http://www.n-tv.de/politik/pressestimmen/Schavans-Lebensleistung-wird-geschmaelert-article12504706.html
n-tv lässt seine Presseschau wohl von Praktikanten erledigen und guckt nicht nochmal drüber.
Für die Ludwigsburger Kreiszeitung bleibt auch innerhalb der Wissenschaft strittig, inwieweit die damaligen Anforderungen an das akademische Arbeiten mit denen von heute gleichgesetzt werden können. "Das Gericht ist gleichwohl zu dem Schluss gekommen, dass es diesbezüglich keine unterschiedliche Bewertung geben darf. Zweifellos hat Schavan ihre politischen Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Vorsitzende. Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen solle sie jetzt mit dem Segen der Kanzlerin Botschafterin beim Vatikan werden. Eine schlechte Wahl sei Schavan für diese Position nicht, schreibt die Zeitung weiter. "Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes. Eine solche Haltung und Einstellung kann für den Job der Botschafterin beim Heiligen Stuhl nur nützlich sein."
[...]
Die Saarbrücker Zeitung findet klare Worte: "Nach diesem Urteil sollte Annette Schavan jetzt den Hoeneß machen und hinnehmen, dass ihr Doktor-Titel verloren ist. Auch wenn die Merkel-Vertraute glaubt, ihr sei großes Unrecht widerfahren." Das Gericht ist zu einer anderen Auffassung gekommen. Zweifellos habe Schavan Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Chefin, schreibt die Zeitung. "Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen soll sie jetzt Botschafterin beim Vatikan werden. "Eine schlechte Wahl ist sie nicht. Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes."
Nagut, ich nehms zurück. Hab ja eigentlich Hochachtung vor PraktikantInnen. Lisa Schwesig läuft unter "Assistenz".
n-tv lässt seine Presseschau wohl von Praktikanten erledigen und guckt nicht nochmal drüber.
Für die Ludwigsburger Kreiszeitung bleibt auch innerhalb der Wissenschaft strittig, inwieweit die damaligen Anforderungen an das akademische Arbeiten mit denen von heute gleichgesetzt werden können. "Das Gericht ist gleichwohl zu dem Schluss gekommen, dass es diesbezüglich keine unterschiedliche Bewertung geben darf. Zweifellos hat Schavan ihre politischen Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Vorsitzende. Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen solle sie jetzt mit dem Segen der Kanzlerin Botschafterin beim Vatikan werden. Eine schlechte Wahl sei Schavan für diese Position nicht, schreibt die Zeitung weiter. "Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes. Eine solche Haltung und Einstellung kann für den Job der Botschafterin beim Heiligen Stuhl nur nützlich sein."
[...]
Die Saarbrücker Zeitung findet klare Worte: "Nach diesem Urteil sollte Annette Schavan jetzt den Hoeneß machen und hinnehmen, dass ihr Doktor-Titel verloren ist. Auch wenn die Merkel-Vertraute glaubt, ihr sei großes Unrecht widerfahren." Das Gericht ist zu einer anderen Auffassung gekommen. Zweifellos habe Schavan Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Chefin, schreibt die Zeitung. "Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre." Deswegen soll sie jetzt Botschafterin beim Vatikan werden. "Eine schlechte Wahl ist sie nicht. Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes."
Nagut, ich nehms zurück. Hab ja eigentlich Hochachtung vor PraktikantInnen. Lisa Schwesig läuft unter "Assistenz".
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 22:41 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 22:37 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
Jens Ferner hält sie für grundsätzlich zulässig:
http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/it-recht/persoenlichkeitsrecht/dashcams-rechtlich-grundsaetzlich-zulaessig/11818/
Die Kanzlei Lachenmaann und die Datenschutzbeauftragten aber nicht:
http://kanzlei-lachenmann.de/videokameras-autos-sog-dashcams-sind-rechtswidrig/
http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=6416
Dreimal darf geraten werden, welcher Position ich selbst zuneige.
http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/it-recht/persoenlichkeitsrecht/dashcams-rechtlich-grundsaetzlich-zulaessig/11818/
Die Kanzlei Lachenmaann und die Datenschutzbeauftragten aber nicht:
http://kanzlei-lachenmann.de/videokameras-autos-sog-dashcams-sind-rechtswidrig/
http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=6416
Dreimal darf geraten werden, welcher Position ich selbst zuneige.
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 22:22 - Rubrik: Archivrecht
"Nach einem neuen Urteil das Landgerichts Köln soll die Website “dradiowissen.de” des Deutschlandradios insofern als kommerzielles Angebot zu betrachten sein, als dort Bilder, die unter einer Creative Commons Lizenz BY-NC 2.0 stehen, nicht genutzt werden dürfen (Urteil vom 05.03.2014, Az.: 28 O 232/13).
Nur die rein private Nutzung ist nach Ansicht des Landgerichts Köln von der nichtkommerziellen CC-Lizenz abgedeckt. "
http://www.internet-law.de/2014/03/lg-koeln-setzt-bei-cc-lizenzen-nichtkommerzielle-mit-rein-privater-nutzung-gleich.html
Das Urteil wird hoffentlich nicht rechtskräftig. das Deutschlandradio will Berufung einlegen. So
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verstoss-gegen-CC-Lizenz-Deutschlandradio-muss-zahlen-2151308.html
Nicht nur RA Stadler kritisiert das Urteil:
https://netzpolitik.org/2014/urteil-des-lg-koeln-zu-creative-commons-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk/
(Hier Hinweis auf
http://irights.info/2012/05/02/folgen-risiken-und-nebenwirkungen-von-nc/4002
http://www.dobusch.net/pub/uni/Dobusch-Kapeller(2012)Koordination_durch_Ambiguitaet-Preprint.pdf )
http://www.ifross.org/en/artikel/lg-k-ln-beschr-nkt-cc-nc-rein-private-nutzungen
(Jaeger: "Wer einen Beitrag für die Wissensallemende leisten will und wem tatsächlich an einer Nutzung seiner Werke gelegen ist, sollte potenzielle Nutzer keiner Rechtsunsicherheit aussetzen, sondern eine der anderen CC-Varianten verwenden.")
http://irights.info/webschau/creative-commons-landgericht-koeln-sieht-deutschlandradio-als-kommerziellen-nutzer/22162
(Der auch hiesigerseits bekannte Buchhändler P. aus R. kommentiert:
"Ich halte es für einen Grundfehler der Creative Commons, die unselige NC-Lizenz überhaupt eingeführt zu haben. Sie ist schwammig und ergibt keine freien Bilder, und unterscheidet sich dadurch kaum vom sonstigen Urheberrecht.")
http://de.creativecommons.org/2014/03/20/endlich-wird-es-spannend-die-nc-einschraenkung-nach-deutschem-recht/
Urteil:
http://www.lhr-law.de/wp-content/uploads/2014/03/geschw%C3%A4rztes-Urteil-LG-K%C3%B6ln-2.pdf
Update: http://archiv.twoday.net/stories/1022373066/

Nur die rein private Nutzung ist nach Ansicht des Landgerichts Köln von der nichtkommerziellen CC-Lizenz abgedeckt. "
http://www.internet-law.de/2014/03/lg-koeln-setzt-bei-cc-lizenzen-nichtkommerzielle-mit-rein-privater-nutzung-gleich.html
Das Urteil wird hoffentlich nicht rechtskräftig. das Deutschlandradio will Berufung einlegen. So
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verstoss-gegen-CC-Lizenz-Deutschlandradio-muss-zahlen-2151308.html
Nicht nur RA Stadler kritisiert das Urteil:
https://netzpolitik.org/2014/urteil-des-lg-koeln-zu-creative-commons-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk/
(Hier Hinweis auf
http://irights.info/2012/05/02/folgen-risiken-und-nebenwirkungen-von-nc/4002
http://www.dobusch.net/pub/uni/Dobusch-Kapeller(2012)Koordination_durch_Ambiguitaet-Preprint.pdf )
http://www.ifross.org/en/artikel/lg-k-ln-beschr-nkt-cc-nc-rein-private-nutzungen
(Jaeger: "Wer einen Beitrag für die Wissensallemende leisten will und wem tatsächlich an einer Nutzung seiner Werke gelegen ist, sollte potenzielle Nutzer keiner Rechtsunsicherheit aussetzen, sondern eine der anderen CC-Varianten verwenden.")
http://irights.info/webschau/creative-commons-landgericht-koeln-sieht-deutschlandradio-als-kommerziellen-nutzer/22162
(Der auch hiesigerseits bekannte Buchhändler P. aus R. kommentiert:
"Ich halte es für einen Grundfehler der Creative Commons, die unselige NC-Lizenz überhaupt eingeführt zu haben. Sie ist schwammig und ergibt keine freien Bilder, und unterscheidet sich dadurch kaum vom sonstigen Urheberrecht.")
http://de.creativecommons.org/2014/03/20/endlich-wird-es-spannend-die-nc-einschraenkung-nach-deutschem-recht/
Urteil:
http://www.lhr-law.de/wp-content/uploads/2014/03/geschw%C3%A4rztes-Urteil-LG-K%C3%B6ln-2.pdf
Update: http://archiv.twoday.net/stories/1022373066/

KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 18:09 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Das VG Düsseldorf hat die Anfechtungsklage der ehemaligen Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan gegen den Entzug ihres mit einer Arbeit über das Gewissen erworbenen Doktorgrads durch die HHU Düsseldorf ABGEWIESEN.
http://erbloggtes.wordpress.com/2014/03/20/dr-futsch-annette-schavan-vor-gericht-gescheitert/#more-3497
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/schavan-doktortitel-entzug-duesseldorf-gericht
Zur Causa hier:
http://archiv.twoday.net/search?q=schavan (131 Nennungen)
Glücklichere Tage. Foto 2012 von Wissenschaftsjahr http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en
http://erbloggtes.wordpress.com/2014/03/20/dr-futsch-annette-schavan-vor-gericht-gescheitert/#more-3497
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/schavan-doktortitel-entzug-duesseldorf-gericht
Zur Causa hier:
http://archiv.twoday.net/search?q=schavan (131 Nennungen)
Glücklichere Tage. Foto 2012 von Wissenschaftsjahr http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.enKlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 17:33 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
Folgende Aufgabenschwerpunkte wird die Arbeit beim Stadtarchiv haben:
* Mitarbeiten beim Ausbau des Basissystems zur Digitalen Langzeitarchivierung
* Erfassen, Bewerten, Übernehmen und Erschließen von digitalem Archiv- und Sammlungsgut
* Digitale Bestandserhaltung
* Betreuen von Benutzern/innen und Zugänglichmachen von Archiv- und Sammlungsgut
* Beraten von Registraturen in der Stadtverwaltung
Gesucht werden für die ausgeschriebenen Positionen Personen, die zum Zeitpunkt des Dienstantritts über eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung für den gehobenen Archivdienst verfügen.
Die ganze Ausschreibung finden Sie hier!
* Mitarbeiten beim Ausbau des Basissystems zur Digitalen Langzeitarchivierung
* Erfassen, Bewerten, Übernehmen und Erschließen von digitalem Archiv- und Sammlungsgut
* Digitale Bestandserhaltung
* Betreuen von Benutzern/innen und Zugänglichmachen von Archiv- und Sammlungsgut
* Beraten von Registraturen in der Stadtverwaltung
Gesucht werden für die ausgeschriebenen Positionen Personen, die zum Zeitpunkt des Dienstantritts über eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung für den gehobenen Archivdienst verfügen.
Die ganze Ausschreibung finden Sie hier!
Stilangel - am Donnerstag, 20. März 2014, 17:32 - Rubrik: Personalia
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Fragten mich meine MitarbeiterInnen heute per Mail.
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 17:27 - Rubrik: Unterhaltung
http://www.hortalia.org/
Die digitale Sammlung der Bibliothèque de la Société
nationale d’horticulture de France enthält Bilder und derzeit gut 60 alte Drucke, fast alle auf Französisch.
Die digitale Sammlung der Bibliothèque de la Société
nationale d’horticulture de France enthält Bilder und derzeit gut 60 alte Drucke, fast alle auf Französisch.
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 05:43 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Der Hinweis wird wieder Falk Eisermann verdankt:
http://www.lamediatheque.com/medias/_ouvrages_numerises
http://www.lamediatheque.com/medias/_ouvrages_numerises
KlausGraf - am Donnerstag, 20. März 2014, 05:25 - Rubrik: Kodikologie
http://archivalia.tumblr.com/post/79596942006/reims-bagpiper-von-uh-libraries-saec-xv-see hat 551 Notes
http://archivalia.tumblr.com/post/29258252884/octopus nur 522
Siehe
http://archiv.twoday.net/stories/142786341/ (Sept. 2012)


http://archivalia.tumblr.com/post/29258252884/octopus nur 522
Siehe
http://archiv.twoday.net/stories/142786341/ (Sept. 2012)


noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
UB München 4° Cod. ms. 824 ist online
http://epub.ub.uni-muenchen.de/15031/
und damit auch der deutschsprachige Bericht Bl. 26r-31v.
Kataloge:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0526_b297_jpg.htm
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0051_b203_jpg.htm
http://www.handschriftencensus.de/6469
Die Literatur zu den bekannten Beschreibungen stellte Nils Bock in der Francia 2010 in Anm. 1 zusammen:
http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-retro/37-2010/0259-0282/at_download/document
http://epub.ub.uni-muenchen.de/15031/
und damit auch der deutschsprachige Bericht Bl. 26r-31v.
Kataloge:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0526_b297_jpg.htm
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0051_b203_jpg.htm
http://www.handschriftencensus.de/6469
Die Literatur zu den bekannten Beschreibungen stellte Nils Bock in der Francia 2010 in Anm. 1 zusammen:
http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-retro/37-2010/0259-0282/at_download/document
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 21:44 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Von den 383 Handschriften des österreichischen Benediktinerklosters gibt es nur rudimentäre Erschließungsinformationen online.
http://kulturgueter.kath-orden.at/benediktinerstift-altenburg
Sehr lückenhaft sind die Angaben unter
http://manuscripta.at/_scripts/php/manuscripts.php
Beim Browsen von
http://manuscripta.at/?ID=29183
ab geht es bei
http://manuscripta.at/?ID=29250
nicht mehr weiter!
Die Signatursuche ist derzeit defekt!
Der Handschriftencensus sah bisher keinerlei Veranlassung, den Beitrag von Klaus Klein, Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters im Benediktinerstift Altenburg/NÖ, in: Benediktinerstift Altenburg 1144-1994, bearbeitet von Ralph Andraschek-Holzer (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, 35. Ergänzungsband), St. Ottilien 1994, S. 215-223 online bereitzustellen, obwohl bei einigen Einträgen elementare Angaben zur Handschrift fehlen!
Zu AB 15 B 1 erfährt man im Handschriftencensus nur die Datierung
http://www.handschriftencensus.de/2892
und auf
http://manuscripta.at/?ID=29296
nur das Initium.
Dabei wäre es absolut einfach, den Zugang zu Erschließungsinformationen rasch zu verbessern. Man müsste
Gregor Schweighofer, Die Handschriften des Stiftes Altenburg (Sonderkatalog Nr. 1) (maschinschriftlich), o.O. [Altenburg] 1956
nur online bereitstellen. Rechteinhaber ist der Abt des Stifts, da Pater Schweighofer der langjährige Bibliothekar und Archivar des Hauses war und als Benediktiner kein Privateigentum vererben konnte. Niemand müsste sich der Mühe unterziehen, den Band zu scannen und ggf. eine Website zu generieren, denn er liegt bereits gescannt vor:
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015034760044
Das Stift Altenburg müsste gemäß
http://archiv.twoday.net/stories/6343146/
nur das Formular
http://www.hathitrust.org/documents/permissions_agreement.pdf
an HathiTrust übermitteln.
Meine eigenen Bücher sind auf diese Weise frei zugänglich, der Band eines Gmünder Autors und viele Jahrgänge unserer Fachzeitschrift Archivar. Obwohl ich immer wieder dafür werbe, nutzt aber sonst, soweit ich weiß, kein Rechteinhaber im deutschsprachigen Raum diese einfache Möglichkeit, Open Access zu ermöglichen.
Update:
"S.g. Herr Graf,
auf Ersuchen von P. Albert darf ich Ihnen mitteilen, dass Stift Altenburg sein Einverständnis gegeben hat, den Schweigerhoferschen Handschriftenkatalog auf manuscripta.at online zu stellen.
MfG
Helga Penz
Ordensgemeinschaften Österreich
Referat für die Kulturgüter
Helga Penz"
Da manuscripta.at konsequent daran arbeitet, genauso ein unbrauchbares Murks-Projekt zu werden wie ManuMed dürfen wir uns wohl auf eine sehr lange Wartezeit freuen.
http://kulturgueter.kath-orden.at/benediktinerstift-altenburg
Sehr lückenhaft sind die Angaben unter
http://manuscripta.at/_scripts/php/manuscripts.php
Beim Browsen von
http://manuscripta.at/?ID=29183
ab geht es bei
http://manuscripta.at/?ID=29250
nicht mehr weiter!
Die Signatursuche ist derzeit defekt!
Der Handschriftencensus sah bisher keinerlei Veranlassung, den Beitrag von Klaus Klein, Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters im Benediktinerstift Altenburg/NÖ, in: Benediktinerstift Altenburg 1144-1994, bearbeitet von Ralph Andraschek-Holzer (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, 35. Ergänzungsband), St. Ottilien 1994, S. 215-223 online bereitzustellen, obwohl bei einigen Einträgen elementare Angaben zur Handschrift fehlen!
Zu AB 15 B 1 erfährt man im Handschriftencensus nur die Datierung
http://www.handschriftencensus.de/2892
und auf
http://manuscripta.at/?ID=29296
nur das Initium.
Dabei wäre es absolut einfach, den Zugang zu Erschließungsinformationen rasch zu verbessern. Man müsste
Gregor Schweighofer, Die Handschriften des Stiftes Altenburg (Sonderkatalog Nr. 1) (maschinschriftlich), o.O. [Altenburg] 1956
nur online bereitstellen. Rechteinhaber ist der Abt des Stifts, da Pater Schweighofer der langjährige Bibliothekar und Archivar des Hauses war und als Benediktiner kein Privateigentum vererben konnte. Niemand müsste sich der Mühe unterziehen, den Band zu scannen und ggf. eine Website zu generieren, denn er liegt bereits gescannt vor:
http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015034760044
Das Stift Altenburg müsste gemäß
http://archiv.twoday.net/stories/6343146/
nur das Formular
http://www.hathitrust.org/documents/permissions_agreement.pdf
an HathiTrust übermitteln.
Meine eigenen Bücher sind auf diese Weise frei zugänglich, der Band eines Gmünder Autors und viele Jahrgänge unserer Fachzeitschrift Archivar. Obwohl ich immer wieder dafür werbe, nutzt aber sonst, soweit ich weiß, kein Rechteinhaber im deutschsprachigen Raum diese einfache Möglichkeit, Open Access zu ermöglichen.
Update:
"S.g. Herr Graf,
auf Ersuchen von P. Albert darf ich Ihnen mitteilen, dass Stift Altenburg sein Einverständnis gegeben hat, den Schweigerhoferschen Handschriftenkatalog auf manuscripta.at online zu stellen.
MfG
Helga Penz
Ordensgemeinschaften Österreich
Referat für die Kulturgüter
Helga Penz"
Da manuscripta.at konsequent daran arbeitet, genauso ein unbrauchbares Murks-Projekt zu werden wie ManuMed dürfen wir uns wohl auf eine sehr lange Wartezeit freuen.
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 20:42 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://bibliostoria.wordpress.com/2014/03/19/scottish-collections-network/ verweist auf das wenig befriedigende Verzeichnis
http://www.scotlandsinformation.com/scone/Index.cfm
Nützlicher ist das Scottish Archive Network, das die Findmittel von über 50 Archiven in einer Metasuche zusammenführt:
http://www.scan.org.uk/catalogue/
Aufgenommen sind auch Handschriften der UB Aberdeen, etwa ein in einem wenig bekannten Aufsatz 'Tilemann Stella of Siegen, Aberdeen University MS 149' behandeltes frühneuzeitliches Manuskript.
Teilweise deutschsprachig (fehlt zurecht im Handschriftencensus): Medical recipes, attributed to a number of sources, mid 15th century (MS 987). Die lokale Datenbank ist sehr viel ausführlicher und präziser: nur Latein, aber geschrieben wohl in Deutschland!
http://calms.abdn.ac.uk/DServe/dserve.exe?dsqServer=Calms&dsqIni=Dserve.ini&dsqApp=Archive&dsqCmd=Show.tcl&dsqDb=Catalog&dsqPos=20&dsqSearch=%28%28text%29%3D%27german%27%29
Ms. 3708 der Nationalbibliothek ist:
'Geschlecht Buch dess Heiligen Reichs Stat Nurnberg Darinen alle alte und neue Adeliche Geschlecht daraus der Rath von 300 Jaren hero erwohlth wordn Hierin zusamgebracht Anno 1610' Histories, in different hands, of Nurnberg families, each preceded by an engraving of a figure with the arms of the family. There is an index at the end. On f. iii is an inscription, 'Ex liberalitate dilectissimae sororis Helenae Rosinae Dilherrin. Anno 1701'.
Bound in vellum, with armorial stamp.
#fnzhss
http://www.scotlandsinformation.com/scone/Index.cfm
Nützlicher ist das Scottish Archive Network, das die Findmittel von über 50 Archiven in einer Metasuche zusammenführt:
http://www.scan.org.uk/catalogue/
Aufgenommen sind auch Handschriften der UB Aberdeen, etwa ein in einem wenig bekannten Aufsatz 'Tilemann Stella of Siegen, Aberdeen University MS 149' behandeltes frühneuzeitliches Manuskript.
Teilweise deutschsprachig (fehlt zurecht im Handschriftencensus): Medical recipes, attributed to a number of sources, mid 15th century (MS 987). Die lokale Datenbank ist sehr viel ausführlicher und präziser: nur Latein, aber geschrieben wohl in Deutschland!
http://calms.abdn.ac.uk/DServe/dserve.exe?dsqServer=Calms&dsqIni=Dserve.ini&dsqApp=Archive&dsqCmd=Show.tcl&dsqDb=Catalog&dsqPos=20&dsqSearch=%28%28text%29%3D%27german%27%29
Ms. 3708 der Nationalbibliothek ist:
'Geschlecht Buch dess Heiligen Reichs Stat Nurnberg Darinen alle alte und neue Adeliche Geschlecht daraus der Rath von 300 Jaren hero erwohlth wordn Hierin zusamgebracht Anno 1610' Histories, in different hands, of Nurnberg families, each preceded by an engraving of a figure with the arms of the family. There is an index at the end. On f. iii is an inscription, 'Ex liberalitate dilectissimae sororis Helenae Rosinae Dilherrin. Anno 1701'.
Bound in vellum, with armorial stamp.
#fnzhss
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 19:58 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Stefan Heßbrüggen machte auf G+ auf die 262 deutschen alten Drucke auf
http://cbj.jhi.pl/
aufmerksam. Erst nach einigem Recherchieren wird klar: Träger ist das Jüdische Historische Institut CBJ in Warschau. Anzunehmen ist, dass die Vorlagen der Digitalisate (Bücher und handschriftlichen Dokumente) der nicht mehr existierenden Jüdischen Zentralbibliothek aus dem Bestand des Instituts stammen. Was unter dem Filter "Institution" zugänglich ist, dürfte die Provenienz der Dokumente bezeichnen.
Wieso diese Digitale Bibliothek nicht unter dem bewährten Dach der DLF angeboten wird, erschließt sich mir nicht.
http://cbj.jhi.pl/
aufmerksam. Erst nach einigem Recherchieren wird klar: Träger ist das Jüdische Historische Institut CBJ in Warschau. Anzunehmen ist, dass die Vorlagen der Digitalisate (Bücher und handschriftlichen Dokumente) der nicht mehr existierenden Jüdischen Zentralbibliothek aus dem Bestand des Instituts stammen. Was unter dem Filter "Institution" zugänglich ist, dürfte die Provenienz der Dokumente bezeichnen.
Wieso diese Digitale Bibliothek nicht unter dem bewährten Dach der DLF angeboten wird, erschließt sich mir nicht.
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 19:38 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Alle Open-Access-Zeitschriften, die im Register bleiben wollen, müssen es ausfüllen. Ein überfälliger Schritt in Sachen Qualitätssicherung.
https://docs.google.com/document/d/1dr3jnOygvuDlONSBv8lho4McQsEPFd0a5gtxjCmKd9k/edit
http://doaj.org/application/new
https://docs.google.com/document/d/1dr3jnOygvuDlONSBv8lho4McQsEPFd0a5gtxjCmKd9k/edit
http://doaj.org/application/new
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 19:21 - Rubrik: Open Access
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 18:43 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 18:39 - Rubrik: Internationale Aspekte
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://dx.doi.org/10.3931/e-rara-23570
Für die Erzählforschung herzlich unergiebige, da nicht exempelfreudige Predigten; auch die beiden Predigten, die an Tagen von Regionalheiligen (Verena, Gerold) gehalten wurden, sind kultgeschichtlich wenig interessant. Trotzdem ist das Digitalisat natürlich schätzenswert, denn Theologen dürften den Wert anders sehen.
Für die Erzählforschung herzlich unergiebige, da nicht exempelfreudige Predigten; auch die beiden Predigten, die an Tagen von Regionalheiligen (Verena, Gerold) gehalten wurden, sind kultgeschichtlich wenig interessant. Trotzdem ist das Digitalisat natürlich schätzenswert, denn Theologen dürften den Wert anders sehen.
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 18:25 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Twitter-Interview im Vorgriff auf die Konferenz Offene Archive 2.1 (Stuttgart, 3.-4.4. 2014); Frau Sobczak ist eine der Referentinnen.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/6835
Meine Notizen unter http://archiv.twoday.net/stories/640153734/ habe ich zu einem kleinen Forschungsbeitrag ausgebaut.
"Wie bereits in den Beiträgen zu den Klosterhandschriften des Heine-Instituts und zu den Binterim-Handschriften der ULB Düsseldorf geht es mir auch in dieser Miszelle darum, für eine stärkere Beachtung der viel zu sehr vernachlässigten frühneuzeitlichen Buchhandschriften zu werben. Sie sind wichtige Quellen für das geistige Leben in den Klöstern und Stiften (zu denen auch die zu wenig beachteten Kollegiatstifte gehören)."

Meine Notizen unter http://archiv.twoday.net/stories/640153734/ habe ich zu einem kleinen Forschungsbeitrag ausgebaut.
"Wie bereits in den Beiträgen zu den Klosterhandschriften des Heine-Instituts und zu den Binterim-Handschriften der ULB Düsseldorf geht es mir auch in dieser Miszelle darum, für eine stärkere Beachtung der viel zu sehr vernachlässigten frühneuzeitlichen Buchhandschriften zu werben. Sie sind wichtige Quellen für das geistige Leben in den Klöstern und Stiften (zu denen auch die zu wenig beachteten Kollegiatstifte gehören)."
KlausGraf - am Mittwoch, 19. März 2014, 02:32 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/mercedes-gla-mercedes-drohte-in-schweden-aerger-wegen-eines-werbespots-a-959451.html
Meine Position dazu ist glasklar: Gemeinfrei ist gemeinfrei, und das bedeutet, dass man alles mit dem Gedicht machen kann. Wem eine Nutzung nicht gefällt, der muss sie ja auch während des Urheberrechtsschutzes hinnehmen, wenn die Rechteinhaber oder sogar der Urheber selbst sie billigen.
Hat mit "Gravplundring" nichts zu tun!
http://akademiblogg.wordpress.com/2014/03/14/gravplundring/
Meine Position dazu ist glasklar: Gemeinfrei ist gemeinfrei, und das bedeutet, dass man alles mit dem Gedicht machen kann. Wem eine Nutzung nicht gefällt, der muss sie ja auch während des Urheberrechtsschutzes hinnehmen, wenn die Rechteinhaber oder sogar der Urheber selbst sie billigen.
Hat mit "Gravplundring" nichts zu tun!
http://akademiblogg.wordpress.com/2014/03/14/gravplundring/
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 23:07 - Rubrik: Archivrecht
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/doktortitel-von-schavan-schadet-wissenschaftliches-fehlverhalten-a-955565.html
Der Soziologe nimmt in einem denkbar schwachen Beitrag in der duz, wiederveröffentlicht von Sp(eien) Online, Schavan in Schutz. Schavans Plagiat hat aber nicht zu einer genialen Entdeckung geführt, wenngleich man zugeben muss, dass es die Grundlagen für eine tolle Karriere, die womöglich in Rom noch nicht endet (oder doch? eventuell wird sie ja die erste Päpstin), gelegt hat. Wissenschaftlich war ihre Dissertation eher belanglos, wie der erneute Blick auf Google Scholar zeigt:
http://scholar.google.de/scholar?cites=7983446625367991234&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de
Zum Vergleich:
http://scholar.google.de/scholar?cites=15522465401749847161&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de
Der Soziologe nimmt in einem denkbar schwachen Beitrag in der duz, wiederveröffentlicht von Sp(eien) Online, Schavan in Schutz. Schavans Plagiat hat aber nicht zu einer genialen Entdeckung geführt, wenngleich man zugeben muss, dass es die Grundlagen für eine tolle Karriere, die womöglich in Rom noch nicht endet (oder doch? eventuell wird sie ja die erste Päpstin), gelegt hat. Wissenschaftlich war ihre Dissertation eher belanglos, wie der erneute Blick auf Google Scholar zeigt:
http://scholar.google.de/scholar?cites=7983446625367991234&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de
Zum Vergleich:
http://scholar.google.de/scholar?cites=15522465401749847161&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=de
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 19:58 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
"Die Knochen von rund zehntausend Menschen lagern bis heute in einem Depot in Berlin-Friedrichshagen. Einige davon wurden während der Kolonialzeit zum Zwecke der Forschung nach Deutschland gebracht. Sie befinden sich derzeit in Obhut der Staatlichen Museen zu Berlin. "
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2014%2F03%2F18%2Fa0035&cHash=9d7b9e83cc3dfdc3ed0e8dd898fc0cc2
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2014%2F03%2F18%2Fa0035&cHash=9d7b9e83cc3dfdc3ed0e8dd898fc0cc2
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 19:47 - Rubrik: Museumswesen
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.rem-mannheim.de/ausstellungen/vorschau/maximilian.html
http://oberrhein.hypotheses.org/335
Meine Studien zu den Quellen der Vierlandeturniere:
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier+%23forschung

http://oberrhein.hypotheses.org/335
Meine Studien zu den Quellen der Vierlandeturniere:
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier
http://archiv.twoday.net/search?q=turnier+%23forschung

KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 19:00 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 18:48 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 18:47 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 18:45 - Rubrik: Oeffentlichkeitsarbeit
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
- English version below -
Im Zuge der Budgetverhandlungen für den Zeitraum 2016 bis 2018, die derzeit in Österreich zwischen dem Finanzministerium und den einzelnen Ressorts im Gange sind, steht für die öffentliche Forschungsförderung viel, wenn nicht alles auf dem Spiel. Alle größeren Institutionen in diesem Bereich sind bereits seit Jahren auf unzureichende Budgets gesetzt; beim FWF als größtem Förderer von Grundlagenforschung sind nunmehr die Rücklagen aufgebraucht, ohne eine Aufstockung des Grundetats müsste sehr bald eine wesentliche Einschränkung der Tätigkeit Platz greifen. Der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geht es nicht viel anders, auch die Universitäten sind massiv betroffen. Eine Bereitschaft wenigstens zu den absolut notwendigen Maßnahmen ist allerdings seitens der Regierungsspitze derzeit nicht zu erkennen. Dies ist, selbst angesichts der angespannten Gesamtfinanzlage der Republik, umso unverständlicher, als es sich um verhältnismäßig geringe Beträge handeln würde.
Mehrere österreichische Förderinstitutionen und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen und Fachgebiete beteiligen sich daher an der vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds initiierten Petition „Wissenschaft ist Zukunft“, mit der dazu aufgefordert wird, wenigstens das unabdingbar erforderliche Minimum zur Aufrechterhaltung des Betriebs bereitzustellen.
Ein Bild vom Ernst der Lage vermittelt etwa dieser Zeitungsbericht, in dem vor wenigen Tagen die Spitzen des FWF die Lage ihrer Institution sehr deutlich beschrieben haben; oder dieser mit einer Stellungnahme der ehemaligen Präsidentin der Europäischen Forschungsrats, Helga Nowotny; oder dieser mit der Position des Österreichischen Forschungsrates. Erhellend ist aber auch schon ein Blick auf die Seite des FWF, wo etwa nachgelesen werden kann, weshalb zwei der hochrangigsten Förderkategorien bereits für dieses Jahr eingestellt werden mussten.
Zur Startseite der Petition mit der Möglichkeit zur Unterzeichnung geht es hier. Jede Stimme, die sich anschließt, sei es aus Österreich oder von anderswo, ist höchst willkommen.
- English version -
The future of publicly funded research in Austria is at stake in the negotiations currently ongoing between the Austrian Finance Ministry and the other departments of the government for the federal budget for the years 2016 to 2018. All major research institutions in Austria have been running on grossly insufficient budgets for years; the Austrian Science Fund, the country's largest agency for fundamental research, has used up its financial reserves and, without a substantial increase to its annual budget, will have to severely curtail its activities. The Austrian Academy of Sciences is in a similar situation. The universities are likewise seriously affected. A willingness to commit to even the most urgently necessary measures is not currently detectable on the part of the leaders of the Federal Government. Even taking into consideration the difficult overall budget situation of the Republic, this attitude is difficult to understand given that the sums involved are comparatively quite moderate.
Several Austrian research agencies and numerous scientists and researchers from all fields and disciplines are therefore taking part in the petition "Science equals Future", initiated by the Vienna Science and Technology Fund. This petition aims to persuade the decision-makers in Austria's government to finally give a serious commitment at least to the most essential level of funding required for the continued operation of the agencies.
The petition is available in English here. Any voice in support, whether from inside or outside Austria, from within the scientific community or from any part of society, is heartily welcome.
Some newspaper reports (in German) detailing the grim situation for research in Austria:
- the leaders of the Austrian Science Fund discuss the situation of their institution here
- the former president of the European Research Council, Helga Nowotny, speaks on the insufficient recognition of research in Austrian politics here
- the chairman of the Austrian Research Council, Hannes Androsch, articulates similar demands here
- information in the Austrian Science Fund's newsletter on the discontinuation of its two highest-ranking funding schemes for 2014 here
Im Zuge der Budgetverhandlungen für den Zeitraum 2016 bis 2018, die derzeit in Österreich zwischen dem Finanzministerium und den einzelnen Ressorts im Gange sind, steht für die öffentliche Forschungsförderung viel, wenn nicht alles auf dem Spiel. Alle größeren Institutionen in diesem Bereich sind bereits seit Jahren auf unzureichende Budgets gesetzt; beim FWF als größtem Förderer von Grundlagenforschung sind nunmehr die Rücklagen aufgebraucht, ohne eine Aufstockung des Grundetats müsste sehr bald eine wesentliche Einschränkung der Tätigkeit Platz greifen. Der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geht es nicht viel anders, auch die Universitäten sind massiv betroffen. Eine Bereitschaft wenigstens zu den absolut notwendigen Maßnahmen ist allerdings seitens der Regierungsspitze derzeit nicht zu erkennen. Dies ist, selbst angesichts der angespannten Gesamtfinanzlage der Republik, umso unverständlicher, als es sich um verhältnismäßig geringe Beträge handeln würde.
Mehrere österreichische Förderinstitutionen und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen und Fachgebiete beteiligen sich daher an der vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds initiierten Petition „Wissenschaft ist Zukunft“, mit der dazu aufgefordert wird, wenigstens das unabdingbar erforderliche Minimum zur Aufrechterhaltung des Betriebs bereitzustellen.
Ein Bild vom Ernst der Lage vermittelt etwa dieser Zeitungsbericht, in dem vor wenigen Tagen die Spitzen des FWF die Lage ihrer Institution sehr deutlich beschrieben haben; oder dieser mit einer Stellungnahme der ehemaligen Präsidentin der Europäischen Forschungsrats, Helga Nowotny; oder dieser mit der Position des Österreichischen Forschungsrates. Erhellend ist aber auch schon ein Blick auf die Seite des FWF, wo etwa nachgelesen werden kann, weshalb zwei der hochrangigsten Förderkategorien bereits für dieses Jahr eingestellt werden mussten.
Zur Startseite der Petition mit der Möglichkeit zur Unterzeichnung geht es hier. Jede Stimme, die sich anschließt, sei es aus Österreich oder von anderswo, ist höchst willkommen.
- English version -
The future of publicly funded research in Austria is at stake in the negotiations currently ongoing between the Austrian Finance Ministry and the other departments of the government for the federal budget for the years 2016 to 2018. All major research institutions in Austria have been running on grossly insufficient budgets for years; the Austrian Science Fund, the country's largest agency for fundamental research, has used up its financial reserves and, without a substantial increase to its annual budget, will have to severely curtail its activities. The Austrian Academy of Sciences is in a similar situation. The universities are likewise seriously affected. A willingness to commit to even the most urgently necessary measures is not currently detectable on the part of the leaders of the Federal Government. Even taking into consideration the difficult overall budget situation of the Republic, this attitude is difficult to understand given that the sums involved are comparatively quite moderate.
Several Austrian research agencies and numerous scientists and researchers from all fields and disciplines are therefore taking part in the petition "Science equals Future", initiated by the Vienna Science and Technology Fund. This petition aims to persuade the decision-makers in Austria's government to finally give a serious commitment at least to the most essential level of funding required for the continued operation of the agencies.
The petition is available in English here. Any voice in support, whether from inside or outside Austria, from within the scientific community or from any part of society, is heartily welcome.
Some newspaper reports (in German) detailing the grim situation for research in Austria:
- the leaders of the Austrian Science Fund discuss the situation of their institution here
- the former president of the European Research Council, Helga Nowotny, speaks on the insufficient recognition of research in Austrian politics here
- the chairman of the Austrian Research Council, Hannes Androsch, articulates similar demands here
- information in the Austrian Science Fund's newsletter on the discontinuation of its two highest-ranking funding schemes for 2014 here
Thomas Stockinger - am Dienstag, 18. März 2014, 17:01 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Von Fritz O. Schuppisser, dessen Website auch sonst sehr reichhaltig ist:
http://www.fschuppisser.ch/kuk/publikationen1wk.html
http://www.fschuppisser.ch/kuk/publikationen1wk.html
KlausGraf - am Dienstag, 18. März 2014, 01:01 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 22:36 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Das Illegalitätsbewusstsein ist aber wenig ausgeprägt, sagt eine aktuelle Studie:
https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2014/02/DIVSI-U25-Studie.pdf
https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2014/02/DIVSI-U25-Studie.pdf
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Stefan Wiederkehr, "Ein leichter Einstieg in die Geschichtswissenschaft. Rezension zu: Doina Oehlmann (2012): Erfolgreich recherchieren – Geschichte (= Erfolgreich recherchieren). Berlin ; Boston MA : De Gruyter Saur. IX, 131 S., ISBN 978-3-11-027112-6 (brosch.), 978-3-11-027130-0 (E-Book), 19,95 €.". LIBREAS. Library Ideas, 24 (2014). http://libreas.eu/ausgabe24/09wiederkehr/
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 18:34 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2014/03/07/wie-zitiere-ich-korrekt-aus-social-media/
Etwas übertrieben vom Aufwand her und mit folgendem stimme ich überhaupt nicht überein:
"Wenn allerdings ein Kommentar nur mit Vornamen oder einem “Nickname” (Pseudonym) gekennzeichnet ist, wird es wieder aufwändig. Denn der Urheber eines Zitats sollte eindeutig zu erkennen sein."
Es ist die freie Entscheidung von jedem oder jeder, wie er im Internet auftreten will, ob mit einem Pseudonym oder unter Klarnamen. Das sollte bei solchen "Recherchen" immer bedacht werden.
Via
http://bibliothekarisch.de/blog/2014/03/17/gelesen-in-biblioblogs-11-kw-14-vertretung-lesewolke/
wo ergänzend auf
http://archiv.twoday.net/stories/16539613/
http://archiv.twoday.net/stories/706566279/
hingewiesen wird.
Etwas übertrieben vom Aufwand her und mit folgendem stimme ich überhaupt nicht überein:
"Wenn allerdings ein Kommentar nur mit Vornamen oder einem “Nickname” (Pseudonym) gekennzeichnet ist, wird es wieder aufwändig. Denn der Urheber eines Zitats sollte eindeutig zu erkennen sein."
Es ist die freie Entscheidung von jedem oder jeder, wie er im Internet auftreten will, ob mit einem Pseudonym oder unter Klarnamen. Das sollte bei solchen "Recherchen" immer bedacht werden.
Via
http://bibliothekarisch.de/blog/2014/03/17/gelesen-in-biblioblogs-11-kw-14-vertretung-lesewolke/
wo ergänzend auf
http://archiv.twoday.net/stories/16539613/
http://archiv.twoday.net/stories/706566279/
hingewiesen wird.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Link zum PDf-Flyer mit aktualisiertem Programm (Workshop): http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/56001/Flyer_Archivtag_klein.pdf
J. Kemper - am Montag, 17. März 2014, 18:08 - Rubrik: Veranstaltungen
http://www.lhr-law.de/magazin/von-privatpersonen-angefertigte-beweisfotos-koennen-gegen-das-recht-am-eigenen-bild-verstossen
http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/prozess-hundebesitzer-gegen-vogelschuetzer,16365188,26477926.html
Das AG Bonn verkennt, dass das Fotografieren, auch wenn es "systematisch und heimlich" geschieht, von der allgemeinen Handlungsfreiheit gedeckt ist. Grundsätzlich besteht das Recht am eigenen Bild nach dem KUG nur bei Veröffentlichungen. Sowohl Beweisfotos, die ein übereifriger Vogelschützer von Personen macht, die Ordnungswidrigkeit begehen oder zu begehen scheinen, als auch Fotos von Detektiven halte ich für zulässig, da der Fotograf sich auf ein berechtigtes Interesse berufen kann.
Es sind ja durchaus Fälle denkbar, bei denen man auf jeden Fall Beweisfotos aufgrund der Schwere des Verstoßes billigen würde. Es kann für die rechtliche Beurteilung nicht darauf ankommen, ob das Anzeigeverhalten dem gesunden Volksempfinden entspricht oder nicht. Solange die Bilder nicht an die Öffentlichkeit gelangen, ist ein solcher Eingriff aus meiner Sicht hinzunehmen.
Der Bundesgesetzgeber hat die Grenze des (strafrechtlich) Zulässigen in einer Strafvorschrift gefasst: § 201a StGB:
https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild#.28Blo.C3.9Fes.29_Erstellen_von_Bildern
http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/prozess-hundebesitzer-gegen-vogelschuetzer,16365188,26477926.html
Das AG Bonn verkennt, dass das Fotografieren, auch wenn es "systematisch und heimlich" geschieht, von der allgemeinen Handlungsfreiheit gedeckt ist. Grundsätzlich besteht das Recht am eigenen Bild nach dem KUG nur bei Veröffentlichungen. Sowohl Beweisfotos, die ein übereifriger Vogelschützer von Personen macht, die Ordnungswidrigkeit begehen oder zu begehen scheinen, als auch Fotos von Detektiven halte ich für zulässig, da der Fotograf sich auf ein berechtigtes Interesse berufen kann.
Es sind ja durchaus Fälle denkbar, bei denen man auf jeden Fall Beweisfotos aufgrund der Schwere des Verstoßes billigen würde. Es kann für die rechtliche Beurteilung nicht darauf ankommen, ob das Anzeigeverhalten dem gesunden Volksempfinden entspricht oder nicht. Solange die Bilder nicht an die Öffentlichkeit gelangen, ist ein solcher Eingriff aus meiner Sicht hinzunehmen.
Der Bundesgesetzgeber hat die Grenze des (strafrechtlich) Zulässigen in einer Strafvorschrift gefasst: § 201a StGB:
https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild#.28Blo.C3.9Fes.29_Erstellen_von_Bildern
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:42 - Rubrik: Archivrecht
http://cloud.irights.info/dropbox-will-gerichte-draussen-halten-mit-fraglichen-mitteln
Irights hat erhebliche Zweifel, dass die Verpflichtung der Dropbox-Kunden, statt eines Gerichtsverfahrens alle Ansprüche von einem kalifornischen Schiedsgericht klären zu lassen, in Deutschland wirksam ist.
Irights hat erhebliche Zweifel, dass die Verpflichtung der Dropbox-Kunden, statt eines Gerichtsverfahrens alle Ansprüche von einem kalifornischen Schiedsgericht klären zu lassen, in Deutschland wirksam ist.
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:34 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
"A new British Library collaboration called the Virtual Mappa project is well under way, using digital images of a selection of medieval world maps - mappaemundi - and some excellent new annotation software (more on that at a later date). High-resolution images of these maps will be available online for public use, with transcribed and translated text, notes, links to outside resources and other tools for understanding these marvellous mappaemundi". - See more at: http://britishlibrary.typepad.co.uk/magnificentmaps/2014/03/good-news-for-fans-of-medieval-maps.html#sthash.HyJ8BX1X.dpuf"

KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:30 - Rubrik: English Corner
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:24 - Rubrik: English Corner
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Neulich erhielt ich eine Mail über einen Internetfilter in einem Forschungsinstitut, der auch das Internet Archive und die Wikipedia betrifft, nämlich alles, was im weitesten Sinn eine Tauschbörse sein könnte. Ich verwies vor allem auf Art. 5 GG, der auch in Arbeitsverhältnissen via Drittwirkung der Grundrechte zu beachten ist.
Nun beschwert sich der Chaos Computer Club Zürich über einen sehr weitgehenden Pornofilter der Uni Zürich, der auch eindeutig nichtpornografische Seiten wie www.abogados.us erfasst:
http://heise.de/-2148369
https://www.ccczh.ch/UZH-Sperrliste
Nun beschwert sich der Chaos Computer Club Zürich über einen sehr weitgehenden Pornofilter der Uni Zürich, der auch eindeutig nichtpornografische Seiten wie www.abogados.us erfasst:
http://heise.de/-2148369
https://www.ccczh.ch/UZH-Sperrliste
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:16 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
"Das Deutsche Archäologische Institut veröffentlicht ab sofort seine Grabungs- und Forschungsergebnisse in einem neuen digitalen Format, den DAI e-Forschungsberichten!
Um immer aktuell zu sein, erscheinen die e-Forschungsberichte das gesamte Jahr über in einzelnen Faszikeln zeitnah zu den jeweiligen Forschungskampagnen. Sie sind open access zugänglich und erlauben es so einem breiten Leserkreis, die Forschungen des DAI zu verfolgen."
http://idw-online.de/pages/de/news577662
http://www.dainst.org/sites/default/files/media/press/e-forschungen/e-Forschungen2014_1.pdf

Um immer aktuell zu sein, erscheinen die e-Forschungsberichte das gesamte Jahr über in einzelnen Faszikeln zeitnah zu den jeweiligen Forschungskampagnen. Sie sind open access zugänglich und erlauben es so einem breiten Leserkreis, die Forschungen des DAI zu verfolgen."
http://idw-online.de/pages/de/news577662
http://www.dainst.org/sites/default/files/media/press/e-forschungen/e-Forschungen2014_1.pdf
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:10 - Rubrik: Open Access
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Der Bundesrechnungshof unterliegt nicht mehr dem Informationsfreiheitsgesetz:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/ifg-transparenz-bundesrechnungshof/komplettansicht
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-03/ifg-transparenz-bundesrechnungshof/komplettansicht
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:08 - Rubrik: Informationsfreiheit und Transparenz
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 17:05 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Gibt es eine objektive und wissenschaftliche Methode zur Messung von Schmutz auf Archivgut bzw. zur Messung des Reinigungseffektes, wenn das Archivgut gereinigt worden ist?
HKBeratung - am Montag, 17. März 2014, 11:35 - Rubrik: Bestandserhaltung
http://redaktionsblog.hypotheses.org/2183
In einem ausführlichen Beitrag bin ich auf die Getty-Bilderfreigabe eingegangen und habe Getty gegen wie mir scheint häufig ungerechte Kritik in Schutz genommen.
"Niemand ist gezwungen, das aus meiner Sicht durchaus großzügige Angebot von Getty Images anzunehmen, und jeder, der es tut, kann die Bilder jederzeit wieder rauswerfen. Es gilt, die weitere Entwicklung und das weitere Verhalten von Getty zu beobachten. Wer sich an Gettys Regeln hält, sollte aber bis auf weiteres keine bösen Überraschungen erleben."
In einem ausführlichen Beitrag bin ich auf die Getty-Bilderfreigabe eingegangen und habe Getty gegen wie mir scheint häufig ungerechte Kritik in Schutz genommen.
"Niemand ist gezwungen, das aus meiner Sicht durchaus großzügige Angebot von Getty Images anzunehmen, und jeder, der es tut, kann die Bilder jederzeit wieder rauswerfen. Es gilt, die weitere Entwicklung und das weitere Verhalten von Getty zu beobachten. Wer sich an Gettys Regeln hält, sollte aber bis auf weiteres keine bösen Überraschungen erleben."
KlausGraf - am Montag, 17. März 2014, 02:51 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Aus der SAUERLAND-Liste mit freundlicher Genehmigung.
Liebe Listenmitglieder,
nach langem Zögern habe ich mich mit dem Thema "DNA-Genealogie" beschäftigt und dazu eine DNA-Probe von mir untersuchen lassen. Zunächst skeptisch, bin ich jetzt von den Ergebnissen und vor allem den Möglichkeiten in der Zukunft hellauf begeistert.
Da ich weiß, dass sich verschiedene Listenmitglieder grundsätzlich für das Thema interessieren, möchte ich hier kurz darüber berichten.
WAS IST DNA-GENEALOGIE?
Mit DNA-Genealogie ist die Verbindung von Genealogie / Familiengeschichtsforschung mit der Analyse des Erbguts (der DNA) gemeint. Dazu wird eine Speichelprobe bzw. Probe von Zellen aus der Mundschleimhaut analysiert, um bestimmte Teile des genetischen Codes zu entschlüsseln.
Mit diesem Teilbereich der Genealogie beschäftigt sich die International Society of Genetic Genealogy: http://isogg.org/
WELCHE ANBIETER GIBT ES?
Einen Überblick über die verschiedenen Anbieter gibt folgende Seite:
http://www.isogg.org/wiki/List_of_DNA_testing_companies
Meine Erfahrungen beziehen sich auf FTDNA (www.ftdna.com) und
und National Geographic (http://www.nationalgeographic.com/genographic/).
WIE WIRD UNTERSUCHT?
Man bestellt bei einem der Anbieter ein Test-Kit (kostenpflichtig). Dieses Test-Kit enthält eine Art Wattestäbchen sowie Röhrchen mit einer Konservierflüssigkeit. Man muss das Wattestäbchen etwa eine halbe Minute über die Innenseite der Backen streichen, damit auf diese Weise Zellen der Mundschleimhaut abgerieben werden und am Wattestäbchen hängenbleiben. Anschließend kommt das Stäbchen in das Röhrchen mit dem Konserviermittel - denn die Probe soll ja nicht vergammeln und von Bakterien zerfressen werden. Das Röhrchen mit der Probe schickt man dann an den Anbieter zurück.
Mein Test-Kit war von National Geographic und kam per Post aus England. Eingesendet habe ich die Probe dann in die USA.
WAS KANN UNTERSUCHT WERDEN?
Das Erbgut des Menschen ist in jeder Zelle in 46 Chromosomen gespeichert, die jeder zur Hälfte vom Vater und zur Hälfte von der Mutter erbt.
44 dieser Chromosomen werden "Autosomen" genannt"; die restlichen beiden sind die Geschlechtschromosomen X und Y (Männer: XY, Frauen: XX). Wichtig ist hier: Das Chromosom Y wird nur vom Vater an den Sohn vererbt.
Zusätzlich gibt es ein besonderes Erbgut in den Mitochondrien (den "Kraftwerken" in den Körperzellen). Dieses Erbgut wird nur von der Mutter an alle ihre Kinder vererbt.
Für genetische und genealogische Fragestellungen können drei Bereiche untersucht werden:
1. Das Erbgut im Y-Chromosom (yDNA)
2. Das Erbgut in den Mitochondrien (mtDNA)
3. Das Erbgut in den 44 Autosomen und im X-Chromosom
Die verschiedenen UNtersuchen beziehen sich auf unterschiedliche Fragestellungen und lassen unterschiedliche Ergebnisse zu.
Dabei wird jeweils aus Kostengründen nicht das ganze Erbmaterial untersucht, sondern die Untersuchung beschränkt sich auf diese Abschnitte oder Stellen, wo häufiger Variationen auftreten. Dabei werden von den Anbietern wie NAtional Geographic und FTDNA auch keine Aussagen über medizinische Sachverhalte getroffen und überwiegend diese Bereiche untersucht, die auch keine Aussage darüber zulassen.
DAS ERBGUT im Y-CHROMOSOM
Eine Untersuchung des Y-Chromosoms ist für zwei Fragestellungen interessant:
a) Da das Y-Chromosom vom Vater auf den Sohn weitergegeben wird (und in der Regel unverändert), stimmen also Verwandte in direkter männlicher Linie in ihrem Y-Chromosom überein. Daher lassen sich mit dem Y-Chromosom Männer identifizieren, die zur gleichen Familie gehören.
DAs ist genealogisch interessant, wenn man aufgrund des gleichen Namens eine Verwandtschaft annimmt, aber nicht beweisen kann (etwa: Sind alle Namensträger KNIPSCHILD miteinander verwandt?). Bei gleichem Y-Chromosom muss auch eine Verwandtschaft bestehen. In gleicher Weise kann mit anhand des Y-Chromosoms auch eine Verwandtschaft bei unterschiedlichen Familiennamen nachweisen, etwa bei Namenswechseln durch Übernahme von Hofnamen.
Interessant sind diese Verwandtschaftsnachweise auch, wenn etwa bei Auswanderern in die USA der Herkunftsort unklar ist, weil die entsprechenden Quellen fehlen. Hier kann durch Übereinstimmung im Y-Chromosom der Herkunftsnachweis erbracht werden.
b) Hin und wieder treten auch im Y-Chromosom Veränderungen (Mutationen) auf. Diese Veränderungen sind interessant, weil sie Aussagen zulassen über die Verbreitung der Menschen in den letzten mehreren zehntausend Jahren. So habe ich aus bestimmten Veränderungen an meinem Y-Chromosom gelernt, dass meine direkten männlichen Vorfahren schon mindestens seit der letzten Eiszeit in Europa lebten, und zwar wohl in Norddeutschland, den Niederlanden, Belgien oder Nordfrankreich. Meine Vorfahren waren also lange Zeit nomadische Jäger und Sammler.
Bestimmte andere Veränderungen scheinen in die germanische Zeit zu datieren zu sein. Hier habe ich genetische "Verwandte" vor allem in Nordwestdeutschland sowie in Südengland. Diese Veränderungen scheinen also passiert zu sein, bevor die Sachsen in der Spätantike nach England gezogen sind.
DAS ERBGUT IN DEN MITOCHONDRIEN
Das Erbgut in den Mitochondrien lässt ähnliche Aussagen zu wie das Y-Chromosom, nur diesmam bezogen auf die rein weibliche LInie. Man kann also die Verwandtschaft mit Personen verstellen, mit denen man über rein weibliche Linien verbunden ist, und es sind Aussagen möglich über die rein mütterliche Abstammung.
Meine mütterlichen Vorfahren gehören demnach zu den ersten Ackerbauern, die vielleicht im 7. Jahrtausend vor Christus aus Anatolien über Griechenland und Bulgarien nach Europa gekommen sind. Relativ "nahe" Verwandte (Verwandtschaft irgendwo in den letzten paar hundert Jahren) habe ich so in POlen und der Ukraine gefunden - was nicht so ganz überraschend ist, wo meine Großmutter aus Schlesien stammt.
DAS ERBGUT IN DEN "NORMALEN" CHROMOSOMEN
Dieses Erbgut ist vielleicht für uns Genealogen am Interessantesten. Die Chromosomen mit dem "normalen" Erbgut werden bei der Vererbung paarweise neu gemischt und stückchenweise neu zusammengesetzt (der Biologe nennt dies: Crossing over). Deswegen trägt man nicht genau das Chromosom 18 eines Altvorderen unverändert in sich, sondern in einem Chromosom sind Stücke des Erbgutes verschiedener Vorfahren enthalten.
Gerade dies macht dieses Erbgut aber so spannend: Stückchen des Erbgutes verschiedener Vorfahren finden sich im Erbgut verschiedener heutiger MEnschen. Das kann man sich gut bei Geschwistern vorstellen: Meine Geschwister haben genauso wie ich Teile des Erbgutes meiner Eltern und meiner Großeltern. Sie haben aber nur teilweise dasselbe Erbgut wie ich, weil Eltern jeweils genau die Hälfte des Erbgutes weitergeben. Nur eineiige Zwillinge haben exakt dieselben Teile des Erbgutes von ihren Eltern erhalten.
Mit meinen Geschwistern teile ich also ungefähr die Hälfte meines Erbgutes, mit meinen Vettern schon einen geringen Teil, und je weiter entfernt die Verwandtschaft ist, desto geringer sind auch die Übereinstimmungen im Erbgut. Der Zufall kann es dabei wollen, dass die Übereinstimmungen überraschend groß sind - oder aber es auch gar keine Übereinstimmungen gibt.
Die heutigen Analysemöglichkeiten und die Computerkapazitäten ermöglichen es nun, in kurzer Zeit große Mengen von Erbgut miteinander zu vergleichen.
So habe ich von FTDNA fast 100 Personen genannt bekommen, mit denen ich verschiedene kleine "Schnipsel" meines Erbmaterials teile - die also irgendwo dasselbe Erbgut haben wie ich. Wenn man mit einem anderen gemeinsames Erbgut hat, dann muss man einen gemeinsamen Vorfahren haben.
In einem Fall konnte ich die Verwandtschaft klären: Eine Amerikanerin und ich haben einen Abschnitt des Erbgutes gemeinsamen und haben einen gemeinsamen Vorfahren im 17. Jh. Das bedeutet, dass das gemeinsame Erbgut von diesem gemeinsamen Vorfahren stammt.
Diese Information ist natürlich zum einen interessant - aber zum anderen auch für die Genealogie außerordentlich nützlich: Denn damit ist bewiesen, dass diese eine LInie meiner Vorfahren bis zu dem gemeinsamen Vorfahren von mir richtig erforscht worden ist. Hätte ich irgendwo einen Fehler gemacht oder wäre irgendeiner der Vorfahren seiner Frau untreu gewesen, dann hätte es keine genetische Übereinstimmung gegeben.
Gerade aus diesem Grund würde ich mir wünschen, wenn möglichst viele Forscher solche Gentests machen würden, damit in größerer Zahl die Herkunft von Erbgut und zugleich die Richtigkeit unserer Ergebnisse nachgewiesen werden kann. [...]
NATIONAL GEOGRAPHIC (Geno 2.0)
Das Projekt "Genographic" bzw. "Geno 2.0" von National Geographic (http://www.nationalgeographic.com) verfolgt ein wissenschaftliches, kein genealogisches Ziel: Auf der Grundlage einer möglichst großen Zahl von genetischen Proben soll die Menschheitsgeschichte der letzten 100.000 Jahre untersucht werden, v.a. die Verbreitung des modernen Menschen auf der Erde und die Entstehung der verschiedenen genetischen Varianten.
In den letzten Monaten hat National Geographic u.a. die Ergebnisse zu Untersuchungen der DNA von jungsteinzeitlichen Skeletten aus Sachsen-Anhalt untersucht (veröffentlicht im November 2013 in Science), die Aufschluss geben über Wanderungsbewegungen in den letzten paar tausend Jahren, und Untersuchungen zur DNA der Neandertaler. Daher weiß man jetzt, dass die jungsteinzeitlichen Jäger helle Haut, aber dunkle Augen hatten, während die ersten Ackerbauern wohl blaue Augen hatten. Auch weiß man jetzt, dass mit Ausnahme der Afrikaner die meisten Menschen auch Gene der Neandertaler in sich tragen (vgl. dazu die Forschungen des Max-Planck-Instituts in Leipzig).
Aktuell haben knapp 700.000 Menschen eine Probe für das Projekt "Geno 2.0" eingereicht. Ich gehöre dazu und habe im vorigen Herbst ein Testkit bestellt. Die Kosten für den Test liegen normalerweise bei 199 $; ich habe ein Sonderangebot für 140 $ (etwas über 100 €) genutzt (das immer wieder mal angeboten wird, zuletzt über Weihnachten).
Innerhalb weniger Tage habe ich das Testkit als Großbritannien zugeschickt bekommen; darin sterile Wattestäbchen und Transportröhrchen sowie eine bunte Information über das Geno 2.0-Projekt - ich würde das Heft charakterisieren als Werbungs- und Informationsbroschüre auf höherem Niveau, aber keine wissenschaftliche Information (aber ganz nett). Die Probe habe ich per Post in die USA geschickt und musste dann etwa acht Wochen auf meine Ergebnisse warten (wie vorher auch angekündigt). Etwas irritierend war, dass ich etwa sechs Wochen auf die Eingangsbestätigung warten musste (obwohl der Postweg wenige Tage dauert); nach der Eingangsbestätigung ging dann aber alles recht flott.
Als Ergebnis habe ich - nur online - erhalten:
- Die Bestimmung meines Y-Typs (Haplogruppe) auf der Grundlage der Bestimmung von rund 12.000 Markerns (SNP genannt) mit einer (englischen) Erläuterung der Geschichte dieses Typs (nicht so wahnsinnig detailliert).
- Die Bestimmung meines Mitochondrien-DNA-Typs auf der Grundlage der Bestimmung von rund 50 MArkern mit einer (englischen) Erläuterung der Geschichte dieses Typs (nicht so wahnsinnig detailliert).
- Die Bestimmung meines Anteils an Neanderthaler-Erbgut (2,5 %) und meines Anteils an Denisovian-Erbgut (Denisovian ist eine andere, bislang kaum bekannte Frühmenschen-Art).
- Eine Charakterisierung, welchen Völkern mein Erbgut am meisten entspricht (Nordwesteuropa, keine Überraschung; aber auch ein signifikanter Anteil nahöstlich).
- Schließlich zum Download: 3 CSV-Dateien (= mit Excel lesbar) mit den genauen Analyseergebnissen: etwa 12.000 Marker (SNP) der der Y-DNA; 52 Marker der mtDNA, etwa 13.000 Marker (SNP) der autosomalen DNA insgesamt. Das sieht dann so aus:
rs996488, 8, T,G
Dabei bezeichnet 8 das Chromosom, rs996488 die genaue Stelle auf dem Chromosom, T,G meinen individuelle genetische Ausstattung
Was die Datensicherheit angeht: Bei der BEstellung wird die Nummer des Testkits verbunden mit der bei der Bestellung benutzten E-Mail-Adresse. Mit der Nummer des Testkits und einem selbst gewählten Passwort kann man sich bei Geno 2.0 einloggen, um später die Ergebnisse zu sehen (über deren Eintreffen man per E-Mail informiert wird).
Dabei hat National Geographic natürlich keinerlei Kontrolle, wer mit dem unter meiner Adresse bestellten Testkit getestet wird bzw. wessen Genmaterial eingeschickt wird: Meins, das meines Nachbarn oder meines Opas. Man wird darum gebeten, Auskunft zu geben über die geographische Herkunft dessen, von dem die Probe stammt, sowie über die Herkunft der direkten väterlichen und mütterlichen LInien (weil das für die wissenschaftliche Auswertung relevant ist). Man MUSS diese Angaben nicht machen. Dasselbe gilt für den Namen. Selbstredend kann NAtional Geographic nicht überprüfen, inwieweit die Angabe des Namens korrekt ist. Man kann, wenn man will, unter seinem Namen (bzw. seiner Mail-Adresse) also eine Probe eines anderen einreichen, wenn man Sorge hat, man sei identifizierbar - oder seine Probe unter einer sonst nicht genutzten Mail-Adresse. Da insofern die Zuordnung der Probe zu einer konkreten Person auf Behauptung beruht, halten sich hier die Missbrauchsmöglichkeiten in Grenzen.
Für die Wissenschaftliche Auswertung der Probe muss man seine Zustimmung erklären (was ich gemacht habe).
FAZIT: National Geographic ist m.E. vor allem an einer breiten Materialbasis für die wissenschaftliche Auswertung interessiert. Die bunten Informationen, die der Getestete erhält, sind nicht so wahnsinnig detailliert, zumindest nicht, wenn man sich genauer für die Vor- und Frühgeschichte interessiert. Wer sich wiederum nicht für die Jungsteinzeit und die Neandertaler interessiert, wird vermutlich eher enttäuscht sein. Ich war es nicht, da ich mich vorher informiert hatte; wer Zugang hat zu wissenschaftlicher oder seriöser populärwissenschaftlicher Literatur und sich ins Thema einliest, der kann mit den Ergebnissen (Haplogruppen etc.) schon etwas anfangen, vor allem mit den Rohdaten.
MEIN TIPP: Geno 2.0 nur für diejenigen, die sich für die Vor- und Frühgeschichte interessieren und / oder auch die Forschung unterstützen wollen. Für alle anderen ist es im Verhältnis zu teuer. Denen sei FTDNA empfohlen.
FTDNA
Nach dem Test bei National Geographic habe ich mein Test-Kit zu FTDNA übertragen. Das geht mit wenigen Mausklicks - weil National Geographic für seine Analysen die Labore von FTDNA nutzt. Binnen Sekunden konnte ich meine von National Geographich erhobenen Daten in meinem neu angelegten FTDNA-Account aufrufen, und zwar mit allen Details und allen 12.000 getesteten Markern.
FTDNA ( https://www.familytreedna.com/ ) ist meines Wissens so etwas wie der Marktführer. Nach eigener Aussage hat FTDNA derzeit 672.703 Analysedaten vorliegen ("the largest ancestry DNA database in the world").
Der Ablauf ist grundsätzlich ähnlich wie bei National Geographic: Man bestellt die gewünschte Analyse, erhält das Testkit und schickt es per Post zu FTDNA zurück. In meinem Falle ging es schneller, da meine Probe schon vorlag; der Postweg und die zeitaufwendige Isolierung meiner DNA entfiel, so dass meine Probe direkt wieder in die Warteschlange vor dem LAbor eingereiht wurde.
Bei FTDNA kann man unterschiedliche Analysen bestellen:
Y-DNA-Analyse in unterschiedlicher GEnauigkeit: 169 - 359 US-Dollar
mtDNA teilweise 59 $, komplett 199 $
"Family Finder" = Analyse der "normalen" DNA für 99 $ [= ca. 75 €]
Außerdem gibt es mehrere, dann günstigere Kombi-Angebote, auch saisonal besondere Angebote.
Was man analysieren lässt, hängt vom Ziel, Interesse und Geld ab. Mein Rat für diejenigen, die sich primär genealogisch interessieren, zunächst den "Family-Finder"-Test für 99 $ (also rund 75-80 €) zu machen. Nur Männer könnten überlegen, ggf. auch einen Y-DNA-Test zu bestellen, wenn sie entweder ihre Haplogruppe wissen wollen oder aber namenbezogene Interessen haben (Gehören alle Knipschild zu einer Familie?).
Meine von National Geographic vorliegenden Ergebnisse hat FTDNA berücksichtigt, so dass ich gewissermaßen "Upgrades" bestellen konnte.
Ich habe sowohl den "Family Finder"-Test gemacht als auch genauere Analysen der Y- und der mt-DNA. In meinem Account wurde für jede Einzeluntersuchung ein Datum prognostiziert; in den meisten Fällen lag das Ergebnis etwa 10 Tage VOR dem angegebenen DAtum vor.
Die Ergebnisse sind nur online im individuellen Account einzusehen; es bestehen aber diverse Download-Möglichkeiten; insbesondere ist es für die individuelle Weiterverarbeitung der Daten möglich, auch hier alle Analyseergebnisse in CSV-Dateien herunterzuladen. Das ist sinnvoll, wenn man weitere Analyseprogramme (online oder offline) nutzen woll.
Zum Umfang der Ergebnisse:
Beim "Family-Finder"-Test werden rund 70.000 einzelne Positionen des Genoms der Chromosomen 1 bis 22 getestet, außerdem knapp 18.000 Positionen des Y-Chromosoms (und das für 99 Dollar!); für jede einzelne Position habe ich Chromosom, genaue Stelle und den individuellen Wert vorliegen.
Auf dem Y-Chromosom habe ich 111 Marker bestimmt bekommen (sogenannte STR), anhand derer die "Großgruppe" in diverse Untergruppen unterteilt wird. Es ist gerade ein ganz heißes Thema, den Stammbaum des menschlichen Y-Chromosoms in allen seinen Verästelungen zu untersuchen; m.E. spiegeln sich in bestimmten Verbreitungsmustern klar erkennbare historische Entwicklungen wieder (dazu später).
In der mt-DNA habe ich zwei wesentliche BEreiche (die HVR1 und HVR2) komplett analysiert bekommen; dazu habe ich eine genaue Aufstellung (online), an welchen Stellen mein Genom vom Cambridge-Referenz-Genom abweicht.
Dies zu den Ergebnissen. Ich habe noch nichts gesagt zur Auswertung dieser Datenflut; dazu werde ich morgen oder übermorgen weiter berichten.
Zur Richtigkeit der Ergebnisse: Verschiedene Nutzer haben unabhängige Tests sowohl bei FTDNA als auch einem anderen Anbieter durchführen lassen (meist: 23andme). Die Ergebnisse stimmen, soweit ich in Erfahrung gebracht habe, überein, so dass man von einer sehr guten Datenqualität ausgehen darf.
Zur Datensicherheit gilt dasselbe wie bei National Geographic: FTDNA kann nicht überprüfen, ob die zu einer Probe angegeben Namen zutreffen; jeder wäre frei, unter seinem Namen / seiner Mail-Adresse auch Proben anderer einzureichen. Verschiedene Nutzer haben in ihrem Account mehrere Testkits (von Ehepartnern, Eltern, Geschwister; teils auch von mittlerweile Verstorbenen).
Medizinische Daten: FTDNA wertet die Proben nciht medizinisch aus und hat nach eigener Aussage keine DNA-Positionen in die Untersuchung einbezogen, die nach jetzigem Kenntnisstand heikel sind. Diese Aussage bezieht sich selbstverständlich nur auf den gegenwärtigen Wissensstand. FTDNA versichert, die ihnen anvertrauten Daten nicht weiterzugeben - und da das Unternehmen natürlich auf das Vertrauen der Nutzer angewiesen ist, gehe ich auch davon aus, dass es sich daran halten wird. Bei den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des eigenen Accounts wird man immer darauf hingewiesen, wenn man einen Teil der Daten freigibt. Beispielsweise wurde ich gefragt, ob ich einverstanden sei, dass meine mt-DNA im Rahmen eines universitären Forschungsprojektes in anonymisierter Form ausgewertet wird. Hier ist man frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.
Die Informationspolitik von FTDNA bewertet ich als gelungen.
Schon jetzt aber mein FAZIT: Die Untersuchungen bei FTDNA liefern eine Fülle von Ergebnissen (auch genealogisch relevante), sind unglaublich umfangreich (Family Finder, wie berichtet: 70.000 + 18.000 einzelne POsitionen für 99 Dollar) und auf jeden Fall empfehlenswert: Sowohl für genealogisch Interessierte, aber auch für alle, die sich für den Menschen, die Biologie oder aber die eigene genetische Ausstattung oder Zusammensetzung interessieren.
(Die Kürzung betrifft nur Anfangs- und Schlussbemerkungen des zweiteiligen Beitrags.)
Update: Was ich leider nicht wusste war, dass noch zwei weitere Folgen kommen sollten.
ERGEBNISSE IM "FAMILY FINDER" von FTDNA (AUTOSOMALE DNA)
Wie schon gestern erklärt, wird beim "Family Finder"-Test von FTDNA die "normale" autosomale DNA sowie das X-Chromosom untersucht. Jeder Mensch erbt die autosomale DNA zu gleichen Teilen von Vater und Mutter. Dabei kommt es bei der Bildung der Eizelle bzw. der Spermien in der Regel zu einem sogenannten "Crossing over": Die beiden sich entsprechenden Chromosomen (sagen wir: die beiden Chromosomen 2, von denen eins vom eigenen Vater und das andere von der eigene Mutter stammt) lagern sich nebeneinander und tauschen durch einen komplizierten biochemischen Prozess eines oder mehrere Stücke aus. Im Ergebnis wird also das Chromosom 2 nicht unverändert vom Großelternteil auf das Elternteil auf das Kind weitergegeben; vielmehr erhält das Kind ein Chromosom 2, das Teile dieses Chromosoms vom Großvater und von der Großmutter enthält.
Dieser Prozess wiederholt sich fast bei jeder Weitergabe von Erbgut; das bedeutet, dass die Chromosom wie ein Mosaik zusammengesetzt aus kleinen Abschnitten dieses Chromosoms verschiedener Vorfahren. Auf diese Weise kann es - rein zufällig - geschehen, dass der eine Vorfahre im Erbgut stärker vertreten ist, ein anderer vielleicht gar nicht. Auf jeden Fall "verdünnt" sich das Erbgut eines Vorfahren von Generation von Generation. Zugleich ist diese dauernde Mischung der Grund dafür, dass wir Menschen so außerordentlich unterschiedlich sind.
Beim "Family Finder"-Test werden nun rund 70.000 aussagekräftige Punkte des Erbguts bestimmt (sogenannte SNP). Anschließend wird die auf diese Weise analysierte DNA verglichen mit den 700.000 DNA-Proben in der Datenbank von FTDNA, ob dort teilweise Übereinstimmungen gefunden werden und wie lang der Abschnitt ist, der übereinstimmt.
Es nicht mehr zufällig gilt eine Übereinstimmung im Erbgut zweier Personen, wenn ein Abschnitt der Länge von mindestens 5 cM (Centi-Morgan) oder aber 500 Testpunkte (SNP) in Folge exakt übereinstimmen (zur Orientierung: Chromosom 1 ist etwa 250 cM lang). Je näher zwei Personen verwandt sind, desto länger sind die Abschnitte, die übereinstimmen (bei Eltern - Kind: über 100 cM oder mehr; bei Geschwistern mehrere Dutzend cM oder mehr); je entfernter zwei Personen verwandt sind, desto häufiger haben Crossing over stattgefunden (= ist das Chromosom zerschnitten und neu kombiniert worden) und desto kleiner sind die Abschnitte, die noch ungeteilt vorhanden sind.
Nach Abschluss der Analyse kann man nun bei FTDNA in seinem persönlichen Account einsehen, mit welchen anderen FTDNA-Nutzern man Erbgut gemeinsam hat, wie lang die gemeinsamen Abschnitte sind, auf welchem Chromosom sich diese befinden und wo dort. In meinem Fall wurden Übereinstimmungen mit rund 100 Personen festgestellt. Wenn jemand eine GEDCOM-Datei hinterlegt hat, ist es möglich, diese direkt einzusehen und zu vergleichen, ob es einen Hinweis auf gemeinsame Vorfahren gibt. Auf jeden Fall kann man über die hinterlegte E-Mail-Adresse mit dem "Treffer" Kontakt aufnehmen.
In einem "Chromosom-Browser" kann man sich anzeigen lassen, wie sich die Übereinstimmungen verteilen. Besonders interessant ist es, wenn sich mehrere Personen den gleichen Abschnitt der DNA teilen. In meinem Fall gibt es einen Abschnitt auf Chromosom 22, den 25 weitere PErsonen haben. In anderen Fällen teile ich Erbgut nur mit einer einzigen anderen Person.
Nach und nach habe ich meine "Matches" angeschrieben und Informationen über unsere Vorfahren ausgetauscht. In einem Falle war die Verwandtschaft rasch gefunden: Eine Amerikanerin mit Vorfahren aus dem Saarland, die ihre Ahnen auch ähnlich gut erforscht hat wie ich, oft bis ins 17. Jahrhundert: In der Ahnenliste habe ich direkt einen Vorfahren der Amerikanerin als Bruder einer Vorfahrin von mir identifiziert. Da praktischerweise beide Kinder aus zwei verschiedenen Ehen stammen, war daraus zu schließen, dass der gemeinsame Abschnitt des Erbguts von Hans Velten Kläs, Meier im Köllertal, geboren um 1605/10 stammen muss (weil dies die einzige Verbindung unserer Vorfahren ist). - Hier war der DNA-Test für meine entfernte amerikanische Verwandte sehr praktisch: Sie war nämlich bei ihrer Forschung nur bis zu dem Bruder meiner Vorfahrin gekommen, aber nicht weiter - so hat der DNA-Test dazu geführt, dass ich ihre Forschungslücke schließen konnte (für die Saarland-Kenner: über die Rittenhofen kommt sie nun zu den Wolf von Sponheim und dann entsprechend weit zurück).
Solche dokumentierten Nachweise sind insofern sehr spannend, weil sich auf diese Weise naturwissenschaftlich die Richtigkeit der genealogischen Ergebnisse für den betreffenden Ahnenzweig erweisen lässt.
In einem zweiten Fall mit einer großen Übereinstimmung im Erbgut hat sich rasch geklärt, dass die Vorfahren dieses Amerikaners aus der Kölner Gegend stammen, wo auch väterliche Vorfahren von mir zuhause waren. Es gibt eine begründete Vermutung, wo unsere Verwandtschaft liegt, die sich aber erst mit einem Besuch in Brühl klären lassen wird (oder wenn das Stadtarchiv Kerpen sehr hilfreich ist).
Mehrere "Treffer" sind für mich sehr überraschend: Es gibt zwei oder drei Übereinstimmungen mit Personen mit jüdischen Vorfahren in Osteuropa, ohne dass ich bislang von jüdischen Vorfahren weiß. Da muss es bei meinen (durch kriegsbedingte Verluste nur teilweise erforschbaren) schlesischen Vorfahren entweder einen jüdischen Zweig geben - oder irgendwer meiner nicht-jüdischen Vorfahren müsste unter den Vorfahren dieser jüdischen Familien auftauchen. Das wird sich kaum klären lassen, ist aber - finde ich - außerordentlich interessant.
Erstaunt bin ich auch, dass es mehrere "Treffer" in Ostpolen und in der Slowakei gibt. Die Verbindung dürfte auch hier über meine schlesische Großmutter zustande kommen; auf jeden Fall zeigt dies, dass es in den letzten paar hundert Jahren Verbindungen zwischen den deutschen Schlesiern und den benachbarten Polen und Slowaken gab.
Einen weiteren Nutzen erhoffe ich mich für die Klärung der Herkunft meines Großvaters: Mein Großvater mütterlicherseits hat selbst behauptet, einen anderen Vater zu haben als den, der in der Geburtsurkunde steht. Allerdings gibt es auch begründete Zweifel an dieser Aussage - aber eine KLärung ist nicht möglich. Nun erhoffe ich mir über den DNA-Test Klarheit: Wenn es mir gelungen sollte, Verwandtschaft nachzuweisen zu anderen Personen, die über die dokumentierten Vorfahren meines Großvaters läuft, dann stimmt die Geburtsurkunde. Sollte ich aber zu den dokumentierten Vorfahren meines Großvaters nichts finden können, dann ist das ein starkes Indiz, dass mein Großvater recht hatte. Dann weiß ich zwar noch immer nicht, WER wirklich sein Großvater war, aber kann mich zumindest von den dokumentierten Vorfahren verabschieden.
Schwierigkeiten will ich nicht verhehlen: Ein Großteil der "Treffer" sind bislang Amerikaner, deren Familienforschung sich teilweise auf die amerikanischen Vorfahren beschränkt. Wiederholt habe ich zwar die Bestätigung erhalten, dass die Vorfahren teilweise aus Deutschland stammen, dass aber nicht bekannt sei, von wo. Bekanntlich ist es auch nicht immer einfach, die deutschen Herkunftsorte von Auswanderern zu bestimmen.
In anderen Fällen sind "Treffer" gefunden zu Personen, die kaum Ahnung von ihren Vorfahren haben (Adoption; keine genealogische Forschung und daher nur Kenntnis von den Großeltern ...) oder die gerade erst mit der Familiengeschichtsforschung begonnen haben.
Zu erwähnen ist vielleicht noch (auch weil das die Richtigkeit der Ergebnisse stützt), dass sich meine "Treffer" bislang nur verteilen auf die USA (Folge der Auswanderung), einzelne in Osteuropa und ansonsten in Deutschland und in Belgien - dort, woher auch meine Vorfahren sind. Frankreich, Spanien, Italien oder sonstige Weltgegenden sind nicht vertreten (wo ich keine Vorfahren habe) - das zeigt, dass die Übereinstimmungen nicht zufällig (sonst müsste es die ja auch dort geben), sondern schon auf Verwandtschaft beruhen.
Ich persönlich würde es begrüßen und sehr spannend finden, wenn sich mehr Europäer untersuchen ließen - etwa eine nennenswerte Zahl von Rheinländern oder Sauerländern. Je mehr Personen aus einer Region getestet werden, desto mehr Überschneidungen im Erbgut wird man finden und desto mehr Erbgutschnipsel lassen sich dann einzelnen Vorfahren zuweisen. [...]
DIE Y-DNA
Bei der Analyse des Y-Chromosoms werden zwei verschiedene Arten von punktuellen Besonderheiten untersucht (für Kenner: bis zu 111 STR und ggf. einige tausend SNP). Anhand dieser Werte lassen sich die individuellen Y-Chromosomen innerhalb des Stammbaums des Y-Chromosoms aller Menschen einordnen. Punktuelle Veränderungen sind mehr oder weniger genau datierbar und auch lokalisierbar. Hier ist in der wissenschaftlichen Forschung aktuell sehr viel in Bewegung (auch, weil FTDNA mit dem neuen Big-Y-Test hier deutlich verfeinerte Analyseverfahren einsetzt), so dass viele Aussagen unter Vorbehalt stehen. Gerade erst ist der Teil-Stammbaum des Y-Chromosoms I2a2a deutlich umgestaltet worden.
Das individuelle Y-Chromosom lässt Aussagen über die "große" Geschichte der direkten Vorfahren in männlicher Linie - und zwar gemessen in Jahrtausenden, also in ganz anderen Zeiträumen als sie der normale Arbeitsbereich der Genealogie sind.
Gleichzeitig erlaubt die systematische Untersuchung der Entwicklung und Verbreitung der verschiedenen Y-Chromosomen Aussagen über historische Bevölkerungsentwicklungen und Wanderungsbewegungen.
Für die Genealogie im engeren Sinne ist das Y-Chromosom interessant, um Verwandtschaft in der direkten männlichen Linie zu beweisen. Das könnte dann interessant sein, wenn etwa bei Trägern desselben Namens eine Verwandtschaft vermutet wird, aber mit Quellen nicht zu belegen ist.
Bei FTDNA erhält man als Ergebnis eine Auflistung der individuellen genetischen Marker sowie eine Zusammenstellung der Personen, mit denen man zumindest teilweise im Y-Chromosom übereinstimmt. Dabei gilt wieder: Je weniger Unterschiede, desto näher, je mehr Unterschiede, desto weiter verwandt. Die nachweisbare weitere Verwandtschaft kann dann durchaus hunderte oder tausende von Jahren zurückliegen - aber einen verbindet die direkte männliche Linie.
Als Beispiel habe ich die Herkunftsorte meiner "Y-Verwandten" kartiert, sofern der Geburtsort der Vorfahren vor 1750 bekannt ist:
https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zKBOjRfCqp1Q.k06YGc635_G0
Das Verbreitungsmuster Westdeutschland, Benelux und Südengland legt m.E. nahe, einen Zusammenhang mit den "Germanen" anzunehmen.
Darüber hinaus bietet FTDNA diverse "Projekte" zu einzelnen Familiennamen oder zu Orten / Regionen: Ein Projekt dient der näheren Erforschung eines möglichen Zusammenhangs innerhalb eines Namens oder einer Gegend. So gibt es etwa für meinen Namen das Projekt "Kemper", in dem man das Y-Chromosom aller angemeldeten Kempers im Vergleich aufrufen kann - meine Kemper-Linie steht dabei bislang völlig isoliert da. Ähnlich gibt es regionale Gruppen, etwa Y-Deutschland: Hier lassen sich die Y-Chromosome derer vergleichen, die aus Deutschland stammen. Ich würde mich hier vorstellen, gelegentlich ein Projekt "Sauerland-DNA" einzurichten, gerade auch deswegen, weil im vorigen Jahr eine interessante Studie zu Genuntersuchungen an jungsteinzeitlichen Skeletten aus dem Sauerland veröffentlicht worden ist. Da wäre es interessant zu schauen, inwieweit sich die besondere Genmischung der jungsteinzeitlichen Sauerländer noch heute findet (oder auch nicht).
Die Idee dahinter ist, dass bei gleichem Namen oder gleicher Herkunft mit größerer Wahrscheinlichkeit Ähnlichkeiten bestehen.
Der ERTRAG ist hier sicher insgesamt größer, wenn man sich für die großen Zusammenhänge und lange Zeiträume interessiert; genealogisch ist das Y-Chromosom interessant, wenn man mehrere Familienzweige zusammenführen möchte.
DIE mt-DNA
Hier gilt im Wesentlichen dasselbe wie für das Y-Chromosom: Aussagen betreffen v.a. große Zeiträume. FTDNA weist diejenigen aus, die eine mehr oder weniger ähnliche DNA haben wir man selbst; in "Projekten" sind Vergleiche etc. möglich.
WEITERE AUSWERTUNGSMÖGLICHKEITEN (anbieterunabhängig)
FTDNA erlaubt es, alle relevanten Daten als Rohdaten in kompatiblen Formaten herunterzuladen. Das gilt sowohl für die Analyseergebnisse im Detail als auch für die Liste der "Treffer", die mit genauer Angabe, auf welchem Chromosom welche Übereinstimmungen bestehen, bereitgestellt werden.
Diese Rohdaten können dann für weitere Auswertungen genutzt werden. Davon möchte ich einige kurz nennen:
Bei Yahoo gibt es zu den verschiedenen Y- und mt-Untergruppen Foren bzw. Mailinglisten, auf denen die neuesten Erkenntnisse mitgeteilt und/oder diskutiert werden.
Gedmatch: http://www.gedmatch.com/
Gedmatch erlaubt es, die genetischen Analyseergebnisse unabhängig von der Testfirma zu vergleichen. Dazu muss man seine Rohdaten z.B. von FTDNA downloaden und dann zu Gedmatch hochladen. Damit ist man nicht an die Datenbank von FTDNA gebunden, sondern kann seine Daten vergleichen mit anderen, die bei www.23andme.com, ancestry.com, igenea.com, britainsdna.com etc. getestet haben. Dies vergrößert die Menge an Vergleichsmaterial und die Zahl möglicher "Treffer".
DNAGedcom: http://www.dnagedcom.com/
DNAGedcom erlaubt eine verbesserte Auswertung der Family-Finder-Ergebnisse von FTDNA. Bei FTDNA kann man nämlich nur 5 Personen zugleich vergleichen; bei DNAGedcom kann man sich alle Treffer zugleich anzeigen und anschaulichen graphisch darstellen lassen.
Das sieht dann z.B. so aus:
http://www.lenz-kemper.de/Bild2.jpg
Hier sieht man, wie ich auf Chromosom 22 eine ganze Reihe von "Treffern" habe, mit denen ich etwas unterschiedlich lange DNA-Abschnitte teile.
Genome Mate: https://www.genomemate.org/
Der Genome Mate ist ein kleines Analyseprogramm, mit dem man seine eigenen Daten offline auf dem eigenen Rechner analysieren kann. Vor allem kann man graphisch darstellen, welcher Chromosomenabschnitt von welchem Vorfahren stammt.
Diverse Spezialprogramme und -progrämmchen findet man unter
http://www.y-str.org/tools/
Hier findet man unter http://www.y-str.org/tools/neanderthal-dna/ auch das Neandertaler-Genom, um es mit dem eigenen zu vergleichen.
Update: Bebilderte Version des Artikels
http://www.blog.pommerscher-greif.de/dna-genealogie/
http://www.lenz-kemper.de/Bild2.jpg
Liebe Listenmitglieder,
nach langem Zögern habe ich mich mit dem Thema "DNA-Genealogie" beschäftigt und dazu eine DNA-Probe von mir untersuchen lassen. Zunächst skeptisch, bin ich jetzt von den Ergebnissen und vor allem den Möglichkeiten in der Zukunft hellauf begeistert.
Da ich weiß, dass sich verschiedene Listenmitglieder grundsätzlich für das Thema interessieren, möchte ich hier kurz darüber berichten.
WAS IST DNA-GENEALOGIE?
Mit DNA-Genealogie ist die Verbindung von Genealogie / Familiengeschichtsforschung mit der Analyse des Erbguts (der DNA) gemeint. Dazu wird eine Speichelprobe bzw. Probe von Zellen aus der Mundschleimhaut analysiert, um bestimmte Teile des genetischen Codes zu entschlüsseln.
Mit diesem Teilbereich der Genealogie beschäftigt sich die International Society of Genetic Genealogy: http://isogg.org/
WELCHE ANBIETER GIBT ES?
Einen Überblick über die verschiedenen Anbieter gibt folgende Seite:
http://www.isogg.org/wiki/List_of_DNA_testing_companies
Meine Erfahrungen beziehen sich auf FTDNA (www.ftdna.com) und
und National Geographic (http://www.nationalgeographic.com/genographic/).
WIE WIRD UNTERSUCHT?
Man bestellt bei einem der Anbieter ein Test-Kit (kostenpflichtig). Dieses Test-Kit enthält eine Art Wattestäbchen sowie Röhrchen mit einer Konservierflüssigkeit. Man muss das Wattestäbchen etwa eine halbe Minute über die Innenseite der Backen streichen, damit auf diese Weise Zellen der Mundschleimhaut abgerieben werden und am Wattestäbchen hängenbleiben. Anschließend kommt das Stäbchen in das Röhrchen mit dem Konserviermittel - denn die Probe soll ja nicht vergammeln und von Bakterien zerfressen werden. Das Röhrchen mit der Probe schickt man dann an den Anbieter zurück.
Mein Test-Kit war von National Geographic und kam per Post aus England. Eingesendet habe ich die Probe dann in die USA.
WAS KANN UNTERSUCHT WERDEN?
Das Erbgut des Menschen ist in jeder Zelle in 46 Chromosomen gespeichert, die jeder zur Hälfte vom Vater und zur Hälfte von der Mutter erbt.
44 dieser Chromosomen werden "Autosomen" genannt"; die restlichen beiden sind die Geschlechtschromosomen X und Y (Männer: XY, Frauen: XX). Wichtig ist hier: Das Chromosom Y wird nur vom Vater an den Sohn vererbt.
Zusätzlich gibt es ein besonderes Erbgut in den Mitochondrien (den "Kraftwerken" in den Körperzellen). Dieses Erbgut wird nur von der Mutter an alle ihre Kinder vererbt.
Für genetische und genealogische Fragestellungen können drei Bereiche untersucht werden:
1. Das Erbgut im Y-Chromosom (yDNA)
2. Das Erbgut in den Mitochondrien (mtDNA)
3. Das Erbgut in den 44 Autosomen und im X-Chromosom
Die verschiedenen UNtersuchen beziehen sich auf unterschiedliche Fragestellungen und lassen unterschiedliche Ergebnisse zu.
Dabei wird jeweils aus Kostengründen nicht das ganze Erbmaterial untersucht, sondern die Untersuchung beschränkt sich auf diese Abschnitte oder Stellen, wo häufiger Variationen auftreten. Dabei werden von den Anbietern wie NAtional Geographic und FTDNA auch keine Aussagen über medizinische Sachverhalte getroffen und überwiegend diese Bereiche untersucht, die auch keine Aussage darüber zulassen.
DAS ERBGUT im Y-CHROMOSOM
Eine Untersuchung des Y-Chromosoms ist für zwei Fragestellungen interessant:
a) Da das Y-Chromosom vom Vater auf den Sohn weitergegeben wird (und in der Regel unverändert), stimmen also Verwandte in direkter männlicher Linie in ihrem Y-Chromosom überein. Daher lassen sich mit dem Y-Chromosom Männer identifizieren, die zur gleichen Familie gehören.
DAs ist genealogisch interessant, wenn man aufgrund des gleichen Namens eine Verwandtschaft annimmt, aber nicht beweisen kann (etwa: Sind alle Namensträger KNIPSCHILD miteinander verwandt?). Bei gleichem Y-Chromosom muss auch eine Verwandtschaft bestehen. In gleicher Weise kann mit anhand des Y-Chromosoms auch eine Verwandtschaft bei unterschiedlichen Familiennamen nachweisen, etwa bei Namenswechseln durch Übernahme von Hofnamen.
Interessant sind diese Verwandtschaftsnachweise auch, wenn etwa bei Auswanderern in die USA der Herkunftsort unklar ist, weil die entsprechenden Quellen fehlen. Hier kann durch Übereinstimmung im Y-Chromosom der Herkunftsnachweis erbracht werden.
b) Hin und wieder treten auch im Y-Chromosom Veränderungen (Mutationen) auf. Diese Veränderungen sind interessant, weil sie Aussagen zulassen über die Verbreitung der Menschen in den letzten mehreren zehntausend Jahren. So habe ich aus bestimmten Veränderungen an meinem Y-Chromosom gelernt, dass meine direkten männlichen Vorfahren schon mindestens seit der letzten Eiszeit in Europa lebten, und zwar wohl in Norddeutschland, den Niederlanden, Belgien oder Nordfrankreich. Meine Vorfahren waren also lange Zeit nomadische Jäger und Sammler.
Bestimmte andere Veränderungen scheinen in die germanische Zeit zu datieren zu sein. Hier habe ich genetische "Verwandte" vor allem in Nordwestdeutschland sowie in Südengland. Diese Veränderungen scheinen also passiert zu sein, bevor die Sachsen in der Spätantike nach England gezogen sind.
DAS ERBGUT IN DEN MITOCHONDRIEN
Das Erbgut in den Mitochondrien lässt ähnliche Aussagen zu wie das Y-Chromosom, nur diesmam bezogen auf die rein weibliche LInie. Man kann also die Verwandtschaft mit Personen verstellen, mit denen man über rein weibliche Linien verbunden ist, und es sind Aussagen möglich über die rein mütterliche Abstammung.
Meine mütterlichen Vorfahren gehören demnach zu den ersten Ackerbauern, die vielleicht im 7. Jahrtausend vor Christus aus Anatolien über Griechenland und Bulgarien nach Europa gekommen sind. Relativ "nahe" Verwandte (Verwandtschaft irgendwo in den letzten paar hundert Jahren) habe ich so in POlen und der Ukraine gefunden - was nicht so ganz überraschend ist, wo meine Großmutter aus Schlesien stammt.
DAS ERBGUT IN DEN "NORMALEN" CHROMOSOMEN
Dieses Erbgut ist vielleicht für uns Genealogen am Interessantesten. Die Chromosomen mit dem "normalen" Erbgut werden bei der Vererbung paarweise neu gemischt und stückchenweise neu zusammengesetzt (der Biologe nennt dies: Crossing over). Deswegen trägt man nicht genau das Chromosom 18 eines Altvorderen unverändert in sich, sondern in einem Chromosom sind Stücke des Erbgutes verschiedener Vorfahren enthalten.
Gerade dies macht dieses Erbgut aber so spannend: Stückchen des Erbgutes verschiedener Vorfahren finden sich im Erbgut verschiedener heutiger MEnschen. Das kann man sich gut bei Geschwistern vorstellen: Meine Geschwister haben genauso wie ich Teile des Erbgutes meiner Eltern und meiner Großeltern. Sie haben aber nur teilweise dasselbe Erbgut wie ich, weil Eltern jeweils genau die Hälfte des Erbgutes weitergeben. Nur eineiige Zwillinge haben exakt dieselben Teile des Erbgutes von ihren Eltern erhalten.
Mit meinen Geschwistern teile ich also ungefähr die Hälfte meines Erbgutes, mit meinen Vettern schon einen geringen Teil, und je weiter entfernt die Verwandtschaft ist, desto geringer sind auch die Übereinstimmungen im Erbgut. Der Zufall kann es dabei wollen, dass die Übereinstimmungen überraschend groß sind - oder aber es auch gar keine Übereinstimmungen gibt.
Die heutigen Analysemöglichkeiten und die Computerkapazitäten ermöglichen es nun, in kurzer Zeit große Mengen von Erbgut miteinander zu vergleichen.
So habe ich von FTDNA fast 100 Personen genannt bekommen, mit denen ich verschiedene kleine "Schnipsel" meines Erbmaterials teile - die also irgendwo dasselbe Erbgut haben wie ich. Wenn man mit einem anderen gemeinsames Erbgut hat, dann muss man einen gemeinsamen Vorfahren haben.
In einem Fall konnte ich die Verwandtschaft klären: Eine Amerikanerin und ich haben einen Abschnitt des Erbgutes gemeinsamen und haben einen gemeinsamen Vorfahren im 17. Jh. Das bedeutet, dass das gemeinsame Erbgut von diesem gemeinsamen Vorfahren stammt.
Diese Information ist natürlich zum einen interessant - aber zum anderen auch für die Genealogie außerordentlich nützlich: Denn damit ist bewiesen, dass diese eine LInie meiner Vorfahren bis zu dem gemeinsamen Vorfahren von mir richtig erforscht worden ist. Hätte ich irgendwo einen Fehler gemacht oder wäre irgendeiner der Vorfahren seiner Frau untreu gewesen, dann hätte es keine genetische Übereinstimmung gegeben.
Gerade aus diesem Grund würde ich mir wünschen, wenn möglichst viele Forscher solche Gentests machen würden, damit in größerer Zahl die Herkunft von Erbgut und zugleich die Richtigkeit unserer Ergebnisse nachgewiesen werden kann. [...]
NATIONAL GEOGRAPHIC (Geno 2.0)
Das Projekt "Genographic" bzw. "Geno 2.0" von National Geographic (http://www.nationalgeographic.com) verfolgt ein wissenschaftliches, kein genealogisches Ziel: Auf der Grundlage einer möglichst großen Zahl von genetischen Proben soll die Menschheitsgeschichte der letzten 100.000 Jahre untersucht werden, v.a. die Verbreitung des modernen Menschen auf der Erde und die Entstehung der verschiedenen genetischen Varianten.
In den letzten Monaten hat National Geographic u.a. die Ergebnisse zu Untersuchungen der DNA von jungsteinzeitlichen Skeletten aus Sachsen-Anhalt untersucht (veröffentlicht im November 2013 in Science), die Aufschluss geben über Wanderungsbewegungen in den letzten paar tausend Jahren, und Untersuchungen zur DNA der Neandertaler. Daher weiß man jetzt, dass die jungsteinzeitlichen Jäger helle Haut, aber dunkle Augen hatten, während die ersten Ackerbauern wohl blaue Augen hatten. Auch weiß man jetzt, dass mit Ausnahme der Afrikaner die meisten Menschen auch Gene der Neandertaler in sich tragen (vgl. dazu die Forschungen des Max-Planck-Instituts in Leipzig).
Aktuell haben knapp 700.000 Menschen eine Probe für das Projekt "Geno 2.0" eingereicht. Ich gehöre dazu und habe im vorigen Herbst ein Testkit bestellt. Die Kosten für den Test liegen normalerweise bei 199 $; ich habe ein Sonderangebot für 140 $ (etwas über 100 €) genutzt (das immer wieder mal angeboten wird, zuletzt über Weihnachten).
Innerhalb weniger Tage habe ich das Testkit als Großbritannien zugeschickt bekommen; darin sterile Wattestäbchen und Transportröhrchen sowie eine bunte Information über das Geno 2.0-Projekt - ich würde das Heft charakterisieren als Werbungs- und Informationsbroschüre auf höherem Niveau, aber keine wissenschaftliche Information (aber ganz nett). Die Probe habe ich per Post in die USA geschickt und musste dann etwa acht Wochen auf meine Ergebnisse warten (wie vorher auch angekündigt). Etwas irritierend war, dass ich etwa sechs Wochen auf die Eingangsbestätigung warten musste (obwohl der Postweg wenige Tage dauert); nach der Eingangsbestätigung ging dann aber alles recht flott.
Als Ergebnis habe ich - nur online - erhalten:
- Die Bestimmung meines Y-Typs (Haplogruppe) auf der Grundlage der Bestimmung von rund 12.000 Markerns (SNP genannt) mit einer (englischen) Erläuterung der Geschichte dieses Typs (nicht so wahnsinnig detailliert).
- Die Bestimmung meines Mitochondrien-DNA-Typs auf der Grundlage der Bestimmung von rund 50 MArkern mit einer (englischen) Erläuterung der Geschichte dieses Typs (nicht so wahnsinnig detailliert).
- Die Bestimmung meines Anteils an Neanderthaler-Erbgut (2,5 %) und meines Anteils an Denisovian-Erbgut (Denisovian ist eine andere, bislang kaum bekannte Frühmenschen-Art).
- Eine Charakterisierung, welchen Völkern mein Erbgut am meisten entspricht (Nordwesteuropa, keine Überraschung; aber auch ein signifikanter Anteil nahöstlich).
- Schließlich zum Download: 3 CSV-Dateien (= mit Excel lesbar) mit den genauen Analyseergebnissen: etwa 12.000 Marker (SNP) der der Y-DNA; 52 Marker der mtDNA, etwa 13.000 Marker (SNP) der autosomalen DNA insgesamt. Das sieht dann so aus:
rs996488, 8, T,G
Dabei bezeichnet 8 das Chromosom, rs996488 die genaue Stelle auf dem Chromosom, T,G meinen individuelle genetische Ausstattung
Was die Datensicherheit angeht: Bei der BEstellung wird die Nummer des Testkits verbunden mit der bei der Bestellung benutzten E-Mail-Adresse. Mit der Nummer des Testkits und einem selbst gewählten Passwort kann man sich bei Geno 2.0 einloggen, um später die Ergebnisse zu sehen (über deren Eintreffen man per E-Mail informiert wird).
Dabei hat National Geographic natürlich keinerlei Kontrolle, wer mit dem unter meiner Adresse bestellten Testkit getestet wird bzw. wessen Genmaterial eingeschickt wird: Meins, das meines Nachbarn oder meines Opas. Man wird darum gebeten, Auskunft zu geben über die geographische Herkunft dessen, von dem die Probe stammt, sowie über die Herkunft der direkten väterlichen und mütterlichen LInien (weil das für die wissenschaftliche Auswertung relevant ist). Man MUSS diese Angaben nicht machen. Dasselbe gilt für den Namen. Selbstredend kann NAtional Geographic nicht überprüfen, inwieweit die Angabe des Namens korrekt ist. Man kann, wenn man will, unter seinem Namen (bzw. seiner Mail-Adresse) also eine Probe eines anderen einreichen, wenn man Sorge hat, man sei identifizierbar - oder seine Probe unter einer sonst nicht genutzten Mail-Adresse. Da insofern die Zuordnung der Probe zu einer konkreten Person auf Behauptung beruht, halten sich hier die Missbrauchsmöglichkeiten in Grenzen.
Für die Wissenschaftliche Auswertung der Probe muss man seine Zustimmung erklären (was ich gemacht habe).
FAZIT: National Geographic ist m.E. vor allem an einer breiten Materialbasis für die wissenschaftliche Auswertung interessiert. Die bunten Informationen, die der Getestete erhält, sind nicht so wahnsinnig detailliert, zumindest nicht, wenn man sich genauer für die Vor- und Frühgeschichte interessiert. Wer sich wiederum nicht für die Jungsteinzeit und die Neandertaler interessiert, wird vermutlich eher enttäuscht sein. Ich war es nicht, da ich mich vorher informiert hatte; wer Zugang hat zu wissenschaftlicher oder seriöser populärwissenschaftlicher Literatur und sich ins Thema einliest, der kann mit den Ergebnissen (Haplogruppen etc.) schon etwas anfangen, vor allem mit den Rohdaten.
MEIN TIPP: Geno 2.0 nur für diejenigen, die sich für die Vor- und Frühgeschichte interessieren und / oder auch die Forschung unterstützen wollen. Für alle anderen ist es im Verhältnis zu teuer. Denen sei FTDNA empfohlen.
FTDNA
Nach dem Test bei National Geographic habe ich mein Test-Kit zu FTDNA übertragen. Das geht mit wenigen Mausklicks - weil National Geographic für seine Analysen die Labore von FTDNA nutzt. Binnen Sekunden konnte ich meine von National Geographich erhobenen Daten in meinem neu angelegten FTDNA-Account aufrufen, und zwar mit allen Details und allen 12.000 getesteten Markern.
FTDNA ( https://www.familytreedna.com/ ) ist meines Wissens so etwas wie der Marktführer. Nach eigener Aussage hat FTDNA derzeit 672.703 Analysedaten vorliegen ("the largest ancestry DNA database in the world").
Der Ablauf ist grundsätzlich ähnlich wie bei National Geographic: Man bestellt die gewünschte Analyse, erhält das Testkit und schickt es per Post zu FTDNA zurück. In meinem Falle ging es schneller, da meine Probe schon vorlag; der Postweg und die zeitaufwendige Isolierung meiner DNA entfiel, so dass meine Probe direkt wieder in die Warteschlange vor dem LAbor eingereiht wurde.
Bei FTDNA kann man unterschiedliche Analysen bestellen:
Y-DNA-Analyse in unterschiedlicher GEnauigkeit: 169 - 359 US-Dollar
mtDNA teilweise 59 $, komplett 199 $
"Family Finder" = Analyse der "normalen" DNA für 99 $ [= ca. 75 €]
Außerdem gibt es mehrere, dann günstigere Kombi-Angebote, auch saisonal besondere Angebote.
Was man analysieren lässt, hängt vom Ziel, Interesse und Geld ab. Mein Rat für diejenigen, die sich primär genealogisch interessieren, zunächst den "Family-Finder"-Test für 99 $ (also rund 75-80 €) zu machen. Nur Männer könnten überlegen, ggf. auch einen Y-DNA-Test zu bestellen, wenn sie entweder ihre Haplogruppe wissen wollen oder aber namenbezogene Interessen haben (Gehören alle Knipschild zu einer Familie?).
Meine von National Geographic vorliegenden Ergebnisse hat FTDNA berücksichtigt, so dass ich gewissermaßen "Upgrades" bestellen konnte.
Ich habe sowohl den "Family Finder"-Test gemacht als auch genauere Analysen der Y- und der mt-DNA. In meinem Account wurde für jede Einzeluntersuchung ein Datum prognostiziert; in den meisten Fällen lag das Ergebnis etwa 10 Tage VOR dem angegebenen DAtum vor.
Die Ergebnisse sind nur online im individuellen Account einzusehen; es bestehen aber diverse Download-Möglichkeiten; insbesondere ist es für die individuelle Weiterverarbeitung der Daten möglich, auch hier alle Analyseergebnisse in CSV-Dateien herunterzuladen. Das ist sinnvoll, wenn man weitere Analyseprogramme (online oder offline) nutzen woll.
Zum Umfang der Ergebnisse:
Beim "Family-Finder"-Test werden rund 70.000 einzelne Positionen des Genoms der Chromosomen 1 bis 22 getestet, außerdem knapp 18.000 Positionen des Y-Chromosoms (und das für 99 Dollar!); für jede einzelne Position habe ich Chromosom, genaue Stelle und den individuellen Wert vorliegen.
Auf dem Y-Chromosom habe ich 111 Marker bestimmt bekommen (sogenannte STR), anhand derer die "Großgruppe" in diverse Untergruppen unterteilt wird. Es ist gerade ein ganz heißes Thema, den Stammbaum des menschlichen Y-Chromosoms in allen seinen Verästelungen zu untersuchen; m.E. spiegeln sich in bestimmten Verbreitungsmustern klar erkennbare historische Entwicklungen wieder (dazu später).
In der mt-DNA habe ich zwei wesentliche BEreiche (die HVR1 und HVR2) komplett analysiert bekommen; dazu habe ich eine genaue Aufstellung (online), an welchen Stellen mein Genom vom Cambridge-Referenz-Genom abweicht.
Dies zu den Ergebnissen. Ich habe noch nichts gesagt zur Auswertung dieser Datenflut; dazu werde ich morgen oder übermorgen weiter berichten.
Zur Richtigkeit der Ergebnisse: Verschiedene Nutzer haben unabhängige Tests sowohl bei FTDNA als auch einem anderen Anbieter durchführen lassen (meist: 23andme). Die Ergebnisse stimmen, soweit ich in Erfahrung gebracht habe, überein, so dass man von einer sehr guten Datenqualität ausgehen darf.
Zur Datensicherheit gilt dasselbe wie bei National Geographic: FTDNA kann nicht überprüfen, ob die zu einer Probe angegeben Namen zutreffen; jeder wäre frei, unter seinem Namen / seiner Mail-Adresse auch Proben anderer einzureichen. Verschiedene Nutzer haben in ihrem Account mehrere Testkits (von Ehepartnern, Eltern, Geschwister; teils auch von mittlerweile Verstorbenen).
Medizinische Daten: FTDNA wertet die Proben nciht medizinisch aus und hat nach eigener Aussage keine DNA-Positionen in die Untersuchung einbezogen, die nach jetzigem Kenntnisstand heikel sind. Diese Aussage bezieht sich selbstverständlich nur auf den gegenwärtigen Wissensstand. FTDNA versichert, die ihnen anvertrauten Daten nicht weiterzugeben - und da das Unternehmen natürlich auf das Vertrauen der Nutzer angewiesen ist, gehe ich auch davon aus, dass es sich daran halten wird. Bei den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des eigenen Accounts wird man immer darauf hingewiesen, wenn man einen Teil der Daten freigibt. Beispielsweise wurde ich gefragt, ob ich einverstanden sei, dass meine mt-DNA im Rahmen eines universitären Forschungsprojektes in anonymisierter Form ausgewertet wird. Hier ist man frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.
Die Informationspolitik von FTDNA bewertet ich als gelungen.
Schon jetzt aber mein FAZIT: Die Untersuchungen bei FTDNA liefern eine Fülle von Ergebnissen (auch genealogisch relevante), sind unglaublich umfangreich (Family Finder, wie berichtet: 70.000 + 18.000 einzelne POsitionen für 99 Dollar) und auf jeden Fall empfehlenswert: Sowohl für genealogisch Interessierte, aber auch für alle, die sich für den Menschen, die Biologie oder aber die eigene genetische Ausstattung oder Zusammensetzung interessieren.
(Die Kürzung betrifft nur Anfangs- und Schlussbemerkungen des zweiteiligen Beitrags.)
Update: Was ich leider nicht wusste war, dass noch zwei weitere Folgen kommen sollten.
ERGEBNISSE IM "FAMILY FINDER" von FTDNA (AUTOSOMALE DNA)
Wie schon gestern erklärt, wird beim "Family Finder"-Test von FTDNA die "normale" autosomale DNA sowie das X-Chromosom untersucht. Jeder Mensch erbt die autosomale DNA zu gleichen Teilen von Vater und Mutter. Dabei kommt es bei der Bildung der Eizelle bzw. der Spermien in der Regel zu einem sogenannten "Crossing over": Die beiden sich entsprechenden Chromosomen (sagen wir: die beiden Chromosomen 2, von denen eins vom eigenen Vater und das andere von der eigene Mutter stammt) lagern sich nebeneinander und tauschen durch einen komplizierten biochemischen Prozess eines oder mehrere Stücke aus. Im Ergebnis wird also das Chromosom 2 nicht unverändert vom Großelternteil auf das Elternteil auf das Kind weitergegeben; vielmehr erhält das Kind ein Chromosom 2, das Teile dieses Chromosoms vom Großvater und von der Großmutter enthält.
Dieser Prozess wiederholt sich fast bei jeder Weitergabe von Erbgut; das bedeutet, dass die Chromosom wie ein Mosaik zusammengesetzt aus kleinen Abschnitten dieses Chromosoms verschiedener Vorfahren. Auf diese Weise kann es - rein zufällig - geschehen, dass der eine Vorfahre im Erbgut stärker vertreten ist, ein anderer vielleicht gar nicht. Auf jeden Fall "verdünnt" sich das Erbgut eines Vorfahren von Generation von Generation. Zugleich ist diese dauernde Mischung der Grund dafür, dass wir Menschen so außerordentlich unterschiedlich sind.
Beim "Family Finder"-Test werden nun rund 70.000 aussagekräftige Punkte des Erbguts bestimmt (sogenannte SNP). Anschließend wird die auf diese Weise analysierte DNA verglichen mit den 700.000 DNA-Proben in der Datenbank von FTDNA, ob dort teilweise Übereinstimmungen gefunden werden und wie lang der Abschnitt ist, der übereinstimmt.
Es nicht mehr zufällig gilt eine Übereinstimmung im Erbgut zweier Personen, wenn ein Abschnitt der Länge von mindestens 5 cM (Centi-Morgan) oder aber 500 Testpunkte (SNP) in Folge exakt übereinstimmen (zur Orientierung: Chromosom 1 ist etwa 250 cM lang). Je näher zwei Personen verwandt sind, desto länger sind die Abschnitte, die übereinstimmen (bei Eltern - Kind: über 100 cM oder mehr; bei Geschwistern mehrere Dutzend cM oder mehr); je entfernter zwei Personen verwandt sind, desto häufiger haben Crossing over stattgefunden (= ist das Chromosom zerschnitten und neu kombiniert worden) und desto kleiner sind die Abschnitte, die noch ungeteilt vorhanden sind.
Nach Abschluss der Analyse kann man nun bei FTDNA in seinem persönlichen Account einsehen, mit welchen anderen FTDNA-Nutzern man Erbgut gemeinsam hat, wie lang die gemeinsamen Abschnitte sind, auf welchem Chromosom sich diese befinden und wo dort. In meinem Fall wurden Übereinstimmungen mit rund 100 Personen festgestellt. Wenn jemand eine GEDCOM-Datei hinterlegt hat, ist es möglich, diese direkt einzusehen und zu vergleichen, ob es einen Hinweis auf gemeinsame Vorfahren gibt. Auf jeden Fall kann man über die hinterlegte E-Mail-Adresse mit dem "Treffer" Kontakt aufnehmen.
In einem "Chromosom-Browser" kann man sich anzeigen lassen, wie sich die Übereinstimmungen verteilen. Besonders interessant ist es, wenn sich mehrere Personen den gleichen Abschnitt der DNA teilen. In meinem Fall gibt es einen Abschnitt auf Chromosom 22, den 25 weitere PErsonen haben. In anderen Fällen teile ich Erbgut nur mit einer einzigen anderen Person.
Nach und nach habe ich meine "Matches" angeschrieben und Informationen über unsere Vorfahren ausgetauscht. In einem Falle war die Verwandtschaft rasch gefunden: Eine Amerikanerin mit Vorfahren aus dem Saarland, die ihre Ahnen auch ähnlich gut erforscht hat wie ich, oft bis ins 17. Jahrhundert: In der Ahnenliste habe ich direkt einen Vorfahren der Amerikanerin als Bruder einer Vorfahrin von mir identifiziert. Da praktischerweise beide Kinder aus zwei verschiedenen Ehen stammen, war daraus zu schließen, dass der gemeinsame Abschnitt des Erbguts von Hans Velten Kläs, Meier im Köllertal, geboren um 1605/10 stammen muss (weil dies die einzige Verbindung unserer Vorfahren ist). - Hier war der DNA-Test für meine entfernte amerikanische Verwandte sehr praktisch: Sie war nämlich bei ihrer Forschung nur bis zu dem Bruder meiner Vorfahrin gekommen, aber nicht weiter - so hat der DNA-Test dazu geführt, dass ich ihre Forschungslücke schließen konnte (für die Saarland-Kenner: über die Rittenhofen kommt sie nun zu den Wolf von Sponheim und dann entsprechend weit zurück).
Solche dokumentierten Nachweise sind insofern sehr spannend, weil sich auf diese Weise naturwissenschaftlich die Richtigkeit der genealogischen Ergebnisse für den betreffenden Ahnenzweig erweisen lässt.
In einem zweiten Fall mit einer großen Übereinstimmung im Erbgut hat sich rasch geklärt, dass die Vorfahren dieses Amerikaners aus der Kölner Gegend stammen, wo auch väterliche Vorfahren von mir zuhause waren. Es gibt eine begründete Vermutung, wo unsere Verwandtschaft liegt, die sich aber erst mit einem Besuch in Brühl klären lassen wird (oder wenn das Stadtarchiv Kerpen sehr hilfreich ist).
Mehrere "Treffer" sind für mich sehr überraschend: Es gibt zwei oder drei Übereinstimmungen mit Personen mit jüdischen Vorfahren in Osteuropa, ohne dass ich bislang von jüdischen Vorfahren weiß. Da muss es bei meinen (durch kriegsbedingte Verluste nur teilweise erforschbaren) schlesischen Vorfahren entweder einen jüdischen Zweig geben - oder irgendwer meiner nicht-jüdischen Vorfahren müsste unter den Vorfahren dieser jüdischen Familien auftauchen. Das wird sich kaum klären lassen, ist aber - finde ich - außerordentlich interessant.
Erstaunt bin ich auch, dass es mehrere "Treffer" in Ostpolen und in der Slowakei gibt. Die Verbindung dürfte auch hier über meine schlesische Großmutter zustande kommen; auf jeden Fall zeigt dies, dass es in den letzten paar hundert Jahren Verbindungen zwischen den deutschen Schlesiern und den benachbarten Polen und Slowaken gab.
Einen weiteren Nutzen erhoffe ich mich für die Klärung der Herkunft meines Großvaters: Mein Großvater mütterlicherseits hat selbst behauptet, einen anderen Vater zu haben als den, der in der Geburtsurkunde steht. Allerdings gibt es auch begründete Zweifel an dieser Aussage - aber eine KLärung ist nicht möglich. Nun erhoffe ich mir über den DNA-Test Klarheit: Wenn es mir gelungen sollte, Verwandtschaft nachzuweisen zu anderen Personen, die über die dokumentierten Vorfahren meines Großvaters läuft, dann stimmt die Geburtsurkunde. Sollte ich aber zu den dokumentierten Vorfahren meines Großvaters nichts finden können, dann ist das ein starkes Indiz, dass mein Großvater recht hatte. Dann weiß ich zwar noch immer nicht, WER wirklich sein Großvater war, aber kann mich zumindest von den dokumentierten Vorfahren verabschieden.
Schwierigkeiten will ich nicht verhehlen: Ein Großteil der "Treffer" sind bislang Amerikaner, deren Familienforschung sich teilweise auf die amerikanischen Vorfahren beschränkt. Wiederholt habe ich zwar die Bestätigung erhalten, dass die Vorfahren teilweise aus Deutschland stammen, dass aber nicht bekannt sei, von wo. Bekanntlich ist es auch nicht immer einfach, die deutschen Herkunftsorte von Auswanderern zu bestimmen.
In anderen Fällen sind "Treffer" gefunden zu Personen, die kaum Ahnung von ihren Vorfahren haben (Adoption; keine genealogische Forschung und daher nur Kenntnis von den Großeltern ...) oder die gerade erst mit der Familiengeschichtsforschung begonnen haben.
Zu erwähnen ist vielleicht noch (auch weil das die Richtigkeit der Ergebnisse stützt), dass sich meine "Treffer" bislang nur verteilen auf die USA (Folge der Auswanderung), einzelne in Osteuropa und ansonsten in Deutschland und in Belgien - dort, woher auch meine Vorfahren sind. Frankreich, Spanien, Italien oder sonstige Weltgegenden sind nicht vertreten (wo ich keine Vorfahren habe) - das zeigt, dass die Übereinstimmungen nicht zufällig (sonst müsste es die ja auch dort geben), sondern schon auf Verwandtschaft beruhen.
Ich persönlich würde es begrüßen und sehr spannend finden, wenn sich mehr Europäer untersuchen ließen - etwa eine nennenswerte Zahl von Rheinländern oder Sauerländern. Je mehr Personen aus einer Region getestet werden, desto mehr Überschneidungen im Erbgut wird man finden und desto mehr Erbgutschnipsel lassen sich dann einzelnen Vorfahren zuweisen. [...]
DIE Y-DNA
Bei der Analyse des Y-Chromosoms werden zwei verschiedene Arten von punktuellen Besonderheiten untersucht (für Kenner: bis zu 111 STR und ggf. einige tausend SNP). Anhand dieser Werte lassen sich die individuellen Y-Chromosomen innerhalb des Stammbaums des Y-Chromosoms aller Menschen einordnen. Punktuelle Veränderungen sind mehr oder weniger genau datierbar und auch lokalisierbar. Hier ist in der wissenschaftlichen Forschung aktuell sehr viel in Bewegung (auch, weil FTDNA mit dem neuen Big-Y-Test hier deutlich verfeinerte Analyseverfahren einsetzt), so dass viele Aussagen unter Vorbehalt stehen. Gerade erst ist der Teil-Stammbaum des Y-Chromosoms I2a2a deutlich umgestaltet worden.
Das individuelle Y-Chromosom lässt Aussagen über die "große" Geschichte der direkten Vorfahren in männlicher Linie - und zwar gemessen in Jahrtausenden, also in ganz anderen Zeiträumen als sie der normale Arbeitsbereich der Genealogie sind.
Gleichzeitig erlaubt die systematische Untersuchung der Entwicklung und Verbreitung der verschiedenen Y-Chromosomen Aussagen über historische Bevölkerungsentwicklungen und Wanderungsbewegungen.
Für die Genealogie im engeren Sinne ist das Y-Chromosom interessant, um Verwandtschaft in der direkten männlichen Linie zu beweisen. Das könnte dann interessant sein, wenn etwa bei Trägern desselben Namens eine Verwandtschaft vermutet wird, aber mit Quellen nicht zu belegen ist.
Bei FTDNA erhält man als Ergebnis eine Auflistung der individuellen genetischen Marker sowie eine Zusammenstellung der Personen, mit denen man zumindest teilweise im Y-Chromosom übereinstimmt. Dabei gilt wieder: Je weniger Unterschiede, desto näher, je mehr Unterschiede, desto weiter verwandt. Die nachweisbare weitere Verwandtschaft kann dann durchaus hunderte oder tausende von Jahren zurückliegen - aber einen verbindet die direkte männliche Linie.
Als Beispiel habe ich die Herkunftsorte meiner "Y-Verwandten" kartiert, sofern der Geburtsort der Vorfahren vor 1750 bekannt ist:
https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zKBOjRfCqp1Q.k06YGc635_G0
Das Verbreitungsmuster Westdeutschland, Benelux und Südengland legt m.E. nahe, einen Zusammenhang mit den "Germanen" anzunehmen.
Darüber hinaus bietet FTDNA diverse "Projekte" zu einzelnen Familiennamen oder zu Orten / Regionen: Ein Projekt dient der näheren Erforschung eines möglichen Zusammenhangs innerhalb eines Namens oder einer Gegend. So gibt es etwa für meinen Namen das Projekt "Kemper", in dem man das Y-Chromosom aller angemeldeten Kempers im Vergleich aufrufen kann - meine Kemper-Linie steht dabei bislang völlig isoliert da. Ähnlich gibt es regionale Gruppen, etwa Y-Deutschland: Hier lassen sich die Y-Chromosome derer vergleichen, die aus Deutschland stammen. Ich würde mich hier vorstellen, gelegentlich ein Projekt "Sauerland-DNA" einzurichten, gerade auch deswegen, weil im vorigen Jahr eine interessante Studie zu Genuntersuchungen an jungsteinzeitlichen Skeletten aus dem Sauerland veröffentlicht worden ist. Da wäre es interessant zu schauen, inwieweit sich die besondere Genmischung der jungsteinzeitlichen Sauerländer noch heute findet (oder auch nicht).
Die Idee dahinter ist, dass bei gleichem Namen oder gleicher Herkunft mit größerer Wahrscheinlichkeit Ähnlichkeiten bestehen.
Der ERTRAG ist hier sicher insgesamt größer, wenn man sich für die großen Zusammenhänge und lange Zeiträume interessiert; genealogisch ist das Y-Chromosom interessant, wenn man mehrere Familienzweige zusammenführen möchte.
DIE mt-DNA
Hier gilt im Wesentlichen dasselbe wie für das Y-Chromosom: Aussagen betreffen v.a. große Zeiträume. FTDNA weist diejenigen aus, die eine mehr oder weniger ähnliche DNA haben wir man selbst; in "Projekten" sind Vergleiche etc. möglich.
WEITERE AUSWERTUNGSMÖGLICHKEITEN (anbieterunabhängig)
FTDNA erlaubt es, alle relevanten Daten als Rohdaten in kompatiblen Formaten herunterzuladen. Das gilt sowohl für die Analyseergebnisse im Detail als auch für die Liste der "Treffer", die mit genauer Angabe, auf welchem Chromosom welche Übereinstimmungen bestehen, bereitgestellt werden.
Diese Rohdaten können dann für weitere Auswertungen genutzt werden. Davon möchte ich einige kurz nennen:
Bei Yahoo gibt es zu den verschiedenen Y- und mt-Untergruppen Foren bzw. Mailinglisten, auf denen die neuesten Erkenntnisse mitgeteilt und/oder diskutiert werden.
Gedmatch: http://www.gedmatch.com/
Gedmatch erlaubt es, die genetischen Analyseergebnisse unabhängig von der Testfirma zu vergleichen. Dazu muss man seine Rohdaten z.B. von FTDNA downloaden und dann zu Gedmatch hochladen. Damit ist man nicht an die Datenbank von FTDNA gebunden, sondern kann seine Daten vergleichen mit anderen, die bei www.23andme.com, ancestry.com, igenea.com, britainsdna.com etc. getestet haben. Dies vergrößert die Menge an Vergleichsmaterial und die Zahl möglicher "Treffer".
DNAGedcom: http://www.dnagedcom.com/
DNAGedcom erlaubt eine verbesserte Auswertung der Family-Finder-Ergebnisse von FTDNA. Bei FTDNA kann man nämlich nur 5 Personen zugleich vergleichen; bei DNAGedcom kann man sich alle Treffer zugleich anzeigen und anschaulichen graphisch darstellen lassen.
Das sieht dann z.B. so aus:
http://www.lenz-kemper.de/Bild2.jpg
Hier sieht man, wie ich auf Chromosom 22 eine ganze Reihe von "Treffern" habe, mit denen ich etwas unterschiedlich lange DNA-Abschnitte teile.
Genome Mate: https://www.genomemate.org/
Der Genome Mate ist ein kleines Analyseprogramm, mit dem man seine eigenen Daten offline auf dem eigenen Rechner analysieren kann. Vor allem kann man graphisch darstellen, welcher Chromosomenabschnitt von welchem Vorfahren stammt.
Diverse Spezialprogramme und -progrämmchen findet man unter
http://www.y-str.org/tools/
Hier findet man unter http://www.y-str.org/tools/neanderthal-dna/ auch das Neandertaler-Genom, um es mit dem eigenen zu vergleichen.
Update: Bebilderte Version des Artikels
http://www.blog.pommerscher-greif.de/dna-genealogie/
http://www.lenz-kemper.de/Bild2.jpgKlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 21:48 - Rubrik: Genealogie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://erbloggtes.wordpress.com/2014/03/13/sich-einen-reim-machen-auf-die-causa-schavan/
Das Aufklärungs-Theater rund um Schavan - stockt es?
Nein, denn es gibt ja das famose "Erbloggtes".
Dieses Blog liest einem Aachener Emeriten
Namens Reim ganz schön heftig die Leviten.
Leider nicht in Versen, welch Wehmutstropfen,
Aber vielleicht dürfen wir künftig auf mehr Reime hoffen!
Das Aufklärungs-Theater rund um Schavan - stockt es?
Nein, denn es gibt ja das famose "Erbloggtes".
Dieses Blog liest einem Aachener Emeriten
Namens Reim ganz schön heftig die Leviten.
Leider nicht in Versen, welch Wehmutstropfen,
Aber vielleicht dürfen wir künftig auf mehr Reime hoffen!
KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 18:37 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 17:41 - Rubrik: English Corner
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.informatieprofessional.nl/nieuws/10252-boom-juridische-uitgevers-lanceert-open-access-platform-voor-advocaten.html
http://www.openaccessadvocate.nl/
Über 1500 Artikel. Wir haben in Deutschlands nichts dergleichen. Wie so oft, sind sie uns voraus!

http://www.openaccessadvocate.nl/
Über 1500 Artikel. Wir haben in Deutschlands nichts dergleichen. Wie so oft, sind sie uns voraus!

KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 17:35 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.ub.uni-mainz.de/handschriften-und-autographen/
Jedes Stück ist wenigstens kurz erschlossen. Außer ein paar Stammbüchern gibt es so gut wie keine frühneuzeitlichen Buchhandschriften.
Bilder aus dem Breviarium (1482) gibts im "Vivarium" von HMML.
Jedes Stück ist wenigstens kurz erschlossen. Außer ein paar Stammbüchern gibt es so gut wie keine frühneuzeitlichen Buchhandschriften.
KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 01:38 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 01:21 - Rubrik: Kommunalarchive
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
"Vom 26. April bis zum 06. Juli 2014 veranstalten die Deutsche Digitale Bibliothek, die Servicestelle Digitalisierung Berlin, die Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland den ersten deutschen Kultur-Hackathon Coding da Vinci in Berlin. Was kann entstehen, wenn Digitalisate des kulturellen Erbes frei zugänglich und (nach-) nutzbar werden? "
http://www.servicestelle-digitalisierung.de/confluence/display/DIG/2014/03/14/Coding+da+Vinci+-+erster+Hackathon+mit+offenen+Kulturdaten+in+Berlin
http://codingdavinci.de
http://www.servicestelle-digitalisierung.de/confluence/display/DIG/2014/03/14/Coding+da+Vinci+-+erster+Hackathon+mit+offenen+Kulturdaten+in+Berlin
http://codingdavinci.de
KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 01:19 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://geschichtsunterricht.wordpress.com/2014/03/15/taxonomie-von-geschichtsapps/
Leider ohne komplette Liste der dem Autor bekannten Geschichts-Apps.

