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http://www.bmarchives.org/

"Über das Portal der Basler Mission / mission 21 sind neu historische Karten, Bilder sowie sämtliche Findbücher im Kulturgüterraum zugänglich."

http://www.e-lib.ch/Aktuell/Webportal-zum-Archiv-der-Basler-Mission

68 Reiseführer und Stadtbeschreibungen

http://www.digital.wienbibliothek.at/nav/classification/425707

Via
http://adresscomptoir.twoday.net/stories/219044524/

"GALE | Cengage Learning international gefeierter Herausgeber der Eighteenth Century Collections Online (ECCO) freut sich, Ihnen einen kostenfreien Testzugang zu den ersten vier Archiven seines globalen Digitalisierungsprogramms Nineteenth Century Collections Online (NCCO) anzubieten.
Bitte klicken Sie hier für den kostenfreien Testzugang:

http://www.galeuk.com/trials/ncco-opentrial

[...]

Nineteenth Century Collections Online ist in folgende Archive gegliedert:"

British Politics and Society
European Literature, 1790-1840: The Corvey Collection
Asia and the West: Diplomacy and Cultural Exchange
British Theatre, Music, and Literature: High and Popular Culture

"Für 2013 sind weitere 4 Archive mit Schwerpunkten wie Fotographie, Afrika, Frauen, Wissenschaft und Technik und Medizin geplant.

Führende unabhängige Wissenschaftler bestätigen, dass NCCO alles Wichtige beinhaltet, was die Forschung zum 19.Jahrhundert benötigt und ihr somit die entsprechende Tiefe verleiht."

Dann haben diese "unabhängigen" Wissenschaftler nicht alle Tassen im Schrank. Vier ziemlich beliebig zusammengewürfelte, einzeln natürlich schätzenswerte und interessante Sammlungen als repräsentativ für das 19. Jahrhundert auszugeben ist ein starkes Stück. Selbst für Großbritannien ist zu bezweifeln, dass man mit den Sammlungen sonderlich weit kommt, was die allgemeine Geschichte des 19. Jahrhunderts angeht.

Man kann nach Eingabe seiner Daten in obigem Testzugang sich sofort umsehen. Ich suchte nach: diplomatie. Gefunden werden nur 18 Treffer, 2 französischsprachige Monographien, zwei Handschriften aus "British Foreign Office: Japan Correspondence, 1856-1905" und 14 Newspaper-Treffer, nichts auf Deutsch.

Bibliotheken sollten ihr Geld lieber sparen und in gemeinsame Open-Access-Projekte stecken. Dann klappts auch mit der Deutschen Digitalen Bibliothek.

http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-German&month=1211&week=e&msg=db27kpwo%2bCcxzjX2Xlsq6Q

Petition:

http://www.activism.com/de_DE/petition/dokumentationszentrum-alltagskultur-der-ddr-erhalten/40685

Das Dokumentationszentrum ist das einzige Museum in Deutschland, das die materielle Kultur des Alltags in der DDR systematisch und unter Beachtung wissenschaftlicher und musealer Standards bewahrt, dokumentiert und kommuniziert. Es wird bereits heute vielfach genutzt – von Besuchern, in Bildung und Forschung, den Medien und im Film, von anderen Museen. Seine Bedeutung wird mit zunehmendem Abstand zur Geschichte steigen. Das Dokumentationszentrum bedeutet ein museales, soziales Gedächtnis des Alltags im geteilten Deutschland.

Ab 2013 soll der Zuschuss der Stadt Eisenhüttenstadt eingestellt werden. Das Land Brandenburg ist nicht bereit, die Finanzierungslücke zu schließen.

Das bedeutet:

nur noch die bestehenden Ausstellungen werden offen gehalten.

Jeglich fachliche Arbeit muss eingestellt werden.

Alle fünf Beschäftigte werden zum Jahrenende entlassen.


Die Website des Museums ist wenig einladend, zu wenig Informationen:

http://www.alltagskultur-ddr.de/

Mit Social Media haben es die offenbar nicht so, sonst wäre mir die Petition sicher nicht bei H-German aufgefallen.


Bad Arolsen. Nach 57 Jahren hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz die Leitung des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen abgegeben. Der Suchdienst (ISD) sei heute eine bekannte und anerkannte Institution, nehme aber als Archiv zur NS-Geschichte künftig Aufgaben wahr, die nicht zum Kernfeld des Roten Kreuzes (IKRK) gehörten, sagte Präsident Peter Maurer am Donnerstag.

Der Rückzug bedeute aber keinesfalls einen Bruch der Zusammenarbeit. Diese solle fortgesetzt werden, sollten sich Anfragen aus dem Tätigkeitsfeld des Roten Kreuzes ergeben. [...]

Neuer institutioneller Partner des Suchdienstes wird ab Januar 2013 das Bundesarchiv. Durch den Ausbau als Forschungszentrum solle das in den Archiven des ISD gesammelte Wissen über die Opfer des Nationalsozialismus an künftige Generationen weitergegeben werden, sagte der Beauftragte für Fragen des Völkerrechts im Auswärtigen Amt, Pascal Hector. Diese Aufgabe übernehme die US-amerikanische Historikerin Rebecca Boehling als neue Direktorin des ISD.


http://www.nh24.de/index.php/panorama/22-allgemein/61990-internationaler-suchdienst-kuenftig-eigenstaendiges-forschungszentrum

2 B 1626/12

Dr. Graf ./. Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund

Bezugnehmend auf das mir per Fax übermittelte Schreiben des Gerichts vom 29. November. 2012 teile ich mit:

Da es mehrere Archivalia-Beiträge zur Causa Stralsund am 20. November 2012 gibt, nehme ich an, dass sich die angebliche “Zuarbeit” der Pressestelle auf das erste Update von http://archiv.twoday.net/stories/219022682/ bezieht. Ich habe inzwischen mehrere Telefonate mit der Stadt Stralsund wegen meiner Auskunftsklage geführt und auch Mails der Pressestelle mit allgemeinen Presseinformationen erhalten.

Es ist Sache des Gerichts, die Gegenseite aufzufordern, sich ebenfalls umgehend zum Sachstand zu äußern. Wenn Fragen derzeit aus Gründen tatsächlicher Unmöglichkeit - dies bezieht sich vor allem auf die Dokumentation der verkauften Bestände - nicht beantwortet werden können, verlasse ich mich auf eine etwaige Zusicherung der Stadt Stralsund, die Fragen nachzureichen. Dies habe ich bei meinem Telefonat mit einem Mitarbeiter der Stadt heute vor einer Woche auch deutlich gemacht. Eine Antwort habe ich jedoch nicht erhalten, was daran liegen mag, dass der Stellvertreter des Oberbürgermeisters und der mit der Aufklärung offenbar betraute Dr. Kunkel Anfang der Woche auf einer Dienstreise waren. Heute waren beide telefonisch nicht zu erreichen.

Entgegen meiner dringlichen telefonischen Bitte gegenüber dem Oberbürgermeister, die Teilen der Presse zugängliche Beschlussvorlage zu veröffentlichen, ist das nicht erfolgt, was ich in INETBIB kommentiert habe:

http://pommern.tumblr.com/post/36797822145/rueckgabe-der-gymnasialbibliothek-stralsund-fragen

“Ich werde meine Klage vor dem VG Greifswald nicht fuer erledigt erklaeren, wenn ich dieses Dokument nicht erhalte.”

Ob eine Antwort der Stadt, die bislang nur angekündigt ist und schon längst hätte erteilt werden können, tatsächlich die Fragen umfassend und wahrheitsgetreu beantworten wird, bleibt abzuwarten. Insoweit bleibt es bei der Klage und der Eilbedürftigkeit.

Ich kommentiere die Fragen nach meinem heutigen Kenntnisstand.

1. Welcher Kaufpreis wurde mit dem Käufer vereinbart?

Eine offizielle Bestätigung der in der Presse mehrfach genannten Summe von 95.000 Euro liegt meines Wissens nicht vor. Die Frage ist nicht obsolet.

2. Ich ersuche um Mitteilung der vertraglichen Vereinbarung mit dem Käufer.

Die Frage ist nicht obsolet.

3. Mit welcher Begründung genau wurde in nicht-öffentlicher Sitzung
der Bürgerschaft (oder eines Ausschusses) die Genehmigung des Verkaufs beantragt?

Siehe oben. Die Frage ist nicht obsolet.

4. Welche Liste verkaufter Bücher wurde damals dem Gremium vorgelegt
(Mitteilung des Textes)?

Nach meinen Informationen und Pressemeldungen (argumentum ex silentio) gab es keine Liste, die den Mitgliedern des Hauptausschusses vorlag. Die Stadt braucht das lediglich zu bestätigen.

5. Wurde bei den Verkäufen aus dem Bestand Gymnasialbibliothek
geprüft, ob Bücher von Zacharias Orth darunter waren?

Die Frage ist nicht obsolet.

6. Befinden sich die Handbuch der historischen Buchbestände erwähnten
"Zwei Postinkunabeln von 1511 und 1513 (Gy B und C)" unter den in
Stralsund zurückbehaltenen Drucken?

Dies kann am verbliebenen Bestand ohne weiteres festgestellt werden. Die Frage ist nicht obsolet.

7. Welche Titel genau wurden aus der Gymnasialbibliothek nicht verkauft?

Wenn nur ein kleiner Teil zurückbehalten wurde, sollte es kein Problem darstellen, einen entsprechenden Katalogauszug zur Verfügung zu stellen. Die Frage ist nicht obsolet.

8. Den Nachweis, dass auch 1829 katalogisierte Bestände der ehemaligen
Stadtbibliothek, sogar aus der Löwen'schen Sammlung, unter den im
Handel angebotenen Büchern auftauchen, konnte ich führen (siehe
Archivalia). Wieviele Drucke aus der ehemaligen Stadtbibliothek (ohne
Gymnasialbibliothek) und wieviele Drucke aus der Löwen'schen
Bibliothek wurden veräußert und welches waren die Gründe bzw.
Kriterien der Auswahl?

Hier scheint es Rechercheprobleme der Stadt Stralsund zu geben. Diese Frage sollte dann umfassend beantwortet werden, wenn die Stadt Stralsund dazu in der Lage ist.

9. Trifft die Angabe von Zisska zu, dass
http://de.zisska.de/nr-327-trkenkriege-ausschreiben/600692 das einzige
Exemplar darstellt und daher nicht mehr in Stralsund in einem anderen
Abdruck vorhanden ist? Aus welchem Grund wurde dieses Stück verkauft?

Die Frage ist nicht obsolet.

10. Aus welchem Grund wurde darauf verzichtet, regionale und
überregionale Altbestandsbibliotheken bzw. Archive oder externe
Fachleute in die Planungen der Veräußerung einzubinden?

Nach den bisherigen öffentlichen Stellungnahmen der Stadt Stralsund wurde die Fachkompetenz im Archiv für ausreichend erachtet. Realistischerweise ist nicht mit einer Antwort zu rechnen, die wesentlich mehr an Informationen erbringt. Eine diesbezügliche Bestätigung würde ausreichen.

Fazit: In einem Fall gibt es von mir durchaus eingeräumte Probleme, derzeit zu antworten. In zwei Fällen bräuchte nur eine bestimmte Aussage bestätigt werden. Der große Rest ist nicht obsolet.

Angesichts dieses Befunds darf ich um Verständnis bitten, wenn ich derzeit keinerlei Grundlage für eine Rücknahme der Klagen auch hinsichtlich des Eilverfahrens sehe.

Die Stadt Stralsund hätte einige Fragen ohne weiteres bereits beantworten können. Im Raum steht bisher nur die mit persönlichen Anwürfen gegen mich gespickte Erwiderung mit dem Antrag auf Klageabweisung, obwohl die Stadt Stralsund dem Gericht längst von sich aus hätte signalisieren können, dass sie inzwischen zu Auskünften bereit ist.

Es wird angeregt, dass das Gericht der Gegenseite mit der Mitteilung dieses Schreibens eine angemessene, nicht zu lange Frist (aus meiner Sicht keine 7 Tage) setzt, sich zu erklären bzw. die Fragen zu beantworten. Ich werde, falls eine Antwort aus Stralsund auch unabhängig von diesem Vorgehen eintrifft, diese umgehend prüfen und gegenüber dem Gericht zum Verfahrensfortgang unverzüglich Stellung nehmen.

Zur Vermeidung weiterer Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt Stralsund wäre es hilfreich, wenn diese gegenüber dem Gericht erklärt, dass sie meine presse- und medienrechtliche Legitimation, um Auskünfte zu ersuchen, nicht länger bestreitet.


Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/219022165/

Update: Vom Gericht der Gegenseite mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 6. Dezember 2012 zugeleitet.

Mehr dazu:

http://www.rambow.de/myheritage-auf-expansionskurs.html

Einige ausgewählte Materialien (von vielen). Siehe zusammenfassend

http://rivva.de/

***

"Google hat gestern die Kampagne “Verteidige Dein Netz” gestartet, was zu einem heftigen und höchst einseitigen Rauschen im Blätterwald geführt hat. Selten waren sich FAZ, SZ, SPON und andere so einig wie mit ihrer Kritik an dieser Kampagne Googles.

Die Reaktion der traditionellen Presse offenbart ein hohes Maß an Heuchelei und stell ein deutliches Indiz dafür dar, dass es mit der redaktionellen Unabhängigkeit nicht mehr weit her ist."
http://www.internet-law.de/2012/11/google-das-leistungsschutzrecht-und-die-heuchelei-der-presse.html

Siehe auch
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/google-ist-nicht-das-netz-und-verlage-sind-nicht-der-gute-journalismus/

http://www.telemedicus.info/article/2482-Presse-Leistungsschutzrecht-Ein-Schaden-fuer-die-Gesellschaft.html

***

Stellungnahme des Max-Planck-Instituts für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht zum Gesetzesentwurf für eine Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes durch ein Leistungsschutzrecht für Verleger:

"Der Bedarf für ein solches Schutzrecht wurde bislang in keiner Weise nachgewiesen. Es besteht die Gefahr unabsehbarer negativer Folgen."
http://www.ip.mpg.de/files/pdf2/Stellungnahme_zum_Leistungsschutzrecht_fuer_Verleger.pdf

Steinhauer erörtert die Rechtsfragen und plädiert zu Recht dafür, plagiierende Dissertationen nicht auszusondern:

http://www.bibliotheksrecht.de/2011/03/02/guttenberg-aussondern-10740355/

Zu anderen Positionen:

http://www.pnn.de/wissen/701563/

"„Überarbeitung und Online-Publikation der Erschließungsergebnisse aus dem DFG-Projekt zur Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe“

Seit 1993 werden die Handschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen in den Landesbibliotheken Karlsruhe und Stuttgart aufbewahrt. Der Bestand in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe umfasst dabei hauptsächlich deutschsprachige mittelalterliche Handschriften sowie germanistisch relevante Stücke des 18./19. Jahrhunderts. Er zählt zu den bedeutendsten Sammlungen deutschsprachiger Literatur des Mittelalters.
Der Anteil von Handschriften, die mittelhochdeutsche Literatur überliefern, ist außergewöhnlich groß. Dazu zählen neben der bekannten ‚Nibelungenlied‘-Hs. C (Don. 63) etwa der ‚Wasserburger Codex‘, in dem Rudolfs von Ems ‚Willehalm von Orlens‘ mit religiöser Kleinepik und Heldenepik vereint ist (Don. 74; 2. Viertel 14. Jh.), die sog.‚Liedersaal‘-Hs. (Don. 104; um 1425), eine der umfangreichsten Sammlungen mittelhochdeutscher Kleinepik, sowie zahlreiche Handschriften nachklassischer Artusromane (Konrad von Stoffeln, ‚Gauriel von Muntabel‘; Der Pleier, ‚Meleranz‘) und spätmittelalterlicher Prosaromane (‚Melusine‘, Prosa-‚Lancelot‘, Werke Ulrich Fuetrers und Heinrich Steinhöwels). Auch geistliche Literatur ist im Bestand vertreten, etwa die aufwändig illustrierten Handschriften Don. 106 (‚Christus und die minnende Seele‘; um 1495) und Don. 120 (Hugo von Ripelin, ‚Compendium theologicae veritatis‘ / Meisterliedersammlung ‚Donaueschinger Liederhandschrift‘; um 1480/1490).
Der ehem. Donaueschinger Handschriftenfonds ist aber nicht nur für die Text- und Überlieferungsgeschichte mittelhochdeutscher Literatur von großem Interesse, sondern auch für die frühneuzeitliche Rezeptions- und Bibliotheksgeschichte im südwestdeutschen Bereich. Mit der Bibliothek der Fürsten von Fürstenberg, die auf Graf Wolfgang (1465-1509) zurückgeht, und den historisch gewachsenen Büchersammlungen der Grafen von Zimmern und von Helfenstein bietet der Donaueschinger Bestand ein vielseitiges Abbild der literarischen Interessen süddeutscher Adelsgeschlechter in der frühen Neuzeit.
Ein besonders prominenter Teil der Fürstenbergischen Bibliothek ist seit 1855 die Handschriftensammlung Josephs von Laßberg. Laßberg, mittelalterbegeisterter Adliger und schillernde Persönlichkeit im Netzwerk der sich formierenden Altgermanistik des frühen 19. Jahrhunderts, sammelte nicht nur Originalhandschriften, sondern besaß auch zahlreiche Abschriften mittelalterlicher Manuskripte, die sich heute ebenfalls in der BLB Karlsruhe befinden. Zusammen mit der umfangreichen Korrespondenz, die Laßberg mit wichtigen Vertretern der frühen Germanistik führte, beleuchten sie eine zentrale kultur- und forschungsgeschichtliche Phase der beginnenden Wiederentdeckung des Mittelalters.
In den Jahren 1998-2004 wurde ein Teil des Bestandes (110 Handschriften) im Rahmen eines DFG-Projektes von Christoph Mackert und Wolfgang Runschke an der BLB Karlsruhe neu katalogisiert. Die Erschließungsergebnisse aus diesem Projekt werden nun mit Eigenmitteln der BLB Karlsruhe am Handschriftenzentrum der UB Leipzig überarbeitet, aktualisiert und über die Handschriftendatenbank Manuscripta Mediaevalia online zugänglich gemacht."

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/?INFO_projectinfo/donaueschingen#|5

25 Handschriften:

http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/seligenthal

Was soll diese schändliche Heimlichtuerei bei der Klosterchronik? Was steht in einem Band aus dem 18. Jahrhundert, was man nur in Seligenthal sehen darf? Was haben die Nonnen zu verbergen?


Bislang 12 Stück:

http://fuldig.hs-fulda.de/viewer/browse/handschriften*/-/1/-/-/

Nikolaus Bernau kommentiert die DDB:

"Für eine Stadt wie etwa Stralsund allerdings, die jüngst versuchte, mit dem Verkauf von kostbaren Büchern aus dem Stadtarchiv die Notlage dieses Archivs zu beheben, stellt sich die Frage: Wie soll man an einem nationalen digitalen Netzwerk teilnehmen, wenn es nicht einmal Geld gibt, die Bücher von Pilzen zu befreien, ganz zu schweigen davon, sie katalogisieren und digitalisieren zu lassen?"

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/deutsche-digitale-bibliothek-die-digitale-wundertuete,10809150,20988122.html

In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass eine von mir auf der Speyerer Tagung an den OB von Stralsund formulierte Resolution, die Möglichkeiten von Web 2.0 bei der anstehenden Neuorganisation des Stadtarchivs zu nutzen, so peinlich wenige Unterzeichner (keine 10) fand, dass ich sie nicht weitergeben werde.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/bonn-zentrum/Gedaechtnis-der-Stadt-in-Gefahr-article914804.html

Im Archiv lagern gewöhnlich Akten und Fotos, wertvolle Dokumente aus Jahrhunderten. Das ist im Bonner Stadtarchiv auch so, nur eben nicht dort, wo geschrieben steht: "Regale nicht belegen, da Wasser von der Decke durchsickert."

Im "Magazin 4" ist das der Fall: Leere Metall-Schieberegale, die vor sich hinrosten und weiße Kalkflecken aufweisen, Plastikplanen, Warnschilder. Es ist nicht der einzige Ort im Stadtarchiv, wo erzwungener Leerstand Trostlosigkeit verbreitet, wo "das Gedächtnis der Stadt" in akuter Gefahr ist. Acht große Regale seien unbrauchbar, erklärt Archiv-Chef Norbert Schloßmacher. Eine Begehung des Kulturausschusses vor etwas mehr als einem halben Jahr ergab, dass insgesamt 643 laufende Regalmeter aus Angst vor Wassereinbrüchen nicht belegt, weitere 1771 Regalmeter permanent mit Folie abgedeckt sind.


Ist es wohlfeil, immer wieder und wieder auf den Kölner Archiveinsturz hinzuweisen, um Verwaltungen aufzurütteln? Ich denke nicht.

Eine kaum glaubliche Nachricht von Jutta Lamprecht:

http://info-netz-musik.bplaced.net/?p=8097

Zu den Aufgaben der Musikbibliothek des niederländischen Muziekcentrum van de Omroep (MCO) gehören die Bereitstellung von Noten und Aufführungsmaterialen und Informationen für die Rundfunk-Ensembles (Radio Filharmonisch Orkest, Radio Kamer Filharmonie, Groot Omroepkoor und Metropole Orkest), die Programmacher und Mitarbeiter des öffentlichen Rundfunks, insbesondere Radio 4. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Archivierung und Verfügbarmachung des in den letzten 85 Jahren angesammelten Aufführungsmaterials. Damit soll ab August 2013 Schluß sein.

Siehe auch
http://www.mco.nl/page/nieuws/22235/Muziekbibliotheek%20onmisbaar%20voor%20kerntaak%20omroepen

http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/ (sehr Beta!)

Ich muss um Verständnis bitten, dass eine ausführliche Auseinandersetzung anhand des Aufholbedarfs bei anderen Archivalia-Beiträgen noch nicht möglich ist.

Meldungen und Kritik:

http://schmalenstroer.net/blog/2012/11/die-deutsche-digitale-bibliothek-ist-gestartet/

http://blog.wikimedia.de/2012/11/28/deutsche-digitale-bibliothek-beta-ddb/

http://geschichtsweberei.blogspot.ch/2012/11/deutsche-digitale-bibliothek-immerhin.html

http://hagenkohn.com/deutsche-digitale-bibliothek-1

Einige eigene Kritikpunkte/Beobachtungen:

https://plus.google.com/u/0/117546351384071338747/posts/E6fuRvWdZrC

https://plus.google.com/u/0/117546351384071338747/posts/am2pynMT7H8

https://plus.google.com/u/0/117546351384071338747/posts/WN7t1eAgfeQ

https://plus.google.com/u/0/117546351384071338747/posts/bPJP2eXANDd

https://plus.google.com/u/0/117546351384071338747/posts/83oc6kdbZ57 (Wasserzeichen Staatsarchiv Darmstadt)


Bettina Wagner macht in Incunabula-L darauf aufmerksam, dass Copingers Hain-Supplement online ist:

http://archive.org/details/cu31924092472103
http://archive.org/details/cu31924092472103

In den Inkunabelbibliographien steht H für Hains Werk, HC wird zitiert, wenn es eine Korrektur bei Copinger gibt, C, wenn das Werk nur bei Copinger ist. Das Supplement von Reichling wird analog behandelt: HCR bzw. R.

Am 28. November fand eine Dringlichkeitssitzung des Hauptausschusses der Stralsunder Bürgerschaft statt.

Zu der unter TOP 2.1 eingeordneten Beschlussvorlage H 0194/2012 erfolgte eine einstimmige Beschlussfassung, wonach der Bücherkaufvertrag zum Teilbestand der Gymnasialbibliothek rückabgewickelt wird (Rückabwicklungsvereinbarung). Es handelt sich um eine Rückabwicklung, nicht um einen Rückkauf der Bücher. Dies war nur möglich durch den Einigungswillen und die Fairness des Antiquars bei den Verhandlungen.

Danach werden alle beim Käufer noch vorhandenen 5.278 Bücher der Gymnasialbibliothek in den Besitz der Hansestadt Stralsund zurückgeführt und im Gegenzug lediglich der anteilige Kaufpreis erstattet.

Dies entspricht ca. 90 Prozent des veräußerten Bestandes. Von den restlichen 10 Prozent wurde ein Teil aufgrund des sehr schlechten Zustandes der Bücher vom Antiquar vernichtet, der andere Teil durch ihn weiterveräußert.

Welche Bücher letztlich veräußert wurden, müssen weitere fachliche Recherchen ergeben. Liegen diese Ergebnisse vor, wird festzustellen sein, welche der bereits weiter veräußerten Bücher dringend zurückgeholt werden müssen, um die Gymnasialbibliothek als Ganzes wiederherzustellen.
Dies wird in der nächsten Zeit von Fachleuten aufgearbeitet.

In der kommenden Woche erfolgt die Rückführung der Bücher nach Stralsund.


Aus der aktualisierten Chronologie:
http://www.stralsund.de/hst01/content1.nsf/docname/Webseite_B8D598E4238E4E09C1257ABF00448714?OpenDocument

Mein Kommentar dazu in INETBIB ist lesefreundlicher wiedergegeben in:

http://pommern.tumblr.com/post/36797822145/rueckgabe-der-gymnasialbibliothek-stralsund-fragen

Vor allem stellt sich die Frage, was mit den anderen kostbaren Werken außerhalb der Gymnasialbibliothek ist, die nach wie vor angeboten werden.

[Siehe dazu auch:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stralsundische_Zeitung.pdf

Scans von Titelblättern der Stralsundischen Zeitung zwischen 1788 und 1797 mit dem Stempel der Gymnasialbibliothek Stralsund, verkauft von Peter Hassold via ZVAB im September 2012 ]

***

Aus dem Innenministerium M-V erhielt ich folgendes offizielle Schreiben vom 29.11.2012:

"Verkauf eines Buchbestandes der ehemaligen Stralsunder Gymnasialbibliothek

Sehr geehrter Herr Dr. Graf,

ich komme auf meine E-Mail vom 9. November d.J. zurück. In Auswertung der o.g. Angelegenheit kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Seitens des für Archivrecht zuständigen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur verstößt die Veräußerung des besagten Buchbestandes gegen § 12 Landesarchivgesetz i.V.m. § 6 Abs. 1
der Satzung für das Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund, was zur Nichtigkeit des Vertrages gem. § 134 BGB führt. Die Hansestadt Stralsund befindet sich derzeit in Verhandlungen zur Rückabwicklung der Veräußerung. Zudem habe ich auf eine ordnungsgemäße Aufbewahrung hingewiesen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag"

***

Auszug aus dem Protokoll der Bürgerschaftssitzung vom 15.11.2012

zu TOP 7.4 Kleine Anfrage - Verkauf von Büchern aus dem Archiv

Einreicher: Michael Adomeit, Fraktion Wählergruppe Adomeit
1. Wer hat den Verkauf der Bücher angeordnet?
2. Warum wurden die Bücher aus dem Archiv verkauft?
3. Nach welchen Kriterien werden die Bücher zum Verkauf ausgewählt?

Herr Albrecht beantwortet die Anfrage wie folgt:

Zu 1.
Der Verkauf der Bücher wurde von niemandem angeordnet.
Die Hauptsatzung der Hansestadt Stralsund regelt im § 10 die Aufgabenverteilung für den
Hauptausschuss. Dieser entscheidet in Angelegenheiten, die ihm durch Beschluss der
Bürgerschaft oder durch die Hauptsatzung übertragen sind, und über alle Angelegenheiten,
die nicht nach § 22 Abs. 3 KV M-V als wichtige Angelegenheiten der Bürgerschaft
vorbehalten sind. Entsprechend der Wertgrenzenregelung (Veräußerung von Sachen
innerhalb einer Wertgrenze von 50.000 EUR bis zu 500.000 EUR), war die Vorlage „Verkauf
Teilbestand Gymnasialbibliothek“ dem Hauptausschuss als zuständigem Gremium
vorzulegen.

Die Vorlage wurde dem Hauptausschuss für die Sitzung am 05.06.2012 übergeben und
unter Tagesordnungspunkt 10.2.1 Vorlage H 0072/2012 „Verkauf Teilbestand
Gymnasialbibliothek“ in die Tagesordnung aufgenommen.
Die Tagesordnung wurde im Internet, im RIS und auf der Bekanntmachungstafel der
Pressestelle im Rathausdurchgang bekannt gemacht. Darüber hinaus gibt es einen Verteiler
nach einer Presseliste, wonach ca. 60 Empfänger die Tagesordnung erhielten.
Nachdem die Beschlussfassung für den Verkauf erfolgte, wurde zwischen dem Käufer und
der Hansestadt Stralsund der Kaufvertrag geschlossen.

Zu 2. und Zu 3.:
Der Verkauf der Bücher wurde vorgeschlagen, weil sie nach Ansicht des Archivs weder
einen Wert für die Hansestadt Stralsund noch eine Bedeutung für die Arbeit des Archivs
haben würden.

Herr Albrecht zitiert aus der Beschlussvorlage:
"Das Stadtarchiv beabsichtigt, nicht benötigte Bücher zu veräußern. Bei dem im Angebot
stehenden Buchbestand handelt es sich um 6.210 Bände, die vorwiegend die Themen
Philologie (griechische und lateinische Klassiker), historische Hilfswissenschaften,
Reisebeschreibungen und Naturwissenschaften umfassen. Der zeitliche Umfang der Bände
liegt zwischen 1497 und 1833. Der Buchbestand ist eingehend unter fachwissenschaftlichen
Gesichtspunkten geprüft worden. Die für die Tätigkeit des Stadtarchivs relevanten Titel,
insbesondere Stadt und Regionalgeschichte, und Titel von großem bibliophilen Wert sind
aus dem Bestand der Gymnasialbibliothek herausgezogen und in den Bibliotheksbestand
des Archivs integriert worden."
Herr Albrecht erklärt, dass aufgrund dieser Aussagen in der Vorlage der Beschluss zum
Verkauf gefasst wurde. Mit dem Wissen von heute hätte man vielleicht einen anderen Weg
gewählt.

Herr Adomeit fragt nach, wer den Verkauf anordnete und wer den Buchbestand prüfte. Herr Albrecht verweist auf den vorgeschriebenen Verfahrensweg, welcher bei der
Erarbeitung der Vorlage durch das Stadtarchiv eingehalten wurde. Die Prüfung erfolgte
ebenfalls im Stadtarchiv durch das entsprechend ausgebildete Personal.

Herr Zimmer stellt den Antrag zur Führung einer Aussprache zur Abstimmung.
Abstimmung: Mehrheitlich zugestimmt

Herr Buxbaum erfragt, ob bei der Erarbeitung der Vorlage der § 6 der Archivsatzung
Beachtung fand. Danach wäre ein Verkauf von Archiv- und Bibliotheksgut unzulässig.
Herr Albrecht berichtet, dass eine fachliche Wertung durch die Mitarbeiter des Stadtarchivs
vorgenommen wurde. Dabei kam man zu der Auffassung, dass es sich hier nicht um Archiv-
und Bibliotheksgut handelt, damit wäre eine Veräußerung möglich. In der Öffentlichkeit gibt
es jedoch auch andere Auffassungen.
Herr Adomeit fragt nach, ob dieser Verkauf den Verlust des Status Weltkulturerbe nach sich
ziehen könnte?
Herr Albrecht erklärt, dass eine Mitteilung eingegangen sei, dass dieser Verkauf den
Welterbe-Status nicht gefährdet, da dieser auf einer anderen Grundlage erzielt wurde.
Auf die Frage von Frau Junge, wie es dazu kommen kann, dass die Gymnasialbibliothek
lediglich in Kartons gelagert wurde, betont Herr Albrecht, dass seitens der Fachleute des
Stadtarchivs keine Zugehörigkeit zum Archiv- und Bibliotheksgut gesehen wurde.
Herrn Pagels interessiert, wer die Initiative zum Verkauf der Bücher auslöste.
Herr Albrecht verweist nochmals auf die Vorlage, in der es heißt, dass das Stadtarchiv
beabsichtigt, nicht benötigte Bücher zu veräußern. Dies ist an die Verwaltung herangetragen
worden. Die fachliche Meinung der Mitarbeiter des Stadtarchivs wurde anerkannt.
Herr Dr. Zabel bittet, das Gutachten der externen Gutachter abzuwarten. Erst nach dieser
Einschätzung zum Archiv- und Bibliotheksgut kann möglicherweise die Beurteilung der
geleisteten Arbeit erfolgen.

Was hier über die angeblichen "Fachleute" im Archiv gesagt wurde, spricht für sich.

Der VdA wendet sich in einer Pressemitteilung gegen die Vorverurteilung der suspendierten Kollegin

PDF

Abgesehen davon, dass die Fragen an die Stadt Stralsund natürlich berechtigt sind, befremdet die Aussage:

"Kein Archiv würde ohne Not oder äußeren Druck wertvolles Kulturgut veräußern."

Dazu Morgenstern: „Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“ ?

Zur suspendierten Archivleiterin:
http://de.wikipedia.org/wiki/Regina_Nehmzow

Margret Ott hat die peinlichen Auslassungen des früheren Archivleiters Dr. Hacker am 26.11.2012 widerlegt:

http://pommern.tumblr.com/post/36592121778/die-peinlichen-anmerkungen-eines-ehemaligen

Der bislang ausführlichste Artikel in der Presse erschien in der Zeitung am Strelasund, einem kostenlosen wöchentlichen Anzeigenblatt, vom 25.11.2011 (S. 1, 6, 7), NOCH einsehbar auf der Startseite, danach für 1/2 Jahr im Archiv

http://www.zeitung-am-strelasund.de/

***

Stand der Petition: 3400+ Unterzeichner

Brief an die Unterzeichner vom 26.11.2012:

Liebe Unterzeichner der Petition "Rettet die Stralsunder Archivbibliothek!"

Es ist sicher auch das Verdienst der inzwischen gut 3300 Unterzeichner unserer Petition bei Open Petition, dass die Stadt Stralsund entschieden hat, die Archivleiterin zu suspendieren und die verkauften Bücher - soweit dies noch möglich ist - zurückzuführen. Ganz herzlichen Dank für Ihre Stimme! Und auch für die vielen deutlichen Kommentare.

Ausführliche aktuelle Informationen finden Sie laufend auf unserer Facebook-Seite

www.facebook.com/rettetarchivbibliothekstralsund

und in dem von Dr. Klaus Graf betriebenen Gemeinschaftsblog Archivalia

archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Nachdem sich der frühere Stralsunder Archivleiter Dr. Hacker mit einer Verteidigung der Verkäufe zu Wort gemeldet hat und unsere weiteren Forderungen insbesondere zur Vorbeugung gegen weitere solche ungeheuerlichen Kulturgutverluste dieser Art nach wie vor aktuell sind, haben wir uns entschieden, die Petition ungeändert bis zum Ende der vorgesehenen Laufzeit fortzuführen. Bitte machen Sie nach wie vor Werbung für unser Anliegen, damit wir möglichst viele Unterschriften übergeben können und ein starkes Signal für den Schutz von historischem Kulturgut von der "Causa Stralsund" ausgeht.

Mit nochmaligem Dank und freundlichen Grüßen

gez. Philipp Maaß
(auch im Namen des Organisations-Teams)


Auf Facebook 476 Likes:

http://www.facebook.com/rettetarchivbibliothekstralsund

Zur Causa in Archivalia:

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

***

Der NDR-Beitrag stellt süffisant den ehemaligen Archivleiter Dr. Hacker bloß


Es konnten weder Beiträge veröffentlicht noch Kommentare geschrieben werden. Eine Mitteilung über die Ursache liegt mir noch nicht vor. Gemäß

http://help.twoday.net/stories/219029834/

soll es mit der Anzahl der Beiträge zusammenhängen.

Das war die bislang schwerste technische Krise von Archivalia, und außer Drängeln konnte ich nichts tun.

Ich werde mich bemühen, die vor allem in Google+ zwischengelagerten Meldungen hier nachzureichen, muss aber noch meinen Vortrag in Speyer über die Geschichtsschreibung der Reichsstadt Speyer im späten Mittelalter fertigstellen:

https://www.facebook.com/HistorischerVereinDerPfalzBezirksgruppeSpeyer/posts/130359417118826

Ein Wechsel des Blogs zu einem anderen Anbieter (in erster Linie könnte ich mir hypotheses.org vorstellen) will wohlbedacht sein, und ich wäre für entsprechende Diskussionsbeiträge dankbar.

Fotos bzw. Impressionen der Tagung (22.-23.11.2012) finden sich in einem Flickr-Album:

http://www.flickr.com/photos/stadtarchiv_speyer/sets/72157632076910127/with/8214104320/

Die ersten Vorträge bzw. Präsentationen der Referenten sind bereits über das Tagungsblog abrufbar (unter anderem das verschriftlichte Resümee von Mario Glauert):

http://archive20.hypotheses.org/

Aus dem Resümee der Veranstalter:
Eine intensive, sehr diskussionsfreudige Tagung "Offene Archive?" ist gestern am frühen Abend zu Ende gegangen! Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, besonders bei unseren Referenten/innen (die teils sehr weite Wege auf sich genommen haben!). Besonders beeindruckt haben die Präsentationen unserer ausländischen Gäste ... und nicht nur das Beispiel der in der Tagung durch Christian van der Ven vertretenen Niederlande zeigt uns, wie sehr ein Begriff wie (archivische) "Spätzünder" noch berechtigt ist. Aber: der Weg ist eingeschlagen, die Resonanz war sehr gut - to be continued,-

Siehe dazu: http://archive20.hypotheses.org/336


Saal von hinten

Über den druckfrischen Archivführer informiert eine Pressemitteilung:
http://www.kreis-kleve.de/C12570CB003A90BD/0/5867052D9D8EAAF7C1257AC3004E04AA?opendocument&nid1=11225

Die Publikation ist für 1 Euro in den Kommunalarchiven im Kreis Kleve erhältlich. Darüber hinaus steht Sie kostenlos auf der Seite des Kreisarchivs Kleve zum Download bereit:
http://www.kreis-kleve.de/C12570CB0037AC59/files/archivfuehrer_final_komplett.pdf/$file/archivfuehrer_final_komplett.pdf?OpenElement

(von http://www.i-d-e.de/cfp-cpda3)
Als Fortsetzung der beiden bereits erschienenen Bände der Serie „Kodikologie und Paläographie im Digitalen Zeitalter (KPDZ I, 2009; KPDZ II, 2011) möchte das Institut für Dokumentologie und Editorik weiterhin verschiedene Ansätze im Bereich der Kodikologie und Paläographie dokumentieren und vergleichen. Aus diesem Grund plant das IDE einen dritten Band der Reihe „Kodikologie und Paläographie im digitalen Zeitalter“ zu publizieren. Wir bitten um Beiträge zu folgenden Themen:
  • Moderne Verfahren der Bilderfassung (Multispektrafotografie, Thermografie)
  • Bildverarbeitung (Segmentation, Mustererkennung, Layoutanalyse)
  • Analyse von Schreibmaterialien (Tinten, Beschreibstoffe etc.)
  • Beschreibung und Klassifikation von Handschriften, Schreiberhänden oder Drucktypen
  • Semantische Beschreibung von Handschriften (Normdaten, RDF, Ontologien etc.)
  • Archivierung, Sammlung, Verknüpfung von Informationen und Katalogdaten (z.B. Metakataloge und Portale)
  • Kollaborative Erschließung, Beschreibung, Transkription oder Edition
  • Quantitative Kodikologie und Bibliographie
  • Neue Verfahren der Präsentation von Forschungsdaten (Visualisierung, Apps, Text-Bild-Synopsen, Annotationsmögichkeiten etc.)
Die Publikation soll den interdisziplinären Austausch zwischen ForscherInnen unterschiedlicher Fachdisziplinen anregen. Beiträge zu orientalischen bzw. asiatischen Handschriften oder nicht handschriftlich verfassten Materialien (Inschriften, frühe Drucke etc.) sind ausdrücklich willkommen.

Beiträge, die diese oder ähnliche Themen (vgl. vorherigen Call) behandeln, können in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch oder Spanisch eingereicht werden. Wir planen, auch diese Publikation als open access zu veröffentlichen. Wir bitten um Abstracts von nicht mehr als 500 Worten bis zum 22.12.2012 an die E-Mailadresse kpdz-iii@i-d-e.de.

Oliver Duntze (Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)
Oliver Hahn (Bundesanstalt für Materialforschung)
Torsten Schaßan (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

http://www.landesarchiv-bw.de/web/54574

"Skizzen Karl Weysser

Der bekannte badische Architektur- und Landschaftsmaler Karl Weysser (1833-1904) gönnte sich über 50 Studienreisen und fertigte in Städten und Orten Skizzen von Bauwerken, Straßenzügen und Plätzen an. Die Reisen führten Weysser hauptsächlich in den südwestlichen Teil Deutschlands - seine Heimat Baden - und ins deutschsprachige Ausland - Südtirol, Nordwestschweiz und Elsass. Er arbeitete vor allem in kleineren Städten und Gemeinden. Seine Zeichnungen zeigen meist die mittelalterlichen Bauwerke der von ihm besuchten Ortschaften, ausgeführt mit Bleistift und Tusche sowie gelegentlich mit Deckweiß gehöht oder mit Aquarellfarben ergänzt.

Der vorliegende Bestand wurde vor Jahrzehnten von der badischen Denkmalpflege Karlsruhe als Arbeitsgrundlage erworben und 2011 an das Generallandesarchiv abgegeben. Er umfasst knapp über 1000 Zeichnungen auf Papier von (ehemals) badischen Städten und Gemeinden. Das Findbuch zu den Skizzen Karl Weyssers einschließlich der Digitalisate ist nun online abrufbar.

Die Farbdokumentationen von Fresken und Wandmalereien der badischen Denkmalpflege

Seit der Zeit der Höhlenmalereien ist es Tradition geworden, Gebäude des Kultes, des politischen, des öffentlichen und auch des privaten Lebens mit Wandmalereien zu verzieren. Um diese Malereien für die Nachwelt bewahren zu können, wurden nach der Freilegung von der Denkmalpflege sogenannte Farbdokumentationen erstellt. Diese Vorlagen dienen dann dazu, die Wandgemälde restaurieren zu können.

Im vorliegenden Bestand handelt es sich um Farbdokumentationen, die mit wenigen Ausnahmen zwischen 1891 und 1921 erstellt worden sind. Der größte Teil der Malereien befindet sich in badischen Kirchen und Kapellen, wenige in Burgen, Schlössern und Rathäusern.

Der Bestand umfasst knapp 200 Farbdokumentationen auf Papier oder Karton. Das Findbuch zur Farbdokumentationen von Fresken und Wandmalereien der badischen Denkmalpflege einschließlich der Digitalisate ist nun online abrufbar."


THE MEMORY OF ICE from WeijiaMa on Vimeo.

This film is a part of CUC & Goblins Summer Academy 2011 , supported by UNESCO . Published on the official website of UNESCO . unesco.org/archives/multimedia/index.php?id_film=2180&id_page=33&s=films_details The right belongs to CUC , Goblins and UNESCO .

Die reich illustrierte Broschüre aus dem Jahr 1998 mit Beiträgen von Hans Heid und Felix Heinzer ist online:

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5034/

Zur Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium siehe die Website:

http://www.rastatt.de/index.php?id=259

Die heutige Historische Bibliothek der Stadt Rastatt befindet sich im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und hat ihren Ursprung in der 1716 gegründeten Büchersammlung des einstigen Piaristenkollegs von Rastatt. Diese Piaristenschule wurde im Jahre 1808 mit dem Gymnasium von Baden-Baden (dem ehemaligen Jesuitenkolleg) zum Lyzeum von Rastatt vereinigt, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Großherzoglichen Gymnasium Rastatt umbenannt wurde bis es schließlich 1908 den Namen Ludwig-Wilhelm-Gymnasium erhielt, den es auch jetzt noch trägt.

Mit der Vereinigung der beiden Schulen von Rastatt und Baden-Baden wurden auch deren Büchersammlungen zusammengelegt und bildeten nun die Lehrerbibliothek des Lyzeums von Rastatt, die im Verlaufe der folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte immer mehr anwuchs.


Eintrag im Handbuch der historischen Buchbestände
http://fabian.sub.uni-goettingen.de/?Historische_Bibliothek_Der_Stadt_Rastatt

5 deutschsprachige Handschriften listet der Handschriftencensus:
http://www.handschriftencensus.de/hss/Rastatt

Rastatter Stundenbuch

Lilian Landes setzt sich mit einer Kolumne von Sascha Lobo auseinander und der Guru meldet sich in den Kommentaren zu Wort.

http://rkb.hypotheses.org/349

Landes: Das Web 2.0-Konzept von recensio.net versucht, ergänzend zur klassischen Rezension ein kommentarbasiertes, „lebendiges“ Rezensionsverfahren in die Wissenschaft zu tragen. Das ist nichts anderes als die Prozessualisierung eines bislang statischen Textgenres, dem seine Statik von der Alternativlosigkeit des Papiers in die Wiege gelegt wurde, denn methodisch betrachtet ist wohl kaum ein anderes wissenschaftliches Textgenre so gut geeignet für Fragmentisierung und Prozessualisierung wie die Rezension: Ziel ist Meinungsbildung und -austausch über Fachliteratur.

In den Kommentaren kündigt Landes an, dass (bald?) "Kommentare zu Büchern möglich sein werden, zu denen weder klassische Rezensionen noch Präsentationen im System vorhanden sind." Sinnvoll wäre es, auch Aufsätze einzubeziehen.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Nachschlagewerke-im-Altpapier-ZDF-macht-seine-Bibliothek-dicht-_arid,494339.html

Die Jungen Liberalen wehren sich gegen die Entsorgung von Büchern durch das ZDF in Altpapiercontainern und befürchten, dass ein solches Schicksal womöglich auch der ganzen Bibliothek droht, die geschlossen werden soll.

Die Benutzungsbedingungen von Archiv und Bibliothek des ZDF sind in Anbetracht der Gebührenfinanzierung durch die Öffentlichkeit eine bodenlose Unverschämtheit:

Die archivischen, bibliothekarischen und dokumentarischen Einrichtungen des ZDF stehen grundsätzlich nur den Redaktionen und sonstigen Geschäftsbereichen des Hauses zur Verfügung. Unter besonderen Voraussetzungen können die ABD-Fachbereiche auch für wissenschaftliche Forschungen genutzt werden. Der Geschäftsbereich ABD ist als Cost-Center organisiert und stellt die von ihm erbrachten Dienstleistungen in Rechnung, so wie dies auch gegenüber den internen Nutzern, also den Redaktionen und der Produktion, von ABD geschieht. Für wissenschaftliche Nutzungen gilt eine besondere Gebührenordnung. Außerdem ist die Zustimmung zur Benutzung in jedem Fall davon abhängig, dass sich der für die Recherche verbundene Arbeitsaufwand in vertretbaren Grenzen hält, damit die Wahrnehmung der Hauptaufgabe, nämlich Produktion und Programm umfassend zu versorgen, nicht gefährdet wird. Die Benutzungsgenehmigung erteilt der Sprecher des Geschäftsbereiches ABD. Anträge sind unter der o.g. Adresse an ihn zu richten.
http://www.lha-rlp.de/index.php?id=595&tx_lhaarchivportal2010_pi1%5BshowList%5D=1&tx_lhaarchivportal2010_pi1%5BarchiveId%5D=32

Bis heute haben 17904 Besucher meinen Beitrag "Bücher weggeben statt wegwerfen" angeklickt:

http://archiv.twoday.net/stories/3351291/

Zum Vergleich mit Stralsund, der in INETBIB gezogen wurde, siehe meinen Kommentar:

http://article.gmane.org/gmane.culture.libraries.inetbib/23563



Ein erster Visualisierungsversuch zu der von Christoph Deeg in Speyer geforderten "digitalen Strategie" für Archive 2.0. In diese Richtung scheint mir auch das Glauertsche Diktum zu weisen: "Archive 2.0 sind mehr als nur Archive im Web 2.0". Auch dieses Zitat - die Autorin/der Autor ist mir leider entfallen - "Soziale Medien sind die Lösung für die archivischen Herausforderungen, sie wirken zurück auch in die analoge Archivarbeit" weist in diese Richtung.

Titelempfehlung!
Bei www.antiquariat.de habe ich den folgenden Titel gefunden:

Autor :
Titel : Des Königl. Schwedischen Hofgerichts Untersuchung und Urtheile über den Königsmörder, Jacob Johann Ankarström und übrige Mitschuldige. Aus dem Schwedischen übersetzt
Beschr. : Mit gest. Frontispiz (Porträt des Mörders). 1 Bl., 82 S. - Angebunden: Personalien bei dem Begräbniß des Glorwürdigsten Königs Gustav des Dritten den 14ten May 1792 von allen Kanzeln in Schweden abgelesen. Ebenda, 1792. 24 S. Pappband des 19. Jhdts. 21 x 15,5 cm.
Preis : 680.00
Bestellnr.: 14951
Anbieter : Antiquariat Turszynski
Link zur Titelanzeige: http://www.antiquariat.de/?i=BS14951HD2816


War bei Reiss Nr. 849 (Einlieferung 169 = Stralsund) und ging dort für 220 Euro weg. Das Antiquariat hat noch weitere seltene Pomeranica im Angebot, z.B. Brandenburg 1827, erschienen in Stralsund mit Stempel des Stralsunder Realgymnasiums:

http://www.antiquariat.de/?i=BS14665HD2816

Update: Danke an M.A.

Autor : Normann, Matthäus von
Titel : Wendisch-Rügianischer Landgebrauch. Aus verschiedenen Handschriften berichtiget und herausgegeben von Thomas Heinrich Gadebusch.
Beschr. : 1 Bl., 296 S., 1 Bl. HPrgt. d. Zt. Folio. 33 x 20 cm.
Preis : 850.00
Bestellnr.: 14956
Anbieter : Antiquariat Turszynski
Link zur Titelanzeige: http://www.antiquariat.de/?i=BS14956HD2816

Vgl. bei Reiss:
http://www.reiss-sohn.de/frame_buch.php?page=910&lang=deu (Einlieferung 41)

Brachte bei Reiss 250 Euro.

http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=24705 meldet zwar die Ausstellung, vergisst aber den Link zu den Digitalisaten aus der Sammlung beizufügen:

http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/graphik.htm

Ansicht von Gotha

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00077958/image_41

Unverständlicherweise nur Schwarzweiß online!

Zu Dietrich-Bild-Testimonien:
http://archiv.twoday.net/stories/156273365/

Es handelt sich um eine Abschrift der dort besprochenen Kölderer-Rolle (erwähnt im Katalog Hispania Austria 1992 Nr. 177).

Ebenfalls neu online sind Bildreihen bayerischen Regenten: Cgm 1603 und Cgm 2824. Sowie die Lirer-Abschrift im Cgm 699.

http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=24681

Helga Penz betreibt Mohrenwäsche, denn diese sauberen Herrschaften haben aus meiner Sicht gehörig Dreck am Stecken.

Wir lesen dazu unter anderem:

http://archiv.twoday.net/stories/5741659/ "
Sogenannte Dubletten aus der Abtei Kremsmünster werden bei Inlibris verscherbelt " (2009) - die Abtei hat mit mir keinen Kontakt aufgenommen, um möglicherweise meine Darstellung richtigzustellen

http://archiv.twoday.net/stories/2866340/ Dublettenverkäufe von Stift St. Peter in Salzburg (seit 16. Jh.)

Christoph Stöttinger vom Stift Lambach schrieb mir am 12. Juli 2012 per Mail auf eine Anfrage zu Eysengeringer-Bänden: "Habe das jetzt noch einmal persönlich nachgeprüft: II/51, II/15, II/ 123 sind hier in Lambach vorhanden und weisen auch den Besitzvermerk Eysengeringers auf. II/ 20 ist nicht mehr vorhanden. Leider wurden auch noch in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gelegentlich Handschriften und Inkunabeln auf dubiosen Wegen zu Geld gemacht."

Auf meine Mail vom 20. März 2011 an das Stift Herzogenburg wegen einer gestohlenen (?) Handschrift habe ich - trotz telefonischer Intervention bei Helga Penz - nie eine Antwort bekommen:
http://archiv.twoday.net/stories/59213560/

Und wie kommt es, dass zahlreiche historische provenienztragende Drucke aus Göttweig in der Einlieferung 204 bei Reiss erscheinen? Es waren die gleichen Auktionen wie in der CausaStralsund:
http://archiv.twoday.net/stories/219022356/

Wieso erschienen 2011 und 2012 bei Zisska zahlreiche alte Drucke aus Michaelbeuern?

http://archiv.twoday.net/stories/42999544/
http://archiv.twoday.net/stories/42999544/

Ich stelle also zur Diskussion, dass dieses angeblich so kulturverliebte schwarze P*** heimlich schutzwürdige Bestände verscherbelt und zwar auch nach 1945, obwohl man aus den Verlusten der Klosterbibliotheken in den 1920er Jahren (siehe etwa die Autobiographie des Antiquars Hans Peter Kraus, NY) eigentlich hätte etwas lernen sollen.

Update: http://archiv.twoday.net/stories/326205015/


https://uscholar.univie.ac.at/

2012 gerade mal 20 Eprints - peinlich!

Via
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=24695

Dankbar bin ich, dass Walter Baumgartner, Emeritus in Greifswald, mir soeben seinen Brief zur Veröffentlichung überließ, als ich ihn anmailte, nachdem ich seinen Aufsatz in dem von ihm herausgegebenen Band "Ostsee-Barock" zu deutschen und schwedischen Hochzeits- und Trauergedichten in Stralsund gesehen hatte.

Kopie:
Stralsunder Gymnasialbibliothek
Datum: 17. November 2012 13:08:15 MEZ
An: oberbuergermeister@stralsund.de, praesident.buergerschaft@stralsund.de, cdu-fdp.fraktion@stralsund.de, linke.fraktion@stralsund.de, spd.fraktion@stralsund.de, bfs-fdp.fraktion@stralsund.de, und 13 weitere…

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine der maßgeblichen Standardwerke zur Barockliteratur schöpfte aus den Beständen des Stralsunder Gymnasiums: Wilfried Barner: Barockrhetorik, Tübingen 1970. Seit 20 Jahren läuft an der Universität Osnabrück ein groß angelegtes Projekt zur Erfassung der Gelegenheitsdichtung des 17. Jahrhunderts in der gesamten Ostseeregion. Die Universitätsbibliothek Greifswald hütet als einen ihrer wichtigsten Schätze die Sammlung von Gelegenheitsschriften "Vitae Pomeranorum".
An der Universität Greifswald laufen mehrere Projekte, einige sind abgeschlossen, die als Quellen auch auf die Stralsunder Bestände aus dem 17. Jahrhundert aufbauen. U.a. hat der Unterzeichnende 2006 einen Band mit dem Titel "Ostseebarock" herausgegeben, in dem er 32 Seiten einer Fallstudie zu den deutschen und schwedischen Trauer- und Hochzeitsgedichten in Stralsund widmet (mit Porträtabbildungen des Bürgermeisters Gottfried Pyl und des in Stralsund verheirateten schwedischen Landesvermessers Gunno Eurelius Dahlstierna). Ein anderer längerer Aufsatz zur Hochzeitsdichtung in Stralsund vom selben Autor steht in der skandinavistischen Fachzeitschrift "skandinavistik" 2001.
Die Gelegenheitsdichtung genoss lange einen schlechten Ruf, aber gerade in neuerer Zeit, und auch gerade durch die Osnabrücker und Greifswalder Projekte, ist sie stark aufgewertet worden, was ihren ästhetischen Wert und ihre Aussagekraft zur Kultur des 17. Jahrhunderts betrifft.

Es gibt in den Archiven Verluste bedingt durch die frühere Verkennung dieser literarischen Gattung durch die Archivare. Und es gibt kriegsbedingte Verluste. Dass solche Kulturschätze aber verscherbelt werden, ist nach meiner Kenntnis einzigartig, für Fachleute unfassbar und empörend. Hier ist durch Ignoranz und mangelnden Respekt vor der kulturellen Überlieferung ein unwiederbringlicher Verlust für Stralsund und die regionale Geschichts- und Literaturforschung entstanden, der Vandalismus gleichkommt.

Ich schließe mich hiermit dem Protestbrief von Peter Tenhaef, Beate Bugenhagen und Juliane Peetz-Ullmann an, der am 16.11. an Sie abgeschickt wurde, und ich gehe davon aus, dass Sie aus Greifswald und von anderswo noch weitere Proteste gewärtigen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. em. Walter Baumgartner


Der Band ist in Auszügen online:

http://books.google.de/books?id=tNRdfHTiYXIC

Zitat aus Baumgartners Studie S. 112f. "Wilfried Barner hat in seinem Buch Barock-Rhetorik gerade am Beispiel des Gymnasiums in Stralsund aufgezeigt, wie im 17. Jahrhundert die Verfertigung von (Gelegenheits-)Gedichten gelehrt wurde" (mit Fußnotenverweis auf Barner S. 282).

Der angesprochene Brief von Tenhaef et al.:
http://archiv.twoday.net/stories/216966376/

Auf dem (inzwischen beendeten) Angebot http://goo.gl/ZcO0T des Augusta-Antiquariats prangt auf der Titelseite ein Stempel der Stadt Stralsund. Den Druck der Gelegenheitsschrift finde ich nicht in deutschen Bibliotheken laut KVK und auch nicht im VD 17: "Hochzeit-Gedicht. Dem Edlen/Wol-Ehrenfesten und Rechtsgelahrten Herrn Michael Veithen J. U. C. auch wolverordneten Protonotario allhie in Strasund Und der Wol-Edlen/ Viel-Ehr-und Tungendreichen Jungf. margareta Halleninn Bey deo den 18. Nov. des 1660. jahres/vollenzogenen Ehren-Tage."
Gemeldet
http://archiv.twoday.net/stories/197331951/


Das VÖBBLOG meldet
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=24702

Berlin (ots) - Das Erbe ist eben kein belie­big ver­füg­ba­res Eigentum unse­rer Zeit. Es dient dazu, kom­men­den Generationen den Aufbau von neuem Wissen mög­lich zu machen, neuen Traditionen, neuen Erkenntnissen. Genau des­we­gen wur­den ja Bibliotheken, Archive und Museen ein­ge­rich­tet: als Bollwerk gegen kurz­fris­tig wirk­same Interessen. Mit die­ser Über­lie­fe­rungs­si­cher­heit rech­ne­ten all die Spender, Sammler, Förderer und vor allem die Steuerzahler, die über Jahrhunderte den Reichtum unse­rer Sammlungen auf­ge­baut haben. Sie sind unser Erbe, nicht unser Eigentum. Solche Güter in nicht­öf­fent­li­chen Sitzungen, ohne Kenntnisse, ohne öffent­li­che Debatte und in schie­rer Gier nach kurz­fris­ti­gem Erfolg zu ver­schleu­dern, ist eigent­lich nur als eins zu bezeich­nen: als Raub.

Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121121_OTS0261/zum-umgang-mit-dem-kulturellen-erbe


Was ist das nur für eine ominöse Presseaussendung? Uns fällt es hier leicht, das Rätsel zu lösen. Die Passage stammt aus Nikolaus Bernaus FR-Leitartikel "Geraubtes Erbe" zur Causa Stralsund vom 21.11.2012:

http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-geraubtes-erbe,1472602,20928054.html

So endet der Beitrag von Benhard Schulz zu einem aktuellen Kulturgut-Skandal:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/posse-um-watteau-gemaelde-kunst-ohne-quittung/7421176.html

Blinder Eifer schadet nur. Und bevor Georg Friedrich Prinz von Preußen, Urenkel des letzten deutschen Kaisers und „Chef des Hauses Hohenzollern“, gegen ein Buch über das Berliner Schloss vor Gericht zog, hätte er sich kundig machen sollen, dass zwar ein Einzelner Persönlichkeitsrecht genießt, nicht aber „das Haus Hohenzollern“.

Der Schloss-Experte Guido Hinterkeuser behauptet in seinem Buch „Das Berliner Schloss. Die erhaltene Innenausstattung“, dass Antoine Watteaus Gemälde „Einschiffung nach Kythera“ (1718) bereits 1926 vom preußischen Staat für 1,8 Millionen Reichsmark erworben wurde. Dies erfolgte im Zuge der langwierigen „Fürstenauseinandersetzung“, bei der das Versäumnis der Revolution von 1918/19 und der neugebildeten Weimarer Republik, die Besitztümer der regierenden Fürstenhäuser in öffentliches Eigentum zu überführen, auf dem Vertragswege behoben werden sollte.

Nun ist Watteaus Meisterwerk 1983 erneut an den Staat verkauft worden, für 15 Millionen D-Mark, zu je einem Drittel von Bund, Land und einem eigens gebildeten Förderkreis aufgebracht. Den Makel eines Doppelverkaufs will der Preußenprinz nicht auf seinem „Hause“ sitzen lassen. Doch vor dem Berliner Landgericht gab’s eine krachende Niederlage. In dem – noch nicht rechtskräftigen – Urteil wird die Unterlassungsklage des Prinzen als „unbegründet“ zurückgewiesen.


Wir erinnern uns hier natürlich an unsere ausgiebige Berichterstattung zum Karlsruher Kulturgüterstreit und den Nachweis von Dieter Mertens, dass Baldungs Markgrafentafel, vorgesehen zum Ankauf vom Haus Baden durch das Land Baden-Württemberg, dem Land längst gehörte:

http://archiv.twoday.net/search?q=baldung+markgraf

Klagen nun die Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg als Besitzer der Bildes auf Rückerstattung des Kaufpreises von 1983? Und wem gehörte dann das Bild? Der Schlösserverwaltung, dem Land Berlin – nach dem „Belegenheitsprinzip“ – oder der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, analog zur Eigentumsregelung für die ehemals Preußischen Museen?

Zunächst herrscht betretenes Schweigen.


Weitere Berichte:

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article111419254/Doppelte-Buchfuehrung.html
http://www.art-magazin.de/newsticker/?news_id=6497
= http://www.abendblatt.de/kultur-live/article111283813/Wurde-ein-wertvolles-Watteau-Bild-doppelt-verkauft.html

Zum Ankauf 1983

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14021562.html
http://www.zeit.de/1983/40/im-kopf-nach-kythera

Zum Bild und seinen Fassungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einschiffung_nach_Kythera


3-SAT (mit Abbildung der Petitionsseite):

http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=33630

In etwa identisch:

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/stralsundbuchschatz105.html

Erwähnung des Votums von Nigel Palmer.

Rechts auf der NDR-Seite unscheinbar ein Link zu meinem "privaten Blog"

***

http://www.ardmediathek.de/mdr-figaro/mdr-figaro-feuilleton?documentId=12492586

Referiert wird Briegleb in der SZ, siehe

http://archiv.twoday.net/stories/219022356/

Ein sogenannter Archivaktivist habe in Stralsund einen Shitstorm ausgelöst.

Laut Google ist "Archivaktivist" bisher nur Walter Huder.

***

Besonders unfähig Burkhard Müller-Ulrich im Gespräch mit Peter Marx (zuvor war auch ein Journalist befragt worden, Nikolaus Bernau, der leicht fehlerhaft antwortete - Journalisten reden am liebsten mit Journalisten zur Causa, aber nicht mit mir, jedenfalls nicht vor einem Mikrofon ...)

Rausgekommen - das ist ja interessant - ist die ganze Sache eigentlich durch die Initiative eines Privatmanns. Der hat Alarm geschlagen im Internet und anderswo. Ich glaube, Klaus Graf ist sein Name und er ist Archivar ganz woanders, in Aachen nämlich.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1928683/

DLF-Edelfeder Müller-Ulrich ist leider offenbar entfallen, dass er mich ca. 2000 zur Donaueschinger Hofbibliothek im DLF interviewt hat und anschließend in einem ärgerlichen Kommentar in den Chor der Kunsthandelslobby eingestimmt hat, dass neue Sammlungen nur dann entstehen können, wenn alte aufgelöst werden.

***

Update: Gut der Beitrag in SWR2 mit O-Ton Oberkirchenrat Ehricht, auf den M. Ott in den Kommentaren verweist:

http://mp3-download.swr.de/swr2/journal/beitraege/584733.6444m.mp3

http://www.swr.de/swr2/kultur-info/kulturthema/umstrittener-buecherverkauf/-/id=10016988/nid=10016988/did=10623548/8kw1ea/

***

Zur Causa zuletzt:

http://archiv.twoday.net/stories/219025032/

Da ich seit Dienstag nicht zuhause war, kann ich erst jetzt Umschau halten.

***

Zunächst das Neueste:

Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund: Chronologie der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Schimmelbefall und dem Verkauf der Gymnasialbibliothek (23.11.2012)
http://www.stralsund.de/hst01/content1.nsf/docname/Webseite_B8D598E4238E4E09C1257ABF00448714?OpenDocument

Siehe schon Dietmar Bartz vorhin hier:
http://archiv.twoday.net/stories/219025009/

Die Beschlussvorlage vom Juni und die vorangehenden Dokumente bleiben undokumentiert, aber immerhin sind als Downloads die beiden Gutachten zum Schimmelbefall verfügbar - unabhängig vom Thema Kulturgutverlust Pflichtlktüre in Sachen Bestandserhaltung!

Die Behandlung der Angelegenheit erfolgte entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nicht öffentlich.
In der Vorlage wurde durch die Leiterin des Stadtarchivs erklärt: Der Buchbestand sei eingehend unter fachwissenschaftlichen Gesichtspunkten geprüft worden. Zudem wurde erklärt, dass die für die Tätigkeit des Stadtarchivs relevanten Titel, insbesondere Stadt- und Regionalgeschichte, und Titel von großem bibliophilen Wert aus dem Bestand der Gymnasialbibliothek herausgezogen und in den Bibliotheksbestand des Archivs integriert worden seien. Die zum Verkauf vorgesehenen Bücher würden nicht mehr benötigt.
Nachfragen der Hauptausschussmitglieder wurden durch die Leiterin des Stadtarchivs beantwortet.
Im Ergebnis der Erörterung wurde der Verkaufsbeschluss einstimmig gefasst.


Ich werde in dem Abschnitt "Diskussion um Bücherverkauf" namentlich hervorgehoben:

Nach der öffentlich dargestellten Problematik des Schimmelbefalls im Stadtarchiv wurde in der Fachwelt, insbesondere durch Dr. Klaus Graf, Kritik an der Veräußerung von Büchern aus dem Stadtarchiv geübt und deren Rechtmäßigkeit in Frage gestellt.

Unabhängig von der Klärung der persönlichen Verantwortlichkeit - http://archiv.twoday.net/stories/216965935/ nehme ich nicht zurück - werde ich die weitere Entwicklung in Stralsund sehr kritisch, aber auch konstruktiv begleiten. Das ist auch weitgehend Konsens in unserem kleinen Orga-Team.

Auf völliges Unverständnis trifft bei mir die Stellungnahme des ehemaligen Archivleiters Dr. Hacker [zu ihm jetzt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Hacker_%28Historiker%29 ]:

In der Debatte um die verkauften Bücher aus der Stralsunder Gymnasialbibliothekt hat sich jetzt der ehemalige Direktor des Stadtarchivs, Dr. Hans-Joachim Hacker, zu Wort gemeldet. Ihm sei es „ein Rätsel", wie in der Öffentlichkeit die Meinung zustande gekommen sei, dass es sich um einen sehr wertvollen Bestand handele, betont er. In seinem Schreiben an Oberbürgermeister Alexander Badrow und die OZ stellt er auch die Ergebnisse [des] Gutachtens der Experten aus Oxford und Marburg infrage.
http://www.ostsee-zeitung.de/vorpommern/index_artikel_komplett.phtml?SID=c8b7f3bbb2163ae2f53ea6f2f1e6b82f&param=news&id=3615001

[Update:

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/stralsundbuchschatz107.html

Der ehemalige Direktor des Stralsunder Stadtarchivs Hans-Joachim Hacker sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, dass die Bücher, die tatsächlich von Bedeutung waren, vor dem Verkauf aussortiert worden seien.
"Rechtlich falsch, fachlich nicht"

Der Verkauf großer Teile der Gymnasialbibliothek bedeute keinen kulturellen Verlust für die Hansestadt, sagte Hacker. Die Bücher, die verkauft wurden, seien in anderen Bereichen des Archivs noch einmal vorhanden.

Hacker räumte jedoch ein, dass der Verkauf ein rechtlicher Fehler, nicht aber ein fachlicher war. Anzunehmen, dass es sich bei den Tausenden von Büchern um einen Sonderbestand gehandelt hat, der nicht zum Archiv gehört, sei falsch gewesen. Die Bücher waren Teil des Archivs und deshalb unveräußerlich.


Was für ein Nichtskönner hat da jahrelang das Archiv geleitet!]

Hacker stellt sich daher hinter seine bisherige Stellvertreterin Dr. Regina Nehmzow, deren beruflichen Werdegang am 10. Dezember 2009 die OZ anlässlich ihrer Ernennung zur Archivleiterin so resümierte:

Diese Begeisterung führte dazu, dass Regina Nehmzow nach dem Abitur in Neubrandenburg an der Uni Greifswald Geschichte und Germanistik studierte und in Geschichte promovierte.

Seit 1978 lebt sie am Sund und pendelte zunächst zwischen den Hansestädten. Sie wusste, dass man für einen Job im Stralsunder Stadtarchiv praktisch Schlange stand. Umso mehr hat es sie gefreut, als sich Direktor Dr. Hans Joachim Hacker, dessen Studentin sie war, und der ehemalige Archivchef, Prof. Herbert Ewe, für sie entschieden. „Das ist es“, war sie sofort überzeugt, dass sie beruflich genau das gefunden hat, was sie wollte. Am 1. Januar 1987 trat Dr. Nehmzow ihre Arbeit an. Im „Gedächtnis der Stadt“ — als Leiterin der Abteilung Sozialismus. Später wurde sie außerdem Direktorin für Öffentlichkeit, war immer Hackers Stellvertreterin.

Nachdem sich ihr Direktor in die passive Altersteilzeit verabschiedete, sitzt sie nun selbst auf dem Chefsessel.

http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/lokales/stralsund/index_artikel_komplett.phtml?SID=3300e742177e9e79f6f87cec2582d6dc&param=news&id=2638427

Das Thema ihrer maschinenschriftlich vorliegenden Greifswalder Dissertation "Die Stellung der KPD zur Staats- und Machtfrage 1924-1926 / vorgelegt von Regina Nehmzow" (1984) lässt nicht gerade auf eine Distanz zum DDR-Regime schließen. Als Stellvertreterin Dr. Hackers schon vor 1989 musste sie vermutlich ebenso wie ihr Chef politisch zuverlässig sein. Von einer externen Archivausbildung ist nichts bekannt.

In der Ostsee-Zeitung vom 23.11.2012 ("Bücherverkauf: Staatsanwaltschaft ermittelt. Auch die UNESCO zeigt sich besorgt über die Vorgänge in der Welterbestadt") heißt es, die suspendierte Archivchefin wollte sich bisher nicht zu dem Fall äußern. Dies könnte den Schluss nahelegen, dass ein Äußerungsverbot der Stadtverwaltung für Nehmzow nicht mehr besteht, doch ist dieser Schluss sicher nicht nur für diejenigen in der Archivzunft, die in ihr ein "Bauernopfer" sehen, alles andere als zwingend.

***

Weitere Neuigkeiten

"Der Skandal um die Stralsunder Bibliothek steht beispielhaft für die Missachtung von Kulturwerten". Dr. Stefan Lüddemann durfte in der Osnabrücker Zeitung vom 23.11.2012 eine allgemeine Einordnung der Stralunder Vorkommnisse vornehmen - was von der Journaille mir bisher verwehrt wurde
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/68107295/der-skandal-um-die-stralsunder-bibliothek-steht-beispielhaft-fuer-die-missachtung-von-kulturwerten

Ich hätte in meinem Beitrag auf diverse andere Kulturgutverluste, die ich selbst recherchiert habe, hingewiesen und ganz sicher nicht wie Lüddemann mit den Sätzen geendet:

Es gibt Dokumente und Objekte, die tatsächlich unersetzbar sind: Diese Einsicht rüttelt vielleicht jene wach, die glauben, dass alles per Download zu haben ist.

Von zwei Strafanzeigen, die offenbar ernstgenommen werden, weiß nicht nur die Ostsee-Zeitung vom 23.11.2012. Der Rechtsanwalt aus Lübeck ist mir bekannt, der andere Anzeigeerstatter soll aus Rendsburg stammen. Bis zum 45.000 Euro seien einzelne der verkauften Bücher wert, referiert die OZ den Anwalt, der sich natürlich auf meinen Nachweis, dass ein Kepler-Druck für 44.000 Euro verkauft wurde, bezog:

http://archiv.twoday.net/stories/219022356/

Die Staatsanwaltschaft dürfte dieses Detail bekanntgegeben haben, da die Anzeige des Rechtsanwalts nach Absprache mit mir nicht veröffentlicht werden sollte.

Da ich den Artikel zu Reiss in der Nacht vom Montag auf Dienstag erstellt hatte, weil ich ja den Rest der Woche auswärts sein würde, war ich zu müde, um noch journalistischen Kontakten Bescheid zu sagen. Diese unfähigen Trottel hätten ja durchaus Archivalia weiterlesen können, haben aber bislang vorgezogen, das ja eigentlich sensationelle Detail des Kepler-Drucks zu ignorieren.

***

Beiträge in der Blogosphäre

Besonders sachkundig äußerte sich natürlich Margret Ott von unserem Orga-Team gestern:

http://www.blog.pommerscher-greif.de/gymnasialbibliothek-stralsund-gerettet/

Sie weist unter anderem auf meinen - von der Presse völlig ignorierten - Reiss-Fund hin und auch auf die Tatsache, dass auf Ebay der Verkauf munter weitergeht.

Schmalenstroer kommentierte:

Klaus Graf hat es geschafft und die Stralsunder Gymnasialbibliothek gerettet – eigenhändig, nur mit einem Blog bewaffnet. Die Stadt Stralsund kündigte gestern an, dass sie die zuständige Archivleiterin suspendiert habe und plane, den Kauf rückabzuwickeln. Damit hat die weitere Zerschlagung der Bibliothek und ihr Verkauf an private Sammler ein Ende. Fraglich ist hingegen, was mit den bereits weiterverkauften Bücher geschieht.

An dieser Stelle muss man Klaus Graf einfach gratulieren: Ausgehend von einer kleinen Meldung auf einer obskuren Seite, welche den Verkauf nur am Rande erwähnte, schuf er fast im Alleingang eine breite und lautstarke Protestbewegung, der sich dann nach und nach immer mehr Personen und Organisationen anschlossen. Ohne seinen Einsatz würde gerade wohl ein Antiquar mit der Stadt Stralsund über Entschädigungen wegen Schimmelbefalls der verkauften Ware verhandeln. Falls also in Zukunft mal wieder ein Wissenschaftler einen eigentlich überflüssigen Artikel darüber schreiben will, warum Wissenschaftler bloggen sollten: Hier ist das Paradebeispiel. Durch einen Kommentar zu einem Blogpost wird der Skandal bemerkt, weitere Recherchen enthüllen umfassend das Ausmaß, weitere Blogs schaffen Öffentlichkeit und schließlich gelangt die Geschichte in die großen Zeitungen. Das setzt die Stadt Stralsund mächtig unter Handlungsdruck – ohne die Öffentlichkeit, welche durch Archivalia hergestellt wurde, hätte es garantiert kein Gutachten und keine Rückabwicklung gegeben. Gut gemacht, Herr Graf!

Ansonsten erstaunt die Blauäugigkeit der Verantwortlichen, die nicht nur mit einer erstaunlichen Ignoranz gegenüber der historischen Bedeutung so einer Bibliothek agiert haben, sondern auch betriebswirtschaftlich recht unbeholfen agierten: Dem Antiquar wurden anscheinend 6210 Bände aus der Bibliothek für 95.000 Euro verkauft, von denen ein einziger bei einer Auktion schlappe 44.000 Euro erbrachte. Weitere Titel brachten den Erlös dieser Auktion auf mindestens 141.000 Euro – ein gutes Geschäft für den Antiquar, ein Desaster für die Stadt Stralsund, welche im Schnitt 15,29 € pro Band erhalten hat.

http://schmalenstroer.net/blog/2012/11/die-stralsunder-gymnasialbibliothek-ist-gerettet/

Man beachte, dass Schmalenstroer anders als die Printpresse meinen Reiss-Fund aufgegriffen hat.

Blogger Heinz W. Pahlke lobt mich ebenfalls:
Ohne das unermüdliche Engagement des Mittelalterforscher und Archivar Klaus Graf, der den gesamten Skandal auf seinem privaten Blog dokumentiert hat, wäre es Stralsund wohl gelungen, vollendete Tatsachen zu schaffen.
http://www.sprachrand.de/gedanken/2012/11/21/nach-massiven-protesten-wurde-der-verkauf-der-einstigen-stralsunder-gymnasialbibliothek-gestoppt/

Archivalia ist als Gemeinschaftsblog zwar meine private Initiative, aber eigentlich nicht mein privates Blog.

Dr. Jutta Lambrecht:
Dem unermüdlichen Einsatz des Historikers und Archivars Dr. Klaus Graf ist es zu verdanken, dass der skandalöse Verkauf der Historischen Gymnasialbibliothek durch das Stadtarchiv Stralsund aufgedeckt und die Rückführung der Bestände angeordnet wurde.
Eine lückenlose Chronik der Causa Stralsund finden Sie auf Archivalia, dem Blog von Klaus Graf.
Ein herzlicher Dank gilt auch allen MitstreiterInnen!

http://info-netz-musik.bplaced.net/?p=8070

Der Dank an die MitstreiterInnen ist nur zu berechtigt. Richtig ist zwar, dass ich Falk Eisermanns Hinweis, den ich selbst überlesen hatte, aufgegriffen und weiterverfolgt hatte, aber auch hier hat der Erfolg viele Väter und Mütter. Auf Facebook oder per Mail wurde ich von anderen auf dem laufenden gehalten, Scans wurden rasch organisiert, Wikipedia-Artikel geschrieben, die sozialen Netzwerke wurden gemeinsam bespielt. Archivalia war vielleicht das Zentrum des Orkans (oder Shitstorms, wie sicher nicht nur Pöbel-Kommentator Schiffel will, sondern auch diejenigen wie Dr. Hacker meinen mögen, die jetzt aus den Löchern gekrochen kommen, um die Katstrophe doch zu rechtfertigen), aber die Protestwelle war glücklicherweise breit aufgestellt. Neben den Social Media und der Petition (mit ihrem wütenden Kommentaren) waren es auch die alten überregionalen Printmedien, die in Stralsund Eindruck gemacht haben dürfen und die sehr deutlichen Stellungnahmen von Fachleuten, wobei es eigenartig berührt, dass sich die von mir über Prof. Kuhlen frühzeitig informierte UNESCO-Kommission sich erst jetzt rührt, nachdem die Stadt ihren Fehler zugegeben hat. Hony soit qui mal y pense.

Und Nigel Palmer und Jürgen Wolf verdienen höchstes Lob für ihre eindeutige Positionierung als Gutachter. Ich stand mit Jürgen Wolf seit Beginn der Affäre nicht in Kontakt und wusste auch nichts von seiner Gutachtertätigkeit, obwohl ich ihn gut kenne und wir vergleichsweise rege immer wieder mailen.

Sind historische Gymnasialbibliotheken "totes Kapital"? fragt das Blog der Historischen Bismarckbibliothek in Karlsruhe am 23.11.2012:

Im einem Bericht des DLF vom Mittwoch wird erwähnt, dass die Archivarin den Bestand als “totes Kapital” bezeichnet hat.

Wir versuchen unter dem Motto “Mit alten Büchern Neues lernen” dies zu ändern.

http://bismarckbibliothek.wordpress.com/2012/11/23/sind-historische-gymnasialbibliotheken-totes-kapital/

Aus der FAZ und weiteren Quellen zitierte am 22.11.2012 Mathias Nowak:
http://mathias-nowak.tumblr.com/post/36268449290

Im VÖBBLOG heißt es:

Leser von Archivalia ken­nen das stete Bemühen von Klaus Graf um die Erhaltung von Kulturgut. In der Causa Stralsund - das Stadtarchiv hatte die alte, bis ins 16. Jh. zurück­ge­hende Gymnasialbibliothek an einen Antiquar ver­kauft - hat die per­ma­nente und mit gro­ßer Vehemenz betrie­bene «Aufklärung» im Netz die Politik zu Einlenken gebracht. Der Verkauf soll nun rück­ab­ge­wi­ckelt werden.

Schade, dass ist im Fall der Haller Waldauf-Bibliothek, der Ende des letz­ten Jahres bekannt wurde, ein ähnli­cher Erfolg nicht gelun­gen ist. Allerdings waren die Voraussetzungen dort noch schwieriger.

Jedenfalls herz­li­che Gratulation zu die­sem Erfolg!

http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=24698 (wie immer mit weiteren Links)

[Rainer Schreg:
Dank des Netzengagements von Klaus Graf ist die Gymnasialbibliothek gerettet
http://archaeologik.blogspot.de/2012/11/stralsund-gymnasialbibliothek-gerettet.html ]

Kurze Meldung im Schockwellenreiter:
http://blog.schockwellenreiter.de/2012/11/20121121.html#p04

[Ebenso bei netbib
http://log.netbib.de/archives/2012/11/21/herzlichen-gluckwunsch-3/

Infobib
http://infobib.de/blog/2012/11/20/causa-stralsund-suspendierung-und-ruckabwicklung/

http://www.einsichten-online.de/2012/11/3602/
fordert Schließung von Gesetzeslücken ]

***

Bislang nicht Gemeldetes:

http://blog.museum-aktuell.de/archives/238-Bayerischer-Antiquar-lenkt-im-Fall-Stralsund-ein.html
Dr. Christian Müller-Straten stellte schon am 18.11.2012 berechtigte Fragen, u.a. "warum nicht die ICOM-Richtlinien angewendet wurden".

***

Petition: Sie steht augenblicklich bei 3256 Stimmen. Da auch noch weitere Punkte gefordert wurden, haben wir uns entschieden, sie bis zum regulären Ende weiterlaufen zu lassen.

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-stralsunder-archivbibliothek

Auch die Facebook-Seite (438 Likes) soll bestehen bleiben:

http://www.facebook.com/rettetarchivbibliothekstralsund

Ca. 130 Beiträge einschließlich Kommentare zur Causa Stralsund in Archivalia
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund


Die Stadt Stralsund hat eine Chronologie der Ereignisse veröffentlicht:

http://www.stralsund.de/hst01/content1.nsf/docname/Webseite_B8D598E4238E4E09C1257ABF00448714?OpenDocument

Da gibt's einige Lücken in der Darstellung der letzten Wochen. Besonders interessant finde ich aber die Darstellung des Beginns von allem. Dazu heißt es:

"Mit dem Ziel der Bereinigung der Bestände wurde vom Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund in der ersten Jahreshälfte 2012 eine Vorlage initiiert, erarbeitet und auf den Weg gebracht."

Das heißt, die Initiative ging von der Stadtarchivarin selbst aus. Es gibt aber keinerlei Angaben, was sie anfangs wollte, und was aus welchen Gründen daraus geworden ist. Ob sie von der Verwaltung angehalten wurde, mehr draus zu machen, und und und. Mit scheint die Chronologie höchst unbrauchbar, um sich ein Urteil über den Beginn des Vorgangs bilden zu können.

Die Speierer Zeitung berichtet von der Speyerer Tagung Archive 2.0

http://www.speyer-kurier.de/stadt-speyer.html

Mehr zu meinem eigenen Beitrag demnächst hier in diesem Theater. Ebenso subjektive Impressionen. Vorläufig kann man die Berichterstattung auf Twitter (#archive20) zur Kenntnis nehmen. Es gab eine Twitterwall, auf der aber - so ein Zufall! - meine eigenen Tweets fehlten ...

Diese fehlen also auch im Tweetarchiv:
https://docs.google.com/spreadsheet/pub?key=0AuzH9nJh63FFdFlhVW1yejFvQmp0S0xrbzVPcGh4N3c&single=true&gid=82&output=html

Meine Tweets:
https://twitter.com/Archivalia_kg

Fotos:
http://www.flickr.com/photos/stadtarchiv_speyer/sets/72157632076910127/

Tagungsblog (nichts Aktuelles zur Tagung)
http://archive20.hypotheses.org/

IMG_2381 Archivalia-Contributor Thomas Wolf, Mitveranstalter, http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2012/2131/

Niehoff, Franz: Herzog Georg von Bayern-Landshut auf dem Heidelberger "Vier Lande"-Turnier des Jahres 1481: Eine Skizze zur Kunst im Kontext, in: Niehoff, Franz (Hrsg.): Ritterwelten im Spätmittelalter : höfisch-ritterliche Kultur der Reichen Herzöge von Bayern-Landshut [Katalog], Landshut 2009, S. 48-72

Die wichtigste neue Studie zum Heidelberger Turnier, über das hier schon einiges zu lesen war.

http://archiv.twoday.net/search?q=heidelberg+turnier

Am 28. November ist es soweit dann wird die Deutsche Digitale Bibliothek, in seiner Beta-Version, im Alten Museum in Berlin vorgestellt und die Website offiziell freigeschaltet.

"Zwei große Vorhaben konnten die Engagierten im Gorleben-Archiv im vergangenen Jahr erfolgreich abschließen: sämtliche Video- und Filmkassetten aus den vergangenen 35 Jahren wurden nicht nur auf DVDs überspielt, sie wurden auch katalogisiert und Personen und Ereignisse sind nun mit Hilfe eines Schlagwortverzeichnis schnell auffindbar.


Auf der Jahrshauptversammlung des Vereins "Gorleben-Archiv" in der vergangenen Woche dankte die Vorsitzende des Archivs Asta von Oppen für das intensive Engagement von Burghard Kulow und Bernd Westphal, die hunderte von Stunden vor ihren Rechnern verbracht haben und jetzt 99 DVS und ein eigenes Findbuch vorlegten. Ein Ausschnitt aus einer Talkschau aus den 90iger Jahren, die Undine von Blottnitz in heftigem Wortwechsel mit Kurt Dieter Grill zeigte, wurde als ein unterhaltsames und bewegendes Beispiel vorgeführt.

Sämtliche Akten der Rechtshilfegruppe Gorleben aus den Jahren 1978 bis 1998, aus der Zeit als Gudrun Scharmer Vorsitzende war, sind jetzt katalogisiert und füllen ca. 10 Regalmeter in den Räumen des Archivs in der Rosenstraße in Lüchow.

Eine komplexe Sammlung zur Geschichte Gorlebens und des Widerstands

Die Bibliothek umfasst inzwischen fast sämtliche Literatur, Zeitschriftenreihen und Gutachten die zu Themen rund um Gorleben im Laufe der letzten Jahrzehnte erschienen sind. Sie wird ständig erweitert. Fast 500 Plakate sind archiviert und werden sorgsam verwahrt. Die bisher zur Verfügung gestellten Fotos sind ebenfalls erfasst.

Aktuell werden die Unterlagen von Marianne Fritzen und Lilo Wollny weiter archiviert. Unzählige Kartons lagern noch ungeöffnet. Von der BI kamen unlängst 35 schwere Kisten. Das Gorlebenarchiv ist ein eigenständiger Verein neben der BI.

In einem Regalabschnitt werden Unterlagen der Gorlebenfrauen gesammelt. Eine Arbeitsgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die besondere Rolle der Frauen im Widerstand zu bearbeiten und zu dokumentieren.

Der größere Teil der Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, betreut und angeleitet von einer fest angestellten Kraft. Deren Bezahlung, die Miete der großen Räume und die Anschaffung vieler Materialien kostet viel Geld.

Dank Mitgliedsbeiträgen und großzügiger Spenden konnte die Arbeit bisher erfolgreich durchgeführt werden. Dennoch braucht das Archiv Mitglieder und Spender. Das führte der Kassenwart Lothar Heyde auf der MV aus. Er und die anderen amtierenden Mitglieder des Vorstandes kandidierten wieder und wurden einstimmig gewählt, das sind Asta von Oppen, Stefan Dahlmann und Marianne Fritzen."

Quelle: wendland-net, 10.11.12

 

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