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Trailer Chico y Rita from estudiomariscal on Vimeo.


".... Chico & Rita ist das Werk von Regisseur und Oscar-Preisträger Fernando Trueba, Spaniens renommiertesten Designer Javier Mariscal und Tono Errando. Die wundervolle Musik, welche die Bilder begleitet, stammt von dem bereits 93-jährigen Komponisten Bebo Valdés, der auch Chicos Klavierspiel im Film übernahm. Ritas Gesang kam von Idania Valdés. Flamenco-Star Estrella Morente spielte sich selbst in dem Film.

Chico & Rita präsentiert ein Havanna, das nach alten Stadtplänen detailgenau rekonstruiert wurde. Mit einer unglaublichen Liebe zum Detail gingen dem Trickfilm ganze vier Wochen Dreharbeiten im wahren Kuba voraus. Mariscal verschaffte sich Zugriff zu Bildern Havannas im Jahre 1949 aus dem Stadtarchiv, um sich ein genaues Bild des Szenarios zu kreieren, in das er die Protagonisten einbetten wollte. Die Orte, Straßen und Häuser - sowohl ihre Fassaden, als auch ihre Räume - sind dem originalen Havanna der 1950er nachempfunden und verleihen den Bildern der Geschichte von Chico & Rita, die sich zu eben dieser Zeit abspielen, ein historisch realistisches Ambiente und sehr viel Authentizität. Aber auch die Figuren des Films sind in ihrer Ausdrucksweise, in ihren Bewegungen, in der Gestik und Mimik den realen Einwohnern Havannas nachempfunden. Das Ergebnis ist eine Welt, in die der Betrachter nur zu gerne eintaucht und seine reale Umgebung vergisst, um sich völlig auf die Geschichte von Chico & Rita einzulassen. ..."

Quelle: Negativ, 24.10.11

Filmhomepage


Quelle: Pumpwerk Siegburg

"Rosemarie Stuffer hat rund 40 Gemälde und Objekte aus Ton und Papier im Siegburger Pumpwerk ausgestellt. Die Künstlerin hat sich vom eingestürzten Stadtarchiv inspirieren lassen.
Die Bilder haben sich ins Gedächtnis eingebrannt: Mauerteile, Trümmer, aufgerissene Fassaden an der Stelle, an der einmal das Historische Archiv der Stadt Köln stand. Zwei junge Männer wurden aus dem Leben gerissen, das Gedächtnis einer Stadt zerstört, zerfetzt, vergraben im Schutt. Der Einsturz des Stadtarchivs im März 2009 erschütterte auch die Mucher Künstlerin Rosemarie Stuffer:„Ich bin nach Köln an den Unglücksort in die Severinstraße gefahren“, erzählt sie. „Mir war sofort klar, dass ich das künstlerisch verarbeiten muss.“

Die Trümmer, die Zerstörung, das Chaos thematisierte sie noch im selben Jahr in einer Serie aus Gemälden und Objekten, in denen sie die Formen aus dem Bild ins Dreidimensionale übersetzte. Zerstörung, Chaos – das sind die Themen der 70-Jährigen. „Reines Chaos wäre schrecklich“, sagt sie. „Aber Chaos ist Nährboden für Veränderungen, und die wiederum haben Einfluss auf die Menschen. Sich selbst zu verändern ist das Schwierigste überhaupt.“ „Veränderungen“ ist auch der Titel der aktuellen Ausstellung der Künstlerin im Siegburger Pumpwerk. Neben der Reihe „Gedächtnis der Stadt“ werden rund 30 weitere Bilder und Objekte aus den letzten Jahren gezeigt: Farbintensive Bilder, filigrane Papierarbeiten, Objekte aus Ton. „Ich habe mit Skulpturen begonnen, die Malerei kam später dazu“, erzählt Rosemarie Stuffer. „Ich wollte über den Tellerrand schauen dürfen.“

Interdisziplinäres Arbeiten ist ihr wichtig: Immer wieder durchkreuzen stilisierte Stadtpläne ihre Bilder, hat sie Entwurfszeichnungen aus ihrer Zeit als Stadtplanerin in Bergisch Gladbach eingearbeitet. Sie spachtelt Bitumen auf die Leinwand, klebt Zellulose an Draht, brennt ihre Ton-Objekte nach einer japanischen Tradition aus dem 16. Jahrhundert. „Raku“ heißt die Technik, bei der die Keramik in einem mit Holz befeuerten im Ofen im Freien gebrannt wird und in Laub abkühlt. „Weil meine Objekte so groß sind, muss ich sie mit einem Flaschenzug aus dem Ofen holen“, berichtet sie. Risse, Sprünge, Farbverlauf – kein Objekt gleicht dem anderen. Durch den Raku-Brand ergeben sich spannende Veränderungen: „Durch den Brand bekommt das Werk eine Eigendynamik, es lässt sich nie vorhersagen, wie es aussehen wird.“

„Veränderungen“ bis 4.11. im Pumpwerk, Bonner Straße 65, Siegburg. ☎ 02241/97 14 20 "

Quelle: Sandra Ebert und Sophie Jung, Kölner Stadt-Anzeiger20.10.11



"Von der Einführung des Farbfernsehens bis zum Mauerfall, von Rosemarie Nitribitt bis Rainer Barschel, von den ›Hitler-Tagebüchern‹ bis zur Rechtschreibreform – Isabel Kreitz hat prägende Ereignisse deutscher Nachkriegsgeschichte in faszinierende Bildergeschichten von je einer Seite umgesetzt. Sie verpackt die große Geschichte in kleine Geschichten, kreiert Szenen, in denen sich zeigt, wie Historie den Alltag der Bürger veränderte – sei es für einen Tag, sei es für ein ganzes Leben."
Verlagswerbung

"Mit etwa 600 Millionen Teilen ist das ehemalige Stasi-Archiv wohl das größte Puzzle der Welt. Um aus den Papierschnitzeln die in den letzten Tagen der DDR hastig zerrissenen Spitzelakten wiederherzustellen, wurde am Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) der E-Puzzler entwickelt, ein Computersystem, das die einzelnen Fragmente analysiert und – in den meisten Fällen – wieder korrekt zusammensetzt. Nach dem erfolgreichen Start des Stasi-Aufarbeitungsprojekts soll diese Technologie nun unter dem Stichwort „Kulturrekonstruktion“ weiter genutzt werden.

Eines der nächsten Großprojekte, in dem das Verfahren zum Einsatz kommen soll, ist die virtuelle Rettung des eingestürzten Kölner Stadtarchivs, in dem mehrere Kilometer dicht gestapelter Dokumente unter Schlamm und Trümmern begraben wurden.

Die Vorbereitung zur virtuellen Rekonstruktion erfordert freilich noch jede Menge Handarbeit: Die Einzelteile müssen auseinandergeklaubt und eingescannt werden, ehe der E-Puzzler seine Arbeit aufnehmen kann. Im Fall der Stasi-Archive handelte es sich um 15.000 Säcke mit Papierschnitzel, wobei einzelne Seiten mit offenbar besonders brisantem Inhalt in 50 und mehr Stücke zerrissen wurden.

„Der E-Puzzler ist eine von uns selbst entwickelte Rekonstruktionssoftware, die mit komplexen Algorithmen der Bildverarbeitung und der Mustererkennung Papierfragmente automatisiert zu vollständigen Seiten zusammensetzt“, beschreibt Bertram Nickolay, Abteilungsleiter für Sicherheitstechnik am IPK, das Herzstück des Systems. So werden verschiedene Merkmale wie etwa Linienmuster, Papierstrukturen, Risskanten und Schriftzeichen extrahiert und gespeichert, und dann mit anderen Fragmenten verglichen. Wird keine Übereinstimmung gefunden, wird das Ergebnis gespeichert, und später, wenn neue Scans hinzugekommen sind, erneut in die Analyse miteinbezogen.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Technologie sind vielfältig. So lässt sich das Verfahren beispielsweise in der Verbrechensbekämpfung einsetzen, um geschredderte Notizen wiederherzustellen, in Südamerika und Nordafrika sind bereits Regierungen an das IPK herangetreten, um mithilfe des E-Puzzlers die Missetaten früherer Regimes aufzudecken.


Über 2,5- zur 3-D-Rekonstruktion

Aber auch in der klassischen Archäologie sieht Nickolay ein breites Einsatzgebiet. So können zerfallene, ägyptische Papyrusrollen durch den E-Puzzler wieder lesbar gemacht werden, aber auch die Rekonstruktion dreidimensionaler Objekte wie etwa Skulpturen oder gar Bauwerke ist mit diesem Verfahren denkbar. Derzeit arbeiten die Forscher am IPK noch an den entsprechenden Algorithmen, wobei einen wichtigen Zwischenschritt die sogenannte 2,5-D-Rekonstruktion darstellt. Von zerbrochenen Steintafeln oder Wandfresken wird die Oberfläche zweidimensional abfotografiert und um die zugehörigen Tiefeninformationen ergänzt. „Aus mehreren 2,5-D-Aufnahmen, die alle Bereiche der Oberfläche eines Objekts abbilden, können in einem weiteren Schritt vollständige 3-D-Objekte gebildet werden“, erklärt Nickolay. Vereinfacht könnte dieser Prozess in Zukunft durch neue Scan-Methoden, die die Objekte gleich dreidimensional erfassen.

Letztendlich denkt man am Fraunhofer Institut aber auch über eine kommerzielle Verwertung nach und sucht in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien nach Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsmodellen. Schon jetzt arbeitet das IPK mit zahlreichen Unternehmen wie SAP oder dem österreichischen Sicherheitsdienstleister SEC Consulting bei der Weiterentwicklung und möglichen Vermarktung der Forschungsergebnisse eng zusammen."

Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2011

"Ein türkisch-deutsches Theaterprojekt des Stadtarchivs Nürnberg, des Bildungszentrums und des Staatstheaters Nürnberg mit Unterstützung des Amtes für Kultur und Freizeit Sie kamen als „Gastarbeiter“ vor 50 Jahren nach Nürnberg.
Doch viele Türkinnen und Türken kehrten nicht wieder in ihre Heimat zurück, sondern holten ihre Familien nach, viele Kinder kamen erst hier zur Welt. Was ist aus diesen Menschen geworden?
Wie war das vor 50 Jahren? Wie sieht das Leben der so genannten Deutsch-Türken heute aus? Leiden sie noch unter dem „Culture Clash“? Was weiß die dritte Generation von den Anfängen ihrer Großeltern?
Die Kulturwissenschaftlerin und Regisseurin Jessica Glause ist zusammen mit dem Stadtarchiv und dem Bildungszentrum" diesen Fragen nachgegangen, hat vor Ort recherchiert und daraus gemeinsam mit türkischen Zeitzeugen und dem Staatstheater Nürnberg ein Stück entwickelt.
Mit: Josephine Köhler, Marion Schweizer, Julian Keck,
Rainer Matschuck und Sabri Yaman.
Uraufführung am 1. Dezember 2011, um 20.15 Uhr, Blue Box,
Staatstheater Nürnberg, Richard-Wagner Platz 2
Einführungsmatinee am 27. November 2011, um 11 Uhr, Blue Box"

Quelle: Stadtarchiv Nürnberg, Flyer

"In Kooperation mit dem Landesarchiv Schleswig-Holstein und der Universität der Künste Berlin, Universitätsarchiv, findet am 27. Oktober 2011 um 20 Uhr in der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund eine Podiumsdiskussion zwischen Archivaren und Kulturwissenschaftlern statt:
„Wissen ist Macht“ – dieser Satz wird in unserer Informationsgesellschaft immer bedeutender. Archive sind die Wissensspeicher und zentrale Faktoren modernen Wissensmanagements.
Nachgegangen werden soll der Frage, ob sie daher auch Macht hätten – und ggf. welcher Art diese sei. Zudem soll die daraus resultierende Bedeutung für unsere Gesellschaft erörtert werden. Ein neues Verständnis von Archiven in der Postmoderne betont eine bislang unbeachtete Facette dieser in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommenen Institutionen – vor diesem Hintergrund werden erstmals in einer interdisziplinären, vom Landesarchiv Schleswig-Holstein, der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin und von der Universität der Künste Berlin ausgerichteten Podiumsdiskussion Archivare, Archivwissenschaftler und Historiker zusammengebracht, um über diese Fragen zu diskutieren. Im Mittelpunkt soll anhand von konkreten Beispielen das Spannungsverhältnis von Macht und Ohnmacht stehen, das sich mit Blick auf die Archive in vielen Aspekten zeigt.
Die Einführung und Moderation übernimmt Prof. Dr. Martin Dinges. An der Diskussion nehmen Prof. Dr. Knut Ebeling, Prof. Dr. Rainer Hering, Prof. Dr. Robert Kretzschmar sowie Dr. Dietmar Schenk teil. Die Teilnahme ist nur für persönlich eingeladene Gäste nach Anmeldung möglich."

Quelle: datensicherheit.de, 20.10.2011

Lesesaal
Der Lesesaal ist nicht groß, aber gemütlich. Vier Nutzer finden Platz. Quelle: Nomen obscurum, 18.10.2011, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de

"Das Hohenlohe-Zentralarchiv auf Schloss Neuenstein verwahrt die Überlieferung aller hohenlohischen Territorien aus der Zeit des Alten Reichs. Die umfangreichen Bestände bieten reichhaltiges Material zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte des hohenlohischen Landes, des fränkischen Reichskreises, des Reiches und seiner Institutionen wie auch des Adels im allgemeinen. Nach der Mediatisierung der hohenlohischen Fürstentümer 1806 blieb den einzelnen Linien ein umfangreicher Grundbesitz, dessen Verwaltung den Schwerpunkt der späteren Überlieferung ausmacht. Nachlässe zu vielen Mitgliedern des Hauses Hohenlohe ergänzen die Überlieferung.

Mit annähernd fünf laufenden Kilometern Archivgut gehört das Hohenlohe-Zentralarchiv zu den größten Privatarchiven Deutschlands. Das Archivgut ist Eigentum des Gesamthauses Hohenlohe und wird vom Landesarchiv Baden-Württemberg fachlich betreut. Die Nutzung des Hohenlohe-Zentralarchivs steht allen interessierten Wissenschaftlern wie auch Heimat- und Familienforschern offen.

Dieses Album entstand im Sommer 2011 als Begleitprodukt einer Projektarbeit zur Erschließung des Partikulararchivs Oehringen. Aus dessen Beständen stammen auch die meisten Beispiele.

Hohenlohe-Zentralarchiv: http://www.landesarchiv-bw.de/web/47260"


Link zur Dia-Show

"Die Bilbiothekenlandschaft in Leipzig zeichnet sich vor allem durch ein breites, vielfältiges und zum Teil sehr extravagantes Angebot aus. Den eigenen Horizont erweitern, egal zu welchem Interessengebiet - dafür bietet die mannigfältige Bücherlandschaft Leipzigs eine Garantie. Ein Beispiel ist das Rosa Archiv. ... Zudem bietet die Leipziger Bibliothekenlandschaft allerlei innovative Konzepte, die sich den verschiedenen gesellschaftlichen Bedürfnissen annehmen.

Eine weitere Besonderheit stellt die 1894 gegründete "Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig" dar, die erste ihrer Art in Deutschland. Hier wird Blinden und Sehbehinderten ein breites Sortiment von Hörbüchern und Literatur in Punktschrift geboten.

Andere spezielle Interessengebiete werden zum Beispiel durch die "Umweltbibliothek Leipzig", die "Geographische Zentralbibliothek" oder die "Frauenbibliothek MONAliesA" abgedeckt. Zudem bieten die zahlreichen städtischen Bibliotheken ein umfangreiches Informationsangebot.

So liegt der Fokus des "Rosa Archiv Leipzigs", welches vor 25 Jahren von Jürgen Zehnle gegründet wurde, auf sexualwissenschaftlichen Themen, insbesondere auf Homosexualität, sowie HIV und AIDS. Die Bibliothek befindet sich in zentraler Lage und steht Interessenten montags bis freitags zur Verfügung.

mephisto 97.6 Reporterin Laura Perschon sprach mit Jürgen Zehnle über die außergewöhnliche Bibliothek "Rosa Archiv" "

Link zum Radiobeitrag

"..... Eine konkrete Gefahr für das Vermächtnis des Menschen sieht Kerstin Schenke dennoch nicht. Die Archivarin arbeitet für das Bundesarchiv in Koblenz und berät Behörden beim Umgang mit elektronischen Akten. Die ersten vollständig digitalen Nachlässe von Privatpersonen seien bereits im Bundesarchiv eingegangen, sagt sie. Die Archive sind längst dabei, sich auf das Zeitalter der E-Akten einzustellen, denn auch Behörden werden in Zukunft vermehrt digitale Unterlagen weiterreichen. Das Problem mit unterschiedlichen Formaten und Datenträgern ist bekannt. Das Bundesarchiv nimmt elektronische Daten vor allem in einem Format namens Pdf/A auf. „Das ist ein Iso-Standard, der über lange Zeit stabil bleibt“, sagt Kerstin Schenke. Gespeichert wird sowohl auf Festplatten als auch auf Magnetbändern.

Die elektronische Bearbeitung führt in den Behörden ebenfalls zu einer Vermehrung der Daten, sagt Kerstin Schenke. Obwohl digitale Daten weniger Platz einnehmen, wird das Bundesarchiv weiterhin aussortieren. Nur, was historisch relevant ist, wird aufbewahrt. Momentan kämpfe man allerdings eher noch mit einer Revolution der 70er Jahre: Damals ließ das Kopiergerät die Akten anschwellen."

Quelle: Anna Sauerbrey, Tagesspiegl, 22.10.11



"Das Gesamtprojekt Landesarchiv NRW besteht aus drei wesentlichen Programmbauteilen, die funktional und im Wachstum miteinander verbunden sind: Speicherflächen, Büro- und Werkstattflächen des Landesarchivs, sowie zunächst fremdgenutzte Büroflächen, die später zu weiteren Archivflächen umgenutzt werden. Die Herausforderung ist die Wandlungs- fähigkeit einer Gebäudestruktur, die als Ganzes errichtet werden soll und sukzessive umgewandelt werden kann.

Maßstabsgebender Auftakt in Volumen, Gliederung und Höhe ist der historische RWSG-Speicher. Er ist wird in seiner Erscheinung im Wesentlichen unverändert belassen. Ein skulpturaler Neubaukörper bildet sowohl den Bezug zum Speicher als auch zu den anschließenden kammartigen Bürostrukturen im Innenhafen. Die Verbindung von altem und neuem Speicher, von denkmalgeschützter und moderner Architektur, liefert dem Landesarchiv eine spannungsvolle Erscheinung.

Besondere räumliche Gegebenheiten des historischen Speichers werden mit öffentlichen Nutzungen versehen. So lagern sich im Erdgeschoss Foyer-, Ausstellungsbereiche und die Lesesäle an. Im Dachgeschoss wird ein großzügiger Konferenzbereich ausgebildet, der einen guten Blick über die Stadt ermöglicht. Die Bürobereiche der Archivmitarbeiter liegen als verbindendes Bauteil genau im Zentrum zwischen den Magazinflächen im alten Speicher und denen im Neubauteil. Ein zentraler Erschließungsflur durchzieht als Rückgrat alle Geschosse und Gebäudeteile.

Das Material und die Erscheinung der Fassaden stellen Alt- und Neubau in einen spannungsvollen Kontrast und sind doch aufeinander abgestimmt. Dabei wird der historische Speicher mit seinen Ziegelfassaden weitestgehend so belassen und der Neubau im Sinne einer modernen Interpretation des Speichers mit einer changierenden Metallfassade verkleidet. Die Hauptgebäude von historischem Speicher und Neubau werden durch drei große fensterartige Einschnitte nuanciert, nach Lage unterschieden, in der Ausstrahlung verbunden. Die Ausgestaltung diese Einschnitte ist nach Auffassung der Verfasser eine kulturelle Aufgabe. Sie können in unterschiedlicher Form bespielt werden. Von rein farbigen künstlerischen Gestaltungen über historische Zitate bis zu programmierbaren Lichtinstallationen sind unterschiedliche Ausformungen möglich. Hier gehen die präzise Plastizität der Baukörper, der kostbare Inhalt und die kulturelle Botschaft Hand in Hand und strahlen über Hafen, Stadt, Region und Land.

PROJEKTDATEN
Auftraggeber
Kölbl Kruse GmbH, Essen

Planungs- und Bauzeit
Gutachterverfahren mit drei geladenen Architekturbüros
Planung 2007

Größe
BGF Bestand: 11.750 qm
BGF Neubau: 21.200 qm

Mitarbeiter
Zafer Bildir, Richart Büsching, Christian Dieckmann, Ulrich Hundsdörfer, Rüdiger Hundsdörfer, Till Hoinkis, Dorothee Heidrich, Sabine Kovacs, Christoph Lajendäcker, Valentin Niessen, Steffen Wurzbacher"

Quelle: Homepage ASTOC


Monika Mann in den 1940er Jahren in Pacific Palisades

"Die Monacensia, Literaturarchiv und Bibliothek München, präsentiert auf diesen Seiten erstmals einen Nachlass vollständig in digitalisierter Form. 120 Briefe, annähernd 400 Manuskripte und 17 Fotos von Monika Mann sind im Maßstab 1 zu 1 im hochauflösenden, einwandfrei lesbarem Format einsehbar. Der Zugang steht jedem Interessierten ohne Einschränkung offen und ist kostenfrei. ....."

Signatur: Monacensia, MM 1
Quelle: http://www.mann-digital.de/

Nach wie vor sind Jaffés Regesta pontificum Romanorum ein unverzichtbares Hilfsmittel für Historiker des frühen und hohen Mittelalters. Seit längerem (vgl. auch die Anzeige in Archivalia) gibt es im "Virtuellen Lesesaal" der MGH-Bibliothek ein gut nutzbares Digitalisat.

Allerdings kann man in diesem nur nach Seitenzahlen navigieren, zitiert wird der Jaffé aber ausnahmslos nach Regestennummer mit vorangestelltem Kürzel der jeweiligen Bearbeiter.

Um sich das mühsame Hin- und Herblättern in den Bänden zu ersparen, kann man jetzt ein Hilfsmittel verwenden, das Annette Grabowsky erstellt hat: eine Liste mit Direktlinks in Hunderterschritten. Das heißt, wenn man eine Nummer sucht, muss man in der Regel nur noch wenig Klicken, bis man an der gewünschten Stelle ist.

http://www.zfda.de/beitrag.php?id=978

Naja. Diese Mäkelei greift zu kurz und gefällt mir nicht. Ich meine: Auch nicht-katalogisierte Handschriften haben digitalisiert einen Wert. Ein nationales Portal für Handschriftendigitalisate zu fordern ist völlig rückständig. Für deutschsprachige Handschriften wäre auf den Handschriftencensus hinzuweisen gewesen, für lateinische muss zwingend von Anfang an auf eine internationale Metasuche gesetzt werden. Nicht angesprochen wird die Frage der Auflösung, die wirklich zentral ist.

Die SLUB Dresden bildet sich unendlich viel auf ihre digitalen Angebote ein, bietet aber ein Minimum an Benutzerfreundlichkeit. Selbst die BSB übertrifft mit ihren gravierenden Mängeln locker die Dresdener Zumutungen.

Nicht nur, dass Digitalisate verschwunden sind und alte URLs ohne Weiterleitung nicht mehr funktionieren.

Nicht nur, dass es etwa ein Dreivierteljahr gedauert hat, bis nach dem Relaunch der Website im letzten Jahr wieder ein RSS-Feed für die neuen Digitalisate zur Verfügung stand.

Die Benutzeroberfläche der Digitalisate ist absolut nicht eingängig. Wie man an die kompletten Metadaten gelangt, wissen nur erfahrene Benutzer.

Zeitweilig ist man auf die Idee gekommen, zitierbare/permanente/persistente/was auch immer Internetadressen für Einzelseiten anzubieten. Auch hier hat man sich überlegt, wie man dem Benutzer am geringsten entgegenkommen kann und eine wahrhaft geniale Lösung gefunden. Diese Adressen sind nicht etwa anklickbar und nicht einfach aus der persistenten URL des Bandes abgeleitet.

http://digital.slub-dresden.de/id324444737/17
funktioniert zwar, steht aber nicht auf dem Scan. Dort steht
http://digital.slub-dresden.de/ppn324444737/17

Besonders gut macht sich schwarze Schrift auf dunklem Hintergrund. Und als I-Tüpfelchen tritt man auch Leuten mit schlechten Augen vors Schienbein, denn in der Vergrößerungsstufe verschwinden die Seiten-URLs!

Früher konnte man eine Liste der digitalisierten Handschriften nach Signaturen abrufen. Das ging dann nach dem Relaunch nicht mehr. Und nun gibt es auch keine Kollektion Handschriften mehr:

http://www.slub-dresden.de/sammlungen/digitale-sammlungen/kollektionen/

Die aufgeblasenen Dresdener Digitalisierer werden vermutlich versichern, dass irgendwann in den nächsten Jahren unter den "Ausgewählten Kollektionen" auch die Handschriften wieder vertreten sein werden. Wenn München oder Heidelberg oder Karlsruhe usw. es schaffen, eine Liste der digitalisierten Handschriften mit Schlagzeile ins Netz zu stellen, die dem elementaren Bedürfnis des Benutzers entgegenkommt, einfach zu wissen, welche Handschriften digitalisiert sind und zwar möglichst getrennt nach Handschriftengruppen, dann setzt sich die SLUB zum Ziel, dem Wissenschaftler die Arbeit möglichst zu erschweren.

Von 1898 bis 1924 online:

http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LXV198

Zoombar in sehr guter Qualität und zwar nicht nur Hessisches:

http://tukart.ulb.tu-darmstadt.de/

Eine Liste:

http://blog.pecia.fr/post/2011/10/04/Vid%C3%A9o-%3A-Livres-d-heures


Die Ernst von Siemens Kunststiftung hat bei einem Pariser Antiquariat ein von Vincenzo Scamozzi eigenhändig annotiertes Exemplar der ersten Gesamtausgabe (Venedig 1551) von Sebastiano Serlios Büchern zur Architektur erworben und der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

http://bvbm1.bib-bvb.de/view/custom/DisplayPersistentURL.jsp?pid=2464388

http://scamozzi.zikg.eu/index.php?id=2

Nicht unbedingt Unsinn

siehe auch Kommentare von http://archiv.twoday.net/stories/49589203/

"Der 1984 in Weißrussland geborene Publizist Evgeny Morozov ist einer der prominentesten Internetskeptiker. Bekannt wurde er für seinen Widerspruch gegen die populäre Sichtweise, das Internet führe nahezu automatisch zum Sturz und zur Demokratisierung von autoritären Staaten. Unrechtsregime, so Morozov, könnten das Internet genauso effektiv für ihre Zwecke verwenden: zur Überwachung, zur Verbreitung nationalistischer Propaganda und zur Verfolgung von Dissidenten. Morozov ist derzeit Stipendiat an der Universität Stanford."

Autor eines internetskeptischen Artikels in FAZ online:

http://goo.gl/fdq3D

Das Elend der Internetintelektuellen

Nachdem in MIAMI in den letzten Jahren in Sachen Retrodigitalisierung nichts mehr lief, gibt es nun ein neues Portal:

http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/

Es gibt schon viele Werke aus der Barockbibliothek Nünning, der Sammlung Erhard zur Reformationsgeschichte und der Büchersammlung der Freiherrn von Haxthausen. Außerdem viel zur westfälischen Landesgeschichte.

http://centraalmuseum.nl/ontdekken/object/?img_only=1

Über 50.000 Objekte sind online verfügbar. Man kann auch ein Tagging-Spiel spielen.


Pressemitteilung des BGH:

Der Kläger nimmt die Beklagte wegen der Verbreitung einer ehrenrührigen Tatsachenbehauptung im Internet auf Unterlassung in Anspruch.

Die Beklagte mit Sitz in Kalifornien stellt die technische Infrastruktur und den Speicherplatz für eine Website und für die unter einer Webadresse eingerichteten Weblogs (Blogs) zur Verfügung. Hinsichtlich der Blogs, journal- oder tagebuchartig angelegten Webseiten, fungiert die Beklagte als Hostprovider. Ein von einem Dritten eingerichteter Blog enthält unter anderem eine Tatsachenbehauptung, die der Kläger als unwahr und ehrenrührig beanstandet hat.

Das Landgericht hat der Unterlassungsklage hinsichtlich der Verbreitung einer Behauptung im Bereich der Bundesrepublik Deutschland stattgegeben. Die Berufung der Beklagten hatte insoweit keinen Erfolg. Mit der vom Berufungsgericht zugelassenen Revision verfolgt die Beklagte die angestrebte Klageabweisung weiter.

Der u.a. für das Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat hat die Auffassung der Vorinstanzen, dass die deutschen Gerichte international zuständig seien und dass deutsches Recht Anwendung finde, gebilligt.

Zur Frage der Haftung der Beklagten nach deutschem Recht ist die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen worden. Der Bundesgerichtshof hat die Voraussetzungen konkretisiert, unter denen ein Hostprovider als Störer für von ihm nicht verfasste oder gebilligte Äußerungen eines Dritten in einem Blog auf Unterlassung in Anspruch genommen werden kann.

Dies setzt voraus, dass der Hostprovider die im Folgenden dargelegten Pflichten verletzt hat:

Ein Tätigwerden des Hostproviders ist nur veranlasst, wenn der Hinweis so konkret gefasst ist, dass der Rechtsverstoß auf der Grundlage der Behauptungen des Betroffenen unschwer - das heißt ohne eingehende rechtliche und tatsächliche Überprüfung - bejaht werden kann.

Regelmäßig ist zunächst die Beanstandung des Betroffenen an den für den Blog Verantwortlichen zur Stellungnahme weiterzuleiten. Bleibt eine Stellungnahme innerhalb einer nach den Umständen angemessenen Frist aus, ist von der Berechtigung der Beanstandung auszugehen und der beanstandete Eintrag zu löschen. Stellt der für den Blog Verantwortliche die Berechtigung der Beanstandung substantiiert in Abrede und ergeben sich deshalb berechtigte Zweifel, ist der Provider grundsätzlich gehalten, dem Betroffenen dies mitzuteilen und gegebenenfalls Nachweise zu verlangen, aus denen sich die behauptete Rechtsverletzung ergibt. Bleibt eine Stellungnahme des Betroffenen aus oder legt er gegebenenfalls erforderliche Nachweise nicht vor, ist eine weitere Prüfung nicht veranlasst. Ergibt sich aus der Stellungnahme des Betroffenen oder den vorgelegten Belegen auch unter Berücksichtigung einer etwaigen Äußerung des für den Blog Verantwortlichen eine rechtswidrige Verletzung des Persönlichkeitsrechts, ist der beanstandete Eintrag zu löschen.

Durch die Zurückverweisung an das Berufungsgericht wird den Parteien Gelegenheit gegeben, dazu vorzutragen, ob die Beklagte die ihr obliegenden Pflichten erfüllt hat.

Urteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 93/10

Landgericht Hamburg – Urteil vom 22. Mai 2009 - 325 O 145/08

Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg – Urteil vom 2. März 2010 - 7 U 70/09


http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2011&Sort=3&nr=57957&pos=0&anz=169&Blank=1

Annelen Ottermann:

"Wir wollen uns einsetzen für den Verbleib der historisch gewachsenen Sammlung als Ganzes, im städtischen Besitz und nach Möglichkeit im räumlichen Verbund mit dem Stadtarchiv.
Nur wenn wir das Ganze in den Blick nehmen, erhalten wir den Wert und die Gebrauchsfähigkeit unserer Bibliothek.
Wir brauchen den Ensembleschutz für die Handschriftensammlung, die Rara, die Sammlung Moyat, die Kinderbuch- und Spiele-Sammlung Scholz-Mainz, das Peter-Cornelius-Archiv, die Theaterbibliothek, die Klosterprovenienzen und die kurfürstlichen Drucke, die Restbestände der Bibliotheca Palatina, die Stiftungen von Bürgern und Institutionen über 200 Jahre, die Moguntinen und Rhenohassiaca, die Schriften der Mainzer Jakobiner, das von den Alliierten 1945 separierte NS-Schrifttum, die Pflichtexemplare, die moderne Gebrauchsliteratur und die Forschungsbibliothek zu Handschriften und Altbeständen zusammen in den Blick nimmt.
Wenn Sie sich dafür in verschiedenen Gremien, Konstellationen und Organisationen stark machen wollen,
dann richten Sie Ihre Protestnoten gerne an den Oberbürgermeister der Stadt Mainz, an die Kultur- und Baudezernentin der Stadt und an den Direktor der Bibliotheken der Stadt Mainz. Der Protest wir außerdem gebündelt über den Vorsitzenden der Mainzer Bibliotheksgesellschaft: http://www.mainzerbibliotheksgesellschaft.de Hier werden demnächst auch Informationen zur Lage der Mainzer Stadtbibliothek eingestellt werden."

http://dlist.server.uni-frankfurt.de/pipermail/provenienz/2011-October/date.html



Informationen und Eindrücke über die Größe des Archivbestandes bekamen interessierte Besucher gestern in Recklinghausen. Anlass der Sonntagsöffnung war die Neueröffnung des Instituts für Stadtgeschichte und des Vestische Archivs. Ein besonderer Anziehungspunkt dabei: Die Ausstellung wertvoller Dokumente, darunter die Stadtgründungsurkunde aus dem Jahr 1236.
Quelle: http://media.wmtv-online.de/

Siehe die ausführliche Meldung

http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=18188

Vorarlberg, Tirol und das Burgenland haben keine Archivgesetze.

Christoph Schnabel, Referent beim Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, behandelt in K & R 2011, S. 626-631 ein Thema, das uns auch hier immer wieder beschäftigte:

http://archiv.twoday.net/search?q=ifg+urhg

Den Ergebnissen von Schnabel ist zuzustimmen. Sie liegen auf der Linie der Position wohl der meisten Informationsfreiheitsbeauftragten.

Zunächst schließt Schnabel bei den Rechten, für die die sog. Registeröffentlichkeit gilt (z.B. Patentrecht), einen Geheimhaltungsanspruch aus. Hinsichtlich des Urheberrechts schließt er sich der herrschenden Meinung an, wonach die Behörde nicht für ihr eigenes geistiges Eigentum Vorbehalte geltend machen kann, die der Einsicht entgegenstünden.

Bei Werken Dritter argumentiert Schnabel mit dem EuGH-Urteil, das eine Verbreitung nur dann bejaht, wenn ein Eigentumsübergang erfolgt. Die Gewährung bloßer Einsichtnahme sei keine urheberrechtliche Verbreitung. Privatkopien dürften vom Benutzer gemacht werden, ohne dass die Behörde verpflichtet sei, deren Voraussetzungen zu prüfen.

Eine Anwendung von § 45 UrhG bei der Abgabe von Kopien sei keineswegs zirkelschlüssig. Recht kurz wird die brisante Frage, ob die Einsichtsgewährung eine dem Urheber vorbehaltene Veröffentlichung darstelle, abgehandelt. Schon die Übergabe an eine IFG-verpflichtete Behörde könne eine Veröffentlichung darstellen.

Der informationsfreiheits-freundliche Aufsatz verdient Beachtung, zumal sich seine Ergebnisse auf die archivrechtliche Frage, ob die bloße Vorlage unveröffentlichter urheberrechtlich geschützter Dokumente zulässig ist, in der Tendenz übertragen lassen. Ich sehe meine hier wiederholt vertretene Position bestätigt.

In Frankreich wollen sich Juristen und Historiker darauf vorbereiten. Eine kommentierte Ausgabe, die Open Access zur Verfügung steht, ist aus meiner Sicht einem teuren Buchhandelsprodukt vorzuziehen, will man den E-Text nicht brauen Rattenfängern überlassen.

http://lernen-aus-der-geschichte.de/Online-Lernen/content/9922

Offizielle Website:

http://www.openaccessweek.org/

Es gibt dieses Mal noch nicht einmal mehr eine Übersicht der deutschen Teilnehmer. Open-access.net verweist nur auf die internationale Seite, bei der ein Filtern nach Land nicht vorgesehen ist. Die Suche nach Germany erbringt gerade mal 6 Treffer.

Einige deutsche Teilnehmer bringt die folgende Google-Suche zu Tage:

http://goo.gl/iEKyP

Meine Beiträge zur Open-Access-Woche 2010:

http://archiv.twoday.net/stories/8404435/

***

In Telepolis plädiert Oliver Tacke für Open Science:

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35760/1.html

Es geht nicht um das Präsentieren von fertigen Inhalten, sondern um das Erstellen, Prüfen, Verbessern dieser Inhalte durch Forscher, Praktiker und begeisterte Amateure. Wer an der Entwicklung von Wissen mitwirkt, versteht viel besser, was Wissenschaft eigentlich ausmacht und bedeutet. Andersherum bleiben Forscher vielleicht eher auf dem Boden der Tatsachen und erhalten so den Blick für das Ganze zurück, der bei ihrer Spezialisierung verloren gegangen sein könnte.

***

Einen deutschsprachigen Handbuchbeitrag zu Open Educational Ressources durften die Autoren Open Access in Netz stellen:

http://elearningblog.tugraz.at/archives/4776

***

Ob es Heuchelei sei, wird in den "Stimmen" gefragt, wenn Michael Hagner den grünen Weg von Open Access befürwortet, zugleich aber kaum etwas selbstarchiviert.

http://plan3t.info/2011/10/24/michael-hagner-und-open-access/

***

Überlegungen zur Open-Access-Ökonomie bietet:

http://svpow.wordpress.com/2011/10/22/economics-of-open-source-publishing/

That means the money that Elsevier alone takes out of academia — not its turnover but its profits, which are given to shareholders who have nothing to do with scholarly work — is enough to fund every research article in every field in the world as open access at PLoS ONE’s rate.




http://www.mainzerbibliotheksgesellschaft.de/projekte/autographen-hermann-levis-und-felix-mottls.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wiki_loves_monuments_2011/Preistr%C3%A4ger_Deutschland

Die Auswahl der Jury überzeugt nicht, es dominiert das Postkartenhafte. Völlig durchschnittliche Bilder wie das von M. Cyron erhielten einen Preis - woran das wohl liegen mag? Wieso muss unter den preisgekrönten Motiven die Burg Eltz vertreten sein? Fachwerkhäuser noch und nöcher, darunter auch eins, das als solches gar nicht erkennbar ist ( Nr. 88). Was ist z.B. an diesem Bild von DerHexer (Wikipedia-Steward) so Besonderes:

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gie%C3%9Fen-Allendorf_(DerHexer)_WLMMH_61838_2011-09-22_04.jpg

Siegerbild von Memorino: Die Anhäuser Mauer



http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Zu Recht zum Landessieger Hessen gekürt: „© DerHexer, Wikimedia Commons, CC-by-sa 3.0“ (mit ätzender Lizenzerläuterung)
commons.wikimedia.org/wiki/File:Lauterbach-Frischborn_(DerHexer)_WLMMH_66500_2011-09-18_02.jpg


Teil I:
http://archiv.twoday.net/stories/49590238/

Schauen wir uns nun mal Quellen und Literatur von

Alexander Schubert, Städtekrieg, 1387/1389, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45561 (10.10.2011)

an. Kein einziger Online-Nachweis, obwohl z.B. das JffL ein offizielles Angebot der BSB ist, von den Retrodigitalisaten der BSB ganz zu schweigen.

Literatur:

Heinz Angermeier, Städtebünde und Landfriede im 14. Jahrhundert, in: Historisches Jahrbuch 76 (1956), 34-54

Eberhard Holtz, Reichsstädte und Zentralgewalt unter König Wenzel (1376-1400) (Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit 4), Warendorf 1993.

Theodor Lindner, Zur Geschichte des schwäbischen Städtebundes, in: Forschungen zur deutschen Geschichte 19 (1879), 42-58
http://de.wikisource.org/wiki/Forschungen_zur_Deutschen_Geschichte

Joachim Schneider, "Denn wo das Ende böse ist ...". Gründe und Begründungen für den ersten süddeutschen Städtekrieg in den Äußerungen der Chronisten, in: Horst Brunner (Hg.), Der Krieg im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Gründe, Begründungen, Bilder, Bräuche, Recht (Imagines Medii Aevi 3), Wiesbaden 1999, 139-182

Ludwig Schnurrer, König Wenzel und die Reichsstadt Rothenburg, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 34/35 (1974/75), 681-720
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00048807/image_748

Alexander Schubert, Der Stadt Nutz oder Notdurft? Die Reichsstadt Nürnberg und der Städtekrieg von 1388/89 (Historische Studien 476), Husum 2003

Theodor Straub, Bayerns Rolle im Reich und im Städtekrieg, in: Max Spindler/Andreas Kraus (Hg.), Handbuch der bayerischen Geschichte. 2. Band: Das alte Bayern. Der Territorialstaat vom Ausgang des 12. Jahrhunderts bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 2. Auflage 1988, 225-232

Martin Weindl, Der Städtekrieg von 1388, in: Peter Morsbach/Peter Brielmaier/Uwe Moosburger (Hg.), Regensburg. Metropole im Mittelalter, Regensburg 2007, 225

Joseph Würdinger, Erster und zweiter Städtekrieg in Schwaben, Franken und am Rhein 1370-1390, in: Jahresbericht des Historischen Kreisvereins im Regierungsbezirke von Schwaben und Neuburg 33 (1868), 85-136
http://bavarica.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10333433_00090.html

Joseph Würdinger, Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1347-1506. 1. Band, München 1868
http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374387-2

Quellen:

Die Chroniken der Deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert, hg. von der Historischen Commission bei der Königl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Leipzig/Göttingen 1862-1968
http://de.wikisource.org/wiki/Die_Chroniken_der_deutschen_St%C3%A4dte

Julius Weizsäcker (Hg.), Deutsche Reichstagsakten. Ältere Reihe. 1.-3. Band: Unter König Wenzel, Gotha u. a. 1867-1877
http://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Reichstagsakten

Auch die neuesten Artikel weisen nicht online verfügbare Quellen und Literatur nach. So sollte man im Artikel zu den Grafen von Kirchberg statt eines völlig überflüssigen unwissenschaftlichen E-Textes eines Lieds des Minnesängers Konrad von Kirchberg beispielsweise das Württembergische Urkundenbuch online oder Stälins Geschichte verlinken:

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45827

Beschämend ist, dass man die Bucelin-Ansicht von Kloster Wiblingen in denkbar schlechter Schwarzweißqualität präsentiert. Hatte man kein Geld oder keine Zeit, sich eine Reproduktion der WLB zu besorgen?

Absolut inakzeptabel ist, dass die Quelle für das Aquarell des Wiblinger Epitaphs in der Bildunterschrift nicht genannt wird:

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/document/artikel_45827_bilder_value_6_kirchberg5.jpg
[Ein Foto des erhaltenen Grabmals:
http://oberkirchberg.blogspot.com/ ]

Und wieso gibt es keine Stammtafel? Sicher: die "geneaolgischen [SIC] Verhältnisse der Kirchberger sind undurchsichtig" - aber wenigsten für die jüngeren Generationen hätte man eine Stammtafel erwarten dürfen.

http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848/0043?sid=59d995141c67d9350179e5226504c42f Sollte man annehmen, dass es etwas Dümmeres gibt, als diesen Link zu verwenden, wenn die UB Heidelberg eindeutig den permanenten Link vorgibt?

Die BSB stümpert weiter ...



http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bucelin_wiblingen.jpg

Die Edition Helga Lengenfelder stellte bekanntlich auf ManuMed

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/ (Direktlink nicht möglich)

diverse Beihefte als PDFs zur Verfügung. Weitere finden sich unter:

http://www.omifacsimiles.com/cats/lit.html

Sagt RA Marcus Beckmann, der das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags bespricht:

http://www.beckmannundnorda.de/serendipity/index.php?/archives/687-Wissenschaftlicher-Dienst-des-Deutschen-Bundestages-veroeffentlicht-Gutachten-zu-Facebook-Fanpages,-dem-Gefaellt-Mir-Button-und-anderen-Social-Plugins.html

Das Gutachten kommt zu dem Schluss:

"Vielmehr ist das geltende Datenschutzrecht von Unsicherheiten geprägt und macht die eindeutige Beantwortung rechtlicher Fragen in diesem Bereich schwer. Eine gerichtliche Beurteilung der untersuchten Sachverhalte steht bislang aus. Die zur Frage der Personenbezogenheit einer IP-Adresse auch in der Rechtsprechung vertretenen verschiedenen Auffassungen machen zudem deutlich, dass selbst im Falle einer richterlichen Entscheidung nicht von einer endgültigen Klärung datenschutzrechtlichen Kontroversen ausgegangen werden kann. Es kann daher keine abschließende Empfehlung hinsichtlich einer Entfernung der durch das ULD als datenschutzrechtlich unzulässig bewerteten Angebote gegeben werden."

Beckmann kommentiert: "Das Gutachten zeigt abermals, dass sich das deutsche Datenschutzrecht in einem katastrophalen Zustand befindet. Leider ist nicht damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber in der Lage ist, eine zeitgemäßes, klares und funktionales Regelwerk zu schaffen. Es hilft dabei gar nichts, wenn Datenschützer wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein mit markigen Worten und Ordnungsgeldern drohen."



Via http://joernborchert.twoday.net/

http://www.stadtarchiv-neuss.de/



http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Stadtarchiv_Neuss

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur/schillers_ode_zu_teuer_fuer_die_oeffentliche_hand_1.13077702.html

Pech für die Stiftung Weimarer Klassik und die Öffentlichkeit: Die überraschend aufgetauchte Reinschrift von Friedrich Schillers berühmter «Ode an die Freude» gelangt in Privatbesitz. Bei der zweitägigen Autografen-Auktion, welche die Antiquariate Moirandat (Basel) und Stargardt (Berlin) am Freitag im grossen Saal von Basels Schmiedenhof begonnen haben, erhielt ein anonymer telefonischer Bieter den Zuschlag.

Das zweimal gefaltete und dann auf drei Seiten mit Tinte beschriebene Blatt von 1785, ein kleines Quartformat, war mit einem Schätz- bzw. Ausgabepreis von 150'000 Franken ausgerufen worden. Der Endpreis lag schliesslich bei einer halben Million Schweizer Franken.

Zwei Wochen vor Beginn der Auktion hatte sich die Stiftung Weimarer Klassik mit einem Spendenaufruf an die deutsche Öffentlichkeit mit der Bitte gewandt, ihr beim Erwerb von Schillers Autograf zu helfen. So unstrittig es von vornherein war, dass das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar der ideale Aufbewahrungsort dieser Gedicht-Handschrift wäre, so klar war dem Archiv auch, dass es sich «allein mit eigenen Mitteln bei der Versteigerung nicht erfolgreich behaupten können» würde.


Danke für den Hinweis an Karsten Schuldt

Text:
http://www.moirandat.ch/Auktion8_1_Literatur.pdf




Dem kann ich nur zustimmen.

A discussion on whether scholars should take the time to write a blog about their work.

http://www.universityaffairs.ca/should-you-enter-the-academic-blogosphere.aspx

(Thanks to Mareike König.)

FAZ über eine Studie die das e-book absolvieren soll, zeitgleich mit der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben

http://goo.gl/s9y2q

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00064880/image_11

Das Digitalisat ist eine in Rom 1469 gedruckte Inkunabel von Caesars De bello Gallico.

Das Provenienzregister zu BSB-Ink (nicht online) gibt Auskunft über den Eigner des Wappens:

Peck, Georg
aus Ulm; Dr. decr.; Kanoniker (seit 1465) und bischöflicher
Offizial (1465–86) in Augsburg; gest. 1486;
verwendete ein Wappen.
A‑450,3; A‑854,1; C‑23,1; L‑187,1.
Lit.: Haemmerle, Augsburg, S. 19. – MBK 3/1, 83.


Man vermisst den Hinweis auf den Freiburger Inkunabelkatalog von Vera Sack (den Needhams IPI hat):

Register:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0024c_b1620_jpg.htm
Nr. 2168+2174 (Augsburger Isidor-Drucke 1472)
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0024b_b0725_JPG.htm

Beck, der Augsburger Kanoniker und Offizial war, ist auch als Autor lateinischer juristischer Texte in Handschriften greifbar:

Tübingen, UB, Mc 63
Consilium von 1486
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj90630216,T

Augsburg, UB, Cod. II. 1. fol. 57
Informatio confessorum dioecesis Augustensis in tempore belli (1463)
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/dokumente/html/obj90621013,T

Wie nicht selten hat ManuMed keineswegs alle Nachweise, die es eigentlich haben sollte. Der folgende Beleg kam über Google (findet sich aber auch bei Krämer, Scriptores):

Consilien Nr. 33 und 39
München, UB 2° 664
http://books.google.de/books?id=0pTjubri0ikC (Auszüge)
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0054_b125_JPG.htm

Weitere biographische Nachweise bietet Elisabeth Wunderles Katalog der Dillinger Handschriften anlässlich der Erwähnung eines Jahrtags
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00045613/image_149

Hinweis auf Clm 3895:
http://www.google.de/search?&tbm=bks&q=%22+ego+georgius+peck+**%22

Beleg fürs Todesdatum 22. Dez. 1486
http://books.google.de/books?id=WZsrAQAAIAAJ&pg=PA241

Repertorium Germanicum hat ebenfalls Belege zu Beck.

Update 2015: GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=1025026241

#forschung


Die geplante Versteigerung von Teilen der Haller Waldauf-Bibliothek sorgt für Wirbel in der Fachwelt und der Salzstadt. [...]

Die Herkunft der bei Zisska & Schauer ange­bo­te­nen Werke beschäf­tigt nun das BDA, der­zeit prüfe die Rechtsabteilung, ob und wel­che Rechtsmittel ergrif­fen wer­den könn­ten, weiß Rampold. Bei Zisska & Schauer rea­giert man mit Verwunderung: Der Bestand stamme aus Deutschland und aus Privatbesitz, sagt Herbert Schauer, Leiter des Auktionshauses. Und: „Wir haben alles unter­nom­men, um die Herkunft zu klären.“

Gegenteiliger Meinung ist der deut­sche Historiker und Archivar an der RWTH Aachen, Klaus Graf, der den Stein in sei­nem Webblog „Archivalia“ ins Rollen gebracht hat. Er schließt aus, dass die Werke „auf lega­lem Weg aus Öster­reich ent­fernt wur­den“ und ist sich „ziem­lich sicher“, dass es sich um die wäh­rend des 2. Weltkriegs ver­lo­re­nen Bestände han­delt. Auf eine Einigung und den „Erhalt die­ses Kulturguts für Tirol“ hofft indes UB-Direktor Martin Wieser: Es wäre ein „immen­ser Schaden“, wür­den die Bestände durch den Verkauf verstreut.


Ganzer Artikel: http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Freizeit/3608420-2/r%C3%A4tsel-um-kostbaren-haller-b%C3%BCcherschatz.csp

Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/42999544/


Lesenswertes von Mareike König:

http://dhdhi.hypotheses.org/380

http://hotfile.com/dl/131982872/09a19f7/Iserlohner_Urkundenbuch.pdf.zip.html

Skype kann Piraten verraten, Webcams lassen sich dank einer Lücke in Adobe Flash ausspionieren und PC-Tastatureingaben mit iPhones auslesen.
Wissenschaftler des Georgia Institute of Technology und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben in einer Studie namens «Ich weiss, wo du bist und was du teilst» skizziert, wie sich das Filesharing-Verhalten von Anwendern nachvollziehen lässt, die Skype und Bittorrent nutzen

http://www.nzz.ch/nachrichten/digital/skype_bittorent_ip_adresse_1.13072821.html

"... Das Landesarchiv in Duisburg wird offenbar noch teurer als erwartet. Fast 200 Millionen Euro soll der Bau kosten. Der Bund der Steuerzahler rügt den Neubau als Fallbeispiel für Steuerverschwendung. Ursprünglich veranschlagt waren 30 Millionen Euro.


Der Bau des Landesarchivs am Innenhafen wird offenbar noch mal teurer und sprengt fast die Grenze von 200 Millionen Euro. In der SPD-Landtagsfraktion und am Rande einer Kabinettssitzung soll die Zahl 196 Millionen Euro genannt worden sein. Die Düsseldorfer Staatskanzlei dementierte gegenüber der WAZ diese Zahl nicht. Auch im jetzt veröffentlichten Schwarzbuch 2011 des Bundes der Steuerzahler (BdSt) findet das Bauvorhaben unrühmliche Nennung als Fallbeispiel für Steuerverschwendung.

Erst vergangene Woche hatte die WAZ über den Neubau des Landesarchivs berichtet. Die erwartete Bausumme von genannten 170 Millionen Euro hat sich dabei offenbar schon wieder längst überholt. Über die Gründe der weiteren Kostenexplosion gibt es unterschiedliche Mutmaßungen. So sollen sie in zusätzlichen Baukosten wegen der aufwendigen Gründungen am Hafenbecken liegen. Auch eine weitere Risikovorsorge und höhere Bauleitzinsen werden genannt. Der Landesbau-Betrieb BLB räumt Kostensteigerung ein, will die Summe aber nicht bestätigen.
..."

Quelle: derwesten.de, 20.10.11

".... Abzocke beim Landesarchiv
NRW. Im Frühjahr 2010 berichtete die Neue Ruhr Zeitung, dass das Land NRW bereits 2007 geplant hatte, ein altes Speichergrundstück im Duisburger Innenhafen für das neue Landesarchiv zu kaufen. Kosten: 2 Mio. Euro. Unmittelbar vor dem Notartermin verkaufte der Eigentümer sein Grundstück jedoch für 3,8 Mio. Euro an den Essener Projektentwickler Kölb Kruse. Zufall? Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) nahm zu einer entsprechenden Frage des BdSt keine Stellung. Kölb Kruse, die bereits mehrere Projekte im Duisburger Innenhafen verwirklicht hatten, sollten das Archiv nun bauen, das Land wollte das Gebäude mieten. Denn der politische Beschluss, das Landesarchiv am vorgesehenen Standort zu bauen, blieb weiter bestehen; der BLB erhielt keinen Auftrag, innerhalb oder außerhalb Duisburgs nach einer Alternative zu suchen. 3,8 Mio. Euro Miete jährlich waren zunächst vorgesehen, doch dann erhöhte Kölb Kruse die Forderung auf 12 Mio. Euro. Und noch immer hielt das Land am Duisburger Innenhafen fest. Aber anscheinend wurde ihm die Sache allmählich doch zu teuer. Kölb Kruse verkaufte das Grundstück samt einem Nachbargrundstück, das das Essener Unternehmen laut Presseberichten für rund 765.000 Euro der Stadt Duisburg abgekauft hatte. Das Land NRW zahlte die stolze Summe von fast 30 Mio. Euro. Der BLB betont auf Anfrage des BdSt, dass diese Kosten nicht nur die Grundstücke abdeckten, sondern auch „andere Kosten, z. B. für verausgabte Planungsleistungen“. Nach Presseberichten schlug allein der Ausstieg aus dem Mietvertrag mit gut 8 Mio. Euro zu Buche. Auf die Frage, wie sichergestellt werden könne, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen, erklärt der BLB dem BdSt, dass „bei der Anbahnung von Grundstücksgeschäften des Landes typischerweise ein öffentlicher Bekanntheitsgrad unvermeidbar ist, der tendenziell preissteigernd wirkt“. Tendenziell preissteigernd? Das klingt angesichts der Summen und der finanziellen Lage des Landes wie blanker Hohn. Hinzu kommt, dass es nicht bei den ursprünglich veranschlagten Baukosten von 80 Mio. Euro bleibt; inzwischen sind es mindestens 158 Mio. Euro. Mittlerweile ermittelt die Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft in Wuppertal in dem Fall, im Februar 2011 berichteten die Medien in NRW über umfangreiche Razzien – nicht nur in Sachen Landesarchiv. So gebe es einen Anfangsverdacht für Untreue und Korruption auch bei anderen Projekten des BLB. ...."

Quelle: Schwarzbuch 2011

"Aufmerksame Beobachter haben die Armada von Umzugswagen vor der Villa Plange registriert. Sie ist ein Vorbote von lange geplanten Veränderungen. Das Kreisarchiv zieht in diesen Tagen vom Soester Sigefridwall in das Kreishaus um. Denn in der Villa beginnen dringende Reparaturmaßnahmen.
Wasserschäden sind in einigen Räumen längst sichtbar. So funktioniert die Balkonentwässerung wegen defekter und nicht ausreichend dimensionierter Rohrleitungen nur unzureichend. Auch für andere Ver- und Entsorgungsleitungen besteht dringender Handlungsbedarf, wenn das denkmalgeschützte Gebäude keinen größeren Schaden nehmen soll. So stehen Heizungsarbeiten sowie Maßnahmen rund um Sanitär- und Elektroinstallation in den nächsten Monaten bevor. Daneben sollen Fenster und Türen ausgetauscht werden, vor allem aus energetischen Gründen. Aus dem Jahr 2010 stehen für das Projekt noch 110.000 Euro zur Verfügung, für 2011 hat der Kreistag 225.000 Euro an Haushaltsmitteln bereitgestellt.
Wegen des Umzugs bleibt das Archiv noch bis zum 28. Oktober geschlossen. Ab dem 31. Oktober ist das Kreisarchiv im Kreishaus am Hohen Weg unter der bekannten Telefonnummer 02921/302960 und der E-Mail-Adresse kreisarchiv@kreis-soest.de zu erreichen. Benutzungen des Archivs sind nach Voranmeldung möglich.
Das Magazin des Kreisarchivs verbleibt im Keller der Villa Plange. Zurzeit wird geprüft, ob die bisherigen Räume des Kreisarchivs im Ober- und Dachgeschoss der Villa Plange künftig von der jetzt noch im Kreishaus untergebrachten wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH genutzt werden können. Die Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen, bei denen die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten sind, werden den Zeitraum bis Juli 2012 in Anspruch nehmen. Zur langfristigen Unterbringung des Kreisarchivs, für dessen Bestände mittlerweile weder in der
Villa Plange, noch im Kreishaus genügend Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, prüft der Kreis Soest mehrere Alternativen. Das hängt auch vom Erfolg des Regionale-2013-Projekts Adam-Kaserne Soest ab. Der vorliegende Konzeptentwurf sieht die Ansiedlung des Kreisarchivs mit dem Stadtarchiv vor."


via Mailingliste "Westfälische Geschichte"

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/print_11269021.htm

Seit längerer Zeit kursieren Gerüchte, inwieweit auch die Wissenschaftliche Stadtbibliothek von den Sparüberlegungen der Ampelkoalition betroffen sein könnte. Nach AZ-Informationen gibt es nun Planungen, die traditionsreiche Einrichtung an der Rheinallee zu schließen und von Grund auf umzustrukturieren: Das knapp 100-jährige, sanierungsbedürftige Jugendstilgebäude soll verkauft und die Bestände der Wissenschaftlichen Bibliothek auf drei Standorte aufgeteilt werden.

Das Stadtarchiv, dessen Bestand das Landesarchivgesetz garantiert, wird auf jeden Fall erhalten bleiben und könnte, so die Überlegungen, als eine Art historisches Zentrum für die Stadtgeschichtsforschung in eine der auslaufenden Grund- oder Hauptschulen im Stadtgebiet ziehen. Hierhin sollen auch Altbestände der Wissenschaftlichen Bibliothek mit archivarischem Charakter verlagert werden. Dieses erweiterte Stadtarchiv soll weiterhin für Jedermann öffentlich zugänglich sein.

Kooperation mit der Universität

Andere Teile der Wissenschaftlichen Bibliothek, wie etwa Handschriften oder Inkunabeln, sollen ins Gutenberg-Museum wandern, das lange Zeit Teil der Stadtbibliothek war und 1927 ins Haus zum Römischen Kaiser ausgegründet wurde. Die restlichen Bestände könnten, nach Vorstellungen der Ampel-Koalition, in dem künftigen Neubau der Universitätsbibliothek zusammengeführt werden.

Die dadurch entstehenden Synergieeffekte bedeuten aber auch, dass die Wissenschaftliche Stadtbibliothek keine neuen Anschaffungen – Bücher und Zeitschriften schlagen jährlich mit 130.000 Euro zu Buche – mehr tätigen könnte, die Bestände würden auf dem aktuellen Stand eingefroren.


Siehe auch
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mainz-gedaechtnisverlust-in-der-gutenbergstadt-11498815.html

Das wäre eine katastrophale Fehlentscheidung und ein völlig falsches Signal für die anderen Altbestandsbibliotheken in kommunaler Trägerschaft.

Annelen Ottermann dazu: Mein Credo, für das ich nach 26 Jahren als Altbestandsbibliothekarin an dieser Bibliothek in Mainz mit aller verbleibenden Kraft gegenüber den politischen Entscheidungsträgern kämpfen werde, lautet:
"Es gibt den Denkmalschutz für historische Gebäude. Wir brauchen den Ensembleschutz für historische Sammlungen!"

Zur Situation der Freien Archive

von Jürgen Bacia

"Vor dem Hintergrund des Geschilderten müssen einige provozierende Fragen erlaubt sein. Sind wir in der Lage, verantwortlich mit unserer Geschichte umzugehen? Wollen wir alle einzeln untergehen oder gelingt uns eine gemeinsame Lösung?

Ist es möglich, Gegenstrukturen zu schaffen gegen das etablierte Archivwesen? Sollen politische Gruppen und Initiativen ihre Unterlagen lieber wegwerfen, als sie etablierten Archiven zur Verfügung zu stellen? Müssen alternative ArchivarInnen notwendigerweise am Hungertuch nagen oder ist es legitim, für bezahlte Stellen in Freien Archiven zu kämpfen?"

http://www.graswurzel.net/356/archiv.shtml

Graswurzelrevolution Nr. 356, Februar 2011


Nachtrag: Beim Stöbern bemerkte ich eben, dass es bereits einen Eintrag zu diesem Artikel gibt:

http://archiv.twoday.net/stories/14656210/

Prantl im Eröffnungsvortrag des Bremer Archivtags 2011:

VdA

Die Vermutung, jener ehrwürdige Greis, der Melanchthon auf dem Speyerer Reichstag von 1529 vor der bevorstehenden Verhaftung des Simon Grynäus warnte, sei der ehemalige Speyerer Stadtschreiber Michael Geilfuß gewesen, geht auf Erhard Christoph Baurs Lehmann-Biographie von 1756 zurück:

http://books.google.de/books?id=tBk6AAAAcAAJ&pg=PA206

Zur Sache die "Geschichte des Reichstages zu Speier im Jahre 1529" von Julius Ney 1880 (Separatabdruck aus den MHV Pfalz) S. 157-159

http://www.archive.org/details/geschichtedesre00neygoog
http://books.google.com/books?id=B10TAAAAYAAJ&pg=PA157 (US-Proxy)

In Baurs Verzeichnis der Kanzleiverwandten (Stadtarchiv Speyer 1 A 72) wird er mit den Tätigkeitsdaten 1483-1523 angeführt.

Einige Notizen zu ihm finde ich im Netz.

1493 Notar Michael Geilfuß von Motern (Mothern bei Weissenburg nördlich von Seltz im Elsaß, Speyerer Diözese) urkundet in Speyer
ZGO 26 (1874), S. 459
http://books.google.com/books?id=fYYVAAAAYAAJ&pg=PA459

1493 Notar des geistlichen Gerichts hat ein Haus in Speyer
http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/speyer/a/a.5/f9/fb/urkunden/71/

1494 Notar Michael Geilfusz des Speyerer Richters
http://www.wubonline.de/?wub=5688

1497 beurkundet als Stadtschreiber ein Testament
http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/speyer/a/a.6/e6/fb/akten/168/

1500 "Der Stadtschreiber Michael Geilfuss erhielt 70 fl. Lohn, 10 fl. für ein Kleid, die Hälfte der Einkünfte der Canzlei, freie Wohnung und Befreiung von allen städtischen Abgaben, ausser vom Kaufbausgeld; der Unterstadtschreiber Steffan Reyn von Alzei hatte 30 fl. Lohn, 4 fl. für ein Kleid, die Hälfte der Schreibgebühren."
MHV Pfalz 5 (1875), S. 24
http://books.google.de/books?id=H6gOAAAAYAAJ&pg=RA4-PA24

1502 Notar Michael Geilfuss de Motern
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/remling1853/0459

1503 Gesandter (als Stadtschreiber) zu Florenz von Venningen
http://books.google.de/books?id=4mZFAAAAcAAJ&pg=PA10

1505 Reichstag zu Köln
http://books.google.de/books?id=XyYJAQAAIAAJ (s. Register)

1506 Gesandter (als Stadtschreiber) zu Maximilian
http://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=599752

1507 Gesandter (als Stadtschreiber) nach Udenheim (Remling, Bischöfe II, 216)
http://books.google.de/books?id=sUNBAAAAcAAJ&pg=PA216

1508/11 Beklagter vor dem RKG
http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/speyer/a/a.6/e6/fb/akten/773/

1514 alter Stadtschreiber (Protokolle des Speyerer Domkapitels)
http://books.google.de/books?&id=i3k-AAAAYAAJ&dq=geylfus+michael&q=geylfus
Laut Register Nr. 3750, 3819, 4138, 4634

1518 die beiden Stadtschreiber Michael Geylfuß und Diether Truwel (sonst überwiegend Drawel) vertraten die Stadt
http://books.google.de/books?id=AtsCAAAAQAAJ&pg=PA239

[1481 ?] Speyerer Kleriker und öffentlicher Notar Michael Geylfus von Moteren fertigt im Kreuzgang des Wormser Doms ein Notariatsinstrument aus
http://books.google.de/books?id=a5hIAAAAMAAJ&q=geylfus+michael

Die elsässische Herkunft spricht eher gegen einen familiären Zusammenhang mit dem Erfurter Rektor Nikolaus Geilfus aus Speyer 1444/5
http://books.google.de/books?id=f0ZNAAAAYAAJ&q=geylfu%C3%9F
Nikolaus Geylfuß (ID: 1058176559)", in: RAG, Repertorium Academicum Germanicum. URL: http://www.rag-online.org/gelehrter/id/1058176559 (Abgerufen: 21. October 2011)

1408 lebte in der Speyerer Löwengasse schon ein Hensel Geylfuß
http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-1291803
Ende des 14. Jh. war ein Wernher G. Ratsherr (Voltmer, Reichsstadt und Herrschaft, 1981, S. 270).

Nachtrag: Schuler: Notare 1987 Nr. 391 hat einen päpstl. und kaiserl. Notar Nicolaus Geilfuß de Notern (sic!), Kleriker des Bt. Speyer, belegt 1510 und 1512.

#forschung

Tamiment Library at NYU is currently collaborating with some GSLIS folks from Queens College to collect materials for an archival collection documenting the Occupy Wall Street movement, including an oral history component.

http://arrrchivist.tumblr.com/post/11692439231/occupy-wall-street-archival-project

Photo: David Shankbone http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de

Das Gespräch mit Klaus Farin, dem Gründer des Archivs der Jugendkulturen in Berlin, ist (noch) auf der Homepage der "jungen Welt" frei einsehbar:

http://www.jungewelt.de/2011/09-03/057.php?sstr=farin%7Carchiv

junge Welt, 03.09.2011, S. 1 (Beilage)


"Was mal modisch am Fuß getragen wurde, hat seinen Platz im Sockenarchiv der Firma Falke in Schmallenberg. Ging es früher vor allem darum, die Füße warm zu halten, steht heute das Aussehen im Vordergrund."

Link zum Video der WDR-Lokalzeit Südwestfalen v. 19.10.2011

Wikipedia-Artikel zur Fa. Falke

Als ich mich 1991 mit dem als "Speyrer Chronik" bekannten Geschichtswerk befasste, musste ich mich auch mit den Speyerer Kanzleihänden und ihrem Verhältnis zu den Händen im Codex unicus im GLAK auseinandersetzen:

http://www.ag-landeskunde-oberrhein.de/fileadmin/protokolle/P309V.pdf

Eine gründliche Sichtung der archivalisch kaum erschlossenen reichen spätmittelalterlichen Speyerer Überlieferung konnte ich nicht leisten und musste mich auf einige Stichproben beschränken. Der Urheber der Chronik, den man wohl mit der Hand A der einzigen Handschrift identifizieren darf, war aber wohl kein Speyerer Stadtschreiber. Immerhin fand ich die Hand des Stadtschreibers Marcus Mommenson und wohl auch die des Stadtschreibers Eberhard Selbach im Karlsruher Codex.

Dem Internet sei Dank: Inzwischen kann man sehr viel bequemer Materialien zur Kanzleigeschichte der Stadt Speyer im 15. Jahrhundert zusammenstellen als vor über 20 Jahren. Die jetzt erfolgte Digitalisierung der Speyerer Urkunden ist ein riesiger Schritt voran - Joachim Kempers Engagement verdient größtes Lob.

Für Archivalia_EN auf Tumblr wählte ich als Abbildung aus dem Speyerer Digitalisate-Bestand ein Notariatssignet des Johannes Selbach 1442, der auch als Stadtschreiber tätig war.

http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/DE-StaASpeyer/1Uchron/106/charter?q=selbach

1442 November 26
Der Notar Johannes Selbach beurkundet die Aussagen einiger alter Speyerer Bürger über die Instandhaltung des Wages zum "Lußheimer far".

In monasterium.net gibt es noch zwei weitere Kurzregesten, die ihn erwähnen:

1440 Februar 1
Vollmacht des Rates der Stadt Speyer für die Altermeister Conrad Eyerer und Jost Fryspecher und für den Schreiber Johannes Selbach zu einem von Herman Loißke, Freigraf zu Lichtenfels, in Mainz festgesetzen Tag wegen der Forderungen von Herman Weise von Furbach und von Gunthram Schencke von Sweynsberg.

Das Regest ist nicht ganz präzise. In der Urkunde ist von "unserem" Schreiber die Rede, Selbach war damals also auch Rats- bzw. Stadtschreiber.

1442 Dezember 10
Notar Johannes Selbach von Gießen transsumiert vier Urkunden von 1368 November 2, 1361 April 22, 1361 März 17 und 1379 Dezember 4.

Abgesehen von den Lebensdaten ist die Angabe des Münchner Clm 10473 von großer Bedeutung. Diese legistische Handschrift schrieb Selbach, der sich als Protonotar der Stadt Speyer und clericus conjugatus des Erzbistums Trier bezeichnet, im Oktober 1446 während seines (juristischen) Studiums in Padua.

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0240_b183_jpg.htm

Für die Stadt Mainz legte der Offenschreiber und Notar Johannes Selbach von Gießen 1442 eine Privilegiensammlung an: Chroniken der deutschen Städte 18, 1882, Verfassungsgeschichte S. 137 (damals im Münchner Reichsarchiv).

http://www.archive.org/stream/diechronikenderm02bayeuoft#page/136/mode/2up

Selbach war nicht nur für die Stadt, sondern auch für die in Speyer ansässigen geistlichen Institutionen als Notar und Schreiber tätig. Wie so häufig lässt uns Busch/Glasschröders ergiebige "Chorregel" (I, 1923, S. 189 Anm. 1) nicht im Stich: Als Notar des Speyerer Domkapitels erscheint er vom 24. Mai 1427 bis 1460.

Wenig kompetent gab das Stadtarchiv Speyer der Bearbeiterin eines 1972 erschienenen Stuttgarter Handschriftenkatalogs Auskunft: Selbach, der als Notar in Speyer in der Pergamentmakulatur zu 1432 belegt ist, sei in 4 (!) Urkunden 1439-1447 nachweisbar.

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0071_b007_jpg.htm

Auch in HB X 18 finden sich Reste eines Notariatsinstruments von Selbach (Speyer 1431):

http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0071_b079_jpg.htm

1430 war er im Kontext des Trierer Schismas tätig:
http://books.google.de/books?id=G9fWAAAAMAAJ&q=%22johannes+selbach%22+gie%C3%9Fen

1432 Dezember 7 ist Johannes Selbach von Gießen als Notar in Bretten tätig (Neipperger Archiv):
http://books.google.de/books?id=SzlmAAAAMAAJ&q=%22johannes+selbach%22+gie%C3%9Fen
[Dagmar Kraus: Archiv der Grafen von Neipperg. Urkundenregesten 1280-1881. Stuttgart 1997, S. 27f. Nr. 27 zusammen mit dem kaiserlichen Schreiber = Notar Jacob Hartberg von Alzey, den Schuler, Notare 1987 Nr. 495a als öffentlichen Notar in Speyer zu 1429 hat - Findbuch WR ohne ihn zu nennen: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-32708 - und seine Notarsdatenbank - siehe unten - zu 1436.]

1438 Januar 23 urkundet Selbach in Speyer für das Kloster Maulbronn. Die Urkunde mit seinem Signet liegt digitalisiert einsehbar beim LA BW vor:

http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-1291351

Beim Bischofseinritt 1439 las Selbach als Stadtschreiber zwei Urkunden vor (Remling, Bischöfe II, S. 66):

http://books.google.de/books?id=sUNBAAAAcAAJr&pg=PA66

Beim Bischofseinritt 1461 sollte der Stadtschreiber Mommenson die Urkunden verlesen, Selbach war 1461 Notar auf der Seite des Domkapitels:

http://books.google.de/books?id=Pes-AAAAcAAJ&pg=PA522

1446: Stadtschreiber Johannes Selbach als Bevollmächtigter der Stadt
http://books.google.de/books?id=iLFBAAAAcAAJ&pg=PA443

Der Speyerer Bürger Johann Selbach der 1447 in den Regesta Imperii belegt ist, ist wohl ebenfalls der Notar:

http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1447-07-08_1_0_13_17_0_69_69

Im Repertorium Germanicum notariorum publicorum (RGN)
von Peter Johannes Schuler
http://www.hgw-online.net/menschzeichen/dbnotare/
findet sich zu Selbach der Eintrag:

Ref.-Nr. SE1085556997
Name Selbach, Johannes von
Herkunft Gießen
PS 1) öff. Not. 4) 1454-1455 Gerichtsnot. des Propstes des St. Germanstiftes in Speyer
NI 1455 .... (Arch. Municip. Wissembourg/Els U 7 – RI Ludwig d. B. H. 4 Nr. 19); 1455 Jan. 2, Speyer (2 NIe; GLA 38/3406; Rückert Gottesaue Nr. 77, 78); 1480 Aug. 4, Marburg (GLA 46/1228 – Rückert Gottesaue Nr. 105)


Wieso Johannes VON Selbach?

Die letzte Urkunde wird auch für den Notar Eberhard Selbach angeführt. Die Schnipsel der Rückert'schen Regesten unter

http://books.google.de/books?ei=0WqfTtGGBcT24QSxlKTDB

sprechen eher dafür, dass Eberhard 1480 tätig war, Johannes aber 1454. Dass er 1480 noch gelebt hat, wenn er bereits 1427 als Notar tätig war, erscheint kaum denkbar. Er dürfte in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts geboren sein. Letzter Beleg derzeit: 1461.

[Nachtrag: Ein Blick in Peter Rückert: Gottesaue. Die Urkunden der benediktinerabtei 1110-1550, Stuttgart 2000 bestätigt, dass Schuler fehlerhaft gearbeitet hat. S. 133 Nr. 105 vom 5. August 1480 (ausgestellt in Marburg) bezieht sich nur auf den Notar Eberhard Selbach. S. 113f. Nr. 77 bezeugt Johannes Selbach von Gießen, Gerichtsnotar des Propstes von St. German zu Speyer (und Archidiakons), der am 2. Januar 1455 ein Notariatsinstrument fertigte und am 18. Dezember 1454, am 19. Dezember 1454 und am 2. Januar 1455 Zeugenbefragungen durchführte. Ein weiteres Notariatsinstrument vom gleichen Datum ebd. S. 114f. Nr. 78 erwähnt weitere Zeugenbefragungen an den angegebenen Daten.]

Nichts spricht im Augenblick dagegen, im Stadtschreiber und Notar Eberhard Selbach, der 1453 in Heidelberg sich immatrikulierte

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/matrikel1386/0353

den Sohn Johanns zu sehen.

1479 bezog ein Lucas Selbach de Spira die Universität Heidelberg:

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/matrikel1386/0440

War es der Sohn von Eberhard? Und ist er womöglich mit dem von Krämer, Scriptores genannten Lukas Selbach identisch, der zwischen 1497 und 1502 in Basel (Schweiz) als Stadtschreiber nachweisbar ist? [Schuler, Notare 1987 Nr. 1236 wies bereits auf ihn hin.]

Deutlich wird jedenfalls einmal mehr die Bedeutung der clerici conjugati und die Rolle der akademischen Bildung für das städtische Kanzleipersonal.

Soweit eine hastige Skizze, die natürlich der Ergänzung durch vertiefte Recherchen bedürfte. Aber als kleines "Angebinde" für das Stadtarchiv Speyer anlässlich der Veröffentlichung der Urkundendigitalisate mag der Beitrag vielleicht willkommen sein.

Nachtrag: In meinen Aufzeichnungen aus dem Stadtarchiv Speyer fand sich zu Johannes Selbach nichts; einige Belege habe ich zu Eberhard Selbach. In 1 B 5 Bl. 181r ist Lucas Selbach als notarius 1488 bezeugt. Der Syndicus Erhard Christoph Baur, der 1747 Verzeichnisse der Kanzleiverwandten bis 1689 zusammenstellte (1 A 72) hat nur Eberhard Selbach zu 1470, 1480.

[Baur 1756, S. 150
http://books.google.de/books?id=tBk6AAAAcAAJ&pg=PA150 Johann fehlt ebenfalls. Bei Pfeiffer 1912, S. 13 ist handschriftlich zu 1447 Johann nachgetragen
http://www.slideshare.net/StadtASpeyer/albert-pfeiffer-das-archiv-der-stadt-speier-1912-10088242 ]

Weiterer Nachtrag März 2012: 1447 Nov. 16
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/DE-StaASpeyer/1Uchron/127/charter
Der Notar Marcus Momenson fertigt die Abschrift eines Ratsurteils
Anwesend: der Speyerer Stadtschreiber Johann Selbach (nicht im Regest)

Nachtrag: Am 30. Oktober 2012 erhielt ich folgende Mitteilung per Mail:

"An einer Stelle erwähnen Sie, dass Selbach z.T. auch "v. Selbach" genannt wird, und in der Tat belegt sein Notariatssignet seine Zugehörigkeit zur nassauischen Ganerbenfamilie der Selbach, die auch in einigen Zweigen einen offenen oder auch geschlossenen Flug als Helmschmuck verwendete:

http://www.picfront.org/d/8MPq

Über Gießener Zweige der von Selbach liegen mir derzeit allerdings leider keine Informationen vor.

Viele Grüße aus Gießen,

Martin Spies
--
Dr. Martin Spies
Institut für Anglistik
Justus-Liebig-Universität Gießen"

#forschung


Leander Wattig nimmt Anstoß an den Aussagen des Börsen-Vereins-Vorstehers Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, der sich gegen ein neues Urheberrecht ausgesprochen hat.

http://leanderwattig.de/index.php/2011/10/20/ich-hoffe-der-borsenvereins-vorsteher-ist-nicht-nur-mir-peinlich/

„Die Gesellschaft braucht kein neues Urheberrecht – sie braucht Regeln für die Freiheit im Netz”.

Ich lese heraus: Liebe Kunden, Eure Welt und Eure Bedürfnisse sind mir egal, wenn Euer Tun und Nutzen der neuen Möglichkeiten meine Interessen tangiert, dann werde ich das in meinem Sinne “regeln”. Suggeriert wird auch einmal mehr, es gäbe keine Regeln – Stichwort Internet “als rechtsfreier Raum”, in dem die “Internetgemeinde” wie ein Haufen Banditen haust.

Entweder Prof. Honnefelder vertritt hier singuläre Standpunkte, dann wäre er stark zu hinterfragen, oder er vertritt die Konsens-Meinung seiner Stakeholder, dann wäre diese stark zu hinterfragen. Wenn Letzteres zutrifft, sollten sich die Unternehmen mal fragen, ob das wirklich der Weg in eine erfolgreiche Zukunft ist …

Schon heute stellen wir fest, dass die Branche ein Problem hat, gute Leute zu finden. Ich wundere mich nicht, wenn “branchenfremde” (um einen der vielen witzigen Buchbranchen-Termini zu nutzen) Leute Statements wie das von Honnefelder lesen, bei denen eine ganze Denkwelt mitschwingt, und dann zu dem Schluss kommen: “geht sterben”.



 

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