Leider ohne komplette Liste der dem Autor bekannten Geschichts-Apps.

KlausGraf - am Sonntag, 16. März 2014, 00:38 - Rubrik: Archivrecht
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 23:37 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Neben dem KVK kann als Metasuche sehr hilfreich sein:
http://www.vialibri.net/library_search.php
In den meisten Fällen funktionieren die eingebundenen Kataloge.
http://www.vialibri.net/library_search.php
In den meisten Fällen funktionieren die eingebundenen Kataloge.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
In einer seltenen Aufwallung von Kritik bemängelt Josef Pauser, dass das DoktorandInnen-Netzwerk Thesius seine Dissertationendatenbank (zu Recht und Wirtschaft) nur intern zugänglich macht. Ein Kommentator berichtet aus dem Innenleben:
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=31288
Hochschulschriften sind mittels KVK und DNB als solche gut ermittelbar - was soll dann eine solche Datenbank? Ungleich wichtiger wäre eine öffentliche Datenbank der Abschlussarbeiten mit Standortangaben
http://archiv.twoday.net/stories/472713645/
http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=31288
Hochschulschriften sind mittels KVK und DNB als solche gut ermittelbar - was soll dann eine solche Datenbank? Ungleich wichtiger wäre eine öffentliche Datenbank der Abschlussarbeiten mit Standortangaben
http://archiv.twoday.net/stories/472713645/
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 20:04 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Frage in einer genealogischen Mailingliste:
"In einem Trauungseintrag vom September 1642 steht der Sonntag vor Maria Geburt".
Wenn ich zuhause bin, nutze ich in der Regel das vor Urzeiten angeschaffte Exemplar des kleinen "Grotefend", mit dem ich gut vertraut bin.
Der Grotefend online ist ein wenig umständlich zu bedienen, man muss sich erst ein wenig einarbeiten.
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/grotefend.htm
Zunächst einmal muss man herausbekommen, wann Maria Geburt gefeiert wird. Man kann dank Wikipedia und anderen Internetquellen schnell feststellen, dass dies am 8. September der Fall war. Im Heiligenverzeichnis des großen Grotefends online kann man sich überzeugen, dass keine regionale Abweichung vorliegt.
Da ich es gewohnt bin, im kleinen Grotefend mit den einzelnen nach Osterdatum geordneten Kalendern zu arbeiten, würde ich mir
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/tables/kalstart.htm
als URL abspeichern (man kommt über "Tafeln" dahin).
Bei Eingabe von 1642 kommt man auf
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/tables/kal_30.htm
und kann dann das gesuchte (gregorianische) Datum als den 7. September 1642 bestimmen, denn der 8. war ein Montag.
Das geht auch über "Angaben zum Tag" auf
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/formular.htm
Oder mit anderen Kalenderrechnern wie
http://www.vinckensteiner.com/kultur/kalender/
Wer häufiger Tagesdaten auflösen muss und unterwegs nicht auf einen gedruckten kleinen Grotefend setzen möchte, könnte von einer (noch nicht existierenden) Grotefend-App profitieren.
Aber zumindest mit dem iPad funktioniert die Berechnung des Osterdatums nach Grotefend einwandfrei.
In Köln war die Programmierung einer Grotefend-App eine Kursaufgabe:
http://www.hki.uni-koeln.de/sites/all/files/courses/6528/thema3.pdf
Kalenderberechnungen sind in die App Fontes integriert:
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/6554
"In einem Trauungseintrag vom September 1642 steht der Sonntag vor Maria Geburt".
Wenn ich zuhause bin, nutze ich in der Regel das vor Urzeiten angeschaffte Exemplar des kleinen "Grotefend", mit dem ich gut vertraut bin.
Der Grotefend online ist ein wenig umständlich zu bedienen, man muss sich erst ein wenig einarbeiten.
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/grotefend.htm
Zunächst einmal muss man herausbekommen, wann Maria Geburt gefeiert wird. Man kann dank Wikipedia und anderen Internetquellen schnell feststellen, dass dies am 8. September der Fall war. Im Heiligenverzeichnis des großen Grotefends online kann man sich überzeugen, dass keine regionale Abweichung vorliegt.
Da ich es gewohnt bin, im kleinen Grotefend mit den einzelnen nach Osterdatum geordneten Kalendern zu arbeiten, würde ich mir
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/tables/kalstart.htm
als URL abspeichern (man kommt über "Tafeln" dahin).
Bei Eingabe von 1642 kommt man auf
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/tables/kal_30.htm
und kann dann das gesuchte (gregorianische) Datum als den 7. September 1642 bestimmen, denn der 8. war ein Montag.
Das geht auch über "Angaben zum Tag" auf
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/formular.htm
Oder mit anderen Kalenderrechnern wie
http://www.vinckensteiner.com/kultur/kalender/
Wer häufiger Tagesdaten auflösen muss und unterwegs nicht auf einen gedruckten kleinen Grotefend setzen möchte, könnte von einer (noch nicht existierenden) Grotefend-App profitieren.
Aber zumindest mit dem iPad funktioniert die Berechnung des Osterdatums nach Grotefend einwandfrei.
In Köln war die Programmierung einer Grotefend-App eine Kursaufgabe:
http://www.hki.uni-koeln.de/sites/all/files/courses/6528/thema3.pdf
Kalenderberechnungen sind in die App Fontes integriert:
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/6554
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 19:29 - Rubrik: Hilfswissenschaften
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://lj.libraryjournal.com/2014/03/industry-news/just-the-tip-of-the-iceberg-peer-to-peer-review/#_
Kevin L. Smith hat durchaus Recht, wenn er seine Bemerkungen zu den Peer-Review-Skandalen Labbé
http://archiv.twoday.net/stories/706567518/
und Bohannon
http://archiv.twoday.net/search?q=bohannon
mit der Forderung nach mehr Transparenz beschließt, wie sie etwa PeerJ praktiziert
http://archiv.twoday.net/stories/714909606/
Kevin L. Smith hat durchaus Recht, wenn er seine Bemerkungen zu den Peer-Review-Skandalen Labbé
http://archiv.twoday.net/stories/706567518/
und Bohannon
http://archiv.twoday.net/search?q=bohannon
mit der Forderung nach mehr Transparenz beschließt, wie sie etwa PeerJ praktiziert
http://archiv.twoday.net/stories/714909606/
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 19:02 - Rubrik: Wissenschaftsbetrieb
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
https://twitter.com/JGRareBooks
Zu seinem Sündenregister siehe
http://archiv.twoday.net/search?q=j%C3%B6rn+g%C3%BCnther
Zu seinem Sündenregister siehe
http://archiv.twoday.net/search?q=j%C3%B6rn+g%C3%BCnther
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
"Des hottse vergaigt", wie man in Schwaben sagt. Die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff hat zur künstlichen Befruchtung eine Meinung geäußert, die ich nicht im mindestens teile. Inzwischen nimmt sie die schlimmsten Entgleisungen zurück. Aber durchaus richtig ist ihre Aussage:
"Offenes Drauflossprechen wurde früher eher akzeptiert als jetzt. Ganz definitiv. Es gehört zum Übel unserer Zeit, ständig wohlbehalten sprechen zu müssen, da sich jeder jederzeit gekränkt fühlen könnte. Wir sind schon eine Gesellschaft der beleidigten Leberwürste."
http://www.zeit.de/2014/12/sibylle-lewitscharoff-kuenstliche-befruchtung-halbwesen/seite-2
Das OLG Stuttgart hatte sich mit einer negativen Hotelbewertung zu beschäftigen, bei der ein Bewerter ein Landhotel satirisch mit einem Hühnerstall verglichen hat.
http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/it-recht/internetrecht/olg-stuttgart-zu-bewertungen-im-internet-schmaehkritik-und-meinungsaeusserung/12635/
Dass der Hotelier das abweisende Urteil des LG Rottweil nicht akzeptierte, spricht für eine gar nicht so seltene Verbissenheit, wenn es ums Internet geht. Das OLG sah sich genötigt, zur Meinungsfreiheit das zu wiederholen, was längst in der Rechtsprechung anerkannt ist:
Für den Schutz von Werturteilen ist es grundsätzlich unerheblich, ob die Aussagen wertvoll oder wertlos, richtig oder falsch, emotional oder rational begründet sind. Werturteile, die zur Meinungsbildung beitragen und andere Personen überzeugen wollen, nehmen deshalb am Schutz des Art. 5 GG auch dann teil, wenn sie in scharfer und abwertender Kritik bestehen, mit übersteigerter Polemik vorgetragen werden oder in ironischer Weise formuliert sind (BVerfG, Beschluss vom 13.05.1980 - 1 BvR 103/77 - Kunstkritik, juris Rn.29; BGH, Urteil vom 20.05.1986 - VI ZR 242/85, juris Rn.9; BGH, Urteil vom 17.04.1984 - VI ZR 246/82 - Mordoro, juris Rn.22). Die Grenzen des Rechts auf freie Meinungsäußerung werden allerdings mit der sog. Schmähkritik überschritten (BVerfG a.a.O.; BGH a.a.O.).
Der Begriff der Schmähkritik ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs im Interesse der Meinungsfreiheit eng auszulegen (BVerfG, Beschluss vom 31.08.2000 - 1 BvR 826/00, juris, Rn.4; BVerfG, Beschluss vom 02.07.2013 - 1 BvR 1751/12, juris Rn.15; BGH, Urteil vom 07.12.1999 - VI ZR 51/99, juris Rn.39 m. w. N.). Eine Schmähung liegt nicht bereits wegen der herabsetzenden Wirkung einer Äußerung für Dritte vor, selbst wenn es sich um eine überzogene oder ausfällige Kritik handelt. Eine herabsetzende Äußerung nimmt vielmehr erst dann den Charakter einer Schmähkritik an, wenn in ihr nicht mehr über die Auseinandersetzung in der Sache, sondern jenseits auch polemischer und überspitzter Kritik die Diffamierung der Person im Vordergrund steht (BVerfG, Beschlüsse vom 31.08.2000 und 02.07.2013 a.a.O.).
http://openjur.de/u/664500.html
"Offenes Drauflossprechen wurde früher eher akzeptiert als jetzt. Ganz definitiv. Es gehört zum Übel unserer Zeit, ständig wohlbehalten sprechen zu müssen, da sich jeder jederzeit gekränkt fühlen könnte. Wir sind schon eine Gesellschaft der beleidigten Leberwürste."
http://www.zeit.de/2014/12/sibylle-lewitscharoff-kuenstliche-befruchtung-halbwesen/seite-2
Das OLG Stuttgart hatte sich mit einer negativen Hotelbewertung zu beschäftigen, bei der ein Bewerter ein Landhotel satirisch mit einem Hühnerstall verglichen hat.
http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/it-recht/internetrecht/olg-stuttgart-zu-bewertungen-im-internet-schmaehkritik-und-meinungsaeusserung/12635/
Dass der Hotelier das abweisende Urteil des LG Rottweil nicht akzeptierte, spricht für eine gar nicht so seltene Verbissenheit, wenn es ums Internet geht. Das OLG sah sich genötigt, zur Meinungsfreiheit das zu wiederholen, was längst in der Rechtsprechung anerkannt ist:
Für den Schutz von Werturteilen ist es grundsätzlich unerheblich, ob die Aussagen wertvoll oder wertlos, richtig oder falsch, emotional oder rational begründet sind. Werturteile, die zur Meinungsbildung beitragen und andere Personen überzeugen wollen, nehmen deshalb am Schutz des Art. 5 GG auch dann teil, wenn sie in scharfer und abwertender Kritik bestehen, mit übersteigerter Polemik vorgetragen werden oder in ironischer Weise formuliert sind (BVerfG, Beschluss vom 13.05.1980 - 1 BvR 103/77 - Kunstkritik, juris Rn.29; BGH, Urteil vom 20.05.1986 - VI ZR 242/85, juris Rn.9; BGH, Urteil vom 17.04.1984 - VI ZR 246/82 - Mordoro, juris Rn.22). Die Grenzen des Rechts auf freie Meinungsäußerung werden allerdings mit der sog. Schmähkritik überschritten (BVerfG a.a.O.; BGH a.a.O.).
Der Begriff der Schmähkritik ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs im Interesse der Meinungsfreiheit eng auszulegen (BVerfG, Beschluss vom 31.08.2000 - 1 BvR 826/00, juris, Rn.4; BVerfG, Beschluss vom 02.07.2013 - 1 BvR 1751/12, juris Rn.15; BGH, Urteil vom 07.12.1999 - VI ZR 51/99, juris Rn.39 m. w. N.). Eine Schmähung liegt nicht bereits wegen der herabsetzenden Wirkung einer Äußerung für Dritte vor, selbst wenn es sich um eine überzogene oder ausfällige Kritik handelt. Eine herabsetzende Äußerung nimmt vielmehr erst dann den Charakter einer Schmähkritik an, wenn in ihr nicht mehr über die Auseinandersetzung in der Sache, sondern jenseits auch polemischer und überspitzter Kritik die Diffamierung der Person im Vordergrund steht (BVerfG, Beschlüsse vom 31.08.2000 und 02.07.2013 a.a.O.).
http://openjur.de/u/664500.html
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 18:29 - Rubrik: Archivrecht
Auf Tumblr kann ich froh sein, wenn ein von mir selbst eingebrachtes Bild mehr als 5 Notes erreicht, mehr als 10 oder 20 ist schon selten. Mit 258 Notes innerhalb von 24 Stunden ging die Illustration aus einem französischen Stundenbuch (Reimser Liturgie) des 15. Jahrhunderts ab wie eine Rakete, wohl auch weil das Getty-Blog sie übernahm.
http://archivalia.tumblr.com/post/79596942006/reims-bagpiper-von-uh-libraries
http://digital.lib.uh.edu/collection/reims/item/13/show/12
Es handelt sich (in Flickr fehlt diese Angabe) um Blatt 174v des von der University Houston ganz digitalisierten Manuskripts und ich verdanke den Hinweis auf das Flickr-Bild dem gewohnt großartigen
http://manuscriptroadtrip.wordpress.com/2014/03/14/manuscript-road-trip-in-the-heart-of-texas/
Dort findet man weitere Hinweise zur Handschrift.

