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http://www.boingboing.net/2010/07/10/brazils-copyright-la.html
§1º. The same sanction applies, without prejudice to other sanctions set forth by law, to whom, through whatever means:
a) hinders or prevents the uses allowed by arts. 46, 47 and 48 of this Act [which addresses limitations to copyright including fair dealing]; or
b) hinders or prevents the free use of works, broadcast transmissions and phonograms which have fallen into the public domain.
Schon Mazzones Copyfraud-Aufsatz hatte auf das Ungleichgewicht zwischen den Strafen für Urheberrechtsverletzung und der Sanktionierung von Copyfraud hingewiesen. Wer erwartet, dass man das Urheberrecht respektiert, darf miese Tricks, die die Nutzung der Public Domain behindern, nicht gutheißen. Siehe auch meine Urheberrechtsfibel http://www.contumax.de.
§1º. The same sanction applies, without prejudice to other sanctions set forth by law, to whom, through whatever means:
a) hinders or prevents the uses allowed by arts. 46, 47 and 48 of this Act [which addresses limitations to copyright including fair dealing]; or
b) hinders or prevents the free use of works, broadcast transmissions and phonograms which have fallen into the public domain.
Schon Mazzones Copyfraud-Aufsatz hatte auf das Ungleichgewicht zwischen den Strafen für Urheberrechtsverletzung und der Sanktionierung von Copyfraud hingewiesen. Wer erwartet, dass man das Urheberrecht respektiert, darf miese Tricks, die die Nutzung der Public Domain behindern, nicht gutheißen. Siehe auch meine Urheberrechtsfibel http://www.contumax.de.
KlausGraf - am Sonntag, 11. Juli 2010, 20:28 - Rubrik: Archivrecht
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http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=7165
Das in den USA angesiedelte Social Network Webjunction für Bibliothekare hat eine Zufallsauswahl (über 500 Personen) seiner Mitglieder zur Nutzung von Online-Tools befragt. Es verwundert, dass 30 % nie social networking sites nutzen (Webjunction aber offenbar schon??).
http://blog.webjunctionworks.org/index.php/2010/07/06/library-staff-report-their-use-of-online-tools/

Das in den USA angesiedelte Social Network Webjunction für Bibliothekare hat eine Zufallsauswahl (über 500 Personen) seiner Mitglieder zur Nutzung von Online-Tools befragt. Es verwundert, dass 30 % nie social networking sites nutzen (Webjunction aber offenbar schon??).
http://blog.webjunctionworks.org/index.php/2010/07/06/library-staff-report-their-use-of-online-tools/

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http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=7169 kennt offensichtlich nicht das unter
http://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Internet_Archive#Herunterladen_der_Google-Books-PDF_im_IA
beschriebene Faktum, dass auf der Startseite des Internet Archive von gespiegelten Google-Digitalisaten auf Google weitergeleitet wird, was bedeutet, dass man für diesen Google-Link einen US-Proxy braucht (und viele begreifen die extrem simple Handhabung eines Webproxy http://archiv.twoday.net/stories/6067526/ nicht bzw. denken, es sei illegal usw.). Der Proxy ist aber unnötig, weil das Internet Archive durchaus ein eigenes PDF bereitstellt, allerdings in der Liste der Dateien ("All Files"). Beispiel:
http://www.archive.org/details/vorschriftenfrd00natigoog
http://ia341237.us.archive.org/2/items/vorschriftenfrd00natigoog/
http://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Internet_Archive#Herunterladen_der_Google-Books-PDF_im_IA
beschriebene Faktum, dass auf der Startseite des Internet Archive von gespiegelten Google-Digitalisaten auf Google weitergeleitet wird, was bedeutet, dass man für diesen Google-Link einen US-Proxy braucht (und viele begreifen die extrem simple Handhabung eines Webproxy http://archiv.twoday.net/stories/6067526/ nicht bzw. denken, es sei illegal usw.). Der Proxy ist aber unnötig, weil das Internet Archive durchaus ein eigenes PDF bereitstellt, allerdings in der Liste der Dateien ("All Files"). Beispiel:
http://www.archive.org/details/vorschriftenfrd00natigoog
http://ia341237.us.archive.org/2/items/vorschriftenfrd00natigoog/
KlausGraf - am Sonntag, 11. Juli 2010, 20:04 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
http://www.st-andrews.ac.uk/~bookproj/
Es ist idiotisch, im 21. Jahrhundert solche Bibliographien in Form gedruckter Bücher zu erstellen, damit Brill ordentlich etwas daran verdienen kann. Die öffentliche Hand finanziert das Erstellen der Datenbanken, die Profite werden privatisiert.
Wenn man sich einen Eindruck von Iberian Books verschaffen will, wird man von der Verlagshomepage zu Google Books verwiesen - aber dort gibt es keine Vorschau!
http://books.google.com/books?id=I49KSAAACAAJ&dq=isbn:9004170278&ei=DPs5TIfKL5aWygTEg82kCQ
Es ist idiotisch, im 21. Jahrhundert solche Bibliographien in Form gedruckter Bücher zu erstellen, damit Brill ordentlich etwas daran verdienen kann. Die öffentliche Hand finanziert das Erstellen der Datenbanken, die Profite werden privatisiert.
Wenn man sich einen Eindruck von Iberian Books verschaffen will, wird man von der Verlagshomepage zu Google Books verwiesen - aber dort gibt es keine Vorschau!
http://books.google.com/books?id=I49KSAAACAAJ&dq=isbn:9004170278&ei=DPs5TIfKL5aWygTEg82kCQ
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Lyrics:
"Was fährt sie für einen Wagen
Ist ihr Haar wie meins so weich
Wo lebt sie
Hat sie Kinder
Wie gut versteht Ihr Euch
Kriegst Du weiche Knie, wenn sie Dich berührt
Macht es Dich verrückt, wenn sie Dich verführt
Wie ist es sie zu lieben
Und dafür mich zu verlieren
Kannst Du einfach unsere Jahre als Erinnerung archivieren
Wie ist es sie zu lieben
Mein Gesicht vor Dir zu sehen
Ich wünsch Dir Deine Träume mögen alle in Erfüllung gehen
Ertrinkt sie in Deinen Armen
Fällt der Regen nachts aufs Dach
Wie sagt sie Deinen Namen
Küsst sie Dich morgens zärtlich wach
Hat sie eine Haut, wie meine weich wie Samt
Bringt Dich ihr Duft um den Verstand (um den Verstand)
Wie ist es sie zu lieben
Und dafür mich zu verlieren
...
Ich seh Dir irgendwie Dein Glück nicht an
Mal sehen, wer heute Nacht besser schlafen kann
...."
Wolf Thomas - am Sonntag, 11. Juli 2010, 10:33 - Rubrik: Wahrnehmung
Lyrics:
"ich werde dich so gut bewachen
wie das Schutzengel so machen
werde deinen Atem regulieren
solltest du hyperventilieren
ich entzünd in deinem Herzen
tausend Wunderkerzen
das hört sich sehr pathetisch an
doch ich setz alles daran
das ist mein Angebot für dich
und so verbleibe ich...
ich werde meine Grenzen sprengen
öffne dir sämtliche Türen
ich will mich mit dir vermengen
lass mich gern von dir entführen
besorg dir Dinge ehe sie fehlen
halte meine Seite für dich frei
und ich werde mich dir empfehlen
bis in alle Zweisamkeit
das ist mein Angebot für dich
und so verbleibe ich...
das ist mein Herzschlag für dich
und so verbleibe ich...
ein Blick, ein Kuss, ein Lächeln
das mag und nicht muss
anders als auf Ansichtskarten -
ich werde auf dich warten
ich schenke dir meine Ideen
sollten dir mal welche fehlen
will dein Lächeln archivieren
ohne es einzufrieren
ich werde Bücher für dich schreiben
sie handeln von uns beiden
und ich zeig dir jeden Tag
wie gern ich deine Nähe hab
das ist mein Angebot für dich
und so verbleibe ich...
das ist mein Herzschlag für dich
und so verbleibe ich...
ein Blick, ein Kuss, ein Lächeln
das mag und nicht muss
anders als auf Ansichtskarten -
ich werde auf dich warten
ein Blick, ein Kuss, ein Lächeln
das mag und nicht muss
anders als auf Ansichtskarten -
ich werde auf dich warten"
Wolf Thomas - am Sonntag, 11. Juli 2010, 10:30 - Rubrik: Wahrnehmung
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Link zu einer Zusammenstellung der Canadian Association for Conservation.
Wolf Thomas - am Sonntag, 11. Juli 2010, 10:28 - Rubrik: Bestandserhaltung
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" Looking up at a giant copy of the Declaration of Independence at the National Archives & Records, a young girl promptly decided the building should add a time machine to go to the past.
"We are scientists of the past," said the girl, wearing an enormous navy robe and carrying her requisite magnifying glass to examine historic documents.
She was one of five local youngsters who got a tour of the National Archives on Trapelo Road yesterday, and a chance to look up information about their ancestors.
Archives Education Specialist Anne Davis asked the kids how far back their ancestors go in Massachusetts, which prompted an immediate and confident answer from one girl: "75,000 years!"
They weren't entirely certain about where their great-grandparents were born, but were happy to guess.
"Um, mine was born on the Mayflower!" one girl shouted, before her mother clarified that her family could trace its ancestry to those who came over on the pilgrims' ship.
A few of the kids had Italian ancestry, which, Davis noted, is very common.
The kids got to examine passenger lists and an old Census form. Davis prompted them to try and find President Abraham Lincoln on the list.
With the aid of their magnifying glasses, they looked carefully, with lots of giggling, until finally, an exuberant shout: "Found him!"
They also found the names "Mary" and "Robt" on the same page, and two photographs of the 16th president.
Davis explained that Lincoln looked older in the second picture because he decided to grow a beard after an 11-year-old girl wrote to him and told him he'd look better and more distinguished if he had one.
The kids were spellbound as Davis gave them a history lesson, telling them many Americans were conflicted about whether to support "the young lawyer from Illinois without much experience."
Even after he became president, she said, he still filled out a Census form "just like everyone else."
Next, the kids examined materials from another family from "more modern times," Davis said, handing out folders with historic documents, photos, and passenger lists relating to the von Trapp family.
The von Trapps came to America in 1939, according to the manifest list of alien passengers for the United States, to escape the Nazis.
Their story was the inspiration for the Broadway musical "The Sound of Music."
The story of Maria von Trapp, her husband, Georg von Trapp, and their family coming to America is detailed at the National Archives Museum, she said.
"They escaped from the war, came to the U.S. for freedom, and settled in the U.S. and became citizens. You find these documents where? Here at the National Archives," said Davis."
Link to Joyce Kelly´s article at the Daily News Tribune
"We are scientists of the past," said the girl, wearing an enormous navy robe and carrying her requisite magnifying glass to examine historic documents.
She was one of five local youngsters who got a tour of the National Archives on Trapelo Road yesterday, and a chance to look up information about their ancestors.
Archives Education Specialist Anne Davis asked the kids how far back their ancestors go in Massachusetts, which prompted an immediate and confident answer from one girl: "75,000 years!"
They weren't entirely certain about where their great-grandparents were born, but were happy to guess.
"Um, mine was born on the Mayflower!" one girl shouted, before her mother clarified that her family could trace its ancestry to those who came over on the pilgrims' ship.
A few of the kids had Italian ancestry, which, Davis noted, is very common.
The kids got to examine passenger lists and an old Census form. Davis prompted them to try and find President Abraham Lincoln on the list.
With the aid of their magnifying glasses, they looked carefully, with lots of giggling, until finally, an exuberant shout: "Found him!"
They also found the names "Mary" and "Robt" on the same page, and two photographs of the 16th president.
Davis explained that Lincoln looked older in the second picture because he decided to grow a beard after an 11-year-old girl wrote to him and told him he'd look better and more distinguished if he had one.
The kids were spellbound as Davis gave them a history lesson, telling them many Americans were conflicted about whether to support "the young lawyer from Illinois without much experience."
Even after he became president, she said, he still filled out a Census form "just like everyone else."
Next, the kids examined materials from another family from "more modern times," Davis said, handing out folders with historic documents, photos, and passenger lists relating to the von Trapp family.
The von Trapps came to America in 1939, according to the manifest list of alien passengers for the United States, to escape the Nazis.
Their story was the inspiration for the Broadway musical "The Sound of Music."
The story of Maria von Trapp, her husband, Georg von Trapp, and their family coming to America is detailed at the National Archives Museum, she said.
"They escaped from the war, came to the U.S. for freedom, and settled in the U.S. and became citizens. You find these documents where? Here at the National Archives," said Davis."
Link to Joyce Kelly´s article at the Daily News Tribune
Wolf Thomas - am Sonntag, 11. Juli 2010, 10:23 - Rubrik: Archivpaedagogik
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Zahlreiche Werke sind bereits online (PDFs):
http://www.medievalacademy.org/BooksOnline.html
Siehe http://archiv.twoday.net/stories/6019827/
http://www.medievalacademy.org/BooksOnline.html
Siehe http://archiv.twoday.net/stories/6019827/
KlausGraf - am Sonntag, 11. Juli 2010, 01:26 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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Ohne Sinn und Verstand, d.h. ohne brauchbare Metadaten, wurde dieses Werk, das ungedruckte Handschrifteninventare zugänglich machte, in Toronto digitalisiert - es wäre eine phantastische Hilfe für den Handschriftenforscher, wenn man wüsste, welche Verzeichnisse im jeweiligen Band vorhanden sind. Man sollte also möglichst dringend eine Erschließung der riesigen Sammlung ins Internet stellen.
http://www.archive.org/details/corpusofunpublis81prep
enthält Beschreibungen aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln.
http://tinyurl.com/2uewpg5 weist 146 Treffer auf, es sind also 146 Mikrofilme online.
http://www.archive.org/details/corpusofunpublis81prep
enthält Beschreibungen aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln.
http://tinyurl.com/2uewpg5 weist 146 Treffer auf, es sind also 146 Mikrofilme online.
KlausGraf - am Sonntag, 11. Juli 2010, 00:32 - Rubrik: Kodikologie
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http://lists.wikimedia.org/pipermail/wikisource-l/2010-July/000789.html
Die französische Nationalbibliothek hat der fr-Wikisource eine Menge schlechter Scans mit OCR von Public-Domain-Werken angedreht. So what? Und vor allem: wer soll die korrigieren?
Die französische Nationalbibliothek hat der fr-Wikisource eine Menge schlechter Scans mit OCR von Public-Domain-Werken angedreht. So what? Und vor allem: wer soll die korrigieren?
KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 23:19 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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http://firstlines.folger.edu/
Eine Datenbank mit Incipits (1. Zeile) von englischsprachigen Versdichtungen in einigen renommierten Institutionen.
Wieso kann so eine gemeinsame Open-Access-Datenbank nicht auch für die lateinischen Incipits des Mittelalters realisiert werden? Wieso dürfen die einschlägigen öffentlich finanzierten Datenbanken über das teure "In principio" an finanzkräftige Institutionen (und via BSB Pay-per-use 4 Euro für 12 Stunden, kein überregionaler Zugriff für registrierte Nutzer der BSB, nur Großraum München; die UB Freiburg bietet In principio nicht mehr als Datenbank an) vertickt werden?
In Principio speist sich "aus den Karteien des Institut de Recherche et d'Histoire des Textes (Paris) und der Hill Monastic Manuscript Library (Collegeville, MN); Bibliothèque Nationale de France, Departement des Manuscrits (Catalogue latin)".
Welcher Teil der Incipit-Kartei der HMLL via
http://news2.arcasearch.com/hmmlsearch/
kostenfrei zugänglich ist, ist mir nicht bekannt.
Weitere freie Alternativen:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/
http://www.manuscripta.at/_scripts/php/mihoeb.php
Stegmüller: Repertorium biblicum
http://www.repbib.uni-trier.de/cgi-bin/rebihome.tcl
A digital resource based on Lynn Thorndike and Pearl Kibre,
A Catalogue of Incipits of Mediaeval Scientific Writings in Latin (Cambridge, MA: Mediaeval Academy. 1963) and supplements
http://cctr1.umkc.edu/cgi-bin/search
Jordanus - An International Catalogue of Mediaeval Scientific Manuscripts
http://jordanus.org/
Initia Operum Iuris Canonici Medii Aevi
http://www.uni-leipzig.de/~jurarom/manuscr/murano/initican.htm
Little: Initia operum latinorum quae saeculis XIII. XIV. XV. attribuuntur (über 9000 Initia)
http://www.archive.org/details/cu31924029597733
http://books.google.com/books?id=K2LgAAAAMAAJ (US-Proxy)
Vatasso: Initia patrum
I http://www.archive.org/details/initiapatrumali00migngoog
II http://www.archive.org/details/initiapatrumali00vattgoog
Zu gedruckten Sammlungen gute Übersicht bei:
https://netfiles.uiuc.edu/cdwright/www/mss.html
http://books.google.com/books?id=Bb32Th4WAK0C&lpg=PA41 (Abschnitt derzeit komplett einsehbar)
Updates:
http://gesamtkatalogderwiegendrucke.de/Register.asp?regname=Incipits&offset=1&title=Initien&resultsize=200
Schaller/Könsgen: Initia carminum 1977
http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00050039_00001.html
Clavis canonum
http://www.mgh.de/ext/clavis/index.html
Opera poetica Basiliensia
http://www.ub.unibas.ch/spez/poeba/index-incipit-a.htm
An Incipitarium of Funeral Orations and a Smattering of Other Panegyrical Literature from the Italian Renaissance (ca. 1350-1550)
http://luc.edu/media/lucedu/history/pdfs/Incipit_Catalogue.pdf
Eine Datenbank mit Incipits (1. Zeile) von englischsprachigen Versdichtungen in einigen renommierten Institutionen.
Wieso kann so eine gemeinsame Open-Access-Datenbank nicht auch für die lateinischen Incipits des Mittelalters realisiert werden? Wieso dürfen die einschlägigen öffentlich finanzierten Datenbanken über das teure "In principio" an finanzkräftige Institutionen (und via BSB Pay-per-use 4 Euro für 12 Stunden, kein überregionaler Zugriff für registrierte Nutzer der BSB, nur Großraum München; die UB Freiburg bietet In principio nicht mehr als Datenbank an) vertickt werden?
In Principio speist sich "aus den Karteien des Institut de Recherche et d'Histoire des Textes (Paris) und der Hill Monastic Manuscript Library (Collegeville, MN); Bibliothèque Nationale de France, Departement des Manuscrits (Catalogue latin)".
Welcher Teil der Incipit-Kartei der HMLL via
http://news2.arcasearch.com/hmmlsearch/
kostenfrei zugänglich ist, ist mir nicht bekannt.
Weitere freie Alternativen:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/
http://www.manuscripta.at/_scripts/php/mihoeb.php
Stegmüller: Repertorium biblicum
http://www.repbib.uni-trier.de/cgi-bin/rebihome.tcl
A digital resource based on Lynn Thorndike and Pearl Kibre,
A Catalogue of Incipits of Mediaeval Scientific Writings in Latin (Cambridge, MA: Mediaeval Academy. 1963) and supplements
http://cctr1.umkc.edu/cgi-bin/search
Jordanus - An International Catalogue of Mediaeval Scientific Manuscripts
http://jordanus.org/
Initia Operum Iuris Canonici Medii Aevi
http://www.uni-leipzig.de/~jurarom/manuscr/murano/initican.htm
Little: Initia operum latinorum quae saeculis XIII. XIV. XV. attribuuntur (über 9000 Initia)
http://www.archive.org/details/cu31924029597733
http://books.google.com/books?id=K2LgAAAAMAAJ (US-Proxy)
Vatasso: Initia patrum
I http://www.archive.org/details/initiapatrumali00migngoog
II http://www.archive.org/details/initiapatrumali00vattgoog
Zu gedruckten Sammlungen gute Übersicht bei:
https://netfiles.uiuc.edu/cdwright/www/mss.html
http://books.google.com/books?id=Bb32Th4WAK0C&lpg=PA41 (Abschnitt derzeit komplett einsehbar)
Updates:
http://gesamtkatalogderwiegendrucke.de/Register.asp?regname=Incipits&offset=1&title=Initien&resultsize=200
Schaller/Könsgen: Initia carminum 1977
http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00050039_00001.html
Clavis canonum
http://www.mgh.de/ext/clavis/index.html
Opera poetica Basiliensia
http://www.ub.unibas.ch/spez/poeba/index-incipit-a.htm
An Incipitarium of Funeral Orations and a Smattering of Other Panegyrical Literature from the Italian Renaissance (ca. 1350-1550)
http://luc.edu/media/lucedu/history/pdfs/Incipit_Catalogue.pdf
KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 19:39 - Rubrik: Kodikologie
KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 14:34 - Rubrik: Archivrecht
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http://www.resourceshelf.com/2010/07/09/hathitrust-digital-library-adds-new-content-accessible-to-all-users-nearly-100000-volumes-digitized-by-internet-archive/
Ärgerlich: Wer keinen Bekannten bei einer Mitgliedsinstitution hat, kommt an den Download der von Google digitalisierten Public-Domain-Bücher nicht heran!
Update: Beispiel für ein UC-IA-Buch mit PDF-Download (uc2 in die Suche eingeben!):
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uc2.ark:/13960/t1dj5fv94
Liste von ZIP-Dateien von UMich-Büchern (auch wenn die Ansicht für Nicht-US-Bürger gesperrt ist, der Download geht - noch!):
http://www.lib.umich.edu/two-over-threehundred/
Ärgerlich: Wer keinen Bekannten bei einer Mitgliedsinstitution hat, kommt an den Download der von Google digitalisierten Public-Domain-Bücher nicht heran!
Update: Beispiel für ein UC-IA-Buch mit PDF-Download (uc2 in die Suche eingeben!):
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uc2.ark:/13960/t1dj5fv94
Liste von ZIP-Dateien von UMich-Büchern (auch wenn die Ansicht für Nicht-US-Bürger gesperrt ist, der Download geht - noch!):
http://www.lib.umich.edu/two-over-threehundred/
KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 14:01 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 13:51 - Rubrik: Fotoueberlieferung
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KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 13:35 - Rubrik: English Corner
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KlausGraf - am Samstag, 10. Juli 2010, 13:32 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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Nachdem nun auch in NRW die Sommerferien vor der Tür stehen, erscheint es mir angebracht ein Phänomen fotografisch festhalten zu lassen, das Sie alle wohl schon einmal erlebt haben. Kaum schlendert man durch die Gassen des Urlaubsortes, schon läuft am örtlichen Archiv vorbei. In der Hoffnung, dass Sie nun Ihre Kamera griffbereit haben, suche ich nun die schönsten Bilder dieser Begenungen.
Aber auch andere Fotos, die sich kreativ dem genannten Themenkreis nähern, dürfen eingereicht werden.
Der Einfachheit halber empfehle ich die Einsendung einer jpg-Datei an die unten angegebene E-Mail-Adresse mit Angaben zum Aufnahmeort- und -datum, ggf. weiteren Angaben.
Vielen Dank vorab und einen schönen Urlaub!
Email: t_wolf(at)siegen-wittgenstein.de
Aber auch andere Fotos, die sich kreativ dem genannten Themenkreis nähern, dürfen eingereicht werden.
Der Einfachheit halber empfehle ich die Einsendung einer jpg-Datei an die unten angegebene E-Mail-Adresse mit Angaben zum Aufnahmeort- und -datum, ggf. weiteren Angaben.
Vielen Dank vorab und einen schönen Urlaub!
Email: t_wolf(at)siegen-wittgenstein.de
Wolf Thomas - am Samstag, 10. Juli 2010, 12:10 - Rubrik: Unterhaltung
"Nach dem Wasserschaden am 1. Juli steht das Stadtarchiv an seinem neuen Standort Worringer Straße 140 ab 15. Juli wieder eingeschränkt für Besucher zur Verfügung. Nicht nutzbar ist allein der technische Lesesaal mit den Mikrofilme- und Mikrofichelesegeräten. Das Ende der Renovierungsarbeiten wird gegen Monatsende erwartet. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr, freitags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr."
