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"Access to 374738 open access research theses from 527 Universities in 27 European countries"

http://www.dart-europe.eu/basic-search.php

http://www.landesarchiv-bw.de/web/54767

Digitalisate:
https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=10718

Wie man leicht mit Stichproben feststellt, kann keine Rede davon sein, dass bereits alle angekündigten Urkunden online sind. Die Pressemitteilung ist also nach juristischen Maßstäben eine LÜGE.

Auch im VDU gibt es noch kein einziges Dokument zu sehen:

http://www.vdu.uni-koeln.de/vdu/DE-LABW/archive


http://geschwisterbuechner.de/2013/01/24/%E2%80%9Erettet-schorsch-schlagt-wellen-und-hat-erfolg/

Stralsund und Archivalia wird erwähnt.

„Das als ,Charlesville’ in Antwerpen gebaute Schiff ist einzigartig. Das letzte von fünf Schiffen der Albertville-Klasse und das einzige, das noch existiert. Es ist ungeheuer wichtig für das flämische maritime Erbe. Wenn es ein Schiff zu bewahren gilt, dann dieses“, sagt Eric van Hooydonk, auf Seerecht spezialisierter Anwalt und Vorsitzender des flämischen Dachverbands für das maritime Erbe „Watererfgoed Vlaanderen“.

So
http://www.das-ist-rostock.de/artikel/48732_2013-01-21_verkauf-ist-keinesfalls-rechtsgueltig/

Zum Schiff, das 1950 vom Stapel lief:
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_B%C3%BCchner_(Schiff)


Foto: Sir James http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Heather Morrison in SCHOLCOMM list:

Sage Open has reduced their open access article processing fee to $99 per article. The announcement is posted here:
http://www.uk.sagepub.com/aboutus/press/2013/jan/24_jan.htm

This is not the first OA publisher to come out with prices in this range. PeerJ, established by Peter Binfield (formerly PLoS ONE), has open access fees on a lifetime membership basis starting from $99.

This raises some interesting questions. For example:

What is the real cost of publishing in an open access online environment? Sage OPEN and PeerJ are both commercial companies. If $99 is sufficient to cover the costs of coordinating peer review and publication, why would anyone pay even the $1,350 charged by PLoS ONE, never mind the $3,000 plus charged by some of the traditional publishers under hybrid arrangements?

http://www.embl.de/aboutus/communication_outreach/media_relations/2013/130123_Hinxton/index.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/shakespeare-sonette-in-dna-geschrieben-a-879406.html

"Das größte Hindernis bei der Anwendung des Verfahrens sind derzeit die Kosten. Vor allem die Synthetisierung der DNA sei noch sehr teuer, so das EMBL. Interessant sei das Verfahren dennoch vor allem bei Daten, die nicht so oft abgerufen werden müssen. "DNA ist unglaublich klein, dicht und braucht keine Stromversorgung bei der Lagerung, so dass auch Transport und Aufbewahrung einfach sind", so Goldman.

Er und sein Team schätzen die Kosten für die Speicherung auf derzeit rund 9.300 Euro pro Megabyte und etwa 170 Euro für die Decodierung. Sie vermuten, dass die Kosten innerhalb der nächsten zehn Jahre so weit sinken, dass sich die DNA-Speicherung schon bei Daten lohnt, wenn sie für weniger als 50 Jahre archiviert würden."

http://www.e-sequence.eu/

Mit Audiodateien.

"Es ist eine Geschichte der Verbote und des Widerstands, der Unterdrückung und der Subversion, des Hohns und Spotts sowie der Erfolge und Triumphe."

Mareike König hat die Autorinversionen (deutsch/französisch) ihres Artikels über den deutschen Frauenfußball in HAL zugänglich gemacht:

http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00777914
http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00777902

Merci!

Via
https://plus.google.com/u/0/109199221833785751288/posts/KXUo3X3cMoo

Am 23. Februar 2013 jährt sich zum dritten Mal der viel zu frühe Tod von Klaus Zechiel-Eckes (kurzer Nachruf mit Foto).

Auch aus diesem Anlass findet am 22./23. Februar 2013 in Köln, wo Zechiel-Eckes zuletzt lehrte und forschte, ein Workshop zu neueren Pseudoisidor-Forschungen statt: Fälschung als Mittel der Politik? Pseudoisidor im Licht der neuen Forschung.

Wer sich zur Vorbereitung (oder einfach so) einlesen will, findet online die wichtigsten Quellen und zentrale Literatur. Hier ein paar Hinweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Zechiel-Eckes gelang es, zwei Arbeitshandschriften aus Corbie, an denen sich noch Benutzungsspuren der Fälscher nachweisen lassen, ausfindig zu machen. Damit rückte die Person des Paschasius Radbertus, des Abtes von Corbie, in die erste Reihe der Verdächtigen, Urheber dieses groß angelegten Fälschungsvorhabens zu sein, über dessen Hintermänner und Intention die Forschung auch heute noch rätselt.

Die beiden Aufsätze, in denen über diesen aufsehenerregenden Fund berichtet wird, sind online zugänglich:

Klaus Zechiel-Eckes, Zwei Arbeitshandschriften Pseudoisidors. (Codd. St. petersburg F. V. I. 11 und Paris lat. 11611), in: Francia 27 (2000) S. 205–210 bei Francia-Online

und:

Klaus Zechiel-Eckes, Ein Blick in Pseudoisidors Werkstatt. Studien zum Entstehungsprozess der falschen Dekretalen. Mit einem exemplarischen editorischen Anhang (Pseudo-Julius an die orientalischen Bischöfe, JK +196), in: Francia 28 (2001) S. 37–90 bei Francia-Online (vgl. hierzu auch die Rezension im DA 60 (2004) S. 281 von Rudolf Pokorny).

In seinem Beitrag zu dem Tübinger Fälschungskolloquium zu Ehren von Horst Fuhrmann hat Zechiel-Eckes seinen Verdacht erhärtet und weiter dargelegt, weshalb er glaubt, mit Paschasius Radbertus den wahrscheinlichen Urheber der Fälschungen enttarnt zu haben:

Klaus Zechiel-Eckes, Auf Pseudoisidors Spur, oder: Versuch, einen dichten Schleier zu lüften, in: Fortschritt durch Fälschungen? Hg. von Wilfried Hartmann und Gerhard Schmitz (2002) S. 1–28 PDF.

Auch allgemeinere Informationen zu Pseudoisidor finden sich im Netz:

Lotte Kéry, Canonical collections of the early Middle Ages (ca. 400–1140). A bibliographical guide to the manuscripts and literature (1999) S. 100–114 steht bei Google Books als Ausschnitt zur Verfügung.

Es gibt eine englische Übersetzung des Vorworts.

Bis Ende 2011 führte Eric Knibbs sein Weblog Reading Pseudo-Isidore, in dem er in die Hintergründe der Überlieferung einführt, neuere Forschungsansätze diskutiert und verschiedene Pseudoisidor-Passagen einer ausführlichen Lektüre unterzieht. Am besten liest man zum Einstieg die im Blog am rechten Rand verlinkten fünf Einleitungs-Artikel mit einem Supplement-Text.

Vom kritischen Textbestand her am besten ist heutzutage vermutlich die Webseite von Karl Georg Schon. Wem das zu sehr Baustelle und noch zu provisorisch ist, der kann online auch auf einige der gedruckten Pseudoisidor-Ausgaben zugreifen. Leider konnte ich von der Erstausgabe Jacques Merlin, Tomus primus quatuor conciliorum generalium, Quadraginta septem conciliorum provincialium authenticorum, ... (Paris 1524) keine Online-Fassung finden, wohl aber von späteren Auflagen (z. B. Köln 1530). Im Grunde verwendet man die Merlin-Ausgabe ohnehin über den Nachdruck bei Migne, PL 130, den es gleich mehrfach im Netz gibt. Ansonsten greift man standardmäßig auch noch zu der bislang maßgeblichen Ausgabe von Paul Hinschius, Decretales Pseudo-Isidorianae et Capitula Angilramni (1863).