http://archivalia.tumblr.com/post/79596942006/reims-bagpiper-von-uh-libraries
http://digital.lib.uh.edu/collection/reims/item/13/show/12
Es handelt sich (in Flickr fehlt diese Angabe) um Blatt 174v des von der University Houston ganz digitalisierten Manuskripts und ich verdanke den Hinweis auf das Flickr-Bild dem gewohnt großartigen
http://manuscriptroadtrip.wordpress.com/2014/03/14/manuscript-road-trip-in-the-heart-of-texas/
Dort findet man weitere Hinweise zur Handschrift.

KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 18:10 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Es gilt als die älteste englische Autobiographie und ist nur in einer Londoner Handschrift überliefert, die nun von der British Library komplett ins Netz gestellt wurde:
http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=Add_MS_61823
Nur einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass ein englischer Landedelmann das kostbare Stück nicht verbrannte, damit es in seinem Abstellraum ordentlicher aussah.
"The manuscript’s survival story is nearly as eccentric and action-packed as that of its heroine (on which, see below). It was owned by the Butler Bowden family and the story goes that when Colonel W. Butler Bowden was looking for a ping-pong bat in a cupboard at his family home near Chesterfield in the early 1930s he came across a pile of old books. Frustrated at the disorder, he threatened to put the whole lot on the bonfire the next day so that bats and balls would be easier to find in future. Luckily a friend advised him to have the books checked by an expert and shortly afterwards Hope Emily Allen identified one as the ‘Book of Margery Kempe’, which was previously known only from excerpts printed by Wynkyn de Worde in 1501, and by Henry Pepwell in 1521 (where the author is described as ‘a devoute ancres’). A true miracle!" -
See more at: http://britishlibrary.typepad.co.uk/digitisedmanuscripts/2014/03/the-life-of-a-mystic.html#sthash.2O5lMiU6.dpuf"
Margery besuchte übrigens auch die Wallfahrten in Wilsnack und Aachen auf ihrer Pilgerreise.
GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118814699

http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=Add_MS_61823
Nur einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass ein englischer Landedelmann das kostbare Stück nicht verbrannte, damit es in seinem Abstellraum ordentlicher aussah.
"The manuscript’s survival story is nearly as eccentric and action-packed as that of its heroine (on which, see below). It was owned by the Butler Bowden family and the story goes that when Colonel W. Butler Bowden was looking for a ping-pong bat in a cupboard at his family home near Chesterfield in the early 1930s he came across a pile of old books. Frustrated at the disorder, he threatened to put the whole lot on the bonfire the next day so that bats and balls would be easier to find in future. Luckily a friend advised him to have the books checked by an expert and shortly afterwards Hope Emily Allen identified one as the ‘Book of Margery Kempe’, which was previously known only from excerpts printed by Wynkyn de Worde in 1501, and by Henry Pepwell in 1521 (where the author is described as ‘a devoute ancres’). A true miracle!" -
See more at: http://britishlibrary.typepad.co.uk/digitisedmanuscripts/2014/03/the-life-of-a-mystic.html#sthash.2O5lMiU6.dpuf"
Margery besuchte übrigens auch die Wallfahrten in Wilsnack und Aachen auf ihrer Pilgerreise.
GND
http://beacon.findbuch.de/seealso/pnd-aks?format=sources&id=118814699
KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 17:28 - Rubrik: Kodikologie
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
"Henrike Lähnemann (Newcastle) weist darauf hin, dass die Houghton Library in Harvard eine Handschrift angekauft hat, die sich 1857 laut Heinrich Hoffmann von Fallersleben in Hannoveraner Privatbesitz befand und später als verschollen geglaubt wurde. Der Codex aus Medinger Provenienz wurde 2012 vom Auktionshaus Devroe & Stubbe in Brüssel zum Verkauf angeboten. Weitere Angaben finden sich im Handschriftencensus." Es geht um das Heidekloster OCist (f).
Zur Handschrift siehe auch den Heimatbeilagenartikel Lähnemanns
http://www.handschriftencensus.de/forschungsliteratur/pdf/18473.pdf
http://www.handschriftencensus.de/news
Die Meldung vom 20. Februar 2014 folgt auf die von 4. Juli 2013. Genau so muss man es machen, wenn man garantiert seine Neuigkeiten verstecken möchte: Kein RSS-Feed, keine Mailbenachrichtigung. Lange genug nichts schreiben, bis auch derjenige, der in angemessenem Abstand erwartungsfroh auf die Neuigkeitenseiten geklickt hat, es entnervt aufgegeben hat, weil ja doch nichts Neues kommt.

Zur Handschrift siehe auch den Heimatbeilagenartikel Lähnemanns
http://www.handschriftencensus.de/forschungsliteratur/pdf/18473.pdf
http://www.handschriftencensus.de/news
Die Meldung vom 20. Februar 2014 folgt auf die von 4. Juli 2013. Genau so muss man es machen, wenn man garantiert seine Neuigkeiten verstecken möchte: Kein RSS-Feed, keine Mailbenachrichtigung. Lange genug nichts schreiben, bis auch derjenige, der in angemessenem Abstand erwartungsfroh auf die Neuigkeitenseiten geklickt hat, es entnervt aufgegeben hat, weil ja doch nichts Neues kommt.

KlausGraf - am Samstag, 15. März 2014, 00:49 - Rubrik: Kodikologie
Askese ist/ißt Käse, aber für Eremiten das Non-plus-Ultra. Passend zur Fastenzeit unsere Tumblr-Bilderreihe zum Weekend.
http://archivalia.tumblr.com/tagged/hermits
Mehr Einsiedler:
http://www.magnoliabox.com/tag/hermit
Weitere Tumblr-Tags
http://archiv.twoday.net/stories/640155586/


http://archivalia.tumblr.com/tagged/hermits
Mehr Einsiedler:
http://www.magnoliabox.com/tag/hermit
Weitere Tumblr-Tags
http://archiv.twoday.net/stories/640155586/


KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 20:30 - Rubrik: Unterhaltung
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Da stimme ich mit Anton Tantner überein:
http://www.merkur-blog.de/2014/03/wikipedia-in-der-universitaeren-lehre/
(Mehrere Archivalia-Zitate!)
Via
https://www.facebook.com/anton.tantner/posts/10201484806144629
http://www.merkur-blog.de/2014/03/wikipedia-in-der-universitaeren-lehre/
(Mehrere Archivalia-Zitate!)
Via
https://www.facebook.com/anton.tantner/posts/10201484806144629
Lavaters Blog macht mit Tippfehler 1924 statt 1824 auf ein Münchner Digitalisat des bemerkenswerten Werks aufmerksam, das vor allem durch seine breite Berücksichtigung sogenannter "historischer Sprichwörter" meine wiederholte Aufmerksamkeit fand.
http://www.hr-lavater.ch/2014/03/14/melchior-kirchhofer-1924-sammlung-schweizerischer-spruechwoerter/
Man wird verstehen, dass mir das Exemplar der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen möglicherweise mit Bleistifteintragungen des Sprichwörtersammlers Josef Eiselein näher steht, das 2006 aus meiner eigenen Bibliothek gescannt wurde und seitdem auf Wikimedia Commons zur Verfügung steht:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Kirchhofer_Wahrheit_und_Dichtung
Zu "historischen" Sprichwörtern darf ich auf
http://archiv.twoday.net/stories/404100553/
verweisen.

http://www.hr-lavater.ch/2014/03/14/melchior-kirchhofer-1924-sammlung-schweizerischer-spruechwoerter/
Man wird verstehen, dass mir das Exemplar der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen möglicherweise mit Bleistifteintragungen des Sprichwörtersammlers Josef Eiselein näher steht, das 2006 aus meiner eigenen Bibliothek gescannt wurde und seitdem auf Wikimedia Commons zur Verfügung steht:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Kirchhofer_Wahrheit_und_Dichtung
Zu "historischen" Sprichwörtern darf ich auf
http://archiv.twoday.net/stories/404100553/
verweisen.

KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 17:41 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
"Jeweils vier Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung werden die Akten zur Auswärtigen Politik im gebührenfreien Open Access zur Verfügung gestellt. Bereits jetzt sind die AAPD-Bände 1949 – 1953 und 1963 – 1970 kostenlos zu lesen und zu recherchieren.
Ab 2017 werden die bislang gegen Bezahlung online zugänglichen Jahresbände 1971 – 1982 ebenfalls im Open Access-Format verfügbar sein. In jedem weiteren Jahr wird dann, beginnend mit dem Jahrgang 1983, der nächste AAPD-Band folgen."
http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/akten-zur-auswaertigen-politik/open-access/
Via
https://matthias-mader.de/publizistik/ins-netz-gegangen-13-3/
Ab 2017 werden die bislang gegen Bezahlung online zugänglichen Jahresbände 1971 – 1982 ebenfalls im Open Access-Format verfügbar sein. In jedem weiteren Jahr wird dann, beginnend mit dem Jahrgang 1983, der nächste AAPD-Band folgen."
http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/akten-zur-auswaertigen-politik/open-access/
Via
https://matthias-mader.de/publizistik/ins-netz-gegangen-13-3/
KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 17:37 - Rubrik: Open Access
Wieso musste die BLB Karlsruhe den "Lautenschlager", die Bibliographie der badischen Geschichte, nochmals komplett digitalisieren, nachdem die UB Freiburg vor etwas über einem Jahr schon die ersten Beiden Bände ins Netz gestellt hatte? Und wieso gibt es anders als in Freiburg keine Volltextsuche?
http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/structure/1591249
http://archiv.twoday.net/stories/285827465/
http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/structure/1591249
http://archiv.twoday.net/stories/285827465/
KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 17:27 - Rubrik: Digitale Bibliotheken
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://www.flickr.com/groups/johnrylands/
Via
http://library-mistress.blogspot.de/2014/03/john-rylands-library-photographieren-erw.html
Foto TimTIG
Via
http://library-mistress.blogspot.de/2014/03/john-rylands-library-photographieren-erw.html
Foto TimTIGKlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 15:15 - Rubrik: Bibliothekswesen
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Ein Aggregator von Sascha Foerster
http://www.saschafoerster.de/2014/03/blogs-aus-bonn-ein-aggregator-fuer-die-bonner-blogosphaere/
http://www.bonnerblogs.de/
http://www.saschafoerster.de/2014/03/blogs-aus-bonn-ein-aggregator-fuer-die-bonner-blogosphaere/
http://www.bonnerblogs.de/
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Ungeklärte Provenienz von Urkunden aus dem 12. bis 19. Jahrhundert
1919/1920 erwarb das Staatsarchiv Hamburg neben ca. 40.000 Siegeln und einer dazugehörigen Fachbibliothek Urkunden und Wappenbriefe von den Erben des Hamburger Kaufmanns Paul Trummer. Die Sammlung, deren Schwerpunkt auf den Siegeln liegt, entstand Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts.
Da das Interesse Paul Trummers beim käuflichen Erwerb den Siegeln galt, fehlt der Urkundensammlung eine innere Systematik. Die Urkunden stammen aus ganz Deutschland und aus weiten Teilen Europas; u.a. aus England, Spanien, Frankreich, Russland und den Niederlanden. Auch Papsturkunden werden in der Sammlung aufbewahrt.
Bereits beim Erwerb der Urkunden durch das Staatsarchiv Hamburg waren sich die Archivare im Klaren, dass den Urkunden der Zusammenhang zu den Beständen des Staatsarchivs fehlt; die Stadt Hamburg hatte allerdings ein testamentarisch verfügtes Vorkaufsrecht und die Urkunden sollten bei den Siegeln der Siegelsammlung bleiben.
Die Urkunden blieben ein Fremdkörper im Staatsarchiv Hamburg: Bis heute steht die Erschließung der Urkunden aus, der Forschung sind die Urkunden kaum bekannt.
Das Staatsarchiv Hamburg möchte nun in einem Crowdsourcing-Projekt die Provenienz der Urkunden klären und stellt Arbeitsdigitalisate der Urkunden auf Flickr (https://www.flickr.com/photos/staatsarchiv_hamburg/) zur Verfügung. Interessierte sind eingeladen, mit Hilfe der Kommentarfunktion Angaben zu den Urkunden beizusteuern, die sie zu identifizieren helfen. Vorbehaltlich der Klärung rechtlicher Voraussetzungen wird eine Rückführung auf der Grundlage des Provenienzprinzips in Betracht gezogen. Der Sammlungszusammenhang bliebe durch das Staatsarchiv Hamburg dokumentiert.
In einer ersten Phase wurden zunächst 150 Urkunden digitalisiert und online gestellt, die Online-Stellung der übrigen Urkunden ist geplant.
via Archivliste.
1919/1920 erwarb das Staatsarchiv Hamburg neben ca. 40.000 Siegeln und einer dazugehörigen Fachbibliothek Urkunden und Wappenbriefe von den Erben des Hamburger Kaufmanns Paul Trummer. Die Sammlung, deren Schwerpunkt auf den Siegeln liegt, entstand Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts.
Da das Interesse Paul Trummers beim käuflichen Erwerb den Siegeln galt, fehlt der Urkundensammlung eine innere Systematik. Die Urkunden stammen aus ganz Deutschland und aus weiten Teilen Europas; u.a. aus England, Spanien, Frankreich, Russland und den Niederlanden. Auch Papsturkunden werden in der Sammlung aufbewahrt.
Bereits beim Erwerb der Urkunden durch das Staatsarchiv Hamburg waren sich die Archivare im Klaren, dass den Urkunden der Zusammenhang zu den Beständen des Staatsarchivs fehlt; die Stadt Hamburg hatte allerdings ein testamentarisch verfügtes Vorkaufsrecht und die Urkunden sollten bei den Siegeln der Siegelsammlung bleiben.
Die Urkunden blieben ein Fremdkörper im Staatsarchiv Hamburg: Bis heute steht die Erschließung der Urkunden aus, der Forschung sind die Urkunden kaum bekannt.
Das Staatsarchiv Hamburg möchte nun in einem Crowdsourcing-Projekt die Provenienz der Urkunden klären und stellt Arbeitsdigitalisate der Urkunden auf Flickr (https://www.flickr.com/photos/staatsarchiv_hamburg/) zur Verfügung. Interessierte sind eingeladen, mit Hilfe der Kommentarfunktion Angaben zu den Urkunden beizusteuern, die sie zu identifizieren helfen. Vorbehaltlich der Klärung rechtlicher Voraussetzungen wird eine Rückführung auf der Grundlage des Provenienzprinzips in Betracht gezogen. Der Sammlungszusammenhang bliebe durch das Staatsarchiv Hamburg dokumentiert.
In einer ersten Phase wurden zunächst 150 Urkunden digitalisiert und online gestellt, die Online-Stellung der übrigen Urkunden ist geplant.
via Archivliste.
Wolf Thomas - am Freitag, 14. März 2014, 11:13 - Rubrik: Web 2.0
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Jacob Christinger formulierte 1874 in den Thurgauischen Beiträgen, was damals viele dachten:
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?tgge-j1875-h015-t-013
#sage
Kaulbach: Die Sage
http://www.bodenseebibliotheken.de/page?tgge-j1875-h015-t-013
#sage
KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 01:37 - Rubrik: Geschichtswissenschaft
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
http://bibliothekarisch.de/blog/2014/03/13/kurz-internetrecht-das-neue-skript-april-2014-ist-da/
http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/itm/wp-content/uploads/Skript-Internetrecht-April-2014.pdf
Siehe auch
http://archiv.twoday.net/search?q=hoeren
Foto Thomas Hoeren [?] https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/itm/wp-content/uploads/Skript-Internetrecht-April-2014.pdf
Siehe auch
http://archiv.twoday.net/search?q=hoeren
KlausGraf - am Freitag, 14. März 2014, 00:27 - Rubrik: Archivrecht
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen



