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http://info-netz-musik.bplaced.net/?p=7884

"Am 9. November 1912 starb in Berlin der Musikwissenschaftler und Komponist Gustav Jacobsthal. Jacobsthal war der erste Ordinarius für Musikwissenschaft an einer deutschen Universität, und dennoch wird man in diesen Wochen in den Hochschulprogrammen nach Gedenkveranstaltungen ebenso vergeblich suchen wie in der (Fach-)Presse nach Gedenkartikeln."

Bitte unterzeichnet alle:

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-stralsunder-archivbibliothek

und gebt ein Like ab bei:

http://www.facebook.com/pages/Rettet-die-Stralsunder-Archivbibliothek/404280116307507

Beide erst seit wenigen Minuten im Netz. Danke an Herrn Maaß für seine Initiative!

Bitte lassen Sie mich auf die folgende Veranstaltungsankündigung auf den Websites des Internationalen Suchdienstes hinweisen (Originaltext hier: http://www.its-arolsen.org/de/startseite/veranstaltungen/index.html?expand=7106&cHash=4f42dc5978):

Der Internationale Suchdienst / International Tracing Service (ITS) wird vom 27. bis 29. Mai 2013 in Bad Arolsen einen internationalen Workshop zum Thema Geographie und Holocaustforschung organisieren. Dieser findet im Rahmen des EU-Projekts „European Holocaust Research Infrastructure (EHRI)“ statt. Mit der Veranstaltung soll dem Ausbau interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Geschichtsforschung und insbesondere in der Holocaustforschung eine Plattform gegeben werden. Die Ergebnisse des methodischen Austausches sollen in den Aufbau des geplanten EHRI-Archiv- und Forschungsportal einfließen (www.ehri-project.eu).

Bei ähnlichen Workshops bei den Projektpartnern des ITS in Israel, Großbritannien und Ungarn standen bereits mehrere Nachbardisziplinen der Geschichtswissenschaft im Fokus. Diesmal bildet die Geographie den Schwerpunkt der Betrachtung.

Der hierzu nun veröffentlichte
Call for Papers richtet sich sowohl an Historiker, Geographen und Archivare als auch an weitere Interessierte anderer Fachdisziplinen. Vorschläge für Beiträge werden bis zum 31. Dezember 2012 erbeten und sind beim ITS einzureichen. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Proposals bitte bis zum 31.12.2012 per Email an Karsten Kühnel, Abteilungsleiter archivische Erschließung beim ITS und Vertreter des ITS im EHRI-Projekt:
karsten.kuehnel@its-arolsen.org.

http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-5470-X.htm

Die Übertragung von Heidelore Böcker (Hamburg 2011, 98 Euro) ist ein durchaus ärgerliches Verlagsprodukt. Statt auf das Autograph im Stadtarchiv Stralsund zurückzugreifen (HS 388a, 388b) folgt die Herausgeberin lediglich den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügenden Auszügen von Zober, der diese zunächst in den Baltischen Studien (in mehreren Folgen) und dann als dritten Teil der Stralsundischen Chroniken 1870 publizierte.

Zur Edition Zobers und ihren Fehlern die Hinweise
http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/jancke-quellenkunde/verzeichnis/g/gentzkow/index.html

Baltische Studien (relevant sind die Jahrgänge 1846, 1847, 1861, 1863, 1864) online:
http://digibib.ub.uni-greifswald.de/

Kritik von Fabricius an der Ausgabe Zobers
http://www.hansischergeschichtsverein.de/download/Hgbll_1871_gesamt.pdf (S. 174ff.)

Diese Kritik wird von Böcker nicht zitiert. Fabricius sagt, dass nur etwa die Hälfte des Tagebuchs von Zober abgedruckt wurde! Das erfährt man aus dieser laienhaften Ausgabe nicht, die aufgrund der Auswahl einer untauglichen Textgrundlage daher allenfalls populärwissenschaftlichen Status für sich beanspruchen kann.

Gentzkow - schlechter Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Gentzkow - gilt als treibende Kraft bei der Gründung der 1560 eröffneten städtischen Schule im Katharinenkloster (Böcker S. 30-35), deren Bibliothek die Stadt Stralsund in diesem Sommer verscherbelt hat:

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Gewalt der Archive. Studien zur Kulturgeschichte der Wissensspeicherung, hg. v. Weitin, Thomas/Wolf, Burkhardt. konstanz university press, Konstanz 2012. 410 S.

Ein Universitätsverlag, der nicht auf Open Access setzt, da Imprint des von mir verabscheuten Fink-Verlags. Und natürlich nicht im Einklang mit den Vorgaben der DFG, Projektergebnisse Open Access zu publizieren. Diese Vorgaben werden in den Geisteswissenschaften weithin ignoriert.

Viel Mühe hat sich Köblers Rezension nicht gegeben:

http://www.koeblergerhard.de/ZIER-HP/ZIER-HP-02-2012/GewaltderArchive.htm

Inhaltsverzeichnis: http://d-nb.info/1017617643/04

Band liegt gerade neben mir, aber nicht mehr lange. Wortgeklingel!

Es ist eine Unsitte, den Gegenstand eines Aufsatzes nicht präzise und eng zu beschreiben (unter Umständen auch durch den Untertitel), sondern eine möglichst allgemeine Formulierung zu wählen, mit dem man ein breites Thema zu besetzen hofft, obwohl man doch nur Quisquilien zu bieten hat.

Matthias Springer widmet sich in seinem Beitrag "Sagenhaftes aus der Geschichtswissenschaft" (Geschichtsvorstellungen = Festschrift Hans-Werner Goetz, 2012, S. 115-152) ausschließlich dem sächsischen Früh- und Hochmittelalter und näherhin der Quellenkritik der sogenannten sächsischen Stammessage, Widukinds von Corvey und der Quedlinburger Annalen (auch zu den Heldensagen-Passagen). Allgemeine Literatur zur Sagenforschung ist wie üblich nicht zitiert, obwohl Springer nur das Lexikon des Mittelalters hätte aufschlagen müssen, um solche zu finden:

http://www.histsem.uni-freiburg.de/mertens/graf/sagelex.htm

#erzählforschung

Band 1, 2005 und Band 2, 2011.
Digitalisierung der ULB Düsseldorf
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/titleinfo/4543472

Grüße
J. Paul

"Im Berliner Verfassungsschutz sind Akten aus dem Bereich Rechtsextremismus vernichtet worden.
Innenpolitiker von Grünen und Piraten sagten dem rbb am Dienstag, darüber seien sie am Mittag vom Senat informiert worden.
Die Akten waren eigentlich für das Landesarchiv bestimmt, sie kamen jedoch Ende Juni in den Reißwolf. Der Verfassungsschutz bestätigte den Vorfall und sprach von einem "Büro-Versehen". Eine Sprecherin beteuerte jedoch, unter den vernichteten Akten seien keine Unterlagen zur Terrorzelle NSU gewesen."

Quelle: rbbtext S. 120, 6.11.2012

Ist Verwahrungsbruch öffentlich-rechtlicher Volkssport?

Medienreaktionen:
TAZ, 6.11.2012, Neues Deutschland, 7.11.2012, Berliner Morgenpost, 6.11.2012, Welt, 6.11.2012

Nachtrag:
Welt, 6.11.2012 (erweiterte Fassung), Spiegel, 6.11.2012

Die Stadt Stralsund hat im Sommer 2012 einen Teil ihrer historischen Archivbibliothek - diese gehört in Mecklenburg-Vorpommern zu den vier größten Altbestandsbibliotheken - an einen Antiquar zu einem nicht genannten Betrag veräussert. Dies betraf nach Angaben der Stadt den Großteil der historischen Gymnasialbibliothek, deren Umfang im "Handbuch der historischen Buchbestände" 1995 mit 2630 Titeln angegeben wurde. Behalten wurden nur wenige regionalgeschichtliche Titel. Dem Antiquar seien ca. 2500 Titel in 6210 Bänden angeboten worden, erworben habe er 5926 Bände. Neben der Gymnasialbibliothek sind auch eine nicht genannte Zahl von Büchern aus anderen wertvollen Teilbeständen der Archivbibliothek, unter anderem auch der bedeutenden Löwenschen Sammlung, in den Handel gegeben worden, wie Online-Angebote (Abebooks, ZVAB, Ebay) vor allem von Antiquariaten des Raums Augsburg (Peter Hassold, Augusta-Antiquariat, Ebay-Verkäufer Robert Hassold) beweisen. Es sind dabei auch zahlreiche Pomeranica festzustellen, darunter auch äußerst seltene oder derzeit nicht außerhalb von Stralsund nachgewiesene Stücke.

Beschlossen wurde der Teilverkauf am 5. Juni 2012 im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses der Stralsunder Bürgerschaft.

Nachdem am 22. Oktober 2012 Falk Eisermann in einem Archivalia-Kommentar

http://archiv.twoday.net/stories/172009568/#172069128

auf eine Stelle in einer Presseerklärung der Stadt Stralsund zur Schließung des Stadtarchivs aufgrund eines Schimmelbefalls aufmerksam gemacht hatte, ging am 30. Oktober eine knappe Bestätigung der Stadt ein, dass die Gymnasialbibliothek verkauft worden sei:

http://archiv.twoday.net/stories/197331274/

In Archivalia und auch in der bibliothekarischen Mailingliste INETBIB wurden in der Folgezeit eine Fülle von Beiträgen und Kommentaren veröffentlicht.

Beiträge in Archivalia:
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Thread-Darstellung in INETBIB:

http://news.gmane.org/gmane.culture.libraries.inetbib

Deutlich äußerte sich der Leiter der UB Köln, Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, zugleich ein anerkannter Buchhistoriker: "die Aktion in Stralsund mit dem Verkauf einer alten in langer Zeit gewachsenen Bibliothek habe ich mit hohem Befremden registriert. Es scheint so, als ob 40 Jahre bibliothekarische Aktivitäten zur Erhaltung und Belebung kleinerer historischer Bestände (Paul Raabe) an manchen Entscheidungsträgern völlig vorbeigegangen sind."
http://archiv.twoday.net/stories/197331951/

Die Ostsee-Zeitung und die Schweriner Volkszeitung griffen das Thema und die Proteste gegen den Verkauf am 3. November 2012 auf, nachdem ihnen eine etwas detailliertere Antwort der Stadt zugegangen war.

Artikel der SVZ
http://www.svz.de/nachrichten/home/top-thema/artikel/archivare-erzuernt-ueber-buecherverkauf.html
[Zitate: http://archiv.twoday.net/stories/197335310/ ]

Artikel der Ostsee-Zeitung
https://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/archiv.phtml?SID=563ed07bb264241a42f80207a22cf398&param=news&id=3596920

Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) zeigte sich am 5. November 2012 "schockiert". Eine öffentliche Stellungnahme ist angekündigt.

http://archiv.twoday.net/stories/197335944/
[erfolgte am 8. November:
http://archiv.twoday.net/stories/202635163/ ]

Am 6. November 2012 wurde veröffentlicht: "Offener Brief der AG für pommersche Kirchengeschichte". Diese ist eng mit der evangelischen Landeskirche verbunden. Oberkirchenrat Dr. Christoph Ehricht schrieb unter anderem:

"Um so bestürzter sind wir über die Pressemeldungen der vergangenen Wochen, denen wir entnehmen mußten, daß die Hansestadt Stralsund den bisher im Stadtarchiv verwahrten Bestand ihrer traditionsreichen Gymnasialbibliothek an einen Antiquar veräußert hat. Lassen Sie mich Ihnen sehr persönlich und in aller Offenheit sagen, dass mich diese Meldung zutiefst deprimiert und fassungslos gemacht hat."
http://www.blog.pommerscher-greif.de/stralsund-offener-brief-der-ag-fur-pommersche-kirchengeschichte

In der Stralsunder Archivsatzung aus dem Jahr 2002 heißt es: "Das Archiv- und Bibliotheksgut ist Kulturgut und unveräußerlich." (PDF). Während die Stadt Stralsund die Anwendbarkeit bestreitet, haben sich die Bibliotheksjuristen Dr. jur. Eric Steinhauer und Dr. Harald Müller dahingehend geäußert, dass die Übereignung aufgrund eines gesetzlichen Verbots nach § 134 BGB nichtig sei.

http://archiv.twoday.net/stories/197331951/

Eine ausführliche zusammenfassende Darstellung legte Klaus Graf in Form eines offenen Briefs an den Bürgermeister der Welterbe-Partnerstadt von Stralsund, Wismar, am 6. November 2012 vor, in dem er die Verkäufe vehement kritisierte und als "geschichtsvergessene Barbarei" geißelte:

http://archiv.twoday.net/stories/197336228/

Am gleichen Tag gab der Oberbürgermeister der Stadt Stralsund Dr. Alexander Badrow bekannt, er nähme die Vorwürfe "sehr ernst" und kündigte die Einsetzung eines externen Fachgutachters an.

http://www.stralsund.de/hst01/content1.nsf/docname/Webseite_2AEE7AC26602D09EC1257AAE0043301C?OpenDocument

... wird fortgesetzt.

Fortsetzung:

Am Abend des 7. November 2012 wurde eine Petition bei Open Petition "Rettet die Stralsunder Archivbibliothek" von Philipp Maaß eingestellt

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-stralsunder-archivbibliothek

und auch eine Facebook-Seite eingerichtet:

http://www.facebook.com/rettetarchivbibliothekstralsund

Artikel des NDR vom 7. November 2012:

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/stralsundbuchschatz101.html

Die FAZ brachte das Thema am 10. November 2012 im Politikteil:

http://archiv.twoday.net/stories/202637191/

Bilder und Links, gesammelt von Margret Ott bei Pinterest:

http://pinterest.com/pommern/rettet-die-archivbibliothek-stralsund-save-the-arc/

Nach weiteren kritischen Stellungnahmen und Presseberichten kam es am 20. November 2011 zu einer Presseerklärung des Stralsunder Oberbürgermeisters, der nach Vorliegen eines Expertengutachtens von Jürgen Wolf und Nigel Palmer den Verkauf als Fehler bewertete und die Suspendierung der Archivleiterin sowie die Rückabwicklung des Verkaufs bekanntgab.

http://archiv.twoday.net/stories/219022682/

"Ulrike Bauer-Eberhardt
Die illuminierten Handschriften italienischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek
Teil 1: Vom 10. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
(= Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Bd. 6/1: Text- und Tafelband).
Wiesbaden: Reichert, 2011.

Der Band enthält detaillierte kunsthistorische Beschreibungen von mehr als 250 Handschriften. Die Katalogisate sind nun auch im Volltext über die Handschriftendatenbank Manuscripta mediaevalia zugänglich und über die Projektseite aufrufbar:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/info/projectinfo/muenchen-italien.html

Handschriften, die bereits vollständig digitalisiert sind, können von den Beschreibungen aus über ein Thumbnail-Image aufgerufen werden, darunter z.B. Clm 6116, das aufgrund starker Schädigung nicht mehr benutzbare Gebetbuch der Taddea Visconti, das aus dem von Kaiser Ludwig dem Bayern gegründeten Kloster Ettal nach München gelangte." Bettina Wagner in Diskus

"In den letzten Tagen gab es zur Veräußerung eines Teils der ehemaligen Gymnasialbibliothek aus dem Stralsunder Stadtarchiv eine kontroverse öffentliche Diskussion.

Die im Zusammenhang mit der Verkaufsentscheidung von den Fachleuten unserer Einrichtung vertretene Auffassung wurde dabei teilweise in Frage gestellt.
Diese Einschätzungen und Aussagen, die über die Medien, insbesondere über das Internet, publiziert worden sind, nehme ich sehr ernst.

Ich meine, dass die Öffentlichkeit und insbesondere die Stralsunder Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch darauf haben zu wissen, wie diese Aussagen zu werten sind. Da ich eine fachliche Beurteilung hinsichtlich des betreffenden Buchbestandes nicht selbst vornehmen kann, hole ich eine unabhängige Fachmeinung von außen ein.

Es wird für den Gutachter darum gehen, zu prüfen und zu bewerten, ob die getroffene Entscheidung unter Berücksichtigung aller relevanten Bestimmungen fachlich zu vertreten war.

Dr. Alexander Badrow
Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund"


http://www.stralsund.de/hst01/content1.nsf/docname/Webseite_2AEE7AC26602D09EC1257AAE0043301C?OpenDocument

Zur Causa:

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Zusammenfassung:
http://archiv.twoday.net/stories/197336228/

http://www.aknw.de/aktuell/meldungen/detailansicht/artikel/baukunstarchiv-in-dortmund/
15.10.2012
"Ein Baukunstarchiv für Nordrhein-Westfalen – dieses baukulturell wichtige Ziel nimmt konkrete Formen an. Die Stiftung Deutscher Architekten hatte das Vorhaben mit der Architektenkammer NRW, der Ingenieurkammer-Bau, dem NRW-Bauministerium und weiteren Partnern vor gut drei Jahren initiiert und seitdem Sponsoren und Unterstützer geworben, um die dauerhafte Finanzierung eines landesweit tätigen Archivs zur Sicherung und Aufarbeitung der Nachlässe nordrhein-westfälischer Architekten und Stadtplaner sicher zu stellen. Nun zeichnet sich ab, dass das Architekturarchiv möglicherweise in das Gebäude des früheren „Museum am Ostwall“ in Dortmund ziehen kann. Für die Stadt Dortmund hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau ein lebhaftes Interesse bekundet, und auch ein neuer Förderverein will das Projekt unterstützen."

Nett, wenn es mal voranginge, siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/6035038/

Grüße
J. Paul

aus dem Inhalt:

"Um so bestürzter sind wir über die Pressemeldungen der vergangenen Wochen, denen wir entnehmen mußten, daß die Hansestadt Stralsund den bisher im Stadtarchiv verwahrten Bestand ihrer traditionsreichen Gymnasialbibliothek an einen Antiquar veräußert hat. Lassen Sie mich Ihnen sehr persönlich und in aller Offenheit sagen, dass mich diese Meldung zutiefst deprimiert und fassungslos gemacht hat. "

Volltext auf http://www.blog.pommerscher-greif.de/stralsund-offener-brief-der-ag-fur-pommersche-kirchengeschichte/

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Beyer,

ein schönes und erfolgreiches Bündnis hat Ihre traditionsreiche Stadt Wismar mit der nicht weniger traditionsreichen Hansestadt Stralsund geschmiedet. Die Altstädte von Wismar und Stralsund zählen seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Ich selbst war bei eigenen Besuchen außerordentlich beeindruckt von der architektonischen Hinterlassenschaft in beiden Städten. Doch Architektur ist nicht das einzige kulturelle Erbe, das beide Städte betreuen. In Archiven, Bibliotheken und Museen sind unschätzbare Kulturgüter überliefert, ein Dokumentenerbe, das zwar nicht in die entsprechende UNESCO-Liste eingetragen ist, das aber aus meiner Sicht ebenso gepflegt werden muss wie das jeweilige Stadtbild und die Baudenkmale.

Doch im Augenblick würde ich mich an Ihrer Stelle in Grund und Boden schämen, mit der Stadt Stadt Stralsund in einem Boot zu sitzen. Die jetzt bekannt gewordenen Verkäufe aus der Bibliothek des dortigen Stadtarchivs halte ich für einen der größten Kulturgut-Skandale der letzten Jahrzehnte. Archivare und Bibliothekare sind zu Recht entsetzt und schockiert über einen Kulturfrevel ohnegleichen, der mit dem Image einer Welterbe-Stadt schlichtweg nicht zu vereinen ist.

In der frühen Neuzeit entstandene Bibliotheken sind nicht einfach Büchersammlungen, aus der man nach Belieben Stücke herauslösen kann, wenn diese aktuell wenig nachgefragt werden und man Geld braucht. Über Bücher in Adelsbibliotheken schrieb ich 2006, sie seien "Elemente eines Netzwerks voller Querbezüge, das als beziehungsvolle Gesamtheit weit mehr ist als die bloße Summe der Einzelstücke. Ihre historische Bedeutung als Ensembles entsteht durch Provenienz, durch Herkunft. Um die Provenienzgeschichte zu
rekonstruieren, muss man sorgsam Spuren sichern: das Aussehen des Einbands, die Einträge früherer Besitzer, Marginalien und andere Hinweise auf einstige Lektüre". Das gilt genauso für die frühneuzeitlichen städtischen Bibliotheken.

Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass in den protestantischen Städten Ratsbibliotheken, Kirchenbibliotheken und Schulbibliotheken seit dem 16. Jahrhundert als Einheit, als Ganzes verstanden werden können, als Bibliothek der urbanen "Societas christiana", die nach Schwerpunkten auf drei Standorte verteilt war: Fand man in der Ratsbibliothek eher juristische und Verwaltungsschriften, so war in den Kirchenbibliotheken naturgemäß die Theologie stark und in den Bibliotheken der oftmals berühmten städtischen Lateinschulen die Philologie. Zugleich waren aber alle drei Typen im Ansatz immer auch universale Wissenssammlungen. Diese Büchersammlungen, soweit sie - meist nur in Resten - auf uns gekommen sind, sind nichts weniger als kostbare und einzigartige Geschichtsquellen, denen seltene Aufschlüsse über die geistige Kultur des frühneuzeitlichen Bürgertums entnommen werden können. Sie dokumentieren die literarische Produktion in den Städten, aber auch die Rezeption auswärts gedruckter Werke und spiegeln insofern die Lese-Interessen des gebildeten Bürgertums. Gelehrte und gebildete Bürger hatten üblicherweise Zugang zu den Ratsbibliotheken, den Kirchen- und Schulbibliotheken. Bücherschenkungen aus ihrem Kreis waren für den Bestandsaufbau außerordentlich wichtig.

Es wäre eine gute Idee (wenngleich derzeit utopisch), die gesammelten Bestände der bundesdeutschen historischen Gymnasialbibliotheken, die aus den frühneuzeitlichen Lateinschulbibliotheken hervorgegangen sind, für die Eintragung im UNESCO-Dokumentenerbe anzumelden. Denn kein anderes Land der Erde weist diesen - bislang so gut wie nicht erschlossenen - Reichtum auf an historischen Schulbibliotheken, die noch in den Schulen selbst betreut werden. Es sind wahre Schatzkammern der Kultur- und Bildungsgeschichte, in denen man neben grandiosen Einzelstücken viel zur jeweiligen Schulgeschichte und zur Geschichte der gelehrten Bildung in der frühen Neuzeit findet. Geht man nach dem Bestand von Inkunabeln (also der vor 1501 gedruckten BÜcher), so gibt es 2012 noch über 40 deutsche Schulbibliotheken, die über solche bibliophilen Stücke verfügen. Diese sind freilich überwiegend im Westen anzutreffen, denn in der DDR waren historische Schulbibliotheken ebenso wie andere kleinere Bibliotheken allzu oft das Opfer gewissenloser Dezimierungsaktionen, bei denen gewachsene Sammlungen zerschlagen und als Geschichtsquellen vernichtet wurden, indem man die Bestände als unbrauchbar wegwarf, sie in größere Bibliotheken eingliederte oder gegen Devisen in den Westen verkaufte.

Um so erfreulicher war es, dass die Bibliothek der Stralsunder Lateinschule, in der frühen Neuzeit eine Schule von hohem Rang, in der 1937 gegründeten Archivbibliothek, die die Tradition der jahrhundertealten Stadtbibliothek fortführte, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen scheinbar sicheren Hort gefunden hatte. Im maßgeblichen "Handbuch der historischen Buchbestände" wurde sie 1995 als hochgeschätzter Sonderbestand von 2630 Titeln vergleichsweise ausführlich charakterisiert. Die DDR hatte die Stralsunder Gymnasialbibliothek unbeschadet überstanden, doch gegen die geschichtsvergessene Barbarei der derzeitigen Stadtverwaltung hatte sie keine Chance. Im Sommer 2012 wurde sie - bis auf einen kleinen Restbestand - an einen bayerischen Antiquar aus dem Raum Augsburg, der befreundete bzw. familiär verbundene weitere Antiquariate belieferte, zu einem geheimgehaltenen Betrag verscherbelt - anders kann man diesen vandalischen Akt nicht nennen.

Die Stralsunder Stadtverwaltung, die in der Bürgerschaft in geheimer Sitzung im Juni 2012 den Verkauf absegnen ließ, spielt den von mir aufgedeckten ungeheuerlichen Vorgang herunter, sie will ihn offenkundig vertuschen und schreckt auch vor dreisten Lügen nicht zurück.

Bei den verkauften Bänden handelt es sich nach Angaben von Sprecher Peter Koslik überwiegend um unterrichtsbegleitende Literatur für Schüler und Lehrer auf den Gebieten Philologie und Theologie aus den vergangenen Jahrhunderten. Ihre regionalgeschichtliche Bedeutung sei eher minimal. Pomeranica, also Literatur mit Bezug zur historischen Region Pommern, sei nicht verkauft worden. "Das würden wir niemals machen. Das wäre eine Todsünde", sagte Koslik weiter. (SVZ).

Für den Quellenwert der Gymnasialbibliothek als kulturgeschichtliches Ensemble, der natürlich von den Bestandsgruppen der Theologie und Philologie und fremdsprachigen Büchern geprägt wurde, darf die regionalgeschichtlich orientierte aktuelle Nachfrage keine Rolle spielen. Die Stralsunder Archivbibliothek gehört zu den großen vier Altbestandsbibliotheken des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist als ehemalige gelehrt-wissenschaftliche Stadtbibliothek eine Universalbibliothek und nicht nur eine Sammelstelle von Regionalia. Wie sollte ein größeres Interesse an ihren Schätzen entstehen, wenn man sie im Dornröschenschlaf vor sich hindämmern ließ und sie ohne elektronischen Katalog vom Netz der wissenschaftlichen Literaturversorgung fernhielt?

Zu den Schätzen der Archivbibliothek gehörte die weitgehend geschlossen erhaltene Gymnasialbibliothek, die nun als Geschichtsquelle vernichtet wurde. Ihre Preisgabe an einen privaten Händler und damit einhergehende Zerstreuung möchte ich durchaus mit dem Abbruch eines hochbedeutenden Backsteinbaus in einer Ihrer Welterbe-Städte vergleichen.

Der vielleicht kostbarste Teil der Gymnasialbibliothek dürfte wohl ebenfalls verloren sein, die Bibliothek des Zacharias Orth, über die man im bereits erwähnten Handbuch liest: "Eine besondere Zuwendung erhielt sie [die Gymnasialbibliothek] im Jahre 1644 vom Magistrat der Stadt: eine Sammlung von 112 Bdn philologischen, historischen, philosophischen und theologischen Inhalts, die schon 1579 von den Erben des Stralsunder Poeten Zacharias Orthus (um 1530-1579) angekauft worden war. In seiner Bibliothek hatte Orthus, der in Wittenberg und Greifswald Poesie und Geschichte gelehrt hatte, sowohl die eigenen als auch die Werke namhafter Zeitgenossen, wie Bugenhagens und seines Freundes Melanchthon, vereint. Auch damals bedeutende Dichterkollegen gehören dazu. Viele Bände tragen seinen eigenhändigen Namenszug und auf dem Deckel die Buchstaben ZOPL (" Zach. Orth. poeta laureatus")."

Die Angebote der Antiquariate bei Abebooks, im ZVAB und - ja auch bei Ebay sind für den Kenner erschreckend, auch wenn ich noch nicht auf ein Buch von Orth gestoßen bin. Man findet ohne weiteres Stücke mit Unikatcharakter, etwa die Widmungsexemplare des Stralsunder Lehrers und Stadthistorikers Zober an seine Anstalt oder ein Dossier lokalhistorischer Druckschriften über einen ihrer Rektoren.

Das Kulturerbe der Stadt Stralsund bei Ebay!

Aus der Zeit vor 1850 kann es keine "Dubletten" (Doppelstücke) geben, legt man die maßgeblichen Standards der Kulturerbe-Allianz zugrunde. Nicht wenige der aktuell im Handel angebotenen Stralsunder Bücher weisen handschriftliche Besonderheiten, wie Schenkungs- oder Widmungseinträge, Randnotizen usw. auf, die nun undokumentiert der lokalhistorischen wie der überregionalen Forschung - mutmaßlich für immer - durch den Übergang in private Hände entzogen sind. Die Zerstreuung einer solchen historischen Sammlung ist nicht reversibel. Eine Backsteinfassade kann man aber originalgetreu wieder aufbauen.

In der Archivsatzung der Stadt Stralsund aus dem Jahr 2002 heißt es unmissverständlich: "Das Archiv- und Bibliotheksgut ist Kulturgut und unveräußerlich." Wie das erwähnte Handbuch der historischen Buchbestände beweist, galt die Gymnasialbibliothek als integraler Bestandteil der Archivbibliothek, auch wenn sie gesondert aufgestellt war und nur in einem alten Bandkatalog katalogisiert war. Daher ist die Argumentation der Stadt Stralsund, die Archivsatzung habe keine Gültigkeit für die wertvolle Schulbibliothek, eine reine Ausflucht. Namhafte Bibliotheksjuristen teilen meine Einschätzung, dass die Veräußerung rechtswidrig war und die Übereignung daher als Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot daher nach § 134 BGB nichtig. Die an den Händler übergebenen (und womöglich weiterverkauften) Stücke stehen also nach wie vor im Eigentum der Stadt Stralsund.

Die widerwärtige Plünderei der Archivbibliothek erfasste aber nicht nur die Gymnasialbibliothek. Abgestoßen wurden auch - in unbekanntem Umfang - wertvolle Stücke aus der Stadtbibliothek, die man - mit engstirniger regionaler Perspektive - als entbehrlich ansah. Sogar Bücher aus der im 18. Jahrhundert der Stadt geschenkten Gräflich Löwen'schen Sammlung, auf die man in Stralsund sonst doch so stolz ist, erscheinen in den Angeboten der Antiquariate. Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um unkatalogisierte Bücher, wenn man dieses Kriterium bei der Bestimmung des unveräußerlichen Bestandes zugrundelegen wollte.

Die Unveräußerlichkeit des Archivguts in den Kommunalarchiven wurde auch im Archivgesetz des Landes festgeschrieben. Man kann solche normativen Klauseln getrost als Makulatur betrachten, wenn die Stadt Stralsund mit ihrer eklatanten Verdrehung der Rechtslage durchkommt.

Es ist ein ungeheuerlicher Vorgang, dass sich eine Kommune ratzfatz von einer jahrhundertealten bibliothekarischen Tradition verabschiedet, ohne sich im mindesten um die Rechtslage und die Interessenlage der regionalen und überregionalen Altbestandsbibliotheken zu kümmern. Denn externer Sachverstand aus dem Bibliotheks- oder Archivbereich konnte im Vorfeld das Zerstörungswerk nicht verhindern - weil niemand informiert war.

Jeder Kenner weiß, dass Archivbibliotheken oft wichtige Ergänzungen zu den Pflichtexemplar- und Regionalbibliotheken darstellen, da sie das lokale Schrifttum in größerer Vollständigkeit dokumentieren. Es ist eine glatte Lüge, dass man keine Pomeranica verkauft habe. Unzählige höchst seltene Pommern-Drucke wurden in den Handel gegeben, auch die so seltenen barocken Gelegenheitsschriften, von denen einige in den elektronischen Bibliographien und Verbundkatalogen gar nicht nachweisbar sind.

Bei Zisska kommt ein Stettiner Türkendruck aus dem Jahr 1537 unter den Hammer. Es ist das einzige bekannte Exemplar aus dem Stadtarchiv Stralsund!

Glücklicherweise sind im deutschen Museumsbereich Verkäufe ein Tabu. Ein wichtiges Argument gegen die insbesondere in den USA weit verbreitete Deaccessioning-Mentalität ist der Hinweis auf die Absichten der Schenker, die ihr Kulturgut bewusst einer geschützten, dauerhaften Sammlung gestiftet haben. Was würde Graf von Löwen oder der Stadthistoriker Zober sagen, wenn sie von dem Stralsunder Vernichtungsakt erführen? Nochmals ein Zitat aus dem "Handbuch": "Besonderes bibliothekarisches Feingefühl bewies der Rektor Christian Heinrich Groskurd (1747-1806), der von jedem Schüler bei dessen Abschied wünschte, daß er der Bibliothek ein Buch schenke. Unter seiner Leitung wurde die Gymnasialbibliothek auch für außenstehende Liebhaber der Literatur geöffnet und entwickelte sich zu einem kulturellen städtischen Treffpunkt." Etliche handschriftliche Einträge Groskurds sind in den Beschreibungen der Antiquariate angezeigt (aber nicht wiedergegeben).

Wie kann man Bürgerinnen und Bürger motivieren, kulturgutverwahrende Institutionen zu bedenken, wenn der kommunale Träger sich kaltschnäuzig über jede moralische Verpflichtung, den Ewigkeitscharakter des Prinzips "Stiftung" zu respektieren, hinwegsetzt?

Schon das glimpflich ausgegangene Karlsruher Kulturgut-Debakel von 2006 hat deutlich gemacht, dass wir wirksame Sicherungen für Kulturgüter der öffentlichen Hand in Archiven, Bibliotheken und Museen brauchen. Die auf Bau- und Bodendenkmäler konzentrierte amtliche Denkmalpflege kümmert sich leider nicht um Sammlungen wie die Stralsunder Archivbibliothek.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, ich bitte Sie:

- Distanzieren Sie sich von dem einer Welterbe-Stadt unwürdigen Vorgehen der Stadt Stralsund und setzen Sie jegliche Zusammenarbeit bis zur umfassenden Klärung der Angelegenheit aus!

- Sorgen Sie dafür, dass Ihre eigene Ratsbibliothek im Stadtarchiv mit elektronischem Katalog auch der Altbestände in das Netz der wissenschaftlichen Bibliotheken einbezogen wird, damit das Bewusstsein für ihren besonderen Wert zunimmt und sie vor einem vergleichbaren kulturellen Vernichtungsfeldzug wie in Stralsund schützt. Wie wichtig Archive (und auch Archivbibliotheken) sind, hat der Kölner Archiveinsturz wohl hinreichend demonstriert.

- Setzen Sie sich dafür ein, dass die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern das ihnen anvertraute Kulturgut treuhänderisch für die Öffentlichkeit dauerhaft bewahren und nicht kurzsichtig zum Stopfen von Haushaltslöchern verwenden!

Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. Klaus Graf

http://www.heise.de/tp/blogs/8/153122

Derzeit 77 GEMA-kritische Links:

http://www.diigo.com/user/klausgraf/GEMA



Via
http://boingboing.net/2012/09/22/save-the-canadian-national-arc.html

November 2012, The Royal Library opens an experimental service, which will be available until the end of 2014. The offer is primarily directed at scholars, but is open to everybody. Books from the National Collection of Danish books, is normally only available for use in The Royal Library's reading room. But now, a digital copy can be ordered with just a few clicks, and at no charge. The project has to purposes:

- to make older Danish prints available for everybody;
- to minimize wear and tear on the original.

Books, that have been digitized, is available online for everybody, so that everyone can have access to their own digital copy of Danish classics, such as the printed works H. C. Andersen or Søren Kierkegaard.

And it is easy: you find the title in REX (the OPAC of The Royal Library), ask for it to be digitized, and when it is ready for use, you will receive an e-mail with a link. Note that only monographs are included in the offer, not periodicals or newspapers.


http://www.kb.dk/en/nb/samling/dod/index.html

Pascale Hugues schreibt eine Eloge auf die Archivarbeit:

Ich hatte keine Ahnung. Nur durch Zufall habe ich es entdeckt: Berlin führt ein Doppelleben. Und zwar in Reinickendorf, gleich am Ende der Autobahn, nach dem Tunnel, ein unsichtbarer geheimer Ort, in dem das zweite Leben unserer Stadt brodelt. Denken Sie nur nicht, das Landesarchiv Berlin würde über eine verkrustete, tote, von unserer Welt völlig abgetrennte Vergangenheit wachen. Lassen Sie sich von der Oberfläche der Dinge nicht täuschen. Sie dürfen Berlin nicht als eine Stadt sehen, die nur in ihrem Jahrhundert existiert. Das da ist ein anderes Berlin, üppig, spannend, es lebt in den kilometerlangen Regalen und Gängen einer einstigen Waffen- und Munitionsfabrik.

Etwa 20 von uns teilen jeden Tag diese unerlaubte Existenz. Im Lesesaal, über Türme von Akten gebeugt, empfinden wir eine einzigartige Freude daran, wie Marder zu wühlen, in unserer Besessenheit die verstreichenden Stunden und die in der Außenwelt hereinbrechende Nacht zu vergessen. Ohne Rücksicht auf unsere Kräfte stürzen wir uns in die dichte Vergangenheit aus Manuskripten, Karteikarten und Listen, Plänen, Fotos, trockenen Berichten aus Hunderten von Ämtern und Behörden, die unsere Stadt von je her zu erzeugen scheint. Wir schwenken um. Wir wechseln das Zeitalter. Im Lesesaal bleibt die Zeit stehen, während sie draußen weitergaloppiert.


http://www.tagesspiegel.de/meinung/mon-berlin-das-zerbrechliche-gedaechtnis/7340150.html

http://www.internet-law.de/2012/11/schleichwerbung-bei-wikipedia.html

Das OLG München hat mit Urteil vom 10.05.2012 (Az.: 29 U 515/12) den Inhalt eines Wikipedia-Artikels als getarnte Werbung i.S.v. § 4 Nr. 3 UWG und damit als wettbewerbswidrig bewertet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Weihrauchpr%C3%A4parat

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Weihrauchpr%C3%A4parat&diff=92662432&oldid=91178902

Da kommt es mir wirklich hoch.

Am 24. Mai 2012 wurde im Donaukurier gemeldet:

Angelika Reich, die mittlerweile bereits wieder in Regensburg wohnt, ihren Aufgaben in Eichstätt allerdings noch nachgeht und sich erst in einigen Wochen in Altersteilzeit verabschiedet, leitete sieben Jahre lang die hiesige Uni-Bibliothek.
Vier Jahre lang stand Reich im Mittelpunkt eines nicht allzu erquicklichen Kapitels: Gegen sie war der Vorwurf erhoben worden, Bücher aus der von der hiesigen Bibliothek übernommenen Kapuzinerbibliothek zum Teil ungesehen vernichtet zu haben. „Die Diskussionen in den Zeitungen haben Sie und haben das Bibliothekswesen an sich tief getroffen“, sagte der stellvertretende Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa.
Anfang 2007 wurden Vorwürfe laut, Reich hätte rund 83 Tonnen Bücher vernichtet. Neben einer internen Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek hatte auch die Ingolstädter Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue eingeleitet. Weder die fachliche noch die strafrechtliche Untersuchung konnte schließlich ein Vergehen feststellen. 2011 wurde die 62-Jährige rechtskräftig freigesprochen. „Heute sind Sie voll rehabilitiert“, betonte Ceynowa.


http://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Eichstaett-Streiterin-fuer-das-Buch;art575,2609607

Siehe hier
http://archiv.twoday.net/search?q=eichst%C3%A4tt

http://www.rambow.de/kriegsgeschichte.html

Schmalenstroer kommentiert zutreffend

"Um zu verhindern, dass diese Werke kommentarlos in den Regalen liegen, wurde bereits vor einiger Zeit nach langen Querelen das Projekt einer historisch-kritischen Edition unter Federführung des Instituts für Zeitgeschichte in München in Angriff genommen. Doch auch dieses viel zu spät begonnene Projekt scheint jetzt in Gefahr zu geraten – sowohl die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Knobloch als auch der bayrische Kultusminister Ludwig Spaenle fordern, dass auch eine historisch-kritische Edition strafrechtliche Konsequenzen wegen der enthaltenen Volksverhetzung haben müsse. Nachdem bereits die Nutzung des Urheberrechtes zur Verhinderung einer Publikation zumindest problematisch war, sind auch solche juristischen Tricks nicht angebracht."

http://schmalenstroer.net/blog/2012/11/die-debatte-um-mein-kampf-geht-weiter/

http://www.sueddeutsche.de/Y5N38C/939597/Debatte-um-Mein-Kampf.html

Wie immer recht reichhaltig sind auch diesmal die Hinweise in:

http://wiki-de.genealogy.net/Computergenealogie/2012/11

Es spricht nicht für den Geschichtssinn der ehemals herrschenden Feudalherren und Ausbeuter, wenn wir in der hagiografischen Schrift von Haarmann, Haus Waldeck ..., 2011, S. 46 lesen, auf Wunsch der "Fürstenfamilie" werde auf die Rolle von Josias zu Waldeck und Pyrmont nicht eingegangen. Er war zuletzt General der Waffen-SS, wie man der Wikipedia entnimmt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Josias_zu_Waldeck_und_Pyrmont

Zur Nazi-Affinität des deutschen Hochadels vergleiche man auch die unzähligen Beiträge von Herrrn Contributor RA vom Hofe hier.


http://monumenta.ch

Die experimentelle Seite ermöglicht die synoptische Ansicht von Handschriftenabbildungen aus e-codices.ch und (lateinischen) E-Texten.

Gibt Martin Strebel:

http://www.atelierstrebel.ch/ctrb_daten/1_buechertransport.pdf

Via
http://www.e-codices.unifr.ch/newsletter/archive/issue-07.htm

Die Position zu Handschuhen entspricht der in diesem Blog mehrfach vertretenen:

Gloves may impress outsiders because they signal that an object of inestimable value is being handled. In fact, however, gloves very much impair sensitivity. Much more important are clean, dry hands, avoidance of direct contact with script and miniatures, and very careful turning of pages.

Endlich digitalisiert:

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/veesenmeyer1896

Siehe auch

http://archiv.twoday.net/stories/914849/

http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/jancke-quellenkunde/verzeichnis/f/fischer/index.html

(Die Selbstzeugnisse-Datenbank http://selbstzeugnisse.histsem.unibas.ch/ zieht um und ist bis auf weiteres OFFLINE!!)

Autograph: Cgm 3091

Einige Zeilen Faksimile:
http://www.ulm.de/sixcms/media.php/29/VVB-1-7-4.pdf

Causa scribendi:
„daselb fleyssig zu beschreyben, vff welchen tag vnd zeyt sich ain ding hab verloffen, mir zu ainer gedechtnus, Deselbigen gleychen denen nach mir, welchem dan nach meim absterben, diß buch, als mein gschryfft zu kumpt“ (158/Bl. 343)


Bei einem Telefonat mit dem Vorsitzenden Dr. Michael Diefenbacher äußerte sich dieser "schockiert" über die Verkäufe aus dem Stadtarchiv Stralsund. Katharina Tiemann (Fachgruppenvorsitzende Kommunale Archive) kündigte für die nächsten Tage eine öffentliche Stellungnahme an.

http://archiv.twoday.net/search?q=Stralsund

Update: http://archiv.twoday.net/stories/202635163/

http://www.historici.nl/retroboeken/archiefgids_overheid/#page=0&size=800&accessor=toc_1&source=1

Via
http://vifabenelux.wordpress.com/2012/11/05/niederlande-archivfuhrer-fur-ministerien-1813-1940-jetzt-online/

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben offensichtlich gedruckten Presseorganen des Landes
Mecklenburg-Vorpommern Auskünfte gegeben, die Sie mir verweigert
haben. Sie sind jedoch verpflichtet, alle Pressevertreter gleich zu
behandeln.

Ich füge vorsorglich ein Legitimationsschreiben der Kunstchronik bei,
mache jedoch darauf aufmerksam, dass sich Ihre Auskunftspflicht
gegenüber meinem Weblog Archivalia auch aus dem Landespressegesetz und
dem Rundfunkstaatsvertrag (§ 55 i. V. mit § 9a) ergibt. Außer dem
Grundrecht der Pressefreiheit ist bei der Abwägung auch das Grundrecht
der Wissenschaftsfreiheit zu berücksichtigen, da meine Publikationen
seit 1994 zu Fragen des Kulturgutschutzes wissenschaftlichen Charakter
haben.

An der Aufdeckung der Hintergründe der skandalösen Verkäufe aus dem
Stadtarchiv - ich verweise dazu auf die Berichterstattung der
Ostsee-Zeitung, der Schweriner Volkszeitung und der - nicht nur von
mir stammenden - Beiträge und Kommentare in Archivalia

http://archiv.twoday.net/search?q=Stralsund

- besteht ein erhebliches öffentliches Interesse. Private Interessen
der Käufer müssen daher zurücktreten.

Ich darf Sie bitten, die folgenden Fragen umfassend und wahrheitsgemäß
bis zum 7. Oktober November 2012 23 Uhr zu beantworten. Aus Aktualitätsgründen
erscheint diese Frist angemessen, zumal letzte Woche die gedruckten
Organe rasch Antworten der Stadt bekamen. Sollte die Antwort nicht
fristgerecht eintreffen oder unzureichend sein, werde ich eine
einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht Greifswald beantragen.
Ich empfehle die Lektüre des in

http://www.presserecht.de/index.php?option=com_content&task=view&id=55&Itemid=1

besprochenen Urteils zu Auskünften aus nicht-öffentlicher Sitzung.

1. Welcher Kaufpreis wurde mit dem Käufer vereinbart?

2. Ich ersuche um Mitteilung der vertraglichen Vereinbarung mit dem Käufer.

3. Mit welcher Begründung genau wurde in nicht-öffentlicher Sitzung
der Bürgerschaft (oder eines Ausschusses) die Genehmigung des Verkaufs
beantragt?

4. Welche Liste verkaufter Bücher wurde damals dem Gremium vorgelegt
(Mitteilung des Textes)?

5. Wurde bei den Verkäufen aus dem Bestand Gymnasialbibliothek
geprüft, ob Bücher von Zacharias Orth darunter waren?

6. Befinden sich die Handbuch der historischen Buchbestände erwähnten
"Zwei Postinkunabeln von 1511 und 1513 (Gy B und C)" unter den in
Stralsund zurückbehaltenen Drucken?

7. Welche Titel genau wurden aus der Gymnasialbibliothek nicht verkauft?

8. Den Nachweis, dass auch 1829 katalogisierte Bestände der ehemaligen
Stadtbibliothek, sogar aus der Löwen'schen Sammlung, unter den im
Handel angebotenen Büchern auftauchen, konnte ich führen (siehe
Archivalia). Wieviele Drucke aus der ehemaligen Stadtbibliothek (ohne
Gymnasialbibliothek) und wieviele Drucke aus der Löwen'schen
Bibliothek wurden veräußert und welches waren die Gründe bzw.
Kriterien der Auswahl?

9. Trifft die Angabe von Zisska zu, dass
http://de.zisska.de/nr-327-trkenkriege-ausschreiben/600692 das einzige
Exemplar darstellt und daher nicht mehr in Stralsund in einem anderen
Abdruck vorhanden ist? Aus welchem Grund wurde dieses Stück verkauft?

10. Aus welchem Grund wurde darauf verzichtet, regionale und
überregionale Altbestandsbibliotheken bzw. Archive oder externe
Fachleute in die Planungen der Veräußerung einzubinden?

Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. Graf

Kein anderes Land weist einen solchen Reichtum an historischen Schulbibliotheken, die noch in den Schulen selbst betreut werden, auf wie Deutschland. Geht man vom Inkunabelbesitz aus, so verzeichnet der Gesamtkatalog der Wiegendrucke 2012 über 40 Gymnasialbibliotheken mit mindestens einer Inkunabel:

http://archiv.twoday.net/stories/11435879/

Allerdings gibt es selbstständige, nicht von anderen Institutionen betreute Altbestandsbibliotheken in Schulen vor allem in Westen. In der DDR gehörten diese Bibliotheken üblicherweise zu den historischen Buchbeständen, die man vernichtet, in größere Bibliotheken eingegliedert oder ins Ausland verscherbelt hat.

Die Studien von Dirk Sangmeister zu diesem Thema hat dieser leider nur in einem NZZ-Artikel zusammengefasst:

"Ein Akt der grossen Kulturbarbarei"
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/article81CWS-1.385648

Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/3264433/

Mit Björn Biesters Darstellung des Themas war ich sehr unzufrieden:

http://archiv.twoday.net/stories/3657871/

Nur in Thüringen listet das Handbuch der historischen Buchbestände etliche Schulbibliotheken auf (ich zähle 8 mit der privaten Ausfeld-Bibliothek). In Sachsen wird nur die - allerdings herausragende - Freiberger Bibliothek angeführt, eine Studie zur Geschichte der Volksschulen hält lapidar fest: "Die zahlreichen Schubibliotheken Sachsens sind in der DDR-Zeit durch Säuberungen, Nachlässigkeit und Verkauf weitgehend vernichtet worden" (Moderow 2007 S. 39). In Sachsen-Anhalt gibt es nur zwei, wenngleich sehr stattliche Sammlungen (Schulpforte und Zerbst).

In Mecklenburg-Vorpommern behandelt das Handbuch nur zwei Gymnasialbibliotheken: in Bad Doberan mit 2000 Bänden, davon nur einzelne aus dem 18. Jahrhundert, und in Waren (1391 Titel, davon nur 2 aus dem 16., 12 aus dem 17. Jahrhundert).

Die in die Stadtarchivbibliothek Stralsund eingegangene Gymnasialbibliothek war als geschlossener, gesondert aufgestellter und katalogisierter Bestand von daher eine große Ausnahme. Von den barbarischen DDR-Verkäufen blieb die Archivbibliothek in Stralsund, die zu den großen vier Altbestandsbibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern gehört, glücklicherweise verschont.

Nun hat sich die Stadt Stralsund entschieden nachzuholen, was damals versäumt worden war: ein hochrangiges Bücherensemble zu verramschen und damit als Geschichtsquelle zu vernichten.

http://archiv.twoday.net/search?q=Stralsund

Schulbibliothek Schulpforta

Der Schlüssel ist der gedruckte Katalog von 1829, den ich in

http://archiv.twoday.net/stories/197335310/

erwähnte und der in München digitalisiert vorliegt. Den neuen Katalog der gesondert aufgestellten Löwen'schen Bibliothek von Dietmar Gohlisch habe ich nicht zur Hand:

http://www.scheunenverlag.de/books/3-929370-86-7.html

Die im gedruckten Katalog von 1829 genannte Signatur wurde auf dem Exlibris mit Bleistift eingetragen (so S. 21 des Katalogs von 1829).

Die Smith-Übersetzung, die ich unter

http://archiv.twoday.net/stories/197333288/

erwähnte, erscheint S. 368 als B 8. 577.a-b

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/goToPage/bsb10537046.html?pageNo=410

Auf dem Bild zum Angebot kann man die Bleistiftsignatur auf dem Exlibris lesen: B 8° 577

Zur Causa Stralsund
http://archiv.twoday.net/search?q=Stralsund


Als die soeben bestallte neue Leiterin des Stralsunder Stadtarchivs 2009 mit der Ostseezeitung sprach, erwähnte sie als ein geplantes Projekt die Zusammenarbeit ihres Archivs mit dem Kulturhistorischen Museum: "eine Schau zum 450. Jubiläum des Humanistischen Gymnasiums im Katharinenkloster" - diese Schule war eben die Anstalt, deren verbliebener Bibliotheksbestand im Stadtarchiv bis 2012 überdauerte und nunmehr durch Verkauf an ein Internetantiquariat in alle Winde zerstreut werden wird.

Die als "nie schole" oder "grote schole" am 20. April 1560 gegründete erste öffentliche Lehranstalt der Stadt, hernach "S.Katharinen-Schule" genannt, bezeichnete sich erst mit ausgehendem 16. Jahrhundert als "Gymnasium"; sie blieb dann für die weiteren Jahrhunderte als einzige höhere Bildungsanstalt das "Stralsunder Gymnasium", etwas edler auch "Gymnasium zu Stralsund". (nach: Ernst Heinrich Zober: Urkundliche Geschichte des Stralsunder Gymnasiums von seiner Stiftung 1560 bis 1860. Stralsund 1860) Das Stralsunder Gymnasium existierte durchgehend bis 1951, als es im Zuge der DDR-Schulreformen geschlossen wurde; in sein Schulgebäude am Katharinenkloster zog das Ozeaneum ein.

Die von der der neuen Chefin für das "Gedächtnis der Stadt" (so die Ostseezeitung) avisierte Ausstellung hat allem Anschein nach - einen Hinweis fand ich nicht - nie stattgefunden; eine Notiz in der Ostsee-Zeitung erinnerte 2010 an das Gründungsdatum der vor 60 Jahren geschlossenen Anstalt.

Keine Ahnung, ob die Frage gestattet ist: aber könnte es vielleicht sein, dass eine Archivleitung, zumal eine eventuell erhellende Ausstellung nicht stattfand, drei Jahre später ihrem Chef, dem Bürgermeister, nicht genau erklären konnte, was zu verkaufen sich die Stadt tatsächlich anschickte? Kein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der den oben erwähnten Zober aus dem eigenen Bestand, unterdessen bei Ebay angeboten, zur Hand gereicht hätte?

Wie wird man dies den Stralsunder Bürgern, die sich vielleicht in 48 Jahren einer 500-jährigen städtischen Bildungsgeschichte freuen wollen, dermaleinst wohl erklären?

In

http://www.svz.de/nachrichten/home/top-thema/artikel/archivare-erzuernt-ueber-buecherverkauf.html

heißt es:

Bei den verkauften Bänden handelt es sich nach Angaben von Sprecher Peter Koslik überwiegend um unterrichtsbegleitende Literatur für Schüler und Lehrer auf den Gebieten Philologie und Theologie aus den vergangenen Jahrhunderten. Ihre regionalgeschichtliche Bedeutung sei eher minimal. Pomeranica, also Literatur mit Bezug zur historischen Region Pommern, sei nicht verkauft worden. "Das würden wir niemals machen. Das wäre eine Todsünde", sagte Koslik weiter.

Dazu zutreffend Margret Ott:

http://www.blog.pommerscher-greif.de/die-zerschlagung-der-stralsunder-gymnasialbibliothek/

Besonders dreist finde ich die Aussage des Stadtprechers Peter Koslik gegenüber der Schweriner Volkszeitung, 3.11.2012 : „Pomeranica, also Literatur mit Bezug zur historischen Region Pommern, sei nicht verkauft worden. “Das würden wir niemals machen. Das wäre eine Todsünde”, sagte Koslik weiter. ”
Und was bitteschön sind reihenweise gebundene Jahrgänge der “Stralsundischen Zeitung” zwischen 1802 und 1845 sowie des “Amts Blatt der königlichen Regierung zu Stralsund” die der Antiquar bei ebay anbietet? Und was sind Pomeraneidum von Johannes Seckerwitz (- In gebundener Rede verfasste Seckerwitz auf Latein Lieder, die sich mit Pommerschen Themen befassen) und die Veröffentlichungen des Rügisch-Pommerschen Geschichtsvereins?
Zahllose weitere Beispiele finden Sie bei Archivalia unter dem Stichwort Stralsund.
Dieser Seite und allem voran dem Historiker Dr. Klaus Graf ist die Aufdeckung dieses Skandals zu danken, der bekannt wurde, als das Stadtarchiv wegen Schimmel geschlossen werden musste. (wir berichteten hier)
Ich bin kein Historiker, kein Archivar und auch kein Jurist. Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob der Verkauf legal gewesen ist oder nicht. Aber ich bin ein an Pommern und pommerschem Kulturgut interessierter Mensch und als solchen ärgert mich diese Verscherbelung und Zerschlagung dieser Bibliothek ungemein. Es muss doch auch für eine finanziell angeschlagene Kommune eine andere Möglichkeit geben, als das historische Tafelsilber zu verkaufen?

Ich kann nur hoffen, dass der Sturm der Entrüstung , den diese Nachricht ausgelöst hat, nicht nur bei den Mitgliedern des Hauptausschusses der Bürgerschaft, die am 5.6.2012 in nichtöffentlicher Sitzung den Verkauf der Bibliothek beschlossen hatten sondern auch bei vielen anderen einflussreichen Personen ein Umdenken bewirkt, vielleicht lässt sich ja wenigstens noch ein Teilbestand retten.


Schauen wir uns einige ausgewählte Stücke bei Ebay (Anbieter Robert Hassold) an.

http://www.ebay.de/itm/Original-Schrift-z-Andenken-v-Gregorius-Langemak-St-Nikolai-Kirch-Stralsund-1780-/300792310342

"Original Schrift z.Andenken v.Gregorius
Langemak,St.Nikolai Kirch.Stralsund 1780"

Ich finde keinen Nachweis im KVK (DE, CH, AT)!

http://www.ebay.de/itm/Stralsund-Schrift-zur-feierlichen-Einfuhrung-des-Lehrers-E-C-Schulz-1787-/290787637060

Schrift zur feierlichen Einführung des Lehrers E.C. Schulz 1787

Nicht im KVK.

http://www.ebay.de/itm/Stralsund-Statut-des-Hypotheken-Vereins-zu-Stralsund-Von-1899-/290773346341

Statut des Hypotheken-Vereins zu Stralsund. Von 1899

Nicht im KVK.

http://www.ebay.de/itm/Zwo-Reden-Einfuhrung-e-General-Superintendanten-u-Pommern-Rugen-1746-/290787668903

Laut KVK nur in Greifswald.

http://www.ebay.de/itm/Geschichte-Reichsbankstelle-Stralsund-Broschur-v-Bankdir-Knaack1927-/290756485435

Zur Geschichte der Reichsbankstelle in Stralsund, 1927.

Laut KVK nur in der DNB Leipzig und in der SB Berlin.

http://www.ebay.de/itm/Stralsundische-Zeitung-Original-Ausgabe-1802-gebunden-/300787928738

Stralsundische Zeitung 1802.

Jg. laut ZDB nur in Greifswald, Rostock und Dortmund
vorhanden. Also nicht in Berlin!

Die Beispiele dafür, dass seltenste Regionalia verhökert wurden, ließen sich unschwer vermehren.

Besonders pikant: Verkauft wird auch

"Alphabetisches Verzeichnis d. in der Rathsbibliothek zu Stralsund ..Bücher 1829"

http://www.ebay.de/itm/Alphabetisches-Verzeichnis-d-Rathsbibliothek-Stralsund-Bucher-1829-/300797385257

Einer der ältesten gedruckten Bibliothekskataloge einer deutschen Stadtbibliothek (im GBV nur 6 Nachweise). In München digitalisiert:

http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10537046-6

Zur Causa
http://archiv.twoday.net/search?q=Stralsund

stralsund ebay

Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
Eröffnung: 8.11.2012, 18:30



"Was geschieht mit den Hinterlassenschaften eines berühmten Künstlers? Wer kümmert sich um den Nachlass einer Person des öffentlichen Interesses? Wer entscheidet, was für die Nachwelt aufgehoben wird? Welche Rolle können Institutionen des Kunst- und Kulturbetriebs dabei spielen? Wie aktiv sind Künstler selbst daran beteiligt, ein Bild von sich für die Nachwelt zu formen? Wird die Bedeutung eines Werkes – aber auch der Alltagsobjekte eines Nachla
sses – von den Erben und öffentlichen Einrichtungen erkannt und respektiert, oder verfolgen diese auch ihre ganz eigenen Absichten? Was kann uns ein Nachlass über das Leben und Werk eines Künstlers sagen?

Diesen und anderen Fragen geht die Sonderausstellung "Special Delivery" nach, indem sie Nachlässe aus den Bereichen Literatur, bildender Kunst, Musik und Film präsentiert. Gezeigt werden schriftliche Dokumente, Fotos und Objekte aus den Nachlässen von Bertolt Brecht, Mascha Kaléko, Walter Höllerer, Richard Oelze, Ronald Searle, Max Reger und Marlene Dietrich.

Zur Eröffnung gibt Prof. Ulrich Ott, ehemaliger Direktor des Schiller Nationalmuseums, eine Einführung in die Ausstellung. Anschließend wird Werner Sudendorf, Leiter der Sammlungen der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Berlin, den Nachlass Marlene Dietrichs präsentieren.

Mehr Informationen zum Projekt gibt's hier: http://www.kuenstlernachlaesse.info

via Facebook-Seite des Sulzbacher Literaturarchivs



Hymne auf Privatarchive? ;-)

Es ist schon viel über den Verkauf von Büchern aus der Gynasialbibliothek Stralsund geschrieben worden. Auf rechtliche Aspekte wurde hier bis jetzt nur vereinzelt eingegangen.
Es stellt sich die Frage ob der Verkauf der Bücher in einem nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetensitzung hätte erfolgen dürfen.

In der Hauptsatzung der Stadt Stralsund steht zum nichtöffentlichen Teil der Sitzungen folgendes:

§ 7 - Sitzungen der Bürgerschaft
(§ 29 KV M-V)
(1) Die Bürgerschaftssitzungen sind öffentlich.

(2) Die Öffentlichkeit ist grundsätzlich in folgenden Fällen ausgeschlossen:
1. einzelne Personalangelegenheiten außer Wahlen
2. Steuer-, Abgabe- und Entgeltangelegenheiten Einzelner
3. Grundstücksangelegenheiten
4. Vergabe von Aufträgen
5. Rechnungsprüfungsangelegenheiten außer dem Abschlussbericht.

(3) Die Bürgerschaft kann im Einzelfall, sofern rechtliche Gründe nicht entgegenstehen, Angelegenheiten entsprechend Nummern 1. bis 4. in öffentlicher Sitzung behandeln.

(4) Unbeschadet Abs. 2 und 3 ist die Öffentlichkeit durch Beschluss auszuschließen, wenn überwiegende Belange des öffentlichen Wohles oder berechtigte Interessen Einzelner es erfordern.

Gemäß dem § 7 der Hauptsatzung der Stadt Stralsund, ist dieser Verkauf kein schutzwürdiger Tatbestand und hätte öffentlich behandet werden müssen.

Schutzwürdige Angelegenheiten sind Personalverhandlungen, private Verkäufe sowie Steuerangelegenheiten. Der Verkauf der Bücher erfolgte aus den städtischen Besitz und fällt so nicht unter dem § 7 Nr. 2.

War dieses Verfahren ein Verstoss gegen die Hauptsatzung der Stadt Stralsund ?

Jackie Dooley blogged: " .... Shades of Katrina, Rita, Irene, and the other [un]natural disasters that have struck the U.S. over the past decade. We all undoubtedly have friends and colleagues in New Jersey and New York who are struggling to dig their archives out from under water, mud, and garbage, after which they’ll begin recovery procedures for materials that aren’t beyond hope. No doubt some of you will be on the front lines with them as the archival community pulls together once again to help each other out.

I’m here with a plea: please find it in your hearts to help build SAA’s Disaster Recovery Fund for Archives. Even the smallest amounts will be gratefully welcomed. We do have some funds, but they’ll be depleted quickly once grant requests begin to flow in.
Donate here.

We stand ready to award initial grants of $2,000 to those who complete the simple application process. It’s not much, but every bit helps. One option is to have the funds sent directly to a vendor once the institution has an invoice in hand. Go here to learn more about the grants.

I’ve been communicating with lots of colleagues in the affected areas and learned today that the New York State Archives Disaster Response Team already has mobilized in a big way. They’re reaching out to a wide range of institutions, many of which haven’t yet been able to assess conditions because they can’t gain access to their collections–nor do some have electrical power, which means they can’t even make telephone or email contact. The waiting must be excruciating. ....."

"INTENSIVSTATIONEN
Ein Abend für Christoph Schlingensief
Sonnabend, 3. November 2012, 19 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten


Lesung, Gespräche, Filme, Musik
mit Till Briegleb, Harald Falckenberg, Jürgen Flimm, Wolfgang Höbel, Friedrich Küppersbusch, Aino Laberenz, Helge Malchow, Werner Nekes, Frieder Schlaich, Klaus Staeck und Wim Wenders. Ehrengast Patti Smith

>> Restkarten 12/7 Euro an der Abendkasse
>> Pressekarten Tel. 030 20057-1514, presse@adk.de

Noch zu seinen Lebzeiten hat Christoph Schlingensief (1960-2010) sein Archiv der Akademie übergeben. Es umfasst über 40 Regalmeter, der umfangreichste Teil des Bestandes besteht aus audiovisuellen Medien. Anlässlich der Eröffnung des Archivs für die interessierte Öffentlichkeit und Wissenschaft stellt Aino Laberenz im Gespräch mit Helge Malchow das von ihr herausgegebene Buch „Ich weiß, ich war's“ vor. Wegbegleiter und Kollegen berichten über ihre Begegnung und Arbeit mit Christoph Schlingensief. Ehrengast ist Patti Smith. Begleitend zur Veranstaltung wird in Vitrinen Originalmaterial aus dem Archiv präsentiert.

Der Archivbestand beinhaltet neben Plakaten, Korrespondenz, Programmheften und Fotos die Produktionsunterlagen zu einigen Filmen und Inszenierungen Schlingensiefs, von der Konzeptionsskizze bis zur Presse-Resonanz und Fan-Post, darunter auch diverse Requisiten sowie Werbe-Artikel zu einzelnen Aktionen (Chance 2000, Aktion 18). Der große Bestand an audiovisuellen Medien gibt Einblick in seine Arbeitsweise und über seine Interessen. Seine umfassende „Filmbibliothek“ verweist nicht nur auf Filme anderer Regisseure, die ihm wichtig waren, sondern zeigt außerdem, welche Themen und Textpassagen Schlingensief in sein eigenes Werk integrierte und weiter verarbeitete.

Christoph Schlingensiefs genreübergreifendes Werk umfasst die unterschiedlichsten Spielarten. Die künstlerischen Bereiche, in denen Schlingensief zu Hause war – Film, Theater, Oper und Aktionskunst – stehen keineswegs separat nebeneinander, sondern sind miteinander verwoben durch zentrale Themen und Motive, die beständig aufgegriffen, neu durchdacht und weiterentwickelt wurden. "

Quelle: Pressemitteilung der Akademie der Künste v. 2.11.2012

Ostsee-Zeitung.de 3. November 2012:

"Von Kulturfrevel ist die Rede. Der Aufschrei unter Wissenschaftlern, Historikern, Archivaren und Bibliothekaren ist groß. Deutschlandweit. Die Vorwürfe wiegen schwer. Der Verkauf von Teilen der Stralsunder Gymnasialbibliothek, der im Zusammenhang mit dem Schimmelbefall des Stralsunder Stadtarchivs öffentlich wurde, löst jetzt im Internet eine Welle der Empörung aus. [...] Losgetreten wurde die Debatte auf dem Internetblog „Archivalia“ des Historikers Dr. Klaus Graf aus Neuss am Rhein. [...]"

Zur Causa siehe in "Archivalia":
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

http://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Hauptseite

"Wer allerdings eine riesige Datenbank sucht, wird erstmal enttäuscht sein: Wie angekündigt soll Wikidata in der ersten Phase nur für Links zwischen den Sprachprojekten (Interwikis) eingesetzt werden und die Möglichkeiten, sich zu beteiligen, beschränken sich damit auch erstmal auf das Abtippen ebendieser Interwiki-Listen (bsp. Toronto). Das Team möchte damit jedem erstmal die Möglichkeit geben, ein Gefühl für die Datensätze zu entwickeln. Zugleich ruft das Team dazu auf, Fehler und Probleme zu melden."

Zitat aus: Wikipedia Kurier
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kurier

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8419575710 (Hassold)

Mechanica sive Motus Scientia Analytice. Exposita Auctore Leonhardo Eulero, St. Petersburg 1736.

Angeboten für 7800 EUR.

"Titel mit den üblichen Bibliotheksstempeln. Handschr. Eintrag der Bibliothek Stralsund auf der Vorsatzseite des ersten Bandes. Sonst innen in sehr gutem, sauberem Zustand. [...] Mit sehr schönen gestochenen Abbildungen, Vignetten und Zierleisten. Tomus I.: Randanmerkungen von alter Hand mit Tusche auf den Seiten 10, 13-15 und 19. "

***

Ebenfalls vergleichsweise teuer (2200 EURO):

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8361158183 (Hassold)

Karsten, Wenceslaus Johann Gustav: Anfangsgründe der Mathematischen Wissenschaften, Greifswald 1780

"Kl. Schildchen des Stralsundischen Gymnasiums im Innendeckel. Zwei Bibliotheksstempel auf den Titelseiten. [...] Band 1 mit einer handschritflichen Widmung Großkurd's an das Gymnasium Stralsund von 1782."

***

Ebenfalls 2200 Euro soll (bei Hassold) kosten eine Übersetzung: Adam Smith: "Untersuchung der Natur und Ursachen von Nationalreichthümern."
http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=7905647934
"Exlibris der Bibliothek der Stadt Stralsund"

***

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8524712911 (Hassold)

Das Nord- und Östliche Theil von Europa und Asia, Stockholm 1730

"Titelseite mit den üblichen Bibliotheksstempeln. Handschriftliche Randanmerkungen, winzig geschrieben von alter Hand auf ca. 13 Seiten und selten einzelne Anmerkungen im Text. S. 18 mit kl. seitl. Einriss. Die Vorsatzseite vorne ist im Bug stärker knittrig und mit handschr. Eintragung von Großkurd, sehr wahrscheinlich Christian Heinrich (1747-1806) ehem. Gymnasialdirektor in Stralsund."

***

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8603394169 (Hassold)

Gottsched: Versuch einer Critischen Dichtkunst für die Deutschen, 1737

1750 EURO.

"Eintrag des stralsundischen Direktors Großkurd auf der Vorsatzs. Innendeckel mit Exlibris des Gymnasiums Stralsund. "

***

880 EURO will Hassold für Seckervitz: Pomeraneidum. Libri quinque, 1582

Ein neulateinisches Gedicht - VD16 S 5233 - auf Pommersche Persönlichkeiten, online beim MDZ
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00019578/image_1

Wenige Nachweise im KVK/VD 16.

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=7742276901

***

650 EURO will Hassold für eine Schrift von Jacob Grimm (mit Exlibris der Stadt Greifswald, erkennbare Signatur auf dem Foto: G 265)

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=7309001880

***

495 EURO soll kosten ein Sammelband mit theologischen Drucken aus dem 17. Jahrhundert

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=7742276910

"Vorsatzseite vorne mit Loch, im Innendeckel Ex libris der Kirchen Bibliothek der Nicolaikirche in Stralsund."

***

"¡No pasarán!"

Zur Causa
http://archiv.twoday.net/stories/197333243/
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund


Das Stück steht einem handschriftlichen Dossier gleich:

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8530274497 (Augusta)

Konvolut von und über Friedrich Koch, Direktor des Gymnasiums Stralsund u. a. 12 Schriften und ein Nachrichtenblatt.

Buchbeschreibung: Stralsund u. a. 1839., 1839. 26,5x22 cm. Halblederband, wasserrandig, etwas fleckig. Lederrücken schmucklos, stark berieben. Kanten und Ecken aufgestoßen. Zustand der einzelnen Schriften siehe Einzelauflistung. Einbandzustand innen: Mit Exlibris der Bibl. d. Stadt Stralsund im Innendeckel und mit handschr. Inhaltsverz. auf der Vorsatzseite. Frontispizportrait vorne mit großem Wasserrand. Innendeckel und Vorsatzs. gilbfleckig. Im Konvolut enthalten: 1. Frontispizportrait: Lithographie von Dr. Friedrich Koch, Königl. Consistorial- und Schulrath. Folgend mehrf. gefaltetes "Plakat": Quod Felix Faustuque sit Auctoritate et summis auspiciis Sacre Regiae Maiestatis Friderici Guilelmi III. Malte Putbus. Fasces Academicos Tenente Viro Magnifico Ioanne Augusto Grunert ego Ioannes Christianus Frid. Finelius.Summa cum Graulatione et Laetitia .Fridericum Koch etc. (Re. untere Ecke des Blattes fehlt ohne Textverl., links am Falzrand mit Einriss. etwas gilbfl.) 2. Schoemann, Georg. Frid.: Specimen Observationum in Theophrasti Oeconomicum et Philodemi Librum IX de Virtutibus et Vitiis. 37 S. Greifswald, C. A. Koch, 1839. Leicht wasserrandig. 3. Viro Doctissimo Gravissimo Summe Verabili Friderico Kochio. Sollemnia Munerum Gloriose Administratorum Semisecularia idibus Maiis 1839. Celebranti Pio ac Devoto animo gragulantur gymnasii Gryphisvaldensis Praeceptores interprete Hermanno Paldamus. Indes Narratio de Carolo Reisigio Thuringo. Typis Frid. Guil. Kunike. 30 S. komplett mit grünem Papierbroschürumschlag eingebunden. Guter Zustand. 4. Viro Summe Reverendo Atque Illustri Friderico Kochio. XV. Maii a 1839, die Semisaeculari. gratulantur Director et Magistri Gymnasii Coeslinensis. Festschrift, gedichtete Verse, 4 Bll. auf Pergament gedruckt. Rand mit schwarzer Zierleiste, angestaubt, leicht gilbfleckig. 5. Viro Amplissimo doctissimo summe venerando de re publica meritissimo Friderico Kochio. die SV. Maii 1839 per quinquaginta annos munere scholastico. Padagogii Regii Putbusiensis. Putbus, Typis Fridel, 1839. 22 S., 1 großer mehrf. gefalteter Plan: Ansicht und Grundriss des königl. Pädagogiums zu Putbus. Blauer Papiereinband mit eingebunden. Plan in gutem Zustand. Handschr. Eintrag von alter Hand im Innendeckblatt. 6. Viro Doctissimo Illustrissimo Amplissimo Friderico Kochio. Idibus Maiis 1839 Per Decem Lustra . Hoc Carmine semsaeculari ea qua par est observantia piisque votis gratulatur F. hasenbalg. Putbus, Fridelianis, 1839. 2 Bll, gefaltet, wenig fleckig. 7. Viro Summe Reverendo Senatus Ecclesiastici et Scholastici Consiliario . Frid. Koch. Idus Maias quo die abhinc quinquaginta annos docendi munus suscepit. Pie congratulantur Praeceptores Gymnasii Stargardiensis. Stargard, 1839. 2 Bll., gefaltet, leicht gefärbt mit Festgedicht. 8. Dr. C. Freese: Die pädagogische Bildung der künftigen Gymnasiallehrer. Gewidmet, Dr. Friedrich Koch zum 15. mai, dem jubelfeste seines 50-jährigen Wirkens für das Wohl der pommerschen Jugend. Stargard, Ferdinand Hendeß, 1839. 32 S., sauber. 9. Friderico Kochio, .quinquaginta annos in re scholastica cum insigni laude decursos. Rector et Praeceptores Gymnasii Nedvigiani Neosedinensis. 1 Bl., 18 S., 1 Bl. am Rand leicht knittrig. 10. Viro Summe Reverendo Friderico Koch. Muneris Sacra Semisaecularia die XV Maji 1839 celebranda ea qua par est pietate congratulatur Gymnasium Palaeo-Sedinense. 2 Blatt, Festgedicht, am Rand etwas fleckig. 11. Dem Herrn Friedrich Koch, Doctot der Philosophie, königl. Consistorial- und Schulrathe, Ritter des rothen Adler-ordens 3. Kl. mit der Schleife am Tage seines 50jährigen Amts-Jubiläums. gewidmet von dem hiesigen geistlichen Ministerium. Stettin, den 15. Mai 1839. 3 Bll., Festgedicht. 12. Zur Geschichte des Stralsunder Gymnasiums. Erster Beitrag: Die Zeit der drei ersten Rectoren (1560 bis 1569). Mit dem Grundrisse des Gymnasiums (etwas wasserrandig, davor eingebunden) und einigen Fac-simile (1 Bl. danach eingebunden). Stralsund, Verlag der Löffler'schen Buchhandlung, 1839. Grundrisstafel, 3 Bll., 46 S., Faksimile. Buchnummer des Verkäufers 5626AB

Zur Causa
http://archiv.twoday.net/stories/197333243/
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Update:
http://archiv.twoday.net/stories/219045446/
http://kulturgut.hypotheses.org/225

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=7533419164

Schöttgen, Christian: Jesus Der Wahre Meßias (Messias), aus der alten und reinen Jüdischen Theologie dargethan und erläutert. Leipzig 1748

Anbieter: Augusta-Antiquariat (Biburg, BAY, Germany)

" Wenige Reste des ledernen Einbandrückens noch vorhanden. Zu Beginn Seiten etwas eselsohrig, farbies Vorsatzpapier vorne mit Exlibris der "Bibliothek der Stadt Stralsund - Gräfl. Löwensche Sammlung". Bis auf sehr wenige dezente Gilbflecke in gutem Zustand. Die letzten zwei Registerseiten mit Längsknick im Bug und etwas angestaubt, die letzte stärker. Verso der Titelseite befindet sich ein etwas rissiges altes Siegel. "

Das ist eigentlich unglaublich:

Axel von Löwen (* 1. November 1686 auf Gut Öbysholm, Frötuna; † 25. Juli 1772 in Stralsund) war ein schwedischer Freiherr, Ritter des Serafinenordens und Generalgouverneur in Schwedisch-Vorpommern. [...]

Löwen trat 1747 die Nachfolge von Johann August Meyerfeldt an und blieb Generalgouverneur bis zu seiner Suspendierung vom Dienst im Jahr 1766. Seine Residenz, das Löwensche Palais, wurde beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944 zerstört.

Er widmete sich in Stralsund der Literatur, Kunst und Wissenschaft. Dabei legte er mit einer großen Ernsthaftigkeit und sehr systematisch eine Privatbibliothek an, zu der auch die vom König Carl XII. als Freundschaftsgeschenk erhaltene Prachtbibel zählte. Im Rathaus Stralsund stellte er seine Sammlungen in einem Saal einer breiten Öffentlichkeit vor. Dieser Saal wird heute Löwenscher Saal genannt.

Im Stadtarchiv Stralsund, in dem seine Sammlung aufbewahrt und gepflegt wird, sind zahlreiche Quittungen seiner Literaturkäufe erhalten. Danach kaufte er für mindestens 3.636,36 Reichstaler von deutschen Buchhändlern und für mindestens 2.747,64 Reichstaler von schwedischen Händlern Bücher. Er unterhielt zudem Geschäftsbeziehungen zu Carl Ludwig Dähnert aus Greifswald, Carl Urban Hjärne und Graf Olof Törnflycht.

Seine Sammlung vermachte er per Testament der Stadt Stralsund, wobei er darauf bestand, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Die Löwen'sche Sammlung gehört mit 1.669 Titeln (1.978 Einzelbände) zu den umfangreichsten Beständen des Stadtarchivs in Stralsund, welches im Johanniskloster untergebracht ist. Graf Löwen starb 1772 in Stralsund und wurde in der Kirche in Frötuna begraben.


Sagt die Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_von_L%C3%B6wen
und gibt als Literatur an:

Dietmar Gohlisch: Catalogus Bibliothecae Praetoris Axel von Löwen. Scheunen-Verlag, Kückenshagen 2000. (Veröffentlichung des Stadtarchivs Stralsund Band 13)

http://fabian.sub.uni-goettingen.de/?Archivbibliothek_Stralsund

2.72 Die aus dem 18. Jh stammende Löwensche Bibliothek (Signatur LB), die seit 1973 im Johanniskloster untergebracht ist, ist eine der wertvollsten Sammlungen, die die Ratsbibliothek erhielt. Der Schwede Axel Graf von Löwen (1686-1772), der seine militärische Laufbahn als Sechzehnjähriger in Stralsund begonnen und Jahrzehnte im Ausland unter Karl XII. gedient hatte, kehrte 1748 als Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern nach Stralsund zurück. Nach Beendigung seiner Amtszeit im Jahre 1766 widmete er sich seiner umfangreichen Buch- und Kunstsammlung, die er in seinem Testament von 1761 dem Magistrat vermachte. Die Gemälde und andere Kunstschätze bildeten 1858 den Grundstock für das städtische Museum. Für seine rund 2500 Bde umfassende Bibliothek bestimmte er, daß sie den " Herren Curatoribus der hiesigen Bibliothèque allein überlassen werden solle und zur bequemen Jahreszeit dem Publico zu öffnen sei".

2.73 Im Bestand der Ratsbibliothek ist diese Stiftung eine der wenigen, die separat nach vier Formaten und Numerus currens - aufgestellt und katalogisiert wurde. Die Bände sind mit dem Exlibris der Ratsbibliothek, der aufgetragenen Signatur LB und oft auch mit dem Löwenschen Siegel gekennzeichnet. Nach dem bisher nur handschriftlich existierenden Standortkatalog und durch Autopsie entsteht ein erster Sachkatalog. Die Bibliothek, die durch Kriegsauslagerung Verluste verzeichnet, umfaßt heute 1216 Titel, die sich mit 70 Prozent (852 Titel) im 18. Jh konzentrieren. 21 Titel entstammen dem 16. Jh und 295 dem 17. Jh.


Nie und nimmer hätte die Stadt Stralsund etwas aus dieser Schenkung verkaufen dürfen, selbst wenn es sich um eine sogenannte Dublette handeln sollte!

Zur Causa
http://archiv.twoday.net/stories/197333243/
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Update: Im gedruckten Katalog von 1829 Teil der Löwen'schen Bibliothek (= L. B. )
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10537046_00394.html

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8811130142

Die Rittergeschichte Selinde (anonym erschienen, Verfasser: Stetten) trägt ein rotes Siegel, das sie der Löwen'schen Bibliothek zuweist, sie wird im gedruckten Katalog angeführt:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/goToPage/bsb10537046.html?pageNo=404


Der Rügisch-Pommersche Geschichtsverein zu Greifswald und Stralsund war ein regionaler Geschichtsverein in Nordostdeutschland. Er bestand von 1899 bis kurz nach 1945.

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCgisch-Pommerscher_Geschichtsverein

Das Augusta-Antiquariat bietet an:

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=8887900350

Der Kirchenbau in Mecklenburg und Neuvorpommern zur Zeit der deutschen Kolonisation. Rügisch-Pommerschen Geschichtsverein zu Greifswald und Stralsund. Hrsg. 1910.
Reifferscheid, Dr. Heinrich.

" Innen sauber, erste und letzte Seiten stockfleckig. Stempel Geschichtsverein und Bibl.-Stempel der Stadt Stralsund."

Demzufolge werden auch Buchbestände dieses aufgelösten Geschichtsvereins von der Stadt Stralsund verhökert.

Weitere mit Stempel Geschichtsverein

http://www.abebooks.de/servlet/SearchResults?kn=stempel+geschichtsverein&sortby=0&vci=7555168

Zur Causa
http://archiv.twoday.net/stories/197333243/
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Kritik an Verkauf von Gymnasialbibliothek

Stralsund (OZ) - Der im Zusammenhang mit dem Schimmelbefall und der Schließung des Stralsunder Stadtarchvis bekannt gewordene Verkauf von Teilen der historischen Gymnasialbibliothek an einen privaten Antiquar sorgt jetzt deutschlandweit für Empörung unter Wissenschaftlern und Bibliothekaren. Die Stadt würde wertvolles Kulturgut verscherbeln, heißt es.

Vor allem im Internetblog „Archivalia“, betrieben von dem Historiker Dr. Klaus Graf, regt sich Widerspruch von verschiedenen Seiten. Graf selbst, der seit Jahren für den Schutz historischer Buchsammlungen kämpft, nennt den Verkauf eine Ungeheuerlichkeit, eine Katastrophe.

Die Hansestadt weist die Vorwürfe zurück und begründet den Verkauf damit, dass die insgesamt knapp 6000 Bände wegen ihrer „minimalen regionalgeschichtlichen Bedeutung“ und ihres schlechten Zustandes keine Aufnahme in den Bibliotheksbestand des Stadtarchivs gefunden hätten und auch nicht katalogisiert wurden. Es handele sich um Literatur für Schüler und Lehrer in Philologie und Theologie.

Lesen Sie mehr zum Thema in der Wochenendausgabe der OSTSEE-ZEITUNG (Stralsunder Zeitung).


http://www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?SID=4e602ad41f01da5101a259f97830c64a&param=news&id=3596221

Die Presse (Ostsee-Zeitung und Schweriner Volkszeitung) bekam offenbar heute - anders als ich - weitergehende Informationen der Stadtverwaltung. Schäbig genug: Die Journalisten ließen sich ausführlichst von mir telefonisch mit Hintergrundinfos versorgen, haben aber in beiden Fällen mir die Stellungnahme der Stadt bis jetzt nicht zugänglich gemacht. Wer als Blogger mit diesen Herrschaften "kooperiert", darf nicht auf einen Dialog auf Augenhöhe hoffen - man wird schlicht und einfach ausgenutzt. Immerhin ist durch den mich entfachten Wirbel jetzt etwas mehr über die Verkäufe bekannt.

Nach wie vor bleibe ich bei meiner Auffassung, dass die Verkäufe rechtswidrig waren und auch nicht katalogisierte Literatur aus den Bereichen Philologie und Theologie einen wichtigen Teil des Gesamtensembles Gymnasialbibliothek darstellt. Von Dubletten ist in obiger Meldung nicht die Rede.

Die Welterbe-Stadt Stralsund hat einen ungeheuerlichen Anschlag auf das kulturelle Erbe des Ostseeraums unternommen.

Zur Causa:
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Copies of archival and audio-visual items from the anti-apartheid and southern Africa solidarity collection of the IISH will be transferred to South Africa. The archival transfer project is funded by the Dutch embassy in Pretoria and runs from October 2012 until April 2013. The main recipients will be the Archives of the African National Congress, the South African History Archives (SAHA) and the Nelson Mandela Centre of Memory, both in Johannesburg.

The ANC archives will mostly receive digital copies of photographs, slides, video's etc. relating to the work of the ANC in exile - especially in The Netherlands, but also on Mazimbu and the ANC's Solomon Mahlangu Freedom College in Tanzania. Besides, spare copy books, brochures, periodicals, posters, etc. will be sent to SAHA and redistributed by them to various archives and research institutions in South Africa.

The project is coordinated by IISH staff member Kier Schuringa.

More information on this project: ksc@iisg.nl

Am 12. November 2012 findet um 17 Uhr die nächste Sitzung der Fachgruppe
"Historische Hilfswissenschaften" mit zwei Vorträgen statt.

Es sprechen
Dr.jur. Martin Richau (Vorsitzender des HEROLD, Berlin): "Ahnenforschung und Ariernachweis aus Betroffenensicht"

sowie

Dr.phil. Lorenz Beck (Direktor des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin): "Fotografien als historische Quelle. Grundzüge einer hilfswissenschaftlichen Betrachtung am Beispiel. Mit einer
Kabinettsausstellung".


Die Fachgruppe "Historische Hilfswissenschaften" innerhalb des HEROLD, Vereins für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, lädt zu regelmäßigen thematischen Vortragsveranstaltungen ein. Anliegen der Reihe ist es, sich in Vorträgen und Einzelprojekten der Pflege und weiteren Entwicklung hilfswissenschaftlicher Fächer im Raum von Berlin und Brandenburg zu widmen. Neben der Familiengeschichtsforschung und Wappenkunde sollen als "verwandte Wissenschaften" auch Disziplinen wie die Urkundenlehre und Aktenkunde, Schriftkunde, Namenforschung und Historische Geographie, die Siegel-, Münz- und Medaillenkunde, die Fahnen- und Flaggenkunde, die Insignologie oder das Ordenswesen einbezogen werden.

Veranstaltungsort ist das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft
(Boltzmannstraße 14, 14195 Berlin-Dahlem).

Um telefonische Voranmeldung wird wegen der begrenzten Zahl der
verfügbaren Plätze herzlich und dringend gebeten!
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Sekretariat: Simone Pelzer
Tel. (030) 8413-3701 oder: E-Mail: mpg-archiv[at]archiv-berlin.mpg.de

via MArbuger Archivliste

https://e-book.fwf.ac.at/

"Die FWF-E-Book-Library ist das Repositorium des FWF zur Archivierung von vom FWF geförderten Selbstständigen Publikationen. Sie unterstützt im Sinne der Open Access-Policy des FWF den freien und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im Internet und dient der besseren Sichtbarkeit und der weiteren Verbreitung der Publikationen."

Bisher 116 Bücher.

"Die Stiftung Stadtgedächtnis sammelt Spenden für die Wiederherstellung der zerstörten Dokumente des eingestürzten Stadtarchivs. Doch sie will ihre Finanzen nicht offenlegen. Ratspolitiker fordern Transparenz im Umgang mit Steuergeldern ....." - ein Artikel von Andreas Damm im Kölner Stadt-Anzeiger v. 30.10.2012

Angeboten wird bei Hassold die in Stralsund erschienene Zeitschrift

Sundine. Neu-Vorpommersches Unterhaltungsblatt nebst Literatur- und Intelligenz-Blatt für Neu-Vorpommern und Rügen.
1838

1834

Vom Augusta-Antiquariat

Sundine. Wochenschrift für Neu-Vorpommern.
1829

Der SB Berlin verdanke ich den Eintrag bei Heinz Gittig: Mecklenburgische Zeitungen und Wochenblätter (1994), S. 256 Nr. 922

Dort nachgewiesener Bestand

1 = Staatsbibliothek zu Berlin, Zeitungsabteilung
1827-34. 1838-47
9 = Universitätsbibliothek Greifswald
1827-1848
120 = Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund
Pz 4° 6, H 4° 230
1827-48
Gr 105 = Vorpommersches Landesarchiv Greifswald
1835,10
DM/M = Kreisheimatmuseum Demmin
1833. 1835. 1844. 1845
HGW/AS = Stadtarchiv Hansestadt Greifswald
1827. 1833-37. 1839-48

Zur Causa Stralsund
http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Mit der Landtagsdrucksache 16/1259 (PDF) vom 30.10.2012 beantragen die Piraten im NRW-Landtag die (Wieder-)Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Affäre um den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW. Gewichtiger Bestandteil dieser Affäre ist die enorme Kostensteigerung des Neubaus des Landesarchivs in Duisburg.
Zu den Erfolgsausschichten des Antrages schreibt Thomas Reisener in der Rheinischen Post vom 31.10.2012: " .... Um den Widerstand anderer Parteien gegen den Untersuchungsausschuss zu erschweren, bedienen die Piraten sich eines Schachzuges: In der vorausgegangenen Legislatur gab es bereits einen BLB-Untersuchungsausschuss, der wegen der Neuwahlen aufgelöst wurde. Er war damals Ergebnis eines gemeinsamen Antrages sämtlicher Parteien. Die Piraten haben diesen Antrag jetzt fast wortgleich übernommen. Damit wird es für die übrigen Parteien schwer, ihn abzulehnen. "

Übrigens: ein Grund für die Kostensteigerung beim Neubau ist die statitsche Ertüchtigung des Baugrundes: " ..... 19 000 Tonnen Beton und Archivmaterial muss das Fundament des 77 Meter hohen Betonturmes tragen können. Das ist zu viel für den Boden, auf dem das Speichergebäude aus den 30er Jahren steht. Mit anschaulichem Bildmaterial erklärten die Projektleiter des BLB mit einer Fotogalerie die umfangreichen Gründungsarbeiten zu Beginn der Bauarbeiten Mitte 2010. ....." (lt. WAZ v. 29.10.2012)

Auch das eher unkritische Innenhafen-Portal berichtete am 29.10.2012 über den Baufortschritt. In der Bildergalerie zum Artikel befindet sich ein Fehler. Wer findet ihn?

Zur Geschichte des Landesarchivneubaus in Duisburg s.a. http://archiv.twoday.net/search?q=landesarchiv+nrw+duisburg

Ernst Heinrich Zober (* 25. April 1799 in Königsberg in der Neumark; † 6. November 1869 in Stralsund) war ein deutscher evangelischer Theologe, Historiker, Pädagoge und Bibliothekar.

"Von ihm verfasste Schriften aus dem Bestand der im Stadtarchiv Stralsund verwahrten Gymnasialbibliothek, darunter Sonderdrucke, waren vom Verkauf der Gymnasialbibliothek an einen Antiquar betroffen und erschienen 2012 auf dem Antiquariatsmarkt"

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Heinrich_Zober

Beispielsweise vom Augusta-Antiquariat

http://goo.gl/nBluF

Beiträge zur Geschichte der Schützengesellschaft und des Vogelschießens zu Stralsund. Nach größtentheils handschriftlichen Aufzeichnungen mitgetheilt von Prof. Zober, 1853

"Mit handschriftlicher Widmung für "Die Büchersammung des Stralsunder Gymnasiums" von Prof. Dr. Ernst Zober."

Unabhängig davon, ob diese Schrift noch einmal in der Archivbibliothek Stralsund vorhanden ist, ist es eine Schande, dass das persönliche Widmungsexemplar des verdienstvollen Erforschers der Stralsunder Geschichte an sein Gymnasium verscherbelt wurde.

Ein weiteres Widmungsexemplar bei Hassold:

http://goo.gl/OVSp4

Zur Causa Stralsund:

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund


"Archiveröffnung und Lesung am 15. November

Die Akademie der Künste eröffnet das Archiv des Schriftstellers, Nobelpreisträgers und Akademie-Mitglieds Imre Kertész. Unterstützt durch Mittel des Beauftragten für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder und der Friede-Springer-Stiftung, konnte die Akademie den künstlerischen Vorlass im Mai 2012 erwerben. Nach der Erschließung stehen rund 35.000 Blatt Archivmaterial Wissenschaft und Forschung zur Verfügung.

Zur Eröffnung des Archivs liest Hermann Beil – in Anwesenheit des Autors – am 15. November in der Akademie der Künste am Pariser Platz aus den unveröffentlichten Kertész-Tagebüchern der Jahre 2001-2003. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Akademie, Klaus Staeck, sprechen der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, und die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Grußworte. Der Direktor des Archivs, Wolfgang Trautwein, führt ins Archiv und die Tagebücher ein. Eine Vitrinenpräsentation von Manuskripten und Dokumenten gibt Einblick in das Archiv zu Lebzeiten.

Ein erster Teil des Imre-Kertész-Archivs gelangte bereits Ende 2001 als Depositum ins Archiv der Akademie der Künste und wurde inzwischen auf Mikrofilm gesichert und elektronisch verzeichnet. Der weitaus größere Teil wurde im Jahr 2011 aus Budapest und Berlin übernommen und – unterstützt von Fachübersetzern – geordnet und erfasst. So befinden sich nunmehr die Manuskripte zu Kertész' Werken "Roman eines Schicksallosen", "Galeerentagebuch", "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind", "Dossier K.: eine Ermittlung", "Fiasko", "Ich – ein anderer" samt ihrer umfangreichen Vorarbeiten und Varianten im Archiv. Darüber hinaus liegen Manuskripte und Druckbelege zahlreicher seiner Essays und Reden vor, u.a. "Wem gehört Auschwitz?", "Die exilierte Sprache", "Bekenntnis zu einem Bürger. Notizen über Sándor Márai", "Wird Europa auferstehen?", "Budapest. Ein überflüssiges Bekenntnis", "Jerusalem, Jerusalem". Schriftwechsel ab 1988, insbesondere Korrespondenzen mit Verlagen, Redaktionen und Institutionen sowie Leserzuschriften, vermitteln einen Eindruck von Kertész' Weg zum berühmten Autor. Umfangreiches Material zur Rezeption spiegelt die weltweite Wirkung seiner Werke wider. Als besonderer Schatz des Imre-Kertész-Archivs sind seine Tagebücher, geführt ab 1961, zu nennen mit außerordentlich eindrücklichen Beobachtungen und Reflexionen.

Imre Kertész, der am 9. November 83 Jahre alt wird, Überlebender von Auschwitz und Buchenwald, hat 1975 mit seinem "Roman eines Schicksallosen" eine neue künstlerische Sichtweise in die Literatur und die Darstellung des Holocaust gebracht. Das Buch über das Überleben eines Jugendlichen in den Lagern erlangte – vermittelt durch die deutsche Übersetzung – erst nach der europäischen Wende Weltruhm.
2002 erhielt Imre Kertész den Nobelpreis für Literatur.

Veranstaltungsdaten
Imre-Kertész-Archiveröffnung und Lesung
Donnerstag, 15. November 2012, 18 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte, Eintritt € 5/3
Kartenreservierung: Tel. 030 20057-1000, ticket@adk.de"


Quelle: Pressemitteilung der Akademie der Künste, Berlin, 31.10.2012

s. a. http://archiv.twoday.net/stories/5174925/

http://www.zvab.com/profile/86424h.jsp

Der Antiquar war sehr kurz angebunden und verwies mich an den OB von Stralsund. Er habe einen Vertrag mit der Stadt Stralsund. Von den juristischen Problemen wollte er nichts hören und beendete das Gespräch.

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

Update: Die Mitinhaberin des Augusta-Antiquariats

http://www.abebooks.de/augusta-antiquariat-biburg/7555168/sf

bestätigte nur, dass sie die Bücher von Hassold hat und verweigerte zu weiteren Fragen die Auskunft.

Als kleine Nachlese zu dieser sehr interessanten Tagung in Bad Kissingen: Das Programm. Tagungsberichte sind in Arbeit.


Drittes Mitteleuropäisches Archivars- und Archivarinnentreffen aus Einrichtungen mit Quellensammlungen zur deutschen Geschichte im östlichen Europa vom 29. bis 31. Oktober 2012Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen

Programm Montag, 29. Oktober
14.00 Uhr Dr. Stefanie Jost/ Simon Heßdörfer: Bundesarchiv/ Lastenausgleichsarchiv Bayreuth: Aufgaben, Bestände und Benutzung des Lastenausgleichsarchivs

15.00 Uhr Dr. Ulrich Schmilewski, Kulturwerk Schlesien, Würzburg: Die Stiftung Kulturwerk Schlesien. Aufgaben, Tätigkeiten, Sammlungen

16.00 Uhr Sonja Anžič-Kemper, Landesarchiv Speyer: Quellen zu ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im heutigen Slowenien.
Die Beispiele Gottschee und Krainburg/Kranj

19.00 Uhr Christian Rother, Siebenbürgen-Institut, Gundelsheim: Das Archiv der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim

20.00 Uhr Réka Gyimesi, Fünfkirchen/Pecs: Die Minderheiten in den historisch-demographischen Quellen

Dienstag, 30. Oktober

09.00 Uhr Dr. Eleonore Géra, Budapest: Wiederbelebung des multikulturellen Stadtlebens in Buda und Pest nach der Türkenära

10.00 Uhr Thomas Şindilariu, Archiv der Honterusgemeinde Kronstadt/Braşov: Die deutsche Minderheit in Rumänien im Archiv der Securitate. Eine Rekonstruktion der Beobachtung

11.00 Uhr Martina Wermes, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig: Genealogische Unterlagen aus den Familiengeschichtlichen Sammlungen des früheren Reichssippenamtes zu Slowenien, Gottschee, Siebenbürgen, der Bukowina und Bessarabien

13.00 Uhr Dr. Ligia-Maria Fodor, Nationalarchiv Rumäniens, Bukarest: Zur Geschichte des Schulwesens in der habsburgischen Bukowina im Bestand „Bukowiner k.k. Landesregierung“

14.00 Uhr Dr. Livia Ardelean, Klausenburg/Cluj-Napoca: Die deutsche Bevölkerung aus Klausenburg und Umgebung in den archivarischen Quellen

15.00 Uhr Jakub Grudniewski, Kattowitz: Dokumentation der preußischen Staatsverwaltung im Bestand des Staatsarchivs Katowice

16.00 Uhr Dr. Zdenek Kravar, Landesarchiv Troppau/Opava: Das Hultschiner Ländchen – schlesische Region zwischen den Grenzen. Gesichtspunkte eines Archivars

17.00 Uhr Dr. Bronislav Dorko, Bezirksarchiv Jägerndorf/ Krnov:
Die Ausweisung der Deutschen aus der Sicht eines tschechischen Neusiedlers. Das Zusammenleben der Tschechen und Deutschen im Dorf Janušov bei Johnsdorf/Rýmařov bei Römerstadt in den Jahren 1945-1946

19.00 Uhr Mirosław Węcki, Kattowitz/Katowice: Kattowitzer NS-Bestand
(1933-1945) u.a. Partei, Staats- uns Wirtschaftsverwaltung

20.00 Uhr Dr. Otfrid Pustejovsky, Waakirchen: Josef Tippelt, deutscher Kolpingsenior in der ČSR, hingerichtet in Plötzensee 1943. Archivalien aus dem Bundesarchiv

Mittwoch, 31. Oktober

09.00 Uhr Beate Márkus, Pecs/Fünfkirchen: Melenkij Robot im Komitat Baranya in Ungarn

10.00 Uhr Krisztina Slacha, Historisches Institut der Universität Pecs/Fünfkirchen:
Die Ungarndeutschen im Ungarischen Archiv der Staatssicherheitsdienste (ÁBTL), bzw. die staatssicherheitliche Kontrolle und Beobachtung der Ungarndeutschen in der UVR

11.00 Uhr Dr. Martin Armgart, Speyer: Das Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen online. Neue Arbeits- und Präsentationsformen eines Langzeiteditionsprojektes

13.00 Uhr Dr. Jürgen Warmbrunn, Herder-Institut Marburg: Was trennt uns, Was verbindet uns? Über die Möglichkeiten vermehrter Zusammenarbeit zwischen Archiven und Bibliotheken zu Ostmitteleuropa

Die Veranstaltung wird gefördert vom
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Und gut sortiert ist das Online-Lexikon gelegentlich auch, so zum Beispiel mit interessantem Material zur Causa Stralsund: Der Benutzer "Kresspahl" stellte eine Liste der Rektoren des Stralsunder Gymnasiums, des heutigen Hansa-Gymnasiums in Stralsund, zusammen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hansa-Gymnasium_Hansestadt_Stralsund#Bekannte_Rektoren_des_Stralsunder_Gymnasiums

Über eine ganze Reihe dieser Rektoren, allesamt Gelehrte, kann man in eigenen Artikeln etwas erfahren. In der ehemaligen Bibliothek der Anstalt, deren verbliebene Bestände seit 1945 im Stralsunder Stadtarchiv verwahrt und kürzlich dem Handel überlassen wurden, waren diese Persönlichkeiten präsent, ihre Namen finden sich nunmehr zuhauf im umfangreichen Angebot eines Antiquars:

https://www.abebooks.de/servlet/SearchResults?sortby=0&vci=4323596

In der jetzt leider durch zerstreuende Veräußerung nicht mehr existierenden Bibliothek des Stralsunder Gymnasiums waren sie für einige Jahrhunderte als Ensemble in ihren Publikationen gegenwärtig am Ort ihres längst vergangenen Wirkens; mit der Auflösung dieser Sammlung wurden sie zu Buchstaben, zu Fliegenbeinen auf Papier. In den blauen Wikipedia-Links werden sie zur Gaukelei virtueller Klicks und zerfallen in einzelne Schaufenster. Erledigtes Kulturgut ist nicht recyclebar.

 

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