Materialien zu den pseudoisidorischen Fälschungen finden sich auch auf den Seiten zu Benedictus Levita, darunter auch der noch immer einschlägige Artikel von Emil Seckel: „Pseudoisidor“, Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche3 16 (1905) S. 265–307, sowie eine Transkription der Collectio Hispana Gallica Augustodunensis, die in enger Verwandtschaft zu den Konzilstexten Pseudoisidors steht, sowie natürlich die maßgeblichen Texte der Falschen Kapitularien des Benedictus Levita, die ebenso dem Komplex der pseudoisidorischen Fälschungen zugerechnet werden.

Als Referenz noch der Hinweis auf Isidorus, pseudo, Decretales bei den Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters.

Digitalisierte Handschriften

Von den über 80 Handschriften, die zumindest Auszüge aus den falschen Dekretalen enthalten, konnte ich auf die Schnelle wenigstens ein paar online finden:

Albi, Bibl. municipale, Ms. 30

Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. can. 4

Köln, Dombibliothek, 113

Köln, Dombibliothek, 114

New Haven, Yale University, Beinecke Library 442

Sankt Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 670

Radenci20082011

Danke nach Speyer!

Am 11. Mai 2012 richtete ich eine Anfrage zu dem Torgauer Turnier, von dem Vulpius berichtet

http://archiv.twoday.net/stories/96986323/

an das Hauptstaatsarchiv Weimar. Erst jetzt bekam ich von Frau Blaha eine Antwort.

Die von Vulpius in den „Curiositäten …, Bd. 8“ geschilderten Ereignisse bei einem Turnier in Torgau
am 16. November 1540 können quellenmäßig belegt werden (ThHStA Weimar, Ernestinisches
Gesamtarchiv, Reg. D 129). Es handelt sich um ein Doppelblatt mit der zeitgenössischen Aufschrift
Turnir Zetel a[nn]o 1536. „1536“ ist allerdings später mit Bleistift gestrichen worden. Das Dokument
beginnt Vortzaichnus des turners, von anderer Hand ist später zugesetzt worden zu Torgau Dinstags nach
Martini 1540. Der Schrift nach passt dieser Zusatz nicht ins 16. Jahrhundert. Verzeichnet wurde das
Dokument erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Schrift der Verzeichnung und die des Datierungszusatzes in der Überschrift stimmen nicht überein.

Im Großen und Ganzen folgt Vulpius der Darstellung auf dem Zettel, allerdings ist nie von einem
Ritter vom goldenen Rade, sondern immer nur von einem ritter vom Rade die Rede. Der unter 10.
aufgeführte Kontrahent heißt Rabitz, ein Vorname ist nicht genannt (Vulpius: „Christoph von
Racknitz“). Vornamen fehlen im Dokument auch für Nr. 3 (Konritz) und Nr. 4 (im Dokument Gruner;
Vulpius: „Albrecht von der Grün“). Zudem ist Nr. 4 von Vulpius sehr ausgeschmückt. Das Original
lautet: Ritter vom Rade und Gruner haben mit den spiessen zusammen gerant und gefelet, aber sich mit den schwert[ern]
wol geschlag[en] und darvon abgetzog[en], also kein Wort von „Gaulen (Rossen)“. Sollte sich Vulpius
verlesen haben (Spiessen – Rossen)?

Der Bräutigam Christoph von Harstall war 1540 Amtmann auf der Wartburg und verheiratet mit
Barbara von Schönberg. Dass Christoph von Harstall als Bräutigam gekennzeichnet und unter 10 ein
Christoph von Schönberg Kontrahent des Ritters vom Rade ist, lässt die Vermutung zu, dass es sich
um ein Turnier zur Hochzeit des Christoph Harstall mit Barbara Schönberg handelte. Ihr Bruder,
Heinrich von Schönberg, war Hofmarschall am Hofe Johann Friedrichs des Großmütigen von Sachsen
(1540-1547).

Aus unserer Sicht handelt es sich bei dem vorliegenden Dokument um keine Fälschung, aber das
Datum wurde eindeutig manipuliert. Um die Datierungsfrage eindeutig zu klären, müssten die
Amtsrechnungen von Torgau sowie die kurfürstlichen Schatull- und Kammerrechnungen, Küchbücher
und Lagerbücher des kurfürstlichen Hofes (ThHStA Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. Bb)
mindestens für die Jahre 1536 und 1540 auf entsprechende Anhaltspunkte durchgesehen werden. Führt
das nicht zum Ziel, ist ein weiterer Anhaltspunkt der Aufenthalt des Herzogs Moritz von Sachsen, des
Herzogs Johann Ernst von Sachsen sowie des Grafen Christoph von Mansfeld in Torgau. Dazu sind
neben dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar die Staatsarchive des Freistaates Sachsen und des
Landes Sachsen-Anhalt zu konsultieren. Letztlich kann auch der Vermutung nachgegangen werden,
dass es sich um ein Turnier anlässlich der Hochzeit des Christoph von Harstall mit Barbara von
Schönberg handelt, um mit dem Hochzeitsdatum das korrekte Datum für das stattgefundene Turnier
zu erhalten.


Auch wenn keine komplette Fälschung vorliegt (wie bei anderen Vulpius-Texten nachweisbar), so warnen doch die festgestellten Ausschmückungen davor, Vulpius' Texte als authentische Wiedergaben seiner Vorlagen anzusehen.

Das Stadtarchiv Torgau meldete am 11. Mai 2012: "das Stadtarchiv Torgau ist derzeit aus Krankheitsgründen geschlossen. Der Dienstbetrieb ist deshalb nur eingeschränkt möglich. Wir bitten um Verständnis, dass die Bearbeitung Ihrer Anfragen leider nur mit zeitlicher Verzögerung erfolgen kann." Bis heute gab es keine Antwort.

#forschung

Wolfgang Dobras: Willigis und das Mainzer Rad. Eine Sage und ihre Funktion im Wandel der Geschichte. In: Mainzer Zeitschrift 106/107 (2011/12), S. 197–216
http://www.gaestefuehrungen-mainz.de/material/download/dobras.pdf

Der gründliche Aufsatz beschäftigt sich mit der Traditionsbildung um die Herkunft des im Jahr 1011 gestorbenen Mainzer Bischofs Willigis, der vom Spätmittelalter ab bis ins 19. Jahrhunderts als Sohn eines Wagners galt. (Online-Nachweise zu Willigis und der Sage habe ich in Wikisource zusammengetragen, worauf wegen genauerer Zitate verwiesen sei.)

Dobras geht von der Sagenversion der Brüder Grimm aus, die den Stoff im zweiten Band der "Deutschen Sagen" (1818, Nr. 468, jüngere Zählung Nr. 474) präsentierten. Ihre Hauptquelle war die Thüringische Chronik banges (1600), nur der letzte Satz stammt aus der Gmünder Kaiserchronik (zweiter Teil der 1485 erstmals gedruckten Schwäbischen Chronik Thomas Lirers), in der es heißt:

"Vnder dem kaiser do was ains armen wagners sun Bischoff zuo Mentz. der hieß Willigis. der het von demüetigkeit wegen ain pfluogßrad bey seiner bettstat hangen. vnd het dar ein mit grossen güldin buochstaben geschriben. Willigis Willigis gedenck von wannen du kumen seiest. Vnd darumb so habent die von Mentz noch heüt deß tags ain pfluogßrad in irem baner vnd auch das bistumb von Mentz von deß wagners wegen. vnd ist allso da mit betzaichnet vnd bestetiget " (o über u = uo).

Die Version mit den hochmütigen Domherrn, die von Bange zu den Brüdern Grimm gelangte und von diesen zu August Kopisch, dessen hübsches Gedicht Dobras nicht erwähnt, findet Dobras zuerst bei Johannes Rothe. In der mainzischen Bistumschronistik dominiert jedoch eine kürzere Fassung, die vom Spott der Kanoniker nichts weiß. Der älteste Beleg überhaupt stammt aus der Erfurter Chronica minor (um 1260). Wichtig für die Verbreitung waren die "Flores temporum" und später die Schedelsche Weltchronik (1493, lateinisch und deutsch).

Die Willigis-Tradition ist zugleich eine ätiologische Erzählung für das Mainzer Rad. Dobras kann zeigen, dass die Erwähnung von zwei Rädern in der Chronica minor auf zeitgenössische heraldische Belege verweist, die ebenfalls zwei Räder kennen. Seit dem 14. Jahrhundert ist ein einziges Rad das Wappen des Erzstifts Mainz.

Einige kleine Ergänzungen zum Aufsatz von Dobras: Bei Google Books findet man eine ganze Reihe von Zeugnissen für die frühneuzeitliche Verbreitung der Tradition (für die Zeit vor 1800 vermeide ich ja den Begriff Sage). Ich greife Predigten von Cyrillus Riga 1759 und Nachweise über viele Erwähnungen in gelehrten Werken im lateinischen wappenrechtlichen Werk von Hoepingk 1642 heraus. Hans-Jörg Uthers Ausgabe "Deutsche Sagen" Bd. 2, 1993 ist aufgrund der Nachweise aus der Erzählforschung stets neben Röllekes Ausgabe von 1994 heranzuziehen. Er verweist bei Nr. 474 auf Lutz Röhrich, Sage und Märchen (1976), S. 115f.; Rehermann, Das Predigtexempel bei protestantischen Theologen (1977), S. 506 Nr. 18 und Dömötörs Katalog der ungarischen protestantischen Exempel (1992), Nr. 356.

Die Chronik des Adam Ursinus ist mit um 1500 immer noch zu früh angesetzt (Dobras Anm. 4), da dessen sonst bekannte Publikationen erst 1565 einsetzen (Werkliste).

Erwähnung hätte verdient, dass in der Kirche des Mainzer Stifts St. Stephan, einer Willigis-Gründung, eine Bildtafel mit lateinischer Inschrift die Tradition wachhielt (siehe von der Gönne 2007 nach den Deutschen Inschriften). Der knieende Willigis hatte ein Radschild zu Seite und schaute auf ein Schriftband "Willigise, unde veneris, nosce" (von dem Jesuiten Gamans im 17. Jahrhundert notiert).

Eine wohl am Anfang des 15. Jahrhunderts entstandene deutschsprachige Version der Willigis-Erzählung blieb Dobras unbekannt. Sie entstammt der ungedruckten Langfassung der "Gmünder Kaiserchronik" und ist bequem durch das Digitalisat des Heidelberger Cpg 5, Bl. 58v zugänglich (Transkription auf Wikisource). Zur Gmünder Kaiserchronik habe ich mich ausführlich in meiner Dissertation 1987 geäußert. Der Cpg 5 ist wohl die älteste Handschrift, der neue Heidelberger Katalog setzt ihn vorsichtiger als ich in das erste Viertel des 15. Jahrhunderts (ich berief mich auf eine Auskunft von Richard Weber, der damals eine Edition der Chronik vorbereitete, zu den Wasserzeichen: um 1406/14). Vielleicht darf man das zweite Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts annehmen. Zwischen 1376 und der Datierung der Heidelberger Handschrift muss die Gmünder Kaiserchronik entstanden sein.

Neben den Lirer-Inkunabeln (ab 1485, zunächst in Ulm gedruckt) waren mir 14 von der Druckfassung unabhängige Handschriften bekannt. Ein kurzes Bruchstück in den Deichsler'schen Sammlungen im Staatsarchiv Nürnberg identifizierte später Joachim Schneider. Vier Handschriften, darunter der Cpg 5, überliefern eine Langfassung B.

Peter Johanek und Richard Weber sprachen damals der Langfassung B die Priorität gegenüber der mit einer Erwähnung von Schwäbisch Gmünd im Prolog versehenen Kurzfassung A (durch den Dinckmut-Druck und die späteren Drucke bekannt) zu. Ich habe für das umgekehrte Verhältnis plädiert (1987, S. 162-168). Die Hauptquelle der Gmünder Kaiserchronik, die lateinische Glosse zum Geschichtswerk des Hugo von Reutlingen, hatte ich zu spät ermittelt, um mich noch hinsichtlich der Frage nach der Abhängigkeit der beiden Fassungen darauf stützen zu können. Was B hat, sind, blickt man auf die Quelle, tatsächlich Erweiterungen. Wäre es anders, hätte der Redaktor von A anhand der lateinischen Vorlage die Langfassung B wieder auf die Angaben der Vorlage zurechtstutzen müssen, was man kaum annehmen darf. Bei Willigis vermeidet B die Nennung des Namens Willigis, während A ihn hat. Wäre die Fassung von B ursprünglich, hätte A aus einem anderen Geschichtswerk den Namen ergänzen müssen.

Ignoriert hatte ich die Hinweise Johaneks (in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtzsein im späten Mittelalter, 1987, S. 322) auf eine mittelrheinische Provenienz der Langfassung B, die auch zum Mainzer Bischof Hatto Sondergut hat. Man kann sich leicht anhand des Digitalisats einer zweiten B-Handschrift, des Münchner Cgm 331, davon überzeugen, dass Johanek diese Zusätze fälschlich der von ihm irrig an den Mittelrhein gesetzten Heidelberger Handschrift (Schreibsprache: bairisch) zuwies. Sie gehören der Fassung B als Ganzes an. Diese dürfte nach der Langfassung A am Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts am Mittelrhein (eventuell in Mainz?) zusammengestellt worden sein.

Die eigenständige Willigis-Tradition der im Cpg 5 überlieferten Langfassung B der Gmünder Kaiserchronik besteht aus zwei Erzählungen: aus einer ätiologischen Erzählung über den Ursprung des Mainzer Wappens und einer Erzählung über das Verhalten des Erzbischofs gegenüber seinem Vater, dem Wagner. Zunächst wird berichtet, dass sich Bürger des Mainzer Stadtrats und die Domherren, die weder Wappen noch Banner bis dahin geführt haben, zu dem Bischof begeben, um ihn zu bitten, er möge vom Kaiser für das Bistum, das Stift und die Stadt Mainz ein Wappen erwirken, damit sie in Feldzügen kenntlich seien. Der Bischof lehnt dies unter Hinweis auf seine bäuerliche Herkunft ab. Als Bischof will er ein Pflugrad im Banner führen, die Stadt Mainz soll zwei Pflugräder und der Dom (also das Domkapitel) den Patron St. Martin führen. Die zweite Erzählung: Bei einer festlichen Veranstaltung lädt der Bischof auch seinen Vater ein, der von den Domherren kostbar eingekleidet wird, da er als schlichter Wagner erschienen war. Aber der Bischof verleugnet seinen Vater und lässt ihn erst dann am Tisch - vor der Ritterschaft - Platz nehmen, als dieser wieder sein Fell angezogen hat.

Dobras meinte, dass der Text aus dem Cpg 5 "möglicherweise Bestrebungen des Domkapitels widerspiegelt, das um 1475 auch über das Wappen die Abhängigkeit der Stadt vom Erzstift nachzuweisen versuchte" (Mail vom 9.1.2013) und verwies auf ein Schreiben von 1475 (vgl. Dobras S. 212 mit Anm. 73), mit dem das Domkapitel die Herrschaft über die Stadt Mainz auch mit dem Wappen begründen wollte. Ich weiß nicht, ob man so weit gehen sollte, denn eine Abwertung der Stadt Mainz zugunsten des Domkapitels ist nicht erkennbar, sieht man davon ab, dass dieses den Dom- und Stiftspatron St. Martin führen darf.

Die ganze Passage unterstreicht die Demut des Erzbischofs, aber auch die ständische Ordnung. Es ist ein Exemplum nicht nur für humilitas, sondern auch für die Gültigkeit der Standesschranken. Willigis soll stets seiner Herkunft eingedenk sein, sein auf diese Herkunft bezügliches Rad hat als Unterscheidungszeichen keinerlei unehrlichen Beigeschmack und ist vollauf ausreichend, und der Vater muss auch in der Kleidung seinem bäuerlichen Stand verbunden bleiben. Dass es ein Wagnerssohn so weit gebracht hat, ist nur auf den ersten Blick ein Beispiel für soziale Mobilität. Die Erweiterungen der Langfassung B schärfen jedoch ein, dass die soziale Ordnung dadurch nicht gesprengt werden darf: Schuster bleib bei deinen Leisten!