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf (PDF), 9.7.2010
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf (PDF), 9.7.2010
Wolf Thomas - am Samstag, 10. Juli 2010, 11:05 - Rubrik: Kommunalarchive
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"Nach dem Einsturz des historischen Kölner Stadtarchivs im März 2009 wurden alle verschütteten Archivalien geborgen, die sich oberhalb des Grundwasserspiegels befanden. Nun soll am Kölner Waidmarkt eine Bergebaugrube errichtet werden, um auch die Archivalien bergen zu können, die sich nach dem Einsturz unterhalb des Grundwasserspiegels befinden.
Für diese Baumaßnahme hat DEMLER den Zuschlag als Generalunternehmer erhalten.
* Auftraggeber:
Stadt Köln
* Leistung:
Erstellung einer Bergebaugrube
* Eingesetzte Geräte:
BG 28 H mit Verrohrungsanlage, Seilgreifer, 24 to Bagger, 50 to Seilbagger, Radlader L 90
* Leistungszeitraum:
Beginn Mai 2010"
Quelle: Homepage Fa. Demler
Leider nur in der Print-Ausgabe der Siegener Zeitung befindet sich heute ein ausführlicher und bebilderter Artikel über die Arbeiten der Netphener Firma.
Nachtrag 3.8.:
Link zu einem Beitrag auf Radio Siegen
Für diese Baumaßnahme hat DEMLER den Zuschlag als Generalunternehmer erhalten.
* Auftraggeber:
Stadt Köln
* Leistung:
Erstellung einer Bergebaugrube
* Eingesetzte Geräte:
BG 28 H mit Verrohrungsanlage, Seilgreifer, 24 to Bagger, 50 to Seilbagger, Radlader L 90
* Leistungszeitraum:
Beginn Mai 2010"
Quelle: Homepage Fa. Demler
Leider nur in der Print-Ausgabe der Siegener Zeitung befindet sich heute ein ausführlicher und bebilderter Artikel über die Arbeiten der Netphener Firma.
Nachtrag 3.8.:
Link zu einem Beitrag auf Radio Siegen
Wolf Thomas - am Samstag, 10. Juli 2010, 09:19 - Rubrik: Kommunalarchive
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http://www.allianzinitiative.de/de/handlungsfelder/forschungsdaten/grundsaetze/
Update: http://wisspub.net/2010/07/10/grundsatze-zum-umgang-mit-forschungsdaten-veroffentlicht/
Update: http://wisspub.net/2010/07/10/grundsatze-zum-umgang-mit-forschungsdaten-veroffentlicht/
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 23:08 - Rubrik: Open Access
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http://www.bsb-muenchen.de/Einzeldarstellung.402+M5402db00fa2.0.html
"Die Bayerische Staatsbibliothek wird die Handschrift nach ihrem Eintreffen in München digitalisieren und mit den zwei Texthandschriften im Internet präsentieren." Darauf bin ich sehr gespannt.
Signatur: Cgm 9470.
Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/6385537/

"Die Bayerische Staatsbibliothek wird die Handschrift nach ihrem Eintreffen in München digitalisieren und mit den zwei Texthandschriften im Internet präsentieren." Darauf bin ich sehr gespannt.
Signatur: Cgm 9470.
Update zu:
http://archiv.twoday.net/stories/6385537/
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 13:43 - Rubrik: Kodikologie
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Wolf Thomas - am Freitag, 9. Juli 2010, 11:30 - Rubrik: Unterhaltung
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The National Archives announces the launch today of its first public wiki called “Our Archives” on Wikispaces located at: http://www.ourarchives.wikispaces.net .. “Our Archives” provides a collaborative space for members of the public, researchers, and staff to share knowledge about National Archives records, resources and research. The wiki is an opportunity for researchers, historians, archivists, and citizen archivists to work together to create pages on specific records or topics as well as to share information and resources to connect with other researchers.
Users may participate in the wiki in the following ways:
+ Create new pages and edit pre-existing pages about historical subjects and records held by the National Archives;
+ Expand upon a description in the National Archives online catalog;
+ Publish a transcription of a document;
+ Add information to build upon other resources;
+ Collaborate with other users working on similar subjects or to work together on research projects;
+ Join in the discussions for various pages.
Via
http://www.resourceshelf.com/2010/07/08/national-archives-and-records-administration-launches-its-first-wiki/
Users may participate in the wiki in the following ways:
+ Create new pages and edit pre-existing pages about historical subjects and records held by the National Archives;
+ Expand upon a description in the National Archives online catalog;
+ Publish a transcription of a document;
+ Add information to build upon other resources;
+ Collaborate with other users working on similar subjects or to work together on research projects;
+ Join in the discussions for various pages.
Via
http://www.resourceshelf.com/2010/07/08/national-archives-and-records-administration-launches-its-first-wiki/
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 08:05 - Rubrik: English Corner
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http://rdlr.org
This blog will explore and compare digital libraries of many sizes and scopes. I am interested in looking at digital collections of all kinds including books, manuscripts, videos, images, and audios.
This blog will explore and compare digital libraries of many sizes and scopes. I am interested in looking at digital collections of all kinds including books, manuscripts, videos, images, and audios.
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 07:54 - Rubrik: English Corner
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Verantwortlich natürlich das Göppinger Provinzarchiv:
http://www.kunst-und-kultur.de/index.php?Action=showMuseumExhibition&aId=21137&rss=1
http://www.kunst-und-kultur.de/index.php?Action=showMuseumExhibition&aId=21137&rss=1
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 02:08 - Rubrik: Kommunalarchive
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 02:06 - Rubrik: Archivrecht
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http://www.damals.de/de/4/news.html?aid=189859&action=showDetails
http://www.gnm.de/mythos-burg/
http://www.damals.de/de/13/Titelthema.html
http://www.gnm.de/mythos-burg/
http://www.damals.de/de/13/Titelthema.html
KlausGraf - am Freitag, 9. Juli 2010, 01:37 - Rubrik: Museumswesen
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Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 21:26 - Rubrik: Musikarchive
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"The Open Society Archives (OSA) at Central European University is an archival laboratory. While actively collecting, preserving, and making openly accessible documents related to recent history and human rights, we continue to experiment with new ways to contextualize primary sources, developing innovative tools to explore, represent, or bridge traditional archival collections in a digital environment. Our approach to acquisition is increasingly proactive and inclusive, and we actively seek out non-traditional material, material previously marginalized based on its content, social origin, or form. At OSA Archivum, professional archival work is integrated with public programs, and our Galeria Centralis serves as the focal point of exhibitions, performances, film screenings, lectures, and seminars. Through all of these endeavors, we advocate: open access and transparency in public administration; equal rights to information; the ethical use of private data; open formats and open standards; and broad access to cultural heritage.
Traditional Archives
From the outset OSA Archivum has been and remains an "archive of copies", interested more in the content than in the materiality of the documents under our care. Our traditional archival holdings comprise approximately 7,000 linear meters of records. Based on their provenance as well as their focus, OSA Archivum holdings are divided into three main groups.
Communism, the Cold War, and their Afterlife: Fonds include the extensive collection of the Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) Research Institute, background and reference material accumulated during 45 years of activity. The collection is an essential source on the post-war political, social, and economic history of the region. We also hold the personal papers of a range of political, cultural, and counter-culture figures from the Cold War Era to the present and several series of Soviet, Polish and Hungarian underground literature, which when taken together constitute one the world's largest samizdat collections.
Human Rights: Includes fonds created by non-governmental and supra-governmental organizations as well as individuals active in post-war Central and Eastern Europe documenting human rights violations and war crimes. Most important among these fonds are the UN Expert Commission on Investigating War Crimes in the Former Yugoslavia, the International Helsinki Federation for Human Rights (IHF), Index on Censorship as well as the Physicians for Human Rights (PHR).
Soros Foundations Network and the Central European University: As the official archives of the Soros foundations network and Central European University (CEU), OSA Archivum is responsible for the long-term preservation of and access to network records. We also supply records management services to network entities and offices, and it is in this capacity that in 2005 we launched a digital repository called the Soros Network Archival Portal (SNAP).
The region's recent history and human rights record and the Soros foundations' specific mission are strongly interconnected, and thus the above categories serve only as a starting point for research. To assist researchers in making better use of our holdings, OSA Archivum has established a series of Reference Information Papers (RIP) on selected topics.
Audiovisual Collections and Library
OSA Archivum's rapidly growing audiovisual collection comprises both archival holdings and material from our film library. We are actively collecting with the intent to establish an audiovisual research center and a non-circulating video library of regional propaganda; historical, feature and documentary films; as well as regional TV news programs, historical home movies, and amateur footage.
OSA Library houses a non-circulating reference library and a collection of more than 6,500 dailies and journals published from the 1950s onwards in more than 40 languages. It also offers special publications from the region: numerous titles of informal and regional press and ephemera.
Digital Archival Laboratory
One of OSA Archivum's aims is to broaden access to primary sources by overcoming technical, legal, geographic, and socio-cultural barriers. The Open Access Movement has made a valuable contribution by opening up scholarly sources to a wider audience, and OSA Archivum has fully supported this movement by taking a leading role in the Budapest Open Access Initiative. Nevertheless, as it stands the concept of open access is mostly limited to scholarly publication and almost completely excludes archives and primary source material. This has negative implications for the shape of historiography and humanities scholarship. Our goal is to extend the concept of Open Access to include archival materials. To realize this we have developed a strategy which includes large-scale digitization, multilingual description, and the implementation of open-source solutions and open standards. We also seek to meet current international benchmarks by becoming a trusted digital repository."
Link: http://www.osaarchivum.org/
Traditional Archives
From the outset OSA Archivum has been and remains an "archive of copies", interested more in the content than in the materiality of the documents under our care. Our traditional archival holdings comprise approximately 7,000 linear meters of records. Based on their provenance as well as their focus, OSA Archivum holdings are divided into three main groups.
Communism, the Cold War, and their Afterlife: Fonds include the extensive collection of the Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) Research Institute, background and reference material accumulated during 45 years of activity. The collection is an essential source on the post-war political, social, and economic history of the region. We also hold the personal papers of a range of political, cultural, and counter-culture figures from the Cold War Era to the present and several series of Soviet, Polish and Hungarian underground literature, which when taken together constitute one the world's largest samizdat collections.
Human Rights: Includes fonds created by non-governmental and supra-governmental organizations as well as individuals active in post-war Central and Eastern Europe documenting human rights violations and war crimes. Most important among these fonds are the UN Expert Commission on Investigating War Crimes in the Former Yugoslavia, the International Helsinki Federation for Human Rights (IHF), Index on Censorship as well as the Physicians for Human Rights (PHR).
Soros Foundations Network and the Central European University: As the official archives of the Soros foundations network and Central European University (CEU), OSA Archivum is responsible for the long-term preservation of and access to network records. We also supply records management services to network entities and offices, and it is in this capacity that in 2005 we launched a digital repository called the Soros Network Archival Portal (SNAP).
The region's recent history and human rights record and the Soros foundations' specific mission are strongly interconnected, and thus the above categories serve only as a starting point for research. To assist researchers in making better use of our holdings, OSA Archivum has established a series of Reference Information Papers (RIP) on selected topics.
Audiovisual Collections and Library
OSA Archivum's rapidly growing audiovisual collection comprises both archival holdings and material from our film library. We are actively collecting with the intent to establish an audiovisual research center and a non-circulating video library of regional propaganda; historical, feature and documentary films; as well as regional TV news programs, historical home movies, and amateur footage.
OSA Library houses a non-circulating reference library and a collection of more than 6,500 dailies and journals published from the 1950s onwards in more than 40 languages. It also offers special publications from the region: numerous titles of informal and regional press and ephemera.
Digital Archival Laboratory
One of OSA Archivum's aims is to broaden access to primary sources by overcoming technical, legal, geographic, and socio-cultural barriers. The Open Access Movement has made a valuable contribution by opening up scholarly sources to a wider audience, and OSA Archivum has fully supported this movement by taking a leading role in the Budapest Open Access Initiative. Nevertheless, as it stands the concept of open access is mostly limited to scholarly publication and almost completely excludes archives and primary source material. This has negative implications for the shape of historiography and humanities scholarship. Our goal is to extend the concept of Open Access to include archival materials. To realize this we have developed a strategy which includes large-scale digitization, multilingual description, and the implementation of open-source solutions and open standards. We also seek to meet current international benchmarks by becoming a trusted digital repository."
Link: http://www.osaarchivum.org/
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 21:19 - Rubrik: Universitaetsarchive
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Die Recherche in der o. g. Datenbank ertgab folgendes Ergebnis für die Berufsbezeichnung "Archivar" - eine Anregung für personengeschichtliche Forschungen:
Glaise von Horstenau, Edmund, geb. am 27 . 02 . 1882 in Braunau am Inn
Österreich: 1938, NSDAP
Hahn, Diederich, geb. am 12 . 10 . 1859 in Ostedaich, Kirchspiel Osten a. O.
19. Hannover, Kehdingen-Neuhaus a.d. Oste-Jork-Hadeln: 1893 - 1898 Nationalliberal, 1907 Deutsch Konservative Prtei
Hormann, Johann Hinrich, geb. am 28 . 07 . 1863 in Iprump
Bremen: 1907 - 1910 Freisinnige Volkspartei
Motteler, Julius, geb. am 18 . 06 . 1838 in Eßlingen a. N (Württemberg)
12. Sachsen, Leipzig Stadt: 1874 - 1877, 1903 SPD
Sattler, Carl Heinrich Christian, geb. am 26 . 01 . 1850 in Varrel, Kreis Sulingen
18. Hannover, Stade-Blumenthal-Bremervörde-Geestemünde-Osterholz: 1884 - 1903: Nationalliberal
Glaise von Horstenau, Edmund, geb. am 27 . 02 . 1882 in Braunau am Inn
Österreich: 1938, NSDAP
Hahn, Diederich, geb. am 12 . 10 . 1859 in Ostedaich, Kirchspiel Osten a. O.
19. Hannover, Kehdingen-Neuhaus a.d. Oste-Jork-Hadeln: 1893 - 1898 Nationalliberal, 1907 Deutsch Konservative Prtei
Hormann, Johann Hinrich, geb. am 28 . 07 . 1863 in Iprump
Bremen: 1907 - 1910 Freisinnige Volkspartei
Motteler, Julius, geb. am 18 . 06 . 1838 in Eßlingen a. N (Württemberg)
12. Sachsen, Leipzig Stadt: 1874 - 1877, 1903 SPD
Sattler, Carl Heinrich Christian, geb. am 26 . 01 . 1850 in Varrel, Kreis Sulingen
18. Hannover, Stade-Blumenthal-Bremervörde-Geestemünde-Osterholz: 1884 - 1903: Nationalliberal
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 19:49 - Rubrik: Archivgeschichte
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" ..... Stadtarchiv, Kulturamt, Stadtbücherei, Musikschule, VHS, Jugendamt sowie das Bürgerhaus sollen auf den Prüfstand. Hierfür soll eine Ein-Euro-Kraft von der Arge angefordert werden, die eine Bestandsaufnahme macht und Sparvorschläge erarbeitet. ......"
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 07.07.2010
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 07.07.2010
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 19:42 - Rubrik: Kommunalarchive
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 19:36 - Rubrik: Unterhaltung
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Link to Blog.
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 19:34 - Rubrik: Webarchivierung
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Papst Pius XII. hat sich nicht nur persönlich um die Rettung der Juden gekümmert, er hat sich auch um die Bewahrung jüdischer Kulturgüter verdient gemacht. Das hat der Deutsche Historiker Michael Hesemann herausgefunden. Im Vatikanischen Geheimarchiv hat er dazu einen aufschlussreichen Brief des damaligen Kardinals Eugenio Pacelli, später Pius XII., gefunden. Der Brief trägt das Datum vom 9. Januar 1939.
http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=406279
http://www.zenit.org/article-20967?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_medium=article&utm_source=zenit.org/g-20967
http://www.ptwf.org/default.aspx
http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=406279
http://www.zenit.org/article-20967?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_medium=article&utm_source=zenit.org/g-20967
http://www.ptwf.org/default.aspx
KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 17:23 - Rubrik: Kirchenarchive
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KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 17:14 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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"Das Pirnaer Stadtarchiv ist stolz auf seine älteste Urkunde von 1294. Allerdings hatte der Zahn der Zeit kräftig an dem Dokument genagt. Sollte es weiteren Generationen erhalten bleiben, musste es dringend restauriert werden. Mit Unterstützung eines privaten Sponsors erhielt die Urkunde eine optische Verjüngungskur."
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 15:39 - Rubrik: Kommunalarchive
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Benutzer-Schließfächer des Siegener Stadtarchivs.
Danke an die Kollegen für das Fremd-Fotografieren-Dürfen!
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 15:11 - Rubrik: Unterhaltung
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KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 14:13 - Rubrik: Archivrecht
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Brasilien – nicht nur stark im Fußball
IAT-Studie vergleicht Open-Access-Publikationen international
Weltweit gibt es immer mehr Initiativen, die sich für den freien Zugang
zu wissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnissen im Internet
einsetzen. Aber nicht die Länder mit hoch entwickeltem
Publikationssystem sind hier die Vorreiter, sondern Schwellenländer wie
Indien, die Türkei und Brasilien zeichnen sich durch besondere Erfolge
bei der Umsetzung des Open-Access-Gedankens aus. Das zeigt eine aktuelle
Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT/ Fachhochschule
Gelsenkirchen) zu Open Access in Brasilien und Deutschland.
Die IAT-Wissenschaftlerin Dr. Karin Weishaupt hat das im April 2010
initiierte Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und
Innovation zum Anlass genommen, die Publikationslandschaft und
insbesondere die Erfolgsfaktoren für Open Access in Brasilien näher zu
untersuchen. Brasilien hat eine sehr auffällige Struktur in seiner
gesamten Zeitschriftenlandschaft: Mit nur 2.248 Zeitschriften insgesamt
ist der Zeitschriftenmarkt außergewöhnlich klein. Gut die Hälfte davon
(1.155) sind aber wissenschaftliche Zeitschriften, während in den USA
der Anteil der wissenschaftlichen Zeitschriften bei knapp 22 Prozent, in
Kanada sogar unter 20 Prozent liegt.
Während in Deutschland das mangelnde Renommee ein starkes Hindernis für
die Akzeptanz von Open-Access-Zeitschriften darstellt, sind in Brasilien
die hochwertigsten Zeitschriften mit Impact Factor nahezu ausschließlich
frei zugänglich (29 von 30). Deutschland hat 582 Zeitschriften mit
Impact Factor, lediglich 13 davon fallen unter die
Open-Access-Zeitschriften. Weishaupt hat in ihren bibliometrischen
Analysen einige Faktoren identifiziert, die den Erfolg von Open Access
in verschiedenen Ländern begünstigen, um daraus abzuleiten, was in
Deutschland zur Förderung von Open Access getan werden kann:
Erfolgsfaktoren für Open Access
So gibt es in Lateinamerika Internetportale, die eine besonders hohe
Sichtbarkeit der Open-Access-Zeitschriften ermöglichen und gute
Recherche-Möglichkeiten und komfortablen Einblick in die Nutzung über
Abrufstatistiken mit Vergleichsmöglichkeiten bieten, es existieren
hochwertige Open-Access-Zeitschriften mit Impact Factor. Weitere
Aspekte, die in Brasilien besonders günstigen Einfluss auf die Umsetzung
des Open-Access-Gedankens haben: die Wertschätzung muttersprachlicher
Veröffentlichungen, verpflichtende Regelungen durch die Politik und
Selbstverpflichtungen von Wissenschaftlern und
Wissenschaftsorganisationen durch Open-Access-Erklärungen.
Dass in Brasilien eine gute Infrastruktur für wissenschaftliche
Publikationen fehlt, ist nach Einschätzung Weishaupts nicht unbedingt
als Nachteil anzusehen, sondern eher als Vorteil für neue
Publikationsformen. In Deutschland wie in anderen Ländern sei dagegen
der Einfluss einer starken Verlags-Lobby unverkennbar. Inzwischen
öffneten sich zwar auch kommerziell tätige Verlage mehr und mehr dem
Open-Access-Gedanken, doch bestehe tendenziell weiterhin eher ein
Konkurrenzverhältnis zwischen kommerziellen Vertriebsmodellen und dem
freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Ein Ziel der Open-Access-Bewegung ist die Verringerung der digitalen
Kluft – der freie Zugang zu Wissen und Information via Internet soll
Wissenschaftler fördern, die sich teure Publikationen und Zeitschriften
sonst nicht leisten können. Weishaupts Analyse zu Brasilien zeigt
allerdings: „Die Sichtweise, dass die hoch entwickelten Länder die
ärmeren durch Open Access fördern können, ist zu einseitig; vielmehr
sollten sich alle im Sinne eines Eine-Welt-Gedankens bemühen, als
gleichberechtigte Partner voneinander zu lernen“.
Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Karin Weishaupt, Durchwahl: 0209/1707-135, E-Mail: weishaupt@iat.eu
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2010/fa2010-08.pdf
IAT-Studie vergleicht Open-Access-Publikationen international
Weltweit gibt es immer mehr Initiativen, die sich für den freien Zugang
zu wissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnissen im Internet
einsetzen. Aber nicht die Länder mit hoch entwickeltem
Publikationssystem sind hier die Vorreiter, sondern Schwellenländer wie
Indien, die Türkei und Brasilien zeichnen sich durch besondere Erfolge
bei der Umsetzung des Open-Access-Gedankens aus. Das zeigt eine aktuelle
Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT/ Fachhochschule
Gelsenkirchen) zu Open Access in Brasilien und Deutschland.
Die IAT-Wissenschaftlerin Dr. Karin Weishaupt hat das im April 2010
initiierte Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und
Innovation zum Anlass genommen, die Publikationslandschaft und
insbesondere die Erfolgsfaktoren für Open Access in Brasilien näher zu
untersuchen. Brasilien hat eine sehr auffällige Struktur in seiner
gesamten Zeitschriftenlandschaft: Mit nur 2.248 Zeitschriften insgesamt
ist der Zeitschriftenmarkt außergewöhnlich klein. Gut die Hälfte davon
(1.155) sind aber wissenschaftliche Zeitschriften, während in den USA
der Anteil der wissenschaftlichen Zeitschriften bei knapp 22 Prozent, in
Kanada sogar unter 20 Prozent liegt.
Während in Deutschland das mangelnde Renommee ein starkes Hindernis für
die Akzeptanz von Open-Access-Zeitschriften darstellt, sind in Brasilien
die hochwertigsten Zeitschriften mit Impact Factor nahezu ausschließlich
frei zugänglich (29 von 30). Deutschland hat 582 Zeitschriften mit
Impact Factor, lediglich 13 davon fallen unter die
Open-Access-Zeitschriften. Weishaupt hat in ihren bibliometrischen
Analysen einige Faktoren identifiziert, die den Erfolg von Open Access
in verschiedenen Ländern begünstigen, um daraus abzuleiten, was in
Deutschland zur Förderung von Open Access getan werden kann:
Erfolgsfaktoren für Open Access
So gibt es in Lateinamerika Internetportale, die eine besonders hohe
Sichtbarkeit der Open-Access-Zeitschriften ermöglichen und gute
Recherche-Möglichkeiten und komfortablen Einblick in die Nutzung über
Abrufstatistiken mit Vergleichsmöglichkeiten bieten, es existieren
hochwertige Open-Access-Zeitschriften mit Impact Factor. Weitere
Aspekte, die in Brasilien besonders günstigen Einfluss auf die Umsetzung
des Open-Access-Gedankens haben: die Wertschätzung muttersprachlicher
Veröffentlichungen, verpflichtende Regelungen durch die Politik und
Selbstverpflichtungen von Wissenschaftlern und
Wissenschaftsorganisationen durch Open-Access-Erklärungen.
Dass in Brasilien eine gute Infrastruktur für wissenschaftliche
Publikationen fehlt, ist nach Einschätzung Weishaupts nicht unbedingt
als Nachteil anzusehen, sondern eher als Vorteil für neue
Publikationsformen. In Deutschland wie in anderen Ländern sei dagegen
der Einfluss einer starken Verlags-Lobby unverkennbar. Inzwischen
öffneten sich zwar auch kommerziell tätige Verlage mehr und mehr dem
Open-Access-Gedanken, doch bestehe tendenziell weiterhin eher ein
Konkurrenzverhältnis zwischen kommerziellen Vertriebsmodellen und dem
freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Ein Ziel der Open-Access-Bewegung ist die Verringerung der digitalen
Kluft – der freie Zugang zu Wissen und Information via Internet soll
Wissenschaftler fördern, die sich teure Publikationen und Zeitschriften
sonst nicht leisten können. Weishaupts Analyse zu Brasilien zeigt
allerdings: „Die Sichtweise, dass die hoch entwickelten Länder die
ärmeren durch Open Access fördern können, ist zu einseitig; vielmehr
sollten sich alle im Sinne eines Eine-Welt-Gedankens bemühen, als
gleichberechtigte Partner voneinander zu lernen“.
Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Karin Weishaupt, Durchwahl: 0209/1707-135, E-Mail: weishaupt@iat.eu
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2010/fa2010-08.pdf
KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 13:39 - Rubrik: Open Access
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http://www.e-rara.ch/zut/content/titleinfo/552780
Zum Thema:
http://archiv.twoday.net/search?q=schreibkalend
Zum Thema:
http://archiv.twoday.net/search?q=schreibkalend
KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 11:38 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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KlausGraf - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 08:26 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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Wohl unter TOP 3 der Tagesordnung wird heute die SPD nach den Schäden und deren Ursache im Düsseldorfer Stadtarchiv nachfragen.
Die sSitzung beginnt um 14:00 im Düsseldorfer Rathaus.
Link (PDF) zur Tagesordnung.
Die sSitzung beginnt um 14:00 im Düsseldorfer Rathaus.
Link (PDF) zur Tagesordnung.
Wolf Thomas - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 07:48 - Rubrik: Kommunalarchive
http://urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0610.html
Siehe dazu auch meine Urheberrechtsfibel zu § 53 UrhG
http://www.contumax.de
Siehe dazu auch meine Urheberrechtsfibel zu § 53 UrhG
http://www.contumax.de
KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 22:54 - Rubrik: Archivrecht
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Mäßig guter Bericht von Jung-Bibliothekarin Böhner:
http://bibliothekarisch.de/blog/2010/07/07/in-der-vatikanischen-apostolischen-bibliothek-steht-die-zeit-still/
"Die Geschichte hat gezeigt, dass gescannte Bilder bei jeder Übermittlung Farbkraft einbüßen.“ Welche Geschichte? Die Geschichte der eigenen Inkompetenz?
http://bibliothekarisch.de/blog/2010/07/07/in-der-vatikanischen-apostolischen-bibliothek-steht-die-zeit-still/
"Die Geschichte hat gezeigt, dass gescannte Bilder bei jeder Übermittlung Farbkraft einbüßen.“ Welche Geschichte? Die Geschichte der eigenen Inkompetenz?
KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 22:51 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
Das Iuwis-Blog trägt in den letzten Tagen nützliche Materialien zum Urheberrecht zusammen und verweist unter anderem (anhand einer Zeitschriftenveröffentlichung) auf eine Entscheidung des österreichischen OGH, demzufolge die stark verkleinerte Wiedergabe eines Gemäldes auf einer Fotografie keinen Schutz genießt, also ein Urteil zum sogenannten Beiwerk. Ist es wirklich zuviel verlangt zu wissen, dass die OGH-urteile in der RIS-Datenbank zur Verfügung stehen, wenn man schon Juristisches mitteilt?
http://iuwis.de/content/ogh-winzige-wiedergaben-bed%C3%BCrfen-keiner-zustimmung-des-urhebers
Volltext:
http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20100223_OGH0002_0040OB00208_09F0000_000
Zitat:
Ein Verletzungstatbestand liegt erst dann vor, wenn das Werk in der verwerteten Form wahrnehmbar ist, also annähernd den sinnlichen Eindruck des Originalwerks in seinen wesentlichen schöpferischen Zügen vermittelt, mag es auch infolge Bearbeitung nicht dessen Originalgröße aufweisen. [...] Bei Aufruf der betreffenden Website der Beklagten ist, wie sich aus Beil./D ergibt, das Gemälde der Klägerin (bei einer Wiedergabe des Bildschirminhalts im Format A 4) höchstens in einer Größe von 1,1 cm x 1,5 cm - also weniger als einem Hundertstel der Originalgröße - im Hintergrund des Raumes sichtbar. Unter diesen Umständen kann der Betrachter auf dem Lichtbild zwar gerade noch erkennen, dass an der Rückwand des abgebildeten Raumes ein Bild hängt; das Werk in der wiedergegebenen Form vermittelt ihm aber nicht einmal annähernd den sinnlichen Eindruck des Originalwerks in seinen wesentlichen schöpferischen Zügen, geschweige denn in Details der Darstellung. Selbst ein Betrachter, der das Originalwerk kennt, wird es infolge der winzigen Wiedergabe auf dem Lichtbild als Teil der Website nicht von anderen Bildern der Klägerin oder eines anderen abstrakten Künstlers unterscheiden können. Unter diesen Umständen kann von einer rechtsverletzenden Nutzung eines fremden Werks keine Rede sein.
http://iuwis.de/content/ogh-winzige-wiedergaben-bed%C3%BCrfen-keiner-zustimmung-des-urhebers
Volltext:
http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20100223_OGH0002_0040OB00208_09F0000_000
Zitat:
Ein Verletzungstatbestand liegt erst dann vor, wenn das Werk in der verwerteten Form wahrnehmbar ist, also annähernd den sinnlichen Eindruck des Originalwerks in seinen wesentlichen schöpferischen Zügen vermittelt, mag es auch infolge Bearbeitung nicht dessen Originalgröße aufweisen. [...] Bei Aufruf der betreffenden Website der Beklagten ist, wie sich aus Beil./D ergibt, das Gemälde der Klägerin (bei einer Wiedergabe des Bildschirminhalts im Format A 4) höchstens in einer Größe von 1,1 cm x 1,5 cm - also weniger als einem Hundertstel der Originalgröße - im Hintergrund des Raumes sichtbar. Unter diesen Umständen kann der Betrachter auf dem Lichtbild zwar gerade noch erkennen, dass an der Rückwand des abgebildeten Raumes ein Bild hängt; das Werk in der wiedergegebenen Form vermittelt ihm aber nicht einmal annähernd den sinnlichen Eindruck des Originalwerks in seinen wesentlichen schöpferischen Zügen, geschweige denn in Details der Darstellung. Selbst ein Betrachter, der das Originalwerk kennt, wird es infolge der winzigen Wiedergabe auf dem Lichtbild als Teil der Website nicht von anderen Bildern der Klägerin oder eines anderen abstrakten Künstlers unterscheiden können. Unter diesen Umständen kann von einer rechtsverletzenden Nutzung eines fremden Werks keine Rede sein.
KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 22:19 - Rubrik: Archivrecht
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Mr. Allwissend antwortet:
http://derstandard.at/1277337531926/Wer-viel-Zeit-hat-hat-bei-Wikipedia-das-Sagen
Update: http://weblog.histnet.ch/archives/4004
http://derstandard.at/1277337531926/Wer-viel-Zeit-hat-hat-bei-Wikipedia-das-Sagen
Update: http://weblog.histnet.ch/archives/4004
KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 22:05 - Rubrik: Datenschutz
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 22:02 - Rubrik: Landesgeschichte
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 21:56 - Rubrik: Museumswesen
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 16:37 - Rubrik: Webarchivierung
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 14:35 - Rubrik: English Corner
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 14:25 - Rubrik: Genealogie
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"Am Sonntagmorgen ist das Rathaus regelrecht abgesoffen. Wolkenbrüche haben zwei Etagen des Gebäudes unter Wasser gesetzt. Davon betroffen: das Amt für Jugend, Familie und Senioren, das Stadtarchiv, das Kunstdepot, die Registratur, die Telefon- und EDV-Zentrale sowie die Tiefgarage. ....
„Gerlingen hat sein Gedächtnis verloren“, sagt der Leiter des Stadtarchivs Klaus Herrmann: „Totalschaden.“ Bis auf wenige Ausnahmen, darunter das Dorfbuch von 1485, sei fast alles verloren. Auch Dokumente, die über 400 Jahre alt waren. Das Kunstdepot beklagt ebenfalls Verluste. Zwar sind die wertvollsten Stücke gerettet, aber zahlreiche alte Stadtansichten wurden ein Opfer des Wassers. Jetzt sind die Experten am Zug, die beurteilen sollen, was noch zu retten ist. ....."
Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung, 6.7.2010
„Gerlingen hat sein Gedächtnis verloren“, sagt der Leiter des Stadtarchivs Klaus Herrmann: „Totalschaden.“ Bis auf wenige Ausnahmen, darunter das Dorfbuch von 1485, sei fast alles verloren. Auch Dokumente, die über 400 Jahre alt waren. Das Kunstdepot beklagt ebenfalls Verluste. Zwar sind die wertvollsten Stücke gerettet, aber zahlreiche alte Stadtansichten wurden ein Opfer des Wassers. Jetzt sind die Experten am Zug, die beurteilen sollen, was noch zu retten ist. ....."
Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung, 6.7.2010
Wolf Thomas - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 05:13 - Rubrik: Kommunalarchive
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An interesting post from Fiona Sullivan.
Wolf Thomas - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 04:26 - Rubrik: English Corner
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KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 03:04 - Rubrik: Internationale Aspekte
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http://blog.stecki.de/archives/205-Laecherliche-Lex-Google-OpenLiveStreetView3D-wird-kommen.html
Siehe hier:
http://archiv.twoday.net/search?q=streetview
Zur geplanten Lex Streetview:
http://www.telemedicus.info/article/1796-Justizminister-fordern-Street-View-Regelungen-im-BDSG.html

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weimar-1650-Merian_bearbeitet.jpg

Siehe hier:
http://archiv.twoday.net/search?q=streetview
Zur geplanten Lex Streetview:
http://www.telemedicus.info/article/1796-Justizminister-fordern-Street-View-Regelungen-im-BDSG.html
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weimar-1650-Merian_bearbeitet.jpg
KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 02:40 - Rubrik: Archivrecht
Jung-Bibliothekarin Böhner referiert über Kritik an der Onleihe
http://bibliothekarisch.de/blog/2010/07/06/onleihe-und-jaehrlich-gruesst-das-drmurmeltier/
vermeidet es aber, die umfangreichste kritische Auseinandersetzung mit der Onleihe, die von mir in netbib im Jan./Februar 2008 publizierte Beitragsfolge, zu verlinken. Wers nötig hat, seine Leser so zu bevormunden ...
http://log.netbib.de/?s=onleihe
http://log.netbib.de/?s=%C3%A4tzend+onleihe
Update: http://delicious.com/tag/onleihe
http://bibliothekarisch.de/blog/2010/07/06/onleihe-und-jaehrlich-gruesst-das-drmurmeltier/
vermeidet es aber, die umfangreichste kritische Auseinandersetzung mit der Onleihe, die von mir in netbib im Jan./Februar 2008 publizierte Beitragsfolge, zu verlinken. Wers nötig hat, seine Leser so zu bevormunden ...
http://log.netbib.de/?s=onleihe
http://log.netbib.de/?s=%C3%A4tzend+onleihe
Update: http://delicious.com/tag/onleihe
http://www.haw.uni-heidelberg.de/forschung/forschungsstellen/melanchthon/mbw-online.de.html
Via
http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/W4RF/YaBB.pl?num=1278427206/0#0

Via
http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/W4RF/YaBB.pl?num=1278427206/0#0

KlausGraf - am Mittwoch, 7. Juli 2010, 01:56 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
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KlausGraf - am Dienstag, 6. Juli 2010, 23:19 - Rubrik: Internationale Aspekte
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"Seit Februar 2009 wissen Hattinger Stadtverwaltung und Personalrat verlässlich, dass der dem Jahr 2005 bekannte Schimmel auf Beständen im Keller des Stadtarchives eine Gefährdung für Mitarbeiter und Archivnutzer darstellt. Anfang Dezember vergangenen Jahres schlug Stadtarchiv Thomas Weiß im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Alarm: „Die Vernichtung von unersetzbarem Hattinger Kulturgut droht.“ Über ein halbes Jahr später ist aber noch immer nicht viel geschehen.
Im Dezember 2009 stellte die Verwaltung dem zuständigen Bau- und Liegenschafts- Ausschuss einen Quartiervorschlag auf Zeit vor: Räume im ehemaligen Thyssen- Verwaltungsgebäude an der Hüttenstraße 45. Durch die öffentliche Diskussion aufmerksam geworden, hat der Hattinger Immobilien- Makler Lothar G. Stalter im Februar diesen Jahres der Stadt einen alternativen Standort angeboten: den Hochbunker Nummer 2 auf dem ehemaligen Hüttengelände. Der Charme des „SatKom-Bunkers“ : dort könnte das gesamte Archiv an einem Standort und auf Dauer untergebracht werden.
Susanne Wegemann vom Presse- und Informationsbüro der Stadtverwaltung auf HATTINGEN EINS- Nachfrage, wie weit die Umzugpläne seien: „Die Stadt steht in Verhandlungen mit Herrn Stalter wegen der Anmietung des Satkom-Towers. Die Räume müssen für die Lagerung des Archivgutes geeignet sein, dass wird zurzeit geprüft.“ Wann sich die politischen Gremien erneut mit dem Thema befassen, ist auch noch unklar. Wegemann: „Es gibt noch keinen Termin.“ Derweilen arbeiten die Mitarbeiter des Archives am bisherigen Standort in Welper weiter unter Notfall- Bedingungen. „Da sich an der Schimmelsituation der im Archivkeller gelagerten Bestände nichts geändert hat, gelten bis zur abgeschlossenen Dekontamination selbstverständlich die zum Gesundheitsschutz vorgeschriebenen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen“, so Wegemann."
Quelle: Hattingen Eins, 6.7.2010
s. a. http://archiv.twoday.net/stories/6082463/
Im Dezember 2009 stellte die Verwaltung dem zuständigen Bau- und Liegenschafts- Ausschuss einen Quartiervorschlag auf Zeit vor: Räume im ehemaligen Thyssen- Verwaltungsgebäude an der Hüttenstraße 45. Durch die öffentliche Diskussion aufmerksam geworden, hat der Hattinger Immobilien- Makler Lothar G. Stalter im Februar diesen Jahres der Stadt einen alternativen Standort angeboten: den Hochbunker Nummer 2 auf dem ehemaligen Hüttengelände. Der Charme des „SatKom-Bunkers“ : dort könnte das gesamte Archiv an einem Standort und auf Dauer untergebracht werden.
Susanne Wegemann vom Presse- und Informationsbüro der Stadtverwaltung auf HATTINGEN EINS- Nachfrage, wie weit die Umzugpläne seien: „Die Stadt steht in Verhandlungen mit Herrn Stalter wegen der Anmietung des Satkom-Towers. Die Räume müssen für die Lagerung des Archivgutes geeignet sein, dass wird zurzeit geprüft.“ Wann sich die politischen Gremien erneut mit dem Thema befassen, ist auch noch unklar. Wegemann: „Es gibt noch keinen Termin.“ Derweilen arbeiten die Mitarbeiter des Archives am bisherigen Standort in Welper weiter unter Notfall- Bedingungen. „Da sich an der Schimmelsituation der im Archivkeller gelagerten Bestände nichts geändert hat, gelten bis zur abgeschlossenen Dekontamination selbstverständlich die zum Gesundheitsschutz vorgeschriebenen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen“, so Wegemann."
Quelle: Hattingen Eins, 6.7.2010
s. a. http://archiv.twoday.net/stories/6082463/
Wolf Thomas - am Dienstag, 6. Juli 2010, 22:11 - Rubrik: Kommunalarchive
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"The Alaska Division of Libraries, Archives & Museums has named Dean Dawson of Juneau as Alaska State archivist.
Dawson, a 26-year state employee, began his new position July 1. He previously served as the acting state archivist for 8 months.
Dawson was the first responder to the flood at the State Archive on Willoughby Avenue in 2009, and was credited with the successful damage control effort which resulted in no loss of records.
He recently authored electronic-records regulations for the state and served on the interdisciplinary Electronic Practices Committee, which developed an enterprise-wide e-mail policy.
"The State Archives is moving full-on into the digital age and plans to provide greater access to its permanent content via the web," Dawson said. "Today's researcher, from the scholar in New York to the genealogist in France, expects relevant information rapidly. The Archives' mandate is to preserve non-current public records of enduring value and make them available for research in a manner that this and future generations demand."
Dawson holds a B.A. from the University of Northern Iowa, Cedar Falls. "
Link: http://www.juneauempire.com/stories/070510/reg_665467583.shtml
Dawson, a 26-year state employee, began his new position July 1. He previously served as the acting state archivist for 8 months.
Dawson was the first responder to the flood at the State Archive on Willoughby Avenue in 2009, and was credited with the successful damage control effort which resulted in no loss of records.
He recently authored electronic-records regulations for the state and served on the interdisciplinary Electronic Practices Committee, which developed an enterprise-wide e-mail policy.
"The State Archives is moving full-on into the digital age and plans to provide greater access to its permanent content via the web," Dawson said. "Today's researcher, from the scholar in New York to the genealogist in France, expects relevant information rapidly. The Archives' mandate is to preserve non-current public records of enduring value and make them available for research in a manner that this and future generations demand."
Dawson holds a B.A. from the University of Northern Iowa, Cedar Falls. "
Link: http://www.juneauempire.com/stories/070510/reg_665467583.shtml
Wolf Thomas - am Dienstag, 6. Juli 2010, 21:11 - Rubrik: English Corner
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Wolf Thomas - am Dienstag, 6. Juli 2010, 21:08 - Rubrik: Musikarchive
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widmet sich weblog.histnet.ch.
Wolf Thomas - am Dienstag, 6. Juli 2010, 21:06 - Rubrik: Medienarchive
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Raumentwurf Schiel Projektgesellschaft
"Auf einem Baustellenevent präsentierte das Computerspiele Museum am 2.7.2010 den Standort und das Konzept seiner künftigen Dauerausstellung.
Ende des Jahres 2010 lädt das Museum im Berliner Szenebezirk Friedrichshain zu einer faszinierenden Zeitreise zum spielenden Menschen des 21. Jahrhunderts ein. In einer Spiel- und Experimentierlandschaft wird dann die Technik- und Kulturgeschichte des Computerspiels erlebbar. Auf 13 erfolgreiche Museumsjahre verwies Dr. Klaus Spieler, Geschäftsführer der gameshouse gGmbH, Betreibergesellschaft der künftigen Ausstellung in seiner Begrüßung am neuen Standort: „Wir freuen uns sehr, dass wir dank der Unterstützung Berlins in der Lage sind, mit einer neuen ständigen Ausstellung das Medium Computerspiel einem großen Publikum in all seiner Vielfalt näher bringen zu können.“ Das Medium ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der interessantesten Kultur- und Wirtschaftsgüter unserer Zeit entwickelt. In diesem Sinne würdigte Staatssekretärin Barbara Kisseler, Chefin der Berliner Senatskanzlei, die kommende Ausstellung am Medienstandort Berlin-Brandenburg in ihrem Grußwort auf der Baustelle.
„Durch vielfältige Formen der Interaktion wird für den Besucher in der Ausstellung ein grundlegender Wandel unserer Kommunikation erlebbar, der ja im Grunde den historischen Umbrüchen nach der Erfindung des Buchdrucks oder der Nutzung von Technologien zur Produktion des bewegten Bildes gleicht“, so Andreas Lange, Direktor des Museums und Kurator der Ausstellung.
Schirmherr der Ausstellung ist der Vater der Heimvideospiele, Ralph H. Baer. Auch der Atari-Gründer Nolan Bushnell sicherte bereits seine Unterstützung bei einem Treffen mit Andreas Lange nur zwei Tage vor dem Kick-off Event am Rande der Lara Award Verleihung in Köln zu. Dabei wünschte er dem Museum in Form einer signierten Atari Konsole "Good luck on your new opening!".
Standort der Ausstellung wird das ehemalige „Café Warschau“, Karl-Marx-Allee 93a, gut erreichbar für Berliner und Touristen. Unmittelbar am Eingang der künftigen Ausstellung befindet sich die U-Bahn Station Weberwiese (U 5, drei Stationen von Alexanderplatz), auch vom Ostbahnhof wird die Ausstellung gut zu erreichen sein (Fußweg ca. 10 Minuten). Im Kreuzpunkt der Bezirke Mitte, Friedrichshain/Kreuzberg, Prenzlauer Berg bietet sich hier auf rund 500 m2 Ausstellungsfläche die Möglichkeit, die Kulturgeschichte des Mediums Computerspiel zu schreiben. Teile der Innenräume, wie ein Glasmosaik im Eingangsbereich, und das gesamte 1999 sanierte Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Für Berlin und den Bezirk entsteht in der Karl-Marx-Allee ein touristisches Highlight mit hoher Alleinstellung in der Stadt, das vor allem junges Publikum, Familien und Touristen aus aller Welt in die Allee führen wird. Neben Galerien und Theatern finden sich in der Allee zahlreiche gastronomische Einrichtungen, die im Zusammenspiel mit der Dauerausstellung viele Synergien erwarten lassen. Das attraktive Konzept der Ausstellung und diese touristischen Effekte überzeugten, so Lutz Dessau, der für den Vermieter, die Predac Immobilien Fonds GmbH, auf dem Kick-Off die Geschichte des neuen Museumsstandortes skizzierte.
Schiel Projektgesellschaft übernimmt Gestaltung und Umsetzung der Dauerausstellung
Die Schiel Projektgesellschaft ist als Sieger aus einem Bewerbungsverfahren hervorgegangen und übernimmt die Gestaltung und Umsetzung der neuen Dauerausstellung des Computerspiele Museums. Die Schiel Projektgesellschaft mbH ist ein seit 2004 bestehendes, interdisziplinär arbeitendes Planungsbüro für Ausstellungen und temporäre Architektur. Das Büro übernahm bislang Konzeption, Planung und Realisation zahlreicher temporärer Schauen und Dauerausstellungen für namhafte Museen in ganz Deutschland. Dazu zählen u.a. das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel, das Museum für Naturkunde Berlin, das Deutsche Technikmuseum Berlin, das LVR Landesmuseum Bonn oder das Hessische Landesmuseum Darmstadt.
„Mit der Generalplanung des Computerspiele Museums übernimmt die Schiel Projektgesellschaft mbH ein weiteres spannendes Ausstellungsprojekt in Berlin und freut sich sehr, gemeinsam mit Museum und Partnern die Kulturgeschichte des Computerspiels zu pixeln“, so Daniel Schiel, Geschäftsführer der Projektgesellschaft.
Das Projektmanagement und die Vorbereitung des Ausstellungsbetriebs wird von der x:hibit GmbH übernommen. Dieses Dienstleistungsunternehmen entwickelt und realisiert seit 1999 Ausstellungen, Besucherdienste und Merchandising für museale Institutionen und private Auftraggeber. Zu den Auftraggebern von x:hibit zählten u.a. die documenta, die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Stiftung Bauhaus Dessau und das Museum Folkwang in Essen. Seit 2008 betreibt x:hibit das Museumportal, den ersten gemeinsamen Webauftritt der Berliner Museen.
Die Konzeptentwicklung zur Ausstellung wurde vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert. Die Einrichtung der Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie und EFRE. Betreibergesellschaft der Ausstellung ist die gameshouse gGmbH."
Quelle: Computerspielemuseum Berlin, Pressemitteilung 5.7.2010
Wolf Thomas - am Dienstag, 6. Juli 2010, 21:00 - Rubrik: Museumswesen
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KlausGraf - am Dienstag, 6. Juli 2010, 15:21 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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dustbin - am Dienstag, 6. Juli 2010, 14:26 - Rubrik: English Corner
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Die Chicago Public Library antwortet auf einen dummen Fox-News-Artikel:
http://www.myfoxchicago.com/dpp/news/library-taxes-closed-commissioner-reaction-letter-mary-dempsey-20100702
http://www.myfoxchicago.com/dpp/news/library-taxes-closed-commissioner-reaction-letter-mary-dempsey-20100702
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Ein neues Portal mit kleiner digitaler Bibliothek:
http://www.milanocittadellescienze.it/html/arsetlabor.php
Via
http://filosofiastoria.wordpress.com/2010/07/05/milano-citta-delle-scienze-ristampe-di-testi-storici-disponibili-gratis-online/
http://www.milanocittadellescienze.it/html/arsetlabor.php
Via
http://filosofiastoria.wordpress.com/2010/07/05/milano-citta-delle-scienze-ristampe-di-testi-storici-disponibili-gratis-online/
KlausGraf - am Dienstag, 6. Juli 2010, 02:18 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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KlausGraf - am Dienstag, 6. Juli 2010, 02:08 - Rubrik: Hilfswissenschaften
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Mythos Staufer
Von Klaus Graf
Vortrag am 16. März 2010 im Rahmen der SH-Vortragsreihe “Die Welt der Staufer”, siehe http://archiv.twoday.net/stories/6232274/
Es staufert wieder! “Um an die identitätsstiftende Herrscherfamilie zu erinnern, steht der Tourismus in Baden-Württemberg 2010 ganz in ihrem Zeichen”, liest man in der Presse. Über 30 Städte und Stauferstätten wollen etwas vom großen Stauferkuchen abhaben, der offiziell im September angeschnitten wird mit der Eröffnung der spektakulären neuen Staufer-Ausstellung, ausgerichtet von den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen: http://www.staufer2010.de/ . “Von Schauspielführungen auf dem Trifels, über Konzerte im Mannheimer Wasserturm bis hin zu Jagdvogelflügen auf der Burg Guttenberg reicht das Programm für das größte Kulturereignis des Jahres 2010 in Süddeutschland.” Es gibt sogar vogelkundliche Führungen im Mannheimer Luisenpark: “Birdwatching mit den Augen Friedrichs II.”. Göppinger Schüler sollen ein Barbarossa-Musical aufführen. Entwarnung kann vermutlich gegeben werden, was das Unterschichtenfernsehen angeht. Mit einer Staufer-Sitcom auf SAT1 - als Titel könnte man “Eine schreckliche nette Dynastie” erwägen - ist höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen, denn wirklich populär ist die mythenumwobene Herrscherfamilie letztlich doch nur in bildungsbürgerlichen Kreisen.
Immerhin: Als Tourismus-Magnet sind die Staufer quicklebendig. Und das schon seit vielen Jahren. Vor allem die Stauferausstellung des Jahres 1977 hat den “Histourismus” auf den Spuren der Staufer außerordentlich gefördert. Seit 1977 gibt es in der ostwürttembergischen Touristikregion Stauferland die “Straße der Staufer”, die zu den Stauferstätten rund um den namengebenden Hohenstaufen führt. Doch beschränkt sich die Stauferverehrung keinesfalls auf die Stammlande. Mit einigem Erstaunen entdeckte ich in der Wikipedia einen Artikel “Barbarossastadt”. Fünf Städte nennen sich so: Sinzig im Rheinland, Kaiserslautern, Gelnhausen sowie die beiden thüringischen Städte Altenburg und Bad Frankenhausen, letzteres aufgrund der Lage am Kyffhäuser.
Überall bemüht man sich nach Kräften, mit den Staufern Kasse zu machen, aber am spektakulärsten ist der Staufer-Zauber, den die ehrwürdige Staufergrablege Lorch veranstaltet. Offenkundig inspiriert vom Bauernkriegspanorama des DDR-Künstlers Werner Tübke in Bad Frankenhausen schuf der Lorcher Künstler Hans Kloss in poppigen Farben ein Stauferrundbild, das 2002 im Kloster Lorch eröffnet wurde und in zehn Stationen die staufische Geschichte von 1102 bis 1268 Revue passieren lässt. Man hat den historischen Kapitelsaal damit befüllt, der historische Raumeindruck ist dahin, aber immerhin hat der Maler über 600 Tiere, davon die Mehrzahl Pferde, naturgetreu dargestellt. Es ist ein Kunstwerk des Superlativs, 30 Meter lang und 4,5 Meter hoch und das größte Gemälde auf Leinwand in Südwestdeutschland. Damit nicht genug: Der rührige Lokal-Künstler malte 2008 zum Gedenken an Irene von Byzanz am 800. Todestag ein großes Triptychon, das - ebenso knallbunt wie das Rundbild - dem Lorcher Kloster auf der Empore der Prälatur womöglich noch lange erhalten bleiben wird.
Burg Hohenstaufen mit Herzogin Agnes (c) Hans Kloss
Seit Jahren sorgt ein in Göppingen ansässiges Komitee der Stauferfreunde dafür, dass aufwändige und unübersehbare Stauferstelen wichtige Wirkungsorte der Staufer europaweit vernetzen. Kann dank generöser Sponsoren ein weiterer Meilenstein dieser “Durchmöblierung” gefeiert werden, wird ein zünftiger Event angesetzt. 2008 war Lorch an der Reihe, enthüllt wurde eine “oktogonale Stele aus schwäbischem Jura-Travertin, den Grundriss von Friedrichs Castel del Monte aufgreifend, gekrönt von einem die achteckige Kaiserkrone symbolisierenden goldenen Band, darunter die Wappen des Heiligen Römischen Reichs, des Herzogtums Schwaben und der Partnerstädte Lorch und Oria, unter dem Wappenfries Texte zur Geschichte von Kloster Lorch und zum Leben Philipps und Irenes und der südstaufischen Stadt Oria.” Unübertroffen originell durften oktogonale “Castel-del-Monte-Wecken” verzehrt werden. Vergleichsweise einfallslos gibt sich dagegen der auf der Burg Katzenstein auf dem Härtsfeld servierte Stauferteller: “Rehbraten in Preiselbeersoße mit hausgemachten Spätzle und bunten Salatteller” für 14 Euro 50.
Ist soviel Stauferitis nur mit sehr viel Rotwein zu ertragen? Kein Problem: Eine Recherche in der Internetdatenbank des Deutschen Patent- und Markenamts ergibt, dass unter den über 60 Marken rund um Barbarossa seit 1987 auch eine Marke “Kaiser Barbarossa” für Weine registriert ist. Inhaber ist die Lidl-Stiftung.
Dass geschäftstüchtige Tourismus-Manager die Staufer-Erinnerung instrumentalisieren, sollte nicht weiter verwundern. Aber funktionieren kann der für 2010 vorgesehene Großangriff auf die Herzen der Stauferfreunde und ihre Geldbörsen doch nur, wenn auf Seiten des Zielpublikums ein entsprechender Bedarf besteht, wenn also nach wie vor eine Faszination von den Begriffen Staufer und Stauferzeit ausgeht. Warum sind die Staufer etwas ganz Besonderes?
Ich will im Folgenden versuchen, der Stauferbegeisterung historisch auf den Grund zu gehen. Was hat seit dem Humanismus die Nachwelt an den Staufern gefesselt, wie wurden die staufischen Herrscher - ich werde mich im wesentlichen auf Friedrich Barbarossa, Friedrich II. und Konradin konzentrieren - erinnert? Wieso war ausgerechnet der Staufer-Mythos so wirkmächtig? In sieben kurzen Kapiteln, die vom Humanismus bis zur Stauferausstellung 1977 reichen, werde ich mich dem Phänomen der Staufer-Rezeption nähern. Drei Abschnitte gelten den genannten Herrschern, zwei beschäftigen sich mit schwäbisch-regionalen Traditionen im Humanismus und im 19. Jahrhundert. Je einer thematisiert die Instrumentalisierung der Staufer in der NS-Zeit und die Stauferausstellung.
I. “Durch ihre Sieg’ und Triumphe erstrahlte das mächt’ge Europa” - Stauferverehrung im Humanismus
Beginnen will ich mit einem lateinischen Gedicht des Tübinger Poeten Heinrich Bebel aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Es wurde nicht nur in einer Werkausgabe Bebels von 1509 abgedruckt, die stolzen Lorcher Mönche brachten es auch auf einer Schrifttafel wohl in der Nähe des heute noch vorhandenen Hochgrabs zu Ehren Herzog Friedrich I. in ihrer Klosterkirche an. Es findet sich auch in der Blaubeurer Chronik des Christian Tubingius, wo es heißt, Heinrich Bebel habe das Lob dieser Schwabenherzöge - gemeint ist die heute als Staufer bekannte Dynastie - mit dem folgenden Gedicht formuliert (ich zitiere die Übersetzung von Bruno Maier in: Christian Tubingius Burrensis Coenobii Annales ed. Brösamle, 1966, S. 79):
“Auch der vornehme Stamm des schwäbischen Herzogshauses
Konnte des grimmen Tods furchtbare Macht nicht fliehn.
Herrlicher Taten Zier und der Ruhm des gewaltigen Reiches,
Ahnen, Reichtum und Mut, schmückten sie allezeit. [...]
Länger als hundert Jahre regierten sie machtvoll alleine
Und beherrschten das Reich Roms und der deutschen Nation.
Als ihre Herren fürchtet’ sie Gallien, Italien, Toskana,
Insubrer, Ligurer, Apuler, Sikuler.
Auch der grimmige Türke, besiegt von der Kampfkraft der Schwaben,
Bebte, der Sultan entwich, fürchtend die schwäbische Kraft.
Selbst Jerusalem fügt’ unsern Titeln sich ein unter diesen,
Und die Friedriche kannte so wie der West auch der Ost.
Namen wie Konrad und Heinrich und den auch des Königs Philipp
Machte der Tugend Werk rings in der Welt berühmt.
Durch ihre Sieg’ und Triumphe erstrahlte das mächt’ge Europa,
Asiens blutig Gefild beugte sich ihrer Macht.”
Es gehört zur Gattung des Lobgedichtes, dick aufzutragen. Der Tübinger Humanist und Rhetoriklehrer feiert die hegemoniale Machtentfaltung der Staufer, die selbst die gefährlichen Türken überwunden hätten. Bebels Nennung Europas ist vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Türkengefahr zu sehen. Die imperiale Größe der Stauferzeit wird als leuchtendes Gegenbild zur eigenen Gegenwart effektvoll in Szene gesetzt.
Dass deutscher Patriotismus die Verse diktiert hat, ist unverkennbar. Gleichzeitig ist aber auch schwäbischer Patriotismus, Identifikation mit dem Vaterland Schwaben, deutlich präsent. Wer weiß, dass der schwäbische Gentilpatriotismus von Dieter Mertens als Leitmotiv von Bebels politisch-historischen Schriften herausgearbeitet werden konnte, wundert sich darüber nicht.
Der Name Staufer war im Humanismus nicht gebräuchlich, auch wenn man durchaus von den Herren von Hohenstaufen oder Staufen sprach. Den Familiennamen ersetzte vielfach die Amtsbezeichnung: die Staufer sind die “Herzöge von Schwaben”. Gerade im deutschen Südwesten, auf dem Boden des ehemals staufischen Herrschaftsbereichs und des mit diesem weitgehend identischen Herzogtums Schwabens, verbanden sich bei dem Blick auf die einstige Herrscherfamilie schwäbischer und deutscher, also regionaler und nationaler Patriotismus.
Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts ist ein deutliches Interesse an den Staufern in Augsburg, das sich als “Hauptstadt Schwabens” (metropolis Sueviae) sah, belegbar. Hier wirkte der Benediktinermönch und Chronist Sigismund Meisterlin, über den Paul Joachimsohn schrieb: “Der Schwabe Meisterlin denkt schwäbisch, die Staufer sind seine Lieblinge als ‘schwäbische Herren’”.
Im Raum um die einstige Stammburg Hohenstaufen blieben die Erinnerungen an die einstigen Herren nicht nur im staufischen Hauskloster Lorch präsenter als andernorts. Vor allem seit der Zeit um 1500 wurden historische Traditionen gefunden oder besser gesagt erfunden, die das Bild der Stauferzeit besonders glanzvoll malten. So berichtet etwa der Wiener Gelehrte Ladislaus Sunthaim um 1500 von Schwäbisch Gmünd, die Herzöge von Schwaben des Geschlechts von Hohenstaufen hätten oft ihren Hof da gehalten und die Bürger seien dadurch reich und mächtig geworden. Jetzt sei die Stadt längst nicht mehr so mächtig, da ihr ein Fürstenhof fehle. Also auch hier: die Stauferzeit als Gegenbild zur eher tristen Gegenwart.
Lokale Staufertraditionen begegnen auch hinsichtlich der Burg auf dem Elisabethenberg bei Waldhausen im Remstal, die schon in einem Vogtbericht von 1535 als Kanzlei der Herzöge von Schwaben gilt, oder später in Wäschenbeuren, das volksetymologisch als Wäsche der Staufer gedeutet wurde. Reicher war die Traditionsbildung natürlich in den Städten, also in Schwäbisch Gmünd, Göppingen und Waiblingen. Selbst das winzige Aalen wollte sich im 16. Jahrhundert im Glanz staufischen Herrschertums sonnen. Aalen käme von Aula, dem Hoftag Barbarossas, den dieser am Aalener Burgstall abgehalten haben soll, wollte man wissen. Im späten 18. Jahrhundert zeigte man Fremden in der Stadtschreiberei sogar einen alten Sessel, der als Reliquie Barbarossas ausgegeben wurde (Sander, in: Hanauisches Magazin 1780, S. 197). Bis heute hält Aalen erbittert an der Hypothese fest, dass es eine staufische Stadtgründung sei.
Im Humanismus wurde die staufische Geschichte wiederentdeckt, zunächst in gelehrten lateinischen Werken und Ausgaben stauferzeitlicher Quellen, dann aber auch in deutschsprachigen Büchern, die sich an ein breiteres Lesepublikum wandten. 1520 erschien die Barbarossa-Biographie des Johannes Adelphus auf Deutsch. So konnte es am Ende des Jahrhunderts der lateinunkundige Schorndorfer Chronist David Wolleber wagen, umfangreiche handschriftliche Staufergeschichten, repräsentativ mit Wappen und Abzeichnungen der Lorcher Stauferwandbilder geschmückt, den Fürsten seiner Zeit in der Hoffnung auf möglichst großzügige Belohnung zu verehren.
Die humanistischen Bemühungen um die Staufergeschichte verbreiterten die Wissensbasis erheblich. Für reformatorisch gesinnte Autoren waren die Staufer aufgrund ihrer heftigen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum von besonderer Bedeutung. Deutsche Patrioten, die gegen Rom kämpften, fanden den Konflikt in der Geschichte wieder.
Lokale, schwäbisch-regionale und auf Deutschland bezogene nationale Aneignungsformen der staufischen Geschichte sind nicht voneinander zu trennen. Sie überlagerten sich vielfach und verstärkten sich so gegenseitig. Meist lieferte die Geschichte der staufischen Kaiser, Könige und Herzöge von Schwaben ein positives Gegenbild zur eigenen Gegenwart. Zugleich liegt die identitätsstiftende Funktion der Staufer-Erinnerungen und Traditionsbildungen auf der Hand, die häufig eher Erfindungen als wahre Erinnerungen waren.
II. Tränen für Konradin
1782 widmete der damals 20jährige Karl Philipp Conz aus Lorch, ein Jugendfreund Schillers, sein anonym erschienenes Drama “Conradin von Schwaben” den “Schatten Barbarossas und Friedrichs”. In einer pathetischen Vorrede wendet sich Conz an die beiden Herrscher und erinnert daran, wie er in der Kirche seines Geburtsorts, also im Kloster Lorch, ergriffen vor ihren Bildern stand. Er bewunderte ihren Kampf gegen den Damm, den “Vorurtheil, gewaltthätiger Eigennutz und stolze Herrschsucht in der Pfaffenkutte erbaut hatten”. Conz ruft aus: “Ha! Dass ihr aufstehen könntet aus Euren Gräbern und sehen, was Euer Deutschland jetzt ist, wie die alte rauhe Tugend sich so stattlich umgeschliffen hat zur modischhöflichen Falschheit, wie die Kraft versiegen gegangen ist zu Wasser”. Auch das bereits erwähnte Thema des schwäbischen Patriotismus fehlt nicht: “Euch Ihr Edlen und Ersten meines Volks übergeb ichs, nicht im spanischen Mantel der Unterthänigkeit daher kriechend; Nein mit all dem Stolze, dass Ihr Schwabens Söhne seyd und ich - ein Schwabe bin”.
Schon vorher gab es Jesuitendramen, die am Beispiel Konradins den “Sieg der Kirche über die Hybris der Fürsten” (Migge in: Die Zeit der Staufer III, 1977, S. 276) darstellten, aber das von der literarischen Bewegung des Sturm und Drangs beeinflusste Konradin-Drama von Conz war der eigentliche Auftakt einer nicht endenwollenden Folge von Theaterstücken, in denen das traurige Schicksal des letzten Staufers beweint wurde. Und es war womöglich, glaubt man Walter Migge, auch das beste von allen. Neben seiner “oft vulkanisch ausbrechenden Diktion”, urteilte er, “erscheinen alle Versuche späterer Generationen dünnblütig” (S. 277).
Eine Zürcher Dissertation (Andreas Müller, 1972) hat fleißig für die Zeit von 1800 bis 1900 66 Dramen oder Romane gezählt, deren Held Konradin war. Bis 1945 kommen noch weitere 24 Konradin-Dichtungen hinzu. Auch der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann verfasste als 16jähriger, also wohl 1915, ein Konradin-Drama (H. Boockmann: Wege ins Mittelalter, 2000, S. 401). Die meisten dieser Stücke sind belanglose Massenware: “Jugendwerke in Schwarzweißzeichnung: der edelmütige Knabe gegenüber der Kälte eines Erbarmungslosen” (Migge S. 276). Schon im 19. Jahrhundert hat man die Produktion von Konradin-Dramen ironisch kommentiert. “Es gab eine Zeit”, schrieb Willibald Alexis, “wo unter 10 aspirierenden Dichtern wenigstens 7 den Untergang des letzten Hohenstaufen dramatisierten” (Weigend S. 47). 1915 spottete Julius Hart, “daß man schon seit längeren Zeiten den literaturgeschichtlichen Augenblick herbeisehnt, wo auf der Bühne der letzte Staufe das letzte Mal vor Gott kniet” (ebd. S. 48).
Hinrichtung Konradins. Kolorierter Kupferstich aus
Emils Bilderbuch. Meißen 1827
Die Geschichte Konradins war eine Steilvorlage für anti-welsche, anti-französische Ressentiments. Schon Heinrich Bebel, der eine eigene Schrift über Konradin plante, hat die Franzosen in seinem “Triumphus Veneris” dafür angeklagt (M. Angres, Triumphus Veneris, 2003, S. 218).
Konradins tragisches Schicksal bewegte, ergriff, rührte zu Tränen. Bezeichnend ist eine Stelle in Immermanns “Münchhausen” (1839), wo es über ein junges Mädchen heißt: “wenn er ihr sagte, daß Karl von Anjou mit finsterem unbeweglichem Gesichte zugesehen, als er den jungen unschuldigen Konradin hinrichten lassen, so faltete sich die reine Stirn und Tränen flossen unter diesen lieben zornigen Falten” (1977, S. 435).
Selbst nüchterne Wissenschaftler konnten sich der Emotionalität des Geschehens nicht entziehen. Hansmartin Decker-Hauff erzählte in seiner Vorlesung, sein Wiener Lehrer Hans Hirsch sei regelmäßig bei der Darstellung der Geschichte Konradins in Tränen ausgebrochen. Ob Decker-Hauff auch selbst beim Thema Konradin in der Vorlesung geweint hat, daran kann ich mich nicht erinnern.
III. Die Wallfahrt nach Hohenstaufen
In seiner “National-Chronik der Teutschen” vom 28. September 1803 berichtete der evangelische Pfarrer zu Neubronn und württembergische Publizist Johann Gottfried Pahl ausführlich über einen Besuch des neuen Kurfürsten Friedrich von Württemberg auf dem Hohenstaufen. “Nie hat ein schwäbischer Fürst der Größe und dem Verdienste der Vorzeit ein würdigeres Opfer geweiht”. Wieder ist der schwäbische Patriotismus bemerkenswert: “Eine Wallfahrt nach Hohenstaufen sollte beinahe eine durch das Gesetz gebotene Pflicht jedes Teutschen, wenigstens jedes Schwaben, seyn, des erstern, um ihn recht lebhaft daran zu erinnern, was seine Väter waren, und wie tief die Enkel gesunken sind, und des letztern, um ihm die Rolle zu vergegenwärtigen, die dem Schwaben in den teutschen Angelegenheiten gebührt”. Pahl schließt mit dem Vorschlag eines Denkmals auf dem Hohenstaufen: Man möge dort einen mit Eichen umpflanzten Tempel errichten, auf dessen Altar stehen sollte:
“Den muthigen Verfechtern der teutschen Freyheit, und
Den ersten Aufklärern des westlichen Europa!”(S. 304)
In seiner Zeitschrift “Herda” veröffentlichte Pahl 1811 übrigens einen Aufsatz unter dem Titel “Die Wallfahrt nach Hohenstaufen”, in dem er die Stauferstätten rund um den Hohenstaufen beschreibt und erneut die Parallelen zur eigenen Gegenwart zieht.
Kurfürst Friedrichs Rückgriff auf die Staufer zielte auf die Integration der neuwürttembergischen Gebiete. Aber romantische Stauferbegeisterung ging nicht in ihrer politischen Instrumentalisierung auf. Honoratioren und Literaten in den schwäbischen Stammlanden pflegten den Stolz auf das einstige Herrschergeschlecht. Ein in den 1830er Jahren gegründeter Hohenstaufen-Verein sorgte sich um das verfallende Barbarossakirchlein am Fuß des Hohenstaufens, nach der deutschen Einigung von 1871 sammelte man für ein monumentales Denkmal auf dem alten Kaiserberg, das als “Wahrzeichen deutscher Einheit, deutscher Treue” dienen sollte. Obwohl die Begeisterung zunächst groß schien, wurde nichts daraus. Das Thema war wohl zu preußisch besetzt, und am württembergischen Hof sah man in dem Plan nur einen “patriotisch[n] Vurzjubel”. Schon 1866 hatte sich David Friedrich Strauß dagegen ausgesprochen, die “große geschichtliche Tragödie, die uns der öde Berggipfel vors Auge stellt, [...] in ein elendes Rührstück [zu] verwandeln” (Weigend S. 115).
Gedenkblatt für das Projekt eines Nationaldenkmals
auf dem Hohenstaufen 1871
1817 erschien der erste Teil von Achim von Arnims historischem Roman “Die Kronenwächter”. Schauplatz der Handlung, die den Staufer-Mythos in der Zeit um 1500 thematisiert, war das schwäbische Waiblingen. Natürlich wird in unserer Zeit derlei sofort touristisch ausgemünzt. Heute erinnert ein Staufer-Mythos Zimmer und die Achim-von-Arnim-Stube im Waiblinger Hochwachtturm an die “Kronenwächter”. “Seither kann sich Waiblingen nicht nur als Staufer-Stadt sondern auch als Romantik-Stadt empfinden”, liest man im Internet.
Auch die stimmungsvoll-romantische Grabstätte der Staufer im ehemaligen Kloster Lorch partizipierte am Rang des Hohenstaufen als nationalem Erinnerungsort. 1898 wurde in der Klosterkirche ein Denkmal zur Erinnerung an die aus Byzanz stammende Königin Irene eingeweiht, mit deren Leben sich bereits um 1600 der Tübinger Professor und Gräzist Martin Crusius beschäftigt hatte. In einer Reisebeschreibung von 1835 heißt es über Lorch: “Hier liegt die durch Schönheit und Bildung berühmte Kaiserin Irene, des griechischen Kaisers Isak Tochter; - welche Schauer erregende Gefühle ergreifen dann nicht mächtig die Brust!”
Solche Verweise auf die Existenz von Stauferinnen, also den Ehefrauen und Töchtern der Herrscher, bleiben jedoch bis zur Gegenwart marginal. Die Flamme der Begeisterung entzündete sich an den großen Männern des Geschlechts und ihren Kriegstaten. Literarisch verarbeitet wurden vor allem Barbarossa, Friedrich II. und Konradin, manchmal auch Heinrich VI., König Manfred und der unglückliche Enzio. Man kann also die These wagen, dass der Staufer-Mythos im Kern eine militaristisch angehauchte Männer-Phantasie darstellt.
IV. Phrasenselige Kyffhäuserdeutsche
Kein anderes Poem brachte den Barbarossa-Mythos des 19. Jahrhunderts so eingängig und lesebuchtauglich auf den Punkt wie Friedrich Rückerts “Der alte Barbarossa” von 1817:
Der alte Barbarossa,
der Kaiser Friederich,
im unterirdischen Schlosse
hält er verzaubert sich.
Er ist niemals gestorben,
er lebt darin noch jetzt;
er hat im Schloss verborgen
zum Schlaf sich hingesetzt.
Der Text schließt:
“Und wenn die alten Raben
noch fliegen immerdar,
so muss ich auch noch schlafen
verzaubert hundert Jahr.”
Es gab in der frühen Neuzeit einige Überlieferungen zu einem bergentrückten Kaiser Friedrich, aber die kanonische Form und die für das 19. Jahrhundert gültige Lokalisierung auf den Kyffhäuser lieferten die Brüder Grimm in ihren “Deutschen Sagen” von 1816.
1823 bis 1825 legte der Berliner Historiker Friedrich von Raumer eine sechsbändige “Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit” vor, die aufgrund ihrer anschaulichen Darstellung zur beliebten Quelle für die vielen Literaten wurde, die Barbarossa- oder Stauferdramen drechselten. Beispielsweise für den Vielschreiber Ernst Raupach, der ab 1830 einen 16-teiligen Zyklus von Staufer-Dramen veröffentlichte. Den meist zweit- oder drittrangigen Autoren ging es um Prinzipien-Konflikte, die sie dramatisch bearbeiten konnten. Hartmut Boockmann hat das boshaft so formuliert: “Die auf der Historienbühne handelnden Personen reden sich gewissermaßen mit Handbuch-Überschriften an” (Wege ins Mittelalter, 2000, S. 407).
Auch wenn das romantisch geprägte Werk Raumers Barbarossa und die Staufer glorifizierte, blieb im 19. Jahrhundert Kritik nicht ganz aus. Historiker wandten sich gegen die Italienpolitik der Staufer und ergriffen Partei für Heinrich den Löwen und die Ostpolitik. Die alten Gegensätze Ghibellinen versus Guelfen lassen sich auch auf die historiographische Parteinahme übertragen, aber die Erinnerungshoheit haben die Ghibellinen, also die Staufer, errungen, denn der Grundton der Staufer-Rezeption im 19. Jahrhundert war ohne Zweifel die unkritische Huldigung.
Zu den Kritikern des politischen Kyffhäuser-Mythos zählte Heinrich Heine, der zunächst der “lieblichen und entzückenden Sage” mit Sympathie gegenüberstand, später aber in seinem “Deutschland. Ein Wintermärchen” mit dem “Philistertraum vom erwachenden Barbarossa” (Weigend S. 52) abrechnete:
“Herr Rotbart - rief ich laut - du bist
Ein altes Fabelwesen,
Geh, leg dich schlafen, wir werden uns
Auch ohne dich erlösen”
Wenige Verse später heißt es:
“Das Beste wäre du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser -
Bedenk’ ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir keinen Kaiser.”
Ein eigenes Thema wären die vielfältigen Aufgriffe des Barbarossa- und Staufer-Themas in der Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts. Vor allem das Festwesen der Turner und Sänger artikulierte einen emotional geprägten Nationalismus (Kaul S. 260). Immer wieder beschwor man in Gedichten oder lebenden Bildern die staufische Vergangenheit und vor allem den Kyffhäuser-Mythos.
Nach der Reichsgründung von 1871 gab es dann kein Halten mehr. Das Bild des erwachenden oder erstandenen Barbarossa und der Hohenzollern als Staufer-Nachfolger avancierte zum “einprägsamsten Bild der Reichsgründungsära” (Kaul S. 357). Auf Felix Dahn geht die parallele Bezeichnung Barbablanca (Weißbart) für den neuen Kaiser Wilhelm I. zurück. Den monumentalsten Ausdruck fand die Gleichsetzung in dem 1896 eingeweihten Kyffäuser- oder Barbarossadenkmal. Die riesenhafte Anlage, dem verstorbenen Kriegsherrn Wilhelm I. gewidmet, war zugleich eine Kampfansage der Kriegervereine gegen die deutsche Sozialdemokratie.
Schon vor der Kaiserproklamation im Januar 1871 karikierte der Kladderadatsch im Dezember 1870 (Nr. 57) in einem Gedicht “Vom Teutschen Kaiser” satirisch die Vorbereitungen:
“Und all’ die Poeten im Teutschen Land,
Sie dichten und reimen sich heiser;
Sie setzen aufs „Schloß“ den „Barbaross’,“
Auf den „Kyffhäuser“ den „Kaiser.“”
Ungefähr gleichzeitig appellierte ein “Barbarossa (Letztes Auftreten.)” überschriebenes Gedicht ebenfalls im Kladderadatsch (Nr. 57, Beiblatt): “Ihr Dichter, laßt den Barbarossa schlafen.” Aber gegen die phrasenseligen Kyffhäuserdeutschen, wie Heinrich Treitschke sie nannte (Thomsen S. 155), waren satirische Einwände vergebens.
Barbarossa-Karikatur im Kladderadatsch 1871
Das definitive Ende des politischen Barbarossa-Mythos kam erst in der NS-Zeit. “Mit der Katastrophe des unter dem Namen Barbarossa geführten Russlandfeldzugs”, so Herfried Münkler, “ist der Wunsch nach einer Wiederkehr des Kaisers, wie er die deutsche politische Kultur über eineinhalb Jahrhunderte geprägt hat, ein für alle mal verschwunden. Politisch hat Barbarossa jede Relevanz verloren” (Die Deutschen und ihre Mythen, 2009, S. 68).
V. “Ein feuriger Herr des Anfangs” - Friedrich II. in der Mythenschau des Ernst Kantorowicz
1927 erschien von Ernst H. Kantorowicz, einem deutsch-jüdischen Autor und ehemaligem Freicorpskämpfer, ein eigenartiges Buch, eine umfangreiche Biographie über den Stauferkaiser Friedrich II. und zwar ohne eine einzige Fußnote. Ganz der Gedankenwelt des Kreises um den symbolistischen Dichters Stefan George verpflichtet, feiert das Buch den Herrscher als Genie und messianischen Einzelgänger. Es ist eher eine “Meistererzählung” als eine positivistische Darstellung, eher ein künstlerisches Werk als eine konventionelle historische Biographie.
Um einen Eindruck von der ambitionierten Sprache des Werks zu vermitteln, habe ich ein längeres Zitat ausgewählt, in dem es um die “Heiterkeit” Friedrichs II. und seiner Familie geht (S. 302):
“Freudigkeit und Heiterkeit trotz der Verantwortungswucht, Sinn für Rhythmus und Singen: auch kein deutsches Herrschergeschlecht hat je wieder diese freie schöne Gelöstheit der Staufer verwirklicht, keiner der Staufer als Friedrich II. diese nochmals in das Kaisertum einzubannen vermocht. Auf die schönen Söhne, die nicht mehr Kaiser wurden, hat Friedrich II. dies alles noch übertragen: alle haben sie gesungen, alle auch dann noch, als über jedem von ihnen sichtbar schon das Verhängnis wirkte: Heinrich, der Erstgeborene und abtrünnige Sohn, der im väterlichen Kerker sein Leben endend das Lied nicht abbrach, als ihn die Kämmerer der verscherzten Königszeichen entkleideten [...] .. Manfred, der bis an die Grenze des Leichtsinns über den Liedern sein Königreich vergaß [...] Dann Enzio, der im bolognesischen Verließ die Wächter durch sein fröhliches Singen erheiterte und rührte. Und wie die Brüder, so sang auch der ritterlich liebenswürdige Friedrich von Antiochien [...] und schließlich Conradin, dessen Sang das eigene Ende und das des Hauses mit der gleichen süßen Trauer umspielte. Nicht Spielerei und Königsmode zeigt das alles, sondern eine unvergleichliche Kraft des Lebens und des Blutes, die selbst im Untergang noch des feiernden Glanzes bedarf [...]. Von diesem Lebensfest ist auch die ganze staufische Kunst, ist auch das Dichten Friedrichs II. umschlungen: eine frohe Ernte der Welt, die er beherrschte und die er darstellte [...]”.
Dass Friedrich II. ein außergewöhnlicher Herrscher war, hat man lange vor Kantorowicz gewusst, auch wenn der Kaiser in der deutschen Staufer-Rezeption längst nicht so populär war wie Barbarossa und Konradin. Für Jacob Burckhardt war Friedrich II. der erste moderne Mensch auf dem Thron, Nietzsche, dessen Sichtweise für den George-Kreis bestimmend wurde, sah in ihm das Genie und den Freigeist. Aber kein Autor hat den Staufer mit geradezu hymnischen Formulierungen so verklärt wie Kantorowicz. Mit Blick auf die deutsche Kaisersage, die ja ursprünglich Friedrich II. und nicht Barbarossa galt, spricht er von seinem Helden als “jenem feurigen Herrn des Anfangs, dem Verführer, Berücker, dem Strahlenden, Heiteren, dem Ewig-jungen, dem strengen kraftvollen Richter, dem Gelehrten und Weisen” (S. 632).
Die Geschichtswissenschaft hat inzwischen ein wesentlich nüchterneres Bild von Friedrich II. erarbeitet, die Deutungen von Kantorowicz spielen für die aktuelle Forschung keine Rolle mehr. Und auch die ästhetischen Dimensionen des Buchs sind stark in den Hintergrund getreten. Zwar empfindet man die Auffassung des US-Historikers Norman Cantor, der in Kantorowicz den idealen Nazi-Intellektuellen sah, der nur den einen Nachteil gehabt habe, dass er Jude gewesen sei, als grob unangemessen, aber die Marschrichtung der neueren Forschung gab Otto Gerhard Oexle vor, der in der Friedrich-Biographie eine “Waffe im politischen Kampf gegen die Weimarer Republik” sah und dekretierte, dieses Buch des Autors habe uns nichts mehr zu sagen (Geschichtswissenschaft im Zeichen des Historismus, 1996, S.215).
Kantorowicz hat den Staufer instrumentalisiert, um den elitären Führerkult des George-Zirkels zu propagieren. Es ist daher kein Wunder, wenn Hitler später behaupetete, er habe das Buch zweimal gelesen. Der Autor, dem 1939 die Flucht aus Deutschland gelang, hat sich später deutlich von dem Buch distanziert und lange gegen eine Neuauflage gesträubt. “Man sollte halt ein Buch”, schrieb der inzwischen in Princeton lehrende renommierte Mediävist in einem Brief vom Mai 1963, “das bei Himmler auf dem Nachttisch lag und das Göring an Mussolini mit Widmung verschenkte, in völlige Vergessenheit geraten lassen” (Thomsen S. 296).
VI. Hitlerjugend auf dem Hohenstaufen
Am 18. Juni 1933 fand eines der ersten großen Treffen der Hitlerjugend vom Gau Württemberg-Hohenzollern auf dem Hohenstaufen statt. Zwei Kinder aus dem Dorf begrüßten über 1000 Jungen und Mädchen mit den leicht holprigen Versen (Weigend S. 195):
“Zu Schwabens schönstem Berge
strömt heut der Jugend Schar,
des großen Führers Werke
zu weihn sich ganz und gar.
Es wehen unsre Fahnen,
wo stand der Staufer Schloß.
Die Träume unsrer Ahnen
erfüllt sind wahr und groß.”
In der Folgezeit wurde der Hohenstaufen so etwas wie der Hausberg der württembergischen Hitlerjugend (ebd. S. 198). Das Kloster Lorch sollte 1937 zu einer faschistischen Staufergedenkstätte umgestaltet werden, was ihm aber glücklicherweise erspart blieb. Die SS inszenierte eine pathetische Feierstunde, in der Oberführer von Alvensleben verkündete: “Wer aber heute die weihevolle Grablege betritt, wird ergriffen und bewegt [...] vom wehenden Willensodem unserer großen Kaiser und Könige [...]. Wir wissen, daß Deutsches in der Welt sein muß und im Süden und Osten wie ehemals eine Mission hat” (900 Jahre Kloster Lorch, 2004, S. 173).
Damit wurde geschickt der Gegensatz zwischen Italien- und Ostpolitik entschärft, der die Stauferrezeption im Dritten Reich behinderte. Denn eigentlich gehörten die Sympathien der Nazis dem großen Gegenspieler Barbarossas, Heinrich dem Löwen, und dessen Ostpolitik. Aber da die NS-Ideologie in diesem Punkt keine Einheitslinie kannte, blieb genügend positives Identifikationspotential für die Stauferherrscher übrig.
Nach den politisch-militärischen Erfolgen der Jahre zwischen 1938 und 1941 bot sich das Universalreich der Staufer als Vorbild des nunmehrigen “Großdeutschen Reiches” an. Ein NS-Monatsheft im Mai 1941 war den Staufern gewidmet, und auch in den folgenden Jahren erschienen in den NS-Monatheften, einem führenden Organs des Regimes, wiederholt positive Beiträge über die Staufer. 1942 wiederholte der Schriftleiter die vorhin zitierte Sicht des SS-Oberführers: “Der heftige Streit um die Frage: Italienpolitik oder Ostpolitik [...] löst sich in der größeren Schau auf in der Erkenntnis von der die damalige Politik bestimmenden Notwendigkeit der Italien- und Ostpolitik” (Thomsen S. 283).
Natürlich gab es zwischen 1933 und 1945 auch Geschichtsforschung, die sich weitgehend frei hielt von ideologischen Verzerrungen der Diktatur. So verzichtete Erich Maschke, später ein renommierter Stadthistoriker, auf einen Kotau vor der NS-Rasse-Ideologie, als er 1943 sein Buch “Das Geschlecht der Staufer” veröffentlichte. Der gute Eindruck wird aber völlig zunichte gemacht durch eine einzige, den Anmerkungen vorangestellte Ankündigung: “Jüdische Autoren sind bei erstmaliger Nennung mit einem * bezeichnet” (S. 143).
VII. Die Quellenfälschung im Stauferkatalog 1977
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der politische Mythos der Staufer zwar tot, nicht aber die Stauferforschung und die kulturhistorische Faszination der Staufer. Die anlässlich des 25jährigen Bestehens veranstaltete Stuttgarter Ausstellung “Die Zeit der Staufer” war mit über 700.000 Besuchern ein geradezu sensationeller Erfolg, Auftakt einer Reihe von weiteren Mittelalter-Austellungen, die aber kaum einmal den Glanz der im Alten Schloss zusammengetragenen Exponate und den Besuchererfolg erreichten. Die Stuttgarter Schau blendete die politische Geschichte nicht aus, ergänzte sie aber durch intensive Einblicke in das Spektrum der Funde der Mittelalterarchäologie. Vorbildlich und umfangreich wurde auch die Staufer-Rezeption aufgearbeitet; wer sich heute damit beschäftigt, steht auf den Schultern der im Stauferkatalog dokumentierten Forschungen. Die Ausstellung war auch der Auslöser für wichtige lokale Publikationen, etwa in Göppingen oder Schwäbisch Gmünd.
Der dritte Band des blendend verkauften Katalogs mit den wissenschaftlichen Aufsätzen enthielt als Anhang einen Beitrag “Das staufische Haus” des Tübinger Landeshistorikers Hansmartin Decker-Hauff. Ohne wissenschaftlichen Apparat - es wurde auf eine nie erschienene weitere Veröffentlichung verwiesen - wurde hier nicht weniger als eine Gesamtgenealogie des Stauferhauses geboten. Zahlreiche Personen, die hier begegnen, waren von der modernen Forschung überhaupt nie als Staufer wahrgenommen worden. Abgesichert wurde die frühe staufische Genealogie vor allem durch völlig unbekannte Quellen, die teilweise in kurzen wörtlichen Zitaten angeführt wurden. Wenn diese Exzerpte authentisch waren, dann waren auch viele der so ungewöhnlich erscheinenden Filiationen durch diese geradezu sensationell anmutenden Neufunde quellenmäßig bezeugt.
Die Exzerpte, über die Decker-Hauff exklusiv verfügen konnte, gingen nach seinen Angaben auf Aufzeichnungen der Lorcher Mönche zurück, zum einen auf den sogenannten Codex Holtz und zum anderen auf das als “Rote Buch” bekannte Kopialbuch des Klosters, das nie zusammenhängend und lückenlos veröffentlicht wurde. Durchaus zutreffend schreibt Decker-Hauff: “Viel weniger wichtige Texte hat man minutiös herausgegeben, das Rote Buch von Lorch ließ man auf sich beruhen - bis es prompt im letzten Krieg mitsamt seinen nicht edierten Teilen verbrannte” (S. 340).
Er fährt fort: “Immerhin haben sich Fragmente aus beiden Bänden bis heute herübergerettet: aus dem Codex Holtz excerpierten der Burgvogt Hans Hauff im benachbarten Schorndorf um 1580 und mehrere Waiblinger Stadtchronisten im 17. Jahrhundert teilweise gleichlautend, vor allem ein (an sich dürftiges, aber unter den gegebenen Umständen doch hilfreiches Translationsverzeichnis der um 1140 aus dem Stift Lorch ins Kloster Lorch umgebetteten Staufer. Aus dem Roten Buch fertigten Pfarrer Dr. Friedrich Schwarz um 1913 und der Verfasser (1938 und 1941) zwei, leider nicht vollständige, aber im wesentlichen übereinstimmende Excerpte der dort gleichfalls überlieferten stiftischen Translationsliste”.
Niemand hat meines Wissens je diese Quellen zu Gesicht bekommen. Das von Decker-Hauff immer wieder in Publikationen und mündlichen Äußerungen angeführte “Hauffsche Epitaphienbüchlein”, auf das der Hinweis auf den Burgvogt Hans Hauff anspielt, ist auch in seinem Nachlass nicht aufgetaucht. Wer sich intensiv mit den Lorcher Geschichtsquellen befasst hat, kann die Auskünfte Decker-Hauffs zu diesen Quellen nur als rätselhaft empfinden. Sollte Gebhard Mehring, der für seine Edition “Stift Lorch” 1911 das Rote Buch intensiv durchgearbeitet hat, tatsächlich eine dort enthaltene Translationsliste übersehen haben? Und wieso schreibt von den anderen Autoren, die das Rote Buch vor der Katastrophe einsehen konnten, keiner eine Silbe etwas von solchen doch einigermaßen aufregenden Quellen? Es mutet auch reichlich verdächtig an, dass, folgt man einem anderen Aufsatz von Decker-Hauff, eine hochmittelalterliche Hand etwas ins Rote Buch eingetragen habe, denn das Rote Buch wurde um 1500 von dem Lorcher Benediktiner Augustin Seiz angelegt.
Das Rote Buch ist glücklicherweise nicht vernichtet worden, wenngleich stark zerstört. Mündliche Überlieferung kolportiert, dass, als man im Hauptstaatsarchiv Stuttgart den Auftrag an den Marburger Restaurator Ludwig Ritterpusch vergeben habe, die verschmorten Reste des Roten Buchs zu restaurieren, ein aufgeregter Anruf aus Tübingen eingelangt sei, man möge sich doch nicht an dem kostbaren Stück versündigen und abwarten, bis man weitere Fortschritte hinsichtlich der Restaurierung stark zerstörter Archivalien gemacht habe.
Moderne Restauratorenkunst hat hier Unglaubliches geleistet. Die meisten Seiten sind inzwischen einigermaßen lesbar, und bei den besonders schwer zerstörten Seiten besteht die Hoffnung, dass mit modernen naturwissenschaftlichen Verfahren der Bildbearbeitung nennenswerte Teile des verlorenen Textes doch noch gesichert werden können. Die schwersten Schäden betreffen leider den interessantesten Text des Kopialbuchs, die Gründungsgeschichte des Klosters. Mitte der 1990er Jahre haben Gerhard Lubich (Auf dem Weg zur "Güldenen Freiheit", 1996) und ich unabhängig voneinander die Reste des Roten Buchs ergebnislos auf die von Decker-Hauff daraus angeblich exzerpierten Texte abgesucht und nichts gefunden. Diese von ihm erfundenen Texte lassen sich als Belege seiner spekulativen genealogischen Aufstellungen verstehen. So kann man etwa zeigen, dass er eine dieser ominösen Quellen, das Kinderverzeichnis der Herzogin Agnes, wohl anders verfasst hätte, wäre ihm nicht eine in Michaelstein im Harz entdeckte Inschrift entgangen. In einer Dissertation über die staufische Heiratspolitik hat dann Tobias Weller vor einigen Jahren mit den Hypothesen Decker-Hauffs zu den Eheverbindungen der Staufer gründlich aufgeräumt. Inzwischen kann als communis opinio der seriösen Mediävistik gelten, dass man die Aufstellungen und Quellenfunde Decker-Hauffs im Stauferkatalog ignoriert.
Die Fälschungen im Staufer-Katalog, die übrigens von den bereits verstorbenen spekulativen Genealogen Heinz Bühler und Gerd Wunder begeistert aufgegriffen und auch sonst teilweise in das Handbuchwissen integriert wurden, sind ein Wissenschafts-Skandal der deutschen Mittelalterforschung, der nie größere Wellen geschlagen hat. Im engen Stuttgart-Tübinger-Beziehungsgeflecht hat man 1977 eine fragwürdige Entscheidung getroffen, als man den genealogischen Artikel des Tübinger Ordinarius in den Katalog aufnahm, obwohl die Neigungen des Autors zur Ausschmückung von Fakten in den einschlägigen Kreisen sattsam bekannt waren. Auch wenn man sich die Entscheidung zum Abdruck womöglich nicht leicht gemacht hat, hat man für eine folgenschwere Irreführung der Wissenschaft und gegen die historische Wahrheit votiert. Die Ausstellung war ein Renommierprojekt des Bundeslandes, und das Risiko, dass jemand die Fälschungen zeitnah enthüllen würde, war angesichts des Einflusses des Autors und seines Schüler- und Freundeskreises zu vernachlässigen. So griff man ganz wie in der frühen Neuzeit zu identitätsstiftenden Fiktionen.
VIII: Schluss: Warum faszinierten die Staufer?
1839 machte sich der evangelische Pfarrer Albert Knapp in seinem Gedichtband “Hohenstaufen” recht kluge Gedanken darüber, “wodurch die hohenstaufische Geschichte sich vor den meisten der übrigen teutsch-historischen Epochen aufs Glänzendste unterscheidet”. Er listete vier Punkte auf: Erstens “die innige Verschmelzung ihres Daseyns mit den Kreuzzügen und mit den dunkelklaren, wunderbar lebendigen Bildermassen des heilig gehaltenen Orients”; zweitens “die nahe Verbindung der Schwabenkaiser mit Italien”. Drittens verweist Knapp nicht nur auf die “ritterlich starke Leibesschönheit” der Staufer, sondern auch auf “jene seltene Harmonie der Geisteskräfte”, die sich unter anderem in den Erzeugnissen der Poesie der Familienmitglieder niedergeschlagen hat. Erwähnt werden auch die “architektonischen Ueberreste aus der staufischen Kaiserzeit”. Viertens spricht Knapp das außergewöhnliche Unglück der Staufer an. Wir sehen, schreibt er, “das schwäbische Kaiserhaus auch am tiefsten durch unerhörte Trübsal gedemüthigt, und zu einem solch tragischen Untergange bestimmt, daß es, wie kein anderes, sich mit der Nachwelt durch eigene Leiden versühnet hat, soweit irgend ein Mensch seine Fehler selbst zu sühnen vermag. Die Hohenstaufen haben ihre Zeche mit ihrem eigenen Blute bezahlt”.
Auf die Frage, wieso ausgerechnet die Staufer in diesem Ausmaß erinnert und instrumentalisiert wurden, gibt es nur mehr oder minder plausible Antworten. Ich möchte abschließend die für mich entscheidenden Aspekte thesenhaft zusammentragen.
1, Eine wichtige Rolle messe ich der Verbindung und Überlagerung der unterschiedlichen Rezeptionsfaktoren bei. Lokale, regionale und nationale Identifikationspotentiale konnten sich ebenso gegenseitig verstärken wie die Traditionen, die sich jeweils an Barbarossa, Friedrich II. und Konradin knüpften. Salopp könnte man sagen: Im Dreierpack waren sie unwiderstehlich. Vor allem der im 19. Jahrhundert so übermächtige Barbarossa-Mythos konnte das Interesse auch auf die anderen Personen und die sie überwölbende Familiengeschichte lenken.
2. Neben der politischen Geschichte, die vor 1945 vor allem national instrumentalisiert wurde, existiert eine eminente kulturgeschichtliche Bedeutung der Stauferzeit. Die Blüte des Rittertums (einschließlich der Kreuzzüge) und der mittelhochdeutschen Literatur fällt in diese Epoche. Romanische und frühgotische Bauten aus dem 12./13. Jahrhundert üben eine besondere Faszination aus. Die populäre Mittelalter-Rezeption bis hin zum Reenactment (besonders beliebt: Ritterturniere) ruht sozusagen auf staufischem Fundament.
3. Die Geschichte des staufischen Hauses bietet reiche Angebote für emotionale Zugänge zur Geschichte. Die Staufergeschichte lässt sich nicht nur auf der Bühne als Tragödie erzählen, die ergreift und anrührt (neudeutsch: “human touch”).
4. Staufer-Mythen und Erinnerungsorte sind aufs engste miteinander verbunden. Sowohl im Nordreich als auch im Südreich der Staufer sind zahlreiche überaus eindrucksvolle Überreste stauferzeitlicher Architektur erhalten geblieben, Kirchen, Burgen und Pfalzen, die heute ungeniert im Zeichen der Staufer vermarktet werden. Mythen und Erinnerungen haben in ihnen handgreifliche Anknüpfungspunkte. Die Stauferstätten sind erfahrbares historisches Wissen, nicht nur Denkmale, sondern auch Erzähl-Male, die sich durch historische Erzählungen dem Betrachter erschließen. Und sie können immer noch - zumindest bei Bildungsbürgern, wenn der Studiosus- oder Schwäbische-Heimat-Reiseführer passende Staufergedichte deklamiert - Ergriffenheit auslösen.
Auch wenn sich die Rahmenbedingungen gewandelt haben, etwa durch den Wegfall des politischen Barbarossa-Mythos nach 1945, und auch wenn zeitspezifisch das “Mischungsverhältnis” der angesprochenen Aspekte unterschiedlich sein kann, so liefern diese Gesichtspunkte durchaus auch Erklärungsansätze für den Staufer-Rummel der Gegenwart. Eine erstaunliche Konstante stellt der schwäbische Patriotismus dar, der mindestens seit der Zeit um 1500 bis zur Gegenwart die Begeisterung schwäbischer Stauferfreunde trägt. Staufer-Traditionen und Schwaben-Traditionen waren und sind intensiv verflochten.
Jedenfalls sind die Staufer - unabhängig vom Einfallsreichtum der Tourismus-Industrie - nach wie vor höchst lebendig. Und wenn sie nicht wieder in den Berg ziehen, werden sie es wohl auch noch eine Weile bleiben.
Nachweise
Eine neuere Synthese mit weiterführenden Literaturangaben stammt von W. Hechberger: Bewundert - instrumentalisiert - angefeindet. Staufer und Welfen im Urteil der Nachwelt, in: Staufer und Welfen, 2009, S. 216-238. Noch nicht vor lagen mir die 2010 unter dem Titel "Mythos Staufer" erschienenen Akten der 5. Landauer Staufertagung. Zu Barbarossa bieten den neuesten Stand Münkler (wie oben) und C. G. Kaul: Friedrich Barbarossa im Kyffhäuser. I-II, 2007 (Zitate aus Bd. I). Zu Friedrich II: M. Thomsen: “Ein feuriger Herr des Anfangs ...”, 2005. Unverzichtbar die Bände des Stauferkatalogs Die Zeit der Staufer, vor allem III, 1977 und K. Schreiner in Bd. V, 1979 sowie F. Weigend/B. Baumunk/T. Brune: Keine Ruhe im Kyffhäuser, 1978 (zit.: Weigend). Zu den Erwähnungen von Lorch (und Decker-Hauff): 900 Jahre Kloster Lorch, 2004, S. 171-173 (K. Graf). Zu Abschnitt I: Deutsche Landesgeschichtsschreibung im Zeichen des Humanismus, 2001, S. 208f. (K. Graf); K. Graf, Gmünder Chroniken im 16. Jahrhundert, 1984, S. 103-106.
Ergänzende Hinweise:
Texte zur Barbarossa-Rezeption:
http://de.wikisource.org/wiki/Friedrich_I._Barbarossa
Texte zur Konradin-Rezeption:
http://de.wikisource.org/wiki/Konradin
http://archiv.twoday.net/stories/6234198/
H. Obermair: Der Staufer Friedrich II. und die Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts. In: Concilium Medii Aevi 11, Göttingen 2008, S. 79-100
http://cma.gbv.de/dr,cma,011,2008,a,04.pdf
Zur gut erforschten Staufertradition in Göppingen und anknüpfend an den Hohenstaufen folgende gedruckte Veröffentlichungen:
Hohenstaufen 10 (1977), Beiträge von B. M. Baumunk, M. Akermann (S. 157-176)
H.-M. Maurer: Der Hohenstaufen, 1977
Th. Brune: Staufertraditionalismus im Spiegel einer Göppinger Zeitung seit 1863, 1977
Die Staufer, Göppingen 2000, S. 87-99: Stauferverehrung im 19. Jahrhundert
H.-M. Maurer: Der Hohenstaufen-Verein (1833 bis um 1870). In: Zs. für Württembergische Landesgeschichte 61 (2002), S. 305-321
F. Scholl: "Was uns der kahle Berg zu denken gibt ...". Hohenstaufenverehrung und nationaler Denkmalkult im 19. Jahrhundert. In: Hohenstaufen Helfenstein 13 (2003), S. 135-156
O. Auge: Seit wann gründeten die Staufer Göppingen? In: Stadt, Kirche, Adel, 2006, S. 182-201
***
You can cite this work as follows:
Graf, Klaus. Mythos Staufer. Archivalia. 2010-07-15. URL: http://archiv.twoday.net/stories/6412734/. Accessed: 2010-07-15. (Archived by WebCite® at http://www.webcitation.org/5rFgaGwPw )
#forschung
Von Klaus Graf
Vortrag am 16. März 2010 im Rahmen der SH-Vortragsreihe “Die Welt der Staufer”, siehe http://archiv.twoday.net/stories/6232274/
Es staufert wieder! “Um an die identitätsstiftende Herrscherfamilie zu erinnern, steht der Tourismus in Baden-Württemberg 2010 ganz in ihrem Zeichen”, liest man in der Presse. Über 30 Städte und Stauferstätten wollen etwas vom großen Stauferkuchen abhaben, der offiziell im September angeschnitten wird mit der Eröffnung der spektakulären neuen Staufer-Ausstellung, ausgerichtet von den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen: http://www.staufer2010.de/ . “Von Schauspielführungen auf dem Trifels, über Konzerte im Mannheimer Wasserturm bis hin zu Jagdvogelflügen auf der Burg Guttenberg reicht das Programm für das größte Kulturereignis des Jahres 2010 in Süddeutschland.” Es gibt sogar vogelkundliche Führungen im Mannheimer Luisenpark: “Birdwatching mit den Augen Friedrichs II.”. Göppinger Schüler sollen ein Barbarossa-Musical aufführen. Entwarnung kann vermutlich gegeben werden, was das Unterschichtenfernsehen angeht. Mit einer Staufer-Sitcom auf SAT1 - als Titel könnte man “Eine schreckliche nette Dynastie” erwägen - ist höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen, denn wirklich populär ist die mythenumwobene Herrscherfamilie letztlich doch nur in bildungsbürgerlichen Kreisen.
Immerhin: Als Tourismus-Magnet sind die Staufer quicklebendig. Und das schon seit vielen Jahren. Vor allem die Stauferausstellung des Jahres 1977 hat den “Histourismus” auf den Spuren der Staufer außerordentlich gefördert. Seit 1977 gibt es in der ostwürttembergischen Touristikregion Stauferland die “Straße der Staufer”, die zu den Stauferstätten rund um den namengebenden Hohenstaufen führt. Doch beschränkt sich die Stauferverehrung keinesfalls auf die Stammlande. Mit einigem Erstaunen entdeckte ich in der Wikipedia einen Artikel “Barbarossastadt”. Fünf Städte nennen sich so: Sinzig im Rheinland, Kaiserslautern, Gelnhausen sowie die beiden thüringischen Städte Altenburg und Bad Frankenhausen, letzteres aufgrund der Lage am Kyffhäuser.
Überall bemüht man sich nach Kräften, mit den Staufern Kasse zu machen, aber am spektakulärsten ist der Staufer-Zauber, den die ehrwürdige Staufergrablege Lorch veranstaltet. Offenkundig inspiriert vom Bauernkriegspanorama des DDR-Künstlers Werner Tübke in Bad Frankenhausen schuf der Lorcher Künstler Hans Kloss in poppigen Farben ein Stauferrundbild, das 2002 im Kloster Lorch eröffnet wurde und in zehn Stationen die staufische Geschichte von 1102 bis 1268 Revue passieren lässt. Man hat den historischen Kapitelsaal damit befüllt, der historische Raumeindruck ist dahin, aber immerhin hat der Maler über 600 Tiere, davon die Mehrzahl Pferde, naturgetreu dargestellt. Es ist ein Kunstwerk des Superlativs, 30 Meter lang und 4,5 Meter hoch und das größte Gemälde auf Leinwand in Südwestdeutschland. Damit nicht genug: Der rührige Lokal-Künstler malte 2008 zum Gedenken an Irene von Byzanz am 800. Todestag ein großes Triptychon, das - ebenso knallbunt wie das Rundbild - dem Lorcher Kloster auf der Empore der Prälatur womöglich noch lange erhalten bleiben wird.
Burg Hohenstaufen mit Herzogin Agnes (c) Hans Kloss Seit Jahren sorgt ein in Göppingen ansässiges Komitee der Stauferfreunde dafür, dass aufwändige und unübersehbare Stauferstelen wichtige Wirkungsorte der Staufer europaweit vernetzen. Kann dank generöser Sponsoren ein weiterer Meilenstein dieser “Durchmöblierung” gefeiert werden, wird ein zünftiger Event angesetzt. 2008 war Lorch an der Reihe, enthüllt wurde eine “oktogonale Stele aus schwäbischem Jura-Travertin, den Grundriss von Friedrichs Castel del Monte aufgreifend, gekrönt von einem die achteckige Kaiserkrone symbolisierenden goldenen Band, darunter die Wappen des Heiligen Römischen Reichs, des Herzogtums Schwaben und der Partnerstädte Lorch und Oria, unter dem Wappenfries Texte zur Geschichte von Kloster Lorch und zum Leben Philipps und Irenes und der südstaufischen Stadt Oria.” Unübertroffen originell durften oktogonale “Castel-del-Monte-Wecken” verzehrt werden. Vergleichsweise einfallslos gibt sich dagegen der auf der Burg Katzenstein auf dem Härtsfeld servierte Stauferteller: “Rehbraten in Preiselbeersoße mit hausgemachten Spätzle und bunten Salatteller” für 14 Euro 50.
Ist soviel Stauferitis nur mit sehr viel Rotwein zu ertragen? Kein Problem: Eine Recherche in der Internetdatenbank des Deutschen Patent- und Markenamts ergibt, dass unter den über 60 Marken rund um Barbarossa seit 1987 auch eine Marke “Kaiser Barbarossa” für Weine registriert ist. Inhaber ist die Lidl-Stiftung.
Dass geschäftstüchtige Tourismus-Manager die Staufer-Erinnerung instrumentalisieren, sollte nicht weiter verwundern. Aber funktionieren kann der für 2010 vorgesehene Großangriff auf die Herzen der Stauferfreunde und ihre Geldbörsen doch nur, wenn auf Seiten des Zielpublikums ein entsprechender Bedarf besteht, wenn also nach wie vor eine Faszination von den Begriffen Staufer und Stauferzeit ausgeht. Warum sind die Staufer etwas ganz Besonderes?
Ich will im Folgenden versuchen, der Stauferbegeisterung historisch auf den Grund zu gehen. Was hat seit dem Humanismus die Nachwelt an den Staufern gefesselt, wie wurden die staufischen Herrscher - ich werde mich im wesentlichen auf Friedrich Barbarossa, Friedrich II. und Konradin konzentrieren - erinnert? Wieso war ausgerechnet der Staufer-Mythos so wirkmächtig? In sieben kurzen Kapiteln, die vom Humanismus bis zur Stauferausstellung 1977 reichen, werde ich mich dem Phänomen der Staufer-Rezeption nähern. Drei Abschnitte gelten den genannten Herrschern, zwei beschäftigen sich mit schwäbisch-regionalen Traditionen im Humanismus und im 19. Jahrhundert. Je einer thematisiert die Instrumentalisierung der Staufer in der NS-Zeit und die Stauferausstellung.
I. “Durch ihre Sieg’ und Triumphe erstrahlte das mächt’ge Europa” - Stauferverehrung im Humanismus
Beginnen will ich mit einem lateinischen Gedicht des Tübinger Poeten Heinrich Bebel aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Es wurde nicht nur in einer Werkausgabe Bebels von 1509 abgedruckt, die stolzen Lorcher Mönche brachten es auch auf einer Schrifttafel wohl in der Nähe des heute noch vorhandenen Hochgrabs zu Ehren Herzog Friedrich I. in ihrer Klosterkirche an. Es findet sich auch in der Blaubeurer Chronik des Christian Tubingius, wo es heißt, Heinrich Bebel habe das Lob dieser Schwabenherzöge - gemeint ist die heute als Staufer bekannte Dynastie - mit dem folgenden Gedicht formuliert (ich zitiere die Übersetzung von Bruno Maier in: Christian Tubingius Burrensis Coenobii Annales ed. Brösamle, 1966, S. 79):
“Auch der vornehme Stamm des schwäbischen Herzogshauses
Konnte des grimmen Tods furchtbare Macht nicht fliehn.
Herrlicher Taten Zier und der Ruhm des gewaltigen Reiches,
Ahnen, Reichtum und Mut, schmückten sie allezeit. [...]
Länger als hundert Jahre regierten sie machtvoll alleine
Und beherrschten das Reich Roms und der deutschen Nation.
Als ihre Herren fürchtet’ sie Gallien, Italien, Toskana,
Insubrer, Ligurer, Apuler, Sikuler.
Auch der grimmige Türke, besiegt von der Kampfkraft der Schwaben,
Bebte, der Sultan entwich, fürchtend die schwäbische Kraft.
Selbst Jerusalem fügt’ unsern Titeln sich ein unter diesen,
Und die Friedriche kannte so wie der West auch der Ost.
Namen wie Konrad und Heinrich und den auch des Königs Philipp
Machte der Tugend Werk rings in der Welt berühmt.
Durch ihre Sieg’ und Triumphe erstrahlte das mächt’ge Europa,
Asiens blutig Gefild beugte sich ihrer Macht.”
Es gehört zur Gattung des Lobgedichtes, dick aufzutragen. Der Tübinger Humanist und Rhetoriklehrer feiert die hegemoniale Machtentfaltung der Staufer, die selbst die gefährlichen Türken überwunden hätten. Bebels Nennung Europas ist vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Türkengefahr zu sehen. Die imperiale Größe der Stauferzeit wird als leuchtendes Gegenbild zur eigenen Gegenwart effektvoll in Szene gesetzt.
Dass deutscher Patriotismus die Verse diktiert hat, ist unverkennbar. Gleichzeitig ist aber auch schwäbischer Patriotismus, Identifikation mit dem Vaterland Schwaben, deutlich präsent. Wer weiß, dass der schwäbische Gentilpatriotismus von Dieter Mertens als Leitmotiv von Bebels politisch-historischen Schriften herausgearbeitet werden konnte, wundert sich darüber nicht.
Der Name Staufer war im Humanismus nicht gebräuchlich, auch wenn man durchaus von den Herren von Hohenstaufen oder Staufen sprach. Den Familiennamen ersetzte vielfach die Amtsbezeichnung: die Staufer sind die “Herzöge von Schwaben”. Gerade im deutschen Südwesten, auf dem Boden des ehemals staufischen Herrschaftsbereichs und des mit diesem weitgehend identischen Herzogtums Schwabens, verbanden sich bei dem Blick auf die einstige Herrscherfamilie schwäbischer und deutscher, also regionaler und nationaler Patriotismus.
Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts ist ein deutliches Interesse an den Staufern in Augsburg, das sich als “Hauptstadt Schwabens” (metropolis Sueviae) sah, belegbar. Hier wirkte der Benediktinermönch und Chronist Sigismund Meisterlin, über den Paul Joachimsohn schrieb: “Der Schwabe Meisterlin denkt schwäbisch, die Staufer sind seine Lieblinge als ‘schwäbische Herren’”.
Im Raum um die einstige Stammburg Hohenstaufen blieben die Erinnerungen an die einstigen Herren nicht nur im staufischen Hauskloster Lorch präsenter als andernorts. Vor allem seit der Zeit um 1500 wurden historische Traditionen gefunden oder besser gesagt erfunden, die das Bild der Stauferzeit besonders glanzvoll malten. So berichtet etwa der Wiener Gelehrte Ladislaus Sunthaim um 1500 von Schwäbisch Gmünd, die Herzöge von Schwaben des Geschlechts von Hohenstaufen hätten oft ihren Hof da gehalten und die Bürger seien dadurch reich und mächtig geworden. Jetzt sei die Stadt längst nicht mehr so mächtig, da ihr ein Fürstenhof fehle. Also auch hier: die Stauferzeit als Gegenbild zur eher tristen Gegenwart.
Lokale Staufertraditionen begegnen auch hinsichtlich der Burg auf dem Elisabethenberg bei Waldhausen im Remstal, die schon in einem Vogtbericht von 1535 als Kanzlei der Herzöge von Schwaben gilt, oder später in Wäschenbeuren, das volksetymologisch als Wäsche der Staufer gedeutet wurde. Reicher war die Traditionsbildung natürlich in den Städten, also in Schwäbisch Gmünd, Göppingen und Waiblingen. Selbst das winzige Aalen wollte sich im 16. Jahrhundert im Glanz staufischen Herrschertums sonnen. Aalen käme von Aula, dem Hoftag Barbarossas, den dieser am Aalener Burgstall abgehalten haben soll, wollte man wissen. Im späten 18. Jahrhundert zeigte man Fremden in der Stadtschreiberei sogar einen alten Sessel, der als Reliquie Barbarossas ausgegeben wurde (Sander, in: Hanauisches Magazin 1780, S. 197). Bis heute hält Aalen erbittert an der Hypothese fest, dass es eine staufische Stadtgründung sei.
Im Humanismus wurde die staufische Geschichte wiederentdeckt, zunächst in gelehrten lateinischen Werken und Ausgaben stauferzeitlicher Quellen, dann aber auch in deutschsprachigen Büchern, die sich an ein breiteres Lesepublikum wandten. 1520 erschien die Barbarossa-Biographie des Johannes Adelphus auf Deutsch. So konnte es am Ende des Jahrhunderts der lateinunkundige Schorndorfer Chronist David Wolleber wagen, umfangreiche handschriftliche Staufergeschichten, repräsentativ mit Wappen und Abzeichnungen der Lorcher Stauferwandbilder geschmückt, den Fürsten seiner Zeit in der Hoffnung auf möglichst großzügige Belohnung zu verehren.
Die humanistischen Bemühungen um die Staufergeschichte verbreiterten die Wissensbasis erheblich. Für reformatorisch gesinnte Autoren waren die Staufer aufgrund ihrer heftigen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum von besonderer Bedeutung. Deutsche Patrioten, die gegen Rom kämpften, fanden den Konflikt in der Geschichte wieder.
Lokale, schwäbisch-regionale und auf Deutschland bezogene nationale Aneignungsformen der staufischen Geschichte sind nicht voneinander zu trennen. Sie überlagerten sich vielfach und verstärkten sich so gegenseitig. Meist lieferte die Geschichte der staufischen Kaiser, Könige und Herzöge von Schwaben ein positives Gegenbild zur eigenen Gegenwart. Zugleich liegt die identitätsstiftende Funktion der Staufer-Erinnerungen und Traditionsbildungen auf der Hand, die häufig eher Erfindungen als wahre Erinnerungen waren.
II. Tränen für Konradin
1782 widmete der damals 20jährige Karl Philipp Conz aus Lorch, ein Jugendfreund Schillers, sein anonym erschienenes Drama “Conradin von Schwaben” den “Schatten Barbarossas und Friedrichs”. In einer pathetischen Vorrede wendet sich Conz an die beiden Herrscher und erinnert daran, wie er in der Kirche seines Geburtsorts, also im Kloster Lorch, ergriffen vor ihren Bildern stand. Er bewunderte ihren Kampf gegen den Damm, den “Vorurtheil, gewaltthätiger Eigennutz und stolze Herrschsucht in der Pfaffenkutte erbaut hatten”. Conz ruft aus: “Ha! Dass ihr aufstehen könntet aus Euren Gräbern und sehen, was Euer Deutschland jetzt ist, wie die alte rauhe Tugend sich so stattlich umgeschliffen hat zur modischhöflichen Falschheit, wie die Kraft versiegen gegangen ist zu Wasser”. Auch das bereits erwähnte Thema des schwäbischen Patriotismus fehlt nicht: “Euch Ihr Edlen und Ersten meines Volks übergeb ichs, nicht im spanischen Mantel der Unterthänigkeit daher kriechend; Nein mit all dem Stolze, dass Ihr Schwabens Söhne seyd und ich - ein Schwabe bin”.
Schon vorher gab es Jesuitendramen, die am Beispiel Konradins den “Sieg der Kirche über die Hybris der Fürsten” (Migge in: Die Zeit der Staufer III, 1977, S. 276) darstellten, aber das von der literarischen Bewegung des Sturm und Drangs beeinflusste Konradin-Drama von Conz war der eigentliche Auftakt einer nicht endenwollenden Folge von Theaterstücken, in denen das traurige Schicksal des letzten Staufers beweint wurde. Und es war womöglich, glaubt man Walter Migge, auch das beste von allen. Neben seiner “oft vulkanisch ausbrechenden Diktion”, urteilte er, “erscheinen alle Versuche späterer Generationen dünnblütig” (S. 277).
Eine Zürcher Dissertation (Andreas Müller, 1972) hat fleißig für die Zeit von 1800 bis 1900 66 Dramen oder Romane gezählt, deren Held Konradin war. Bis 1945 kommen noch weitere 24 Konradin-Dichtungen hinzu. Auch der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann verfasste als 16jähriger, also wohl 1915, ein Konradin-Drama (H. Boockmann: Wege ins Mittelalter, 2000, S. 401). Die meisten dieser Stücke sind belanglose Massenware: “Jugendwerke in Schwarzweißzeichnung: der edelmütige Knabe gegenüber der Kälte eines Erbarmungslosen” (Migge S. 276). Schon im 19. Jahrhundert hat man die Produktion von Konradin-Dramen ironisch kommentiert. “Es gab eine Zeit”, schrieb Willibald Alexis, “wo unter 10 aspirierenden Dichtern wenigstens 7 den Untergang des letzten Hohenstaufen dramatisierten” (Weigend S. 47). 1915 spottete Julius Hart, “daß man schon seit längeren Zeiten den literaturgeschichtlichen Augenblick herbeisehnt, wo auf der Bühne der letzte Staufe das letzte Mal vor Gott kniet” (ebd. S. 48).
Hinrichtung Konradins. Kolorierter Kupferstich ausEmils Bilderbuch. Meißen 1827
Die Geschichte Konradins war eine Steilvorlage für anti-welsche, anti-französische Ressentiments. Schon Heinrich Bebel, der eine eigene Schrift über Konradin plante, hat die Franzosen in seinem “Triumphus Veneris” dafür angeklagt (M. Angres, Triumphus Veneris, 2003, S. 218).
Konradins tragisches Schicksal bewegte, ergriff, rührte zu Tränen. Bezeichnend ist eine Stelle in Immermanns “Münchhausen” (1839), wo es über ein junges Mädchen heißt: “wenn er ihr sagte, daß Karl von Anjou mit finsterem unbeweglichem Gesichte zugesehen, als er den jungen unschuldigen Konradin hinrichten lassen, so faltete sich die reine Stirn und Tränen flossen unter diesen lieben zornigen Falten” (1977, S. 435).
Selbst nüchterne Wissenschaftler konnten sich der Emotionalität des Geschehens nicht entziehen. Hansmartin Decker-Hauff erzählte in seiner Vorlesung, sein Wiener Lehrer Hans Hirsch sei regelmäßig bei der Darstellung der Geschichte Konradins in Tränen ausgebrochen. Ob Decker-Hauff auch selbst beim Thema Konradin in der Vorlesung geweint hat, daran kann ich mich nicht erinnern.
III. Die Wallfahrt nach Hohenstaufen
In seiner “National-Chronik der Teutschen” vom 28. September 1803 berichtete der evangelische Pfarrer zu Neubronn und württembergische Publizist Johann Gottfried Pahl ausführlich über einen Besuch des neuen Kurfürsten Friedrich von Württemberg auf dem Hohenstaufen. “Nie hat ein schwäbischer Fürst der Größe und dem Verdienste der Vorzeit ein würdigeres Opfer geweiht”. Wieder ist der schwäbische Patriotismus bemerkenswert: “Eine Wallfahrt nach Hohenstaufen sollte beinahe eine durch das Gesetz gebotene Pflicht jedes Teutschen, wenigstens jedes Schwaben, seyn, des erstern, um ihn recht lebhaft daran zu erinnern, was seine Väter waren, und wie tief die Enkel gesunken sind, und des letztern, um ihm die Rolle zu vergegenwärtigen, die dem Schwaben in den teutschen Angelegenheiten gebührt”. Pahl schließt mit dem Vorschlag eines Denkmals auf dem Hohenstaufen: Man möge dort einen mit Eichen umpflanzten Tempel errichten, auf dessen Altar stehen sollte:
“Den muthigen Verfechtern der teutschen Freyheit, und
Den ersten Aufklärern des westlichen Europa!”(S. 304)
In seiner Zeitschrift “Herda” veröffentlichte Pahl 1811 übrigens einen Aufsatz unter dem Titel “Die Wallfahrt nach Hohenstaufen”, in dem er die Stauferstätten rund um den Hohenstaufen beschreibt und erneut die Parallelen zur eigenen Gegenwart zieht.
Kurfürst Friedrichs Rückgriff auf die Staufer zielte auf die Integration der neuwürttembergischen Gebiete. Aber romantische Stauferbegeisterung ging nicht in ihrer politischen Instrumentalisierung auf. Honoratioren und Literaten in den schwäbischen Stammlanden pflegten den Stolz auf das einstige Herrschergeschlecht. Ein in den 1830er Jahren gegründeter Hohenstaufen-Verein sorgte sich um das verfallende Barbarossakirchlein am Fuß des Hohenstaufens, nach der deutschen Einigung von 1871 sammelte man für ein monumentales Denkmal auf dem alten Kaiserberg, das als “Wahrzeichen deutscher Einheit, deutscher Treue” dienen sollte. Obwohl die Begeisterung zunächst groß schien, wurde nichts daraus. Das Thema war wohl zu preußisch besetzt, und am württembergischen Hof sah man in dem Plan nur einen “patriotisch[n] Vurzjubel”. Schon 1866 hatte sich David Friedrich Strauß dagegen ausgesprochen, die “große geschichtliche Tragödie, die uns der öde Berggipfel vors Auge stellt, [...] in ein elendes Rührstück [zu] verwandeln” (Weigend S. 115).
auf dem Hohenstaufen 1871
1817 erschien der erste Teil von Achim von Arnims historischem Roman “Die Kronenwächter”. Schauplatz der Handlung, die den Staufer-Mythos in der Zeit um 1500 thematisiert, war das schwäbische Waiblingen. Natürlich wird in unserer Zeit derlei sofort touristisch ausgemünzt. Heute erinnert ein Staufer-Mythos Zimmer und die Achim-von-Arnim-Stube im Waiblinger Hochwachtturm an die “Kronenwächter”. “Seither kann sich Waiblingen nicht nur als Staufer-Stadt sondern auch als Romantik-Stadt empfinden”, liest man im Internet.
Auch die stimmungsvoll-romantische Grabstätte der Staufer im ehemaligen Kloster Lorch partizipierte am Rang des Hohenstaufen als nationalem Erinnerungsort. 1898 wurde in der Klosterkirche ein Denkmal zur Erinnerung an die aus Byzanz stammende Königin Irene eingeweiht, mit deren Leben sich bereits um 1600 der Tübinger Professor und Gräzist Martin Crusius beschäftigt hatte. In einer Reisebeschreibung von 1835 heißt es über Lorch: “Hier liegt die durch Schönheit und Bildung berühmte Kaiserin Irene, des griechischen Kaisers Isak Tochter; - welche Schauer erregende Gefühle ergreifen dann nicht mächtig die Brust!”
Solche Verweise auf die Existenz von Stauferinnen, also den Ehefrauen und Töchtern der Herrscher, bleiben jedoch bis zur Gegenwart marginal. Die Flamme der Begeisterung entzündete sich an den großen Männern des Geschlechts und ihren Kriegstaten. Literarisch verarbeitet wurden vor allem Barbarossa, Friedrich II. und Konradin, manchmal auch Heinrich VI., König Manfred und der unglückliche Enzio. Man kann also die These wagen, dass der Staufer-Mythos im Kern eine militaristisch angehauchte Männer-Phantasie darstellt.
IV. Phrasenselige Kyffhäuserdeutsche
Kein anderes Poem brachte den Barbarossa-Mythos des 19. Jahrhunderts so eingängig und lesebuchtauglich auf den Punkt wie Friedrich Rückerts “Der alte Barbarossa” von 1817:
Der alte Barbarossa,
der Kaiser Friederich,
im unterirdischen Schlosse
hält er verzaubert sich.
Er ist niemals gestorben,
er lebt darin noch jetzt;
er hat im Schloss verborgen
zum Schlaf sich hingesetzt.
Der Text schließt:
“Und wenn die alten Raben
noch fliegen immerdar,
so muss ich auch noch schlafen
verzaubert hundert Jahr.”
Es gab in der frühen Neuzeit einige Überlieferungen zu einem bergentrückten Kaiser Friedrich, aber die kanonische Form und die für das 19. Jahrhundert gültige Lokalisierung auf den Kyffhäuser lieferten die Brüder Grimm in ihren “Deutschen Sagen” von 1816.
1823 bis 1825 legte der Berliner Historiker Friedrich von Raumer eine sechsbändige “Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit” vor, die aufgrund ihrer anschaulichen Darstellung zur beliebten Quelle für die vielen Literaten wurde, die Barbarossa- oder Stauferdramen drechselten. Beispielsweise für den Vielschreiber Ernst Raupach, der ab 1830 einen 16-teiligen Zyklus von Staufer-Dramen veröffentlichte. Den meist zweit- oder drittrangigen Autoren ging es um Prinzipien-Konflikte, die sie dramatisch bearbeiten konnten. Hartmut Boockmann hat das boshaft so formuliert: “Die auf der Historienbühne handelnden Personen reden sich gewissermaßen mit Handbuch-Überschriften an” (Wege ins Mittelalter, 2000, S. 407).
Auch wenn das romantisch geprägte Werk Raumers Barbarossa und die Staufer glorifizierte, blieb im 19. Jahrhundert Kritik nicht ganz aus. Historiker wandten sich gegen die Italienpolitik der Staufer und ergriffen Partei für Heinrich den Löwen und die Ostpolitik. Die alten Gegensätze Ghibellinen versus Guelfen lassen sich auch auf die historiographische Parteinahme übertragen, aber die Erinnerungshoheit haben die Ghibellinen, also die Staufer, errungen, denn der Grundton der Staufer-Rezeption im 19. Jahrhundert war ohne Zweifel die unkritische Huldigung.
Zu den Kritikern des politischen Kyffhäuser-Mythos zählte Heinrich Heine, der zunächst der “lieblichen und entzückenden Sage” mit Sympathie gegenüberstand, später aber in seinem “Deutschland. Ein Wintermärchen” mit dem “Philistertraum vom erwachenden Barbarossa” (Weigend S. 52) abrechnete:
“Herr Rotbart - rief ich laut - du bist
Ein altes Fabelwesen,
Geh, leg dich schlafen, wir werden uns
Auch ohne dich erlösen”
Wenige Verse später heißt es:
“Das Beste wäre du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser -
Bedenk’ ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir keinen Kaiser.”
Ein eigenes Thema wären die vielfältigen Aufgriffe des Barbarossa- und Staufer-Themas in der Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts. Vor allem das Festwesen der Turner und Sänger artikulierte einen emotional geprägten Nationalismus (Kaul S. 260). Immer wieder beschwor man in Gedichten oder lebenden Bildern die staufische Vergangenheit und vor allem den Kyffhäuser-Mythos.
Nach der Reichsgründung von 1871 gab es dann kein Halten mehr. Das Bild des erwachenden oder erstandenen Barbarossa und der Hohenzollern als Staufer-Nachfolger avancierte zum “einprägsamsten Bild der Reichsgründungsära” (Kaul S. 357). Auf Felix Dahn geht die parallele Bezeichnung Barbablanca (Weißbart) für den neuen Kaiser Wilhelm I. zurück. Den monumentalsten Ausdruck fand die Gleichsetzung in dem 1896 eingeweihten Kyffäuser- oder Barbarossadenkmal. Die riesenhafte Anlage, dem verstorbenen Kriegsherrn Wilhelm I. gewidmet, war zugleich eine Kampfansage der Kriegervereine gegen die deutsche Sozialdemokratie.
Schon vor der Kaiserproklamation im Januar 1871 karikierte der Kladderadatsch im Dezember 1870 (Nr. 57) in einem Gedicht “Vom Teutschen Kaiser” satirisch die Vorbereitungen:
“Und all’ die Poeten im Teutschen Land,
Sie dichten und reimen sich heiser;
Sie setzen aufs „Schloß“ den „Barbaross’,“
Auf den „Kyffhäuser“ den „Kaiser.“”
Ungefähr gleichzeitig appellierte ein “Barbarossa (Letztes Auftreten.)” überschriebenes Gedicht ebenfalls im Kladderadatsch (Nr. 57, Beiblatt): “Ihr Dichter, laßt den Barbarossa schlafen.” Aber gegen die phrasenseligen Kyffhäuserdeutschen, wie Heinrich Treitschke sie nannte (Thomsen S. 155), waren satirische Einwände vergebens.
Das definitive Ende des politischen Barbarossa-Mythos kam erst in der NS-Zeit. “Mit der Katastrophe des unter dem Namen Barbarossa geführten Russlandfeldzugs”, so Herfried Münkler, “ist der Wunsch nach einer Wiederkehr des Kaisers, wie er die deutsche politische Kultur über eineinhalb Jahrhunderte geprägt hat, ein für alle mal verschwunden. Politisch hat Barbarossa jede Relevanz verloren” (Die Deutschen und ihre Mythen, 2009, S. 68).
V. “Ein feuriger Herr des Anfangs” - Friedrich II. in der Mythenschau des Ernst Kantorowicz
1927 erschien von Ernst H. Kantorowicz, einem deutsch-jüdischen Autor und ehemaligem Freicorpskämpfer, ein eigenartiges Buch, eine umfangreiche Biographie über den Stauferkaiser Friedrich II. und zwar ohne eine einzige Fußnote. Ganz der Gedankenwelt des Kreises um den symbolistischen Dichters Stefan George verpflichtet, feiert das Buch den Herrscher als Genie und messianischen Einzelgänger. Es ist eher eine “Meistererzählung” als eine positivistische Darstellung, eher ein künstlerisches Werk als eine konventionelle historische Biographie.
Um einen Eindruck von der ambitionierten Sprache des Werks zu vermitteln, habe ich ein längeres Zitat ausgewählt, in dem es um die “Heiterkeit” Friedrichs II. und seiner Familie geht (S. 302):
“Freudigkeit und Heiterkeit trotz der Verantwortungswucht, Sinn für Rhythmus und Singen: auch kein deutsches Herrschergeschlecht hat je wieder diese freie schöne Gelöstheit der Staufer verwirklicht, keiner der Staufer als Friedrich II. diese nochmals in das Kaisertum einzubannen vermocht. Auf die schönen Söhne, die nicht mehr Kaiser wurden, hat Friedrich II. dies alles noch übertragen: alle haben sie gesungen, alle auch dann noch, als über jedem von ihnen sichtbar schon das Verhängnis wirkte: Heinrich, der Erstgeborene und abtrünnige Sohn, der im väterlichen Kerker sein Leben endend das Lied nicht abbrach, als ihn die Kämmerer der verscherzten Königszeichen entkleideten [...] .. Manfred, der bis an die Grenze des Leichtsinns über den Liedern sein Königreich vergaß [...] Dann Enzio, der im bolognesischen Verließ die Wächter durch sein fröhliches Singen erheiterte und rührte. Und wie die Brüder, so sang auch der ritterlich liebenswürdige Friedrich von Antiochien [...] und schließlich Conradin, dessen Sang das eigene Ende und das des Hauses mit der gleichen süßen Trauer umspielte. Nicht Spielerei und Königsmode zeigt das alles, sondern eine unvergleichliche Kraft des Lebens und des Blutes, die selbst im Untergang noch des feiernden Glanzes bedarf [...]. Von diesem Lebensfest ist auch die ganze staufische Kunst, ist auch das Dichten Friedrichs II. umschlungen: eine frohe Ernte der Welt, die er beherrschte und die er darstellte [...]”.
Dass Friedrich II. ein außergewöhnlicher Herrscher war, hat man lange vor Kantorowicz gewusst, auch wenn der Kaiser in der deutschen Staufer-Rezeption längst nicht so populär war wie Barbarossa und Konradin. Für Jacob Burckhardt war Friedrich II. der erste moderne Mensch auf dem Thron, Nietzsche, dessen Sichtweise für den George-Kreis bestimmend wurde, sah in ihm das Genie und den Freigeist. Aber kein Autor hat den Staufer mit geradezu hymnischen Formulierungen so verklärt wie Kantorowicz. Mit Blick auf die deutsche Kaisersage, die ja ursprünglich Friedrich II. und nicht Barbarossa galt, spricht er von seinem Helden als “jenem feurigen Herrn des Anfangs, dem Verführer, Berücker, dem Strahlenden, Heiteren, dem Ewig-jungen, dem strengen kraftvollen Richter, dem Gelehrten und Weisen” (S. 632).
Die Geschichtswissenschaft hat inzwischen ein wesentlich nüchterneres Bild von Friedrich II. erarbeitet, die Deutungen von Kantorowicz spielen für die aktuelle Forschung keine Rolle mehr. Und auch die ästhetischen Dimensionen des Buchs sind stark in den Hintergrund getreten. Zwar empfindet man die Auffassung des US-Historikers Norman Cantor, der in Kantorowicz den idealen Nazi-Intellektuellen sah, der nur den einen Nachteil gehabt habe, dass er Jude gewesen sei, als grob unangemessen, aber die Marschrichtung der neueren Forschung gab Otto Gerhard Oexle vor, der in der Friedrich-Biographie eine “Waffe im politischen Kampf gegen die Weimarer Republik” sah und dekretierte, dieses Buch des Autors habe uns nichts mehr zu sagen (Geschichtswissenschaft im Zeichen des Historismus, 1996, S.215).
Kantorowicz hat den Staufer instrumentalisiert, um den elitären Führerkult des George-Zirkels zu propagieren. Es ist daher kein Wunder, wenn Hitler später behaupetete, er habe das Buch zweimal gelesen. Der Autor, dem 1939 die Flucht aus Deutschland gelang, hat sich später deutlich von dem Buch distanziert und lange gegen eine Neuauflage gesträubt. “Man sollte halt ein Buch”, schrieb der inzwischen in Princeton lehrende renommierte Mediävist in einem Brief vom Mai 1963, “das bei Himmler auf dem Nachttisch lag und das Göring an Mussolini mit Widmung verschenkte, in völlige Vergessenheit geraten lassen” (Thomsen S. 296).
VI. Hitlerjugend auf dem Hohenstaufen
Am 18. Juni 1933 fand eines der ersten großen Treffen der Hitlerjugend vom Gau Württemberg-Hohenzollern auf dem Hohenstaufen statt. Zwei Kinder aus dem Dorf begrüßten über 1000 Jungen und Mädchen mit den leicht holprigen Versen (Weigend S. 195):
“Zu Schwabens schönstem Berge
strömt heut der Jugend Schar,
des großen Führers Werke
zu weihn sich ganz und gar.
Es wehen unsre Fahnen,
wo stand der Staufer Schloß.
Die Träume unsrer Ahnen
erfüllt sind wahr und groß.”
In der Folgezeit wurde der Hohenstaufen so etwas wie der Hausberg der württembergischen Hitlerjugend (ebd. S. 198). Das Kloster Lorch sollte 1937 zu einer faschistischen Staufergedenkstätte umgestaltet werden, was ihm aber glücklicherweise erspart blieb. Die SS inszenierte eine pathetische Feierstunde, in der Oberführer von Alvensleben verkündete: “Wer aber heute die weihevolle Grablege betritt, wird ergriffen und bewegt [...] vom wehenden Willensodem unserer großen Kaiser und Könige [...]. Wir wissen, daß Deutsches in der Welt sein muß und im Süden und Osten wie ehemals eine Mission hat” (900 Jahre Kloster Lorch, 2004, S. 173).
Damit wurde geschickt der Gegensatz zwischen Italien- und Ostpolitik entschärft, der die Stauferrezeption im Dritten Reich behinderte. Denn eigentlich gehörten die Sympathien der Nazis dem großen Gegenspieler Barbarossas, Heinrich dem Löwen, und dessen Ostpolitik. Aber da die NS-Ideologie in diesem Punkt keine Einheitslinie kannte, blieb genügend positives Identifikationspotential für die Stauferherrscher übrig.
Nach den politisch-militärischen Erfolgen der Jahre zwischen 1938 und 1941 bot sich das Universalreich der Staufer als Vorbild des nunmehrigen “Großdeutschen Reiches” an. Ein NS-Monatsheft im Mai 1941 war den Staufern gewidmet, und auch in den folgenden Jahren erschienen in den NS-Monatheften, einem führenden Organs des Regimes, wiederholt positive Beiträge über die Staufer. 1942 wiederholte der Schriftleiter die vorhin zitierte Sicht des SS-Oberführers: “Der heftige Streit um die Frage: Italienpolitik oder Ostpolitik [...] löst sich in der größeren Schau auf in der Erkenntnis von der die damalige Politik bestimmenden Notwendigkeit der Italien- und Ostpolitik” (Thomsen S. 283).
Natürlich gab es zwischen 1933 und 1945 auch Geschichtsforschung, die sich weitgehend frei hielt von ideologischen Verzerrungen der Diktatur. So verzichtete Erich Maschke, später ein renommierter Stadthistoriker, auf einen Kotau vor der NS-Rasse-Ideologie, als er 1943 sein Buch “Das Geschlecht der Staufer” veröffentlichte. Der gute Eindruck wird aber völlig zunichte gemacht durch eine einzige, den Anmerkungen vorangestellte Ankündigung: “Jüdische Autoren sind bei erstmaliger Nennung mit einem * bezeichnet” (S. 143).
VII. Die Quellenfälschung im Stauferkatalog 1977
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der politische Mythos der Staufer zwar tot, nicht aber die Stauferforschung und die kulturhistorische Faszination der Staufer. Die anlässlich des 25jährigen Bestehens veranstaltete Stuttgarter Ausstellung “Die Zeit der Staufer” war mit über 700.000 Besuchern ein geradezu sensationeller Erfolg, Auftakt einer Reihe von weiteren Mittelalter-Austellungen, die aber kaum einmal den Glanz der im Alten Schloss zusammengetragenen Exponate und den Besuchererfolg erreichten. Die Stuttgarter Schau blendete die politische Geschichte nicht aus, ergänzte sie aber durch intensive Einblicke in das Spektrum der Funde der Mittelalterarchäologie. Vorbildlich und umfangreich wurde auch die Staufer-Rezeption aufgearbeitet; wer sich heute damit beschäftigt, steht auf den Schultern der im Stauferkatalog dokumentierten Forschungen. Die Ausstellung war auch der Auslöser für wichtige lokale Publikationen, etwa in Göppingen oder Schwäbisch Gmünd.
Der dritte Band des blendend verkauften Katalogs mit den wissenschaftlichen Aufsätzen enthielt als Anhang einen Beitrag “Das staufische Haus” des Tübinger Landeshistorikers Hansmartin Decker-Hauff. Ohne wissenschaftlichen Apparat - es wurde auf eine nie erschienene weitere Veröffentlichung verwiesen - wurde hier nicht weniger als eine Gesamtgenealogie des Stauferhauses geboten. Zahlreiche Personen, die hier begegnen, waren von der modernen Forschung überhaupt nie als Staufer wahrgenommen worden. Abgesichert wurde die frühe staufische Genealogie vor allem durch völlig unbekannte Quellen, die teilweise in kurzen wörtlichen Zitaten angeführt wurden. Wenn diese Exzerpte authentisch waren, dann waren auch viele der so ungewöhnlich erscheinenden Filiationen durch diese geradezu sensationell anmutenden Neufunde quellenmäßig bezeugt.
Die Exzerpte, über die Decker-Hauff exklusiv verfügen konnte, gingen nach seinen Angaben auf Aufzeichnungen der Lorcher Mönche zurück, zum einen auf den sogenannten Codex Holtz und zum anderen auf das als “Rote Buch” bekannte Kopialbuch des Klosters, das nie zusammenhängend und lückenlos veröffentlicht wurde. Durchaus zutreffend schreibt Decker-Hauff: “Viel weniger wichtige Texte hat man minutiös herausgegeben, das Rote Buch von Lorch ließ man auf sich beruhen - bis es prompt im letzten Krieg mitsamt seinen nicht edierten Teilen verbrannte” (S. 340).
Er fährt fort: “Immerhin haben sich Fragmente aus beiden Bänden bis heute herübergerettet: aus dem Codex Holtz excerpierten der Burgvogt Hans Hauff im benachbarten Schorndorf um 1580 und mehrere Waiblinger Stadtchronisten im 17. Jahrhundert teilweise gleichlautend, vor allem ein (an sich dürftiges, aber unter den gegebenen Umständen doch hilfreiches Translationsverzeichnis der um 1140 aus dem Stift Lorch ins Kloster Lorch umgebetteten Staufer. Aus dem Roten Buch fertigten Pfarrer Dr. Friedrich Schwarz um 1913 und der Verfasser (1938 und 1941) zwei, leider nicht vollständige, aber im wesentlichen übereinstimmende Excerpte der dort gleichfalls überlieferten stiftischen Translationsliste”.
Niemand hat meines Wissens je diese Quellen zu Gesicht bekommen. Das von Decker-Hauff immer wieder in Publikationen und mündlichen Äußerungen angeführte “Hauffsche Epitaphienbüchlein”, auf das der Hinweis auf den Burgvogt Hans Hauff anspielt, ist auch in seinem Nachlass nicht aufgetaucht. Wer sich intensiv mit den Lorcher Geschichtsquellen befasst hat, kann die Auskünfte Decker-Hauffs zu diesen Quellen nur als rätselhaft empfinden. Sollte Gebhard Mehring, der für seine Edition “Stift Lorch” 1911 das Rote Buch intensiv durchgearbeitet hat, tatsächlich eine dort enthaltene Translationsliste übersehen haben? Und wieso schreibt von den anderen Autoren, die das Rote Buch vor der Katastrophe einsehen konnten, keiner eine Silbe etwas von solchen doch einigermaßen aufregenden Quellen? Es mutet auch reichlich verdächtig an, dass, folgt man einem anderen Aufsatz von Decker-Hauff, eine hochmittelalterliche Hand etwas ins Rote Buch eingetragen habe, denn das Rote Buch wurde um 1500 von dem Lorcher Benediktiner Augustin Seiz angelegt.
Das Rote Buch ist glücklicherweise nicht vernichtet worden, wenngleich stark zerstört. Mündliche Überlieferung kolportiert, dass, als man im Hauptstaatsarchiv Stuttgart den Auftrag an den Marburger Restaurator Ludwig Ritterpusch vergeben habe, die verschmorten Reste des Roten Buchs zu restaurieren, ein aufgeregter Anruf aus Tübingen eingelangt sei, man möge sich doch nicht an dem kostbaren Stück versündigen und abwarten, bis man weitere Fortschritte hinsichtlich der Restaurierung stark zerstörter Archivalien gemacht habe.
Moderne Restauratorenkunst hat hier Unglaubliches geleistet. Die meisten Seiten sind inzwischen einigermaßen lesbar, und bei den besonders schwer zerstörten Seiten besteht die Hoffnung, dass mit modernen naturwissenschaftlichen Verfahren der Bildbearbeitung nennenswerte Teile des verlorenen Textes doch noch gesichert werden können. Die schwersten Schäden betreffen leider den interessantesten Text des Kopialbuchs, die Gründungsgeschichte des Klosters. Mitte der 1990er Jahre haben Gerhard Lubich (Auf dem Weg zur "Güldenen Freiheit", 1996) und ich unabhängig voneinander die Reste des Roten Buchs ergebnislos auf die von Decker-Hauff daraus angeblich exzerpierten Texte abgesucht und nichts gefunden. Diese von ihm erfundenen Texte lassen sich als Belege seiner spekulativen genealogischen Aufstellungen verstehen. So kann man etwa zeigen, dass er eine dieser ominösen Quellen, das Kinderverzeichnis der Herzogin Agnes, wohl anders verfasst hätte, wäre ihm nicht eine in Michaelstein im Harz entdeckte Inschrift entgangen. In einer Dissertation über die staufische Heiratspolitik hat dann Tobias Weller vor einigen Jahren mit den Hypothesen Decker-Hauffs zu den Eheverbindungen der Staufer gründlich aufgeräumt. Inzwischen kann als communis opinio der seriösen Mediävistik gelten, dass man die Aufstellungen und Quellenfunde Decker-Hauffs im Stauferkatalog ignoriert.
Die Fälschungen im Staufer-Katalog, die übrigens von den bereits verstorbenen spekulativen Genealogen Heinz Bühler und Gerd Wunder begeistert aufgegriffen und auch sonst teilweise in das Handbuchwissen integriert wurden, sind ein Wissenschafts-Skandal der deutschen Mittelalterforschung, der nie größere Wellen geschlagen hat. Im engen Stuttgart-Tübinger-Beziehungsgeflecht hat man 1977 eine fragwürdige Entscheidung getroffen, als man den genealogischen Artikel des Tübinger Ordinarius in den Katalog aufnahm, obwohl die Neigungen des Autors zur Ausschmückung von Fakten in den einschlägigen Kreisen sattsam bekannt waren. Auch wenn man sich die Entscheidung zum Abdruck womöglich nicht leicht gemacht hat, hat man für eine folgenschwere Irreführung der Wissenschaft und gegen die historische Wahrheit votiert. Die Ausstellung war ein Renommierprojekt des Bundeslandes, und das Risiko, dass jemand die Fälschungen zeitnah enthüllen würde, war angesichts des Einflusses des Autors und seines Schüler- und Freundeskreises zu vernachlässigen. So griff man ganz wie in der frühen Neuzeit zu identitätsstiftenden Fiktionen.
VIII: Schluss: Warum faszinierten die Staufer?
1839 machte sich der evangelische Pfarrer Albert Knapp in seinem Gedichtband “Hohenstaufen” recht kluge Gedanken darüber, “wodurch die hohenstaufische Geschichte sich vor den meisten der übrigen teutsch-historischen Epochen aufs Glänzendste unterscheidet”. Er listete vier Punkte auf: Erstens “die innige Verschmelzung ihres Daseyns mit den Kreuzzügen und mit den dunkelklaren, wunderbar lebendigen Bildermassen des heilig gehaltenen Orients”; zweitens “die nahe Verbindung der Schwabenkaiser mit Italien”. Drittens verweist Knapp nicht nur auf die “ritterlich starke Leibesschönheit” der Staufer, sondern auch auf “jene seltene Harmonie der Geisteskräfte”, die sich unter anderem in den Erzeugnissen der Poesie der Familienmitglieder niedergeschlagen hat. Erwähnt werden auch die “architektonischen Ueberreste aus der staufischen Kaiserzeit”. Viertens spricht Knapp das außergewöhnliche Unglück der Staufer an. Wir sehen, schreibt er, “das schwäbische Kaiserhaus auch am tiefsten durch unerhörte Trübsal gedemüthigt, und zu einem solch tragischen Untergange bestimmt, daß es, wie kein anderes, sich mit der Nachwelt durch eigene Leiden versühnet hat, soweit irgend ein Mensch seine Fehler selbst zu sühnen vermag. Die Hohenstaufen haben ihre Zeche mit ihrem eigenen Blute bezahlt”.
Auf die Frage, wieso ausgerechnet die Staufer in diesem Ausmaß erinnert und instrumentalisiert wurden, gibt es nur mehr oder minder plausible Antworten. Ich möchte abschließend die für mich entscheidenden Aspekte thesenhaft zusammentragen.
1, Eine wichtige Rolle messe ich der Verbindung und Überlagerung der unterschiedlichen Rezeptionsfaktoren bei. Lokale, regionale und nationale Identifikationspotentiale konnten sich ebenso gegenseitig verstärken wie die Traditionen, die sich jeweils an Barbarossa, Friedrich II. und Konradin knüpften. Salopp könnte man sagen: Im Dreierpack waren sie unwiderstehlich. Vor allem der im 19. Jahrhundert so übermächtige Barbarossa-Mythos konnte das Interesse auch auf die anderen Personen und die sie überwölbende Familiengeschichte lenken.
2. Neben der politischen Geschichte, die vor 1945 vor allem national instrumentalisiert wurde, existiert eine eminente kulturgeschichtliche Bedeutung der Stauferzeit. Die Blüte des Rittertums (einschließlich der Kreuzzüge) und der mittelhochdeutschen Literatur fällt in diese Epoche. Romanische und frühgotische Bauten aus dem 12./13. Jahrhundert üben eine besondere Faszination aus. Die populäre Mittelalter-Rezeption bis hin zum Reenactment (besonders beliebt: Ritterturniere) ruht sozusagen auf staufischem Fundament.
3. Die Geschichte des staufischen Hauses bietet reiche Angebote für emotionale Zugänge zur Geschichte. Die Staufergeschichte lässt sich nicht nur auf der Bühne als Tragödie erzählen, die ergreift und anrührt (neudeutsch: “human touch”).
4. Staufer-Mythen und Erinnerungsorte sind aufs engste miteinander verbunden. Sowohl im Nordreich als auch im Südreich der Staufer sind zahlreiche überaus eindrucksvolle Überreste stauferzeitlicher Architektur erhalten geblieben, Kirchen, Burgen und Pfalzen, die heute ungeniert im Zeichen der Staufer vermarktet werden. Mythen und Erinnerungen haben in ihnen handgreifliche Anknüpfungspunkte. Die Stauferstätten sind erfahrbares historisches Wissen, nicht nur Denkmale, sondern auch Erzähl-Male, die sich durch historische Erzählungen dem Betrachter erschließen. Und sie können immer noch - zumindest bei Bildungsbürgern, wenn der Studiosus- oder Schwäbische-Heimat-Reiseführer passende Staufergedichte deklamiert - Ergriffenheit auslösen.
Auch wenn sich die Rahmenbedingungen gewandelt haben, etwa durch den Wegfall des politischen Barbarossa-Mythos nach 1945, und auch wenn zeitspezifisch das “Mischungsverhältnis” der angesprochenen Aspekte unterschiedlich sein kann, so liefern diese Gesichtspunkte durchaus auch Erklärungsansätze für den Staufer-Rummel der Gegenwart. Eine erstaunliche Konstante stellt der schwäbische Patriotismus dar, der mindestens seit der Zeit um 1500 bis zur Gegenwart die Begeisterung schwäbischer Stauferfreunde trägt. Staufer-Traditionen und Schwaben-Traditionen waren und sind intensiv verflochten.
Jedenfalls sind die Staufer - unabhängig vom Einfallsreichtum der Tourismus-Industrie - nach wie vor höchst lebendig. Und wenn sie nicht wieder in den Berg ziehen, werden sie es wohl auch noch eine Weile bleiben.
Nachweise
Eine neuere Synthese mit weiterführenden Literaturangaben stammt von W. Hechberger: Bewundert - instrumentalisiert - angefeindet. Staufer und Welfen im Urteil der Nachwelt, in: Staufer und Welfen, 2009, S. 216-238. Noch nicht vor lagen mir die 2010 unter dem Titel "Mythos Staufer" erschienenen Akten der 5. Landauer Staufertagung. Zu Barbarossa bieten den neuesten Stand Münkler (wie oben) und C. G. Kaul: Friedrich Barbarossa im Kyffhäuser. I-II, 2007 (Zitate aus Bd. I). Zu Friedrich II: M. Thomsen: “Ein feuriger Herr des Anfangs ...”, 2005. Unverzichtbar die Bände des Stauferkatalogs Die Zeit der Staufer, vor allem III, 1977 und K. Schreiner in Bd. V, 1979 sowie F. Weigend/B. Baumunk/T. Brune: Keine Ruhe im Kyffhäuser, 1978 (zit.: Weigend). Zu den Erwähnungen von Lorch (und Decker-Hauff): 900 Jahre Kloster Lorch, 2004, S. 171-173 (K. Graf). Zu Abschnitt I: Deutsche Landesgeschichtsschreibung im Zeichen des Humanismus, 2001, S. 208f. (K. Graf); K. Graf, Gmünder Chroniken im 16. Jahrhundert, 1984, S. 103-106.
Ergänzende Hinweise:
Texte zur Barbarossa-Rezeption:
http://de.wikisource.org/wiki/Friedrich_I._Barbarossa
Texte zur Konradin-Rezeption:
http://de.wikisource.org/wiki/Konradin
http://archiv.twoday.net/stories/6234198/
H. Obermair: Der Staufer Friedrich II. und die Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts. In: Concilium Medii Aevi 11, Göttingen 2008, S. 79-100
http://cma.gbv.de/dr,cma,011,2008,a,04.pdf
Zur gut erforschten Staufertradition in Göppingen und anknüpfend an den Hohenstaufen folgende gedruckte Veröffentlichungen:
Hohenstaufen 10 (1977), Beiträge von B. M. Baumunk, M. Akermann (S. 157-176)
H.-M. Maurer: Der Hohenstaufen, 1977
Th. Brune: Staufertraditionalismus im Spiegel einer Göppinger Zeitung seit 1863, 1977
Die Staufer, Göppingen 2000, S. 87-99: Stauferverehrung im 19. Jahrhundert
H.-M. Maurer: Der Hohenstaufen-Verein (1833 bis um 1870). In: Zs. für Württembergische Landesgeschichte 61 (2002), S. 305-321
F. Scholl: "Was uns der kahle Berg zu denken gibt ...". Hohenstaufenverehrung und nationaler Denkmalkult im 19. Jahrhundert. In: Hohenstaufen Helfenstein 13 (2003), S. 135-156
O. Auge: Seit wann gründeten die Staufer Göppingen? In: Stadt, Kirche, Adel, 2006, S. 182-201
***
You can cite this work as follows:
Graf, Klaus. Mythos Staufer. Archivalia. 2010-07-15. URL: http://archiv.twoday.net/stories/6412734/. Accessed: 2010-07-15. (Archived by WebCite® at http://www.webcitation.org/5rFgaGwPw )
#forschung
KlausGraf - am Montag, 5. Juli 2010, 21:58 - Rubrik: Landesgeschichte
Wolf Thomas - am Montag, 5. Juli 2010, 20:20 - Rubrik: Medienarchive
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"Eine neue Internetplattform informiert ab sofort über schützenswerte Kulturgüter in Deutschland. Das von Bund und Ländern getragene Portal wurde am 5. Juli 2010 freigeschaltet, wie das Sekretariat der Kultusministerkonferenz in Bonn mitteilte. Ziel sei es, "das Bewusstsein für den Kulturgutschutz zu stärken und Transparenz für alle Beteiligten herzustellen".
Unter http://www.kulturgutschutz-deutschland.de finden sich Verzeichnisse von national wertvollen Kulturgütern und denkmalrechtlich geschützten beweglichen Sachen. Dazu zählen beispielsweise Gemälde, historische Gebrauchsgegenstände oder Archive. Außerdem listet die Homepage rechtliche Vorschriften und Übereinkünfte im Zusammenhang mit dem Kulturgutschutz auf und informiert über beteiligte Behörden und Ansprechpartner. Die Federführung für das Angebot liegt bei der von Bund und Ländern getragenen "Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste". Sie ist beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg angesiedelt."
Quelle: 3sat, Kulturzeit-Nachrichten, 5.7.2010
Unter http://www.kulturgutschutz-deutschland.de finden sich Verzeichnisse von national wertvollen Kulturgütern und denkmalrechtlich geschützten beweglichen Sachen. Dazu zählen beispielsweise Gemälde, historische Gebrauchsgegenstände oder Archive. Außerdem listet die Homepage rechtliche Vorschriften und Übereinkünfte im Zusammenhang mit dem Kulturgutschutz auf und informiert über beteiligte Behörden und Ansprechpartner. Die Federführung für das Angebot liegt bei der von Bund und Ländern getragenen "Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste". Sie ist beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg angesiedelt."
Quelle: 3sat, Kulturzeit-Nachrichten, 5.7.2010
Wolf Thomas - am Montag, 5. Juli 2010, 19:20 - Rubrik: Kulturgut
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Wolf Thomas - am Montag, 5. Juli 2010, 19:10 - Rubrik: Musikarchive
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KlausGraf - am Montag, 5. Juli 2010, 16:31 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
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Unter dem Namen /Klassik online/ ist die von 1960 bis 2008 in Druckform
erschienene /Internationale Bibliographie zur deutschen Klassik
1750-1850/ jetzt online gegangen. Die an der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek Weimar erarbeitete Datenbank verzeichnet mehr als 115.000
Publikationen zur deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur
Spätromantik. Als zusätzlichen Service bietet /Klassik online/ ein
elektronisches Formular an, mit dem bisher fehlende Titel der Redaktion
gemeldet werden können. Eine systematische Suchoption sowie eine
Direktbestellmöglichkeit sollen im Laufe des Jahres noch hinzukommen.
Klassik online: http://opac.ub.uni-weimar.de/LNG=DU/DB=4.2/
erschienene /Internationale Bibliographie zur deutschen Klassik
1750-1850/ jetzt online gegangen. Die an der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek Weimar erarbeitete Datenbank verzeichnet mehr als 115.000
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Klassik online: http://opac.ub.uni-weimar.de/LNG=DU/DB=4.2/
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In einer Online Sprechstunde bietet die Herzog August Bibliothek seinen
Nutzern jetzt auch aus der Ferne einen Blick in die Bücher an. Ein
MitarbeiterIn der Bibliothek blättert während eines Telefonats vor einer
Webcam die gewünschten Seiten auf und gibt weitere Auskünfte zum Buch.
Dank hervorragender Kameratechnik und Breitbandinternet sitzt man
gleichsam in der Ferne unmittelbar vor dem Buch -- ein besonderer
Service vor allem für die vielen internationalen Benutzer der Herzog
August Bibliothek in Wolfenbüttel.*
Die Wolfenbütteler Online Sprechstunde soll es Nutzern der Bibliothek
ermöglichen, einzelne Seiten, zum Beispiel Titelseiten, Seiten mit
Illustrationen oder Textvarianten, aus Handschriften und Drucken über
eine Webcam einzusehen, um an Hand der Bildschirmdarstellung schnell,
unkompliziert und gezielt Forschungsfragen beantworten zu können. Mit
diesem Angebot nutzt die Herzog August Bibliothek als erste
Wissenschaftliche Bibliothek die Webcam-Technik, die mittlerweile zum
festen Repertoire im Internet gehört. Die erste wurde schon 1991 im
Computerlabor der Universität Cambridge installiert, um den Füllstand
einer Kaffeekanne anzuzeigen. Eine ganze Reihe weiterer nützlicher
Anwendungen sind hinzugekommen. Webcams erlauben die Fernsicht auf
Objekte, die man anderweitig nicht sehen könnte, sei es ein Blick auf
die Strassen des abendlichen Hongkong oder die verschneiten Höhenzüge
des Kilimanjaro. Diese Funktion lieferte auch die Idee für die
Einrichtung einer Online Sprechstunde, denn immer wieder gab es Anfragen
nach speziellen Seiten aus den kostbaren und in vielen Fällen nur in
Wolfenbüttel verfügbaren alten Drucken oder Handschriften. Die
Kommunikation, wie eine Initiale oder das Seitenlayout eines Druckes aus
der Reformationszeit aussieht, gestaltete sich über Telefon oder Email
meist schwierig, Kopien ließen sich oft nicht kurzfristig anfertigen und
eine Anreise aus Tokio oder New York war kaum möglich.
Der Interessent ermittelt an Hand der Kataloge
(http://www.hab.de/bibliothek/kataloge/) die Signaturen und Titel der
Bücher, die er einsehen möchte, und vereinbart dann mit der Auskunft der
Bibliothek einen Termin (Tel.: 05331/808-312, E-Mail: auskunft@hab.de
). Zum vereinbarten Zeitpunkt ruft er die Seite
http://www.hab.de/bibliothek/sprechstunde auf und wählt die Nummer +49
(0)5331/808-118.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.hab.de/bibliothek/sprechstunde/hinweise.htm
Wow! Wäre ja auch etwas für Archive.
In den Nutzungsbedingungen das übliche Copyfraud. Copyfraud wird nicht dadurch legal, dass ein Land eine rechtswidrige Benutzungsordnung in Kraft gesetzt hat. Allerdings sind die Möglichkeiten, Handschriftenseiten aus Wolfenbüttel zu "befreien" durch die persönliche Anmeldung eher begrenzt.
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KlausGraf - am Montag, 5. Juli 2010, 14:13 - Rubrik: Oeffentlichkeitsarbeit
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""Ein großes Spiel - ein volles Haus - ein Fußballfest": Mit diesen Worten leitete die vom Sportjournalisten Karl Heinz Hof in Siegen herausgegebene "Sportwoche" in ihrer Ausgabe vom 1. Juni 1959 ihre Berichterstattung über das erste Länderspiel im Siegener Leimbachstadion ein. Am 27. Mai 1959 war die Amateur-Nationalelf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor heimischem Publikum im Prestigeduell gegen England angetreten und hatte in Siegen eine Welle der Begeisterung ausgelöst. 25.000 Zuschauer verfolgten den 2:0 Sieg der deutschen Mannschaft. Weitere internationale Vergleiche sollten in der am 22. September 1957 eingeweihten Sportstätte im Leimbachtal folgen. Am 5. Juni 1963 feierten 12.000 Zuschauer im Leimbachstadion beispielsweise einen ungefährdeten 4:0 Sieg Deutschlands gegen Japan, zwei Jahre später gastierte am 15. Mai 1965 die Auswahl Thailands in Siegen. Unvergessen auch der Auftritt der DFB-Elf um Franz Beckenbauer und Sepp Maier, die bei der Fußball-WM 1974 im eigenen Land den Titel errungen hatte und 3. Oktober 1982 in einem Benefiz-Spiel gegen ein Team aus prominenten Siegerländer Fußballern vor ausverkauftem Haus antrat. Am 28. Juni 1989 kam es hier zudem im Halbfinale der Damenfußball-EM zum Aufeinandertreffen der Mannschaften von Deutschland und Italien. Am 25. September 2005 trafen die von Silvia Neid trainierten deutschen Damen im Qualifikationsspiel zur FIFA-Fußball-WM 2007 der Frauen auf Russland und feierten in Siegen einen klaren 5:1 Erfolg.
Gewohnt aktuell zeigt das Stadtarchiv Siegen anlässlich der FIFA-Fußball-WM in Südafrika in der neusten Ausgabe seiner Präsentationsreihe "An´s Licht geholt - Schätze aus den Magazinen des Stadtarchivs" eine Reihe zeitgenössischer Fotografien, Presseausschnitte und Ansichtskarten. Ergänzt werden die bildlichen Darstellungen durch interessante Informationen darüber, welche Nationalmannschaften und namhaften Akteure im Leimbachstadion aufliefen. So mancher Fußballfan dürfte mit Spannung und Erstaunen verfolgen, welche Profis bereits ihr Stelldichein in Siegen gaben. Bei dieser Gelegenheit erinnert das Archiv daran, dass Interessenten gerne ihre Bilder für das im Aufbau begriffene städtische Fotoarchiv zur Verfügung stellen können. Wer im Besitz alter Fotodokumente (nicht nur mit Bezug zur regionalen Sporthistorie) ist, kann durch eine Übergabe an das Stadtarchiv mit dazu beitragen, dass wichtige Aspekte der Stadtgeschichte auch in Bildform der Nachwelt erhalten bleiben.
Das Stadtarchiv lädt nicht nur Fußballbegeisterte zu dieser Sonderform des public viewing ein.
Die kleine Präsentation wird von Donnerstag, 1. Juli 2010, bis Freitag, 30. Juli 2010, während der Öffnungszeiten (dienstags und donnerstags 10:00 bis 19:00 Uhr, mittwochs und freitags 10:00 bis 15:00 Uhr) im 3. Obergeschoss des KrönchenCenters zu sehen sein. "
Quelle: Stadt Siegen, Homepage
Wolf Thomas - am Montag, 5. Juli 2010, 10:50 - Rubrik: Veranstaltungen


