/
Siehe auch http://verfassungsblog.de/verfassungsblog-als-plagiatsopfer/
Uns ist schon bekannt, dass viele Wissenschaftler Blogs nicht für zitierfähige Literatur halten. Ich kann darin zwar keinen rechten Sinn entdecken, aber wer das so sieht, bitte schön. Allerdings hatte das allerdings immer so verstanden, dass dann eben aus Blogs, nun ja … halt nicht zitiert wird.
Aber zu sagen, den Content nehmen wir schon, aber wir verschweigen schamhaft, woher er kommt – dass “nicht zitierfähig” womöglich das bedeutet, darauf wäre ich von alleine nicht gekommen.
Erinnert mich an eine Diskussion in meiner Freiburger Übung am Mittwoch. Ich plädiere ja dafür, in einer studentischen Hausarbeit alle zentral zum Thema einschlägigen Websites (auch die Wikipedia) in einem Anhang zum Verzeichnis gedruckter Literatur ggf. mit einem relativierenden Kommentar aufzunehmen, auch um einen möglichen Plagiatsverdacht auszuräumen. Aber angesichts der verkrusteten Weigerung der meisten Dozenten, Online-Quellen oder sogar die Wikipedia in einer Hausarbeit zu akzeptieren, ist der einfachere Weg, solche Quellen einfach wegzulassen - auch wenn sie substantiell (und nicht nur als nicht zu zitierende Hintergrundinformation) etwas beigetragen haben. Paradoxerweise nehmen die Hohepriester des traditionellen wissenschaftlichen Arbeitens billigend in Kauf, dass angesichts der von ihnen propagierten Internet-Skepsis Studierende den Weg des Opportunismus statt des sauberen Arbeitens wählen.
KlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 17:53 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/archivierung-des-internets-am-boulevard-der-toten-links-11791771.html
Das Internet archivieren? Warum nicht gleich die Milchstraße in Geschenkpapier packen? Hatte die Gutenberg-Welt ihre festen Rhythmen, so ist das Digitale eine Kultur permanenten Überschreibens, die jeden archivarischen Schnitt zufällig oder unmöglich macht.
Das Internet archivieren? Warum nicht gleich die Milchstraße in Geschenkpapier packen? Hatte die Gutenberg-Welt ihre festen Rhythmen, so ist das Digitale eine Kultur permanenten Überschreibens, die jeden archivarischen Schnitt zufällig oder unmöglich macht.
KlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 16:34 - Rubrik: Webarchivierung
Diskutiert wird die Gründung einer Open-Access-Zeitschrift für das deutsche Bibliothekswesen und die Informationswissenschaft
http://newlis.pbworks.com/ (Schreibzugriff nur nach Anmeldung)
Siehe auch Steinhauers Vivariense
http://vivariense.de/
Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/97059752/
http://newlis.pbworks.com/ (Schreibzugriff nur nach Anmeldung)
Siehe auch Steinhauers Vivariense
http://vivariense.de/
Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/97059752/
KlausGraf - am Sonntag, 24. Juni 2012, 16:14 - Rubrik: Open Access
In überaus widerwärtiger Weise zieht de Gruyter den Bibliotheken das Geld mit einem faden Neuaufguss des Verfasserlexikons das Geld aus den Rippen. Mietlinge, die aus gutem Grund nur mit Initialen zeichnen, meist aus der dritten oder vierten Reihe müssen Verfasserlexikonartikel umschreiben und nach Möglichkeit aktualisieren, was aber kaum einmal gelingt. Einen herausragenden Artikel habe ich gesehen, den über Felix Fabri, der aber schäbigerweise die Vorarbeiten der Wikipedia (den dortigen Artikel verantworte im wesentlichen ich selbst) unterschlägt. Ich nenne daher bewusst nicht den Autor, der sich in persönlicher Mail mit der Notwendigkeit, seine Familie zu ernähren, herausredete. Das kann aber keine Entschuldigung sein, die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis (wie ich sie verstehe) mit Füßen zu treten.
Auszüge aus einem Band:
http://books.google.de/books?id=L38-gpDWkw4C (2011)
Muss man anno 2012 noch des langen und des breiten begründen, wieso solche gedruckten Nachschlagewerke keine Zukunft haben, dass die Zukunft vielmehr den kollaborativen freien Nachschlagewerken gehört, die vergleichsweise schnell aktualisiert werden können?
Wer immer der BJ = Bruno Jahn sein mag, der den Artikel "Gebetbuch moselfränkischer Zisterzienserinnen" verantwortet - er sollte sich schämen, einfach nur das Verfasserlexikon nachgeschrieben zu haben. Was der wirkliche Stand der Forschung ist, sagt der (nicht zitierte) Handschriftencensus:
http://www.handschriftencensus.de/8888
Auszüge aus einem Band:
http://books.google.de/books?id=L38-gpDWkw4C (2011)
Muss man anno 2012 noch des langen und des breiten begründen, wieso solche gedruckten Nachschlagewerke keine Zukunft haben, dass die Zukunft vielmehr den kollaborativen freien Nachschlagewerken gehört, die vergleichsweise schnell aktualisiert werden können?
Wer immer der BJ = Bruno Jahn sein mag, der den Artikel "Gebetbuch moselfränkischer Zisterzienserinnen" verantwortet - er sollte sich schämen, einfach nur das Verfasserlexikon nachgeschrieben zu haben. Was der wirkliche Stand der Forschung ist, sagt der (nicht zitierte) Handschriftencensus:
http://www.handschriftencensus.de/8888
KlausGraf - am Samstag, 23. Juni 2012, 17:10 - Rubrik: Kodikologie
http://www.bisdom-roermond.nl/single/index.php?ID=619
Angeblich mit Digitalisaten der Originale, die ich aber nicht finde.
Vorgestellt auf dem Rheinischen Archivtag, siehe
http://lvrafz.hypotheses.org/
Leider muss ich jetzt das Blog unterbrechen. Ich melde mich später nochmals, falls es in der Archivwelt oder bei den hier traktierten Themen etwas Neues gibt.
Angeblich mit Digitalisaten der Originale, die ich aber nicht finde.
Vorgestellt auf dem Rheinischen Archivtag, siehe
http://lvrafz.hypotheses.org/
Leider muss ich jetzt das Blog unterbrechen. Ich melde mich später nochmals, falls es in der Archivwelt oder bei den hier traktierten Themen etwas Neues gibt.
KlausGraf - am Samstag, 23. Juni 2012, 15:33 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
http://www.stargardt.de/download/file/698/VI_Geschichte.pdf
1118* RÜXNER (Rixner), Georg, kaiserlicher Reichsherold; Verfasser des 1530 in Simmern
erschienenen Tu r n i e r b u c h s . E. Br. m. U. „Görg Rixner genandt Hierosalem Eraldo“.
Würzburg „an mitwoch nach S Veizs tag“ (17.VI.) 1523. 1 S. folio. Mit papiergedecktem Siegel
(eingerissen) und Adresse (Name getilgt). Minimale Randläsuren, verso kleine Montagespuren.
(2.500.—)
(An Gerhard Pichler?) wohl im Zusammenhang mit einem an den „Ritterkrieg“ sich anschließenden Streit
zwischen dem Landgrafen Philipp dem Großmütigen von Hessen und dem Reich, das sich der Ansprüche
einiger mit Franz von Sickingen verbündet gewesener Ritter angenommen hatte.
„... Ich hab dem amptman zü marburg Etlich warnung meins g[nädigen] h[errn]“ (Fürstbischof Konrad
III. von Würzburg?) „halb zü geschriben uff sein schrifftlich ansuchen und Begern, da mit mein
g[nädiger] h[err] gewarndt werde, wan in der still da von geredt wirt, Beym Bundt oder im her, als ob
man uber sein gand“ (verschrieben für „land“?) „im umwenden ziechen wölle, ist mir nit zweyffels sein
f[ürstlich] g[naden] wiß sich uff solche warnung wol zü hallten, sye haben nit uber thaussent Reissiger
pferde und Bis an neuntaussent zü fuß, aber Ein stargk geschoß Bey vier oder XXV stugken uff Redern
die Eyssen schiessen, dar under wol acht Brechender stugk sind, aber fur war, die stradiotten und vil
knecht underm hauffen wern lieber uff dem gegentheil dan Beym pund ... Ich hab XIII artigkel Bey mir,
die Sind schon gedrugkt, aber nit von mir, die Beschliessen allen Eingang des gannczen Regamenczs aller
stend im Reich ...“
Aus der 1911 durch C.G. Boerner versteigerten Sammlung Carl Geibel. – Vo n g r ö ß t e r S e l t e n h e i t .
Siehe die Abbildung auf Seite 553.
Zu diesem Brief
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ruexner_nebehay.jpg
Graf S. 120
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7140/pdf/Graf_Ruexner.pdf
Über Rüxner:
http://archiv.twoday.net/search?q=r%C3%BCxner
Update: Klaus Arnold erwähnt den Brief in seinem Humanismus-VL-Artikel über Sebastian von Rotenhan
http://books.google.de/books?id=iCQt5LikZ6MC&pg=PT60
Zum erwähnten Druck (beide Drucke sind also wohl nicht nach 1523 Juni 17 zu datieren):
http://de.wikisource.org/wiki/Deutscher_Nation_Notdurft
Eine Transkription des Briefs auf Wikimedia Commons.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brief_von_R%C3%BCxner.jpg
Wenn Rüxner sagt, der Adressat solle in Nürnberg am Hof des Statthalters nach ihm fragen, so deutet dies auf Pfalzgraf Friedrich, der im Juli 1523 das Statthalter-Amt des Reichsregiments resignierte und den wir bereits als Rüxners Dienstherrn kennen.
Aus Google Books geht hervor, dass die Vermutung hinsichtlich des Adressaten aus dem Katalog von 1911 stammt:
"Autographen sammlungen dr. Carl Geibel, Leipzig, Carl Herz v. ...: Band 1
Carl Geibel, Carl Herz von Hertenried, C.G. Boerner (Firm) - 1911 - Snippet-Ansicht
Georg Rüxner. 214 Der Verfasser des berühmten „Turnierbuchs". — L. as Würzburg, am St. Veitstag (17. Juni) 1523, an Gerhard Pichler (?). 1 pag. fol., mit Adresse und Siegel. Kostbarer und sehr interessanter Brief. Er habe den Amtmann von"
Bereits 1866 hatte Stargardt einen anderen Brief Rüxners in Besitz:
http://books.google.de/books?id=oBAUAQAAMAAJ&pg=PA53-IA31 (Ewalde muss Eraldo heißen) - es ist wohl einer der beiden Briefe von 1526 wegen seines Schwagers Hans Eysen zu Schonungen (von Stargardt verlesen), die sich in Coburg und Berlin befinden (Graf a.a.O.).
Eine andere Unterschrift Rüxners 1523 aus ungenannter Quelle:
http://books.google.de/books?id=at9JAAAAcAAJ&pg=PA277
http://books.google.de/books?id=at9JAAAAcAAJ&pg=PA173
#forschung

1118* RÜXNER (Rixner), Georg, kaiserlicher Reichsherold; Verfasser des 1530 in Simmern
erschienenen Tu r n i e r b u c h s . E. Br. m. U. „Görg Rixner genandt Hierosalem Eraldo“.
Würzburg „an mitwoch nach S Veizs tag“ (17.VI.) 1523. 1 S. folio. Mit papiergedecktem Siegel
(eingerissen) und Adresse (Name getilgt). Minimale Randläsuren, verso kleine Montagespuren.
(2.500.—)
(An Gerhard Pichler?) wohl im Zusammenhang mit einem an den „Ritterkrieg“ sich anschließenden Streit
zwischen dem Landgrafen Philipp dem Großmütigen von Hessen und dem Reich, das sich der Ansprüche
einiger mit Franz von Sickingen verbündet gewesener Ritter angenommen hatte.
„... Ich hab dem amptman zü marburg Etlich warnung meins g[nädigen] h[errn]“ (Fürstbischof Konrad
III. von Würzburg?) „halb zü geschriben uff sein schrifftlich ansuchen und Begern, da mit mein
g[nädiger] h[err] gewarndt werde, wan in der still da von geredt wirt, Beym Bundt oder im her, als ob
man uber sein gand“ (verschrieben für „land“?) „im umwenden ziechen wölle, ist mir nit zweyffels sein
f[ürstlich] g[naden] wiß sich uff solche warnung wol zü hallten, sye haben nit uber thaussent Reissiger
pferde und Bis an neuntaussent zü fuß, aber Ein stargk geschoß Bey vier oder XXV stugken uff Redern
die Eyssen schiessen, dar under wol acht Brechender stugk sind, aber fur war, die stradiotten und vil
knecht underm hauffen wern lieber uff dem gegentheil dan Beym pund ... Ich hab XIII artigkel Bey mir,
die Sind schon gedrugkt, aber nit von mir, die Beschliessen allen Eingang des gannczen Regamenczs aller
stend im Reich ...“
Aus der 1911 durch C.G. Boerner versteigerten Sammlung Carl Geibel. – Vo n g r ö ß t e r S e l t e n h e i t .
Siehe die Abbildung auf Seite 553.
Zu diesem Brief
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ruexner_nebehay.jpg
Graf S. 120
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7140/pdf/Graf_Ruexner.pdf
Über Rüxner:
http://archiv.twoday.net/search?q=r%C3%BCxner
Update: Klaus Arnold erwähnt den Brief in seinem Humanismus-VL-Artikel über Sebastian von Rotenhan
http://books.google.de/books?id=iCQt5LikZ6MC&pg=PT60
Zum erwähnten Druck (beide Drucke sind also wohl nicht nach 1523 Juni 17 zu datieren):
http://de.wikisource.org/wiki/Deutscher_Nation_Notdurft
Eine Transkription des Briefs auf Wikimedia Commons.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brief_von_R%C3%BCxner.jpg
Wenn Rüxner sagt, der Adressat solle in Nürnberg am Hof des Statthalters nach ihm fragen, so deutet dies auf Pfalzgraf Friedrich, der im Juli 1523 das Statthalter-Amt des Reichsregiments resignierte und den wir bereits als Rüxners Dienstherrn kennen.
Aus Google Books geht hervor, dass die Vermutung hinsichtlich des Adressaten aus dem Katalog von 1911 stammt:
"Autographen sammlungen dr. Carl Geibel, Leipzig, Carl Herz v. ...: Band 1
Carl Geibel, Carl Herz von Hertenried, C.G. Boerner (Firm) - 1911 - Snippet-Ansicht
Georg Rüxner. 214 Der Verfasser des berühmten „Turnierbuchs". — L. as Würzburg, am St. Veitstag (17. Juni) 1523, an Gerhard Pichler (?). 1 pag. fol., mit Adresse und Siegel. Kostbarer und sehr interessanter Brief. Er habe den Amtmann von"
Bereits 1866 hatte Stargardt einen anderen Brief Rüxners in Besitz:
http://books.google.de/books?id=oBAUAQAAMAAJ&pg=PA53-IA31 (Ewalde muss Eraldo heißen) - es ist wohl einer der beiden Briefe von 1526 wegen seines Schwagers Hans Eysen zu Schonungen (von Stargardt verlesen), die sich in Coburg und Berlin befinden (Graf a.a.O.).
Eine andere Unterschrift Rüxners 1523 aus ungenannter Quelle:
http://books.google.de/books?id=at9JAAAAcAAJ&pg=PA277
http://books.google.de/books?id=at9JAAAAcAAJ&pg=PA173
#forschung
KlausGraf - am Freitag, 22. Juni 2012, 20:32 - Rubrik: Landesgeschichte
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Dem neuen ZKBW-Dialog https://wiki.bsz-bw.de/doku.php?id=fl-team:publikationen:dialog72-html entnehme ich:
"Das Getty Research Portal ( http://portal.getty.edu/ ) gewährt gebührenfreien Zugang zu den Volltexten von kunsthistorischen Büchern, die nicht mehr unter Urheberschutz stehen. Das Portal beschränkt sich nicht nur auf den Nachweis der Bestände des Getty Research Institutes, sondern verlinkt auf die frei verfügbaren Texte, die von Bibliotheken, Universitäten und Museen in Europa und den USA digitalisiert wurden (und werden). Beteiligt sind bisher die UB Heidelberg, das Institut National d’Histoire de l’Art in Paris, die Frick Art Reference Library und die Thomas J. Watson Library des Metropolitan Museums of Art in New York, die Avery Architectural and Fine Arts Library at Columbia University, die Biblioteca de la Universidad de Málaga und andere mehr. "
Was es allerdings an Fortschritt bringt, wenn ohne jegliche Kennzeichnung US-Bibliotheken ihre für Nicht-US-Bürger nicht zugänglichen Digitalisate etwa
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.0029763550
nachweisen dürfen, erschließt sich mir nicht.
"Das Getty Research Portal ( http://portal.getty.edu/ ) gewährt gebührenfreien Zugang zu den Volltexten von kunsthistorischen Büchern, die nicht mehr unter Urheberschutz stehen. Das Portal beschränkt sich nicht nur auf den Nachweis der Bestände des Getty Research Institutes, sondern verlinkt auf die frei verfügbaren Texte, die von Bibliotheken, Universitäten und Museen in Europa und den USA digitalisiert wurden (und werden). Beteiligt sind bisher die UB Heidelberg, das Institut National d’Histoire de l’Art in Paris, die Frick Art Reference Library und die Thomas J. Watson Library des Metropolitan Museums of Art in New York, die Avery Architectural and Fine Arts Library at Columbia University, die Biblioteca de la Universidad de Málaga und andere mehr. "
Was es allerdings an Fortschritt bringt, wenn ohne jegliche Kennzeichnung US-Bibliotheken ihre für Nicht-US-Bürger nicht zugänglichen Digitalisate etwa
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=nnc1.0029763550
nachweisen dürfen, erschließt sich mir nicht.
KlausGraf - am Freitag, 22. Juni 2012, 20:20 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Narratio de rebus gestis archiepiscoporum Moguntinorum
(Bericht über die Taten der Erzbischöfe von Mainz)
Werk
Umfangreiche Geschichte der Erzbischöfe von Mainz, verfaßt Ende 15. Jh. Die Handschrift mit dem Gesamttext ist seit dem 19. Jh. verschollen; erhalten sind nur einige kurze Auszüge über acht Kriege im Rheingau (Hessen) in den Jahren 1165, 1301, 1360, 1369, 1371, 1382, 1405 und 1410. Hinzu kommt ein Bericht über die Befestigungsmaßnahmen, die Erzbischof Adalbert II. von Mainz (PND119496313) (1138-1141) in Bingen (Rheinland-Pfalz) durchführen ließ.
Handschriften - Mss.
v. Edd. Böhmer, p. xliii nr. 23
[ http://archive.org/stream/fontesrerumgerm03hubegoog#page/n48/mode/2up ]
Ausgaben - Edd.
F. J. Bodmann, Rheingauische Altertümer, Mainz 1819, pp. 160 sqq. Auszüge
in Böhmer, Font., 4 (1868) 363-367 aus ed. Bodmann
Literatur - Comm.
v. Edd. Böhmer, p. xliii nr. 23
Letzte Änderung der Daten am 20-03-2012 09:56
Zedler hat diese Geschichtsquelle als Erfindung Bodmanns nachgewiesen:
http://archive.org/stream/NassauischeAnnalen45/NassauischeAnnalen451921#page/n361/mode/2up
Markus Müller, Bistumsgeschichtsschreibung, 1998, S. 24 verweist darauf, dass sich aus der Bistumschronik Zimmerns ein weiteres Argument gegen die Echtheit der Narratio ergibt.
Gleichwohl sind Böhmer, Holder-Egger und in ihrem Gefolge diverse Autoren auf diese Fälschung hereingefallen:
https://www.google.de/search?tbm=bks&q=%22Narratio+de+rebus+gestis+archiepiscoporum+Moguntinorum+%22
http://www.burgenlexikon.eu/104.html#c356
Holder-Egger gibt immerhin eine Warnung vor Bodmann:
http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_rer._Germ._42_S._59
Zu Bodmann
http://archiv.twoday.net/stories/97064349/
Zu den Geschichtsquellen
http://archiv.twoday.net/stories/96988260/
(Bericht über die Taten der Erzbischöfe von Mainz)
Werk
Umfangreiche Geschichte der Erzbischöfe von Mainz, verfaßt Ende 15. Jh. Die Handschrift mit dem Gesamttext ist seit dem 19. Jh. verschollen; erhalten sind nur einige kurze Auszüge über acht Kriege im Rheingau (Hessen) in den Jahren 1165, 1301, 1360, 1369, 1371, 1382, 1405 und 1410. Hinzu kommt ein Bericht über die Befestigungsmaßnahmen, die Erzbischof Adalbert II. von Mainz (PND119496313) (1138-1141) in Bingen (Rheinland-Pfalz) durchführen ließ.
Handschriften - Mss.
v. Edd. Böhmer, p. xliii nr. 23
[ http://archive.org/stream/fontesrerumgerm03hubegoog#page/n48/mode/2up ]
Ausgaben - Edd.
F. J. Bodmann, Rheingauische Altertümer, Mainz 1819, pp. 160 sqq. Auszüge
in Böhmer, Font., 4 (1868) 363-367 aus ed. Bodmann
Literatur - Comm.
v. Edd. Böhmer, p. xliii nr. 23
Letzte Änderung der Daten am 20-03-2012 09:56
Zedler hat diese Geschichtsquelle als Erfindung Bodmanns nachgewiesen:
http://archive.org/stream/NassauischeAnnalen45/NassauischeAnnalen451921#page/n361/mode/2up
Markus Müller, Bistumsgeschichtsschreibung, 1998, S. 24 verweist darauf, dass sich aus der Bistumschronik Zimmerns ein weiteres Argument gegen die Echtheit der Narratio ergibt.
Gleichwohl sind Böhmer, Holder-Egger und in ihrem Gefolge diverse Autoren auf diese Fälschung hereingefallen:
https://www.google.de/search?tbm=bks&q=%22Narratio+de+rebus+gestis+archiepiscoporum+Moguntinorum+%22
http://www.burgenlexikon.eu/104.html#c356
Holder-Egger gibt immerhin eine Warnung vor Bodmann:
http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_rer._Germ._42_S._59
Zu Bodmann
http://archiv.twoday.net/stories/97064349/
Zu den Geschichtsquellen
http://archiv.twoday.net/stories/96988260/
KlausGraf - am Freitag, 22. Juni 2012, 02:10 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Nun gibt es endlich einen Wikipedia-Artikel über Bodmann:
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Joseph_Bodmann
Franz Joseph Bodmann (* 7. Mai 1754 in Groß-Aura (Oberfranken); † 20. Oktober 1820 in Mainz) war ein deutscher Jurist, Politiker, Historiker, Bibliothekar und Geschichtsfälscher.
Bodmann studierte in Würzburg und Göttingen Rechtswissenschaften. 1780 wurde er Professor der Rechte in Mainz, 1805 Vizepräsident des Zivilgerichts und 1811 Präsident des Finanzgerichts in Mainz. Von 1806 bis zu seiner Dispensation nach dem Abzug der französischen Truppen 1814 leitete er die Mainzer Stadtbibliothek.
Seine früher hochgeschätzen landesgeschichtlichen Publikationen - sein Hauptwerk sind die Rheingauischen Alterthümer - sind durch erst am Ende des 19. Jahrhunderts aufgedeckte schwerwiegende Fälschungen teilweise entwertet. So fälschte er das Rheingauer Landrecht aus holländischen Quellen und schrieb Urteile des Ingelheimer Oberhofs auf Eltville um. Als Mainzer Stadtbibliothekar entfremdete er ihm anvertraute Bestände, verstümmelte Handschriften und Drucke. Auch andere Institutionen bestahl er: „Wo er ein Archiv benutzte, riß er das, was er in seine Werke aufnehmen wollte, aus den Originalen heraus und fügte es seinem Manuskript bei“.
Materialien zu seinen Fälschungen und der Bodmann-Habel'schen Sammlung habe ich zusammengestellt in Wikisource (während die Bibliographie seiner digitalisierten Publikationen dankenswerterweise von anderer Hand erfolgte):
http://de.wikisource.org/wiki/Franz_Joseph_Bodmann
Zu Habel:
http://archiv.twoday.net/stories/5262222/
Zu Fröschels verschollener Chronik aus der Sammlung:
http://archiv.twoday.net/stories/137406/
Zu einer Fälschung Bodmanns
http://archiv.twoday.net/stories/97008197/
[Zu einer weiteren:
http://archiv.twoday.net/stories/97064397/ ]
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
Nachtrag: Roths Aufsatz über Bodmann 1909
http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3ARoth_deutsche_geschichtsblaetter.pdf&page=22
Zu Bodmann als zeichnender Fälscher vgl. einen Tagungsbericht von 2010
http://www.ahf-muenchen.de/Tagungsberichte/Berichte/pdf/2010/119-10.pdf
"Von einer gewissen wissenschaftlichen Eitelkeit zeugt der gelungene Versuch des Mainzer Juristen und
Historikers Franz Josef Bodmann (1754-1820), mit Zeichnungen angeblicher Grabsteine einer Familie De
Ageduch (Vom Aquädukt, Von den Römersteinen) eine sonst in Urkunden nicht nachgewiesene Familie zu
einer schillernden Existenz zu verhelfen, die im Mainz benachbarten Kloster Dalheim, eben in der Nähe der
römischen Wasserleitung, eine in der Säkularisierung verschwundene Grablege gehabt haben soll. Erst Josef
Heinzelmann (†2010, Vortrag gelesen von Eberhard J. Nikitsch, beide Mainz) kam dem Fälscher auf die Spur
und entlarvte seine Zeichnungen hochrechteckiger Grabplatten mit konventionellen Anno domini-Formularen
des 13. und 14. Jahrhunderts als pure Phantasie und Fälschung wider besseres Wissen. Die wirklichen
Motive bleiben im Dunkeln, wenngleich Bodmann mehrfach Zeugnisse zur Stützung seiner historischen
Forschungen gefälscht hat."
Siehe auch
https://www.mainz.de/kultur-und-wissenschaft/bibliotheken-und-archive/stadtarchiv/mittelalterfaelschungen.php
Für Dieter Werkmüller: Bodmann, Franz Josef (1754-1820). In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte 2. Auflage Bd. 1 (2008), Sp. 629f., hier Sp. 630 "müssen alle nur von ihm überlieferten Quellen solange als verdächtig gelten, bis eine von B. unabhängige Bestätigung auftaucht".

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Joseph_Bodmann
Franz Joseph Bodmann (* 7. Mai 1754 in Groß-Aura (Oberfranken); † 20. Oktober 1820 in Mainz) war ein deutscher Jurist, Politiker, Historiker, Bibliothekar und Geschichtsfälscher.
Bodmann studierte in Würzburg und Göttingen Rechtswissenschaften. 1780 wurde er Professor der Rechte in Mainz, 1805 Vizepräsident des Zivilgerichts und 1811 Präsident des Finanzgerichts in Mainz. Von 1806 bis zu seiner Dispensation nach dem Abzug der französischen Truppen 1814 leitete er die Mainzer Stadtbibliothek.
Seine früher hochgeschätzen landesgeschichtlichen Publikationen - sein Hauptwerk sind die Rheingauischen Alterthümer - sind durch erst am Ende des 19. Jahrhunderts aufgedeckte schwerwiegende Fälschungen teilweise entwertet. So fälschte er das Rheingauer Landrecht aus holländischen Quellen und schrieb Urteile des Ingelheimer Oberhofs auf Eltville um. Als Mainzer Stadtbibliothekar entfremdete er ihm anvertraute Bestände, verstümmelte Handschriften und Drucke. Auch andere Institutionen bestahl er: „Wo er ein Archiv benutzte, riß er das, was er in seine Werke aufnehmen wollte, aus den Originalen heraus und fügte es seinem Manuskript bei“.
Materialien zu seinen Fälschungen und der Bodmann-Habel'schen Sammlung habe ich zusammengestellt in Wikisource (während die Bibliographie seiner digitalisierten Publikationen dankenswerterweise von anderer Hand erfolgte):
http://de.wikisource.org/wiki/Franz_Joseph_Bodmann
Zu Habel:
http://archiv.twoday.net/stories/5262222/
Zu Fröschels verschollener Chronik aus der Sammlung:
http://archiv.twoday.net/stories/137406/
Zu einer Fälschung Bodmanns
http://archiv.twoday.net/stories/97008197/
[Zu einer weiteren:
http://archiv.twoday.net/stories/97064397/ ]
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
Nachtrag: Roths Aufsatz über Bodmann 1909
http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3ARoth_deutsche_geschichtsblaetter.pdf&page=22
Zu Bodmann als zeichnender Fälscher vgl. einen Tagungsbericht von 2010
http://www.ahf-muenchen.de/Tagungsberichte/Berichte/pdf/2010/119-10.pdf
"Von einer gewissen wissenschaftlichen Eitelkeit zeugt der gelungene Versuch des Mainzer Juristen und
Historikers Franz Josef Bodmann (1754-1820), mit Zeichnungen angeblicher Grabsteine einer Familie De
Ageduch (Vom Aquädukt, Von den Römersteinen) eine sonst in Urkunden nicht nachgewiesene Familie zu
einer schillernden Existenz zu verhelfen, die im Mainz benachbarten Kloster Dalheim, eben in der Nähe der
römischen Wasserleitung, eine in der Säkularisierung verschwundene Grablege gehabt haben soll. Erst Josef
Heinzelmann (†2010, Vortrag gelesen von Eberhard J. Nikitsch, beide Mainz) kam dem Fälscher auf die Spur
und entlarvte seine Zeichnungen hochrechteckiger Grabplatten mit konventionellen Anno domini-Formularen
des 13. und 14. Jahrhunderts als pure Phantasie und Fälschung wider besseres Wissen. Die wirklichen
Motive bleiben im Dunkeln, wenngleich Bodmann mehrfach Zeugnisse zur Stützung seiner historischen
Forschungen gefälscht hat."
Siehe auch
https://www.mainz.de/kultur-und-wissenschaft/bibliotheken-und-archive/stadtarchiv/mittelalterfaelschungen.php
Für Dieter Werkmüller: Bodmann, Franz Josef (1754-1820). In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte 2. Auflage Bd. 1 (2008), Sp. 629f., hier Sp. 630 "müssen alle nur von ihm überlieferten Quellen solange als verdächtig gelten, bis eine von B. unabhängige Bestätigung auftaucht".
KlausGraf - am Freitag, 22. Juni 2012, 01:09 - Rubrik: Archivgeschichte
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
https://kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/4500688-stift-klosterneuburg-bibliothekar-stahl-prachtbaende.php
Fast ein Jahr lang konnte der Bibliothekar des Stifts Klosterneuburg wertvolle historische Bände unbemerkt aus der prachtvollen Bibliothek der Chorherren mitgehen lassen und verkaufen. Jetzt wurde dem diebischen Mitarbeiter das Handwerk gelegt. Da die Käufer der Bücher bekannt sind, hat das Stift eine realistische Chance auf Rückerstattung der gestohlenen Bücher.
Der 61-jährige Bibliothekar – er war seit vielen Jahren bei den Chorherren beschäftigt – bediente sich bei der Auswahl des Diebsguts eines Tricks: Er stahl nur Bücher, von denen es in der Stiftsbibliothek zumindest zwei Exemplare gibt. Deshalb dauerte es so lange, bis der Schwund auffiel.
Auch die Aufklärung ist einem Zufall zu verdanken: Nachdem ein bestimmtes Buch nicht auffindbar war (ein Exemplar war ausgeliehen, das andere hatte der Bibliothekar bereits verkauft), begannen zuerst stiftsinterne Nachforschungen.
Als der Mitarbeiter die Diebstähle gestand, wurde am Dienstag die Polizei alarmiert. Dort gab der Mann an, seit rund einem Jahr insgesamt 19 historische Bände mitgenommen und um jeweils 1000 Euro verkauft zu haben. Das Geld habe er für die Pflege seiner bettlägrigen Mutter benötigt, sagte der überführte Bücher-Dieb.
Update:
http://archiv.twoday.net/stories/219050113/
Fast ein Jahr lang konnte der Bibliothekar des Stifts Klosterneuburg wertvolle historische Bände unbemerkt aus der prachtvollen Bibliothek der Chorherren mitgehen lassen und verkaufen. Jetzt wurde dem diebischen Mitarbeiter das Handwerk gelegt. Da die Käufer der Bücher bekannt sind, hat das Stift eine realistische Chance auf Rückerstattung der gestohlenen Bücher.
Der 61-jährige Bibliothekar – er war seit vielen Jahren bei den Chorherren beschäftigt – bediente sich bei der Auswahl des Diebsguts eines Tricks: Er stahl nur Bücher, von denen es in der Stiftsbibliothek zumindest zwei Exemplare gibt. Deshalb dauerte es so lange, bis der Schwund auffiel.
Auch die Aufklärung ist einem Zufall zu verdanken: Nachdem ein bestimmtes Buch nicht auffindbar war (ein Exemplar war ausgeliehen, das andere hatte der Bibliothekar bereits verkauft), begannen zuerst stiftsinterne Nachforschungen.
Als der Mitarbeiter die Diebstähle gestand, wurde am Dienstag die Polizei alarmiert. Dort gab der Mann an, seit rund einem Jahr insgesamt 19 historische Bände mitgenommen und um jeweils 1000 Euro verkauft zu haben. Das Geld habe er für die Pflege seiner bettlägrigen Mutter benötigt, sagte der überführte Bücher-Dieb.
Update:
http://archiv.twoday.net/stories/219050113/
KlausGraf - am Freitag, 22. Juni 2012, 00:08 - Rubrik: Bibliothekswesen
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Gottfried Zedlers Abrechnung vor allem mit den Fälschungen Bodmanns und Schotts erschien 1921 als Nassauische Annalen. Band 45, 1918-1921:
http://archive.org/details/NassauischeAnnalen45
Die Studien Zedlers fanden eine durchaus kritische Aufnahme, was nicht bedeutet, dass Bodmanns und Schotts Machwerke als echt zu gelten hätten. Die Rezension des Wiesbadener Staatsarchivar Emil Schaus von Zedlers Buch:
http://archive.org/stream/DeutscheZeitschriftFuerGeschichtswissenschaftNf1920#page/n479/mode/2up
"Die Zedlersche Untersuchung ist anfechtbar und vernachlässigt die Urkundenkritik" lautet die erste Zwischenüberschrift von Richard Drögereit, Die Bleidenstädter Traditionen, in: Nassauische Annalen 58 (1938), S. 1-19, hier S. 1. Drögereit verweist auf die Besprechung des Buchs Zedlers von A. Hessel/Herbert Meyer, GGA 184 (1922) 114ff. und Levisons ganz kurze Stellungnahme im NA
http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/46/346
[GGA zu Zedler:
http://archive.org/stream/GoettingischeGelehrteAnzeigen1922#page/n119/mode/2up ]
Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/97008197/
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
http://archive.org/details/NassauischeAnnalen45
Die Studien Zedlers fanden eine durchaus kritische Aufnahme, was nicht bedeutet, dass Bodmanns und Schotts Machwerke als echt zu gelten hätten. Die Rezension des Wiesbadener Staatsarchivar Emil Schaus von Zedlers Buch:
http://archive.org/stream/DeutscheZeitschriftFuerGeschichtswissenschaftNf1920#page/n479/mode/2up
"Die Zedlersche Untersuchung ist anfechtbar und vernachlässigt die Urkundenkritik" lautet die erste Zwischenüberschrift von Richard Drögereit, Die Bleidenstädter Traditionen, in: Nassauische Annalen 58 (1938), S. 1-19, hier S. 1. Drögereit verweist auf die Besprechung des Buchs Zedlers von A. Hessel/Herbert Meyer, GGA 184 (1922) 114ff. und Levisons ganz kurze Stellungnahme im NA
http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/46/346
[GGA zu Zedler:
http://archive.org/stream/GoettingischeGelehrteAnzeigen1922#page/n119/mode/2up ]
Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/97008197/
Fälschungen in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/stories/96987511/
KlausGraf - am Donnerstag, 21. Juni 2012, 18:50 - Rubrik: Landesgeschichte
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Von befreundeter Seite wurde ich auf eine inzwischen beendete Ebay-Auktion hingewiesen:
http://www.ebay.de/itm/1588-HUMANISMUS-EINHORN-WAPPENEINBAND-FOLIO-DATIERT-PROVENIENZ-/110895833998#ht_24284wt_1139
Mit 621 Euro konnte der Anbieter einen satten Gewinn einstreichen, denn in der Zisska-Auktion 59 (Nr. 403) waren für den Druck von 1588 nur 250 Euro erzielt worden:
http://de.zisska.de/nr-403-sylburg-f/590824
http://de.zisska.de/wp-content/uploads/file/katalog/katalog_59_web.pdf
VD 16 S 10350. Adams S 786 (unter Scriptores). – Bedeutende, von F. Sylburg edierte Sammlung von Historikern der silbernen Latinität. [...] – Das Wappen-Supralibros mit dem Einhorn (Wappentier der Stadt Schwäbisch Gmünd) wird umrahmt vom Namen des Besitzers. – Vorderschnitt gepunzt mit goldgepr. Titel mit der Jahreszahl "1589". (Zisska-Beschreibung)
Besonders viel Mühe hat sich Zisska - wie üblich - mit der Provenienz nicht gegeben: Aus dem Besitz des gräflichen Hofkaplans Abraham Nagel aus Schwäbisch Gmünd, Verfassers eines Berichts über das Wunder von Flochberg. Simples Googeln bringt erheblich mehr über Abraham Nagel zutage.
[GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=121166147 ]
Maßgeblich ist die Kurzbiographie von Alfred Wendehorst, Das Stift Neumünster in Würzburg (1989), S. 593-595. Online:
http://hdl.handle.net/11858/00-001S-0000-0003-16EF-B
[ http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/36/609 ]
Abraham Nagel dürfte 1550/60 in der altgläubigen Reichsstadt Schwäbisch Gmünd geboren worden sein, da er 1572 in Freiburg im Breisgau immatrikuliert wurde. In Augsburg wurde er 1577 zum Priester geweiht. Anschließend stand er in den Diensten des Grafen von Oettingen-Wallerstein als Pfarrer zu Wallerstein. In der vom 4. September 1582 datierten Widmung seines 1583 gedruckten Flochberger Mirakelbuchs nennt er sich Kaplan Graf Wilhelms von Oettingen-Wallerstein. 1583 ging er nach Würzburg, wo er 1584 Pfarrer des Juliusspitals und Kanoniker des Neumünster-Stifts wurde. 1585 verzeichnet ihn die Matrikel der Universität Würzburg. Nagels Bücherleidenschaft führte zu hohen Schulden und Nagel ins Gefängnis. Er musste auf sein Pfarramt und das Kanonikat 1589 verzichten, konnte aber nach Speyer fliehen, wo er am Stift St. German Kanoniker und Pfarrer von St. Peter wurde. Seine 1589 beschlagnahmte Bibliothek wurde in Teilen an den Abt von Bildhausen verkauft. Nagel kehrte wieder ins Bistum Würzburg zurück, da er 1591 als Pfarrer von Ebenhausen bezeugt ist. Weitere Lebenszeugnisse waren Wendehorst nicht bekannt.
Nagel schrieb zwei apologetische Werke, in der er die katholische Kirche in Schutz nahm:
Unser liebe Fraw zu Flochberg im Roggen-Acker [...]. Ingolstadt 1583
Digitalisat ohne Titelblatt:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10179977-0
Rudolf Schenda hat die Auseinandersetzung um diese Schrift als Einstieg für seinen Aufsatz "Die protestantisch-katholische Legendenpolemik im 16. Jahrhundert", in: Archiv für Kulturgeschichte 52 (1970), S. 28-48 (Toll Access DigiZeitschriften) benützt, nachdem er zuvor schon einen kurzen Aufsatz in der Heimatzeitschrift Ostalb (liegt mir nicht vor) geschrieben hatte (Die Wallfahrt zu Flochberg ..., in: Ostalb 2, 1968, S. 20-24).
Philipp M. Soergel ist 1993 ebenfalls kurz auf diese Schrift Nagels eingegangen:
http://publishing.cdlib.org/ucpressebooks/view?docId=ft738nb4fn&chunk.id=d0e6769&toc.depth=100&brand=ucpress
Schüttlung des vermeinten Christenbaums [...], Ingolstadt 1589 - ein polemischer Angriff auf das Luthertum (kurz zusammengefasst von Schwitalla, in: Sprachhandeln und Medienstrukturen, 2007, S. 97).
Völlig unbrauchbares Digitalisat von Google via MDZ:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10168317-1
Brauchbares Digitalisat von Google via MDZ:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10168316-6
In diesem Buch werden auch die "Insignia" Nagels wiedergegeben:
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10168316_00004.html =
http://books.google.de/books?id=23s8AAAAcAAJ&pg=PT4
Es handelt sich um den Holzschnitt Jost Ammans (gest. 1591), der eines der Exlibris Nagels schmückt. Mit diesen Buchzeichen hat sich Ilse O'Dell 1997 in der Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte befasst:
http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=zak-003:1997:54::378&id=hitlist&id2=&id3=
Ammans Exlibris für Nagel wird von ihr nach einem Exemplar der Veste Coburg reproduziert. Ein zweites Exlibris verwahrt das British Museum, ein drittes in Form eines Probedrucks ebenfalls das British Museum [siehe Ilse O'Dell: Deutsche und österreichische Exlibris 1500-1599 im Britischen Museum, 2003, S. 67f. Nr. 264f. mit Abbildungen]. Ein vollständiges Exemplar ist in dem Buch H. mon. f. 4 der SB Bamberg erhalten. Nicht bekannt war O'Dell das inzwischen digitalisierte Exemplar der Exlibris-Sammlung Berlepsch in Wolfenbüttel (offenbar das vollständige Exlibris Nr. 3):
http://diglib.hab.de/?grafik=exlib-berlepsch-16-2-00036
Außer dem Bamberger Druck, dem bei Zisska/Ebay verscherbelten Band und der via Needhams IPI auffindbaren Würzburger Inkunabel (Hubay Nr. 201 mit entferntem Exlibris)
http://www.inka.uni-tuebingen.de/?inka=48000285
kenne ich keine Reste aus Nagels reicher Bibliothek.
Die Helmzier von Nagels Wappen, verweist auf seine Herkunft aus Schwäbisch Gmünd, auf die er wohl stolz war. Auch auf dem Titelblatt der "Schüttlung" heißt es "durch M. Abrahamum Nagelium, Gamundianum".
#forschung
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abraham_nagel_supralibros.jpg
http://www.ebay.de/itm/1588-HUMANISMUS-EINHORN-WAPPENEINBAND-FOLIO-DATIERT-PROVENIENZ-/110895833998#ht_24284wt_1139
Mit 621 Euro konnte der Anbieter einen satten Gewinn einstreichen, denn in der Zisska-Auktion 59 (Nr. 403) waren für den Druck von 1588 nur 250 Euro erzielt worden:
http://de.zisska.de/wp-content/uploads/file/katalog/katalog_59_web.pdf
VD 16 S 10350. Adams S 786 (unter Scriptores). – Bedeutende, von F. Sylburg edierte Sammlung von Historikern der silbernen Latinität. [...] – Das Wappen-Supralibros mit dem Einhorn (Wappentier der Stadt Schwäbisch Gmünd) wird umrahmt vom Namen des Besitzers. – Vorderschnitt gepunzt mit goldgepr. Titel mit der Jahreszahl "1589". (Zisska-Beschreibung)
Besonders viel Mühe hat sich Zisska - wie üblich - mit der Provenienz nicht gegeben: Aus dem Besitz des gräflichen Hofkaplans Abraham Nagel aus Schwäbisch Gmünd, Verfassers eines Berichts über das Wunder von Flochberg. Simples Googeln bringt erheblich mehr über Abraham Nagel zutage.
[GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=121166147 ]
Maßgeblich ist die Kurzbiographie von Alfred Wendehorst, Das Stift Neumünster in Würzburg (1989), S. 593-595. Online:
http://hdl.handle.net/11858/00-001S-0000-0003-16EF-B
[ http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/36/609 ]
Abraham Nagel dürfte 1550/60 in der altgläubigen Reichsstadt Schwäbisch Gmünd geboren worden sein, da er 1572 in Freiburg im Breisgau immatrikuliert wurde. In Augsburg wurde er 1577 zum Priester geweiht. Anschließend stand er in den Diensten des Grafen von Oettingen-Wallerstein als Pfarrer zu Wallerstein. In der vom 4. September 1582 datierten Widmung seines 1583 gedruckten Flochberger Mirakelbuchs nennt er sich Kaplan Graf Wilhelms von Oettingen-Wallerstein. 1583 ging er nach Würzburg, wo er 1584 Pfarrer des Juliusspitals und Kanoniker des Neumünster-Stifts wurde. 1585 verzeichnet ihn die Matrikel der Universität Würzburg. Nagels Bücherleidenschaft führte zu hohen Schulden und Nagel ins Gefängnis. Er musste auf sein Pfarramt und das Kanonikat 1589 verzichten, konnte aber nach Speyer fliehen, wo er am Stift St. German Kanoniker und Pfarrer von St. Peter wurde. Seine 1589 beschlagnahmte Bibliothek wurde in Teilen an den Abt von Bildhausen verkauft. Nagel kehrte wieder ins Bistum Würzburg zurück, da er 1591 als Pfarrer von Ebenhausen bezeugt ist. Weitere Lebenszeugnisse waren Wendehorst nicht bekannt.
Nagel schrieb zwei apologetische Werke, in der er die katholische Kirche in Schutz nahm:
Unser liebe Fraw zu Flochberg im Roggen-Acker [...]. Ingolstadt 1583
Digitalisat ohne Titelblatt:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10179977-0
Rudolf Schenda hat die Auseinandersetzung um diese Schrift als Einstieg für seinen Aufsatz "Die protestantisch-katholische Legendenpolemik im 16. Jahrhundert", in: Archiv für Kulturgeschichte 52 (1970), S. 28-48 (Toll Access DigiZeitschriften) benützt, nachdem er zuvor schon einen kurzen Aufsatz in der Heimatzeitschrift Ostalb (liegt mir nicht vor) geschrieben hatte (Die Wallfahrt zu Flochberg ..., in: Ostalb 2, 1968, S. 20-24).
Philipp M. Soergel ist 1993 ebenfalls kurz auf diese Schrift Nagels eingegangen:
http://publishing.cdlib.org/ucpressebooks/view?docId=ft738nb4fn&chunk.id=d0e6769&toc.depth=100&brand=ucpress
Schüttlung des vermeinten Christenbaums [...], Ingolstadt 1589 - ein polemischer Angriff auf das Luthertum (kurz zusammengefasst von Schwitalla, in: Sprachhandeln und Medienstrukturen, 2007, S. 97).
Völlig unbrauchbares Digitalisat von Google via MDZ:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10168317-1
Brauchbares Digitalisat von Google via MDZ:
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10168316-6
In diesem Buch werden auch die "Insignia" Nagels wiedergegeben:
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10168316_00004.html =
http://books.google.de/books?id=23s8AAAAcAAJ&pg=PT4
Es handelt sich um den Holzschnitt Jost Ammans (gest. 1591), der eines der Exlibris Nagels schmückt. Mit diesen Buchzeichen hat sich Ilse O'Dell 1997 in der Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte befasst:
http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=zak-003:1997:54::378&id=hitlist&id2=&id3=
Ammans Exlibris für Nagel wird von ihr nach einem Exemplar der Veste Coburg reproduziert. Ein zweites Exlibris verwahrt das British Museum, ein drittes in Form eines Probedrucks ebenfalls das British Museum [siehe Ilse O'Dell: Deutsche und österreichische Exlibris 1500-1599 im Britischen Museum, 2003, S. 67f. Nr. 264f. mit Abbildungen]. Ein vollständiges Exemplar ist in dem Buch H. mon. f. 4 der SB Bamberg erhalten. Nicht bekannt war O'Dell das inzwischen digitalisierte Exemplar der Exlibris-Sammlung Berlepsch in Wolfenbüttel (offenbar das vollständige Exlibris Nr. 3):
http://diglib.hab.de/?grafik=exlib-berlepsch-16-2-00036
Außer dem Bamberger Druck, dem bei Zisska/Ebay verscherbelten Band und der via Needhams IPI auffindbaren Würzburger Inkunabel (Hubay Nr. 201 mit entferntem Exlibris)
http://www.inka.uni-tuebingen.de/?inka=48000285
kenne ich keine Reste aus Nagels reicher Bibliothek.
Die Helmzier von Nagels Wappen, verweist auf seine Herkunft aus Schwäbisch Gmünd, auf die er wohl stolz war. Auch auf dem Titelblatt der "Schüttlung" heißt es "durch M. Abrahamum Nagelium, Gamundianum".
#forschung
KlausGraf - am Donnerstag, 21. Juni 2012, 17:03 - Rubrik: Landesgeschichte
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Wer kann mir bitte bei der Beantwortung der folgenden Anfrage helfen?
"Wie
verhält sich das mit dem Urheberrecht bei alten Zeitungen,
Zeitschriften halt Periodika. Zum Beispiel: Eine "Rügensche Zeitung"
von 1940 in welcher 10 verschiedene Autoren einen Beitrag geschrieben
haben. Diese Zeitung ist über 70 Jahre alt, die Autoren aber sind noch
nicht alle 70 Jahre verstorben. Den Zeitungsverlag gibt es auch seit
1945 nicht mehr. Ist diese Zeitung dann gemeinfrei ? Könnte man sie
ins Internet stellen oder zur weiteren Vermarktung Reprints
herstellen ? Es gibt doch Zeitungsarchive im Internet. Umgehen diese
das Urheberrecht der jeweiligen Autoren ?"
Geklärt ist, dass es auch keinen Rechtsnachfolger für den Zeitungsverlag gibt. Folgt man strikt dem Urheberrecht, müsste man ja warten, bis alle Autoren 70 Jahre verstorben sind, aber gibt es nicht irgendein Schlupfloch? Wobei ich selber denke, dass es auch noch einen Unterschied zwischen öffentlicher freier und kommerzieller Verwertung geben müsste?
Danke Margret Ott
"Wie
verhält sich das mit dem Urheberrecht bei alten Zeitungen,
Zeitschriften halt Periodika. Zum Beispiel: Eine "Rügensche Zeitung"
von 1940 in welcher 10 verschiedene Autoren einen Beitrag geschrieben
haben. Diese Zeitung ist über 70 Jahre alt, die Autoren aber sind noch
nicht alle 70 Jahre verstorben. Den Zeitungsverlag gibt es auch seit
1945 nicht mehr. Ist diese Zeitung dann gemeinfrei ? Könnte man sie
ins Internet stellen oder zur weiteren Vermarktung Reprints
herstellen ? Es gibt doch Zeitungsarchive im Internet. Umgehen diese
das Urheberrecht der jeweiligen Autoren ?"
Geklärt ist, dass es auch keinen Rechtsnachfolger für den Zeitungsverlag gibt. Folgt man strikt dem Urheberrecht, müsste man ja warten, bis alle Autoren 70 Jahre verstorben sind, aber gibt es nicht irgendein Schlupfloch? Wobei ich selber denke, dass es auch noch einen Unterschied zwischen öffentlicher freier und kommerzieller Verwertung geben müsste?
Danke Margret Ott
MOtt - am Mittwoch, 20. Juni 2012, 19:30 - Rubrik: Archivrecht
https://unglue.it/work/81724/
So sehr ich das Ziel unterstütze, Bücher zu "befreien" - es kann doch nicht sein, dass sich Oxford University Press für 7500 Dollar eine goldene Nase bei einem vergriffenen (!) Buch verdient. Das deutsche Urheberrecht bietet da den Rückruf aufgrund von Nichtausübung. Der Autor oder seine Erben kann die Rechte zurückrufen, wenn sie nicht ausgeübt werden. Ich würde es auch als völlig unanständig empfinden, wenn ein deutscher Verlag sich bei einem vergriffenen Buch weigern würde, die Nutzungsrechte für die Digitalisierung unentgeltlich an eine Bibliothek abzugeben. Selbst Verleger Ulmer würde in so einem Fall keine Einwände haben.
So sehr ich das Ziel unterstütze, Bücher zu "befreien" - es kann doch nicht sein, dass sich Oxford University Press für 7500 Dollar eine goldene Nase bei einem vergriffenen (!) Buch verdient. Das deutsche Urheberrecht bietet da den Rückruf aufgrund von Nichtausübung. Der Autor oder seine Erben kann die Rechte zurückrufen, wenn sie nicht ausgeübt werden. Ich würde es auch als völlig unanständig empfinden, wenn ein deutscher Verlag sich bei einem vergriffenen Buch weigern würde, die Nutzungsrechte für die Digitalisierung unentgeltlich an eine Bibliothek abzugeben. Selbst Verleger Ulmer würde in so einem Fall keine Einwände haben.
KlausGraf - am Mittwoch, 20. Juni 2012, 14:28 - Rubrik: Open Access
http://resource.wur.nl/en/wetenschap/detail/all_5200_theses_have_been_digitized/
Alle 5200 Dissertationen wurden gescannt. Es geht zwar aus dem Artikel nicht explizit hervor, aber Stichproben zufolge sind die Arbeiten über den Katalog der Bibliothek frei online erreichbar, auch die dünnste der Doktorarbeiten (de anno 1972):
http://library.wur.nl/WebQuery/edepot/192022
Alle 5200 Dissertationen wurden gescannt. Es geht zwar aus dem Artikel nicht explizit hervor, aber Stichproben zufolge sind die Arbeiten über den Katalog der Bibliothek frei online erreichbar, auch die dünnste der Doktorarbeiten (de anno 1972):
http://library.wur.nl/WebQuery/edepot/192022
KlausGraf - am Mittwoch, 20. Juni 2012, 13:23 - Rubrik: Open Access
Herrn Notar Gollasch verdanke ich den Hinweis auf:
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=77639
Die berühmte und auf der Welt einzige Urkunde, die das Wirken des schottischen "Freiheitshelden" William Wallace ("Braveheart") dokumentiert, wird im Archiv der Hansestadt Lübeck verwahrt. Nun soll ein Handschriften-Experte aus Tschechien sie kopieren.
Die Urkunde gilt in Schottland quasi als Nationalheiligtum. Im August 2012 wird dieses zentrale Stück schottischer Identität nach Edinburgh "reisen", um dort im Parlament für kurze Zeit feierlich ausgestellt zu werden. Da die Urkunde wegen ihres Wertes nur kurze Zeit in Schottland bleiben kann bevor sie in die Hansestadt zurückkehrt, haben die Schotten den Wunsch geäußert, wenigstens ein Duplikat des Wallacebriefes zu bekommen.
Dieser Bitte konnte sich die Hansestadt nicht entziehen. Doch es gibt ein Problem: Wie soll man von Pergament und Siegel, das schon sehr zerbrechlich ist, ein Faksimile fertigen, ohne das Original zu gefährden? Zwar hat das Archiv mittlerweile ein bundesweit einmaliges Verfahren entwickelt, das Siegel schonend zu duplizieren, aber der Text konnte bisher "nur" durch ein Foto ausgedruckt auf Pergament nachgeahmt werden.
Auf Vermittlung der schottischen Kollegen ist derzeit David Frank aus Prag im Archiv zu Gast. Frank ist Bilderrestaurator und hat spezielle Fertigkeiten, mittelalterliche Handschriften zu schreiben und nachzuahmen. Es ist erstaunlich, ihm bei seiner "Fälschertätigkeit" zuzusehen: Originale Schrift und "Fälschung" sind fast nicht zu unterscheiden, zumal wenn letztere noch auf Pergament geschrieben wird. Die nationalbewussten Schotten werden hocherfreut sein, bald ein Duplikat ihres Symbols nationaler Freiheit im Land zu haben.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=77639
Die berühmte und auf der Welt einzige Urkunde, die das Wirken des schottischen "Freiheitshelden" William Wallace ("Braveheart") dokumentiert, wird im Archiv der Hansestadt Lübeck verwahrt. Nun soll ein Handschriften-Experte aus Tschechien sie kopieren.
Die Urkunde gilt in Schottland quasi als Nationalheiligtum. Im August 2012 wird dieses zentrale Stück schottischer Identität nach Edinburgh "reisen", um dort im Parlament für kurze Zeit feierlich ausgestellt zu werden. Da die Urkunde wegen ihres Wertes nur kurze Zeit in Schottland bleiben kann bevor sie in die Hansestadt zurückkehrt, haben die Schotten den Wunsch geäußert, wenigstens ein Duplikat des Wallacebriefes zu bekommen.
Dieser Bitte konnte sich die Hansestadt nicht entziehen. Doch es gibt ein Problem: Wie soll man von Pergament und Siegel, das schon sehr zerbrechlich ist, ein Faksimile fertigen, ohne das Original zu gefährden? Zwar hat das Archiv mittlerweile ein bundesweit einmaliges Verfahren entwickelt, das Siegel schonend zu duplizieren, aber der Text konnte bisher "nur" durch ein Foto ausgedruckt auf Pergament nachgeahmt werden.
Auf Vermittlung der schottischen Kollegen ist derzeit David Frank aus Prag im Archiv zu Gast. Frank ist Bilderrestaurator und hat spezielle Fertigkeiten, mittelalterliche Handschriften zu schreiben und nachzuahmen. Es ist erstaunlich, ihm bei seiner "Fälschertätigkeit" zuzusehen: Originale Schrift und "Fälschung" sind fast nicht zu unterscheiden, zumal wenn letztere noch auf Pergament geschrieben wird. Die nationalbewussten Schotten werden hocherfreut sein, bald ein Duplikat ihres Symbols nationaler Freiheit im Land zu haben.
KlausGraf - am Dienstag, 19. Juni 2012, 20:07 - Rubrik: Kommunalarchive
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
"Die Leiterin Ursula Reber berichtet über die vielfältigen Aktivitäten dieser mittlerweile weitgehend inaktiven Plattform, die sich früh – vielleicht zu früh – darum bemühte, Wissenschaftsbloggen im deutschen Sprachraum populär zu machen."
http://redaktionsblog.hypotheses.org/558
http://redaktionsblog.hypotheses.org/558
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen