KlausGraf - am Mittwoch, 16. September 2015, 21:52 - Rubrik: Unterhaltung
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ingobobingo - am Mittwoch, 16. September 2015, 14:00 - Rubrik: Datenschutz
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http://www1.wdr.de/studio/bonn/themadestages/muffendorf-110.html
http://www1.wdr.de/studio/bonn/themadestages/muffendorf-update-100.html
"Die Substanz ist bis ca. 1936 von Bayer-Dormagen als Pflanzenschutzmittel hergestellt worden. Das Mittel hieß damals DNOK."
http://www1.wdr.de/studio/bonn/themadestages/muffendorf-update-100.html
"Die Substanz ist bis ca. 1936 von Bayer-Dormagen als Pflanzenschutzmittel hergestellt worden. Das Mittel hieß damals DNOK."
KlausGraf - am Dienstag, 15. September 2015, 22:30 - Rubrik: Unterhaltung
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An die 150 Seiten:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/BKM/2015/2015-09-15-kgsg-entwurf-online.pdf
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/BKM/2015/2015-09-15-kgsg-entwurf-online.pdf
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Heute erhielt ich einen Hinweis auf den Katalog 136 des Kölner Auktionshauses Venator & Hanstein
http://www.venator-hanstein.de/kataloge/aktuelle-kataloge/katalog-136/
Am 25. September 2015 sollen Stücke aus der Bibliothek des 1922 wiederbegründeten Zisterzienserklosters Himmerod in der Eifel unter den Hammer kommen. Es heißt auf der Website dazu:
Reich ist das Angebot ‚Alte Drucke‘ an Inkunabeln aus dem Kölner beziehungsweise rheinischen Raum. Einige dieser Titel stammen aus dem Kloster Himmerod, das sich von alten Buchbeständen trennt. Darunter sind Werke von Caesarius von Heisterbach, Albertus Magnus, ein Sammelband mit 3 Kölner Inkunabeln und andere Frühdrucke. Herausragend in diesem Bestand ist die Pergamenthandschrift ‚Glossatura maior super epistolas Pauli apostoli‘ des Petrus Lombardus. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Text wohl in der Diözese Trier geschrieben und mit großen romanischen Initialen versehen (30.000 €).
Im PDF des Katalogs gibt es ein Registerstichwort Himmerod:
http://venator-hanstein.de/assets/Pdfkataloge/Katalog_136.pdf
Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Abtei sich von höchst schützenswertem Kulturgut trennt, nämlich von Resten der HISTORISCHEN Klosterbibliothek, die offenbar Eingang in die kaum bekannte Büchersammlung des heutigen Konvents gefunden haben. Die einzige mittelalterliche Handschrift des Klosters, die jetzt als Nr. 708 zum Verkauf steht, wurde 1952 für die Abtei erworben.
Petrus Lombardus: Glossatura maior super epistolas Pauli apostoli. Mittelrhein od. Diözese Trier (?), 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Lateinische Handschrift auf Pergament. 335 Bll. (30.000 Euro)
Ein Sammelband Nr. 698 mit altem Besitzvermerk aus Himmerod enthält sogar eine Inkunabel von 1478 - dem GW ist der Standort Himmerod unbekannt! Die Inkunabel Nr. 680 wurde 1597 für Himmerod erworben. Ebenfalls alter Himmeroder Besitz: die Schedel-Chronik Nr. 700. Laut Register soll auch die Caesarius-Inkunabel Nr. 669 mit lateinischer Handschrift (!) angebunden aus Himmerod stammen (das Register führt etliche Stücke auf, in deren Beschreibung von Himmeroder Provenienz nichts steht). Ein alter Besitzvermerk verweist nicht auf Himmerod - womöglich sind einige Stücke wie die Handschrift im Handel erworben worden. Laut Register ebenfalls aus Himmerod: ein Sammelband mit drei Kölner Inkunabeln Nr. 698. Macht nicht weniger als sieben Inkunabel-Titel!

Die Bestätigung, dass die Abtei verantwortlich ist, gibt am Telefon der Bibliothekar des Klosters Pater Ignatius, dessen Durchwahl mir die Klosterpforte ohne weiteres gibt. "Das ist unsere Entscheidung, das wir das tun wollen", sagt er mir. Als Begründung führt er an: Weder können wir die Bücher angemessen aufbewahren noch präsentieren und es gibt auch kein explizites wissenschaftliches Interesse an ihnen. Weitere Auskünfte will er nicht geben, und woher ich überhaupt seine Durchwahl hätte. Von der Telefonzentrale! "Denen werd ich was erzählen!"
Der Abt Dr. Johannes Müller, dessen Durchwahl Pater Ignatius mir gibt, geht nicht an seinen Anschluss. In Fulda erreiche ich Frau Dr. Sorbello Staub von der Arbeitsgemeinschaft-Katholisch-Theologischer Bibliotheken Landesgruppe Rheinland-Pfalz, die mir wortreich versichert, dass man den Ordensbibliotheken nichts vorschreiben könne, und selbst in den Diözesen hätte die Durchsetzung der Richtlinien zu den Altbeständen durch Publikation in den Amtsblättern vielerorts keine Priorität. Sie sagt aber, dass es auf der Verbandstagung morgen in Berlin eine Krisensitzung geben werde und ich eine Presseerklärung erhalten würde (wenn sich die AG denn überhaupt traut, öffentlich Stellung zu nehmen, möchte ich ergänzen). Sie bittet daher abzuwarten.
Es geht um die "Regeln für den Umgang mit bibliothekarischem Altbestand"
http://www.akthb.de/altbestandskommission.html
http://archiv.twoday.net/stories/16585490/
http://archiv.twoday.net/stories/453138938/
http://archiv.twoday.net/stories/444874674/
usw.
Diesen Regeln schlägt aus meiner Sicht die jetzt anstehende Himmeroder Verscherbelung ins Gesicht.
Gab es Kontakte zu den Altbestandsbibliotheken in Trier, wo sich ja die größten Reste der historischen Klosterbibliothek Himmerods befinden sollen? In der Stadtbibliothek ist Professor Embach erst nächste Woche wieder da.
Im Landesbibliothekszentrum RLP habe ich auf Anhieb auch kein Glück, aber freundlicherweise ruft mich die Leiterin Frau Dr. Gerlach aus ihrem Urlaub zurück. Sie habe von der Causa erst kurz vor der Veröffentlichung des Katalogs vor etwa zweieinhalb Wochen erfahren. Man werde alles tun, dass die Handschrift in öffentlichen Besitz gelange. Fragen nach dem Kulturgutschutzgesetz weicht sie aus. Siehe dazu
http://archiv.twoday.net/stories/1022464331/
Es wird deutlich, dass die frühneuzeitliche Provenienz Himmerod gegenüber der mittelalterlichen Handschrift kaum Chancen hat, auch wenn Gerlach zur Causa Himmerod beteuert: "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter". Man bemühe sich nach Kräften um eine Lösung.
Informationen zum Altbestand der heutigen Klosterbibliothek habe ich im Netz auf die Schnelle nicht gefunden. Es gibt keinen Eintrag im Handbuch der historischen Buchbestände, und auch die Handschrift ist im Handschriftencensus Rheinland-Pfalz nicht erfasst.
Die Literatur zur Klosterbibliothek versammelt
http://www.cistopedia.org/index.php?id=8378
Zu den in alle Welt verstreuten mittelalterlichen Handschriften des bis 1802 bestehenden Klosters forschte vor allem Ambrosius Schneider OCist (1911-2002). Er würde sich wohl im Grab umdrehen!
Ein Text aus seiner Feder in Bearbeitung:
http://abteihimmerod.de/abtei-zisterzienser-kloster-himmerod_eifel-mosel/abtei/abtei-kloster/zisterzienser/scriptorium-abtei-himmerod/
Zur mittelalterlichen Klosterbibliothek siehe auch
http://www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/grosslittgen-kloster-himmerod/archivalien-und-literatur.html
Schneiders Aufsatz von 1952 mit Liste der damals ermittelten Handschriften im Bulletin der Rylands-Library:
https://www.escholar.manchester.ac.uk/uk-ac-man-scw:1m2017
Erst gestern erwähnte ich das hochrangige Speculum virginum aus Himmerod, heute in Baltimore und auch online einsehbar:
http://archiv.twoday.net/stories/1022473555/
Der Trierische Volksfreund, die lokale Tageszeitung, hat von den Verkäufen noch nichts mitbekommen. Er weist aber auf eine aktuelle Ausstellung hin.
Die Ausstellung "Reichtum durch Armut" zur Geschichte des Zisterzienserklosters Himmerod ist von Freitag, 11. September (Vernissage um 17 Uhr), bis zum 31. Januar in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich, Neustraße 2, zu sehen.
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/kultur/Kultur-Ausstellung-Reichtum-durch-Armut-Aufstieg-und-Fall-der-Zisterzienserabtei-Himmerod;art764,4311388
2011 musste das Kloster Insolvenz anmelden
http://www.swr.de/landesschau-rp/erfolgreicher-neustart-nach-der-insolvenz-kloster-himmerod-sieht-positiv-in-die-zukunft/-/id=122144/did=13957088/nid=122144/8ochx8/index.html
soll sich aber dank eines Freundeskreises auf dem Weg der Besserung befinden. Gern hätte ich den Vorsitzenden Dr. Thomas Simon zu den Verkäufen befragt, aber nur die Mailbox ist verfügbar.
Soweit ein vorläufiger erster Bericht, aber auch weitere Stellungnahmen würden nichts an meiner Bewertung ändern, dass es sich um einen dicken fetten Skandal im Bereich der katholischen Altbestandsbibliotheken handelt und um einen klaren Verstoß gegen die "Regeln" zum Umgang mit Altbeständen, die für alle Mitgliedsinstitutionen der AKthB unbedingt verbindlich sein sollte - Publikation im Amtsblatt oder durch die Ordensoberen (die Zisterzienser sind ja ein exemter Orden) hin oder her.
Unabhängig davon, wie die Stücke aus der historischen Klosterbibliothek in das Eigentum der heutigen Zisterzienserabtei gelangt sind, handelt es sich um einen als GESCHICHTSQUELLE schützenswerten Ensemble-Rest, den ich als Kulturdenkmal bezeichnen möchte, nämlich als Sachgesamtheit, "an deren Erhaltung und Pflege oder wissenschaftlicher Erforschung und Dokumentation aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht" (§ 3 Denkmalschutzgesetz RLP). Es geht also nicht nur um die eine mittelalterliche Handschrift, sondern um die Reste der frühneuzeitlichen Klosterbibliothek.
Wahrscheinlich hätte man ohne größere finanziellen Einbußen - die hochinteressante Dissertationensammlung Nr. 193 ist gerade einmal mit 300 Euro angesetzt! - für das marode Kloster in Zusammenarbeit mit dem Land Rheinland-Pfalz oder anderen Geldgebern (Stiftungen) eine gute Lösung erzielen können, die den schützenswerten Altbestand der Klosterbibliothek als Gesamtheit in eine öffentlich zugängliche Bibliothek überführt. Wenn man denn in Ruhe und ohne Zeitdruck schutzorientiert verhandelt hätte! Es hätte mit Sicherheit andere, sozialverträgliche Wege gegeben, Geld aus der Klosterbibliothek zu erwirtschaften. Eigentum verpflichtet - aber offenbar nicht die Himmeroder Zisterzienser!
Es ist eine Ungeheuerlichkeit, wie die Eifel-Abtei sich so von ihrer Tradition verabschiedet und kaltschnäuzig die Zerstreuung der in ihrer Bibliothek bisher sorgsam bewahrten Bände aus der historischen Klosterbibliothek durch das Auktionshaus Venator & Hanstein (das natürlich keine Skrupel kennt) veranlasst. War es nicht schlimm genug, dass die kostbaren mittelalterlichen Handschriften in alle Welt versprengt wurden? Wer so mit Kulturgut umgeht, verdient keinen Cent öffentlichen Zuschuss etwa bei Baumaßnahmen oder in anderen Kontexten! Alle Freunde zisterziensischer Kultur (zu denen ich mich zähle) können nur den Kopf schütteln, mit welcher Dreistigkeit man sich in Himmerod über die kircheninternen Bemühungen um einen Kulturgutschutz - siehe z.B.
http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_commissions/pcchc/documents/rc_com_pcchc_19940319_biblioteche-ecclesiastiche_en.html -
hinwegsetzt. Pfui Teufel!
Nachtrag: Aus Himmerod. Eine Festgabe ... (1972), S. 35: Die neue Bibliothek kam durch Schenkungen und Käufe zusammen, sie zählte damals ca. 35.000 Bände.
https://pbs.twimg.com/media/CO99fm1WUAEpL1u.jpg
Eine Zuschrift per Mail:
kann man gegen diese Zerschlagung etwas unternehmen?
Ich bin selbst (passives) Mitglied im Förderverein der Abtei
und bin zutiefst entsetzt über dieses Vorgehen.
Ich hab einen Brief an die Abtei und an den Förderverein geschrieben,
in dem ich auch androhe, meine Mitgliedschaft aufzukündigen.
Das wird natürlich nichts bewirken, aber ich kann so etwas ja auch nicht so einfach hinnehmen.
Ich bin mal gespannt, ob ich überhaupt eine Antwort erhalten werde.
Update:
http://archiv.twoday.net/stories/1022476053/

http://www.venator-hanstein.de/kataloge/aktuelle-kataloge/katalog-136/
Am 25. September 2015 sollen Stücke aus der Bibliothek des 1922 wiederbegründeten Zisterzienserklosters Himmerod in der Eifel unter den Hammer kommen. Es heißt auf der Website dazu:
Reich ist das Angebot ‚Alte Drucke‘ an Inkunabeln aus dem Kölner beziehungsweise rheinischen Raum. Einige dieser Titel stammen aus dem Kloster Himmerod, das sich von alten Buchbeständen trennt. Darunter sind Werke von Caesarius von Heisterbach, Albertus Magnus, ein Sammelband mit 3 Kölner Inkunabeln und andere Frühdrucke. Herausragend in diesem Bestand ist die Pergamenthandschrift ‚Glossatura maior super epistolas Pauli apostoli‘ des Petrus Lombardus. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde der Text wohl in der Diözese Trier geschrieben und mit großen romanischen Initialen versehen (30.000 €).
Im PDF des Katalogs gibt es ein Registerstichwort Himmerod:
http://venator-hanstein.de/assets/Pdfkataloge/Katalog_136.pdf
Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Abtei sich von höchst schützenswertem Kulturgut trennt, nämlich von Resten der HISTORISCHEN Klosterbibliothek, die offenbar Eingang in die kaum bekannte Büchersammlung des heutigen Konvents gefunden haben. Die einzige mittelalterliche Handschrift des Klosters, die jetzt als Nr. 708 zum Verkauf steht, wurde 1952 für die Abtei erworben.
Petrus Lombardus: Glossatura maior super epistolas Pauli apostoli. Mittelrhein od. Diözese Trier (?), 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Lateinische Handschrift auf Pergament. 335 Bll. (30.000 Euro)
Ein Sammelband Nr. 698 mit altem Besitzvermerk aus Himmerod enthält sogar eine Inkunabel von 1478 - dem GW ist der Standort Himmerod unbekannt! Die Inkunabel Nr. 680 wurde 1597 für Himmerod erworben. Ebenfalls alter Himmeroder Besitz: die Schedel-Chronik Nr. 700. Laut Register soll auch die Caesarius-Inkunabel Nr. 669 mit lateinischer Handschrift (!) angebunden aus Himmerod stammen (das Register führt etliche Stücke auf, in deren Beschreibung von Himmeroder Provenienz nichts steht). Ein alter Besitzvermerk verweist nicht auf Himmerod - womöglich sind einige Stücke wie die Handschrift im Handel erworben worden. Laut Register ebenfalls aus Himmerod: ein Sammelband mit drei Kölner Inkunabeln Nr. 698. Macht nicht weniger als sieben Inkunabel-Titel!

Die Bestätigung, dass die Abtei verantwortlich ist, gibt am Telefon der Bibliothekar des Klosters Pater Ignatius, dessen Durchwahl mir die Klosterpforte ohne weiteres gibt. "Das ist unsere Entscheidung, das wir das tun wollen", sagt er mir. Als Begründung führt er an: Weder können wir die Bücher angemessen aufbewahren noch präsentieren und es gibt auch kein explizites wissenschaftliches Interesse an ihnen. Weitere Auskünfte will er nicht geben, und woher ich überhaupt seine Durchwahl hätte. Von der Telefonzentrale! "Denen werd ich was erzählen!"
Der Abt Dr. Johannes Müller, dessen Durchwahl Pater Ignatius mir gibt, geht nicht an seinen Anschluss. In Fulda erreiche ich Frau Dr. Sorbello Staub von der Arbeitsgemeinschaft-Katholisch-Theologischer Bibliotheken Landesgruppe Rheinland-Pfalz, die mir wortreich versichert, dass man den Ordensbibliotheken nichts vorschreiben könne, und selbst in den Diözesen hätte die Durchsetzung der Richtlinien zu den Altbeständen durch Publikation in den Amtsblättern vielerorts keine Priorität. Sie sagt aber, dass es auf der Verbandstagung morgen in Berlin eine Krisensitzung geben werde und ich eine Presseerklärung erhalten würde (wenn sich die AG denn überhaupt traut, öffentlich Stellung zu nehmen, möchte ich ergänzen). Sie bittet daher abzuwarten.
Es geht um die "Regeln für den Umgang mit bibliothekarischem Altbestand"
http://www.akthb.de/altbestandskommission.html
http://archiv.twoday.net/stories/16585490/
http://archiv.twoday.net/stories/453138938/
http://archiv.twoday.net/stories/444874674/
usw.
Diesen Regeln schlägt aus meiner Sicht die jetzt anstehende Himmeroder Verscherbelung ins Gesicht.
Gab es Kontakte zu den Altbestandsbibliotheken in Trier, wo sich ja die größten Reste der historischen Klosterbibliothek Himmerods befinden sollen? In der Stadtbibliothek ist Professor Embach erst nächste Woche wieder da.
Im Landesbibliothekszentrum RLP habe ich auf Anhieb auch kein Glück, aber freundlicherweise ruft mich die Leiterin Frau Dr. Gerlach aus ihrem Urlaub zurück. Sie habe von der Causa erst kurz vor der Veröffentlichung des Katalogs vor etwa zweieinhalb Wochen erfahren. Man werde alles tun, dass die Handschrift in öffentlichen Besitz gelange. Fragen nach dem Kulturgutschutzgesetz weicht sie aus. Siehe dazu
http://archiv.twoday.net/stories/1022464331/
Es wird deutlich, dass die frühneuzeitliche Provenienz Himmerod gegenüber der mittelalterlichen Handschrift kaum Chancen hat, auch wenn Gerlach zur Causa Himmerod beteuert: "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter". Man bemühe sich nach Kräften um eine Lösung.
Informationen zum Altbestand der heutigen Klosterbibliothek habe ich im Netz auf die Schnelle nicht gefunden. Es gibt keinen Eintrag im Handbuch der historischen Buchbestände, und auch die Handschrift ist im Handschriftencensus Rheinland-Pfalz nicht erfasst.
Die Literatur zur Klosterbibliothek versammelt
http://www.cistopedia.org/index.php?id=8378
Zu den in alle Welt verstreuten mittelalterlichen Handschriften des bis 1802 bestehenden Klosters forschte vor allem Ambrosius Schneider OCist (1911-2002). Er würde sich wohl im Grab umdrehen!
Ein Text aus seiner Feder in Bearbeitung:
http://abteihimmerod.de/abtei-zisterzienser-kloster-himmerod_eifel-mosel/abtei/abtei-kloster/zisterzienser/scriptorium-abtei-himmerod/
Zur mittelalterlichen Klosterbibliothek siehe auch
http://www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/grosslittgen-kloster-himmerod/archivalien-und-literatur.html
Schneiders Aufsatz von 1952 mit Liste der damals ermittelten Handschriften im Bulletin der Rylands-Library:
https://www.escholar.manchester.ac.uk/uk-ac-man-scw:1m2017
Erst gestern erwähnte ich das hochrangige Speculum virginum aus Himmerod, heute in Baltimore und auch online einsehbar:
http://archiv.twoday.net/stories/1022473555/
Der Trierische Volksfreund, die lokale Tageszeitung, hat von den Verkäufen noch nichts mitbekommen. Er weist aber auf eine aktuelle Ausstellung hin.
Die Ausstellung "Reichtum durch Armut" zur Geschichte des Zisterzienserklosters Himmerod ist von Freitag, 11. September (Vernissage um 17 Uhr), bis zum 31. Januar in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich, Neustraße 2, zu sehen.
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/kultur/Kultur-Ausstellung-Reichtum-durch-Armut-Aufstieg-und-Fall-der-Zisterzienserabtei-Himmerod;art764,4311388
2011 musste das Kloster Insolvenz anmelden
http://www.swr.de/landesschau-rp/erfolgreicher-neustart-nach-der-insolvenz-kloster-himmerod-sieht-positiv-in-die-zukunft/-/id=122144/did=13957088/nid=122144/8ochx8/index.html
soll sich aber dank eines Freundeskreises auf dem Weg der Besserung befinden. Gern hätte ich den Vorsitzenden Dr. Thomas Simon zu den Verkäufen befragt, aber nur die Mailbox ist verfügbar.
Soweit ein vorläufiger erster Bericht, aber auch weitere Stellungnahmen würden nichts an meiner Bewertung ändern, dass es sich um einen dicken fetten Skandal im Bereich der katholischen Altbestandsbibliotheken handelt und um einen klaren Verstoß gegen die "Regeln" zum Umgang mit Altbeständen, die für alle Mitgliedsinstitutionen der AKthB unbedingt verbindlich sein sollte - Publikation im Amtsblatt oder durch die Ordensoberen (die Zisterzienser sind ja ein exemter Orden) hin oder her.
Unabhängig davon, wie die Stücke aus der historischen Klosterbibliothek in das Eigentum der heutigen Zisterzienserabtei gelangt sind, handelt es sich um einen als GESCHICHTSQUELLE schützenswerten Ensemble-Rest, den ich als Kulturdenkmal bezeichnen möchte, nämlich als Sachgesamtheit, "an deren Erhaltung und Pflege oder wissenschaftlicher Erforschung und Dokumentation aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht" (§ 3 Denkmalschutzgesetz RLP). Es geht also nicht nur um die eine mittelalterliche Handschrift, sondern um die Reste der frühneuzeitlichen Klosterbibliothek.
Wahrscheinlich hätte man ohne größere finanziellen Einbußen - die hochinteressante Dissertationensammlung Nr. 193 ist gerade einmal mit 300 Euro angesetzt! - für das marode Kloster in Zusammenarbeit mit dem Land Rheinland-Pfalz oder anderen Geldgebern (Stiftungen) eine gute Lösung erzielen können, die den schützenswerten Altbestand der Klosterbibliothek als Gesamtheit in eine öffentlich zugängliche Bibliothek überführt. Wenn man denn in Ruhe und ohne Zeitdruck schutzorientiert verhandelt hätte! Es hätte mit Sicherheit andere, sozialverträgliche Wege gegeben, Geld aus der Klosterbibliothek zu erwirtschaften. Eigentum verpflichtet - aber offenbar nicht die Himmeroder Zisterzienser!
Es ist eine Ungeheuerlichkeit, wie die Eifel-Abtei sich so von ihrer Tradition verabschiedet und kaltschnäuzig die Zerstreuung der in ihrer Bibliothek bisher sorgsam bewahrten Bände aus der historischen Klosterbibliothek durch das Auktionshaus Venator & Hanstein (das natürlich keine Skrupel kennt) veranlasst. War es nicht schlimm genug, dass die kostbaren mittelalterlichen Handschriften in alle Welt versprengt wurden? Wer so mit Kulturgut umgeht, verdient keinen Cent öffentlichen Zuschuss etwa bei Baumaßnahmen oder in anderen Kontexten! Alle Freunde zisterziensischer Kultur (zu denen ich mich zähle) können nur den Kopf schütteln, mit welcher Dreistigkeit man sich in Himmerod über die kircheninternen Bemühungen um einen Kulturgutschutz - siehe z.B.
http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_commissions/pcchc/documents/rc_com_pcchc_19940319_biblioteche-ecclesiastiche_en.html -
hinwegsetzt. Pfui Teufel!
Nachtrag: Aus Himmerod. Eine Festgabe ... (1972), S. 35: Die neue Bibliothek kam durch Schenkungen und Käufe zusammen, sie zählte damals ca. 35.000 Bände.
https://pbs.twimg.com/media/CO99fm1WUAEpL1u.jpg
Eine Zuschrift per Mail:
kann man gegen diese Zerschlagung etwas unternehmen?
Ich bin selbst (passives) Mitglied im Förderverein der Abtei
und bin zutiefst entsetzt über dieses Vorgehen.
Ich hab einen Brief an die Abtei und an den Förderverein geschrieben,
in dem ich auch androhe, meine Mitgliedschaft aufzukündigen.
Das wird natürlich nichts bewirken, aber ich kann so etwas ja auch nicht so einfach hinnehmen.
Ich bin mal gespannt, ob ich überhaupt eine Antwort erhalten werde.
Update:
http://archiv.twoday.net/stories/1022476053/
Die Dissertation von Marco Brösch 2011 ist online unter:
http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2015/921/
http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2015/921/
KlausGraf - am Dienstag, 15. September 2015, 17:27 - Rubrik: Kodikologie
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Mehrfach ist in der Sekundärliteratur zu lesen, dass Konrad von Hirsau, den ich ja als Peregrinus Hirsaugiensis bezeichne, zwar den 'Accessus ad auctores' und weitere Schriften verfasst habe, aber nicht notwendigerweise auch das 'Speculum virginum' (SV). Unglücklich formulierte im Verfasserlexikon (²5, 1985, Sp. 205) Robert Bultot unter Nr. 1 der Werkliste zum SV, die Verfasserschaft Konrads von Hirsau sei "noch nicht allgemein anerkannt". Richtig ist: Es unterliegt keinem Zweifel, dass alle dort aufgeführten Schriften demselben geistlichen Autor angehören, also auch das SV. Ob man diesen mit einem Hirsauer Benediktiner Konrad identifizieren darf, wird man wohl mit Marco Rainini: Corrado di Hirsau e il "Dialogus de Cruce". Florenz 2014 bejahen dürfen.
Die folgende Zusammenstellung knüpft an frühere Beiträge von mir zum SV an, siehe zuletzt:
http://archiv.twoday.net/stories/1022415045/
Die Überlieferung des "Speculum virginum" wurde von Jutta Seyfarth in ihrer Edition (CCCM 5, 1990) zusammengestellt. Bei der Überprüfung und Ergänzung der Angaben ist es nötig, Vollhandschriften und Exzerpthandschriften voneinander zu trennen und letztere von der Rezeption in eigenständigen Werken. Seyfarth hat dagegen 5 Gruppen gebildet (S. 56*-123*):
I. Lateinische Handschriften, die dem Stemma zugrundeliegen (10)
II. Lateinische Handschriften, die dem Stemma eingeordnet sind (19)
III. Auszüge, Fragmente, Nachrichten über verschollene Handschriften (7)
IV. Handschriften mittelniederländischer, bzw. volkssprachlicher Übersetzungen (26)
V. Druckausgaben (2)
IV und V habe ich bereits bearbeitet, zu III habe ich schon Hinweise zu einzelnen Textzeugen publiziert. Gruppe I besteht nur aus Vollhandschriften (auch wenn im Einzelnen Textverlust vorliegt), während aus Gruppe II (19 Handschriften) fünf Handschriften (E, Fl = St. Florian CSF XI, 370, Me = Melk 2, Pe, Re= Reims 611) als Exzerpt-Überlieferung zu entfernen sind. E und Pe überliefern einen eigenständigen Text als Ableitung des SV, "De proprietate vitiorum et virtutum", für den ich zwei weitere Handschriften nachweisen konnte in:
http://archiv.twoday.net/stories/1022415045/
Von den 24 Vollhandschriften wies Matthäus Bernards bereits 23 nach. Seyfarth konnte nur C2 = Leipzig, UB, Ms. 666 beibringen. Eine bisher unbekannte Vollhandschrift ist mir noch nicht begegnet, Neufunde habe ich nur für die noch ausstehende Gruppe der Fragmente, Exzerpte und Nennungen in Bibliothekskatalogen o.ä.
Die Handschriftenliste ist ein einfacher Census, geordnet nach dem Alter der Handschriften. Hinter der Signatur stehen das Siglum bei Seyfarth und die Seitenzahl(en) ihrer Beschreibung. Signaturen von Einzelblättern werden nicht angegeben (das betrifft K und M). Verlinkt sind vor allem Digitalisate und Katalogeinträge. Angegeben ist die Datierung - in der Regel nach nach Seyfarth, deren paläographische Datierungen noch der Überprüfung harren (siehe ihre Fehldatierungen zu den beiden Leipziger Handschriften) - und die Provenienz.
Zu den Bildern muss auf die Angaben bei Seyfarth S. 133* und 137* und bei den jeweiligen Handschriften verwiesen werden. Zu den Handschriften der Gruppe I gibt es S. 134* eine Tabelle zu den genauen Blattangaben der 12 großen Bilder, die Seyfarth wie folgt benennt:
1: Wurzel Jesse
2: Mystisches Paradies
3: Lasterbaum
4: Tugendbaum
5: Humilitas-Superbia
6: Quadriga
7: Kluge und Törichte Jungfrauen
8: Drei Grade
9: Fleisch und Geist
10: Aufstieg auf der Leiter
11: Maiestas domini
12: Weisheitstempel
Außerdem gibt es kleine Autorenbilder von Peregrinus und Theodora sowie Handzeichen für die drei Stände. Bild 11 zeigt den Autor vor dem Weltenherrscher.
Komplette Bebilderung registrierte Seyfarth für: L, K, T 1, B, Z (aus Gruppe 1), D1, D2 (aus Gruppe 2). Raum für nicht ausgeführte Bilder war vorgesehen in: W, A2, Dü, P. Ganz ohne den Bilder-Zyklus blieben nur F und O, aber selbst diese Handschriften sind mit je einer Federzeichnung illustriert.
Der Bilderzyklus wurde also von den Schreibern als wichtige Beigabe zum Text aufgefasst, der in den meisten Handschriften wenigstens in lückenhafter Form erhalten blieb.
Vollhandschriften des Speculum virginum
[1] London, BL, Arundel 44 (L, S. 56*-60), 1140/50, aus Eberbach OCist
Beschreibung und Bilder:
http://www.bl.uk/catalogues/illuminatedmanuscripts/record.asp?MSID=7952&CollID=20&NStart=44
[2] Köln, HA, W 276a (K, S. 60*-63), Mitte 12. Jahrhundert, wahrscheinlich aus dem Augustinerchorfrauenstift St. Maria in Andernach
Digitalisat (SW-Mikrofilm)
http://historischesarchivkoeln.de/de_DE/dokument/1618872/Best.+7010+276A+
Joachim Vennebusch 1986
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0089_b157_jpg.htm
Zur Beziehung zu Maria Laach OSB
http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/41/93
[3] Rom, BV, Pal. lat. 565 (V, S. 63*-65*), um 1155, aus dem Augustinerchorherrenstift Frankenthal
Digitalisat
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_565
[4] Trier, Bistumsarchiv, 95/132 (M, S. 71*-75*), um 1200, aus St. Matthias in Trier OSB
Digitalisat
http://stmatthias.uni-trier.de/ bzw.
http://dfg-viewer.de/show/?set[mets]=http%3A%2F%2Fzimks68.uni-trier.de%2Fstmatthias%2FTBA0132%2FTBA0132-digitalisat.xml
Petrus Becker 1996
http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/44/133
[5] Würzburg, UB, M.p.th. f. 107 (W, S. 76*f.), Ende 12./Anfang 13. Jh., aus Ebrach OCist
Hans Thurn 1970
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0082_b030_jpg.htm
Siehe auch den Katalog der Pergamenthandschriften in Ebrach von 1789:
http://hdl.handle.net/2027/nyp.33433069121923?urlappend=%3Bseq=192
[6] Troyes, BM, 413 (T2, S. 67*f.), Anfang 13. Jahrhundert, Skriptorium: Clairvaux (?), aus Mores OCist
Bilder (mit Datierung 1. Viertel 13. Jahrhundert):
http://initiale.irht.cnrs.fr/ouvrages/ouvrages.php?imageInd=1&id=4767
[7] Berlin, SB, Phill. 1701 (B, S. 68*f.), Anfang 13. Jahrhundert, aus Igny OCist
Valentin Rose 1893
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0709_c0133_jpg.htm (mit Wiedergabe des Widmungsbriefs und Erörterungen zum Verfasser)
Joachim Kirchner 1926
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0599_b0064_jpg.htm
Haenel 1830 schreibt das Speculum virginum der damals in Middlehill befindlichen Handschrift Hugo von Folieto zu. Damit ist mindestens einer der “alii” gefunden, denen der Katalog der Arundel-Handschriften 1840 diese Verfasserangabe zuweist, siehe Seyfarths Einleitung S. 50*.
http://hdl.handle.net/2027/nyp.33433069136749?urlappend=%3Bseq=452
So aber schon zur gleichen Handschrift ein Katalog 1769
http://books.google.de/books?id=Gk8VAAAAQAAJ&pg=PT111
[8] Zwettl, Zisterzienserstift, 180 (Z, S. 75*f.), 1. Drittel 13. Jh., aus Zwettl OCist
http://manuscripta.at/?ID=31791 (Peregrinus de Oppeln!)
http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/16/html/1338.htm (1. V. 13. Jh.)
Abschrift (18. Jh.) im Nachlass der Brüder Pez
Melk, Benediktinerstift, 395, S. 223-517
Digitalisat der Abschrift:
http://unidam.univie.ac.at/id/448686
[9] Baltimore, Walters Art Gallery, W 72 (H, S. 70*f.), Anfang bis Mitte 13. Jahrhundert, aus Himmerod OCist
Digitalisat
http://www.thedigitalwalters.org/Data/WaltersManuscripts/html/W72/description.html (1. Viertel 13. Jahrhundert)
[10] Leipzig, UB, 665 (C1, S. 82*f.), 3. Viertel 13. Jahrhundert (Seyfarth: Mitte 14. Jahrhundert)
Die Datierung aus der Beschreibung von Anette Löffler 2002, die mir die UB Leipzig freundlicherweise zur Verfügung stellte. Löffler: "Bislang vermutete Provenienz aus Altzelle nicht aufrechtzuerhalten (z.B. Fehlen der charakteristischen Besitzvermerke, kein Nachweis im Altzeller Bibliothekskatalog von 1514: das dort unter Pulp. O, Nr. 10 vermerkte SV ist Ms 820: Conradus de Saxonia, Speculum beatae Mariae virginis). Aufgrund Schrift und Illumination Entstehung in Mitteldeutschland wahrscheinlich; Schriftähnlichkeiten mit dem Landgrafenpsalter lassen an eine Entstehung in derselben Schreibschule denken." (Altzelle OCist!)
Robert Bruck 1906
https://archive.org/stream/diemalereieninde00bruc#page/232/mode/2up
[11] Leipzig, UB, 666 (C2, S. 83*-85*), 4. Viertel 13. Jahrhundert (Seyfarth: 1. Hälfte 14. Jahrhundert), aus Chemnitz OSB (Löffler: "Ms stammt aus dem Benediktinerkloster Chemnitz, vgl. radierter Besitzvermerk des 13. Jhs. (nur sehr schwer unter UV-Lampe erkennbar) auf 1v: Iste liber est sancte Marie uirginis et sancti Benedicti confessoris in Kemnicz").
[12] Arras, BM, 282 (A1, S. 78*f.), 2. Hälfte 13. Jahrhundert, aus St. Vedastus in Arras OSB
Catalogue général 1872
http://books.google.de/books?id=HYBWAAAAcAAJ&pg=PA374
[13] Troyes, BM, 252 (T1, S. 65*f), um 1300, aus Clairvaux OCist
Bilder:
http://www.enluminures.culture.fr/public/mistral/enlumine_fr?ACTION=CHERCHER&FIELD_98=REFD&VALUE_98='Troyes%20-%20BM%20-%20ms.%200252'&DOM=All
http://bvmm.irht.cnrs.fr/consult/consult.php?reproductionId=6755
Digitalisat (kaum benutzbar):
https://www.bibliotheque-virtuelle-clairvaux.com/manuscrits/
Die Handschrift war bereits online laut
http://www.univ-nancy2.fr/MOYENAGE/UREEF/MUSICOLOGIE/CMN/FT.htm
[14] Prag, Metropolitankapitel, N 23 (P, S. 98*f.), Mitte 14. Jahrhundert, aus dem Augustinerchorherrenstift Glatz
Anton Podlaha 1922
http://147.231.53.91/src/index.php?s=v&cat=36&bookid=367&page=405
[15] Mainz, StadtB, II 173 (F, S. 90*-92*), 1. Viertel 15. Jahrhundert
Abbildung der Federzeichnung Bl. 256v:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aus_dem_Haupt_Christi_erwachsen_die_sieben_Geistesgaben.jpg
[16] Burgsteinfurt, SchlossB bzw. Bentheim’sches Archiv, C 35 (S, S. 101*f.), 1430, aus dem Augustinerchorherrenstift Frenswegen
Signatur (Seyfarth: Cod. 4) nach Irene Stahl 1994
http://books.google.de/books?id=7K_1EoPIYtoC&pg=PA41
[17] Burgo de Osma, Kathedralbibliothek, 53 (Bu, S. 81*), 1434, geschrieben wahrscheinlich in Spanien
Timoteo Rojo Orcajo 1929
http://bibliotecadigital.jcyl.es/i18n/catalogo_imagenes/grupo.cmd?path=10068716
[18] Innsbruck, UB, 742 (I, S. 94*f.), 1437, geschrieben von “Johannes de Aschaff rector Odernhemensis ecclesie” (Gau-Odernheim), Frankfurter (?) Einband
http://manuscripta.at/?ID=29414
[19] Darmstadt, ULB, 529 (D1, S. 85*f.), Westdeutschland (?), um 1460
Kurt Hans Staub 1979
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0015_a144_JPG.htm
[20] München, SB, Clm 3561 (O, S. 96*-98*), 1461 von Sigismund Gossembrots Hand, der auch einen Teil des Speculum virginum schrieb, Niederschrift in Augsburg
Erwin Rauner
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31722731
Rehm 1994
http://bookview.libreka.de/bookviewer/9783873204287/151
Digitalisat (SW):
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00103127/image_9
[21] Darmstadt, ULB, 738 (D2, S. 86*f.), Ende 15. Jahrhundert, aus dem Birgittenkloster Sion in Köln
Kurt Hans Staub 1979
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0015_a172_JPG.htm
Die in diesem Kloster lebenden Zisterzienserinnen nannten ihr Kloster im Mittelalter auch Speculum virginum!
[22] Düsseldorf, ULB, B 124 (Dü, S. 87*f.), dieser Teil um 1500, aus dem Kreuzherrenkloster Düsseldorf
Digitalisat:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/man/content/titleinfo/6271196 (mit Link zum Eintrag im gedruckten Katalog von Agata Mazurek und Joachim Ott 2011)
-
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31181180
[23] Köln, HA, GB 2° 155 (G, S. 93*f.), um 1520, aus dem Kreuzherrenkloster Köln
Joachim Vennebusch 1976
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0037_b127_JPG.htm
Digitalisat (SW-Mikrofilm)
http://historischesarchivkoeln.de/de/lesesaal/verzeichnungseinheit/171982/Best.+7002+155
[24] Arras, BM 916 (A2, S. 79*f.), 1628 aus St. Vedastus in Arras OSB, Abschrift von A1
Catalogue général 1872
http://books.google.de/books?id=HYBWAAAAcAAJ&pg=PA281
Auswertung
Komplettdigitalisate gibt es für acht der 24 Vollhandschriften. Zu Leipzig 665 ist ein Digitalisat angekündigt.
Aus der Zeit vor 1200 stammen die ersten drei Handschriften, vielleicht auch Nr. 4. Seyfarth hat sich dagegen entschieden, in der Londoner Handschrift L ein Autograph des Verfassers zu sehen. Das wurde in der Forschung akzeptiert, aber nicht kritisch überprüft. Felix Heinzer hat seine Vermutung, es handle sich bei L um ein Produkt des Hirsauer Skriptoriums, zurückgezogen.
Dreizehn Handschriften sind bis ca. 1300 entstanden, eine stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden vier Handschriften geschrieben, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und bis ca. 1520 fünf. Eine späte Abschrift entstand 1628.
Die Wiederentdeckung des Textes im 15. Jahrhunderts stand im Zeichen der "devotio moderna". Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/1022385921/
Die heute in Burgsteinfurt befindliche Handschrift entstand im Stift Frenswegen der Windesheimer Chorherren. Aus dem Köln-Düsseldorfer Raum stammen von diesen fünf späten Handschriften drei. Eine schrieb Sigismund Gossembrot
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=103086838
in Augsburg. Dem Stemma bei Seyfarth S. 130* zufolge gehört seine Handschrift zu einer Gruppe mit Innsbruck (I) und Mainz (F) - sie gehen auf H zurück. Ebenso stehen sich D2 (Köln) und Dü (Kreuzherren Düsseldorf) nahe, während D1 mit C1 und C2 zu einer ganz anderen Handschriftengruppe gehört. Zu wieder einer anderen Gruppe gehört das aus dem Kölner Kreuzherrenkloster stammende G (Ableitung von K). Es ist aber sicher kein Zufall, dass die wichtige Textsammlung zu Peregrinus Hirsaugiensis/Konrad von Hirsau im Kölner Cod. GB 4° 206
http://historischesarchivkoeln.de/de/dokument/1515357/Best.+7004%2B206%2B
(sie entspricht in etwa dem Eberbacher "Peregrinus minor") ebenfalls im Kreuzherrenkloster zu Köln entstand.
Von den bis ca. 1300 zu datierenden Handschriften sind fünf rheinländischer Provenienz, vier stammen aus Frankreich, zwei aus Sachsen/Mitteldeutschland und je eine aus Franken (Ebrach) und Österreich (Zwettl). Man muss allerdings beachten, dass bei diesen frühen Handschriften fast nie der Schreibort sicher feststeht. Gesichert ist für V das Skriptorium von Frankenthal. Bei T1 und T2 hat Goggin Niederschrift in Clairvaux vermutet.
Die Handschriften des 15./16. Jahrhunderts gehören überwiegend dem westdeutschen Raum an, was wieder auf die devotio moderna verweist. Der einzige Ausreißer (Gossembrot in Augsburg) ist aber eine Ableitung der Himmeroder Handschrift H.
Bei den ältesten Handschriften stellt sich natürlich die Frage, ob der heutige Überlieferungsbefund Schlüsse auf die Entstehung des Werks zulässt. Die erhaltenen Textzeugen bis ca. 1300 stammen nicht aus hirsauischen Klöstern (sieht man von Chemnitz ab) und auch nicht aus Schwaben. Es dominieren eindeutig die Zisterzienser und der mittelrheinische Raum. Dies muss aber keineswegs den Entstehungskontext bezeichnen. Bei den anderen Werken des Peregrinus sind die benediktinischen Bezüge deutlicher.
Dass K in Andernach entstanden ist (und auch das Werk, wie die italienische Wikipedia suggeriert:
Speculum virginum. (9 maggio 2015). Wikipedia, L'enciclopedia libera. Tratto il 15 settembre 2015, 00:11 da http://it.wikipedia.org/w/index.php?title=Speculum_virginum&oldid=72687933 ) ist alles andere als gesichert. Unterschlagen werden die deutlichen Hinweise auf das benediktinische Kloster Laach (siehe oben).
Wie voreingenommen Bernards 1951 die Frage anging, kann man dem Digitalisat
http://www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/219432
entnehmen. Seyfarth hat sich Bernards Ansichten angeschlossen und die Augustinerchorherren favorisiert. Glücklicherweise kam es mit den Arbeiten von Mews und dann von Rainini zu einer Rückkehr zu "Konrad von Hirsau". Die Aussage der Texte des Peregrinus-Korpus verweist auf einen Mönch als Autor, nicht auf einen Regularkanoniker, und im SV VIII Zeile 760 wird Benedikt als sanctus pastor noster angesprochen, dessen Regel für die Dialogpartnerin Theodora verbindlich ist (vgl. ²VL 9, Sp. 69).
Die Verbreitung der frühesten Handschriften legt eine Entstehung des SV im benediktinischen Kontext gewiss nicht nahe, sie schließt sie aber auch nicht aus. Vermutlich haben im 12. Jahrhundert Zisterzienser (die älteste Handschrift gehört provenienzmäßig nach Eberbach OCist!), Augustinerchorherren und Benediktiner bei der Verbreitung des SV eng zusammengearbeitet. Im 13. Jahrhundert scheinen vor allem die Zisterzienser Gefallen an dem Werk gefunden zu haben, wie auch die frühe Rezeption bei Abt Adam von Perseigne (ca. 1180/1220) zeigt:
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/5570
#forschung
Zeichnung in der Mainzer Handschrift
Die folgende Zusammenstellung knüpft an frühere Beiträge von mir zum SV an, siehe zuletzt:
http://archiv.twoday.net/stories/1022415045/
Die Überlieferung des "Speculum virginum" wurde von Jutta Seyfarth in ihrer Edition (CCCM 5, 1990) zusammengestellt. Bei der Überprüfung und Ergänzung der Angaben ist es nötig, Vollhandschriften und Exzerpthandschriften voneinander zu trennen und letztere von der Rezeption in eigenständigen Werken. Seyfarth hat dagegen 5 Gruppen gebildet (S. 56*-123*):
I. Lateinische Handschriften, die dem Stemma zugrundeliegen (10)
II. Lateinische Handschriften, die dem Stemma eingeordnet sind (19)
III. Auszüge, Fragmente, Nachrichten über verschollene Handschriften (7)
IV. Handschriften mittelniederländischer, bzw. volkssprachlicher Übersetzungen (26)
V. Druckausgaben (2)
IV und V habe ich bereits bearbeitet, zu III habe ich schon Hinweise zu einzelnen Textzeugen publiziert. Gruppe I besteht nur aus Vollhandschriften (auch wenn im Einzelnen Textverlust vorliegt), während aus Gruppe II (19 Handschriften) fünf Handschriften (E, Fl = St. Florian CSF XI, 370, Me = Melk 2, Pe, Re= Reims 611) als Exzerpt-Überlieferung zu entfernen sind. E und Pe überliefern einen eigenständigen Text als Ableitung des SV, "De proprietate vitiorum et virtutum", für den ich zwei weitere Handschriften nachweisen konnte in:
http://archiv.twoday.net/stories/1022415045/
Von den 24 Vollhandschriften wies Matthäus Bernards bereits 23 nach. Seyfarth konnte nur C2 = Leipzig, UB, Ms. 666 beibringen. Eine bisher unbekannte Vollhandschrift ist mir noch nicht begegnet, Neufunde habe ich nur für die noch ausstehende Gruppe der Fragmente, Exzerpte und Nennungen in Bibliothekskatalogen o.ä.
Die Handschriftenliste ist ein einfacher Census, geordnet nach dem Alter der Handschriften. Hinter der Signatur stehen das Siglum bei Seyfarth und die Seitenzahl(en) ihrer Beschreibung. Signaturen von Einzelblättern werden nicht angegeben (das betrifft K und M). Verlinkt sind vor allem Digitalisate und Katalogeinträge. Angegeben ist die Datierung - in der Regel nach nach Seyfarth, deren paläographische Datierungen noch der Überprüfung harren (siehe ihre Fehldatierungen zu den beiden Leipziger Handschriften) - und die Provenienz.
Zu den Bildern muss auf die Angaben bei Seyfarth S. 133* und 137* und bei den jeweiligen Handschriften verwiesen werden. Zu den Handschriften der Gruppe I gibt es S. 134* eine Tabelle zu den genauen Blattangaben der 12 großen Bilder, die Seyfarth wie folgt benennt:
1: Wurzel Jesse
2: Mystisches Paradies
3: Lasterbaum
4: Tugendbaum
5: Humilitas-Superbia
6: Quadriga
7: Kluge und Törichte Jungfrauen
8: Drei Grade
9: Fleisch und Geist
10: Aufstieg auf der Leiter
11: Maiestas domini
12: Weisheitstempel
Außerdem gibt es kleine Autorenbilder von Peregrinus und Theodora sowie Handzeichen für die drei Stände. Bild 11 zeigt den Autor vor dem Weltenherrscher.
Komplette Bebilderung registrierte Seyfarth für: L, K, T 1, B, Z (aus Gruppe 1), D1, D2 (aus Gruppe 2). Raum für nicht ausgeführte Bilder war vorgesehen in: W, A2, Dü, P. Ganz ohne den Bilder-Zyklus blieben nur F und O, aber selbst diese Handschriften sind mit je einer Federzeichnung illustriert.
Der Bilderzyklus wurde also von den Schreibern als wichtige Beigabe zum Text aufgefasst, der in den meisten Handschriften wenigstens in lückenhafter Form erhalten blieb.
Vollhandschriften des Speculum virginum
[1] London, BL, Arundel 44 (L, S. 56*-60), 1140/50, aus Eberbach OCist
Beschreibung und Bilder:
http://www.bl.uk/catalogues/illuminatedmanuscripts/record.asp?MSID=7952&CollID=20&NStart=44
[2] Köln, HA, W 276a (K, S. 60*-63), Mitte 12. Jahrhundert, wahrscheinlich aus dem Augustinerchorfrauenstift St. Maria in Andernach
Digitalisat (SW-Mikrofilm)
http://historischesarchivkoeln.de/de_DE/dokument/1618872/Best.+7010+276A+
Joachim Vennebusch 1986
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0089_b157_jpg.htm
Zur Beziehung zu Maria Laach OSB
http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/41/93
[3] Rom, BV, Pal. lat. 565 (V, S. 63*-65*), um 1155, aus dem Augustinerchorherrenstift Frankenthal
Digitalisat
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_565
[4] Trier, Bistumsarchiv, 95/132 (M, S. 71*-75*), um 1200, aus St. Matthias in Trier OSB
Digitalisat
http://stmatthias.uni-trier.de/ bzw.
http://dfg-viewer.de/show/?set[mets]=http%3A%2F%2Fzimks68.uni-trier.de%2Fstmatthias%2FTBA0132%2FTBA0132-digitalisat.xml
Petrus Becker 1996
http://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/44/133
[5] Würzburg, UB, M.p.th. f. 107 (W, S. 76*f.), Ende 12./Anfang 13. Jh., aus Ebrach OCist
Hans Thurn 1970
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0082_b030_jpg.htm
Siehe auch den Katalog der Pergamenthandschriften in Ebrach von 1789:
http://hdl.handle.net/2027/nyp.33433069121923?urlappend=%3Bseq=192
[6] Troyes, BM, 413 (T2, S. 67*f.), Anfang 13. Jahrhundert, Skriptorium: Clairvaux (?), aus Mores OCist
Bilder (mit Datierung 1. Viertel 13. Jahrhundert):
http://initiale.irht.cnrs.fr/ouvrages/ouvrages.php?imageInd=1&id=4767
[7] Berlin, SB, Phill. 1701 (B, S. 68*f.), Anfang 13. Jahrhundert, aus Igny OCist
Valentin Rose 1893
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0709_c0133_jpg.htm (mit Wiedergabe des Widmungsbriefs und Erörterungen zum Verfasser)
Joachim Kirchner 1926
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0599_b0064_jpg.htm
Haenel 1830 schreibt das Speculum virginum der damals in Middlehill befindlichen Handschrift Hugo von Folieto zu. Damit ist mindestens einer der “alii” gefunden, denen der Katalog der Arundel-Handschriften 1840 diese Verfasserangabe zuweist, siehe Seyfarths Einleitung S. 50*.
http://hdl.handle.net/2027/nyp.33433069136749?urlappend=%3Bseq=452
So aber schon zur gleichen Handschrift ein Katalog 1769
http://books.google.de/books?id=Gk8VAAAAQAAJ&pg=PT111
[8] Zwettl, Zisterzienserstift, 180 (Z, S. 75*f.), 1. Drittel 13. Jh., aus Zwettl OCist
http://manuscripta.at/?ID=31791 (Peregrinus de Oppeln!)
http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/16/html/1338.htm (1. V. 13. Jh.)
Abschrift (18. Jh.) im Nachlass der Brüder Pez
Melk, Benediktinerstift, 395, S. 223-517
Digitalisat der Abschrift:
http://unidam.univie.ac.at/id/448686
[9] Baltimore, Walters Art Gallery, W 72 (H, S. 70*f.), Anfang bis Mitte 13. Jahrhundert, aus Himmerod OCist
Digitalisat
http://www.thedigitalwalters.org/Data/WaltersManuscripts/html/W72/description.html (1. Viertel 13. Jahrhundert)
[10] Leipzig, UB, 665 (C1, S. 82*f.), 3. Viertel 13. Jahrhundert (Seyfarth: Mitte 14. Jahrhundert)
Die Datierung aus der Beschreibung von Anette Löffler 2002, die mir die UB Leipzig freundlicherweise zur Verfügung stellte. Löffler: "Bislang vermutete Provenienz aus Altzelle nicht aufrechtzuerhalten (z.B. Fehlen der charakteristischen Besitzvermerke, kein Nachweis im Altzeller Bibliothekskatalog von 1514: das dort unter Pulp. O, Nr. 10 vermerkte SV ist Ms 820: Conradus de Saxonia, Speculum beatae Mariae virginis). Aufgrund Schrift und Illumination Entstehung in Mitteldeutschland wahrscheinlich; Schriftähnlichkeiten mit dem Landgrafenpsalter lassen an eine Entstehung in derselben Schreibschule denken." (Altzelle OCist!)
Robert Bruck 1906
https://archive.org/stream/diemalereieninde00bruc#page/232/mode/2up
[11] Leipzig, UB, 666 (C2, S. 83*-85*), 4. Viertel 13. Jahrhundert (Seyfarth: 1. Hälfte 14. Jahrhundert), aus Chemnitz OSB (Löffler: "Ms stammt aus dem Benediktinerkloster Chemnitz, vgl. radierter Besitzvermerk des 13. Jhs. (nur sehr schwer unter UV-Lampe erkennbar) auf 1v: Iste liber est sancte Marie uirginis et sancti Benedicti confessoris in Kemnicz").
[12] Arras, BM, 282 (A1, S. 78*f.), 2. Hälfte 13. Jahrhundert, aus St. Vedastus in Arras OSB
Catalogue général 1872
http://books.google.de/books?id=HYBWAAAAcAAJ&pg=PA374
[13] Troyes, BM, 252 (T1, S. 65*f), um 1300, aus Clairvaux OCist
Bilder:
http://www.enluminures.culture.fr/public/mistral/enlumine_fr?ACTION=CHERCHER&FIELD_98=REFD&VALUE_98='Troyes%20-%20BM%20-%20ms.%200252'&DOM=All
http://bvmm.irht.cnrs.fr/consult/consult.php?reproductionId=6755
Digitalisat (kaum benutzbar):
https://www.bibliotheque-virtuelle-clairvaux.com/manuscrits/
Die Handschrift war bereits online laut
http://www.univ-nancy2.fr/MOYENAGE/UREEF/MUSICOLOGIE/CMN/FT.htm
[14] Prag, Metropolitankapitel, N 23 (P, S. 98*f.), Mitte 14. Jahrhundert, aus dem Augustinerchorherrenstift Glatz
Anton Podlaha 1922
http://147.231.53.91/src/index.php?s=v&cat=36&bookid=367&page=405
[15] Mainz, StadtB, II 173 (F, S. 90*-92*), 1. Viertel 15. Jahrhundert
Abbildung der Federzeichnung Bl. 256v:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aus_dem_Haupt_Christi_erwachsen_die_sieben_Geistesgaben.jpg
[16] Burgsteinfurt, SchlossB bzw. Bentheim’sches Archiv, C 35 (S, S. 101*f.), 1430, aus dem Augustinerchorherrenstift Frenswegen
Signatur (Seyfarth: Cod. 4) nach Irene Stahl 1994
http://books.google.de/books?id=7K_1EoPIYtoC&pg=PA41
[17] Burgo de Osma, Kathedralbibliothek, 53 (Bu, S. 81*), 1434, geschrieben wahrscheinlich in Spanien
Timoteo Rojo Orcajo 1929
http://bibliotecadigital.jcyl.es/i18n/catalogo_imagenes/grupo.cmd?path=10068716
[18] Innsbruck, UB, 742 (I, S. 94*f.), 1437, geschrieben von “Johannes de Aschaff rector Odernhemensis ecclesie” (Gau-Odernheim), Frankfurter (?) Einband
http://manuscripta.at/?ID=29414
[19] Darmstadt, ULB, 529 (D1, S. 85*f.), Westdeutschland (?), um 1460
Kurt Hans Staub 1979
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0015_a144_JPG.htm
[20] München, SB, Clm 3561 (O, S. 96*-98*), 1461 von Sigismund Gossembrots Hand, der auch einen Teil des Speculum virginum schrieb, Niederschrift in Augsburg
Erwin Rauner
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31722731
Rehm 1994
http://bookview.libreka.de/bookviewer/9783873204287/151
Digitalisat (SW):
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00103127/image_9
[21] Darmstadt, ULB, 738 (D2, S. 86*f.), Ende 15. Jahrhundert, aus dem Birgittenkloster Sion in Köln
Kurt Hans Staub 1979
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0015_a172_JPG.htm
Die in diesem Kloster lebenden Zisterzienserinnen nannten ihr Kloster im Mittelalter auch Speculum virginum!
[22] Düsseldorf, ULB, B 124 (Dü, S. 87*f.), dieser Teil um 1500, aus dem Kreuzherrenkloster Düsseldorf
Digitalisat:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/man/content/titleinfo/6271196 (mit Link zum Eintrag im gedruckten Katalog von Agata Mazurek und Joachim Ott 2011)
-
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj31181180
[23] Köln, HA, GB 2° 155 (G, S. 93*f.), um 1520, aus dem Kreuzherrenkloster Köln
Joachim Vennebusch 1976
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0037_b127_JPG.htm
Digitalisat (SW-Mikrofilm)
http://historischesarchivkoeln.de/de/lesesaal/verzeichnungseinheit/171982/Best.+7002+155
[24] Arras, BM 916 (A2, S. 79*f.), 1628 aus St. Vedastus in Arras OSB, Abschrift von A1
Catalogue général 1872
http://books.google.de/books?id=HYBWAAAAcAAJ&pg=PA281
Auswertung
Komplettdigitalisate gibt es für acht der 24 Vollhandschriften. Zu Leipzig 665 ist ein Digitalisat angekündigt.
Aus der Zeit vor 1200 stammen die ersten drei Handschriften, vielleicht auch Nr. 4. Seyfarth hat sich dagegen entschieden, in der Londoner Handschrift L ein Autograph des Verfassers zu sehen. Das wurde in der Forschung akzeptiert, aber nicht kritisch überprüft. Felix Heinzer hat seine Vermutung, es handle sich bei L um ein Produkt des Hirsauer Skriptoriums, zurückgezogen.
Dreizehn Handschriften sind bis ca. 1300 entstanden, eine stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden vier Handschriften geschrieben, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und bis ca. 1520 fünf. Eine späte Abschrift entstand 1628.
Die Wiederentdeckung des Textes im 15. Jahrhunderts stand im Zeichen der "devotio moderna". Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/1022385921/
Die heute in Burgsteinfurt befindliche Handschrift entstand im Stift Frenswegen der Windesheimer Chorherren. Aus dem Köln-Düsseldorfer Raum stammen von diesen fünf späten Handschriften drei. Eine schrieb Sigismund Gossembrot
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=103086838
in Augsburg. Dem Stemma bei Seyfarth S. 130* zufolge gehört seine Handschrift zu einer Gruppe mit Innsbruck (I) und Mainz (F) - sie gehen auf H zurück. Ebenso stehen sich D2 (Köln) und Dü (Kreuzherren Düsseldorf) nahe, während D1 mit C1 und C2 zu einer ganz anderen Handschriftengruppe gehört. Zu wieder einer anderen Gruppe gehört das aus dem Kölner Kreuzherrenkloster stammende G (Ableitung von K). Es ist aber sicher kein Zufall, dass die wichtige Textsammlung zu Peregrinus Hirsaugiensis/Konrad von Hirsau im Kölner Cod. GB 4° 206
http://historischesarchivkoeln.de/de/dokument/1515357/Best.+7004%2B206%2B
(sie entspricht in etwa dem Eberbacher "Peregrinus minor") ebenfalls im Kreuzherrenkloster zu Köln entstand.
Von den bis ca. 1300 zu datierenden Handschriften sind fünf rheinländischer Provenienz, vier stammen aus Frankreich, zwei aus Sachsen/Mitteldeutschland und je eine aus Franken (Ebrach) und Österreich (Zwettl). Man muss allerdings beachten, dass bei diesen frühen Handschriften fast nie der Schreibort sicher feststeht. Gesichert ist für V das Skriptorium von Frankenthal. Bei T1 und T2 hat Goggin Niederschrift in Clairvaux vermutet.
Die Handschriften des 15./16. Jahrhunderts gehören überwiegend dem westdeutschen Raum an, was wieder auf die devotio moderna verweist. Der einzige Ausreißer (Gossembrot in Augsburg) ist aber eine Ableitung der Himmeroder Handschrift H.
Bei den ältesten Handschriften stellt sich natürlich die Frage, ob der heutige Überlieferungsbefund Schlüsse auf die Entstehung des Werks zulässt. Die erhaltenen Textzeugen bis ca. 1300 stammen nicht aus hirsauischen Klöstern (sieht man von Chemnitz ab) und auch nicht aus Schwaben. Es dominieren eindeutig die Zisterzienser und der mittelrheinische Raum. Dies muss aber keineswegs den Entstehungskontext bezeichnen. Bei den anderen Werken des Peregrinus sind die benediktinischen Bezüge deutlicher.
Dass K in Andernach entstanden ist (und auch das Werk, wie die italienische Wikipedia suggeriert:
Speculum virginum. (9 maggio 2015). Wikipedia, L'enciclopedia libera. Tratto il 15 settembre 2015, 00:11 da http://it.wikipedia.org/w/index.php?title=Speculum_virginum&oldid=72687933 ) ist alles andere als gesichert. Unterschlagen werden die deutlichen Hinweise auf das benediktinische Kloster Laach (siehe oben).
Wie voreingenommen Bernards 1951 die Frage anging, kann man dem Digitalisat
http://www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/219432
entnehmen. Seyfarth hat sich Bernards Ansichten angeschlossen und die Augustinerchorherren favorisiert. Glücklicherweise kam es mit den Arbeiten von Mews und dann von Rainini zu einer Rückkehr zu "Konrad von Hirsau". Die Aussage der Texte des Peregrinus-Korpus verweist auf einen Mönch als Autor, nicht auf einen Regularkanoniker, und im SV VIII Zeile 760 wird Benedikt als sanctus pastor noster angesprochen, dessen Regel für die Dialogpartnerin Theodora verbindlich ist (vgl. ²VL 9, Sp. 69).
Die Verbreitung der frühesten Handschriften legt eine Entstehung des SV im benediktinischen Kontext gewiss nicht nahe, sie schließt sie aber auch nicht aus. Vermutlich haben im 12. Jahrhundert Zisterzienser (die älteste Handschrift gehört provenienzmäßig nach Eberbach OCist!), Augustinerchorherren und Benediktiner bei der Verbreitung des SV eng zusammengearbeitet. Im 13. Jahrhundert scheinen vor allem die Zisterzienser Gefallen an dem Werk gefunden zu haben, wie auch die frühe Rezeption bei Abt Adam von Perseigne (ca. 1180/1220) zeigt:
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/5570
#forschung
KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 23:25 - Rubrik: Kodikologie
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http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2015/3571
Auswertung der Quellen zur Geschichte und Kunstgeschichte der Martinskirche in Kornwestheim auf dem Forschungsstand von 1989. Zur Geschichte dieser Publikation siehe
http://archiv.twoday.net/stories/313117659/
Auswertung der Quellen zur Geschichte und Kunstgeschichte der Martinskirche in Kornwestheim auf dem Forschungsstand von 1989. Zur Geschichte dieser Publikation siehe
http://archiv.twoday.net/stories/313117659/
KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 18:18 - Rubrik: Landesgeschichte
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Peter Murray Rust sagt nein:
http://blogs.ch.cam.ac.uk/pmr/2015/09/14/should-wikipedia-work-with-elsevier/
http://blogs.ch.cam.ac.uk/pmr/2015/09/14/should-wikipedia-work-with-elsevier/
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https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster/quellen/Soldaten
Aus dem neuen Computergenealogie Newsletter
http://wiki-de.genealogy.net/Computergenealogie/2015/09

Aus dem neuen Computergenealogie Newsletter
http://wiki-de.genealogy.net/Computergenealogie/2015/09

KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 15:26 - Rubrik: Genealogie
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KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 15:19 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 15:17 - Rubrik: Kodikologie
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http://dx.doi.org/10.7554/eLife.09560
Der Artikel über den Sensations-Fund von Frühmenschen in Südafrika erschien im Open-Access-Journal eLife.
Update:
http://infobib.de/2015/09/16/homo-naledi-entdeckung-ist-oa-und-wird-sogar-verlinkt/
Der Artikel über den Sensations-Fund von Frühmenschen in Südafrika erschien im Open-Access-Journal eLife.
Update:
http://infobib.de/2015/09/16/homo-naledi-entdeckung-ist-oa-und-wird-sogar-verlinkt/
KlausGraf - am Montag, 14. September 2015, 14:23 - Rubrik: Open Access
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Mit dem Klick auf F kommt man beim Eintrag zum Faksimile des Artikel z.B.
http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&term=aachenfahrt&firstterm=a
Ist mir bisher noch nicht aufgefallen.
http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&term=aachenfahrt&firstterm=a
Ist mir bisher noch nicht aufgefallen.
KlausGraf - am Sonntag, 13. September 2015, 16:07 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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http://www.namenforschung.net/dfd/
Tobias A. Kemper hat sich das neue Angebot gründlich angesehen und eine dreiteilige sorgfältige Bewertung publiziert.
http://saecula.de/dfd_1
http://saecula.de/dfd_2
http://saecula.de/dfd_3
Seiner Kritik ist voll und ganz zuzustimmen. Aus der Sicht des Historikers befremdet vor allem die ahistorische Konzeption des Nachschlagewerks.
Einige ergänzende Kritikpunkte möchte ich beisteuern.
1. Das Potential eines DIGITALEN Nachschlagewerks wird nicht ansatzweise ausgeschöpft
Verbreitungskarten in der Weise anzubieten wie das DFD ist veraltet. Man darf heute erwarten, dass die Karten zoombar sind und auf der Basis von Anwendungen wie Google Maps oder Open Street Map erstellt wurden. Es gibt keine Orientierungsorte.
Es fehlen Verlinkungen zu einem Glossar bzw. Einführungsartikel.
Es fehlen Abbildungen.
Keine Spur von Nachnutzbarkeit (freie Lizenz).
http://www.namenforschung.net/dfd/impressum/
Es gibt keine Volltextsuche, nur eine solche für Namen.
Digitalisate sind nicht konsequent nachgewiesen, z.B. nicht
https://archive.org/details/oberdeutschesfl00buckgoog
2. Das Ansteuern eines bestimmten Namens ist zu schwer
Jeder, der auch nur für 5 Cent Verstand hat, würde auf die Idee kommen, die Anfangsbuchstaben z.B. Gra anzugeben, um einen möglichst raschen Zugriff auf den Namen via Browsing zu ermöglichen. Durch Klick auf >> kommt man 20 Seiten weiter, es gibt keine Möglichkeit, nur eine Seite weiterzugehen, abweichend von dem, was sonst üblich ist.
Wenn man keine Lust hat, 91 Seiten durchzusehen, kann man ja versuchen Gr oder Gra mit der Suche zu finden. Ziemlich dämlich ist, dass die ungewöhnliche Anfangstrunkierung vor der Endtrunkierung steht. Wer nicht weiß, was trunkieren bedeutet, schaut in die Röhre.
3. Das Wörterbuch bedient sich einer akademisch-verquasten Sprache und ist nichts fürs "Volk"
In der Regel werden einfache Leute von den Deutungen oft nur wenig verstehen. Es fehlt an einem Glossar, wo man z.B. "Metronym" findet.
"Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen an einem Graben situierten Schröder. Die vorliegende Form weist im Zweitglied gegenüber dem Etymon schrōder einen Ausfall von d auf, der in vielen westniederdeutschen Dialekten in intervokalischer Stellung eingetreten ist. Das Erstglied wurde hier verhochdeutscht."
"Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen an oder auf einem Feld situierten Handwerker, der mit einem Schneidewerkzeug arbeitet. Hier liegt ein patronymischer starker Genitiv mit dem Suffix -s vor."
Noch Fragen?
Wer könnte wohl auf dem Feld mit einem Schneidewerkzeug arbeiten? Hat jemand eine Idee?
Unter einem Beruf versteht die Allgemeinheit etwas anderes. Hier wird eine bestimmte Rolle innerhalb von Handlungsabläufen im agrarischen Kontext bezeichnet, die Landwirte (und ihre Familie) und Knechte oder Erntehelfer ausüben konnten.
4. Die Deutungen sind von Laien nicht nachvollziehbar
Als jemand, der von Namenkunde kaum Ahnung hat, gehöre auch ich zu dieser Gruppe.
Beispiele:
Brandmüller: Wieso bezieht sich das Erstglied zwingend auf eine Brandrodung?
Aumüller: Wieso kann sich der Name nicht auch auf den Flurnamen Au beziehen? Siehe etwa
http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/mhfb/id.cgi?lines=0&ex=rs&table=flurname&lemma=Lechen-Au-Weg&suchlemma=lechen-au-weg
"Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch hofsnīder ‘Hofschneider’. Der Schneider kann hier auf zwei verschiedene Arten in Verbindung zu einem Hof, d.h. einem Fürstenhof, stehen: 1. Er arbeitet für einen Fürstenhof und stellt Kleider für diesen her. 2. Er übt sein Handwerk unter dem Schutz des Fürstenhofes aus; dabei ist er nicht an eine Zunft gebunden und somit von gewissen bürgerlichen Pflichten befreit." Wieso kann das nicht ein auf einem Hof (landwirtschaftliches Anwesen) situierter Arbeiter sein, der mit einem Schneidewerkzeug arbeitet?? Man vgl. zu Hofmüller: "Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch hof ‘Hof, Gehöft’ und mittelhochdeutsch mülnære, mülner, müller ‘Müller’, für einen Müller, der einem Hof verpflichtet war."
Zur Namendeutung als eine Art Kaffeesatzleserei siehe auch meine Reichard-Rezension von 1991:
http://swbplus.bsz-bw.de/bsz015767450rez.htm
Tobias A. Kemper hat sich das neue Angebot gründlich angesehen und eine dreiteilige sorgfältige Bewertung publiziert.
http://saecula.de/dfd_1
http://saecula.de/dfd_2
http://saecula.de/dfd_3
Seiner Kritik ist voll und ganz zuzustimmen. Aus der Sicht des Historikers befremdet vor allem die ahistorische Konzeption des Nachschlagewerks.
Einige ergänzende Kritikpunkte möchte ich beisteuern.
1. Das Potential eines DIGITALEN Nachschlagewerks wird nicht ansatzweise ausgeschöpft
Verbreitungskarten in der Weise anzubieten wie das DFD ist veraltet. Man darf heute erwarten, dass die Karten zoombar sind und auf der Basis von Anwendungen wie Google Maps oder Open Street Map erstellt wurden. Es gibt keine Orientierungsorte.
Es fehlen Verlinkungen zu einem Glossar bzw. Einführungsartikel.
Es fehlen Abbildungen.
Keine Spur von Nachnutzbarkeit (freie Lizenz).
http://www.namenforschung.net/dfd/impressum/
Es gibt keine Volltextsuche, nur eine solche für Namen.
Digitalisate sind nicht konsequent nachgewiesen, z.B. nicht
https://archive.org/details/oberdeutschesfl00buckgoog
2. Das Ansteuern eines bestimmten Namens ist zu schwer
Jeder, der auch nur für 5 Cent Verstand hat, würde auf die Idee kommen, die Anfangsbuchstaben z.B. Gra anzugeben, um einen möglichst raschen Zugriff auf den Namen via Browsing zu ermöglichen. Durch Klick auf >> kommt man 20 Seiten weiter, es gibt keine Möglichkeit, nur eine Seite weiterzugehen, abweichend von dem, was sonst üblich ist.
Wenn man keine Lust hat, 91 Seiten durchzusehen, kann man ja versuchen Gr oder Gra mit der Suche zu finden. Ziemlich dämlich ist, dass die ungewöhnliche Anfangstrunkierung vor der Endtrunkierung steht. Wer nicht weiß, was trunkieren bedeutet, schaut in die Röhre.
3. Das Wörterbuch bedient sich einer akademisch-verquasten Sprache und ist nichts fürs "Volk"
In der Regel werden einfache Leute von den Deutungen oft nur wenig verstehen. Es fehlt an einem Glossar, wo man z.B. "Metronym" findet.
"Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen an einem Graben situierten Schröder. Die vorliegende Form weist im Zweitglied gegenüber dem Etymon schrōder einen Ausfall von d auf, der in vielen westniederdeutschen Dialekten in intervokalischer Stellung eingetreten ist. Das Erstglied wurde hier verhochdeutscht."
"Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen an oder auf einem Feld situierten Handwerker, der mit einem Schneidewerkzeug arbeitet. Hier liegt ein patronymischer starker Genitiv mit dem Suffix -s vor."
Noch Fragen?
Wer könnte wohl auf dem Feld mit einem Schneidewerkzeug arbeiten? Hat jemand eine Idee?
Unter einem Beruf versteht die Allgemeinheit etwas anderes. Hier wird eine bestimmte Rolle innerhalb von Handlungsabläufen im agrarischen Kontext bezeichnet, die Landwirte (und ihre Familie) und Knechte oder Erntehelfer ausüben konnten.
4. Die Deutungen sind von Laien nicht nachvollziehbar
Als jemand, der von Namenkunde kaum Ahnung hat, gehöre auch ich zu dieser Gruppe.
Beispiele:
Brandmüller: Wieso bezieht sich das Erstglied zwingend auf eine Brandrodung?
Aumüller: Wieso kann sich der Name nicht auch auf den Flurnamen Au beziehen? Siehe etwa
http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/mhfb/id.cgi?lines=0&ex=rs&table=flurname&lemma=Lechen-Au-Weg&suchlemma=lechen-au-weg
"Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch hofsnīder ‘Hofschneider’. Der Schneider kann hier auf zwei verschiedene Arten in Verbindung zu einem Hof, d.h. einem Fürstenhof, stehen: 1. Er arbeitet für einen Fürstenhof und stellt Kleider für diesen her. 2. Er übt sein Handwerk unter dem Schutz des Fürstenhofes aus; dabei ist er nicht an eine Zunft gebunden und somit von gewissen bürgerlichen Pflichten befreit." Wieso kann das nicht ein auf einem Hof (landwirtschaftliches Anwesen) situierter Arbeiter sein, der mit einem Schneidewerkzeug arbeitet?? Man vgl. zu Hofmüller: "Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch hof ‘Hof, Gehöft’ und mittelhochdeutsch mülnære, mülner, müller ‘Müller’, für einen Müller, der einem Hof verpflichtet war."
Zur Namendeutung als eine Art Kaffeesatzleserei siehe auch meine Reichard-Rezension von 1991:
http://swbplus.bsz-bw.de/bsz015767450rez.htm
KlausGraf - am Sonntag, 13. September 2015, 14:50 - Rubrik: Genealogie
Burg Wolfstal, Burg Bettringen und Burg Bargau, in: einhorn-Jahrbuch Schwäbisch Gmünd 1980, S. 204-215
Online (Scan mit OCR):
http://dx.doi.org/10.6094/UNIFR/10242
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-freidok-102423
Der Beitrag beschäftigt sich mit Burgen in und bei dem Schwäbisch Gmünder Stadtteil Bettringen (Burgstall am Klostersturz, der im 15. Jahrhundert als angebliche Burg Wolfstal und Sitz der ursprünglich Gmünder Geschlechterfamilie Wolf von Wolfstal galt; Bettringer Turm; Burg Bargau) sowie - als Exkurs - mit der bei Wetzgau gelegenen Burg Waldau. Versucht wird der Nachweis, dass die im 14. Jahrhundert als hohenlohisches Lehen erscheinende "Burg Bettringen" in Wirklichkeit die Burg Bargau war - ein territorialpolitisch motiviertes Versteckspiel?
Erneut behandelt habe ich die Problematik im Bettringer Heimatbuch 1999:
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-90046
Burg Waldau (Rekonstrukion)
Online (Scan mit OCR):
http://dx.doi.org/10.6094/UNIFR/10242
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-freidok-102423
Der Beitrag beschäftigt sich mit Burgen in und bei dem Schwäbisch Gmünder Stadtteil Bettringen (Burgstall am Klostersturz, der im 15. Jahrhundert als angebliche Burg Wolfstal und Sitz der ursprünglich Gmünder Geschlechterfamilie Wolf von Wolfstal galt; Bettringer Turm; Burg Bargau) sowie - als Exkurs - mit der bei Wetzgau gelegenen Burg Waldau. Versucht wird der Nachweis, dass die im 14. Jahrhundert als hohenlohisches Lehen erscheinende "Burg Bettringen" in Wirklichkeit die Burg Bargau war - ein territorialpolitisch motiviertes Versteckspiel?
Erneut behandelt habe ich die Problematik im Bettringer Heimatbuch 1999:
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-90046
KlausGraf - am Freitag, 11. September 2015, 17:14 - Rubrik: Landesgeschichte
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Klaus Graf: Die Gmünder Ringsage. Entstehung und Entwicklung einer Staufer-Überlieferung. In: einhorn-Jahrbuch Schwäbisch Gmünd 1982, S. 129-150 ist jetzt online unter
http://dx.doi.org/10.6094/UNIFR/10241
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-freidok-102423
Behandelt wird die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen greifbare Ringsage der Stadt Schwäbisch Gmünd, die Ursprungsüberlieferung der St. Johanniskirche, derzufolge die Kirche einem Gelübde zufolge an der Stelle erbaut worden sein soll, an der Herzogin Agnes, Gemahlin des ersten Stauferherzogs Friedrich I., ihren Ehering wiedergefunden habe. Eine Parallele besitzt diese Staufer-Tradition in der Klosterneuburger Schleierlegende, in der es um den Verlust des Brautschleiers der gleichen Agnes geht. Herausgearbeitet werden die unterschiedlichen Bedeutungen der Überlieferung.
Weitergeführt wurden die Überlegungen 1987:
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-58410
Zur Ringsage siehe hier:
http://archiv.twoday.net/stories/1022460708/

http://dx.doi.org/10.6094/UNIFR/10241
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-freidok-102423
Behandelt wird die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen greifbare Ringsage der Stadt Schwäbisch Gmünd, die Ursprungsüberlieferung der St. Johanniskirche, derzufolge die Kirche einem Gelübde zufolge an der Stelle erbaut worden sein soll, an der Herzogin Agnes, Gemahlin des ersten Stauferherzogs Friedrich I., ihren Ehering wiedergefunden habe. Eine Parallele besitzt diese Staufer-Tradition in der Klosterneuburger Schleierlegende, in der es um den Verlust des Brautschleiers der gleichen Agnes geht. Herausgearbeitet werden die unterschiedlichen Bedeutungen der Überlieferung.
Weitergeführt wurden die Überlegungen 1987:
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:25-opus-58410
Zur Ringsage siehe hier:
http://archiv.twoday.net/stories/1022460708/
KlausGraf - am Freitag, 11. September 2015, 17:00 - Rubrik: Landesgeschichte
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http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/wrackpluenderer100.html
Kulturgut darf grundsätzlich nicht ohne Erlaubnis geborgen werden", sagte die Direktorin des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven, Sunhild Kleingärtner.
Kulturgut darf grundsätzlich nicht ohne Erlaubnis geborgen werden", sagte die Direktorin des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven, Sunhild Kleingärtner.
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http://www.morgenpost.de/kultur/article205668033/Das-Wunder-von-Wuerth.html
"Die schöne Muttergottes gilt als das teuerste je in Deutschland gehandelte Gemälde und steht auf der Kulturgutschutzliste, wonach dieses Werk Deutschland nicht verlassen darf. Würth hat davon profitiert, das sagt er auch. Wäre das Gemälde im Ausland versteigert worden, hätte es der Erbenfamilie 30 bis 50 Prozent mehr eingebracht, schätzt er. Er plädiert für ein neues Kulturgutschutzgesetz der EU-Staaten, wonach Werke nicht den Rechtsraum der EU verlassen dürfen."
Siehe auch
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/reinhold-wuerth-nennt-kulturschutz-vorhaben-kleinkariert-a-1051455.html
http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/kultur/schaufenster/Artikel1361473.cfm
Zur Verkauf der Holbein-Madonna:
http://archiv.twoday.net/stories/38758856/

"Die schöne Muttergottes gilt als das teuerste je in Deutschland gehandelte Gemälde und steht auf der Kulturgutschutzliste, wonach dieses Werk Deutschland nicht verlassen darf. Würth hat davon profitiert, das sagt er auch. Wäre das Gemälde im Ausland versteigert worden, hätte es der Erbenfamilie 30 bis 50 Prozent mehr eingebracht, schätzt er. Er plädiert für ein neues Kulturgutschutzgesetz der EU-Staaten, wonach Werke nicht den Rechtsraum der EU verlassen dürfen."
Siehe auch
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/reinhold-wuerth-nennt-kulturschutz-vorhaben-kleinkariert-a-1051455.html
http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/kultur/schaufenster/Artikel1361473.cfm
Zur Verkauf der Holbein-Madonna:
http://archiv.twoday.net/stories/38758856/
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Von Günther Wessel:
http://www.deutschlandradiokultur.de/raubgrabungen-das-schmutzige-geschaeft-mit-der-antike.976.de.html?dram:article_id=330465
http://www.deutschlandradiokultur.de/raubgrabungen-das-schmutzige-geschaeft-mit-der-antike.976.de.html?dram:article_id=330465
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Ich lass mal den geneigten LeserInnen den Vortritt und frage: In welche Region gehört die Namensliste in einem Missale, online in den USA? Was sind das für Adelige?
http://digital.tcl.sc.edu/cdm/ref/collection/pfp/id/2966

http://digital.tcl.sc.edu/cdm/ref/collection/pfp/id/2966

KlausGraf - am Donnerstag, 10. September 2015, 01:30 - Rubrik: Kodikologie
http://www.heimatverein-rosstal.de/literatur/rohn-1928/38-sagen.htm
Die 2 ältesten Sagen von Roßtal sind einem Rechtsgutachten entnommen, das in einem Streit zwischen den Richterämtern Roßtal und Cadolzburg wegen der Zugehörigkeit von Vincenzenbronn um 1620 gefertigt wurde.
I. Wann nur der Gaul Flügel gehabt hat!
Sonsten wird viel von der Kirchen gesagt, als daß wo sie jetzt stehet, hab ein Pferd eine Glocke ausgescharret, darumben man unter diese noch ein Kirchlein da vor Augen gebauet, item dasselb Pferd sei von der Spitzen außerhalb den alten Wall vom Felsen, darinnen man die Fußstapfen vor 3 Jahren noch weisen können und von einem Maurer im Steinbrechen verworfen worden, bis gen Reytterach auf einen Sprung gesprungen, und von Reuttersach gen Gottmannsdorf, dahin man das Kirchlein erbaut, doch mags glauben wer da will, wann nur der Gaul Flügel gehabt hat.
II. Von der Hunnenschlacht
So hält man auch dafür, welches auch am glaublichsten, als die Stadt von den Hungern und Matzen (Davon der Hungern- und Matzenberg seinen Namen bekommen), sei belagert worden, da habe ein Herzog aus Bayern dieselbe entsetzt, auch den Feind albereit geschlagen, und als er die victory gesehen, sei er auf die Walstatt, die Erschlagenen zu sehen, geritten, (welches ihm doch durch sein Gemahl oder andere getreue Räte widerraten worden,) der darauf von einem unter den Toten und Verwunden liegenden Hungern, der seinen Bogen noch gespannt gehabt mit einem Pfeil durch das Visier geschossen, und also verwund worden, daß er des Todes sein müssen, … solches hatte sich der Feind wieder an die Stadt gemacht und dieselbe erobert, der Herzog aber wäre, wo jetzt die Kirche stehet, begraben worden.
Die 2 ältesten Sagen von Roßtal sind einem Rechtsgutachten entnommen, das in einem Streit zwischen den Richterämtern Roßtal und Cadolzburg wegen der Zugehörigkeit von Vincenzenbronn um 1620 gefertigt wurde.
I. Wann nur der Gaul Flügel gehabt hat!
Sonsten wird viel von der Kirchen gesagt, als daß wo sie jetzt stehet, hab ein Pferd eine Glocke ausgescharret, darumben man unter diese noch ein Kirchlein da vor Augen gebauet, item dasselb Pferd sei von der Spitzen außerhalb den alten Wall vom Felsen, darinnen man die Fußstapfen vor 3 Jahren noch weisen können und von einem Maurer im Steinbrechen verworfen worden, bis gen Reytterach auf einen Sprung gesprungen, und von Reuttersach gen Gottmannsdorf, dahin man das Kirchlein erbaut, doch mags glauben wer da will, wann nur der Gaul Flügel gehabt hat.
II. Von der Hunnenschlacht
So hält man auch dafür, welches auch am glaublichsten, als die Stadt von den Hungern und Matzen (Davon der Hungern- und Matzenberg seinen Namen bekommen), sei belagert worden, da habe ein Herzog aus Bayern dieselbe entsetzt, auch den Feind albereit geschlagen, und als er die victory gesehen, sei er auf die Walstatt, die Erschlagenen zu sehen, geritten, (welches ihm doch durch sein Gemahl oder andere getreue Räte widerraten worden,) der darauf von einem unter den Toten und Verwunden liegenden Hungern, der seinen Bogen noch gespannt gehabt mit einem Pfeil durch das Visier geschossen, und also verwund worden, daß er des Todes sein müssen, … solches hatte sich der Feind wieder an die Stadt gemacht und dieselbe erobert, der Herzog aber wäre, wo jetzt die Kirche stehet, begraben worden.
KlausGraf - am Donnerstag, 10. September 2015, 00:07 - Rubrik: Unterhaltung
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Wer intensiv nach sprachlichen Wendungen in Google Books sucht, erlebt es immer wieder, dass er gewünschte Treffer nicht findet, weil die Suchmaschine ihn bevormundet und bestimmte Zeichenfolgen nicht als sinnvolle Suche ansieht.
Angeblich gibt es nur 32 Treffer für "what a jump".
Davon enthält einer die Zeichenfolge "what a jump for".
Sucht man nach "what a jump for" findet man aber acht Treffer mit drei Varianten:
"What a jump for a man" (4)
"What a jump for me" (1)
"What a jump for joy" (3)
"What a jump for a man" liefert zwei zusätzliche Ergebnisse.
"What a jump for a" ergibt nur Treffer für "What a jump for a man".
Von den drei Phrasen ist aber nur "What a jump for joy" in der Trefferliste von "a jump for" vertreten!
Es gibt: "was a jump" for a tile-stove (2 Werke). Aber:
Ihre Suchanfrage ""was a jump for a"" stimmt mit keinem Buchergebnis überein.
Bei "devil of a jump" vermisst man die Treffer für "devil of a jump for" und bei letzterer Suche den Volltext:
https://books.google.de/books?id=Q-lAAAAAcAAJ&pg=PA186
Nicht gefunden wurde bei "what a jump for" "What a jump for a calf", das aber ebenfalls vertreten ist (zweimal, aber beides die gleiche Ausgabe 1852).
Aber genau das war der Sinn der Abfrage: erstaunte Ausrufe des Typs "was für ein Sprung für ein XYZ!" auf Englisch zu finden. Linguistische und andere Studien, die exakte und vollständige Ergebnisse zu Phrasensuchen benötigen, werden so erschwert und verunmöglicht.
Frühere Beobachtungen
http://archiv.twoday.net/stories/948995548/
http://archiv.twoday.net/stories/444877868/
Meinungen?

Angeblich gibt es nur 32 Treffer für "what a jump".
Davon enthält einer die Zeichenfolge "what a jump for".
Sucht man nach "what a jump for" findet man aber acht Treffer mit drei Varianten:
"What a jump for a man" (4)
"What a jump for me" (1)
"What a jump for joy" (3)
"What a jump for a man" liefert zwei zusätzliche Ergebnisse.
"What a jump for a" ergibt nur Treffer für "What a jump for a man".
Von den drei Phrasen ist aber nur "What a jump for joy" in der Trefferliste von "a jump for" vertreten!
Es gibt: "was a jump" for a tile-stove (2 Werke). Aber:
Ihre Suchanfrage ""was a jump for a"" stimmt mit keinem Buchergebnis überein.
Bei "devil of a jump" vermisst man die Treffer für "devil of a jump for" und bei letzterer Suche den Volltext:
https://books.google.de/books?id=Q-lAAAAAcAAJ&pg=PA186
Nicht gefunden wurde bei "what a jump for" "What a jump for a calf", das aber ebenfalls vertreten ist (zweimal, aber beides die gleiche Ausgabe 1852).
Aber genau das war der Sinn der Abfrage: erstaunte Ausrufe des Typs "was für ein Sprung für ein XYZ!" auf Englisch zu finden. Linguistische und andere Studien, die exakte und vollständige Ergebnisse zu Phrasensuchen benötigen, werden so erschwert und verunmöglicht.
Frühere Beobachtungen
http://archiv.twoday.net/stories/948995548/
http://archiv.twoday.net/stories/444877868/
Meinungen?
Wer mit solchem moralischem Anspruch und einer mitunter irritierenden Verbissenheit auftritt wie das Bildblog (übrigens fast immer eine lohnende Lektüre), darf sich nicht wundern, wenn eigene grobe Fehler genüsslich kolportiert werden:
http://meedia.de/2015/09/09/mangelnde-journalistische-sorgfalt-bildblog-loescht-artikel-und-entschuldigt-sich-bei-ex-bild-chef/
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http://meedia.de/2015/09/09/schlappe-fuer-lsr-verlage-kartellamt-leitet-kein-verfahren-gegen-google-ein/
Update: http://www.internet-law.de/2015/09/leistungsschutzrecht-verlage-blitzen-beim-kartellamt-ab.html mit Hinweis auf die ausführliche Entscheidungsbegründung
http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Entscheidung/DE/Entscheidungen/Missbrauchsaufsicht/2015/B6-126-14.pdf
Update: http://www.internet-law.de/2015/09/leistungsschutzrecht-verlage-blitzen-beim-kartellamt-ab.html mit Hinweis auf die ausführliche Entscheidungsbegründung
http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Entscheidung/DE/Entscheidungen/Missbrauchsaufsicht/2015/B6-126-14.pdf
KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 19:05 - Rubrik: Archivrecht
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http://the1709blog.blogspot.de/2015/09/is-paper-book-sharing-app-illegal-under.html
Wie krank muss man eigentlich sein, um so etwas zu beanstanden? Nach deutschem Recht erlaubt der Erschöpfungsgrundsatz, rechtmäßig erworbene Bücher zu verkaufen oder zu verleihen.
Wie krank muss man eigentlich sein, um so etwas zu beanstanden? Nach deutschem Recht erlaubt der Erschöpfungsgrundsatz, rechtmäßig erworbene Bücher zu verkaufen oder zu verleihen.
KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 19:00 - Rubrik: Archivrecht
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Übersetzt von Gerald Langhanke:
http://www.leidenmanifesto.org/uploads/4/1/6/0/41603901/leiden_manifesto_german__leidener_manifest.pdf
Zitat: "Schützen Sie die Spitzenleistungen der ortsbezogenen Forschung. In vielen
Teilen der Welt wird wissenschaftliche Spitzenleistung mit englischsprachiger
Veröffentlichung gleichgesetzt. Die spanische Rechtswissenschaft beispielsweise
erklärt es für wünschenswert, dass spanische Wissenschaftler in high-impactZeitschriften
veröffentlichen. Der impact factor wird für Zeitschriften berechnet,
die im US-bezogenen und immer noch größtenteils englischsprachigen Web of
Science ausgewertet werden. Diese Tendenzen sind besonders problematisch in
den Sozial- und Geisteswissenschaften, in denen die Forschung stärker regional
und national ausgerichtet ist. "
Siehe dazu auch
http://archiv.twoday.net/stories/1022470634/
Update: Leidener Manifest als Video
https://vimeo.com/133683418
http://www.leidenmanifesto.org/uploads/4/1/6/0/41603901/leiden_manifesto_german__leidener_manifest.pdf
Zitat: "Schützen Sie die Spitzenleistungen der ortsbezogenen Forschung. In vielen
Teilen der Welt wird wissenschaftliche Spitzenleistung mit englischsprachiger
Veröffentlichung gleichgesetzt. Die spanische Rechtswissenschaft beispielsweise
erklärt es für wünschenswert, dass spanische Wissenschaftler in high-impactZeitschriften
veröffentlichen. Der impact factor wird für Zeitschriften berechnet,
die im US-bezogenen und immer noch größtenteils englischsprachigen Web of
Science ausgewertet werden. Diese Tendenzen sind besonders problematisch in
den Sozial- und Geisteswissenschaften, in denen die Forschung stärker regional
und national ausgerichtet ist. "
Siehe dazu auch
http://archiv.twoday.net/stories/1022470634/
Update: Leidener Manifest als Video
https://vimeo.com/133683418
KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 18:40 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
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http://www.aachener-zeitung.de/lokales/heinsberg/heimatverein-will-schatz-bergen-1.1017061
13.000 Euro soll die Übersetzung kosten.
Nach
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/neues-licht-auf-uralte-stadtgeschichte-aid-1.4853079
soll das Gesamtprojekt 50.000 Euro kosten.Hier heißt es: "Mathias Baux war Stadtschreiber (1544-1558) und Bürgermeister (1562/63) von Erkelenz. In den Jahren seiner Stadtschreibertätigkeit legte Baux eine umfassende Chronik der Stadt und des Landes Geldern an, Historiker sprechen von einem Schatz, den Erkelenz bisher nicht gehoben hat. Ein Team um Professor Hiram Kümper von der Universität Mannheim hat sich dieser Aufgabe jetzt gestellt und will nächstes Jahr zwei Bücher herausgeben, einen Faksimiledruck mit Übersetzung und in einem zweiten Band eine Kommentierung."
Aus meiner Sicht alles maßlos überteuert.
Ausgabe Eckertz:
https://books.google.de/books?id=1wFBAAAAcAAJ&pg=PA3
Ercka virago
13.000 Euro soll die Übersetzung kosten.
Nach
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/neues-licht-auf-uralte-stadtgeschichte-aid-1.4853079
soll das Gesamtprojekt 50.000 Euro kosten.Hier heißt es: "Mathias Baux war Stadtschreiber (1544-1558) und Bürgermeister (1562/63) von Erkelenz. In den Jahren seiner Stadtschreibertätigkeit legte Baux eine umfassende Chronik der Stadt und des Landes Geldern an, Historiker sprechen von einem Schatz, den Erkelenz bisher nicht gehoben hat. Ein Team um Professor Hiram Kümper von der Universität Mannheim hat sich dieser Aufgabe jetzt gestellt und will nächstes Jahr zwei Bücher herausgeben, einen Faksimiledruck mit Übersetzung und in einem zweiten Band eine Kommentierung."
Aus meiner Sicht alles maßlos überteuert.
Ausgabe Eckertz:
https://books.google.de/books?id=1wFBAAAAcAAJ&pg=PA3
KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 16:39 - Rubrik: Landesgeschichte
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/8693754
Aus: Josef Niessen: Sagen und Legenden vom Niederrhein, 1909 und 1911

Aus: Josef Niessen: Sagen und Legenden vom Niederrhein, 1909 und 1911
KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 14:27 - Rubrik: Unterhaltung
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Was meint ihr?
http://www.stern.de/lifestyle/leute/heidi-klum--foto-von-nacktem-po-auf-instagram-erntet-kritik-von-fans-6441230.html
http://rivva.de/243663729
https://de.wikipedia.org/wiki/In_China_ist_ein_Sack_Reis_umgefallen

http://www.stern.de/lifestyle/leute/heidi-klum--foto-von-nacktem-po-auf-instagram-erntet-kritik-von-fans-6441230.html
http://rivva.de/243663729
https://de.wikipedia.org/wiki/In_China_ist_ein_Sack_Reis_umgefallen

KlausGraf - am Mittwoch, 9. September 2015, 00:32 - Rubrik: Unterhaltung
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