#forschung
#erzählforschung


Ärgerlich! Die Projektdatenbank ist in der Aufbauphase nur intern zugänglich, die Website weitgehend nutzlos:

http://lapidat.uni-trier.de/

Via Maria Rottler: Das twittern/posten/teilen die anderen: #HistMonast (3). In: Ordensgeschichte. Ein interdisziplinäres Gemeinschaftsblog zur Geschichte von Klöstern und Orden vom 23. Januar 2013. Online:
http://ordensgeschichte.hypotheses.org/1985

Update: http://archiv.twoday.net/stories/528987710/

http://www.datenschutz-bayern.de/tbs/tb25/tb25.pdf

Wie üblich netzfeindlich.

Der Datenschutzbeauftragte wies meine Eingabe zum Regensburger Stadtarchiv zurück http://archiv.twoday.net/stories/233330677/, fand aber nichts dabei, dass auswärtige Benutzer gezwungen werden, persönliche Daten gegenüber privaten Dienstleitern zu offenbaren.

Die extreme Hysterie dieses angeblichen Experten zeigt sich auch daran: "In einer kleinen Gemeinde ist typischerweise davon auszugehen, dass jeder
Praktikant zumindest einen Großteil der Gemeindebürger und -bürgerinnen persönlich kennt. Da in der Gemeinde aber viele schutzwürdige Daten der Gemeindebürger – und bürgerinnen verarbeitet und genutzt werden, besteht hier das Risiko der zweckwidrigen Verwendung durch einen Praktikanten. " Daraus kann man folgern, dass auch Kommunalarchive in kleinen Gemeinden keine Praktikanten aus der eigenen Kommune beschäftigen dürfen, da diese unweigerlich mit geschützten personenbezogenen Daten in Berührung kommen, wenn sie einen umfassenden Einblick in die Archivarbeit erhalten, was Sinn und Zweck eines Praktikums ist.

Abstrus auch 6.1: Veröffentlichung von kommunalen Amtsblättern im Internet.

Das bayerische Archivgesetz wird erwähnt: 7.4 Aufbewahrung psychiatrischer Patientenunterlagen.

Was Schmalenstroer dazu meint:

http://schmalenstroer.net/blog/2013/01/bezahltes-editieren-in-der-wikipedia/

Mehr dazu:

http://library-mistress.blogspot.de/2013/01/connotea-wird-am-12-m-eingestellt.html?m=1

Das Open-Access-Tracking-Projekt wird von "Tagteam" in Harvard weitergeführt:

http://archiv.twoday.net/search?q=tagteam

http://www.bpi.claudiaugusta.it/de/libriantichi.cfm

Während sich die deutsche Landesbibliothek "Dr. Friedrich Teßmann" in Bozen sich bei der Digitalisierung an mitteleuropäischen Standards orientiert, sind die wenigen Digitalisate aus dem Altbestand der italienischen Landesbibliothek Claudia Augusta nur mit schändlichem großen Wasserzeichen zu benutzen.

Wieder eines jener italienischen Schrott-Projekte, die die Welt nicht braucht.


"Die ehemalige Stralsunder Stadtarchivarin, Regina Nehmzow, will weiter juristisch gegen ihre Kündigung angehen. Ein Gütetermin in dem Rechtsstreit zwischen Nehmzow und der Stadt ist am Dienstag ohne Ergebnis verlaufen. Das Angebot der Stadt, die außerordentliche Kündigung in eine normale umzuwandeln, hat sie abgelehnt."

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/stralsundbuchschatz115.html

Mit Nehmzow hatte man den Bock zum Gärtner gemacht. Auch wenn die Verdachtskündigung übereilt war: eine solche Person darf kein Archiv leiten!

http://archiv.twoday.net/search?q=stralsund

"Door de inzet van ruim 1600 vrijwilligers zijn 326.437 archiefstukken online doorzoekbaar en toegankelijk gemaakt. Binnen 18 maanden hebben de vrijwilligers de scans van militieregisters tweemaal ingevoerd en gecontroleerd op de crowdsourcingwebsite VeleHanden."

http://www.informatieprofessional.nl/nieuws/9626-1600-vrijwilligers-ontsluiten-300000-archiefstukken.html

Hierzulande ist von archivischem Crowdsourcing noch keine Rede.

Es wird beleuchtet von:

http://leserhunger.archivauskunft.de/2013/01/landesarchiv-berlin-revisited/

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften macht ihre Handschriftenkataloge nicht Open Access zugänglich. Früher gab es nur die Kopfzeile und die Textanfänge im Netz, bei dem jetzt erschienenen Katalog der Klosterneuburger Handschriften Cod. 201-300 gibt es weit mehr Informationen (einschließlich vielen digitalisierten Schlüsselseiten):

http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/mssList.php?cat=KLN3

Hingewiesen sei auch auf das neue Projekt "Mittelalterliche Handschriften in Südtirol":

http://manuscripta.at/_scripts/php/ST.php

Cod. 257

http://www.history.ac.uk/research-training/courses/online-palaeography

http://www.histbib.eu/bibliographies/index

Enttäuschend! Statt einer gemeinsamen Abfragemaske nur die Vorstellung der einzelnen Projekte auf einer gemeinsamen Website.

vereinsarchivPräsi

Im Rahmen einer Veranstaltung für den Ehrenamtsserrvice des Kreises Siegen-Wittgenstein entstand eine Präsentation, die auf siwiarchiv einsehbar ist. Archivalia gab ebenfalls bereits 2008 entsprechende Hinweise.
Über Ergänzungen - auf siwiarchiv - würde ich mich freuen.

Eine berechtigte Hoffnung für mehr Transparenz.

http://www.vierprinzen.com/2013/01/wahlsieg-fur-rot-grun-in-niedersachsen.html



Das Staatsarchiv in Bamberg klagt seit Jahren über Platzmangel und deshalb sind viele Kilometer Archivgut ausgelagert worden. Nun können Pläne für einen Anbau konkretisiert werden. Präsentiert von Videovalis

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/plagiatsverdacht-uni-duesseldorf-leitet-verfahren-gegen-schavan-ein-a-879052.html

Siehe auch aus den letzten Tagen

http://www.hochschulverband.de/cms1/pressemitteilung+M5c6d8ea62f8.html

http://erbloggtes.wordpress.com/2013/01/22/schlechte-nachrichten-fur-schavan/

Schavan hat auch in späteren Publikationen unsauber gearbeitet, dies zeigt:

http://de.schavanplag.wikia.com/wiki/Schavanplag_Wiki

Für 20 Euro aufwärts untersucht das werbefreie http://politplag.de/index.php/Hauptseite die Doktorarbeiten "promovierter Kandidatinnen und Kandidaten zu den Wahlen 2013".

Last but not least der Hinweis auf die bisherigen Meldungen hier zur Causa Schavan:

http://archiv.twoday.net/search?q=schavan

Update:

Schmalenstroer findet PolitPlag eine ganz schlechte Idee:
http://schmalenstroer.net/blog/2013/01/politplag-eine-ganz-schlechte-idee/

http://web.nli.org.il/sites/NLI/English/library/news/Pages/dig-heb-manus-catalog.aspx

Um mit den Nachweisen im OPAC gut zurecht zu kommen, sollte man Hebräisch können.

Wo kämen wir denn dahin, wenn ein Trierer Projekt seine Materialien komplett im Internet präsentieren würde?

"Der hier zur Verfügung gestellte Katalog ist ein Auszug aus einer reicher annotierten Fassung, die für interne Zwecke zur Verfügung steht."

Es geht um frühgermanistische Editionen in der Mainzer Sammlung Schlosser:

http://sammlung-schlosser.uni-trier.de/katalog.html

Die Links zu Google-Books sind exrem lückenhaft.

Zur Sammlung Schlosser der Martinusbibliothek:

http://www.bistummainz.de/einrichtungen/martinus-bibliothek/Bestand/Schlosser-Bibliothek.html

Von Katharina Boll:

http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2012/7281/pdf/Boll_FS_Ehlert_formatiert_End.pdf

Siehe auch
http://de.wikisource.org/wiki/K%C3%BCmmernis


Nachweise und PDFs:

http://www.medeltidshandskrifter.se/Handskrifter/index-filer/Page385.htm

Eine ganze Reihe von Digitalisaten vor allem zur österreichischen Geschichte:

http://austria-forum.org/af/Web_Books

Ein Video:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau-aktuell/neustadt-aisch-kirchenbibliothek-100.html

Zur Bibliothek:

http://viadru.euv-frankfurt-o.de/u?/viadru,10891 (Schnizer 1782-87)

http://fabian.sub.uni-goettingen.de/?Kirchenbibliothek_%28Neustadt/Aisc%29

Brigitte Pfeil teilt mit, dass ihre hilfreiche Zusammenstellung wieder online ist unter:

http://www.ub.uni-kassel.de/handschriftenkatalogeonline.html

velenje2007

Danke nach Speyer!

Vor kurzem (2013) erschien der abschließende vierte Band des Briefwechsels von Johannes Reuchlin, in dem Nr. 394 nach dem alten Abdruck von Ulmann 1872

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11001407_00424.html

ediert werden musste, da Ulmann keine Archivsignatur, nur Ernestinisches Gesamtarchiv, angegeben hatte und das Archiv zwei Anfragen dazu nicht beantwortet hatte. Dass man so etwas in einem solchen Grundlagenwerk lesen muss, ist kein Ruhmesblatt für das staatliche Archivwesen Thüringens.

Ich werde in Weimar mal nachhaken, möchte aber Freunde des Suchens über Klassifikation in Pertinenzbeständen schon jetzt zu einem heiteren Ratespiel auffordern. In welcher Abteilung des Gesamtarchivs könnte die Bitte Reuchlins am 3. Januar 1521 an Kurfürst Friedrich, ihn gegen seine Gegner (die Dominikaner und Kölner Theologen) zu unterstützen, am ehesten stecken?

Gliederung des nach Pertinenzgesichtspunkten geordneten Bestands (nur für die Reichstagssachen Gruppe E liegt ein Online-Findbuch vor):

http://www.archive-in-thueringen.de/index.php?major=archiv&action=tektonik&object=archiv&id=225

Ulmann könnte in Reg C "Franz von Sickingen gegen Landgraf Philipp von Hessen (1512-1542)" genutzt haben, aber davon bitte bei Antwortversuchen nicht beeinflussen lassen!

Die Nichtbeantwortung der Anfrage des Akademieprojekts gehört sicher in die Gruppe Ss "Peinliche Sachen" ...

Update: Am 24. Januar 2013 nahm Frau Blaha zu meiner Anfrage Stellung:

"der Reuchlin-Forschungsstelle sind mit Schreiben vom 28. Juni 2001 Kopien von Schreiben Reuchlins
im Zusammenhang mit der Berufung Melanchthons von Tübingen nach Wittenberg (1518) in Aussicht
gestellt worden. Außerdem wurde mitgeteilt, dass ein gesuchtes Trostschreiben nicht ermittelt wurde,
aber auf drei andere, im Zusammenhang mit der Verfolgung Reuchlins u. a. durch den Predigerorden
stehende Schreiben hingewiesen, die der Forschungsstelle bis dahin offensichtlich nicht bekannt
gewesen waren. Von diesen hat die Reuchlin-Forschungsstelle am 20. August 2001 ebenfalls Kopien
erhalten.
Grundlage der Recherche bildete die sogenannte „Zettelregistrande“ zum Ernestinischen
Gesamtarchiv, eine Art bestandsübergreifender Index aus dem 16. Jahrhundert. Insofern ist das Akademie-Projekt durch das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar durchaus unterstützt worden.
Der Zeitaufwand für weitergehende Recherchen wäre angesichts einer knappen Personaldecke, ständig
wachsenden Arbeitsaufgaben, einer Vielzahl wissenschaftlichen Anfragen sowie auch die gestiegenen
Wünsche und Erwartungen der Benutzer nicht vertretbar gewesen.
Weitere schriftliche Nachfragen des Bearbeiters (Dr. Dall’Asta), der auf die angebotene eigene Suche
vor Ort verzichtet hat, sind in unserer Dienstregistratur nicht nachweisbar.
Eine Suche nach dem Dokument müsste sich vor allem die Bestände ThHStA Weimar, Ernestinisches
Gesamtarchiv, Reg. N (Religionswesen) und Reg. O (Spalatin, Wittenberg, Jena, Ehesachen)
konzentrieren. Da das Dokument im Zusammenhang mit der Sickingen-Fehde steht, was uns damals
allerdings durch den Bearbeiter nicht mitgeteilt wurde, ist auch der Bestand ThHStA Weimar,
Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. C (Auswärtige Angelegenheiten) eine erfolgversprechende Option,
wie Sie richtig vermuten. Eine Durchsicht der Bestände einschließlich der Akten müssen jedoch
von potentiellen Interessenten zu den unten angegebenen Benutzungszeiten nach (telefonischer)
Voranmeldung in unserem Benutzerraum im Archivgebäude am Beethovenplatz selbst vorgenommen
werden."

Ein klares Bild des Vorgangs lässt sich daraus nicht entnehmen. Jämmerlich, dass Weimar noch nicht einmal jetzt willens war, wenigstens die Sickingen-Akten zu überprüfen.

http://www.vda.archiv.net/aktuelles/meldung/205.html

Die Stadtbücherei von Troy, Michigan, hatte zu ihrer finanziellen Rettung eine sensationelle Kampagne gestartet – die Ankündigung einer Bücherverbrennung:
http://vimeo.com/35758683

Diese Aktion gehört nach einem gerade veröffentlichten Branchenbericht zu den neun kreativsten Kampagnen der letzten Jahre:
http://www.gunnreport.com/about/guest-contributor/

Archive in der Krise? Weder Stralsund noch Köln sind Vorbilder – Troy aber vielleicht schon.

Michael Hochedlinger hat eine 500 Seiten starke "Österreichiche Archivgeschicte" verfasst, die im Böhlau Verlag erschienen ist. Möglicherweise auch für einige der hier Lesenden interessant.
Link: http://www.boehlau-verlag.com/978-3-205-78906-2.html

Soeben entdeckte ich eine Ausschreibung. Das Land Berlin – Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin sucht unter eine "Rah­men­ver­ein­ba­rung über ex­ter­ne Ar­chi­vie­rung di­ver­ser Ak­ten­be­stän­de für das Jus­tiz­port­fo­lio in Ber­lin". Dahinter verbirgt sich im Detail: https://my.vergabeplattform.berlin.de/remote/bekanntmachung.pdf?form_id=618306&lv_id=47826

Interessant sind die geforderten Qualifikationen: Keine - außer billig sein. Kein Wort über für Archivalien geeignete Raum- und Klimabedingungen etc. Eine Betriebshaftpflicht bis 5 Millionen und eine alte NVA-Baracke genügen und man wird Archivar.

https://my.vergabeplattform.berlin.de/remote/bekanntmachung.pdf?form_id=618306&lv_id=47826
Man achte darauf, daß der niedrigste Preis nicht ausschlaggebend ist, sondern das wirtschaftlichste Angebot ...

TriestMaribor2008

Danke nach Speyer!

Der 1823 in Darmstadt gedruckte Verkaufskatalog der Handschriften ist online:

http://books.google.de/books?id=EE8VAAAAQAAJ

Sir Thomas Phillipps erwarb die ganze Sammlung, siehe die Projektbeschreibung mit wichtigen Materialien als PDF

http://www.miltongatch.us/the_book_collections_of_leande.html

Eß-Handschriften in der Burke Library (und Inkunabeln mit Provenienzangaben):

http://www.miltongatch.us/CatalogiB_C.pdf

Der Katalog von 1823 wurde ausgewertet für

http://dla.library.upenn.edu/dla/schoenberg/index.html

Ess besaß kaum deutschsprachige Handschriften und von diesen waren die meisten niederdeutsch. Nr. Nr. 219, eine Twinger-Handschrift, heute in Straßburg:

http://www.handschriftencensus.de/9095

Zu Ess/Eß als Handschriftensammler liegt mir vor:

Milton McC. Gatch, ed., 'so precious a foundation': The Library of Leander van Ess at the Burke Library of Union Theological Seminary in the City of New York, New York, 1996

Siehe auch: Knaus, Hermann: Die Handschriften des Leander van Eß / Hermann Knaus. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 1 (1956), S. 331-226 (non vidi, so der Katalog 1996, offenbar falsch zitiert im MGH-OPAC u.a.)

Über 40 Handschriften mit Eß-Provenienzen (samt Schlüsselseiten online):

http://www.digital-scriptorium.org

(Das Scriptorium ist wieder in Berkeley beheimatet, was bedeutet, dass alle früheren Direktlinks nur auf die Hauptseite gehen.)

http://avanti.wlb-stuttgart.de/bfz/plakat/index.php

Die ca. 2500 Abbildungen sind unbrauchbar, da viel zu klein.

Originalgröße

Oosterman ist Spezialist für spätmittelalterliche und frühneuzeitliche niederländische Literatur.

http://radboud.academia.edu/JohanOosterman

Es gibt auch einen deutschsprachigen Aufsatz, in dem man S. 40f. etwas zum Darfelder Liederbuch als "Frauenalbum" lesen kann.

wien2004

Dank nach Speyer!

Das Internet ist ein gigantischer Fundort für Texte, Bilder, Musik und andere Inhalte. Wer sie in eigenen Texten oder Videos, auf Websites oder in Social Networks verwenden möchte, sollte wissen, welche Regeln fürs Zitieren gelten.

Lesenswert!

http://irights.info/?q=content/zitieren-im-www

Die Auswertung von VroniPlag zur Dissertation von Dr. Jürgen Goldschmidt 2009:

http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Jg

"145 von 454 Seiten, 31.94%, 30 Seiten mit 50%-75% Plagiatstext, 27 Seiten mit mehr als 75% Plagiatstext"

Zum Fall:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12409384/62249/Forsts-Stadtchef-Juergen-Goldschmidt-FDP-soll-seinen-Doktor.html

Die Konsequenz der TU Berlin jetzt: Kein Titelentzug!

http://idw-online.de/pages/de/news515556

Die TU Berlin wird Dr. Jürgen Goldschmidt den Doktortitel nicht entziehen. Das entschied auf der Grundlage der Empfehlung des Promotionsausschusses der Präsident der TU Berlin am 14. Januar 2013.

Dr. Goldschmidt hatte seine an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt eingereichte Dissertation „Management des Stadtumbaus unter Berücksichtigung der städtebaulichen Rahmenbedingungen“ im Dezember 2009 verteidigt. Im April 2010 bekam er die Urkunde überreicht, mit der der akademische Grad „Doktor der Ingenieurwissenschaften“ verliehen wird. Im Sommer 2011 wurden Plagiatsvorwürfe öffentlich. Daraufhin prüfte der Promotionsausschuss den Vorgang. Am 14. Januar 2013 entschied der Präsident der TU Berlin, den Doktortitel nicht zu entziehen. Dafür gibt es folgende Gründe: Der Promotionsausschuss kam zu dem Schluss, dass die wissenschaftliche Qualität der Dissertation von Herrn Dr. Goldschmidt nicht in Frage gestellt werden kann. Damit bleibt eine wesentliche Voraussetzung für die Verleihung des akademischen Grades nach wie vor bestehen. Außerdem konnte eine Täuschungsabsicht nicht erkannt werden. Es liegen in der Dissertation Mängel in der Zitierweise vor. Diese wirken sich allerdings nicht auf die Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung aus. Die TU Berlin erteilt Herrn Dr. Goldschmidt die Auflage, innerhalb einer bestimmten Frist seine Dissertation unverändert, aber mit korrekter Zitierweise vorzulegen.


Das ist schon dreist, finde ich.

Update: Nicht nur ich. Auf Empörung stößt der Freispruch dagegen bei VroniPlag Wiki. „Ich bin überrascht, dass die TU sich trotz eindeutiger Textübernahmen nicht dazu durchringen kann, den Titel zu entziehen“, sagt Debora Weber-Wulff, Professorin und Plagiatsexpertin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die in dem Internetforum unter dem Pseudonym WiseWoman aktiv ist. Nach den Recherchen der Aktivisten enthalte die 450-seitige Arbeit auf fast 32 Prozent der Seiten Plagiate. Unter anderem habe Goldschmidt aus einer Broschüre des Bundesamts für Bauwesen seitenweise abgeschrieben, ohne die Quelle zu nennen, sagt Weber-Wulff. Sie frage sich, ob TU-Studenten sich bei Plagiaten künftig auf diesen Fall berufen könnten.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/plagiatsaffaeren-buergermeister-von-forst-nach-plagiatsverdacht-entlastet/7654954.html



Jetzt archiviert er auch noch .......

http://ultrabiblioteka.wordpress.com/2013/01/18/neue-kategorien-open-access-vollversagen-open-access-glanzleistungen/

Es nervt – nicht nur mich – schon seit langer langer Zeit: prinzipiell sehr interessante Literatur, entstanden in bibliothekswissenschaftlicher Forschung, die nicht digital und nicht frei zugänglich ist – und das von einem Berufsstand, der beständig von freiem Zugang zu Wissen schwafelt redet.

Aus dem gleichen Blog:

http://ultrabiblioteka.wordpress.com/2012/11/20/schmoren-im-eigenen-saft/

Dazu siehe auch den "Klassiker" in Archivalia, das übrigens am 5. Februar 2013 10 Jahre alt wird:

http://archiv.twoday.net/stories/2518568/ (August 2006)

"Im Jahr 2005 wurde im Staatsarchiv Ludwigsburg Fragmente einer liturgischen Handschrift aus dem 8. Jahrhundert entdeckt, die seither als die ältesten Schriftzeugnisse dieses Archivs gelten. Die Dokumente, die als Einband für eine spätmittelalterliche Rechnung verwendet worden waren, sind gleichzeitig die frühesten Zeugnisse aus der Bibliothek des 764 gegründeten Klosters Ellwangen. Mit Hilfe des Internet konnten die darin überlieferten Texte nunmehr identifiziert werden."

http://www.landesarchiv-bw.de/web/54714

Tschuldigung, aber wenn es sich um Predigten Ephraems handelt, dann ist das keine liturgische Handschrift!


Wen wunderts? Beisse nicht die Hand, die dich füttert.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/plagiatsaffaere-wissenschaftsorganisationen-verteidigen-schavan-a-878429.html

http://pages.citebite.com/d9v4g2o9spxs

Der Jurist Gärditz aus Bonn hatte vor einigen Tagen den Düsseldorfer Verfahrensablauf dagegen als völlig korrekt gewertet:

http://www.uni-duesseldorf.de/home/fileadmin/redaktion/Oeffentliche_Medien/Presse/Pressemeldungen/Bilder/Gutachten.pdf

Siehe hier:
http://archiv.twoday.net/search?q=schavan

Update:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/810198.eine-kraehe-hackt-der-anderen-kein-auge-aus.html

http://poynder.blogspot.de/2013/01/the-oa-interviews-ashry-aly-of-ashdin.html

Ein ausgesprochen hilfreicher Überblick von Richard Poynder.

http://ordensgeschichte.hypotheses.org/1918

Auch im zweiten Beitrag ist Archivalia gut vertreten.

Archivtasche MS1998

Danke nach Bielefeld!

Alle Taschen auf einem Blick findet man auf flickr. Alle Einträge auf Archivalia - wegen der Komentare: http://archiv.twoday.net/search?q=Archivtagstaschen

Im Preger'schen Katalog der Manuskripte des Historischen Vereins von Mittelfranken - siehe http://archiv.twoday.net/stories/97052702/ - fand ich zwei Handschriften zur Kemptener Geschichte, zu denen Dr. Daniel Burger vom Staatsarchiv Nürnberg am 8. Juni 2012 freundlicherweise Auskunft erteilte, da sie sich im Nürnberger Depositum des Vereins befinden.

Nr. 613: „Historia Campidonensis; von der alten statt Kempten, von dem schloss Hilermont, dessen
herkommen und gelegenhaith, dan von denen herren Fürsten und Äbbten des stüffts Kempten, von
Kayser Carl dem Grossen und seiner gemahlin Hildegardis und dem starcken Ritter Heinrich von
Kempten und andern alten begebenheiten“, 16. Jh. von einem ungenannten Verfasser, mit späteren
Nachträgen des ausgehenden 17. Jh. (bis 1677). Halbledereinband (18./19. Jh., 21,5 x 16,5cm,
0,02lfm), 65 gez. fol. zzgl. mehrere leere fol.

Nr. 614: Geschichte des Stiftes Kempten samt Wunderschilderungen, am Ende datiert 1494 und
1498 (deutsch, nur der auf dem sekundären Einband angebrachte Titel ist lateinisch: "Fundatio et
historia ducalis monasterii Campidonensis una cum miraculis s. fundatricis Hildegardis et eius filii
Ludovici Pii, nec non aliis valde memorabilibus, quiae a primaevis temporibus huius Illustrissimi
coenobii contigere, et vetustissimo calamo ac lingua conscripta et annotata sunt ita, ut ille, qui hoc
infringere praesummat, Dei odium habeat.")
Heller geprägter Schweinsledereinband (16. Jh.), 29 x 21,5cm, 0,04lfm; 65 fol. (durch Benutzung
Blätter alle v.a. unten verschmutzt). Darin: 59 farbige Zeichnungen (Personen- und
Wappendarstellungen). Beginn: „Stifftung des gotzhüß Kempten vnd sant Hyltgartün leben etc.“
(Blatt dann abgerissen, Rest des Textes fehlt). Schluss: „... den Got sy mit vnß allen hie zu°
Kempten vnd an allen stetten in diem Jar 1494 vnd dar nach ewegklich amen.“


Nr. 614 dürfte die wertvollste Handschrift des Vereins sein.

Wir erinnern uns: Für 145.000 Euro ersteigerte 2010 die Bayerische Staatsbibliothek eine mit 59 Federzeichnungen geschmückte Handschrift aus noch 147 Blättern mit der Kemptener Chronik des Johannes Birk:
http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern-lby/staatsbibliothek-ersteigert-kemptener-handschrift-835220.html
http://archiv.twoday.net/stories/6385537/

Trotz der etwas schlechteren Erhaltung könnte die ebenfalls mit 59 Illustrationen versehene Vereinshandschrift in Nürnberg einen niedrigen sechsstelligen Betrag erzielen. Hoffen wir, dass der gewiss ebenso wie alle Geschichtsvereine überalterte Verein noch eine Weile der Versuchung widersteht, die immer teurer werdende Publikation der gedruckten Vereinszeitschrift durch Abstoßung dieses kostbarsten Stücks, das ja auch gar keinen mittelfränkischen Bezug hat, für Jahre zu sichern. Es wäre dringend wünschenswert, der Forschung baldmöglichst ein gutes Digitalisat des Codex zur Verfügung zu stellen, da ja seit "Stralsund" klar ist, dass das Abstoßen von "totem Kapital" gewinnträchtig sein kann.

Seit meiner Beschäftigung mit dem Lorcher Marsilius-Turm interessiert mich die handschriftliche Überlieferung der historiographischen Werke aus der Feder des Johannes Birk oder seinem Umkreis.

Die Überlieferungszusammenstellung von Peter Johanek im ²VL 1 (1978), Sp. 870-875 ist inzwischen etwas veraltet. Ich übernehme ihr aber Titel und Reihenfolge der Werke.

1. 'Vita Hildegardis'

Das Widmungsexemplar für Kaiser Friedrich III. der um 1472 entstandenen lateinischen Via ist mit 27 ganzseitigen Miniaturen geschmückt und befindet sich in Privatbesitz. Durch das Antiquariat Dr. Jörn Günther kam Klaus Schreiner zu einer SW-Kopie der Handschrift, die nach 1945 mit anderen illuminierten Handschriften aus der Hofbibliothek Sigmaringen verkauft wurde (früher Cod. 50, nicht Cod. 23 wie Johanek hat). [Schoenberg-Datenbak: Kundig Cat. 95: Tres precieux manuscrits enlumines et incunables; livres anciens des XVIe, XVIIe, XVIIIe siecles et du début du xiXe siecle. - 1948/06/23]

Beschreibung von Wattenbach 1867
http://archive.org/stream/anzeigerfurkunde14germ#page/n133/mode/2up
Lehner S. 34
http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3AFuerstlich_Hohenzollernsches_Museum_zu_Sigmaringen-Verzeichniss_der_Handschriften.pdf&page=40
Katalog "Bürgerfleiß und Fürstenglanz" (1998), S. 132-134 Nr. 67

Den Text überliefert auch das sog. Passionale sanctorum decimum des Blaubeurer Priors Bartholomäus Krafft, Fulda Aa 96, Bl. 106v-113r.
http://fuldig.hs-fulda.de/viewer/image/PPN291354084/273/LOG_0159/

Hiernach druckten die Bollandisten die Vita: Acta Sanctorum April III, 1675, S. 793-802
http://visualiseur.bnf.fr/CadresFenetre?O=NUMM-6035&M=pagination (den Link im neuen Gallica-Angebot mit Permanent-Links aufzufinden, war ich nicht imstande)

Klaus Schreiner hat in seinem 1975 erschienenen wichtigen Aufsatz zu St. Hildegardis und ihrer Verehrung in Kempten (im AKG) damit begonnen, das von Baumann zusammengestellte Oeuvre Johannes Birks zu reduzieren. S. 24 Anm. 93

http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a149295.pdf

spricht er mit allzu pauschaler Begründung die Vita Birk ab und verweist auf die Nennung einer Quelle durch Birk, der sich auf das Werk eines Konventualen Hartmann Nottfest beruft. Dabei dürfte es sich aber um eine der Quellenfiktionen Birks handeln. Etwas befremdlich wirkt, dass Schreiner die Arbeiten Birks als "Machwerke" bezeichnet.

Solange die Abweichungen von den anderen Chroniken Birks nicht detailliert aufgeschlüsselt werden, bleibe ich dabei, dass die der Vita zugrundeliegenden historischen Studien am ehesten dem Stiftsschulmeister Birk zuzutrauen sind.

Baumanns nach wie vor grundlegende Studie zu den Kemptner Chroniken des (ausgehenden) 15. Jahrhunderts:

http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00009125/image_11

Schreiner nennt in der Gedenkschrift Graus (Spannungen und Widersprüche, zitiert unten) S. 44 Anm. 30 den Text in der Bollstatter-Handschrift München Cgm 735, Bl. 67r-76r eine auszugsweise Übersetzung der lateinischen Vita.

Katalog von Karin Schneider:
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0046_a188_JPG.htm

http://www.handschriftencensus.de/6357

2. 'Historia Karoli Magni et de fundatione monasterii in Campidonia'

Johanek nennt als Überlieferung des ungedruckten Werks, das sich als 1494 von Johannes Birk angefertigte Abschrift eines angeblichen Werks von Godefridus Keren de Marsilia, angeblich Mitglied der Kanzlei Karls des Großen und Ludwig des Frommen, ausgibt, die folgenden Handschriften:

München, SB, Clm 22104, Bl. 114v-129v Anfang 16. Jh. aus Wessobrunn

Clm 1211, Bl. 185r-197v (Abschrift von Clm 22104, datiert 1529), aus Tegernsee

Clm 1803, S. 1-22, 18. Jh.

In Auszügen online sind die wichtigen Ausführungen von Folz 1950:

http://books.google.de/books?id=brvJ9h3mhZkC&pg=PA483

3. 'Tractatus de monasterio Campidonensi et eius multiplicibus privilegiis'

Die etwa 2000 lateinischen Verse sind am frühesten überliefert in Einsiedeln, Stiftsbibliothek, Cod. 245, Bl. 48r-53r

Die 1493 datierte Handschrift ist womöglich ein Autograph Birks (so Bruckner), jedenfalls aber das wichtigste Zeugnis für die Birk zugänglichen karolingerzeitlichen Quellen.

Ausführlich behandelte die Handschrift jüngst Matthias M. Tischler: Einharts Vita Karoli Bd. 1, 2001, S. 66-71

Aus der älteren Literatur am ausführlichsten Max Büdinger 1865:
http://books.google.de/books?id=1ckFAAAAQAAJ&pg=PA31

Katalog Meier S. 201f.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Catalogus_codicum_manu_scriptorum_qui_in_bibliotheca_monasterii_Einsidlensis.pdf?page=223

Weitere Überlieferung des Tractatus:

München Clm 22104, Bl. 130r-154r
Clm 1211, Bl. 197v-218r
Zu beiden Handschriften siehe oben.
Clm 1370, Bl. 1r-35r (aus Polling)

Gedruckt nach einer Pollinger Handschrift (clm 1370?) in Kuens Quellensammlung Collectio Bd. 2 1756, siehe
http://archiv.twoday.net/stories/110777190/

Kuen-Digitalisat:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/2711468

4. Deutschsprachige Bearbeitungen

Die oben erstmals nachgewiesene Nürnberger Handschrift des Historischen Vereins ist zu ergänzen in der Liste des Handschriftencensus:

http://www.handschriftencensus.de/werke/2658

Am wichtigsten sind die detaillierten Beschreibungen von Elisabeth Wunderle im Rahmen des Online-Projekts "Kemptener Klosterchroniken":

http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/kemptener-klosterchroniken

Die älteste bekannte Handschrift schrieb 1479 ein Konrad Widerlin von Ebenweiler: Cgm 5819
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/kempten-cgm5819

Schreiner hat in seinem Aufsatz Hildegard, Adelheid, Kunigunde (in: Spannungen und Widersprüche, 1992) S. 44-47 aus diesem von ihm Widerlin als Verfasser zugeschriebenen Text referiert und etwas ominös behauptet, die Handschriften enthalte für die Quellenkritik Birks "grundlegende neue Erkenntnismöglichkeiten" (S. 44 Anm. 30). Angesichts der Übereinstimmungen des Textes mit der Birkschen Klosterchronik C1 meinte Wunderle. dies mache "eine Überprüfung der Rolle des Johannes Birk nötig, der gemeinhin als Verfasser dieser und der anderen 'Kemptener Chroniken' gilt".

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die leichtfertigen Versuche, Birk als Autor oder meinetwegen auch Spiritus rector des Kemptener historiographischen Ateliers am Ende des 15. Jahrhunderts in Frage zu stellen, stützen sich nicht auf nachvollziehbare Textbefunde oder schlüssige Argumente.

München Cgm 9470 datiert von 1499/um 1500. Einer der beiden Schreiber ist ein Petrus Brack.
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/kempten-cgm9470

München Cgm 9280 datiert von 1506 und ist die Kräler'sche Handschrift, geschrieben von dem auch sonst als Schreiber hervorgetretenen Notar Johannes Kräler. Digitalisat:
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/kempten-cgm9280

Noch dem Ende des 15. Jahrhunderts gehört Würzburg M.ch.f. 97 an:

http://www.handschriftencensus.de/14743
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0371_b129_jpg.htm

Hüttner hat aus dieser Handschrift bei Baumann Fehlendes abgedruckt:

http://www.digizeitschriften.de/link/0179-9940/0/28/751

Nach dem Handschriftencensus ist Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, 2° Cod. 249 eine direkte Abschrift von Cgm 9280.

http://www.handschriftencensus.de/14742

Über den Standort der von ihm C 2 genannten zweite Kemptener Klosterchronik schweigt sich Johanek aus. Nach Baumann (Forschungen S. 14f.) ist das Werk 1484/85 datieren und lag damals in einer ebenfalls Martin Leichtle gehörenden Abschrift des Notars Kräler wohl von 1507 vor. Es ist das Verdienst von Birgit Kata vom Stadtarchiv Kempten, dass wir nun wissen, dass die Handschrift sich heute in Kempten, Evang. Kirchengemeinde St. Mang, Sammlung Leichtle, L 180 befindet.

http://www.handschriftencensus.de/23752

Bedauerlicherweise ist dieser Text weder gedruckt noch digitalisiert. Hier vermute ich die Quelle für das oben genannte Lorcher Marsilius-Zeugnis.

Um eine intensive Beschäftigung mit dem spannenden Werk Birks bzw. aus seinem Umkreis zu ermöglichen, müssten alle relevanten Handschriften digitalisiert werden.

In der Zeit Birks war die Kemptener Stiftsschule ein wichtiges geistiges Zentrum. Neben der wohl von Birk selbst stammenden Einsiedler Handschrift (siehe oben) gibt es noch weitere, die hier erstmals zusammengestellt werden.

Für die naturkundlichen Interessen und die Zusammenarbeit mit Johannes Tallat ist der Stuttgarter Cod. HB XII 5 von Bedeutung, siehe meinen Beitrag

http://archiv.twoday.net/stories/233326676/

Saam erwähnte eine Abschrift der Imitatio Christi des Thomas von Kempen 1475 unter dem Rektor Johannes Birk Clm 26775 (ebd.).

1987 habe ich darauf hingewiesen, dass die wichtige chronistische lateinische Sammelhandschrift Cod. P I 1 der Stadtbibliothek Lindau aus dem Umkreis von Birk stammt, was die Birk-Forschung bislang beharrlich ignoriert hat. Eine 1476 datierte Notiz auf Bl. 180r weist auf die Tätigkeit des Johannes Birk an der Stiftsschule hin, Bl. 207r steht der Schreibervermerk des Christian Schimpflin von Rötenbach, Provisor an der Stiftsschule unter Birk.

http://books.google.de/books?id=pcvWAAAAMAAJ&pg=PA220

http://www.handschriftencensus.de/19561

Unzulängliche ältere Beschreibungen der Lindauer Handschrift gab Würdinger:

http://books.google.de/books?id=gwgPAAAAYAAJ&pg=PA9
http://archive.org/stream/AnzeigerFuerKundeDerDtVorzeit191872#page/n169/mode/2up

Ich habe keinen Zweifel, dass die bemerkenswerte historiographische Kemptener Produktion um 1500 im wesentlichen auf Birk und eventuell seine Mitarbeiter oder Schüler an der Stiftsschule zurückgeht. Es spielt keine Rolle, sondern macht die Texte besonders interessant, dass es sich um historiographische Fiktionen (also "Fälschungen" oder "Machwerke") handelt. Aufgrund der hier genannten handschriftlichen Überlieferung müssten sie intensiver analysiert werden.

#forschung

St. Hildegard Cgm 9470

meint KH Schneider:

http://digireg.twoday.net/stories/233330348/

"Vielleicht sehe ich als einfacher Regionalhistoriker zu schwarz, aber was mir in und um Hannover in den letzten Jahren begegnet ist und immer noch begegnet, deutet stark darauf hin, dass wir einer Entwicklung entgegen gehen, die für regionalgeschichtliche Forschung geradezu fatal ist."

http://www.zugang-zum-wissen.de/journal/archives/199-Was-macht-die-Dissertationen-Online-Diskussion-in-Deutschland.html

Aus meiner Sicht wäre es auch zur Plagiatsbekämpfung überfällig, die Open-Access-Pflichtveröffentlichung aller Dissertationen anzuordnen.

"Handkeonline schafft einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Werkmaterialien des österreichischen Autors Peter Handke. Bestände aus öffentlichen Archiven und privaten Sammlungen werden verzeichnet, aufeinander bezogen, inhaltlich beschrieben und durch zahlreiche Abbildungen anschaulich gemacht. Im Einverständnis mit dem Autor können auf der Seite zudem einige Gesamtfaksimiles von Werkfassungen und Notizbüchern erstveröffentlicht werden."

http://handkeonline.onb.ac.at/

 

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